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SENDEREIHE

 

„EINFÜHRUNG  IN  AGNI  YOGA“

 

 

 

SENDUNG  4 

 

Das  Evolutionsgesetz

 

 

 

Meine Damen und Herren,

 

ich freue mich, Sie zu Sendung 4 unserer Reihe „Einführung in Agni Yoga“ begrüßen zu können.

 

Wir sprechen heute über eines der grundlegenden Gesetze der kosmischen Ordnung: Das Evolutionsgesetz.

 

Ohne dessen Kenntnis gibt es keine Orientierung und keinen Fortschritt.

 

Wenn Sie diese nicht ganz einfache Materie gründlicher studieren wollen, empfehle ich die Lektüre von Heft 4 „Das Evolutionsgesetz“, im Internet herunterzuladen bei www.lebendige-ethik-schule.de unter „Einführung in Agni Yoga“.

 

 

1. Bedeutung des Evolutionsgesetzes

 

Warum ist es von so großer Bedeutung, dass Sie das Evolutionsgesetz kennen?

 

Evolution – das ist der Plan Gottes für den Menschen, für die Erde, für das Sonnensystem und für das ganze Universum. Die Evolution gibt die Richtung vor, die die weitere Entwicklung nehmen wird.

 

Sie und ich und die Menschheit insgesamt können nur dann erfolgreich handeln, wenn wir uns diesem höheren Plan unterordnen. Wer in die falsche Richtung geht, wer versucht, gegen den Strom der Evolution anzuschwimmen, muss scheitern. Wer sich nicht anpasst, wird zurückgeworfen und verliert den Anschluss. Er wird schließlich, wie die Dinosaurier, als für die weitere Entwicklung ungeeignet ausgesondert.

 

Es ist traurig, mit anzusehen, wie viele enorme, gut gemeinte Anstrengungen vergeblich bleiben, weil sie der Höheren Ordnung nicht entsprechen.

 

 

2. Kein Stillstand

 

Leben ist Bewegung. Das Symbol des Lebens ist der Fluss.

 

Alles fließt. Alles, auch der Mensch, befindet sich in ewiger Bewegung und ständiger Umwandlung.

 

Wer einfach nur nichts tut, wer sich nicht bewegt, wer nicht vorwärtsschreitet, sondern stehenbleibt, der fällt wegen des allgemeinen Fortschrittes rings um ihn herum automatisch zurück.

 

In einem Universum, das durch Ewigkeit gekennzeichnet ist, gibt es keine Vollendung, sondern nur unbegrenzte Entwicklung. Was scheinbar abgeschlossen ist - ist in Wahrheit tot.

 

Evolution ist das unaufhörliche Hervorbringen immer neuer, immer höherer Formen. Die Vorstellung, ein bestimmter Zustand könne auf Dauer konserviert werden, ist naturwidrig. Nirgendwo gibt es Stillstand. Es geht immer weiter voran. Der Entwicklung nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

 

 

3. Körper, Seele, Geist

 

Der Antreiber der Evolution ist der Geist. Um das zu verstehen, müssen wir zunächst unser Bild von uns selbst erweitern.

 

Wir hatten in der Sendereihe „Experiment Unsterblichkeit“ bereits ausführlich dargelegt: Der Mensch hat neben seinem physischen, sterblichen Körper noch ein unsterbliches Wesen, die Seele. Sie ist unser eigentliches, unvergängliches Ich, unsere ewige Individualität.

 

Heute gehen wir einen Schritt weiter und fügen einen dritten Bestandteil des Menschen hinzu: den Geist.

 

Das Geistkorn, die Monade ist die höchste Ebene der Pyramide „Mensch“: Ein Funke des göttlichen Geistes oder Feuers, der die Materie beseelt. Ein Teilchen Gottes wohnt in jedem von uns. Auch Sie sind ein „Pharao“ – ein „Haus Gottes“.

 

Die Monade ist nicht individuell. Sie entwickelt sich nicht, sondern bleibt unveränderlich. Unsere Individualität bildet sich erst aus den Aufspeicherungen, die sich im Laufe der Äonen unseres ewigen Lebens um das Geistkorn herum ansammeln.

 

 

4. Geist in aller Materie

 

Dieser göttliche Funken ist auch in aller anderen Materie eingelagert: In Mineralien, Pflanzen, und Tieren, in Planeten, Sonnen und Universen.

 

Nichts im Weltall, vom winzigsten Atom über den unbedeutendsten Kieselstein bis hinauf zu den größten Sternen, ist ohne Geist. Der göttliche Geist offenbart sich in aller Schöpfung. Ohne ihn gibt es kein Leben. Die gesamte Schöpfung ist „animalis“: beseelt. „Unbelebte“ Natur gibt es nicht.

 

Darauf beruht Ihr zutreffendes Gefühl, dass Sie mit jedem Stein, mit jedem Baum und mit jedem Stern verwandt sind: Diese alle sind, ebenso wie Sie, Offenbarungen des einen Gottes.

 

Der einzige Unterschied ist, dass sich der Geist auf den höheren Stufen verhältnismäßig mehr verwirklicht, vollkommener zum Ausdruck kommt als auf den unteren.

 

 

5. Geist formt Materie

 

Niemand gesunden Herzens kann ernstlich glauben, dass feinste Organe wie das Auge, hochkomplizierte, sinnhafte Gebilde wie Pflanzen und Tiere oder gar eine Schöpfung wie der Mensch sich „zufällig" allein nach darwinistischen Abläufen herausgebildet haben. Das ist eine armselige Vorstellung.

 

Wer seine geistigen Sinne nicht willentlich verschließt, muss erfassen, dass ein Geist waltet, der alle diese Formen schafft und am Leben erhält.

 

Nichts entwickelt sich zufällig. Alles vollzieht sich nach Notwendigkeit. Alles formt sich äußerlich zu etwas, was es auf der geistigen Ebene, seiner innersten, höchsten Natur nach bereits ist.

 

Unsere Fingernägel wachsen, wie schief und krumm wir sie auch schneiden, immer wieder zu einer bestimmten Form heran – nach einem Bild, das im Geist vorgegeben ist.

 

 

6. Vergeistigung der Materie

 

Der Geist zielt darauf ab, den Stoff, in dem er eingeschlossen ist – den Menschen und all die andere Materie – zu vervollkommnen, immer höher hinauf zu führen, zu vergöttlichen.

 

Wenn wir den Lauf der Evolution betrachten, sehen wir, dass die Entwicklung hin zu immer größerer Vergeistigung und Verfeinerung geht. Die höheren Stufen sind feinere, geistigere Wesen.

 

Die Pflanze steht in der evolutionären Entwicklung über dem Stein, das Tier über der Pflanze, der Mensch über dem Tier, weil sich das innere, göttliche Wesen jeweils immer vollkommener in der Materie ausdrückt.

 

Gott – oder der Logos – sendet Teilchen (Geistkörner) von sich selbst aus. Diese sammeln Materie um sich herum an. Diese Materie evolviert im Laufe einer unendlichen Entwicklung zu immer höheren Geschöpfen und soll eines Tages selbst zu einem Gott werden. So vermehrt sich das Göttliche!

 

 

7. Geist als Antreiber der Evolution

 

All dies ist keine Theorie: Jeder von Ihnen spürt das dritte Element der menschlichen Natur als einen ständigen Antreiber: Der Geist in uns stößt uns unentwegt an, uns immer weiter zu entwickeln.

 

Wir sind mit nichts Erreichtem zufrieden. Wir stellen uns immer neuen Herausforderungen. Wir wollen immer höher hinaus.

 

Ein Wimbledonsieger wie Boris Becker, von dem man meinen sollte, dass er alles, was wünschenswert ist, längst erreicht hat, versucht sich in immer neuen Projekten (und bietet teils ein klägliches Bild, weil er dort noch ein Anfänger ist).

 

Der große Cellist Pablo Casals wurde kurz vor dem Tod gefragt, warum er immer noch weiter übe. Er antwortete: Weil er glaube, dass er noch besser werden könne.

 

Es ist der göttliche Geist in Ihnen, der Ihnen keine Ruhe gibt. Es ist das Ebenbild Gottes in Ihnen selbst, das Sie antreibt. Es hält Ihnen das ferne Ideal eines höheren Wesens vor Augen, das Sie sein können – das Sie sein sollen. Sie spüren, dass es Ihre Bestimmung ist, sich selbst nach diesem Bild zu formen, um das gigantische Potential mehr und mehr zu erschließen und auszuschöpfen, das in Ihnen liegt.

 

 

8. Mensch als Übergang zur nächsthöheren Evolutionsstufe

 

Mit dem Menschen ist das Ende der Entwicklung noch lange nicht erreicht: Auch er drückt den göttlichen Geist noch sehr unvollkommen aus. Das Potential unserer Möglichkeiten ist bei weitem nicht ausgeschöpft. Wir tragen noch zahlreiche tierische Eigenschaften in uns, die im Laufe der weiteren Entwicklung überwunden werden müssen.

 

Wir heutigen Menschen sind nichts als ein Übergang zu den höheren Evolutionsstufen, die nach uns kommen werden. Hören wir dazu die klassischen Worte Nietzsches:

 

„Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr getan, ihn zu überwinden?

Was ist der Affe für den Menschen? Ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham. Und ebendas soll der Mensch für den Übermenschen sein: ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham.

Ihr habt den Weg vom Wurm zum Menschen gemacht und vieles in euch ist noch Wurm. Einst wart ihr Affen, und auch jetzt noch ist der Mensch mehr Affe, als irgendein Affe.

Der Übermensch ist der Sinn der Erde.

Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch. Was groß ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist: was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er ein Übergang und ein Untergang ist.

Ich liebe die, welche nicht zu leben wissen, es sei denn als Untergehende, denn es sind die Hinübergehenden.

Ich liebe den, welcher lebt, damit er erkenne, und welcher erkennen will, damit einst der Übermensch lebt.“ (Also sprach Zarathustra)

 

Die nächste Stufe ist ein Lebewesen neuer Art, viel größer als der heutige Mensch; genau wie wir größer sind als unsere affenartigen Vorfahren.

 

Der bedauernswerte Zustand der Erde hängt damit zusammen, dass niemand von Erhebung etwas wissen will. „Man sieht heute nichts, das größer werden will.“ beklagt ebenfalls Nietzsche (Zur Genealogie der Moral).

 

Der Antrieb, der den Menschen aus dem Mineral hervorgebracht hat, darf aber nicht auf unserer Stufe erlahmen. Er muss uns noch weit höher hinauf tragen!

 

Streben wir voran zur nächsthöheren Stufe, zum Gottmenschen - zu einem Wesen, das das Göttliche in uns noch vollkommener offenbart als der heutige Mensch.

 

 

9. Entwicklung der Geistigkeit

 

Sie verstehen Evolution falsch, wenn Sie sich die Zukunft der Menschheit mit immer neuen technischen Möglichkeiten ausmalen. Entwicklung findet statt, wenn der Mensch selbst sich verändert. Evolution ist nicht mit dem Fortschritt der Technik, mit der Perfektionierung unserer äußeren Werkzeuge gleichzusetzen. Sie bedeutet vielmehr eine Änderung und Erhebung unseres eigenen Wesens. Die Evolution will ein höheres Lebewesen aus dem Menschen formen.

 

Sie selbst sollen größer werden, nicht Ihr Haus, Ihr Auto, Ihr Bankkonto, Ihre Bibliothek, Ihre Maschinen, Fluggeräte oder Waffen.

 

In welche Richtung wird diese Veränderung vor sich gehen? Unsere Enkel und Urenkel werden nicht wie Cowboys waffenschwingend durch den Weltraum jagen. Solche Vorstellungen verlängern nur phantasielos die heutigen Verhältnisse in die Zukunft.

 

Ein höheres Wesen wird ein geistigeres Wesen sein. Um größer zu werden, müssen wir geistig wachsen.

 

Die Möglichkeiten unseres Körpers sind weitgehend ausgeschöpft. Ob wir die 100 Meter noch einigen Millisekunden schneller laufen können, ist belanglos. Aber das Potential unserer ewigen, geistigen Individualität liegt noch nahezu vollkommen brach. Hier schlummern die Schätze für eine Entwicklung ohne Grenzen!

 

Zu den Fertigkeiten, die das Potential unseres Geistes ermöglichen, gehören zum Beispiel: Gedankenlesen, Gedankenübertragung, Levitation, Telekinese, Geistheilung und dergleichen geistige Macht mehr. Eines Tages werden wir sogar fliegen lernen! Dann benötigen wir keine Handys, Fernsehgeräte oder Flugzeuge mehr. Dann ersetzen wir diese Apparate durch unseren eigenen Organismus!

 

Das alles liegt weit in der Zukunft. Wir beginnen gerade erst, die Macht unseres Geistes zu entwickeln. Die ersten Übungen dazu finden Sie in unserer Sendereihe „Experiment Unsterblichkeit“.

 

 

10. Zyklen von Involution und Evolution

 

Wir haben bis jetzt nur von Evolution gesprochen. Notwendig für das Verständnis der gesamten Entwicklung ist aber auch der Begriff Involution.

 

Die Entwicklung geht in Zyklen von Involution und Evolution vor sich, wie die nachstehende Skizze (aus Mahatmabriefe II, 119) verdeutlicht:

 

 

Zu Beginn eines Zyklus, am höchsten Punkt des Kreises (Punkt N), senkt sich der Geist in die Materie. Die Materie ist am Anfang dem Geist noch sehr ähnlich, das heißt, ganz fein und ätherisch, überwiegend geistig, kaum materiell.

 

Im Laufe der Involution des Geistes in der ersten, absteigenden Hälfte des Zyklus wird die Materie immer fester, es entwickeln sich immer dichtere Körper. Die anfängliche spirituelle Erkenntnis weicht der intellektuellen Entwicklung. Der Mensch vergisst seinen göttlichen Ursprung und verliert seine höheren, geistigen Sinne und Fertigkeiten.

 

Am untersten Punkt des Kreises (Punkt S) ist der Abstieg des Geistes in die Materie, die Involution beendet. Materielle und intellektuelle Entwicklung haben ihren Höhepunkt erreicht. Der Geist ist am tiefsten Punkt angelangt. Das bedeutet: Die Wesen, die dort stehen, sind zwar intelligent, aber weitgehend geistlos.

 

An diesem Wendepunkt beginnt die aufsteigende Hälfte der Runde (Evolution): Der Geist befreit sich langsam wieder aus der Materie, indem er diese vergeistigt. Dadurch wird die Materie wieder feiner. Die Geistigkeit nimmt wieder zu, die Stofflichkeit ab. Die spirituelle Erkenntnis wächst und ersetzt die intellektuelle.

 

Am Ende des Zyklus (Punkt N) ist der Geist wieder auf seinem höchsten Punkt angelangt, die Materie, in der er eingeschlossen ist, wieder fein und ätherisch. Ein neuer Zyklus kann beginnen - aber von einem höheren Ausgangspunkt aus.

 

 

11. Spiralförmige Entwicklung

 

Die ganze Evolution verläuft in Form einer Spirale: ewig unbegrenzt wachsend. Ein neuer Zyklus beginnt immer eine Ebene höher als der Ausgangspunkt des vorherigen Zyklus.

 

Es ist wichtig, dieses Prinzip zu erkennen: Die Entwicklung berührt immer wieder dieselben Punkte und durchläuft dieselben Phasen – aber jeweils vertiefend, auf einer höheren Stufe als zuvor.

 

Diese zyklische, spiralförmige Entwicklung durchläuft nicht nur der Mensch, sondern Mineralien, Pflanzen und Tiere ebenso. Selbst unser Planet, die Erde, geht – parallel zum menschlichen Zyklus – denselben Weg von einem ätherischen Beginn hinunter zu Erkaltung und Verfestigung und wieder hinauf zur Vergeistigung.

 

 

12. Entsprechende Entwicklung des einzelnen Menschen

 

Jeder einzelne von uns macht eine entsprechende Entwicklung durch: Als Kind, in den ersten sieben Lebensjahren, sind wir sehr spirituell in dem Sinne, dass die Seele unser Leben bestimmt: Wir haben noch Verbindung zu der Höheren Welt, aus der wir gerade gekommen sind. Alles Materielle ist uns fremd. Wir leben noch weitgehend in der Welt der Seele – in unserem eigenen Reich der Phantasie. Die Seele benötigt einige Jahre, um vollständig vom Körper Besitz zu ergreifen und in das physische, irdische Leben einzutreten.

 

Dann folgt die Zeit der Sexualität, des Aufbaus einer materiellen Existenz, der Gründung einer Familie, die Gestaltung der irdischen Welt. Die Belange der Seele treten in den Hintergrund.

 

Gegen Ende des Lebens verliert das Materielle wieder an Bedeutung. Die Sehnsucht, das Leben der Seele zu leben, wird immer größer. Das Irdische befriedigt uns nicht mehr. Wir wenden uns geistigen Aufgaben und Freuden zu. Wir bereiten uns vor auf die Rückkehr in die spirituelle Welt.

 

So wird die obere Hälfte des Lebenskreises am Anfang und am Ende unseres Lebens von Geist und Spiritualität regiert, die untere Hälfte von Materie und Intellekt. Bei einem neuen Leben auf der Erde beginnen wir wieder von oben – aber von einem höheren Ausgangspunkt aus, bereichert um alle Erfahrungen, Errungenschaften und Aufspeicherungen des vorhergehenden Lebens.

 

 

13. Sieben Zyklen

 

Aus der unbegrenzten Evolution sind für uns Heutige sieben Zyklen erkennbar: Die Monade durchläuft zunächst einen mineralischen, sodann einen pflanzlichen, weiter einen tierischen und zur Zeit den IV., den menschlich-irdischen Zyklus. Eine Monade, die diesen IV. Zyklus beginnt, war also zuvor als Stein, Pflanze und Tier verkörpert und hat die Entwicklung dieser niedrigeren Arten erfolgreich durchlaufen.

 

Um es ganz klar zu sagen: Sie – Ihr wahres Ich, Ihre ewige Individualität – waren vor Millionen von Jahren einmal ein Stein. Sie haben sich dann zu einer Pflanze und einem Tier fortentwickelt, bevor Sie schließlich so weit waren, im Körper eines Menschen auftreten zu können.

 

Die obige Skizze zeigt diese Zyklen I bis VII. Nur der IV., der menschliche Zyklus spielt sich auf der Erde ab, die anderen Zyklen dagegen auf anderen Planeten. Der Mensch kommt von anderen Planeten. Wenn er gelernt hat, was er auf Erden lernen kann, schreitet er im V. Zyklus weiter fort auf einem höheren Planeten.

 

Im I. Zyklus wird ein ordinärer Kieselstein zu einem „spirituelleren“ Mineral, z.B. zu einem Kristall, das bereits wächst und sich damit dem Pflanzenreich annähert.

 

Im II. vegetabilen Zyklus entwickeln sich Grashalme zu höher stehenden Pflanzen wie Rosen, Orchideen oder Bäumen sowie zu Lebensformen, die den Übergang zum nächsten Zyklus, zur Tierwelt darstellen.

 

Einfachste Exemplare der Tierwelt wie Küchenschaben werden im III. Zyklus zu „geistigeren“, höheren Tieren wie Delphinen, Pferden, Hunden oder Affen. Sie nähern sich damit der Stufe des Menschen an und werden reif für den IV. Zyklus.

 

Der spätere V., VI. und VII. Zyklus bieten Möglichkeiten für eine Entwicklung weit über den heutigen Menschen hinaus – für Wesen, die gar keine Menschen mehr, sondern „Gott-Menschen“ oder „Übermenschen“ sein werden.

 

Die Dauer eines Zyklus beträgt etwa 4,3 Milliarden Jahre.

 

 

14. Mensch stammt nicht vom Affen ab

 

Wenn Sie dieses System verstehen, erkennen Sie: Der heutige Mensch stammt nicht vom heutigen Affen ab:

 

Die Monaden der heutigen Affen sind einen ganzen Zyklus zurück gegenüber den Monaden der heutigen Menschen, nämlich erst in ihrem III., dem tierischen Zyklus. Die heutigen irdischen Affen werden erst in ihrem nächsten (ihrem IV.) Zyklus auf einem anderen Planeten menschenähnliche Wesen werden. Dann sind die heutigen Menschen bereits höhere Wesen ihres V. Zyklus.

 

Die Körper der heutigen Menschen-Monaden waren in ihrem vorangegangenen, tierischen Zyklus – auf einem anderen Planeten - aber affenähnlich.

 

 

15. Sieben Runden

 

Jeder der sieben Zyklen ist aufgeteilt in sieben Runden. Innerhalb eines Zyklus wiederholt sich der bereits geschilderte Ablauf: Der Zyklus beginnt am höchsten Punkt mit Runde 1 und einem ätherischen, geistigen, fast materielosen Wesen. In den Runden 2 und 3 wird die Monade immer materieller, erreicht in Runde 4 den Tiefpunkt des Kreises, um sich dann in den Runden 5, 6 und 7 wieder zu vergeistigen.

 

Unser heutiger, irdischer IV. Zyklus begann mit seiner 1. Runde vor etwa 1,9 Milliarden Jahren. Die Monaden, die damals von anderen Planeten zur (ätherischen) Erde kamen, mussten zunächst noch einmal, diesmal unter den besonderen Bedingungen der Erde, die mineralische, pflanzliche und tierische Entwicklung durchlaufen. Das dauerte rund 300 Millionen Jahre, so dass die eigentliche, menschliche Entwicklung vor etwa 1,6 Milliarden Jahren begann.

 

Wir befinden uns heute im untersten Siebentel des Zyklus, in der 4. Runde. Hier findet die körperliche Entwicklung des Menschen (und der Erde) statt. Die Wesen der früheren Runden waren ätherische Vorbilder, keine physischen Menschen, wie wir sie heute kennen.

 

 

16. Sieben Rassen

 

Jede Runde eines Zyklus ist aufgeteilt in sieben Rassen. Auch hier verläuft die Entwicklung wieder analog zu der in den Runden und Zyklen: Involution beginnend von dem ätherischen höchsten Punkt bis hinunter zum Tiefpunkt und dem dichtesten materiellen Stadium, von dort aus Evolution bei wieder zunehmender Vergeistigung.

 

Von der ersten Rasse ist wenig bekannt. Die zweite Rasse waren die Hyperboräer, die dritte Rasse die Lemurier, die vierte Rasse die Atlantier und heute sind wir in der fünften Rasse der Arier.

 

Jede dieser Rassen bewohnte einen eigenen Kontinent, der mit ihrem Ende unterging. Auch für die kommende sechste Rasse werden ein neuer Kontinent entstehen und große Teile der bisherigen Erdoberfläche im Meer versinken (was die Bedeutung des heute beobachteten Klimawandels relativiert).

 

Sehen wir uns diese Rassen jetzt genauer an:

 

 

17. Hyperboräer

 

Die 4. Runde des IV., irdischen Zyklus begann vor etwa 300 Millionen Jahren mit der ersten Rasse. Die ersten Körper waren riesig, unförmig und aus sehr feiner, ätherischer Materie.

 

Die zweite Rasse bewohnte den hyperboräischen Kontinent, der um den Nordpol herum lag und inzwischen versunken ist.

 

Die ersten beiden Rassen waren „Götter“ durch ihre Geistigkeit und Reinheit, hatten aber noch keinen Intellekt. Sie waren unsterblich, weil sie keine grobstofflichen Körper hatten. Sie waren der heutigen Menschheit an Spiritualität weit überlegen.

 

 

18. Lemurien

 

Die dritte Rasse lebte in Lemurien, einem Kontinent, der sich an der Stelle des heutigen Pazifischen Ozeans zwischen Madagaskar und Südamerika befand. Er ist inzwischen – bis auf Australien, Neuseeland, Ceylon und einige Inseln – infolge Erdbeben und Vulkanausbrüchen untergegangen.

 

Diese Rasse war zunächst geschlechtslos, dann androgyn. In der Mitte der dritten Rasse, vor etwa 18 Millionen Jahren, trennten sich die Körper in männliche und weibliche, und die Menschheit, wie wir sie heute kennen, beginnt. Die geistigen Sinne verkümmerten mehr und mehr infolge der zunehmenden Körperlichkeit. Die Monaden waren in dieser Rasse zunächst unvernünftig, vom Instinkt und den Resten der Spiritualität geleitet. Erst gegen Mitte der dritten Rasse begann sich der Intellekt zu bilden.

 

Die Körper waren damals riesenhaft, anfangs 18, später noch 6 Meter groß. Die bekannten Statuen auf den Osterinseln, einem Rest des Kontinents Lemurien, zeugen von diesen Giganten, die sich mit den Dinosauriern herumzuschlagen hatten. Reste der alten Lemurier sind heute Völker wie die Äthiopier, die eingeborenen Australier (Aborigines) und die Buschmänner.

 

 

19. Atlantis

 

Die vierte Rasse, die vor 4 bis 5 Millionen Jahren begann, lebte in Atlantis. Dieser Kontinent lag an der Stelle des heutigen Atlantischen Ozeans zwischen Westafrika und Südamerika und dehnte sich im Norden bis nach Island aus. Er wurde vor rund 850.000 Jahren durch eine Flutkatastrophe zerstört. Es blieben einzelne Inseln übrig, die infolge späterer Fluten untergingen, die letzte, die von Platon erwähnte Insel Poseidonia, durch die biblische Sintflut des Noah vor 9500 Jahren.

 

Allerletzte Reste von Atlantis sind die heutigen Inseln der Kanaren, Kap Verden und Azoren. Wenn Sie dort Urlaub machen, spüren Sie, dass Sie auf uraltem Boden stehen.

 

Die Atlantier besaßen eine hohe Kultur. Sie hatten bereits Flugzeuge, die mit Äther betrieben wurden. Die intellektuelle Entwicklung der Menschheit erreichte damals ihren Höhepunkt. In der Blütezeit - vor etwa 1 Million Jahren - hatte die Hauptstadt, die „Stadt der Goldenen Tore“, 2 Millionen Einwohner und der ganze Kontinent 2 Milliarden. Auch die Atlantier waren zunächst noch Riesen mit einer Größe von fast 4 Metern. Im Laufe der Zeit verringerte sich ihre Größe bis zu der des heutigen Menschen.

 

Die fünfte Rasse der 4. Runde, die Arier, aus denen der größte Teil der heutigen Menschheit besteht, entstand vor etwa 1 Million Jahren in Asien.

 

 

20. Heutige Zeit: Tiefpunkt

 

Wir heutigen Menschen gehören überwiegend zur fünften Rasse der 4. Runde des IV. Zyklus. Wir haben damit den untersten Wendepunkt der sieben Zyklen (Punkt S) gerade eben hinter uns gelassen.

 

Ihr Gefühlswissen bestätigt Ihnen das: Der Intellekt, der Materialismus, Wissenschaft und Technik haben in unserer Zeit ihren Höhepunkt bereits überschritten. Sie können uns den Weg nicht mehr weisen. Der Geist ist auf dem Tiefpunkt angelangt. Wir befinden uns jetzt in den allerersten Anfängen einer erwachenden, sich langsam wieder befreienden Geistigkeit. Deshalb haben es die wenigen Geistigen zur Zeit so schwer.

 

Der neue Weg auf dem aufsteigenden Bogen wird ein Weg der Innerlichkeit, der Entwicklung des Geistes, der höheren Kräfte des unsterblichen Selbst des Menschen sein: Der Weg der Spiritualität, der Geistige Pfad. Das Neue Zeitalter ist das der Evolution des Geistes aus der Materie.

 

Die nächste Evolutionsstufe wird die sechste Rasse der 4. Runde sein. Der Sinn des Agni Yoga ist es, die Menschheit auf diesen Schritt vorzubereiten.

 

 

21. Entwicklung bis auf höchste Stufen

 

Der weiteren Entwicklung des Menschen nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Jeder kann die nächste Stufe erreichen und ein Gandhi, Mozart oder Raffael, ein Heiliger oder Mahatma werden. Diese haben sich vor Zeiten selbst von niedrigen Ebenen aus emporgearbeitet und schreiten seither zu noch höheren weiter voran.

 

Danach stehen vor uns wieder höhere Stufen: Gottessöhne wie Jesus oder Buddha, Engel und Erzengel. Vermöge des innewohnenden göttlichen Feuers ist jeder Mensch ein potentieller Christus!

 

Alle diese höheren Grade sind den Niederungen des normalen, materiellen menschlichen Lebens entwachsen. Sie haben sich aus äußeren Verhältnissen emporgearbeitet, die nicht besser waren als unsere heute. Ihre größere Gottesnähe beruht auf nichts anderem als einem reineren Leben und einem höheren Streben, auf einer erfolgreicheren Entwicklung des göttlichen Kerns.

 

Wie könnte es anders sein? Wie anders als durch Arbeit kann man so hohe Stufen erreichen? Wie könnte ein Wesen wie Jesus die Menschheit verstehen und führen, wenn Er selbst nicht menschliche Arbeit und menschliches Leiden kennengelernt und sich darüber erhoben hätte?

 

Es wäre unwissenschaftlich anzunehmen, dass Jesus oder die Engel außerhalb des Evolutionsgesetzes stehen könnten. Es gibt nichts im Universum, das diesem Gesetz nicht unterworfen ist.

 

 

22. Der Weg zu Gott

 

Wenn wir bis hierhin gelangt sind, können wir vor der Spitze der Pyramide nicht Halt machen: Es ist einer der schrecklichsten Irrtümer der Menschheit, sich Gott als ein unerreichbares Wesen außerhalb der Natur und der Evolution vorzustellen.

 

Auch Er hat vor Äonen die natürliche Entwicklung aus niedrigsten Anfängen durchgemacht und sich durch nichts als Arbeit zu den höchsten Höhen emporgeschwungen. Eine der zentralen Lehren des Agni Yoga lautet:

 

Es gibt keinen Gott, der nicht einmal Mensch war. Alle Götter müssen die menschliche Evolution durchlaufen. (HR I/3, 113)

 

Wir sind aufgerufen, denselben Weg zu gehen!

 

Es ist von größter Bedeutung, dass Sie die Evolutionslinie zu erkennen, die vom Grashalm über den Menschen bis hin zu Wesen führt, die weit höher stehen als wir. Nur so können Sie sich ein wissenschaftliches, der Vernunft nicht widersprechendes Bild der höheren Sphären machen. Nur so können Sie Mut für Ihre eigene Entwicklung schöpfen. Nur so können wir die unfruchtbare Abstraktheit überwinden, die dem heutigen Gottesverständnis anhaftet.

 

Der Mensch auf dem Weg zu Gott: Diese Vorstellung von unserem evolutionären Pfad ist weder neu noch spintisierender Mystizismus: Jesus selbst hat sie uns schon vor zwei Jahrtausenden vorgegeben, als er in der Bergpredigt lehrte:

 

Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist. (Mt 5, 48)

 

Wenn Sie sich wirklich bewusst machen, dass Sie mit Ihrer höheren Natur Gottes Ebenbild in sich tragen, werden Sie sich bemühen, diesem inneren Vorbild möglichst ähnlich zu werden.

 

Das ist keine Chimäre, kein unerreichbares Ziel: Wir tragen mit unserem höheren Selbst die Eigenschaften Gottes schon in uns. Es kommt nun darauf an, dieses Potential in Jahrmillionen Schritt für Schritt bis zu seiner höchsten Vollendung zu entwickeln.

 

Werden wie ein Gott: Wird das nicht ein stolzes, ein würdiges - wird das nicht das höchste Ziel sein?

 

Hören wir zum Abschluss dieser Sendung noch einen Paragraphen aus dem Agni Yoga:

 

Der Wanderer erklärt, dass er zum Herrscher Selbst geht. Freilich, über solch einen Beschluss staunen die Menschen, aber sie schätzen solche Standhaftigkeit. Man muss sich das höchste Ziel setzen, nur dann erscheint der Weg nicht abschreckend. Man muss sich im ganzen Dasein der höchsten Eigenschaft anschließen. Man muss höhere, allein den Höchsten Kräften würdige Maßstäbe anlegen. (FW II, 370)

 

 

 

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