Glossar – Worterklärungen

 

Hier werden insbesondere die Begriffe erklärt, die in den Büchern der Lehre mit * gekennzeichnet sind.

 

Soweit statt einer Erklärung nur ein Paragraph der Lehre angegeben ist, findet sich die Erläuterung des Begriffes dort oder in der Anmerkung (Fußnote) zu diesem Paragraphen.

 

Zu vielen einzelnen Begriffen finden sich weitere Zitate im Index der Lehre.

 

 

 

Abhidharma: AY 498

 

Abramram: AY 596

 

Adamant*

Fiktives, sehr hartes, deshalb besonders wertvolles Mineral oder Metall. Oft wird das Wort gleichbedeutend mit Diamant benutzt. In der Lehre wird der Begriff auch im Sinne eines Schatzes oder eines unüberwindlichen Bollwerkes verwendet: BGM I, 263; FW I, 413, 615; FW II, 201, 456; Br II, 858, 926.

 

Vgl. auch das Kapitel „Adamant“ in dem Buch „Adamant“ von Nikolaus Roerich.

 

Ein Beiname des Origenes ist "Adamantios", herkömmlich mit "der Diamantene" übersetzt. Auf Griechisch bedeutet das Wort "unerschütterlich".

 

Wegen des langen Aufenthaltes des Ehepaares Roerich in den USA ist bei Zweifelsfragen der Übersetzung zuweilen auch der englisch-sprachige Hintergrund zu berücksichtigen. Auf Englisch bedeutet "adamant": sehr hart, steinhart, unnachgiebig, unerschütterlich.

 

Adept*

Allgemein Schüler einer Lehre. Esoterisch: Eingeweihter einer hohen Stufe.

 

Adeptschaft ist die letzte Stufe vor der Meisterschaft. Ein Adept ist kein Meister, nähert sich aber dem Status eines Meisters. Ein Adept steht unter der persönlichen Leitung und Führung des Meisters desjenigen Grades der Großen Weißen Loge, zu dem sie beide, Meister und Schüler, karmisch gehören. Er ist zu einem Adepten geworden, weil er von der Zeit an, als er sich seines Bedürfnisses nach Führung bewusst und ein angenommener Chela wurde, unbeirrbar der Leitung und Führung seines Meisters folgte. (TL IX, 484)

 

Agartha*

Legendäres unterirdisches Volk, das es tatsächlich nicht gibt (Br II, 63).

 

Nach dem französischen Okkultisten Alexandre Saint-Yves d'Alveydre ein unterirdisches Reich in Zentralasien, in dem sich der Rest einer der unseren weit überlegenen uralten Zivilisation erhalten haben soll. Auch in hinduistischen und mongolischen Mythen taucht dieses Reich auf. Der Begriff wird auch für das unterirdische Zentrum der Schwarzen Loge verwendet.

 

Akascha*

Urstoff, allesdurchdringende kosmische Geistsubstanz, höchste Urmaterie. Auch das universelle kosmische Gedächtnis, eine feinste Substanz (vergleichbar dem Äther), in der alles aufgezeichnet ist, was im Universum vor sich geht, einschließlich der Gedanken und Gefühle (sog. Akascha-Chronik)

 

Die Forschungen von Rupert Sheldrake über "Morphogenetische Felder" sind ein erster Schritt der Klassischen Naturwissenschaften in diese Richtung.

 

Wenn wir uns für einen Augenblick vorstellen, der Raum bestehe aus Schichten von Papier, und wir setzen ihn der Wirkung von Radio oder Fernsehen aus, dann werden wir auf jeder Schicht die Aufzeichnung finden, die sie durchdrungen hat; ganze Porträts werden auf den Schichten des Raumes abgebildet sein. Auf genau dieselbe Weise verbleiben auf den Akascha-Schichten Abdrücke. (FW I, 250)

 

Die Klischees großen Gedankenschaffens sind in den Schichten des Akascha festgelegt. Man kann sich davon überzeugen, wie sehr der Raum von vielerlei Arten schöpferischer Werke der großen Baumeister erfüllt ist. Im Strom mächtiger Gedanken wird eine Vielzahl Formen geboren.

Man kann sehen, wie der Gedanke unaufhaltsam aus den Schätzen des Akascha schöpft und die Bedürfnisse der Welten sättigt.

Jetzt gerade blitzt ein Fischschwarm in höchster Vielgestalt in dem Lichtstrahl auf. Ein Gedanke muss ungewöhnlich deutlich sein, um solche harmonischen Formen zu schaffen. Jede nebelhafte Vorstellung schafft monströse Formen.

Es ist sehr wichtig, wenigstens einmal einen Blick in die Schatzkammer des Akascha zu werfen. Solch eine Betrachtung kann jedoch der irdischen Sehfähigkeit schaden, und so gehen Wir mit Unseren Mitarbeitern behutsam um. Doch bei den Aufzeichnungen über Unser inneres Leben möchten Wir aufführen, dass Unsere Schwester auch im irdischen Körper solche Schätze des Gedankenschaffens gesehen hat. (Br II, 108)

 

Akbar*

Eigentlich Dschelal ed-Din Mohammed, 14.10.1542 - 15.10.1605. Der Beiname Akbar bedeutet „der Große“. Enkel Timur Lenks („Tamerlan“), Nachfahre Dschingis Khans. Indischer Großmogul, Philosoph und Feldherr, eine der bedeutendsten Herrscherpersönlichkeiten der Weltgeschichte. Versuchte, eine neue Religion zu gründen, die Moslems und Hindus versöhnen sollte. Förderer der Wissenschaften und der Kunst.

Literaturempfehlung: Hans Much, Akbar – Der Schatten Gottes auf Erden, Dachau ohne Jahr. Siehe auch das Kapitel über Akbar den Großen in „Auf östlichen Kreuzwegen“

 

 

Alaya*

Alaya, die Weltseele, ist in ihrem mystischen Sinn mit Akasha und ihrem Wesen nach mit Mulaprakriti identisch, denn es ist die Wurzel aller Dinge. Jede individuelle Seele stimmt mit der Weltseele überein. (HR II/1, 179; Brief vom 16.04.1936)

 

Amrita*

Wasser der Unsterblichkeit (H. Blavatsky, Geheimlehre Band II, 1. Teil Strophe XII „Das Geheimnis des Drachen“). In der indischen Mythologie Getränk oder Speise der Götter, die Unsterblichkeit verleiht. Dem Mittelalter als "Elixier des Lebens" bekannt. Der Begriff wird im Agni Yoga auch allgemein für „Unsterblichkeit“ verwendet. Siehe u.a. Gem 224; AY 207, 208; Br I, 304.

 

Einen Zustand bewusster Fortdauer des Seins oder die Bewahrung eines vollständigen Bewusstseins in allen Körpern und in allen Sphären zu erreichen, ist die größte Errungenschaft des Archaten. Das ist Amrita oder wahre Unsterblichkeit. (H.Roerich, Briefe I/3, 23; Brief vom 11.01.1935).

 

Die von Ihnen zum Ausdruck gebrachten Gedanken über das Symbol des ”Kelches Amrita“ - des Kelches der Schönheit und der Heldentat, des Kelches des Heiligen Grals – sind sehr schön und völlig richtig. (H. Roerich, Briefe II/1, 185, Brief vom 02.04.1936)

 

Anura: Herz 489

 

Apollonius von Tyana*

(ca. 40-120): Griechischer Philosoph, Pythagoräer, Wanderprediger und Magier, der zur Zeit Christi durch seine Weissagungen und Wunder höchstes Aufsehen erregte. Er unternahm große Reisen, u.a. nach Indien, wo er im physischen Körper die Bruderschaft von Schambhala aufsuchte und in die höchste Weisheit eingeweiht wurde (HR I/2, 87; Brief vom 06.05.1934). Zurückgekehrt, gründete er eine esoterische Schule in Ephesos, wo er fast hundertjährig starb.

Siehe auch das Kapitel über Apollonius von Tyana in „Auf östlichen Kreuzwegen“.

 

Archat *

(Arhat): Hoher Geist, der eine bestimmte Stufe des Geistigen Pfades erreicht hat und von der Notwendigkeit der Wiedergeburt befreit ist

 

Aryavarta*

Und nun, was ist das Feuer Aryavarta? ”Aryavarta” bedeutet das Land der Arier. Dies ist der alte Name von Nordindien, wo nach der Zerstörung von Atlantis die ersten Neuankömmlinge aus Zentralasien siedelten. Dieser Name bezieht sich hauptsächlich auf die Gebirgstäler der Himalajaketten, doch nicht auf das ganze Flachland Indiens. Unser Ashram befindet sich in dem ältesten und heiligsten Aryavarta. Das Feuer von Aryavarta bezeichnet den großen Geist und die innere Kraft dieses Volkes. Die Indo-Arier nennen sich ebenfalls Aryavartas. (Helena Roerich I/2, 150; Brief vom 01.08.1934)

 

Assurgina: Hier 336

 

Asuras: Herz 224

 

Atlantis*

Atlantis ist der Kontinent, auf dem die vierte Rasse lebte, die vor etwa 4 bis 5 Millionen Jahren begann. Dieser Kontinent lag an der Stelle des heutigen Atlantischen Ozeans zwischen Westafrika und Südamerika und dehnte sich nach Norden bis Island aus. Er wurde vor rund 850.000 Jahren durch eine Flutkatastrophe zerstört. Es blieben einzelne Inseln (insbesondere Ruta und Daitiya) übrig, die infolge späterer Fluten untergingen, die letzte, die von Platon in den Dialogen Timaios und Kritias erwähnte Insel Poseidonia, durch die biblische Sintflut des Noah vor ca. 9500 Jahren. Allerletzte Reste von Atlantis sind die heutigen Inseln der Kanaren, Kap Verden und Azoren.

Die Atlantier besaßen eine hohe Kultur. Sie hatten bereits Flugzeuge, die mit Äther betrieben wurden. Die intellektuelle Entwicklung der Menschheit erreichte damals ihren Höhepunkt. In der Blütezeit - vor etwa 1 Million Jahren - hatte die Hauptstadt, die „Stadt der Goldenen Tore“, 2 Millionen Einwohner und der ganze Kontinent 2 Milliarden. Die Atlantier waren zunächst noch Riesen mit einer Größe von fast vier Metern. Im Laufe der Zeit verringerte sich ihre Größe bis zu der des heutigen Menschen.

 

Atma*

(Atman) Göttlicher Geist. Als siebentes Proinzip auch Teil des höheren, unsterblichen Wesens des Menschen, siehe Heft 11 „Die Feinstoffliche Konstitution des Menschen“ der „Einführung in Agni Yoga“, http://www.lebendige-ethik-schule.de/hefte.htm und die gleichnamige Sendung http://www.lebendige-ethik-schule.de/ef.sendung11.htm

 

Atman und Atma werden ebenfalls oft als Synonyme erwähnt. Exoterisch offenbaren sie das siebente Prinzip – die im Kosmos ausgebreitete ewige Lebenskraft; doch esoterisch bedeutet Atma oft Weltseele. (HR I,3, 92; Brief vom 30.04.1935)

 

Avatar*

Avatar (sanskrit Herabstieg): Inkarnation eines Gottes auf der Erde. Nach der Bhagavad Gita inkarniert der Gott Vischnu in jeder Weltperiode, um die Guten zu retten und die Bösen zu bestrafen und so die göttliche Ordnung wiederherzustellen

 

Avidya (sanskrit): Unwissenheit, Gegensatz zu Vidya: Wissen

 

Balu: Siehe „Moru“

 

Besessenheit*

Vollständige oder teilweise Okkupierung eines physischen Körpers durch eine fremde Seele unter vollständiger oder teilweiser Verdrängung der an sich zu dem Körper gehörenden Seele.

Schon die Bibel weiß von der Heilung von Besessenen durch Jesus (Austreibung der besitzergreifenden Geister und ihre Versetzung in Säue, Matthäus 8, 28 ff).

Zu den Einzelheiten (Was ist Besessenheit? Wie entsteht Besessenheit? Wie kommt Besessenheit zum Ausdruck? Wie kann man Besessenheit erkennen? Wie kann man Besessenheit heilen?) siehe die Broschüre "Besessenheit" der Einführung in Agni Yoga: http://www.lebendige-ethik-schule.de/liste.htm und die gleichnamige Sendung http://www.lebendige-ethik-schule.de/ef.sendung16.htm

 

Bodhisattva*

(Sanskrit Erleuchtungswesen): Im Mahajana-Buddhismus Wesen, die auf das höchste Nirwana verzichtet haben, um der leidenden Menschheit zu Hilfe zu kommen. Hoher Geist einer bestimmten Einweihungsstufe, Anwärter auf künftige Buddhaschaft

 

Das Wort Bodhisattva umfaßt zwei Begriffe: Bodhi – Erleuchtung oder Erwachen, und Sattva – das Wesen. Wer sind diese Bodhisattvas? Die Jünger Buddhas, die bereitwillig ihrer persönlichen Freiheit entsagten und, dem Beispiel ihres Lehrers folgend, einen langen mühseligen, dornigen Pfad der Hilfe für die Menschheit beschritten. Solche Bodhisattvas erscheinen auf der Erde in verschiedenen Lebensumständen. Physisch unterscheiden sie sich in keiner Weise von der übrigen Menschheit, nichtsdestoweniger aber völlig in ihrem psychischen Format und treten stets als Verkünder des Prinzips des Allgemeinwohls auf. – Welche Eigenschaften muß ein Bodhisattva besitzen? In der Lehre von Gautama Buddha und der von Bodhisattva Maitreya, die nach Überlieferung im vierten Jahrhundert Asanga übergeben wurde, werden höchste Energieentwicklung, Mut, Geduld, Beharrlichkeit im Streben und Furchtlosigkeit vor allem betont. Energie ist die Grundlage von allem, da sie allein alle Möglichkeiten enthält. Buddhas sind ewig tätig. Sie kennen keine Untätigkeit. Wie die ewige Bewegung im Raum offenbaren sich die Taten der Söhne der Sieger in den Welten …

”Mächtig, mutig, festen Schrittes, die Last einer Errungenschaft für das Allgemeinwohl nicht ablehnend … Es gibt drei Freuden der Bodhisattvas: die Freude des Gebens, die Freude des Helfens und die Freude der ewigen intuitiven Erkenntnis. Geduld immer, in allem und überall. Die Söhne Buddhas, die Söhne der Sieger, die Bodhisattvas sind in ihrem tätigen Mitgefühl die Mütter alles Seienden.” (Mahayana-Sutra).

Führen diese Bodhisattvas nicht jene Hundert, die auf unserem Planeten zu finden sind? Doch beschwerlich ist das Los dieser Bodhisattvas; niemand hat soviel Verleumdung und Verfolgung ausgehalten – und sie stehen sie weiterhin durch – wie diese wahren Retter des Menschengeschlechts. Aus ihren Reihen kommen die Begründer der großen Königreiche, der großen Religionen und Philosophien; außerdem viele Alchimisten und einzelne Heilige. Doch suchen wir sie nicht unter den beschränkten Dogmatikern! Sie sind Begründer der lebendigen Religion des Herzens, aber nicht der versklavenden Dogmen. Sie sind Begründer und feurige Reiniger von Religionen. HR I/2, 257, 258; Brief vom 20.12.1934)

 

Jakob Böhme*

(geb. 1575, gest. 1624 in Görlitz): Deutscher Mystiker, Philosoph und Theosoph, anfänglich Schuhmacher. Seine Schriften haben vielfach visionären Charakter. Hauptwerk: „Aurora oder Morgenröte im Aufgang“ (1612)

 

Brahmavidya (sanskrit): Wörtlich: höchstes Wissen oder Wissen vom Höchsten, siehe AY 139

 

Buddhi*

Die göttliche Liebe. Als sechstes Prinzip auch Teil des höheren, unsterblichen Wesens des Menschen, siehe Heft 11 „Die Feinstoffliche Konstitution des Menschen“ der „Einführung in Agni Yoga“, http://www.lebendige-ethik-schule.de/hefte.htm und die gleichnamige Sendung http://www.lebendige-ethik-schule.de/ef.sendung11.htm

 

Chotawan*

Siehe „Mahawan“

 

Deodar*

Himalaya-Zeder (Cedrus deodara)

 

Deva: Herz 224

 

Devachan*

Himmel, höchste Sphäre der Feinstofflichen Welt. Von „Deva“ Gott und „Chan“ Ort, Gebiet oder Wohnung

 

Devadatta: BGM II, 272 [275], Hier 157

 

Djin*

(arabisch): Naturgeist, Elemental. Eine bis in vorislamische Zeit zurückreichende Bezeichnung für dämonische Geister, die angeblich aus dem Gluthauch der Wüste geschaffen wurden. Sie spielen nicht nur im Koran, sondern auch in Märchenerzählungen wie 1001 Nacht eine wichtige Rolle.

 

Djins sind Elementargeister. In allen östlichen und vor allem in den arabischen Märchen dienten die Djins den Magiern, die sie zu beherrschen verstanden. So ist der Legende gemäß der Tempel Salomons von den Djins errichtet worden. Jede Legende birgt einen gewissen Teil an Wahrheit; auch im Leben sind die Feinde oder die Diener der Finsternis einem erleuchteten Unternehmen dienlich. Die Gesetze sind in allem die gleichen. Finsternis hebt das Licht empor! Das Böse erhöht den Begriff des Guten, und so fort. (HR II/2, 420, Brief vom 23.11.1937)

 

Dokyud (Dokiud)*

Dokyud ist ein Aschram oder Kloster der Mahatmas auf der Astralebene, wo sich Helena und Nikolaus Roerich vor ihrer jetzigen Verkörperung auf der Erde aufhielten. Dies ist der Ort, der der Weißen Bruderschaft am nächsten liegt. Dort befinden sich jene, die den Lehrern näher sind als alle anderen. (Sinaida Fosdik, Tagebuch, 08.07.1926)

 

Dugpa*

"Rotmützen", ursprünglich von dem großen Lehrer Padma Sambhava gegründete Bewegung des tibetanischen Buddhismus, die später degenerierte. Im 14. Jahrhundert führte der große Lama Tsong kha-pa eine Reform durch, deren Anhänger sich "Gelukpas" oder "Gelbmützen" nannten. Der Begriff "Dugpa" wurde später auch allgemein für einen unmoralischen Menschen, Zauberer, Schwarzmagier oder Anhänger der finsteren Mächte verwendet.

 

Ektoplasma*

Das Ektoplasma ist eine feinstoffliche Substanz, ein Teil des feinstofflichen Körpers, wie die Aura, und wie diese unter Umständen sichtbar. Es wird ständig nach außen abgegeben. Niedere feinstoffliche Wesen nähren sich davon und geben es in verschmutzter Form zurück. Höhere feinstoffliche Wesen nutzen es ebenfalls, geben dafür aber Inspiration und Lebenskraft zurück.

Ektoplasma ist also ein Mittel zum Austausch von Energien mit der höheren Welt, wobei – wie immer – der Austausch mit niederen Schichten der Höheren Welt schädlich, der mit höheren Schichten aber wertvoll ist.

 

Das Ektoplasma ist der Speicher für die psychische Energie. Wirklich, die Substanz des Ektoplasmas ist ein Mittelding zwischen dem irdischen und dem feinstofflichen Sein. Die allen Welten eigene psychische Energie steht in erster Linie mit der der Feinstofflichen Welt nahe stehenden Substanz in Beziehung. Daraus kann man ersehen, dass die Reinheit des Ektoplasmas ebenso bewahrt werden muss wie die der psychischen Energie.

Man muss daran erinnern, dass sich das Medium durch Abgabe von Ektoplasma an Unbefugte in große Gefahr begibt. Eine so wertvolle Substanz darf nicht ungebetenen Gästen überlassen werden. Weit wertvoller sind die Höheren Gespräche, die unsere Kräfte nicht verzehren, sondern uns neue Kräfte zuströmen lassen. Man muss verstehen, dass die psychischen Forschungen zielstrebig betrieben werden müssen. Man darf ein anderes Wesen nicht aussaugen. (AUM 465)

 

Es wird viel von Eingebung gesprochen. Wir haben oft über Gefühlswissen gesprochen. Es liegt wirklich der psychischen Energie zugrunde, aber sein Funke führt über das Ektoplasma. Diese wertvolle Substanz muss bewahrt werden. Bereits die Alten sprachen davon, dass der Mensch seinen Doppelgänger, der vernünftige Handlungen zu vollführen vermag, abtrennen kann. (AUM 466)

 

Ich vermute, Sie wissen, dass alle Phänomene in spiritistischen Sitzungen mittels Ektoplasma, das dem Medium und allen Anwesenden abgesaugt wird, erreicht werden. Und so können Sie sich den unsauberen Zustand des Ektoplasmas vorstellen, wenn es nach Gebrauch durch die Gäste aus den niederen und mittleren Sphären zu seinem Eigentümer zurückkehrt. Daher ist es bei der psychischen Forschung so wichtig für alle Anwesenden, dass beide (der Forscher und das Medium) in guter Gesundheit und von hohem moralischen Niveau sind. (HR II/1, 418, Brief vom 14.08.1936 zu AUM 465)

 

Wenn man ein Teilchen des Ektoplasmas abtrennt, erlebt ein Medium großes Leid. Doch Ektoplasma gehört zum feinstofflichen Körper. (Br II, 356)

 

Urusvati weiß, dass nicht nur die menschliche Aura, sondern auch das gleichfalls der feinstofflichen Natur zugehörige Ektoplasma sichtbar ist. Es ist hinreichend bekannt, dass feinstoffliche Wesenheiten sich des Ektoplasmas der Medien bedienen; sie weben sich daraus sichtbare Gewänder. Nun jedoch möchte Ich an das beständige Abfließen des jedem Menschen eigenen Ektoplasmas erinnern. Feinstoffliche Wesenheiten befinden sich im Umkreis jedes Menschen und nutzen Teilchen des Ektoplasmas.

Man könnte fragen, ob solche Ausflüsse von Ektoplasma sich auf die Gesundheit auswirken können. Dies ist in der Tat möglich, besonders in räuberischer Umgebung. Die Bewohner der niederen Schichten sind sehr gefräßig und kümmern sich nicht um einen etwa zugefügten Schaden. Es können sich allerdings auch fürsorgliche Wesenheiten nähern, welche eilig bestrebt sind, geraubtes Ektoplasma wieder aufzufüllen.

Die Menschen müssen sich ganz klar vor Augen halten, dass das Ektoplasma keineswegs nur auf irgendwelchen besonderen Versammlungen abgeht, sondern ständig, und allein ein starkes, standhaftes Bewusstsein lässt keinen übermäßigen Abfluss zu. Welch dichte Atmosphäre jedoch bilden jene zerstreuten Substanzteilchen, die die Menschen auch noch einatmen müssen! Doch es kann auch wunderbare Absonderungen geben, die als „Speise der Götter“ bezeichnet werden. (Br II, 430)

 

Urusvati weiß, dass es einen überaus segensreichen Austausch des irdischen Ektoplasmas mit der höheren Energie geben kann. Wesen der höheren Sphären können sich der Ektoplasmateilchen bedienen, senden aber darauf eine äußerst wirksame Inspiration und stärken die Lebenssubstanz. So kann man sich davon überzeugen, dass bei einem natürlichen höheren Verkehr kein Verlust eintritt, sondern eine Erfüllung mit erhabener Substanz. (Br II, 431)

 

Baum Elgario BGM II, 285 [288]

 

Elohim Herz 3

 

Feurige Taufe*

Feurige Taufe bedeutet die geistige Verklärung oder Angleichung an das reine Feuer des Raumes. Bei der feurigen Taufe vollzieht sich das Öffnen bestimmter Nervenzentren. Die Aufspeicherung der feurigen oder Urenergie ermöglicht es dem Menschen, beim Übergang in die Feinstoffliche Welt in die höheren Sphären aufzusteigen. Je mehr wir von dieser Energie besitzen, desto höher werden wir emporgetragen. Diese Energie wird durch unerschütterliches Streben zur Selbstvervollkommnung, Arbeit und völlige Hingabe an den erwählten Lehrer aufgespeichert. (HR II/2, 419; Brief vom 23.11.1937)

 

Feuriger Lotus*

Auch flammender Lotus: Der Lotus ist ein Symbol für die Zentren. Das folgende Zitat legt nahe, dass mit "feuriger Lotus" eine Gruppe von weit entwickelten Zentren oder ein Mensch mit vielen weit und gleichmäßig entwickelten Zentren gemeint ist.

 

Urusvati kennt den „feurigen Lotus“. In alten Handschriften kann man einen Vergleich des Menschen mit einem blühenden Garten finden; ein solcher Vergleich hat eine wissenschaftliche Grundlage. In der Tat, wenn die Zentren des Menschen Licht ausstrahlen, sind sie verschiedenen, wunderschönen Blumen ähnlich. Allein das Herz stellt ein ganzes Blumenbeet dar, denn viele Zentren leuchten in den unterschiedlichsten Farben. Man darf jedoch nicht denken, eine solche Festtagsbeleuchtung sei oft möglich. (Br II, 811)

 

Fohat*

Fohat ist eine höhere Form von Energie, feurige Energie (FW I, 239), Energie der Feurigen Welt (FW I, 420). Die auf der Erde bekannte Elektrizität ist die gröbste Erscheinungsform dieser Energie (Herz 291; AY 144). Fohatfunken sind in jedem Organismus vorhanden, sie nähren und beseelen jedes Leben (FW III, 270; FW III, 271; FW III, 273; U I, 39).

Fohat wird auch als durch Materia Lucida granulierte Urmaterie bezeichnet (AY 144; U I, 199). Fohat bildet Kristalle (AY 145). Fohatfunken können unter bestimmten Umständen gesehen werden (AY 144; AY 403).

 

Wie bekannt, dringt die Urmaterie — Materia Matrix — wegen des Wirbels der infizierten niederen Schichten nicht in die Erdsphäre ein. Aber das so genannte Fohat, das die granulierte Urmaterie darstellt, kann die Erdoberfläche in Form von Funken erreichen und auch von manchem Auge wahrgenommen werden, wenn ein Sonnenstrahl den chemischen planetaren Strahl kreuzt und die Funken entsprechend der chemischen Zusammensetzung des Strahles färbt.

Einerseits üben die bewusst gewordenen Funken von Fohat und die Strömungen von Materia Lucida eine wohltätige Wirkung aus, da sie den Geist mit dem Bewusstsein der Notwendigkeit der Evolution erfüllen; andererseits versengen sie und können einen Zentrenbrand auslösen, da sie Teile des feurigen Elementes sind. Die Erscheinungen des feurigen Elementes können mit der intensivsten Farbe der Elektrizität verglichen werden. Doch während die Lichtskala der Elektrizität begrenzt ist, übersteigt die Mannigfaltigkeit der chemischen Lichtfunken von Fohat jede Vorstellung. Die verschiedenen Lichterscheinungen von Fohat gleichen kostbaren Kristallen. Die psychische Energie nährend, bahnt Fohat den Weg zu den fernen Welten. Materia Lucida hingegen webt die Festigung des Bewusstseins. Das eine stärkt, das andere zwingt in die unbegrenzte Weite der Vervollkommnung. Dies sind die wundervollen Gaben des großen Aum! (AY 144)

 

Warum ist es wichtig, die Erscheinung von Fohat zu fühlen? Die Kristallbildung dieser feinsten Energie ist im Fundament kosmischer Verdichtungen eingelagert. Dies bedeutet, dass gerade Fohat der Vater sein wird, der den Impuls zur Bildung neuer Körper im Raum gibt.

Wer das Wissen der fernen Welten erlangt, wird die Kraft und Schönheit der Kristalle von Fohat wahrnehmen. Dies ist ein schwieriges Experiment, und Wir freuen Uns für Urusvati, weil der physische Körper selten die feinsten Energien aufnimmt. (AY 145)

 

Ihr wisst, wie schwer es ist, Fohat zu sehen und dass für den Beweis dieser Energie langjährige Anhäufungen erforderlich sind. Was aber wird ein schwacher Geist sagen, wenn er erfährt, dass es außer Fohat Para-Fohat gibt, der von Pan-Fohat genährt wird! Diese Energien können nur das starke Bewusstsein mit Freude und Liebe erfüllen. (AY 403)

 

Jedes Atom atmet durch Fohat. (U I, 39)

 

Als das Schöpferische Prinzip in Erscheinung trat, schuf Materia Lucida durch Fohat, und diese Granulation des Seins trägt räumlich das Leben. (U I, 199)

 

Ihr wisst natürlich, dass die so genannte Elektrizität die gröbste Form der sichtbaren Energie von Fohat ist. Doch wenn der Kraftsammler des geläuterten Herzens das Durchströmen der Erscheinung des Feinstofflichen Fohat ermöglicht, dann strahlt jede Oberfläche Licht von besonderer Qualität aus. Fohat schichtet sich überall auf. Es ist nur nötig, ihn durch einen ausreichend feinfühligen Apparat in Erscheinung treten zu lassen. Dieser Kraftsammler kann nur das Herz sein. Dies ist natürlich nicht leicht, wenn vom Tiger bis zum Fohat eine Menge Energien aufgenommen werden müssen. (Herz 291)

 

Der Mensch kann mittels seines feurigen Wesens unterirdische Minen und Gewässer aufspüren. Diese Eigenschaft ist bereits aus dem Okkultismus in das Gebiet des Akzeptierten übergegangen. Da solch eine Anwendung feuriger Energie möglich ist, bedeutet das, dass es auch viele andere Erscheinungen von Agni geben kann. Verbindungen feuriger Energie mit Klang, Farbe oder anderen feurigen Bereichen des einen großen Fohat bürgen für die Erneuerung der ganzen Weltvorstellung. Mögen die Menschen einfach den Strömen des feurigen Uruvela nahen. Jedermann besitzt die feurige Energie bis zu einem bestimmten Grad. Die Anwendungen von Fohat sind vielfältig; nicht nur Menschen des feurigen Elements, sondern auch die den anderen Elementen Zugehörigen können aus dem Kelch des Fohat schöpfen. Wie die Gedankenexperimente auf Pflanzen beachtenswerte Ergebnisse zeitigen, so können auch Beobachtungen über die Wirkungen des Gedankens auf eine Flamme angestellt werden. Unter einem Strom feurigen Gedankens kann eine Flamme sich zu- oder abwenden. Die ägyptischen Mysterien wiesen auf die besondere Gedankenkraft hin, die über eine Flamme ausgesendet würde. Dieser Rat beruhte auf der Erkenntnis der Feurigkeit des Gedankens. So kann man die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Sphären von Fohat lenken. (FW I, 239)

 

Funken und andere Lichterscheinungen liefern ein völlig mit der Feinstofflichen Welt verbindendes Gewebe. Wenn die feurige Anspannung stark ist, kann man sogar von Mund und Augen ausgehende Funkenströme sehen. Man könnte fragen, ob dies elektrische Phänomene sind. Die Antwort lautet: Es sind eher Fohat-Phänomene, welche die Energien der Feurigen Welt betreffen. (FW I, 420)

 

Das Raumfeuer enthält jene Fohatfunken, die zu allen Lebenserscheinungen im Kosmos hingezogen werden. Auf diese Weise nähren diese Funken jedes Leben, und je nach dem Potential des Wesens verstärken sich die Funken in ihrer bestrebten Anziehung. (FW III, 270)

 

Man kann kein Blut aus einem Stein herauspressen, aber einen lebendigen Fohatfunken, der in jedem Organismus in der Natur lebt und ihn beseelt. (FW III, 271)

 

Fohat dringt in alle Erscheinungen ein, die das Leben sättigen. Gerade zu geistigen Erscheinungen werden Fohatfunken herangezogen, denn das Kosmische Feuer sättigt wesensgleiche Offenbarungen. Deshalb zieht die Berührung mit dem Strom des Kosmischen Magneten Fohatfunken an. (FW III, 273)

 

Gehenna: FW I, 143; BGM II, 207; FW III, 321

 

Gelukpa*

Siehe „Dugpas“

 

Golem: FW I, 231

 

Granulation*

(von lateinisch „granum“ – Korn oder Kern): Die Verbindung, z.B. durch Verschmelzung oder Verpressung, von kleinen Teilchen zu einem neuen, größeren Ganzen, dem Granulat. Im Agni Yoga ist möglicherweise die Bildung oder Kristallisierung des Geisteskorns oder anderer Urmaterie in den höchsten Sphären der höchsten Welt gemeint

 

Grimoires: FW I, 268, Herz 556

 

Guarisankar: BGM II, 88

 

Gupta: BGM I, 22

 

Harmagedon*

Biblischer Begriff (Offenbarung 16,16). An diesem Ort soll die Entscheidungsschlacht zwischen den Mächten des Guten – geleitet vom Erzengel Michael (Offenbarung 12, 7) – und denen des Bösen stattfinden (Offenbarung 20, 7).

 

Harmagedon hat bereits begonnen – am Ende des Jahres 1931 begann die Große Schlacht, die Ich euch nicht verheimlichte; deshalb kann die Schlacht jetzt vor dem entscheidenden Sieg nicht beendet werden. Natürlich, alle Empfindungen der Schlacht spiegeln sich im Herzen wider, wenn das flammende Pentagramm wie ein Schild erhoben werden muss. Man darf sich nicht wundern, wenn sich die Ereignisse auftürmen, denn die irdische Schlacht folgt der himmlischen. Viel ist über die Himmlischen Heerscharen gesprochen worden, über den Archiestrategen Michael, über das Erscheinen eines bestätigten Führers und über die ganze Verwirrung. Deshalb sage Ich: Vorsicht! (Herz 176)

 

Nun über Harmagedon. Sie haben völlig recht - Harmagedon ist symbolisch die letzte Entscheidungsschlacht zwischen Licht und Finsternis. Aber man sollte nicht meinen, daß diese Schlacht bald beendet sein kann. Sie wird viele Jahre dauern, doch die Heftigkeit wird sich in verschiedenen Teilen des Planeten unterschiedlich auswirken. Wo der menschliche Geist für die Herrschaft des Geistes rascher erwacht, dort wird der große Aufbau einsetzen. Mit jedem Jahr wird der Einfluß der Kräfte des Lichts zunehmen, aber es ist wichtig, daß der menschliche Geist imstande ist, die gesandten Gaben zu empfangen. Die größten Möglichkeiten pochen an die Tür der Menschheit, doch immer ist die Wahl freigestellt. Wahrlich, die kommende Zeit ist die größte Prüfung der Menschheit

Das Wort Harmagedon ist das griechische Äquivalent für das hebräische har megiddon (die Gebirgsregion von Megiddo). In den hebräischen Schriften wurde durch diese Bezeichnung die endgültige große Schlacht zwischen den Kräften des Lichts und der Finsternis angezeigt; sie wurde in allen alten Prophezeiungen in den Schriften aller Völker als der ”Große Tag des Gottesgerichts“ vorausgesagt. In der Apokalypse ist darüber viel ausgesagt, und in demselben Buch, Kapitel 16, Vers 16, wird dieser Name erwähnt. Darüber hinaus können die Fristen dieser Schlacht und der Beginn der Neuen Ära oder eines neuen Zyklus auch in den genauesten Berechnungen der Ägypter und Inder gefunden werden.

Der Name dieser Schlacht ist symbolisch, im Gedenken an eine wirklich schreckliche Schlacht, die in Megido (einer alten Stadt in Palästina) stattfand. Nicht weit von dort wurden die Kanaaniter unter dem Führer Sisera vollkommen vernichtet. Diese furchtbare totale Vernichtung blieb den Völkern, die Zeuge waren, lange Zeit in fürchterlicher Erinnerung. Nach sämtlichen Schriften nahen jetzt die Fristen für die endgültige Vernichtung der Armee Gog auf den Bergen Israels, wobei Israel nicht unbedingt mit dem jüdischen Volk identisch ist. Genau genommen bedeutet das Wort der ”Auserwählte“. Gleicherweise müssen die Berge von Israel als andere Berge verstanden werden, genauso wie das ”Neue Jerusalem“ nicht unbedingt das Jerusalem in Palästina bedeutet. Die Geheimsprache verwendet immer Symbole. Es gibt den Himmel Jerusalem - die Wohnstätte der Hierarchie des Lichts - und das irdische Jerusalem, das als Ort verstanden werden sollte, der bei allen irdischen Kataklysmen intakt und unverletzt geblieben ist. (HR II/1, 162, 163; Brief vom 30.03.1936)

 

Hinayana: AY, 287

 

Hieroinspiration*

Die Vereinigung der Bewußtseine oder die Inkarnation des Strahls:

 

Durch feuriges Streben wird der Strahl des Höheren Bewusstseins mit den Strahlen der ver-wandten Bewusstseine vereint. Wenn der Geist im Schaffen des Guten in feurigem Verzücken angespannt ist, ist er immer mit dem Höheren Bewusstsein vereint. Das feurige Gesetz bekundet seine Macht auf Erden, deshalb ist es so notwendig, für die Feinstoffliche Welt Verständnis aufzubringen. Jede Tat erhält doppelte Kraft durch die Vereinigung der Strahlen. Das vereinte Bewusstsein ist der unwandelbarste Schild. In vollem Streben und feurigem Verstehen werden die Strahlen immer durch das Bekunden einer einzigen Macht schöpferisch tätig sein. Der Strahl kann in das Bewusstsein eindringen, doch Wir nennen die Vereinigung der Strahlen des Bewusstseins Hieroinspiration. (FW III, 210)

 

Die Verkörperung der großen Geistwesen in dieser oder einer anderen Persönlichkeit muß als ein verstärkter oder auch stetig einströmender Strahl eines Hohen Geistes auf den von ihm erwählten Nachfolger verstanden werden. Genau gesagt, bei der Geburt des einen, der bestimmt ist, die Aufgabe zu erfüllen, richtet der Hohe Geist, der ihm karmisch am nächsten steht, Seinen Strahl auf ihn, damit er ihm das ganze Leben folgen kann. Dieser Strahl wird von dem neugeborenen Kind empfangen, wie auch die Strahlen der Gestirne, unter denen es geboren wurde. Es wächst unter diesem Strahl heran, und bei allmählicher Entwicklung gleicht sich sein Organismus völlig diesem Strahl an. Über diese Leitung vollzieht sich, was wir Inkarnation des Strahles nennen - oder die höchste Hieroinspiration. (Helena Roerich II/1, 160; Brief vom 19.03.1936; ähnlich Helena Roerich I/3, 96; Brief vom 30.04.1935)

 

Ich kann nur hinzufügen, daß für rascheste Selbstvervollkommnung und Entwicklung der Geistigkeit ein stetes Denken an den Höchsten Hierarchen das Wesentlichste ist; das ist jene heilige Konzentration, über die so viel geschrieben und die so oft mißverstanden wird. Wenn wir Tag und Nacht jeden Augenblick an das Leuchtende Bildnis denken und alle unsere Arbeiten in Seinem Namen ausführen, werden wir allmählich jene heilige Einheit herstellen, die uns schließlich die große Macht der Hieroinspiration verleiht. (Helena Roerich I/2, 71, 72; Brief vom 11.04.1934)

 

Hieroinspiration senkt sich herab durch eine einzige grundlegende Bedingung. Weder Kon-zentration noch Willensbefehl, sondern Liebe zur Hierarchie stellt unmittelbare Verbindung her. Wir können dieses führende Gesetz nicht besser und genauer zum Ausdruck bringen als durch einen Zustrom von Liebe. Deshalb ist es so zeitgemäß, sich von zwingender Magie abzuwenden und in seinem ganzen Wesen von Liebe erfüllt zu sein. Durch den Sinn für Schönheit kann man so leicht an das Daseinsprinzip herankommen. Genau gesagt, inmitten der Zersetzung des Planeten muss man sich dem äußerst gesundheitspendenden Prinzip zuwenden. Und was kann starker verbinden als das Mantram "Ich liebe Dich, o Herr!" In solch einem Ruf ist es leicht, einen Strahl der Erkenntnis zu empfangen. Beachtet dies. (FW II, 296)

 

Wenn Hieroinspiration den Gedanken auf eine bestimmte Gegend oder Stelle lenkt, so bedeutet das, dass Umstände großer kosmischer Bedeutung schon im Entstehen sind. Vielleicht ist solch ein Wahrnehmungsort durch die irdische Sachlage nicht erklärbar. Vielleicht befindet sich vom irdischen Gesichtspunkt aus ein solches Land in keinem ansprechenden Zustand, aber das höhere Gesetz bestimmt bereits die Stelle besonderer Anspannung. Obwohl die irdischen Augen noch nichts sehen, lenkt Hieroinspiration das Bewusstsein schon dahin, wo die Strahlung Höheren Lichts angeordnet wurde. Auf diese Weise leuchtet über eurem Gefühlswissen die Hieroinspiration. Sie scheint dem Sichtbaren oft zu widersprechen, doch sie spricht das Wort der Feurigen Welt. So ist es auch mit dem Empfinden, von dem heute gesprochen wurde. Hieroinspiration lenkt dorthin, wo der Gipfel schon leuchtet. (FW II, 337)

 

Hieroinspiration muss das ganze Leben erfüllen. Das heißt nicht, sich vom irdischen Dasein lossagen, nein, Hieroinspiration sollte zum einzigen Lebensausdruck werden. Wenn der Hierarch auf das Nahen feurigen Bewusstseins hinweist, dann stimmen jedes gesprochene Wort und jeder Gedanke mit dem höheren Entschluss überein. Man muss im Leben darauf achten, zu einem wahren Urteil zu gelangen, und das fehlerfreie Verstehen wird entsprechend gestärkt werden. (FW II, 358)

 

Wer könnte die Grenze zwischen Inspiration und Hieroinspiration bestimmen? Diese Grenze zwischen Inspirationen ist undefinierbar. Jede Inspiration enthält Teilchen der Hieroinspiration. (AUM 300)

 

Imperil*

Gift, physische Ablagerung von Gereiztheit in den Nervenkanälen, das dort Störungen und Schäden verursacht.

 

„Imperil“ nennt man das Gift, das durch Gereiztheit entsteht. Dieses vollkommen stoffliche Gift setzt sich an den Wänden der Nervenkanäle ab und verbreitet sich so im ganzen Organismus. (AY 15)

 

Jehangir: Hier, 232

 

Kalachakra*

Eine feurige Lehre (FW I, 212).

 

”Kalachakra” (das Rad der Zeit, oder das Rad des Gesetzes) ist die verschiedenen Herrschern von Schambhala zugeschriebene Lehre. Spuren dieser Lehre können bereits in allen philosophischen Systemen und Lehren Indiens gefunden werden. Gegenwärtig ist sie vielleicht noch mehr in Tibet bekannt. Doch in Wirklichkeit ist diese Lehre die der Menschheit am Anfang ihrer bewußten Evolution in der dritten Rasse der vierten Erdrunde [lemurische Rasse auf dem Kontinent Lemurien] durch die Herren des Feuers, die Söhne der Vernunft, die die Herren von Schambhala waren und sind, übergebene Große Offenbarung. (HR I/3, 51; Brief vom 05.03.1935).

 

Kalagiya: AY 338

 

Kali Yuga*

Siehe Satya Yuga

 

Kamaduro: AY 307

 

Karma*

Universelles Gesetz, das jedem das Seine zuteilt. Danach haben gute Taten ein gutes, schlechte Taten ein schlechtes Schicksal zur Folge. Das Gesetz sorgt für die Wiederherstellung des Gleichgewichts bei der Verletzung kosmischer Gesetze. Es gibt dem einzelnen die Möglichkeit, begangenes Unrecht wiedergutzumachen. Es erlaubt uns, unser eigenes, künftiges Schicksal weitgehend selbst zu bestimmen. Weitere Einzelheiten siehe Heft 7 "Karma - Das Gesetz von Ursache, Wirkung und Verantwortung" der "Einführung in Agni Yoga", zu finden hier: http://www.lebendige-ethik-schule.de/hefte.htm und die gleichnamige Sendung http://www.lebendige-ethik-schule.de/ef.sendung7.htm

 

Ketub: Herz 39, 40

 

Kosmischer Magnet*

Ein schwer zu erfassender Begriff, der sich erst nach längerem Studium der einschlägigen Paragraphen erschließt. Vereinfacht gesagt kann man den Begriff als die Summe der Kräfte verstehen, die aus dem Raum auf Erde und Menschen einwirken, wie Gestirne (deren Einfluss wird durch spirituelle Astrologie erforscht), räumliche Ströme, Strahlen usw.

 

Der Kosmische Magnet ist das Kosmische Herz oder das Bewußtsein der Kosmischen Vernunft der Hierarchie des Lichts. Der Kosmische Magnet ist im Plan des Seins die Verbindung zu den Höheren Welten. Unsere Verbindung mit dem Herzen und Bewußtsein der Großen Lehrer der Menschheit führt uns in den mächtigen Strom des Kosmischen Magneten. (HR I/3, 101; Brief vom 08.05.1935)

 

Kriyasakti: Br I, 323

 

Kundalini*

Eines der sieben Hauptzentren des Menschen, am Ende des Rückgrates gelegen. Siehe dazu Heft 11 '"Die Feinstoffliche Konstitution des Menschen" der "Einführung in Agni Yoga", http://www.lebendige-ethik-schule.de/hefte.htm und die gleichnamige Sendung http://www.lebendige-ethik-schule.de/ef.sendung11.htm

 

Kundalini ist die gleiche Lebenskraft der psychischen Energie, die über das Zentrum am Ende des Rückgrats wirkt. Aber bei hochentwickelten Geistern offenbart sie sich über das Herz. (HR II/2, 343; Brief vom 11.06.1937)

 

Kurnowuu: BGM I 297 (353)

 

Kurukshetra: AUM, 196

 

Lemurien*

Lemurien war der Kontinent der 3. Rasse. Er befand sich an der Stelle des heutigen Pazifischen Ozeans zwischen Madagaskar und Südamerika. Er ist inzwischen – bis auf Australien, Neuseeland, Ceylon und einige Inseln – infolge Erdbeben und Vulkanausbrüchen untergegangen.

Die Rasse der Lemurier war zunächst geschlechtslos, dann androgyn. In der Mitte der 3. Rasse, vor etwa 18 Millionen Jahren, trennten sich die Körper in männliche und weibliche, und die Menschheit, wie wir sie heute kennen, beginnt.

 

Die geistigen Sinne verkümmerten mehr und mehr infolge zunehmender Körperlichkeit. Die Monaden durchliefen in dieser Rasse erneut eine Phase wie bei der tierischen Entwicklung: unvernünftig, vom Instinkt und den Resten der Spiritualität geleitet. Erst gegen Mitte der Rasse begann sich der Intellekt zu bilden.

Die Körper waren damals riesenhaft, anfangs 18, später noch 6 Meter groß. Die bekannten Statuen auf den Osterinseln, einem Rest des Kontinents Lemurien, zeugen von diesen Giganten, die sich mit den Dinosauriern herumzuschlagen hatten. Reste der alten Lemurier sind heute Völker wie die Äthiopier, die eingeborenen Australier (Aborigines) und die Buschmänner.

 

Maha Meru: FW I, 83

 

Mahawan*

"Mahawan" (sanskrit "großer Rhythmus") und Chotawan (sanskrit "kleiner Rhythmus") sind Rhythmen des Raumfeuers:

 

Mahavan und Chotavan sind die charakteristischsten Rhythmen des Feuers. Über diese Rhythmen verfügend, kann man sich dem Element Feuer leicht nähern. Das ist keine gewaltsame Beschwörung, sondern nur das bewusste Eintreten in eine Sphäre, deren Bedeutung ihr als wesentlich erachtet. (AY 357)

 

Sie fragen: „Was bedeuten Mahavan und Chotavan?“ Wörtlich bedeuten diese Begriffe großer Rhythmus und kleiner Rhythmus. Mahavan und Chotavan sind die kosmischen Rhythmen, Rhythmen des Raumfeuers; zu bestimmter Zeit werden diese Rhythmen von jenen gefühlt, die auf dem Pfade des Agni Yoga schreiten. Sie werden nur kurze Zeit gespürt; andernfalls wären sie schwer zu ertragen, denn sie folgen einander mit großer Eile und Heftigkeit. (HR I/2, 139, Brief vom 21.07.1934)

 

Die Rhythmen Mahavan und Chotavan sind die Rhythmen des Kosmischen Feuers. Auf einer bestimmten Stufe des Feurigen Yoga beginnt unser Organismus diese Rhythmen, die aus dem Raum kommen, wahrzunehmen und mit ihnen mitzuschwingen. Doch ein Nachsprechen wird, wie alles Mechanische, keine Ergebnisse erzielen. Diese Rhythmen werden nur wirken, wenn man über einen gewissen Vorrat an psychischer Energie verfügt. Ohne Hilfe der psychischen Energie bleibt jeder Rhythmus tot. (HR I/3, 156, Brief vom 24.06.1935)

 

Mahayana: AY 287

 

Maitreya*

Wörtlich: „der Liebende“. Ein Titel (wie "Christus"), kein Name. Der zukünftige Weltherrscher, Nachfolger Buddhas und Jesu, verantwortlicher Leiter der Erde im Wassermannzeitalter.

 

Der ganze Osten glaubt an das Kommen des Herrschers Maitreya, aber einige wissen, dass der Herrscher Maitreya jetzt in der Gestalt des Herrschers von Schambhala lebt. Sicher, Sein Kommen darf nicht als Erscheinung im Fleische verstanden werden, nach irdischen Bedingungen unter den Erdbewohnern. Die Lehre des Herrschers Maitreya wird sich über die ganze Welt verbreiten und das Neue Zeitalter, das Zeitalter des Erwachens des Geistes, verkünden, das auch das Zeitalter der Frau genannt wird. (HR II/1, 63; Brief vom 04.11.1935)

 

Maja*

Illusion. Insbesondere verwandt im buddhistischen Sinn der „Illusion der Welt“: Weil die materielle Welt in ständiger Wandelung begriffen und vor allem vergänglich ist, ist sie für ein ewig lebendes Wesen kein Faktor, mit dem es ernsthaft und dauerhaft rechnen müsste

 

Manas*

Weisheit. Als fünftes Prinzip auch Teil des höheren, unsterblichen Wesens des Menschen, siehe Heft 11 „Die Feinstoffliche Konstitution des Menschen“ der „Einführung in Agni Yoga“, http://www.lebendige-ethik-schule.de/hefte.htm und die gleichnamige Sendung http://www.lebendige-ethik-schule.de/ef.sendung11.htm

 

Manwantara*

Manwantara und Pralaya, auch „Tage und Nächte Brahmas“ genannt: Zeitalter von vielen Millionen Erdenjahren des Aufbaus (Manwantara) einerseits und der vollständigen Ruhe oder Auflösung (Pralaya) andererseits.

 

Urusvati weiß, dass Pralaya eine planmäßige und unausweichliche Erscheinung ist. Der hellste Tag wird von der Nacht abgelöst. Arbeit und Wachen folgt Schlaf. Die gesammelten Schätze werden in einem geheimen Speicher verwahrt, um in verwandelter Weise neu in Erscheinung zu treten. Man kann solche Wechsel nicht nur bei den großen kosmischen Erscheinungen beobachten, sondern auch im Leben eines jedes Tages.

Nehmen wir als Beispiel den Wechsel der Kulturen. Das Auftreten einer neuen Kultur scheint auf der Vernichtung früherer Errungenschaften aufzubauen. Allein bei aufmerksamem Studium kann man sich davon überzeugen, dass die Samenkörner der menschlichen Arbeit nicht vergebens blieben, sondern es kam die Zeit, wo sie in verwandelter Form wieder auftraten.

Viele lebendige Beispiele ließen sich anführen, wie etwas scheinbar vernichtet wurde, gerade dessen Zerfall jedoch nur einer erneuten Wiedergeburt diente. Wir nennen das Beispiel der Erkenntnis Unserer Türme: Die Menschheit schien sich ihnen zu nähern, und vergaß danach fast Unsere Existenz. Solche Wellen sind nicht zufällig. Jeder Begriff hat sein Pralaya. Nur diese Wechsel ergeben die Spirale der Erkenntnis.

Ebenso verhält es sich mit den Perioden der Schöpfung, doch die Weisen wissen, dass jede Arbeit ihr Pralaya hat. Wir wollen den Faulenzern keine Hoffnung machen, sie werden ihre Rechtfertigungen schon selbst finden, doch Wir sprechen von den erleuchteten Arbeitern. In ihrem Herzen werden sie verstehen, wann Ebbe herrscht, die eine Flut der Schöpfung ankündigt.

Der Denker lehrte die Menschen, die Fluten und Ebben der Schöpfung zu verstehen. Er sprach: „Das menschliche Meer hat seine Wechsel der Energie. Empfangen wir die Gaben der Musen! (Br II, 406)

 

In allem kann man Manwantaras und Pralayas unterscheiden. Dieses majestätische Gesetz ist von der winzigsten Erscheinung bis zum Wechsel von Welten deutlich erkennbar. Man kann die genaue Progression begreifen, die das Kleinste mit dem Größten verbindet. (Herz 140)

 

Ebenso ist es falsch, den Zustand von Pralaya als ”Tod” zu bezeichnen, denn im Kosmos gibt es keinen solch rein menschlichen Begriff wie Tod. Es gibt nur eine unbegrenzte Wandlung der Formen. In der Zeit des Großen Pralaya verbleibt daher die Materie in ihrem höchsten Zustand, sie wird daher keineswegs des Geistes beraubt; denn der Große Atem setzt auch während des Maha-Pralaya nicht aus, während im kleinen Pralaya alle Welten im Status quo verharren. (HR I/3, 86; Brief vom 20.04.1935)

 

Marakara*

Marakara ist eine sehr düstere Örtlichkeit in der niedersten Schicht der Feinstofflichen Welt, bewohnt von den Geistern der Finsternis. Mara ist der Prinz der Finsternis; er wird auch der „Zerstörer“ und „Tod“ (der Seele) genannt. (HR I/3, 52; Brief vom 05.03.1935)

 

Marakara ist der Aufenthaltsort der finsteren Geister. Mara ist der Fürst der Finsternis. Er wird auch der Zerstörer und Tod (der Seele) genannt. Es gibt keine niedrigere und bedrückendere Sphäre in der Feinstofflichen Welt als Marakara. (HR II/2, 409; Brief vom 23.10.1937)

 

Siehe auch Herz 307, 309

 

Materia Lucida*

Sehr feine Materie, die sich in höheren Sphären in erhabenen Formen äußert (U I, 95). Weiteres Stadium der Materie nach der Urmaterie oder Materia Matrix (HR II/2, 455; Brief vom 29.01.1938). Sie kann als Funken, Sternchen oder Lichtflecken verschiedener Farben gesehen werden, wenn ein bestimmter Grad der Zentrenentwicklung erreicht ist (AY 144; HR I/3, 90; Brief vom 20.04.1935). Sie bewirkt eine Festigung des Bewußtseins (AY 144). Man kann sie nutzen für Erleuchtung, Heilzwecke und zur Beruhigung der Nerven (AY 214). Sie ist eine schöpferische Kraft, die für die Entwicklung der Formen verantwortlich ist (U II, 352, 386). Ein Archat ist die höchste Erscheinung der Materia Lucida (Hier 3).

 

Es ist unrichtig, sich Materie auf den höheren Ebenen als etwas Durchsichtiges vorzustellen. Materia Lucida, die Substanz der Formen der höchsten Geistwesen, ist für Personen mit ge-öffneten Zentren vollkommen sichtbar. Diese Materie – Materia Lucida – ist, obwohl sehr fein, nicht unsichtbar. Sie ist eine leuchtende Substanz, eine Materie, die von Farben strahlt, welche zu den jenseits auf unserer physischen Ebene bekannten zählen. (HR I/3, 21; Brief vom 11.01.1935)

 

Materia Lucida ist der Grad der Ursprünglichen Materie auf der astralen Ebene, die noch nicht erforscht ist, doch zweifellos ihre Abstufungen besitzt. (HR I/3, 102; Brief vom 08.05.1935)

 

Materia Matrix*

Urmaterie, die nicht bis zur Erde gelangt (AY 144; HR II/2, 454; Brief vom 29.01.1938).

 

Materia Matrix befindet sich jenseits der astralen Ebene, sie ist ein Äquivalent von Mulaprakriti, Akascha, Ursubstanz – die feinste überirdische ätherische Substanz, die den ganzen Raum erfüllt – das Mysterium Magnum der Alchimisten. (HR I/3, 102; Brief vom 08.05.1935)

 

Milarepa*

(1040 — 1123): Hochberühmter tibetischer Yogi, Philosoph, Sänger und Dichter. Schüler Marpas. Begründer einer eigenen Schule des tibetischen Buddhismus. Näheres in dem Standardwerk Walter Evans-Wentz: Milarepa, Tibets großer Yogi, Barth, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-502-61146-7

 

Moderator: U I, 305

 

Moru (Morua) oder Balu: AY 323

 

Moschus*

Der Moschus, von dem die Lehre spricht, ist das Sekret aus dem Moschusbeutel des in Zentral- und Ostasien lebenden Moschushirschen.

Zu den Einzelheiten siehe die Broschüre "Soda - Baldrian - Moschus - Eukalyptus - Pfefferminze - Strophantin" (http://www.lebendige-ethik-schule.de/liste.htm) und Heft 17 "Ernährung nach geistigen Grundsätzen" der Einführung in Agni Yoga: http://www.lebendige-ethik-schule.de/hefte.htm.

 

Mutter der Welt*

Für den Abendländer ein schwer zu verstehendes Konzept. Offenbar mehr als ein Symbol des Weiblichen Prinzips, nämlich die geistige Mutter der Mahatmas. Nach esoterischer Tradition ist die Mutter der Welt die Herrscherin des die Erde führenden Planeten Venus und damit auf der hierarchischen Leiter die „Vorgesetzte“ der irdischen Mahatmas. Siehe auch das Kapitel über die Mutter der Welt in „Auf östlichen Kreuzwegen“.

 

Der Stern der Mutter der Welt ist die Venus. (HR I/3, 24; Brief vom 11.01.1935)

 

Die Brüder der Menschheit sind dazu bestimmt, das Gebot der großen Mutter der Welt auszuführen. (Hier 11)

 

Ich sagte euch bereits, dass die Mutter der Welt Ihren Namen verbirgt. Ich zeigte euch bereits, wie die Mutter der Welt Ihr Gesicht verhüllt. Ich gedachte bereits der Mutter Buddhas und Christi.

Gewiss, jetzt ist es an der Zeit aufzuzeigen, dass die gemeinsame Mutter der Herrscher kein Symbol ist, sondern die Große Offenbarung des Weiblichen Uranfangs, der die geistige Mutter Christi und Buddhas darstellt.

Sie ist es, die Sie belehrte und für die Heldentat weihte.

Seit je her sandte die Mutter der Welt zur Heldentat. In der Geschichte der Menschheit legt Ihre Hand einen unzerreißbaren Faden.

Am Sinai erklang Ihre Stimme. Sie nahm die Gestalt der Kali an, Sie ist die Grundlage von Isis und Ischtar. Nach Atlantis, als dem Kult des Geistes ein Schlag zugefügt wurde, begann die Mutter der Welt, einen neuen Faden zu weben, der jetzt erstrahlt.

Nach Atlantis hat die Mutter der Welt Ihr Antlitz verhüllt und verboten, den Namen auszusprechen, bevor nicht die Stunde der Gestirne geschlagen hat. Sie erschien nur teilweise, und hat sich nie im planetaren Maßstab offenbart. (BGM II, 220)

 

Mulaprakriti: U I, 201

 

Narada: Br I, 197

 

Neti neti: FW I, 432

 

Nirwana*

Ein Geisteszustand, der im Westen häufig fälschlich mit Taten- und Interessenlosigkeit gleichgesetzt wird. Tatsächlich der höchste Zustand des Seins (HR I/2, 107), annähernd zu beschreiben mit: Reinheit, Macht und Freude; innere Ruhe („Seelenruhe“) und Frieden, die nichts und niemand stören kann; in seiner Mitte, im Gleichgewicht, im Einklang mit seinem Höheren Selbst, derselbe in Glück und Unglück bleiben; Gleichklang mit dem Kosmos, mit jeder Blume, jedem Baum und jedem Stern; Gelassenheit und Wunschlosigkeit.

 

Denken Sie daran, daß Nirwana der Zustand höchster geoffenbarter Vollkommenheit ist – der jeweiligen Evolutionsrunde in jedem Reich und jeder Art entsprechend. Gleichermaßen wird das Bewusstsein, d. h. der Instinkt von Pflanzen und Tieren während der Pralaya sein entsprechendes Nirwana haben. Es gibt so viele Grade von Nirwana, als es Vervollkommnungsrunden in der Unbegrenztheit gibt. Nirwana wird immer der höchste Ausdruck der erreichten Vervollkommnung sein, dem besonderen Evolutionsstadium entsprechend. (HR I/3, 31; Brief vom 16.01.1935)

 

Nirwana ist keine Ruhe im landläufigen Sinn, vor allem keine Untätigkeit.

 

Seligkeit, Nirwana, Gottesnähe und alle ähnlichen Bezeichnungen für höhere Zustände werden gewöhnlich in einem irdischen Sinn verstanden; so gilt Seligkeit immer als seliges Vergessen und Erquickung durch eine Art untätiger Erholung; doch Vergessen kann nur als das Vergessen aller irdischen Mittel und Beispiele verstanden werden.

Wahrhaftig, warum solche beschränkten irdischen Verfahren, wenn man schon durch die höheren Energien zu wirken vermag? Kann man Gottesnähe mit Untätigkeit und Verfallen in Vergessen vergleichen? Ein solches Verhältnis steht in Widerspruch zu dem wirklichen Sinn der Annäherung an das Höchste Prinzip. (FW I, 644)

 

Nirwana bedeutet die höchste Anspannung aller geistigen Kräfte, um mitten in den Stürmen des Lebens alle Fasern des Wesens in höchster Schwingung zu erhalten!

 

Die Mitte als das Gleichgewicht vermindert nicht, sondern verstärkt die Anspannung der Energie. Wir nennen das Nirwana. Diese Mitte ist keine niedere Schwingung, sondern das Gleichgewicht der höchsten Anspannung. (AUM 480)

 

Seligkeit, Nirwana, Gottesnähe und alle ähnlichen Bezeichnungen für höhere Zustände werden gewöhnlich in einem irdischen Sinn verstanden; so gilt Seligkeit immer als seliges Vergessen und Erquickung durch eine Art untätiger Erholung; doch Vergessen kann nur als das Vergessen aller irdischen Mittel und Beispiele verstanden werden.

Wahrhaftig, warum solche beschränkten irdischen Verfahren, wenn man schon durch die höheren Energien zu wirken vermag? Kann man Gottesnähe mit Untätigkeit und Verfallen in Vergessen vergleichen? Ein solches Verhältnis steht in Widerspruch zu dem wirklichen Sinn der Annäherung an das Höchste Prinzip.

Ein solcher Anschluss an das Höchste, eine solche Verwandlung durch höhere Energien spornen einen vor allem zu einer verstärkten Anspannung aller Kräfte an. Selbst bei äußerster Anspannung darf der Mensch sich nicht vergessen. Bei Berührung mit feurigen Strahlen entflammt das Geisteskorn umso mehr, und sein Streben nach Gedankenschöpfung ist unaufhaltsam. (FW I, 644)

 

Einen vollendeten Zustand von Ruhe gibt es gar nicht in einem ewig evolvierenden Universum.

 

Wenn der sogenannte Zustand des Nirwana keine Ruhe ist, sondern die höchste Energieanspannung, könnte man fragen: Gibt es überhaupt Ruhe? In der Tat, wie kann man sich Ruhe vorstellen, wenn alles in Bewegung ist und durch Bewegung existiert? Der Begriff Ruhe wurde von jenen erfunden, die sich vor dem Dasein verbergen wollten. Sie zogen Unbeweglichkeit vor und vergaßen, dass es keinen Augenblick ohne Bewegung geben kann.

Gleichgewicht ist der erforderliche Begriff. Man sollte nicht an Ruhe denken, sondern daran, wie man inmitten der Wirbelwinde das Gleichgewicht bewahrt. (Herz 260)

 

Origenes*

Um 185- 254, auch Adamantios („der Diamantene“) genannt. Theologe, Philosoph und Kirchenvater, Leiter der Katechetenschule von Alexandria. Führte ein asketisches Leben, Wegbereiter des christlichen Mönchtums. Kastrierte sich unter Berufung auf die Bibel (Mt 19, 12: Es gibt Verschnittene, die sich um des Himmelreiches willen selbst verschnitten haben) selbst (was er später mißbilligte), deshalb von der offiziellen Kirche exkommuniziert und verbannt. Starb während der Christenverfolgung unter Kaiser Decius an den Folgen von Folterungen. Verband die klassische griechische Philosophie mit der neuen christlichen Theologie. Verfaßte zahlreiche Schriften, unter anderem „Peri archon“ (lateinisch „de principiis), die erste christliche Dogmatik über die „Urdinge“ oder „Hauptlehren“, wie Gott, die Seele, deren Unsterblichkeit, den geistigen Aufstieg und das Leben in der jenseitigen Welt.

Literaturempfehlungen: Kapitel „Origenes“ in: v. Campenhausen, Griechische Kirchenväter, 8. Aufl., Stuttgart 1993. Kapitel "Origenes" in Walter Nigg, Das Buch der Ketzer, Zürich 1962

 

Paloria: Herz 150

 

Pralaya*

Siehe "Manwantara"

 

Prana*

Prana ist die universelle Energie oder Lebenskraft, die der Mensch vor allem durch Einatmen aufnimmt.

 

Alle erhalten die wesentliche Nahrung aus der einen Quelle des Prana, der offenbarten Kraft des Kosmos. (U I, 6)

 

Prana ist ebenfalls psychische Energie in ihrer Eigenschaft als Lebenskraft, die überall verstreut ist und vom Menschen hauptsächlich durchs Atmen aufgenommen wird. (HR II/2, 377; Brief vom 16.08.1937)

 

Pranayama*

Atemübungen, nicht für die Förderung der geistigen Entwicklung gedacht. Zu den Einzelheiten siehe die Broschüre "Pranayama" der Einführung in Agni Yoga: http://www.lebendige-ethik-schule.de/liste.htm.

 

Preta-Loka: FW I, 575

 

Psychische Energie*

Physische Energie ist die körperliche Kraft des Leibes, psychische Energie die geistige Kraft der Seele oder Ewigen Individualität, siehe Heft 26 „Psychische Energie“ der „Einführung in Agni Yoga“: http://www.lebendige-ethik-schule.de/hefte.htm und die gleichnamige Sendung http://www.lebendige-ethik-schule.de/ef.sendung14.htm

 

Puruscha*

(sanskrit: Mensch): Zentraler Begriff der indischen Mythologie und Philosophie: Der Geist, das unveränderliche Urindividuum, die Monade, das Männliche im Gegensatz zu Prakriti, der Natur, der Welt der Phänomene, dem Weiblichen. Als Puruscha wird auch das höchste geistige Prinzip des Menschen, Atma, bezeichnet

 

Rigden*

(auch Rigden Djepo ) ist in der tibetischen volkstümlichen Sprache einer der Titel des Herrschers von Schambhala (HR I/3, 51; Brief vom 05.03.1935)

 

Rig-Veden: AY 205

 

Ringse*

Kristall, der durch die physische Ablagerung von Seligkeit entsteht, Ablagerung von psychischer Energie. Näheres siehe Herz 120, Herz 32.

 

So wie Gereiztheit Imperil erzeugt, so muss jeder erhabene Gedanke eine gegenteilige, nämlich eine segensreiche Substanz schaffen. Und so ist es. Seligkeit ist völlige Realität. Das tibetische „Ringse“ hat eine tiefe Bedeutung - es ist die durch die Offenbarung von Seligkeit kristallisierte Ablagerung. (Hier 422)

 

Helena Roerich schreibt über Ringse (Brief vom 01.08.1934 an Asejew):

 

Wenn physisches Feuer das beste Mittel zur Reinigung ist, um wieviel stärker ist dann die Substanz, die in der Lage ist, das Lebensfeuer in uns zu stärken! So oft wird in der Lehre erwähnt, dass psychische Energie ein Allheilmittel gegen alle Krankheiten ist. Die Entdeckung des Kristalls der psychischen Energie würde vielen Krankheiten ein Ende bereiten. Alle bösartigen Krankheiten, wie z. B. Krebs, sind nur durch Erschöpfung der psychische Energie im Organismus möglich. Es wäre interessant, das Blut eines Krebskranken zu untersuchen und es mit jenem eines gesunden Menschen zu vergleichen. Viele nützliche Entdeckungen könnten auf diese Weise gemacht werden. Übrigens werden solche Untersuchungen bereits angestellt.

Was ist Ringse? Darüber muss man eine kleine Geschichte erzählen, Sie mögen Geschichten, nicht wahr? Wie Ihnen vielleicht bekannt ist, existieren in Tibet zwei Arten von Beerdigungsriten. Einer, der für alle und sogar für einfache Mönche verwendet wird, besteht darin, dass der Körper des Verstorbenen in Stücke zerhauen und dann den Geiern zum Fraß vorgeworfen wird (die dabei anwesenden Mönche lernen anhand der Leichen Anatomie und suchen den Grund der Krankheit). Der andere, für hohe Persönlichkeiten und Lamas, besteht in der Verbrennung des Körpers. Gleich nach der Verbrennung des hohen Lamas beginnen seine nächsten Schüler, im Aschehaufen nach dem so genannten Ringse zu suchen. Das Ringse gleicht einem Körnchen Bernstein mit erstaunlich hoher Festigkeit, und je größer es ist, desto besser, denn nach seinem Umfang beurteilen die Schüler die Stufe der Geistigkeit ihres Lehrers.

Jetzt etwas ausschließlich zur Ihrer Kenntnisnahme. Das Ringse wird aus den besonderen Ablagerungen zweier Drüsen – der Zirbeldrüse und der Hypophyse – gebildet. Sie wissen natürlich von jenem leuchtenden Stoff, der bei erwachsenen Menschen wie Sand auf der Oberfläche der Zirbeldrüse zu sehen ist, jedoch bei Kindern bis zum siebenten Lebensjahr, bei angeborener Idiotie und auch bei starker Senilität vollkommen fehlt. Eben dieser Sand ist der geheimnisvolle Stoff Ringse, oder auch Ablagerung von psychischer Energie. Diese Mitteilung ist aber nur für Sie. Neugierigen können Sie sagen, dass es Ablagerungen psychischer Energie sind, aber sagen Sie nicht, wo sich diese befinden und erst recht nicht, dass diese Ablagerungen psychischer Energie in vielen Organen und Nervenkanälen gefunden werden können. Auch muss ich Sie enttäuschen und bitten, die Methode des Auffindens des Ringse nicht weiter zu geben, da auch in Tibet darüber nicht gesprochen wird.

 

Rishi (Rischi)*

Bezeichnung des Hinduismus für einen Weisen, Meister oder Seher

 

Sadhu (Saddhu)*

Ein ”Saddhu” ist eine heilige Person, ein geistiger Lehrer, und diese Benennung wird derzeit fast für alle Wandermönche und Pilger angewandt. (HR I/2, 155; Brief vom 08.08.1934)

 

Saint Germain*

Mitglied und Bote der Bruderschaft, der insbesondere während der Französischen Revolution Warnungen an das Königshaus überbrachte.

Er legte das Fundament unserer heutigen Chemie und Physik. Maler bereiten noch heute ihre Farben nach seinen Rezepten zu. 1733 beteiligte sich der Graf an den Entwurfsarbeiten Frankreichs für den Suez- Kanal. 1745/48 ist er am Wiener Hof. 1758 ist er wieder in Frankreich, die Hofdame der Madame Pompadour beschreibt ihn etwa als 50-jährigen. 1760 geht er im Auftrage Ludwig XV. nach Den Haag und arrangiert den sensationellen Frieden zwischen Preußen und Österreich. Im gleichen Jahr gibt er ein Violinkonzert in London.

Saint Germain reiste immer unter anderen Namen. So hieß er in Berlin Algarotti, in Russland Audar, in Italien Montreffat und in Deutschland Graf Welldone.

Seit 1780 experimentierte er gemeinsam mit dem dänischen Statthalter, Landgraf Carl von Hessen, im Alchimistenturm in Louisenlund, Schleswig-Holstein. Er verstarb am 27. Februar 1784 in Eckernförde, Schleswig-Holstein. Er wurde im (heute nicht mehr bestehenden) Grab Nr. 1 der St. Nikolai Kirche beigesetzt. Im dortigen Sterberegister ist unter Nr. 12 folgendes eingetragen: „Am 27. Februar 1784 verstorben und am 2. März begraben. Der sich so nennende Graf von Saint Germain und Welldone, weitere Nachrichten sind nicht bekannt geworden, in hiesiger Kirche still beigesetzt.“

Er war ungewöhnlich gutaussehend, und seine enorme Gelehrsamkeit und Sprachfähigkeit sind unbestreitbar, denn er sprach Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Deutsch, Russisch, Schwedisch, Dänisch und viele slawische und orientalische Sprachen mit Leichtigkeit. Seine musikalischen Fähigkeiten waren wunderbar; er spielte auf jedem Instrument, wobei die Geige sein Favorit war. „St. Germain konkurrierte mit Paganini selbst“, wurde über ihn gesagt.

Er ging von siebenunddreißig bis neunundvierzig Stunden in einen totenähnlichen Trance, ohne aufzuwachen, und wusste dann alles, was er wissen musste, und demonstrierte dies, indem er die Zukunft prophezeite und niemals einen Fehler machte. Er war es, der den Königen Ludwig XV. und XVI. und der unglücklichen Marie Antoinette prophezeite. Er konnte morgens eine Zeitung lesen und, obwohl er sie kaum ansah, ihren Inhalt Tage später wiederholen, ohne ein Wort auszulassen. Er konnte mit zwei Händen gleichzeitig schreiben, die rechte Hand schrieb ein Gedicht und die linke ein diplomatisches Papier von größter Bedeutung. Er las versiegelte Briefe, ohne sie zu berühren, während sie noch in der Hand derer war, die sie zu ihm brachten. Er war der größte Kenner bei der Umwandlung von Metallen, der Herstellung von Gold und den wunderbarsten Diamanten, eine Kunst, die er von bestimmten Brahmanen in Indien gelernt habe, die ihm die künstliche Kristallisation („Beschleunigung“) von reinem Kohlenstoff beigebracht hätten. Er war ein Freund und Vertraute des Grafen Orloff 1772 in Wien, dem er in St. Petersburg geholfen und ihn gerettet hatte, als er im Jahre 1762 von den berühmten politischen Verschwörungen dieser Zeit betroffen war. Er war auch mit Friedrich dem Großen von Preußen bekannt. Selbstverständlich hatte er zahlreiche Feinde, und daher ist es nicht verwunderlich, wenn der gesamte über ihn erfundene Klatsch nun seinen eigenen Geständnissen zugeschrieben wird, z. B. dass er über fünfhundert Jahre alt war. Wenn er sagte, dass er in Chaldäa geboren wurde und die Geheimnisse der ägyptischen Magier und Weisen besaß, hat er möglicherweise die Wahrheit gesagt, ohne einen wundersamen Anspruch zu erheben. Es gibt Eingeweihte und nicht nur die Höchsten, die in der Lage sind, sich an mehr als eines ihrer früheren Leben zu erinnern. Graf St. Germain war sicherlich der größte orientalische Adept, den Europa in den letzten Jahrhunderten gesehen hat.

 

Samadhi*

Hoher Zustand geistiger Erleuchtung, der nur sehr selten erreicht wird. Achte, höchste Stufe des Raja-Yoga: Verschmelzen mit dem höchsten Bewusstsein, Einssein mit dem All und dadurch ein Zustand von Wissen und Erfahrung, der an Allwissenheit grenzt

 

Siehe FW I, 659: Samadhi: ein feuriger Zustand, auf Erden schwer zu erreichen, kann Leben gefährden. FW II, 226: Samadhi ist eine Berührung mit der Feurigen Welt. AUM 8: Samadhi ist gefährlich für den irdischen Körper. AUM 113: Nur wenige erleben diesen Zustand.

 

Sehr wichtig ist es auch, zu erklären, was Samadhi oder die höchste geistige Erleuchtung ist. Über diesen Zustand ist von Leuten, die ihn nie oder nur in seiner primitivsten Form erlebt haben, viel geschrieben worden. Aber für Samadhi gibt es genauso viele Abstufungen, als es Bewußtseinsgrade und Runden geistiger Vervollkommnung gibt. Der erlangte Grad der Erleuchtung entspricht immer unseren geistigen Aufspeicherungen. Daher sollte der Unterschied dieser Stufen gründlich klargelegt werden. Könnte uns Samadhi Allwissenheit verleihen, dann wäre der Gedanke der Unbegrenztheit in Frage gestellt.

Wie gesagt, wird das in Samadhi versunkene Bewußtsein entsprechend seinen individuellen Aufspeicherungen und der ihm zugänglichen Sphären erleuchtet und kann auch nur einen Teil dieser Erlebnisse auf den physischen Plan herübernehmen. Denn der physische Organismus ist unfähig, sich für lange Zeit den höchsten Schwingungen anzupassen und sie ohne verderbliche Wirkungen ins Gehirn einzuprägen. Die Wissenschaft hat die zerstörerische Wirkung abweichender Schwingungen bereits bewiesen.

So bewahrt ein aus Samadhi zurückkehrender Mensch bestimmte Erinnerungen, aber das besagt noch nicht, daß er allwissend wäre und von nun an in das Wesen der Geschehnisse eindringen könnte. Er erlebte einen bestimmten Zustand der Ekstase oder eine höhere Gefühlsspannung, oder er gewann Einblick in das Wesen dieser oder jener Erscheinung. So mag er zur Wahrnehmung ewigen Seins gelangt sein oder die höchste Liebe erfahren haben, die Schönheit des Seins, die Einheit aller Wesenheiten oder sein Vorhandensein in allem und Vereinigung mit allen und allem; nichtsdestoweniger wird er im irdischen Sinn des Wortes nie allwissend werden.

Wahrnehmungen in Samadhi sind verschiedener Natur; vielleicht kann sich der eine oder andere dem Noumenon der Dinge nähern, aber wenn er auf die Erde zurückkehrt, muß er ihre Wirkungen nach irdischen Methoden studieren. Es ist wirklich äußerst schwer, das Unsagbare in Worte zu kleiden. „Über alle Samadhi regiert der Gedanke. Je höher, desto mächtiger. Je feuriger ein Gedanke, desto mächtiger ist die Wirkung. Wahrhaftig, der Gedanke ist allgewaltig und unbegrenzt.”

Darüber hinaus ist der Zustand von Samadhi auf unserem Planeten nur einem hohen Archaten zugänglich, der in völlig anderen Verhältnissen lebt. Auch Vivekananda erreichte kein vollkommenes Samadhi. Da er dafür physisch noch nicht ausreichend vorbereitet war, zeitigte der Grad von Samadhi, in den er versank, ein trauriges Ergebnis. Sein irdischer Tod war die Folge dieses vorzeitig erzwungenen Erlebnisses. (HR II/1, 19, 20, Brief vom 05.09.1935)

 

Santana*

Santana ist der Lebensstrom (FW III, 569)

 

Was bedeutet "Santana mit dem Herzen durchschreiten" [Herz 62]? Santana bedeutet Strom. Im Buddhismus wird die Kette unserer Leben in ihrem steten Fließen mit einem Strom verglichen. Daher bedeutet "Santana mit dem Herzen durchschreiten": alle Leben in unermüdlichem Streben des Herzens zu durchschreiten. (Helena Roerich I/2, 150; Brief vom 01.08.1934)

 

Samyama: U I, 6

 

Satya Yuga*

Goldenes Zeitalter, geistiger Höhepunkt der Entwicklung. Gegensatz Kali Yuga: Eisernes Zeitalter, geistiger Tiefpunkt der Entwicklung.

Schon das Altertum kannte die Unterteilung der Geschichte in Goldenes, Silbernes, Bronzenes und Eisernes Zeitalter.

Okkult gesehen geht es um Zyklen der Involution und Evolution, bei denen der obere Teil des Kreises (Beginn des Abstiegs, Ende des Aufstieg) als Satya Yuga und der untere Teil des Kreises (Ende des Abstieg, Beginn des Aufstiegs) als Kali Yuga bezeichnet wird. Dazwischen liegen Dvapara Yuga und Treta Yuga.

Ungefähr entsprechend dem Zyklus der Platonischen Jahre (u.a. Fische- und Wassermannzeitalter) wird ein Yuga-Zyklus von 24000 Jahren angenommen, davon 12000 Jahre aufsteigend und 12000 Jahre absteigend, davon 4800 Jahre Satya Yuga, 3600 Jahre Dvapara Yuga, 2400 Jahre Treta Yuga und 1200 Jahre Kali Yuga.

Es gibt aber auch andere Zyklen. Helena Blavatsky erwähnt einen Yuga-Zyklus mit einer Dauer von 4,3 Millionen Jahren.

Letztlich hat jedes Universum, jedes Sonnensystem, jeder Planet, jedes Volk und jedes Individuum seinen Zyklus von Geistigkeit, Abstieg in die Materie und Wiederaufstieg zur Geistigkeit.

Weitere Einzelheiten siehe Heft 4 "Das Evolutionsgesetz" der Einführung in Agni Yoga: http://www.lebendige-ethik-schule.de/hefte.htm und die gleichnamige Sendung http://www.lebendige-ethik-schule.de/ef.sendung4.htm

 

Es wäre richtiger zu sagen, dass die Runde des Kali Yuga auf unserem Planeten dem Ende zugeht und wir uns jetzt im Übergangsstadium befinden. Satya Yuga wird einsetzen, sobald sich die sechste Rasse bewährt, von der bereits einzelne Gruppen auf der Erde in Erscheinung treten. Doch die wahre Ära von Satya Yuga kann auf unserem Planeten erst beginnen, wenn er von allem ungeeigneten Material gereinigt ist und neue Kontinente gebildet werden. Wie gewöhnlich, erscheinen die Vorzeichen der Epoche viel früher, aber die Kontinente, die dazu bestimmt sind, die Mehrheit der sechsten Rasse aufzunehmen, können viele Zeichen der kommenden Neuen Epoche offenbaren. (HR I/3, 110; Brief vom 31.05.1935)

 

Schambhala*

Irdischer Sitz der Weißen Bruderschaft, zu der alle großen Menschheitslehrer gehören. Der Ort, an dem Himmel und Erde, grobstoffliche und feinstoffliche Welt sich vereinen. Näheres siehe Heft 6 "Die Bruderschaft von Schambhala" der "Einführung in Agni Yoga", zu finden hier: http://www.lebendige-ethik-schule.de/hefte.htm und die gleichnamige Sendung http://www.lebendige-ethik-schule.de/ef.sendung6.htm

 

Sie können die wahren Sucher darauf hinweisen, dass das Bollwerk des Großen Wissens seit fernsten Zeiten existiert, unermüdlich die Evolution der Menschheit überwacht, den Strom der Weltereignisse beobachtet und in einen rettenden Kanal lenkt. Alle Großen Lehrer sind mit dieser Stätte verbunden, alle sind ihre Mitglieder. Vielfältig ist das Wirken dieses Bollwerks des Wissens und des Lichts. (HR I/3, 72; Brief vom 25.03.1935)

 

Sergius von Radonesch*

Um 1314 - 25.09.1392, russischer Nationalheiliger, Gründer des heute noch bestehenden Sergius-Dreifaltigkeitsklosters nordöstlich von Moskau. Leistete einen maßgeblichen Beitrag zur Christianisierung und Kultivierung Rußlands, einer der Väter des russischen Mönchtums und des „Heiligen Rußland“. Unterstützte Großfürst Dimitrij Donskoi bei dessen Kampf gegen die Fremdherrschaft der Tataren und förderte den entscheidenden Sieg in der Schlacht von Kulikow (1380) durch sein Gebet. Gilt seitdem als Befreier und Beschützer Rußlands.

 

Gleicherweise war der Heilige Sergius mit dem Geiste des äußeren kirchlichen Dogmatismus nicht behaftet, und wer es anders versteht, ist blind und taub. Man kann Menschen begegnen, die behaupten, der Heilige Sergius wäre ein orthodoxer Kirchenvertreter gewesen, weil er Kirchen baute, Klöster errichtete und strenge Regeln, Rituale u. dgl. einführte. Aber der Sinn des ganzen Schaffens des Heiligen Sergius war kein äußerlicher Dogmatismus, sondern lag in seinem hochmoralischen und ethischen Einfluß auf seine Zeitgenossen. Mit dem Aufstellen von strengen Regeln, der Einführung von Disziplin inmitten der wilden Sitten jener Zeiten, trug er dazu bei, den Charakter der Menschen zu formen, die Macht des Volkes aufzubauen. Aus der Geschichte ist bekannt, in welch chaotischer Lage sich der Geist des Volkes in der ernsten Zeit des mongolischen Jochs befand sowie wegen der zügellosen Sitten der herrschenden, sich gegenseitig befehdenden Fürsten. Strenge Schulung und Zügel waren vonnöten, die auf Begriffen beruhen mußten, die den Menschen nahestanden und verständlich waren. Für das Bewußtsein, das gerade aus einem kindlichen Zustand erwacht war, waren Symbole und Zeremonien wichtig.

Das Troitsky-Sergievsky-Kloster mag verschwinden, denn selbst zu seinen Lebzeiten war es schon fast zerstört; doch das Andenken an Sergius selbst wird nie sterben, denn groß war der Magnet des Geistes, den er in die Seele des russischen Menschen einlagerte. Die Geschichte der geistigen Entwicklung der russischen Seele und der Beginn des Sammelns und des Aufbaus Rußlands ist mit dem Namen dieses Großen geistig Schaffenden unlösbar verbunden. Gerade das erklärt, warum alle finsteren Kräfte gegen diesen großen Namen die Waffen erhoben. (HR II/1, 209, 210; Brief vom 23.05.1936)

 

Literaturempfehlung: Kapitel "Sergius von Radonesch" in Walter Nigg, Vom beispielhaften Leben, Olten 1974. Siehe auch das Kapitel über Sergius von Radonesch in „Auf östlichen Kreuzwegen“.

 

 

Siddhi*

Siddhis sind besondere Fähigkeiten oder Kräfte eines Menschen

 

„Siddhis” sind Merkmale der Vervollkommnung oder die durch ein reines Leben erworbenen phänomenalen Fähigkeiten und Kräfte der Yogis. (HR I/2, 155; Brief vom 08.08.1934)

 

Es gibt höhere und niedere Siddhis. (HR I/2, 88, 89; Brief vom 06.05.1934)

 

Silberner Lotus*

Der Lotus ist in der buddhistischen Tradition ein Symbol für die Zentren. Der Silberne Lotus ist eines der Zentren.

 

Das Zentrum Anahata entspricht dem "Silbernen Lotus" und befindet sich im Herzen. (Helena Roerich, Brief vom 02.09.1937, insoweit in HR II/2, 385 nicht mit abgedruckt)

 

Der silberne Lotus ist im Herzen zu finden, und manchmal kann man ihn in seinem Inneren sehen. Bedenken Sie, daß in uns alle Feuer und Ringe der Zentren gesehen werden können, und zwar an der Stelle, wo dieses oder jenes Zentrum eben entflammt ist. Manchmal können feurige Ringe, Reifen oder Sonnenräder gesehen werden - und manchmal eine Flamme, aber dies alles ist meistens in uns. Der silberne Lotus kann sogar größer sein als eine Blume, und es ist, als ob die Feuerzungen Blumenblätter bildeten. (HR II/1, 191; Brief vom 24.04.1936)

 

Siehe auch U II, 509, 531; Herz 182; FW I, 659

 

Skandha*

Die Bezeichnung Skandha wird in der buddhistischen Philosophie verwendet. Wörtlich bedeuten Skandhas Gruppen von Eigenschaften, die die Persönlichkeit des Menschen darstellen. Exoterisch teilen sie sich in fünf Gruppen: 1. Form oder Körper, 2. Gefühl, 3. Bewußtsein, 4. Motive (Karma), 5. Wissen. Bedenken Sie, daß nicht nur jede unserer Taten, sondern auch jeder unserer Gedanken eine Schwingung hervorruft, und eben diese Schwingungen sind die Skandhas. So bilden die Skandhas die Summe des subjektiven und des objektiven Menschen. Die vom Menschen geschaffenen Skandhas sind sein unveräußerlicher karmischer Besitz, der ihn in seine neue irdische Inkarnation begleitet. Karmische Folgen vergangenen Lebens begleiten den Menschen tatsächlich und er wird in seinem nächsten Leben alle Skandhas und Schwingungen sammeln, die durch ihn im Astralen eingeprägt wurden, denn nichts kann aus nichts entstehen. Es gibt daher eine Verbindung zwischen den Leben, und die neuen Skandhas werden aus den früheren oder ihren Fortpflanzern geboren. Skandhas bauen somit unser Karma, oder anders gesagt: Karma wird aus den Skandhas aufgebaut. Erinnern Sie sich der Worte der Lehre über den Kelch der Aufspeicherungen. (HR II/2, 413; Brief von 1937)

 

Das Bewusstsein setzt sich aus Skandhas zusammen. Bewusstsein ist ein mit Geist verbundenes Wissen. Das Wissen des Geistes besitzt Klarheit der Vorstellung, doch es kann nur dann wirksam werden, wenn es mit den Skandhas in Verbindung tritt und das Wissen über die gegebene Verbindung befruchtet. (BGM II, 253 [256] )

 

Soma*

Soma ist eine feinstoffliche Absonderung der Drüsen, die eine Art Sperrnetz für die Zentren bildet. Mit solchem Schutz kann daher die Umwandlung der Zentren fortgesetzt wer-den, da sie durch die Isolierung der Zentren weniger gefährlich ist. Auch unter dem Schnee leben und wachsen einige Pflanzen. Manchmal entwickeln sich die wundervollsten Pflanzen unter reinem Schnee. So bietet Soma Schutz vor Zentrenbrand. (HR I/2, 148, Brief vom 01.08.1934)

 

Sperrnetz*

Ein Teil der Aura ist das Sperrnetz, das wie ein Schild feindliche Einwirkungen abwehrt. Es wird durch die psychische Energie gebildet, erhalten und gestärkt, siehe Heft 26 „Psychische Energie“ der „Einführung in Agni Yoga“: http://www.lebendige-ethik-schule.de/hefte.htm und die gleichnamige Sendung http://www.lebendige-ethik-schule.de/ef.sendung14.htm

 

Das Sperrnetz kann den Menschen schützen, indem es ihn unverletzbar macht. Das Sperrnetz muss beständig von innen her mit Energien gespeist werden. (FW III, 112)

 

Strophanthin: Herz 563. Siehe auch die Broschüre "Soda - Baldrian - Moschus - Eukalyptus - Pfefferminze - Strophantin" (http://www.lebendige-ethik-schule.de/liste.htm)

 

Suggestion*

Suggestion ist die Beeinflussung eines anderen Menschen mit Hilfe des Willens, vor allem – aber nicht nur – zu Heilzwecken. Physische und seelische Leiden können so bekämpft werden.

Es gibt verschiedene Stufen der Suggestion: Sie reicht von der Eingebung von Gedanken, auch in Form der Gedankenübertragung auf Entfernung, bis an die Grenze der Hypnose.

Schon der Rat „sei glücklich" ist eine einfache Form der Suggestion. Auch die gedankliche Übermittlung der Lehre durch die Mahatmas an Helena Roerich kann als Suggestion bezeichnet werden.

Die meisten Suggestionen gehen gar nicht bewusst, sondern unbewusst vor sich. Das heißt einerseits: Jemand beeinflusst gedanklich einen anderen, ohne das gezielt zu beabsichtigen; andererseits: oft merken wir gar nicht, dass wir beeinflusst werden; oft wirkt z.B. Werbung als unbewusste Suggestion.

 

Zu den Einzelheiten (Was ist Suggestion? Wie Suggestion anwenden? Gegen welche Leiden hilft Suggestion? Suggestion ersetzt oder unterstützt Medikamente. Vorgehen gegen geistige Ursachen von Krankheiten. Welche Leiden sollten nicht mit Suggestion bekämpft werden? Arzt. Autosuggestion. Suggestive Angriffe) siehe die Broschüre "Heilung durch Suggestion" der Einführung in Agni Yoga: http://www.lebendige-ethik-schule.de/liste.htm.

 

Tactica adversa*

Eine Methode, um selbst aus schwierigen Situationen noch Nutzen zu ziehen oder sogar feindliche Kräfte zu veranlassen, für das Gute zu arbeiten (z. B. Djins Tempel bauen lassen).

 

Tactica adversa ist die planmäßige Ausschöpfung des Gegensätzlichen. Genaugesagt, wenn die Hellen Kräfte einen Plan auf Erden erfüllen wollen, rechnen Sie mit allen Möglichkeiten, selbst die schlechtesten Bedingungen ins Auge fassend, um den Erfolg auch noch unter den ungünstigsten Umständen zu gewährleisten. Dann ist jede Verbesserung der Zustände bereits ein unerwartetes Plus. So wird sogar aus dem Schlechtesten noch ein Nutzen gezogen. Wenn solche Taktik angewandt wird, tragen die Feinde oft zum Erfolg bei. Denken Sie an das Lob der Feinde: ”Gäbe es keine Feinde, hätte die dankbare Menschheit längst die besten Unternehmungen begraben.” Kommt es denn nicht oft genug vor, daß Menschen sich scheuen, ihre Freunde zu loben, weil sie fürchten, für parteiisch gehalten zu werden? Wahrlich, solche verächtlichen Gefühle sind von den meisten Menschen noch nicht ausgelebt. Sie greifen entweder die Erscheinungen des Lichts an, oder sie ignorieren sie. (HR I/3, 102; Brief vom 08.05.1935)

 

Tamas*

Materie, Tatenlosigkeit, Trägheit, Beharrungsvermögen, das Teros* (Geist, Bewegung) entgegenwirkt.

 

Tamas ist in der hinduistischen Philosophie neben Rajas (Bewegung, Energie) und Sattva (Klarheit, Güte, Harmonie) einer der drei Gunas (Grundeigenschaften der Urmaterie und des gesamten Weltalls), siehe näher Bhagavad Gita XIV, 5 ff sowie XVII und XVIII

 

Es sollte ein Gleichgewicht zwischen Bewegung und Beharrung hergestellt werden: Teros und Tamas müssen wie Brüder arbeiten, denn ihre Vertreter müssen unzertrennlich sein. (BGM II, 168)

 

Licht offenbart Finsternis. Was wird dann das Gegenstück zum Licht der psychischen Energie sein? Natürlich absolute Finsternis. Diese Emanation von Tödlichkeit, Leere und Nichtigkeit wird der Schatten des Feuers der höchsten Energie sein. Wenn wir den Kristall der psychischen Energie kennen, dann kennen wir auch die Ablagerung der Finsternis. Der höchste Aufstieg von Teros entspricht dem tiefsten Fall des Tamas. (AY 638)

 

Sie fragen, wie der Ausspruch aus dem Buch Blätter des Gartens Morya II § 168: "Teros und Tamas müssen wie Brüder arbeiten…" zu verstehen ist. Teros ist gleichzusetzen mit Geist, Bewegung oder Licht. Tamas ist synonym mit Materie, Trägheit, Nichterkenntnis. Das Leben des Kosmos setzt sich zusammen aus dem Gleichgewicht dieser beiden Elemente. Das Vorherrschen in der Natur oder im menschlichen Wesen von einem dieser beiden Elemente führt zur Zersetzung und schließlich zur Vernichtung. Im gesamten Leben kann wahrgenommen werden, daß das Gleichgewicht dieser beiden Elemente unerläßlich ist. (HR II/2, 408, 409; Brief vom 23. Oktober 1937).

 

Tara*

Tara ist eine Göttin, die weibliche Entsprechung eines Archaten oder eine Schwester der Weißen Bruderschaft. (HR I/3, 32, Brief vom 16.01.1935).

 

Helena Roerich selbst wird ebenfalls Tara genannt

 

Teilbarkeit des Geistes*

Teilbarkeit des Geistes ist die Fähigkeit eines hoch entwickelten Menschen, seinen Geist, seine geistige Kraft, seine psychische Energie gleichsam abzutrennen und sie an einem weit entfernten Ort (auf der Erde, auf einem anderen Planeten oder in der Feinstofflichen Welt) wirken zu lassen, z.B. um zu helfen. Dadurch kann man an verschiedenen Orten gleichzeitig in Erscheinung treten.

 

Siehe z.B. AY 254, 346; U I, 290; Hier 69, 92; FW I, 44, 375, 398, 598, AUM 561; Br II, 43, 157, 723

 

Teros*

Geist, Bewegung, Aktivität: siehe oben unter „Tamas“.

 

Weitere Bedeutung: Energie, die das Sperrnetz aufbaut. Ausführlich dazu AY 565: Angriffe zerschellen am Schild des Teros. Siehe auch AY 577: Wirkung der Energie des Teros auf die Umgebung. AY 583: Rückschlag vom Schild des Teros. BGM II, 168: Teros baut Sperrnetz.

 

Tripitaka: AY, 92

 

Tushita: AY 122

 

Upanischaden: AUM 563

 

Uruvela: FW I, 239

 

Urusvati*

Esoterischer Name von Helena Roerich. Wörtlich "Lichtschwester", von Sanskrit "Uru" - Licht und "Svati" - Schwester

 

Vairaga: FW III, 582

 

Vedanta: AY 153

 

Veden: AY 90

 

Verdichtung des Astralkörpers*

Dabei geht es darum, den feinstofflichen Körper so weit zu verdichten, dass er sichtbar ist. So können höhere Wesen der Bruderschaft von Schambhala die Erde betreten und mit den Menschen in Kontakt treten, ohne die Bedürfnisse eines physischen Körpers (insbesondere Nahrung) erfüllen zu müssen. In der kommenden Evolution werden unsere physischen Körper durch den verdichteten Astralkörper ersetzt werden.

 

Das Experiment des verdichteten Astralkörpers ist in Wirklichkeit kein Versuch, sondern ein planmäßiger Beginn der Sechsten Rasse. So wird der menschliche Geist eine erneuerte Hülle erhalten. (Hier 206, 207)

 

Bezüglich des Paragraphen aus dem Buch Herz über „eine neue Form des feinstofflichen Körpers” möchte ich darauf hinweisen, dass dies mit den neuen Versuchen zusammenhängt, den feinstofflichen Körper fast bis zum Grad des physischen zu verdichten. Das wird in Zukunft einigen hohen Geistwesen die Möglichkeit bieten, in einer verhältnismäßig niederen Seehöhe und für längere Zeit unter den Erdenbewohnern zu erscheinen. Darüber hinaus werden solche Körper völlig sichtbar sein und es ermöglichen, ohne die Hilfe eines Mediators physisch mit den Menschen in Verbindung zu treten. (HR I/3, 51; Brief vom 05.03.1935)

 

In der weiteren Evolution wird der physischen Körper durch einen verdichteten Astralkörper ersetzt werden. (HR II/2, 411; Brief vom 14.01.1937)

 

Näheres in der Sendung „Die Seele zum Leben erwecken“, http://www.lebendige-ethik-schule.de/eu.sendung5.htm

 

Verschiebung*

Die russischen Wörter смещение, сдвиг und перемещение bedeuten Auswechseln, z.B. einen Amtsinhaber durch einen anderen oder ein Funktionsteil durch ein Ersatzteil ersetzen. Im Agni Yoga bedeutet „Verschiebung“ einen Umschwung, eine Umwälzung oder einen neuen Schub, z.B. einen Wechsel der Rassen, also die Ablösung der scheidenden Rasse durch eine neue, oder entsprechend den Untergang eines Kontinentes (Atlantis) und die Verlagerung der Menschheit auf einen neuen. Siehe z.B. FW III, 239: die Ersetzung von alten, ausgelebten Energien durch neue wird als Verschiebung von Energien bezeichnet.

 

Vidzhaja: FW II, 470

 

Zarathustra (Zoroaster)*

Altiranischer Priester, Prophet und Religionsstifter, Begründer des Parsismus oder Mazdaismus. Wirkte um 600 v.Chr. Verkündete einen Dualismus zwischen Gott (Mazdah Ahura) und dem „Bösen Geist“ (Ahriman), der den Menschen zu einer ethischen Entscheidung zwingt. Teile der Awesta, der Heiligen Schrift der Parsis, gehen unmittelbar auf Zarathustra zurück. Unter den persischen Dynastien der Achaimeniden und der Sassaniden war Zarathustras Lehre die herrschende Religion. Es gibt heute weltweit zwei Millionen Mitglieder dieser Religion, die meisten in Indien. Zarathustras Gottesdienst bestand in jeglicher Ablehnung von Opferhandlungen. Die Andachtshandlungen wurden im Freien abgehalten, bei denen die Priester um einen Feuer-Altar herum mit erhobenen Händen die Lobpreisungen sangen.

 

Zephiroth Herim: FW II, 321

 

Zementieren des Raumes*

Ein nicht leicht verständlicher Begriff. Abramow erklärt in den Facetten des Agni Yoga 1972, 202: Der Raum wird von der Bruderschaft und ihren Mitarbeitern mit neuen, guten, fortschrittlichen Ideen und Gedanken angefüllt. Dies ist ein wichtiger Teil ihrer Arbeit. Diese Gedanken dringen allmählich in das Bewusstsein der Menschheit ein und führen, wenn sie in die materielle Wirklichkeit umgesetzt werden, nach und nach zu einer Verbesserung der Zustände auf Erden.

 

Das Gesetz des Auffüllens des Raumes gleicht dem Zement. Legenden, Prophezeiungen und verschiedene Zeichen sind nicht für einzelne Personen von Bedeutung, sondern zum Zementieren des Raumes. (BGM II, 101)

 

Diese wissen nichts von der Anfüllung des Raumes. Der Raum kann nämlich von solchem Denken erfüllt werden, dass die Menschen eine Einwirkung ohne Worte erfahren. Auf solche Weise wandelt sich die persönliche in eine räumliche Arbeit. Und es wird keine Ermüdung vorkommen, die es bei räumlicher Arbeit nicht geben kann.

Ein Lehrer muss den Schüler davon überzeugen, wieviel Freude sich bei der Arbeit der Anfüllung des Raumes einstellt. Es schadet nichts, wenn die Zuhörer Zeichen von Vergesslichkeit zeigen, denn über ihnen lebt der Raum, und jeder nützliche Gedanke wird in ihm wie eine herrliche Blume erblühen. (Br II, 419)