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SENDEREIHE

 

EXPERIMENT  UNSTERBLICHKEIT

 

 

 

SENDUNG  5

 

DIE  NEUE  IDENTITÄT

 

 

 

Meine Damen und Herren,

willkommen zu Sendung 5 unserer Reihe „Experiment Unsterblichkeit“.

 

In Sendung 4 hatten wir die wichtigsten Eigenschaften des neuen, unsterblichen Menschen betrachtet: Unvergänglichkeit, Furchtlosigkeit, Freiheit, Macht und Freude.

 

Heute wollen wir unsere gemeinsame Praxis fortsetzen und darüber sprechen, was genau es heißt, die neue Identität eines Unsterblichen anzunehmen.

 

 

1. Überzeitliche, überirdische Individualität

 

Ziel des „Experimentes Unsterblichkeit“ ist es, dass Sie sich tatsächlich in ein anderes Wesen verwandeln –wie die Puppe in einen Schmetterling. Ihre alte Identität endet und eine neue beginnt.

 

Ihre neue Identität ist ein ewiges Wesen, das schon vor Jahrmillionen gelebt hat und in Äonen immer noch leben wird. Dieses Wesen geht einen unendlichen Weg durch die verschiedensten materiellen und geistigen Welten, Zustände, Kulturen, Zeiten und Daseinsebenen; durch entlegene Sphären von solcher Fremdheit, wie wir sie uns hier unten noch nicht einmal vorstellen können. Sein derzeitiger Aufenthalt auf Erden ist nur eine winzige Strecke dieser ewigen Pilgerfahrt.

 

Sie benötigen einen interplanetaren, überzeitlichen und übermateriellen Lebensplan! Wenn Sie sich auf Bestrebungen beschränken, die Sie nur auf dieser Erde verfolgen können, werden Sie in allen anderen Welten – insbesondere nach dem Tod im Jenseits – ziellos und arbeitslos umherirren.

 

Was bedeutet es, ein geistiges Wesen zu sein, das man nicht sehen und nicht berühren kann? Wir stoßen hier fast an die Grenzen des menschlichen Vorstellungsvermögens. Lassen Sie uns im Folgenden einige Kennzeichen Ihrer neuen Identität ansehen:

 

 

2. Neue Familie: Seelenverwandte

 

Auch Ihr ewige Selbst hat einen – geistigen – Vater, eine – geistige – Mutter und – geistige – Geschwister, Verwandte und Freunde: Nämlich diejenigen anderen Seelen, mit denen es wirklich geistig verwandt ist, mit denen Sie über alle Zeiten hinweg zusammengehören. Dafür gibt es den schönen Ausdruck „Seelenverwandte“.

 

Mit diesen Geistesbrüdern und –schwestern kommen Sie spätestens nach dem Tod im Jenseits wieder zusammen.

 

Ganz wichtig ist: Ihre irdische Familie (Vater, Mutter, Geschwister, Ehepartner, Kinder), die Blutsverwandten sind nicht unbedingt wahre Seelen-Verwandte. Es können sich unter ihnen sogar – geistige – Feinde befinden, mit denen Sie zusammengebracht wurden, um alte Rechnungen ins Reine zu bringen.

 

Das erklärt die Spannungen, die leider vielfach in Familien bestehen: Oft treffen Menschen aufeinander, die eigentlich – geistig – gar nicht zusammengehören und sich nach diesem Leben auf Nimmerwiedersehen trennen werden.

 

Das ändert nichts daran, dass die Verpflichtungen innerhalb der Familie heilig sind. Der höhere Standpunkt macht aber das, was nicht zu ändern ist, besser erträglich.

Es ist gut möglich, dass Sie in diesem irdischen Leben keinem Ihrer wahren Verwandten begegnen. Die Gewissheit, jedenfalls im Jenseits in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten geborgen zu sein, hilft, die wenigen Jahre der irdischen Einsamkeit besser zu ertragen.

 

Bilden Sie also Ihre ewige Individualität dadurch heran, dass Sie zu unterscheiden lernen: Welcher der Menschen, mit denen Sie in Familie, Freundeskreis und Umgebung zu tun haben, ist mit Ihnen wirklich geistig verwandt?

 

Suchen Sie auch in der Geschichte nach Personen, Orten und Zeiten, die Ihnen nahestehen: Wahrscheinlich waren Sie in einem früheren irdischen Leben einmal dort auch physisch mit Ihren Seelenverwandten zusammen. Wenn Sie Ihr Feingefühl nach und nach entwickeln, werden Sie erstaunliche Erkenntnisse zu Tage fördern!

 

 

3. Neues Geschlecht

 

Wenn Sie daran gehen wollen, Ihre neue, überzeitliche Identität zu definieren, müssen Sie sich von den Kategorien „männlich“ und „weiblich“ lösen:

 

Ihr höheres, geistiges Ich ist, wie ein Engel, geschlechtslos. Es erscheint auf der materiellen Ebene mal als Mann, mal als Frau. Es trägt die Eigenschaften beider Geschlechter in sich. Es ist eine Synthese aus beidem.

 

Setzen Sie also nicht das andere Geschlecht herab, sondern bemühen Sie sich im Gegenteil, die besten Eigenschaften beider Uranfänge zu besitzen.

 

 

4. Neues Volk

 

Sie sind in Wahrheit kein Deutscher, Russe, Amerikaner oder Inder: Ihre unsterbliche Seele wird auf ihrem ewigen Weg in die verschiedensten Nationen hineingeboren. Sie sind ein Weltbürger - oder noch besser, weil Ihr unendlicher Weg nicht auf diesen Planeten beschränkt ist, ein Bürger des Universums.

 

Was für ein Wahnsinn, wenn Palästinenser und Israelis meinen, einander hassen und Krieg gegeneinander führen zu müssen: Wer in diesem Leben als Israeli geboren wurde, kann im nächsten Palästinenser werden oder es in einem früheren Leben gewesen sein. Der Hass richtet sich gegen das eigene (frühere oder zukünftige) Volk! Wieviel Leid entsteht aus Unwissenheit!

 

Der neue, unsterbliche Mensch wird natürlich das Volk, mit dem er gerade verbunden ist, gegen Angriffe verteidigen. Er wird sich aber über die noch bestehenden Grenzen zwischen den Nationen erheben und für die Verwirklichung der Weltgemeinschaft aller Völker wirken.

 

 

5. Neue Religion

 

Ebenso verhält es sich mit der Religion: Meistens ist sie durch unsere Umgebung vorgeprägt. Sie – Ihr wahres Ich – lebte früher einmal in der moslemischen, es lebt heute in der christlichen und wird in einem späteren Leben vielleicht in der jüdischen Kultur leben. Wenn Sie eine Religion über die andere stellen, setzen Sie also automatische ihre eigene (frühere oder zukünftige) Religion herab.

 

Was also für ein Wahnsinn, wenn Menschen wegen der Religion Krieg gegen einander führen: sie bekämpfen in Wahrheit sich selbst! Nichts als Unwissenheit, die viel Leid verursacht.

 

Die Religion des Unsterblichen ist eine Synthese aus allen Weltreligionen – was nicht verwunderlich ist, da alle Konfessionen aus ein und derselben Quelle stammen. Sie unterscheiden sich nur deswegen geringfügig, weil immer nur das offenbart wurde, was bestimmte Menschen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort mit einem bestimmten Bildungsstand gerade erfassen konnten.

 

Der neue, unsterbliche Mensch wird sich für die Vereinigung aller Bekenntnisse zu einer Weltreligion einsetzen.

 

 

6. Neues Alter

 

Für ein ewiges lebendes Wesen ist Zeit bedeutungslos. Sie müssen sich eine ganz andere Vorstellung von Ihrem Alter machen. Die Anzahl der Jahre, die Ihr irdisches Werkzeug, der Körper, schon hinter sich hat, ist angesichts der Ewigkeit Ihrer Seele bedeutungslos.

 

Es kommt darauf an, dass Sie sich Jugend, Beweglichkeit und Frische der Seele bewahren – das hängt nicht vom Alter des Körpers ab.

 

„Alte Seele“ ist ein Ehrentitel für jemanden, der die Gelegenheiten auf seinem Weg nicht vergeudet, sondern genutzt hat, um viele Erfahrungen zu sammeln; jemanden, der größer ist als andere, weil er mehr gelernt hat.

 

 

7. Neue Nahrung

 

Als geistiges Wesen haben Sie ein anderes Verhältnis zu physischer Nahrung. Sie haben vielleicht schon gespürt: Jedes Essen belastet tatsächlich den Geist. Sie werden sich also darin üben, nur so viel zuzuführen, wie der Körper tatsächlich unbedingt benötigt.

 

Ihre ewige Individualität benötigt geistige Nahrung, denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein (Mt 4, 4).

 

Solche geistige Nahrung sind vor allem große Gedanken, gute Ideen und hohe Ideale, wie sie die Heiligen Schriften der Menschheit enthalten.

 

 

8. Neuer Beruf

 

Der heutige Mensch definiert sich selbst vor allem über seinen Beruf. Auch dazu müssen Sie eine andere Haltung einnehmen, wenn Sie ein Unsterblicher werden wollen.

 

Ihr höheres Selbst muss sich auf seinem unendlichen Weg in den verschiedensten weltlichen Berufen üben und bewähren: Als König oder Schuster, Mönch oder Familienvater, Heerführer oder einfacher Soldat, Arbeiter oder Unternehmer, Wissenschaftler, Handwerker oder Künstler. In jeder Stellung bildet er einen Teil des großen Straußes der Fertigkeiten aus, die einen vollkommen entwickelten Menschen ausmachen.

 

Das sind aber alles nur vorübergehende Funktionen. Jesus z.B. war Zimmermann. Das beschreibt sein wahres Wesen aber nur zu einem winzigen Teil (etwas in dem Sinne, dass seine Seele unter vielen anderen auch handwerkliche Fähigkeiten angehäuft hatte – wie Mozarts Seele musikalische). Viel wichtiger als dieser zeitlich begrenzte Brotberuf ist sein kosmisches Amt: Das eines Christus!

 

Auch Sie müssen sich eine Aufgabe suchen, an der Sie in allen Welten, auf allen Daseinsebenen arbeiten können. Wenn Sie etwas wählen, was nur auf der Erde auszuführen ist, werden Sie im Jenseits arbeitslos umherirren.

 

 

9. Neue Freuden

 

Wir hatten schon gesagt: Materielle Freuden befriedigen ein geistiges Wesen wie die Seele nicht. Wenn Sie lernen wollen, ein Unsterblicher zu werden, dürfen Sie ruhig weiter ein „Genussmensch“ bleiben. Sie müssen kein Asket werden. Sie werden sich aber umstellen auf geistige Genüsse, die Ihrer Seele wohltun.

 

Wer sich auf materielle Freuden beschränkt, wird in der immateriellen Welt des Jenseits freudlos umherirren, weil es die dort nicht gibt.

 

Die höchste geistige Freude ist Meditation: Der Verkehr mit der überirdischen Heimat und das Gespräch mit den Seelenverwandten dort.

 

 

10. Neue Identität

 

Werden wir jetzt konkret: Erschaffen Sie sich selbst neu! Sie haben die freie Wahl: Wer oder was wollen Sie sein?

 

Agni Yoga zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Leben von einem Tag auf den anderen neu beginnen, wie Sie sich selbst neu definieren können – wo immer Sie gerade stehen, wer immer Sie heute noch sind!

 

Unsere irdische Persönlichkeit ist durch den physischen Körper, durch Vererbung und die Umstände, in die wir hineingeboren werden, weitgehend vorbestimmt. Unsere ewige Individualität dagegen bleibt konturlos, wenn wir sie nicht selbst formen – wie Michelangelo seinen „David“ aus einem Marmorblock.

 

Machen Sie sich Bild davon, wie Ihr geistiges Wesen aussehen soll. Nehmen Sie sich vor: Ich bin ein Wesen, das …. (hier setzen Sie ein, was Sie sich am meisten wünschen, z.B.: … sowohl seinen Körper als auch die Umstände vollkommen beherrscht; anderen Menschen nur mit Liebe begegnet; stets Freude ausstrahlt …).

 

Wie das im Einzelnen geschehen kann, werden wir später noch besprechen. Ich will Ihnen aber zum besseren Verständnis ein Beispiel geben: Eine Identitätswahl, die naheliegt für jemanden, der sich auf den geistigen Weg begibt, ist, ein Schüler zu werden: Der Schüler eines großen Lehrers, zum Beispiel von Jesus, Buddha, Platon, Franz v. Assisi, Katharina v. Siena, Aurobindo, Gandhi usw.

 

Das ist eine Identität, die in allen Ländern, zu allen Zeiten, unter allen Umständen und in allen materiellen und geistigen Welten möglich ist. Das ist ein Ideal, nach dem Sie sich selbst – Ihr höheres Selbst – formen können.

 

Jeder von Ihnen kann ein höheres Wesen dieser Art werden, unabhängig von den Umständen. Ob Sie diese neue Rolle im Spiel des Lebens durchhalten können, hängt allein von der Macht Ihres Geistes ab.

 

 

11. Neue Heimat

 

Schopenhauer sagt richtig: „Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.“

 

Wo, in welcher Welt wollen Sie leben? Auch hier haben Sie die freie Wahl!

 

Agni Yoga zeigt Ihnen, wie Sie von einem Tag auf den anderen in der höchsten Welt, die Sie sich vorstellen können, in Ihrem persönlichen Paradies leben können – wie auch immer die äußeren Verhältnisse aussehen mögen, in die es Sie gerade verschlagen hat.

 

Dazu müssen Sie sich eine möglichst konkrete Vorstellung von Ihrer wahren, überzeitlichen Heimat machen - von der Welt, aus der Ihre Seele kommt und in die Sie nach dem Tod des Körpers zurückkehren wollen.

 

Eine Heimat ist immer eine Gemeinschaft von Wesen, von Seelenverwandten. Wo fühlen Sie sich geborgen, wo sind Sie zu Hause, in welcher Umgebung, mit welchen anderen Seelen sind Sie verwandt? Dort wird Ihr Himmel sein!

 

Wer sich früher in Rom für Gladiatorenkämpfe begeisterte und heute als Fußballfan ins Stadion geht, wird sich im Jenseits in einem Himmel solcher Gleichgesinnter wiederfinden.

 

Auch hierüber werden wir später noch im Einzelnen sprechen. Dennoch will ich Ihnen jedenfalls ein Beispiel geben für eine mögliche Wahl Ihrer ewigen Heimat:

 

Wer sich entschieden hat, die überzeitliche Identität eines Schülers zu ergreifen, der wird seinem Lehrer nahe sein wollen. Die großen Heiligen werden im Jenseits nicht wesentlich anders leben, als auf der Erde - also an einem Ort, den man am besten als Schule, Heiligtum, Tempel, Kloster oder Aschram bezeichnet.

 

Stellen Sie sich eine Gemeinschaft vor aus einem weisen Lehrer und seinen Schülern, in weißen Gewändern, in einem Tempel auf einem Berggipfel, in einer Atmosphäre der Reinheit, der spirituellen Disziplin, der Meditation, der Ausbildung und des selbstlosen Dienstes – das wird der Himmel eines Geistesschülers sein!

 

Das Bild eines solchen Paradieses sehen Sie hier:

 

 

12. In der Welt der Seele leben

 

Wenn Sie sich in eine Seele verwandeln wollen, müssen Sie lernen, in der Welt der Seele zu leben - jedenfalls zeitweilig.

 

Was bedeutet Leben in der Welt der Seele? Stellen Sie sich einen deutschen Soldaten in Afghanistan vor:

 

Er verlässt seine Heimat, um in einem fernen Land einen Auftrag zu erfüllen. Er ist dort ein Fremder. Er sehnt sich danach, so bald wie möglich nach Deutschland zurückzukehren. Er hält Verbindung mit der Heimat und seinen Verwandten und Freunden dort. Er mag den einen oder anderen Brauch seiner Umgebung nachahmen, der das Leben in den ungewohnten Verhältnissen erleichtert, aber er lebt doch nach den – höheren – Gesetzen, Gebräuchen und Gewohnheiten, die bei ihm zuhause gelten.

 

Genauso geht es einer Seele, die vorübergehend auf die Erde hinabgestiegen ist. Auch sie sehnt sich danach, die Verbindung zu ihrer Heimat, dem Himmel, und ihren Verwandten dort aufrecht zu erhalten. Wie kann man das praktisch verwirklichen?

Beginnen Sie den Tag am Morgen etwas früher als sonst. Versetzen Sie sich im Geist in Ihre überirdische Heimat, in die Gemeinschaft Ihrer Seelenverwandten. Für den, der die neue Identität eines Schülers angenommen hat, bedeutet das: Sie begeben sich in den Aschram Ihres Lehrers. Hören Sie, was der Lehrer Ihnen zu sagen hat. Lesen Sie einen Abschnitt aus einer Heiligen Schrift. Nehmen Sie die Weisungen für den Tag entgegen.

 

Danach steigen Sie in die Welt hinab, um dort ausschließlich in höherem Auftrag tätig zu werden. Auch wenn Sie nicht in weißen Gewändern auftreten können, achten Sie darauf, Ihre Würde als Geistesschüler zu bewahren und Ihrem Lehrer Ehre zu machen.

 

Am Abend kehren Sie – wie beim Tod! – in Ihren Himmel (in den Aschram) zurück. Sie legen – wie beim Tod! - Rechenschaft ab über das, was Sie im Laufe des Tages getan oder unterlassen haben zu tun. Sie flicken den einen oder anderen Schaden wieder aus, den Ihre Rüstung im Kampf in der Welt erlitten hat. Sie beraten sich mit Ihrem Meister, wie Sie es morgen besser machen können.

 

Das ist eine Praxis, mit der ein jeder von Ihnen in allen beliebigen Umständen ein höheres Leben in seiner eigenen Welt führen kann. Wir kommen auf die Einzelheiten später noch zurück

 

 

13. Neuer Weg – Der Weg der Seele

 

Der Weg der Seele unterscheidet sich vollkommen vom Weg der Sterblichen:

 

Der Unsterbliche fühlt in sich die Aufspeicherungen vieler Jahrtausende: Alles, was die Seele sich während des irdischen Aufenthaltes (und in anderen Welten) an Errungenschaften oder Missbildungen, an guten oder schlechten Eigenschaften aneignet, nimmt sie auf die nächste Daseinsebene und ihren weiteren unendlichen Weg mit. Ihnen haften diese Aufspeicherungen aus früheren Existenzen an, wenn Sie auf Erden inkarnieren. Diese Anhäufungen bilden Ihre überzeitliche Individualität.

 

Nur so erklärt sich, warum die Menschen von Geburt an so verschieden sind. Haben Sie nicht auch schon beobachtet, dass kleine Kinder sanfter Eltern wahre Teufelchen sein können? Welche Erleichterung wird für viele geplagte Eltern die Erkenntnis sein, dass sie nicht verantwortlich sind für das, was ihr Kind mitbringt! Endet die Unwissenheit, endet das Leid.

 

Wir Unsterblichen glauben nicht an das Ammenmärchen, der Mensch werde bei der Geburt wie aus einem Füllhorn wahllos mit guten und schlechten Eigenschaften überschüttet. Sollte ein Genie wie Mozart ein Zufall, eine Laune der Natur sein? Das wäre eine erbärmliche Vorstellung. Alles ist Arbeit und Erfahrung, das Resultat früherer Bemühungen.

 

Was ist real? Die materielle Welt vergeht. Die Vergangenheit ist schon am Ende eines Tages nur noch Erinnerung. Die Zukunft ist noch nicht Wirklichkeit, die Gegenwart nur ein winziger, unbedeutender Moment. Aber Ihr höheres Selbst, Ihre Errungenschaften, der für alle Ewigkeit aufgespeicherte Schatz Ihrer unsterblichen Seele – der ist Realität, weil er unvergänglich ist.

 

Ein Unsterblicher strebt danach, die Aufspeicherungen seines wahren, ewigen Selbst zu verbessern: Geistigen Reichtum anzuhäufen, der mit dem Tod nicht verlorengeht, sondern für den weiteren unendlichen Weg erhalten bleibt: Schlechte Gewohnheiten loszuwerden, gute Eigenschaften zu erwerben und immer höher aufzusteigen auf dem Geistigen Pfad zur Meisterschaft.

 

Sein Reichtum ist nicht äußerlich, sondern innerlich: Er haftet der eigenen (ewigen) Individualität unablösbar an. Wir bezeichnen als wahrhaft reich denjenigen, der selbst rein, weise und mächtig, unverletzlich, in jeder Lage würdevoll, stolz, furchtlos, freudig und frei ist. Diese innere Größe erhebt das eigene Selbst und ist von unvergleichlich viel höherem Wert als vergänglicher materieller Besitz. Sie gehört uns dauerhaft und ist nicht der Gefahr ausgesetzt, von Dieben gestohlen oder von Motten zerfressen zu werden.

 

Der größte Schatz, den Sie besitzen können, ist nicht Geld und Gut, sondern ein erhabenes Wesen, das sich in einer königlichen Aura nach außen sichtbar widerspiegelt. Die helle Ausstrahlung eines großen Wesens zerstreut noch die dichteste Finsternis und spendet seiner ganzen Umgebung Licht. Sie können Ihrem Wesen nach ein König sein – in welche Zwänge auch immer Sie die gegenwärtige Inkarnation gestellt hat. Der Neue Mensch unterscheidet sich vom alten nicht äußerlich wie der Zweibeiner vom Vierbeiner, sondern durch seine geistige Ausstrahlung, den Magneten seiner Aura.

 

Eine Große Seele wie Mahatma Gandhi bedarf keiner materiellen Mittel – sie wirkt allein durch die Macht ihres Geistes.

 

 

14. Neuer Name

 

Um dies alles zu bekräftigen, sollten Sie sich mit der Zeit einen neuen Namen zulegen, um damit Ihr wahres, ewiges Selbst, Ihre überzeitliche Individualität zu benennen. Herr Müller und Frau Schulze sind vorübergehende Persönlichkeiten, die schon bald nicht mehr existieren werden. Sie müssen auch äußerlich zu erkennen geben, dass sie sich von dieser Illusion gelöst haben.

 

Die Annahme einer neuen, ewigen Identität ist wie eine zweite Geburt. Sie wurde in spirituellen Gemeinschaften zu allen Zeiten durch die Verleihung eines neuen, z.B. eines Ordensnamens bekräftigt.

 

Fertigen Sie sich eine neue „Identitätskarte“, Ihren eigenen „Personalausweis“ an. Tragen Sie ihn immer bei sich, um sich Ihrer selbst – Ihrer wahren, ewigen Individualität – immer wieder einmal zu vergewissern.

 

Setzen Sie dort das Bild ein, nach dem Sie sich formen wollen. Geben Sie als Wohnort den Namen der Gemeinde in der jenseitigen Welt an, zu der Sie gehören wollen. Setzen Sie als Geburtsdatum den Tag Ihrer zweiten Geburt, der Annahme Ihrer neuen, ewigen Identität ein. Lassen Sie konkret werden, worüber wir sprechen!

 

15. Die ewige Individualität wachsen lassen

 

Wir kommen zum Ende eines Abschnittes und fassen noch einmal zusammen, was wir in den ersten fünf Sendungen der Reihe „Experiment Unsterblichkeit“ gelernt haben:

 

Sie haben eine irdische Persönlichkeit (Herr Meier, Frau Schulze), die ohne große Bedeutung ist, weil sie vergänglich ist, mit dem Tod des Körpers endet.

 

Sie haben ein überzeitliches, geistiges Wesen, das die Religion „Seele“ nennt, das wir für diejenigen, die eine wissenschaftliche Sprache bevorzugen, aber auch als „ewige Individualität“ bezeichnen können.

 

Wir haben begonnen mit dem Wunsch, Unsterblichkeit zu erlangen. Wir sind fortgefahren mit der Erkenntnis: Wir sind bereits unsterblich. Wir haben dann gesehen: Um uns in Unsterbliche zu verwandeln, um zu werden, was wir sind, müssen wir unser ewiges Wesen zunächst erkennen und dann nähren, pflegen, heilen, üben, stärken und größer werden lassen.

 

Sie – Ihr wahres Ich - sind heute noch ein Baby: Klein, schwach, ungeschützt und verletzlich. Wir müssen unsere ewige Individualität erziehen wie ein Kind – damit es groß und stark und schließlich zu einem Mahatma (einer Großen Seele) wird.

 

 

16. Lebendige Praxis

 

Ich wiederhole noch einmal: Wir theoretisieren nicht. Wir gehen einen Weg zusammen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie nicht nur meinen Worten lauschen, sondern sich auf den Weg machen und sich tatsächlich in Unsterbliche verwandeln.

 

Unsere Sendungen bisher enthalten eine Fülle von Übungen, von geistiger Praxis, mit deren Hilfe Sie diesem Ziel näherkommen können, wenn Sie sie im alltäglichen Leben anwenden:

 

Üben Sie sich darin, nicht wie Ihre vergängliche, physische Persönlichkeit, sondern wie Ihre ewige Individualität zu denken und zu handeln, z.B. wenn es um das Essen geht. Machen Sie sich Schritt für Schritt daran, die Eigenschaften eines Unsterblichen heranzubilden, wie Furchtlosigkeit, Freiheit, Würde, Macht und Freude. Nehmen Sie sich Zeit, um Ihre Seele zu nähren, zu pflegen, zu heilen und zu stärken. Treten Sie unter Ihrer neuen Identität im irdischen Leben auf (neue Familie, neues Geschlecht, neues Volk, neue Religion, neuer Beruf, neuer Name, neue Heimat, neuer Weg) und verkörpern Sie so nicht ihre vergängliche Persönlichkeit, sondern Ihre ewige Individualität. Kehren Sie jeden Tag für einige Zeit in der Welt der Seele ein.

 

Das ist ein Ausbildungsprogramm, mit dem Sie auf Jahre hinaus beschäftigt sind.

 

 

17. Fortsetzung der Sendereihe

 

Wir haben mit der heutigen Sendung einen gewissen, ersten Einschnitt erreicht: Wir haben bis jetzt keinerlei Vorkenntnisse vorausgesetzt. Das, was ich Ihnen ohne jedes sonstige Wissen über den Weg zur Unsterblichkeit zeigen kann, ist nun aber im Wesentlichen ausgeschöpft.

 

Wer weiter gehen will, muss zunächst einiges an Wissen erwerben: Über die Bedeutung und die Erweiterung des Bewusstseins, über kosmische Gesetze wie Karma und Wiedergeburt, Evolution und Hierarchie, über die Verhältnisse, die in der jenseitigen Welt herrschen (hierzu gibt Agni Yoga detaillierte Informationen!) und über den Sinn des Lebens, unseren Weg und unser Ziel.

 

Wir raten daher, zunächst die entsprechenden Sendungen der Sendereihe „Einführung in Agni Yoga“ anzusehen und erst danach mit den weiteren Sendungen der Reihe „Experiment Unsterblichkeit“ fortzufahren.

 

 

 

 

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