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SENDEREIHE

 

„EINFÜHRUNG  IN  AGNI  YOGA“

 

 

SENDUNG  4

 

Das  Evolutionsgesetz

 

 

Meine Damen und Herren,

 

ich freue mich, Sie zu Sendung 4 unserer Reihe „Einführung in Agni Yoga“ begrüßen zu können.

 

Wir sprechen heute über eines der grundlegenden Gesetze der kosmischen Ordnung: Das Evolutionsgesetz.

 

Ohne dessen Kenntnis gibt es keine Orientierung und keinen Fortschritt.

 

Wenn Sie diese nicht ganz einfache Materie gründlicher studieren wollen, empfehle ich die Lektüre von Heft 4 „Das Evolutionsgesetz“, im Internet herunterzuladen bei www.lebendige-ethik-schule.de unter „Einführung in Agni Yoga“.

 

 

1. Bedeutung des Evolutionsgesetzes

 

Warum ist es von so großer Bedeutung, dass Sie das Evolutionsgesetz kennen?

 

Evolution – das ist der Plan Gottes für den Menschen, für die Erde, für das Sonnensystem und für das ganze Universum. Die Evolution gibt die Richtung vor, die die weitere Entwicklung nehmen wird.

 

Jedes Beginnen hängt vom Verstehen der bestätigten kosmischen Evolution ab. (U I, 46) 

 

Jeder bewusste Denkprozess sucht schmerzvoll nach der künftigen Richtung der Evolution. Sobald diese Richtung wahrgenommen wird, ist der gesunde Verstand bestrebt, sich dem wahren Pfad rascher zu nähern. Deshalb zwingt die Lehre nicht, sondern weist den Weg. Jene, die Zeit fanden, das Buch zu studieren, werden als geladene Gäste in die neuen Gebäude der Welt eintreten. Wir befehlen uns, auf dem Wege der Evolution voranzuschreiten; und dann wird jeder Tag zu einer Eroberung. (AY 580) 

 

Sie und ich und die Menschheit insgesamt können nur dann erfolgreich handeln, wenn wir uns diesem höheren Plan unterordnen. Wer in die falsche Richtung geht, wer versucht, gegen den Strom der Evolution anzuschwimmen, muss scheitern. Wer sich nicht anpasst, wird zurückgeworfen und verliert den Anschluss. Er wird schließlich, wie die Dinosaurier, als für die weitere Entwicklung ungeeignet ausgesondert.

 

So sollte man zuerst die Richtung der Evolution festsetzen. Es kann keine zwei Richtungen des Fortschritts geben. Es kann nur eine wahre Richtung geben, alle anderen Versuche werden nur in die Irre führen. (FW I, 396)

 

Es ist traurig, mit anzusehen, wie viele enorme, gut gemeinte Anstrengungen vergeblich bleiben, weil sie der Höheren Ordnung nicht entsprechen.

 

Die Wehmut eines falschen Pfades ist sehr grausam, sehr verzehrend! Letzten Endes gibt solch ein Mensch seinen Fortschritt auf und quält sich, ohne seinen Fehler zu erkennen. (Br I, 459)

 

Der Weg eines von der Evolution Ausgestoßenen kann entsetzlich genannt werden. (Br II, 635) 

 

 

2. Kein Stillstand

 

Leben ist Bewegung. Das Symbol des Lebens ist der Fluss.

 

Die Welt lebt durch Bewegung. Leben ist Bewegung. (Br I, 188)  

 

Nur ewige Bewegung verleiht allen Formen Leben. (U II, 637 [237])  

 

Sinnbild des Lebens ist der Fluss oder der dahineilende Strom, aber niemals der See oder der Brunnen. Leben setzt Bewegung voraus. Von allem und in allem ist Bewegung die Daseinsgrundlage. Man muss die Bewegung allmählich liebgewinnen, nicht so sehr die äußere als die innere. (AUM 494)  

 

Alles ist in Bewegung und besteht aufgrund von Bewegung. Es kann keinen Augenblick ohne Bewegung geben. (Herz 260) 

 

Alles fließt. Alles, auch der Mensch, befindet sich in ewiger Bewegung und ständiger Umwandlung.

 

Der Mensch muss erkennen, dass er in ewiger Bewegung und ständiger Umwandlung begriffen ist. (Br II, 756)  

 

Wer einfach nur nichts tut, wer sich nicht bewegt, wer nicht vorwärtsschreitet, sondern stehenbleibt, der fällt wegen des allgemeinen Fortschrittes rings um ihn herum automatisch zurück.

 

Da sich der Kosmos in Bewegung befindet, ist es unmöglich, unbeweglich zu bleiben. Es gibt entweder eine Rückwärts- oder eine Vorwärtsbewegung. (Gem 127)  

 

In einem Universum, das durch Ewigkeit gekennzeichnet ist, gibt es keine Vollendung, sondern nur unbegrenzte Entwicklung. Was scheinbar abgeschlossen ist - ist in Wahrheit tot.

 

Wir bezeichnen Vollendung als Stillstand. (BGM II, 353 [357]) 

 

Nichts ist vollendet, nichts ist unbeweglich. (Gem 135) 

 

In Vollendung liegt Tod. Es ist unmöglich, sich einen Punkt kosmischen Stillstands vorzustellen. (U I, 40)

 

Evolution ist das unaufhörliche Hervorbringen immer neuer, immer höherer Formen. Die Vorstellung, ein bestimmter Zustand könne auf Dauer konserviert werden, ist naturwidrig. Nirgendwo gibt es Stillstand. Es geht immer weiter voran. Der Entwicklung nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

 

Evolution verlangt nach ständiger Erneuerung und Erweiterung. Ewiges Wachstum bestätigt Unbegrenztheit. (FW III, 78)  

 

So werden in einem ewigen evolutionären Prozess aus alten Formen neue geboren. (U I, 274)  

 

In der Ewigkeit kann es keinen Stillstand geben. Alles ist in Bewegung, und in diesem Bestreben vervollkommnet es sich. (Br II, 791)  

 

Der Große Architekt baut ewiglich. Es wäre töricht, anzunehmen, gewisse Teile des Weltenalls wären vollendet und verharrten in einem statischen Zustand. Der Ausdruck Evolution wird viel gebraucht, aber die Menschen haben in Wirklichkeit von diesem Prozess absolut keine Vorstellung. Man kann sehen, wie das menschliche Bewusstsein allem ausweicht, was seinen geschaffenen Komfort bedroht. Gleicherweise wird der Begriff Evolution in eine Abstraktion gekehrt, um das Bewusstsein des versteinerten Herzens nicht im geringsten zu stören. Aber erweckt das Himmelsgewölbe nicht Gedanken an ewige Bewegung? Nur durch solch evolutionäre Vorstellungen vermag man die Schönheit der irdischen Pilgerfahrt, als den Aufenthalt zum Aufstieg, in sich aufzunehmen. (FW I, 408)

 

Durch Erweiterung des Bewusstseins wird man die unaufhörliche Bewegung liebgewinnen. Das Geoffenbarte evolviert ständig. Es kann nicht einen Augenblick des Stillstands geben. Nur die Unwissenden können versuchen, alles Bestehende in einem bewegungslosen Zustand zu halten. (Br I, 531, 534, 535)  

 

 

3. Körper, Seele, Geist

 

Der Antreiber der Evolution ist der Geist. Um das zu verstehen, müssen wir zunächst unser Bild von uns selbst erweitern.

 

Wir hatten in der Sendereihe „Experiment Unsterblichkeit“ bereits ausführlich dargelegt: Der Mensch hat neben seinem physischen, sterblichen Körper noch ein unsterbliches Wesen, die Seele. Sie ist unser eigentliches, unvergängliches Ich, unsere ewige Individualität.

 

Heute gehen wir einen Schritt weiter und fügen einen dritten Bestandteil des Menschen hinzu: den Geist.

 

Das Geistkorn, die Monade ist die höchste Ebene der Pyramide „Mensch“: Ein Funke des göttlichen Geistes oder Feuers, der die Materie beseelt. Ein Teilchen Gottes wohnt in jedem von uns. Auch Sie sind ein „Pharao“ – ein „Haus Gottes“.

 

Die Monade ist nicht individuell. Sie entwickelt sich nicht, sondern bleibt unveränderlich. Unsere Individualität bildet sich erst aus den Aufspeicherungen, die sich im Laufe der Äonen unseres ewigen Lebens um das Geistkorn herum ansammeln.

 

Der Geist bleibt unantastbar. Das feurige Geisteskorn bleibt in seiner elementaren Ganzheit, weil das Wesen der Elemente unveränderlich ist; doch die Emanation des Korns ändert sich in Abhängigkeit vom Wachstum des Bewusstseins. So kann man verstehen, dass das Geisteskorn ein Teilchen des elementaren Feuers ist, und die um das Korn herum angehäufte Energie ist das Bewusstsein. (AY 275)

 

Das Samenkorn ist seinem Wesen nach ewig. Es wechselt von einer Form in die andere, doch es bewahrt sein unausrottbares Wesen. Behütet und ehrt jedes Samenkorn, jedes Lebenskorn, ihm wohnt die höchste feurige Energie inne. (FW II, 357) 

 

Jedem ist ein Körnchen des Guten verliehen worden, damit er um dieses herum seine irdische Erfahrung aufschichte. (Br II, 105) 

 

Das Korn des Geistes ist unwandelbar, doch es ist in ein Gewand gehüllt, das der Mensch selbst webt. (Br II, 553) 

 

Die Struktur dieser erworbenen und angehäuften Energien ist unsere Individualität und unsere Bestimmung. (HR I/1, 73; Brief vom 03.12.1930) 

 

Der Geist oder die Monade bleibt immer in ursprünglicher Reinheit, ob nun in einem Tier oder in einem Menschen. Jedoch die Ablagerungen, die sich durch die Berührung mit anderen Energien anhäufen, gestalten die Individualität oder, wenn Sie wollen, die Seele. (HR I/3, 28; Brief vom 16.01.1935)

 

Die göttliche Monade ist in jedem Mineral vorhanden, in jeder Pflanze, in jeder Erscheinung, da es ohne das feurige Korn kein Leben gibt. Beim stufenweisen Aufstieg von einfachen zu komplexeren Organismen bleibt die Monade oder das Geisteskorn unverändert in ihrer elementaren Ganzheit. Aber die Emanationen oder Ausstrahlungen dieses Korns verändern sich in Abhängigkeit vom Wachstum des Bewusstseins des Organismus, den das Korn beseelt. Je komplexer und feiner der Organismus, desto reicher und feiner sind die Ausstrahlungen der Monade. (HR I/3, 140; Brief vom 18.06.1935) 

 

 

4. Geist in aller Materie

 

Dieser göttliche Funken ist auch in aller anderen Materie eingelagert: In Mineralien, Pflanzen, und Tieren, in Planeten, Sonnen und Universen.

 

Nichts im Weltall, vom winzigsten Atom über den unbedeutendsten Kieselstein bis hinauf zu den größten Sternen, ist ohne Geist. Der göttliche Geist offenbart sich in aller Schöpfung. Ohne ihn gibt es kein Leben. Die gesamte Schöpfung ist „animalis“: beseelt. „Unbelebte“ Natur gibt es nicht.

 

Du wirst einen Stein oder ein Stück Holz nur begreifen, wenn Du Gott in ihm wahrnimmst. (v. Simson, Die gotische Kathedrale, 83)

 

In allem Sein ist Geistigkeit vorhanden. Selbst der Lehm unter euren Füßen kann in Kinder der Wahrheit verwandelt werden. (Buddha, H. Roerich, Grundlagen des Buddhismus, 73)

 

Jedes Molekül der Materie ist ein bewusstes Leben auf dem Pfade der Entwicklung. (TL IV, 193) 

 

Darauf beruht Ihr zutreffendes Gefühl, dass Sie mit jedem Stein, mit jedem Baum und mit jedem Stern verwandt sind: Diese alle sind, ebenso wie Sie, Offenbarungen des einen Gottes.

 

Nur ein sehr verfeinerter Geist wird den Mut aufbringen, selbst im Felsen seinen Bruder zu sehen. (Hier 439)  

 

Der einzige Unterschied ist, dass sich der Geist auf den höheren Stufen verhältnismäßig mehr verwirklicht, vollkommener zum Ausdruck kommt als auf den unteren.

 

 

5. Geist formt Materie

 

Niemand gesunden Herzens kann ernstlich glauben, dass feinste Organe wie das Auge, hochkomplizierte, sinnhafte Gebilde wie Pflanzen und Tiere oder gar eine Schöpfung wie der Mensch sich „zufällig" allein nach darwinistischen Abläufen herausgebildet haben. Das ist eine armselige Vorstellung.

 

Wer seine geistigen Sinne nicht willentlich verschließt, muss erfassen, dass ein Geist waltet, der alle diese Formen schafft und am Leben erhält.

 

Wer will es bezweifeln, dass in jedem irdischen Objekt ein Wille zum Ausdruck kommt? Ohne Willen kann ein irdisches Objekt weder geschaffen noch in Bewegung gesetzt werden. (FW II, 16)  

 

Jeder Stein auf dem Planeten wurde von einem Gedanken geschaffen. Jeder Gegenstand ist durch die schöpferische Kraft des Gedankens entwickelt worden. (AUM 23) 

 

Nichts entwickelt sich zufällig. Alles vollzieht sich nach Notwendigkeit. Alles formt sich äußerlich zu etwas, was es auf der geistigen Ebene, seiner innersten, höchsten Natur nach bereits ist.

 

Der Geist ist der Erzeuger alles Bestehenden und der Träger des Entstandenen. (FW III, 316)  

 

Der Geist ist der Schöpfer der Form. (FW III, 363)   

 

Unsere Fingernägel wachsen, wie schief und krumm wir sie auch schneiden, immer wieder zu einer bestimmten Form heran – nach einem Bild, das im Geist vorgegeben ist.

 

 

6. Vergeistigung der Materie

 

Der Geist zielt darauf ab, den Stoff, in dem er eingeschlossen ist – den Menschen und all die andere Materie – zu vervollkommnen, immer höher hinauf zu führen, zu vergöttlichen.

 

Wenn wir den Lauf der Evolution betrachten, sehen wir, dass die Entwicklung hin zu immer größerer Vergeistigung und Verfeinerung geht. Die höheren Stufen sind feinere, geistigere Wesen.

 

Die Pflanze steht in der evolutionären Entwicklung über dem Stein, das Tier über der Pflanze, der Mensch über dem Tier, weil sich das innere, göttliche Wesen jeweils immer vollkommener in der Materie ausdrückt.

 

Sogar die Steine und Pflanzen befinden sich auf dem Weg zur Meisterschaft, wie weit sie auch noch davon entfernt sein mögen, und die Zeit wird kommen, wo sie ihr Ziel erreichen. (TL IX, Fragen und Antworten nach 505)

 

Gott – oder der Logos – sendet Teilchen (Geistkörner) von sich selbst aus. Diese sammeln Materie um sich herum an. Diese Materie evolviert im Laufe einer unendlichen Entwicklung zu immer höheren Geschöpfen und soll eines Tages selbst zu einem Gott werden. So vermehrt sich das Göttliche!

 

 

7. Geist als Antreiber der Evolution

 

All dies ist keine Theorie: Jeder von Ihnen spürt das dritte Element der menschlichen Natur als einen ständigen Antreiber: Der Geist in uns stößt uns unentwegt an, uns immer weiter zu entwickeln.

 

Die Welt strebt nach krönender Vollkommenheit. (FW III, 23)  

 

Man muss begreifen, dass der Vervollkommnungsprozess die Grundlage der Evolution ist. (Hier 297)  

 

Wir sind mit nichts Erreichtem zufrieden. Wir stellen uns immer neuen Herausforderungen. Wir wollen immer höher hinaus.

 

Im Raum sind Geist und Materie vereint. In dieser Einheit werden Lebensformen geschaffen, die ihre Vervollkommnungsrunden durchlaufen. Wenn sich der Geist mit der Materie vereint, kann er sich nur auf dem Pfad der Vervollkommnung befreien. Im Kosmischen Laboratorium sind diese beiden Prinzipien - Vereinigung und Befreiung - die Grundsätze der Schaffenskraft. Der Geist muss, wenn er sich in der Materie offenbart, zusammen mit der Materie zu höheren Tätigkeiten bestrebt sein. (FW III, 303, 304)  

 

Ein Wimbledonsieger wie Boris Becker, von dem man meinen sollte, dass er alles, was wünschenswert ist, längst erreicht hat, versucht sich in immer neuen Projekten (und bietet teils ein klägliches Bild, weil er dort noch ein Anfänger ist).

 

Der große Cellist Pablo Casals wurde gefragt, warum er mit 92 Jahren noch weiter übe. Er antwortete: Weil er glaube, dass er immer noch Fortschritte könne.

 

Es ist der göttliche Geist in Ihnen, der Ihnen keine Ruhe gibt. Es ist das Ebenbild Gottes in Ihnen selbst, das Sie antreibt. Es hält Ihnen das ferne Ideal eines höheren Wesens vor Augen, das Sie sein können – das Sie sein sollen. Sie spüren, dass es Ihre Bestimmung ist, sich selbst nach diesem Bild zu formen, um das gigantische Potential mehr und mehr zu erschließen und auszuschöpfen, das in Ihnen liegt.

 

Der physische Körper muss durch die Kraft der Evolution zur Höhe der geistigen Wesenheit erhoben werden, die diesen Körper bewohnt. (TL VII, 347) 

 

 

8. Mensch als Übergang zur nächsthöheren Evolutionsstufe

Hans Olde „Friedrich Nietzsche“

 

Mit dem Menschen ist das Ende der Entwicklung noch lange nicht erreicht: Auch er drückt den göttlichen Geist noch sehr unvollkommen aus. Das Potential unserer Möglichkeiten ist bei weitem nicht ausgeschöpft. Wir tragen noch zahlreiche tierische Eigenschaften in uns, die im Laufe der weiteren Entwicklung überwunden werden müssen.

 

Jedes Molekül der belebten Materie enthält eine im Anfangsstadium der Entwicklung begriffene Seele, die sich auf dem Weg zum selbstbewussten Dasein befindet. (TL III, 135) 

 

Viele Zellen des Organismus befinden sich in einem schlummernden Zustand. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Mensch leuchten und fliegen kann, wenn sie erwachen. Ist es denkbar, dass die Menschen in ihrem gegenwärtigen Zustand dieses Erwachen des Lichts in sich erreichen können? Bedenkt, dass die Menschen für die weiteste Evolution voll ausgerüstet sind, der Schatz aber schlummern gelassen werden muss. Der Bewusstseinszustand erlaubt keinen schnelleren Fortschritt. (Br I, 492)

 

Wir heutigen Menschen sind nichts als ein Übergang zu den höheren Evolutionsstufen, die nach uns kommen werden. Hören wir dazu die klassischen Worte Nietzsches:

 

„Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr getan, ihn zu überwinden?

Was ist der Affe für den Menschen? Ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham. Und ebendas soll der Mensch für den Übermenschen sein: ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham.

Ihr habt den Weg vom Wurm zum Menschen gemacht und vieles in euch ist noch Wurm. Einst wart ihr Affen, und auch jetzt noch ist der Mensch mehr Affe, als irgendein Affe.

Der Übermensch ist der Sinn der Erde.

Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch. Was groß ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist: was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er ein Übergang und ein Untergang ist.

Ich liebe die, welche nicht zu leben wissen, es sei denn als Untergehende, denn es sind die Hinübergehenden.

Ich liebe den, welcher lebt, damit er erkenne, und welcher erkennen will, damit einst der Übermensch lebt.“ (Also sprach Zarathustra)

 

Die nächste Stufe ist ein Lebewesen neuer Art, viel größer als der heutige Mensch; genau wie wir größer sind als unsere affenartigen Vorfahren.

 

Später aber wird die Energie vom höheren oder geistigen Willen des Menschen gelenkt und beherrscht werden, um einen vollkommeneren Körper zu schaffen, der den Körpern der gegenwärtigen Menschenrassen so weit überlegen sein wird, wie diese den Körpern des Tierreichs überlegen sind. (TL I, 12) 

 

Die derzeitigen Rassen der Erde sind noch nicht vollkommen menschlich. Noch sind in ihnen tierische Wesenszüge und Eigenschaften vorhanden. Sobald ihre Entwicklung zu vollkommenen menschlichen Wesen vollendet sein wird, werden sie etwas völlig anderes darstellen als irgendeine Rasse von Wesenheiten, die diesen Planeten je bewohnten. (TL VI, 305)

 

Dringend erforderlich für die Welt ist die Entwicklung eines höheren Typus der Menschheit. (TL VI, 302) 

 

Der bedauernswerte Zustand der Erde hängt damit zusammen, dass niemand von Erhebung etwas wissen will. „Man sieht heute nichts, das größer werden will“ beklagt ebenfalls Nietzsche (Zur Genealogie der Moral).

 

Der Antrieb, der den Menschen aus dem Mineral hervorgebracht hat, darf aber nicht auf unserer Stufe erlahmen. Er muss uns noch weit höher hinauf tragen!

 

Der grundlegende Impuls, der die menschliche Gattung aus der Zelle des Minerals hervorbrachte, darf, wenn sich die Steinzelle auf Stelzen erhob, nicht erlahmen. Wenn das Streben verlorengeht, hört der Mensch auf, ein bewusstes Wesen zu sein. (Gem 227)  

 

Streben wir voran zur nächsthöheren Stufe, zum Gottmenschen - zu einem Wesen, das das Göttliche in uns noch vollkommener offenbart als der heutige Mensch.

 

Viel ist über den zur Vergöttlichung strebenden Gott-Menschen gesprochen worden. Wir, Brüder der Menschheit, suchen und verkünden den Gott-Menschen auf Erden. Bereit zum Flug, trägt er dennoch seinen vollen Kelch auf Erden. Der Gott-Mensch ist ein Feuriger Schöpfer. Der Gott-Mensch ist der Träger des Feurigen Zeichens der Neuen Rasse. Der Gott-Mensch schreitet voran als ein sichtbar bestrebter Erlöser der Menschheit. (Hier 14, 15)

 

Die Welten entstehen und zerfallen, der Mensch hingegen, nachdem er seine gesamten Gefühle in das Feuer des Geistes umgewandelt hat, wandelt sich zum Übermenschen, nimmt seinen Platz unter den Höchsten Geistern ein und lebt so ewig. (HR II/2, 384; Brief vom 02.09.1937) 

 

 

9. Entwicklung der Geistigkeit

 

Sie verstehen Evolution falsch, wenn Sie sich die Zukunft der Menschheit mit immer neuen technischen Möglichkeiten ausmalen. Entwicklung findet statt, wenn der Mensch selbst sich verändert. Evolution ist nicht mit dem Fortschritt der Technik, mit der Perfektionierung unserer äußeren Werkzeuge gleichzusetzen. Sie bedeutet vielmehr eine Änderung und Erhebung unseres eigenen Wesens. Die Evolution will ein höheres Lebewesen aus dem Menschen formen.

 

Wenn die Menschen bemüht sind, sogar die wissenschaftlichen Apparate zu vervollkommnen, wie wünschenswert ist dann die Verfeinerung des menschlichen Apparates selbst! (Herz 76)  

 

Sie selbst sollen größer werden, nicht Ihr Haus, Ihr Auto, Ihr Bankkonto, Ihre Bibliothek, Ihre Maschinen, Fluggeräte oder Waffen.

 

In welche Richtung wird diese Veränderung vor sich gehen? Unsere Enkel und Urenkel werden nicht wie Cowboys waffenschwingend durch den Weltraum jagen. Solche Vorstellungen verlängern nur phantasielos die heutigen Verhältnisse in die Zukunft.

 

Ein höheres Wesen wird ein geistigeres Wesen sein. Um größer zu werden, müssen wir geistig wachsen.

 

Nicht die Fabrik, sondern die Werkstatt des Geistes wird die Welt erneuern. (BGM I, 333 [389]) 

 

Die Menschheit erlebt nun die Zeit der Umwandlung von der Evolution des Intellekts zur Evolution der Geistigkeit. Diese Zeit ist durch die Errungenschaft der Vorherrschaft des Geistes über den Intellekt gekennzeichnet. (HR I/2, 112; Brief vom 07.06.1934)  

 

Die Möglichkeiten unseres Körpers sind weitgehend ausgeschöpft. Ob wir die 100 Meter noch einigen Millisekunden schneller laufen können, ist belanglos. Aber das Potential unserer ewigen, geistigen Individualität liegt noch nahezu vollkommen brach. Hier schlummern Schätze für eine Entwicklung ohne Grenzen!

 

Das Zeitalter des Geistes naht. (BGM I, 249) 

 

Zu den Fertigkeiten, die das Potential unseres Geistes ermöglichen, gehören zum Beispiel: Gedankenlesen, Gedankenübertragung, Levitation, Telekinese, Geistheilung und dergleichen geistige Macht mehr. Eines Tages werden wir sogar fliegen lernen! Dann benötigen wir keine Handys, Fernsehgeräte oder Flugzeuge mehr: Dann ersetzen wir diese Apparate durch unseren eigenen Organismus!

 

Die Bedeutung des Herzens ist umso erhabener, als es in der Zukunft viele Apparate unnötig machen wird. Tatsächlich wird es in der neuen Epoche Menschen geben, welche ganze komplizierte Apparate durch sich selbst ersetzen werden. Jetzt erfindet man noch Roboter, doch nach dem Fieber des mechanistischen Denkens wird man seine Aufmerksamkeit wieder den Kräften des Menschen zuwenden. (Br II, 22) 

 

Das alles liegt weit in der Zukunft. Wir beginnen gerade erst, die Macht unseres Geistes zu entwickeln. Die ersten Übungen dazu finden Sie in unserer Sendereihe „Experiment Unsterblichkeit“.

 

 

10. Zyklen von Involution und Evolution

 

Wir haben bis jetzt nur von „Evolution“ gesprochen. Notwendig für das Verständnis der gesamten Entwicklung ist aber auch der Begriff „Involution“.

 

Die Entwicklung geht in Zyklen von Involution und Evolution vor sich, wie die nachstehende Skizze (aus Mahatmabriefe II, 119) verdeutlicht:

 

 

 

 

Zu Beginn eines Zyklus, am höchsten Punkt des Kreises (Punkt N), senkt sich der Geist in die Materie. Die Materie ist am Anfang dem Geist noch sehr ähnlich, das heißt, ganz fein und ätherisch, überwiegend geistig, kaum materiell.

 

Der erfahrene Schwimmer springt von den Höhen in die Wassertiefen. Er fühlt den Wagemut und die Freude, wenn er an die Oberfläche zurückkehrt. Ebenso bewusst versenkt sich der Geist in die grobstoffliche Materie, um wieder zu den Gebirgshöhen aufzusteigen. (Br I, 320)  

 

Im Laufe der Involution des Geistes in der ersten, absteigenden Hälfte des Zyklus wird die Materie immer fester, es entwickeln sich immer dichtere Körper. Die anfängliche spirituelle Erkenntnis weicht der intellektuellen Entwicklung. Der Mensch vergisst seinen göttlichen Ursprung und verliert seine höheren, geistigen Sinne und Fertigkeiten.

 

Am untersten Punkt des Kreises (Punkt S) ist der Abstieg des Geistes in die Materie, die Involution beendet. Materielle und intellektuelle Entwicklung haben ihren Höhepunkt erreicht. Der Geist ist am tiefsten Punkt angelangt. Das bedeutet: Die Wesen, die dort stehen, sind zwar intelligent, aber weitgehend geistlos.

 

An diesem Wendepunkt beginnt die aufsteigende Hälfte der Runde (Evolution): Der Geist befreit sich langsam wieder aus der Materie, indem er diese vergeistigt. Dadurch wird die Materie wieder feiner. Die Geistigkeit nimmt wieder zu, die Stofflichkeit ab. Die spirituelle Erkenntnis wächst und ersetzt die intellektuelle.

 

Am Ende des Zyklus (Punkt N) ist der Geist wieder auf seinem höchsten Punkt angelangt. Die Materie, in der er eingeschlossen ist, wieder fein und ätherisch. Ein neuer Zyklus kann beginnen - aber von einem höheren Ausgangspunkt aus.

 

Die ganze Zukunft gründet auf der Rückkehr der groben Materie in das Reich des Lichts! (AY 531) 

 

Der Gott im Menschen ruft danach, wieder eingelassen zu werden in den Garten Eden und jenen Zustand des Gleichgewichts, der Vollkommenheit, aus welchem er durch das göttliche Gesetz vertrieben wurde, damit er im Gewand der Unsterblichkeit zurückkehren möge. (TL IV, 184)

 

 

11. Spiralförmige Entwicklung

 

Die ganze Evolution verläuft in Form einer Spirale: ewig unbegrenzt wachsend. Ein neuer Zyklus beginnt immer eine Ebene höher als der Ausgangspunkt des vorherigen Zyklus.

 

Alles, was existiert, wächst spiralförmig. (AY 413)  

 

Der spiralförmige Aufbau liegt allen Strömen zugrunde; im ganzen Dasein kann man die gleiche spiralförmige Grundlage wahrnehmen. (FW II, 360)  

 

Es ist wichtig, dieses Prinzip zu erkennen: Die Entwicklung berührt immer wieder dieselben Punkte und durchläuft dieselben Phasen – aber jeweils vertiefend, auf einer höheren Stufe als zuvor.

 

Diese zyklische, spiralförmige Entwicklung durchläuft nicht nur der Mensch, sondern Mineralien, Pflanzen und Tiere ebenso. Selbst unser Planet, die Erde, geht – parallel zum menschlichen Zyklus – denselben Weg von einem ätherischen Beginn hinunter zu Erkaltung und Verfestigung und wieder hinauf zur Vergeistigung.

 

 

12. Entsprechende Entwicklung des einzelnen Menschen

 

Jeder einzelne von uns macht eine entsprechende Entwicklung durch: Als Kind, in den ersten sieben Lebensjahren, sind wir sehr spirituell in dem Sinne, dass die Seele unser Leben bestimmt: Wir haben noch Verbindung zu der Höheren Welt, aus der wir gerade gekommen sind. Alles Materielle ist uns fremd. Wir leben noch weitgehend in der Welt der Seele – in unserem eigenen Reich der Phantasie. Die Seele benötigt einige Jahre, um vollständig vom Körper Besitz zu ergreifen und in das physische, irdische Leben einzutreten.

 

Dann folgt die Zeit der Sexualität, des Aufbaus einer materiellen Existenz, der Gründung einer Familie, die Gestaltung der irdischen Welt. Die Belange der Seele treten in den Hintergrund.

 

Gegen Ende des Lebens verliert das Materielle wieder an Bedeutung. Die Sehnsucht, das Leben der Seele zu leben, wird immer größer. Das Irdische befriedigt uns nicht mehr. Wir wenden uns geistigen Aufgaben und Freuden zu. Wir bereiten uns vor auf die Rückkehr in die spirituelle Welt.

 

So wird die obere Hälfte des Lebenskreises am Anfang und am Ende unseres Lebens von Geist und Spiritualität regiert, die untere Hälfte von Materie und Intellekt. Bei einem neuen Leben auf der Erde beginnen wir wieder von oben – aber von einem höheren Ausgangspunkt aus, bereichert um alle Erfahrungen, Errungenschaften und Aufspeicherungen des vorhergehenden Lebens.

 

 

13. Sieben Zyklen

 

Aus der unbegrenzten Evolution sind für uns Heutige sieben Zyklen erkennbar: Die Monade durchläuft zunächst einen mineralischen, sodann einen pflanzlichen, weiter einen tierischen und zur Zeit den IV., den menschlich-irdischen Zyklus. Eine Monade, die diesen IV. Zyklus beginnt, war also zuvor als Stein, Pflanze und Tier verkörpert und hat die Entwicklung dieser niedrigeren Arten erfolgreich durchlaufen.

 

Um es ganz klar zu sagen: Sie – Ihr wahres Ich, Ihre ewige Individualität – waren vor Millionen von Jahren einmal ein Stein. Sie haben sich dann zu einer Pflanze und einem Tier fortentwickelt, bevor Sie schließlich so weit waren, im Körper eines Menschen auftreten zu können.

 

Die obige Skizze zeigt diese Zyklen I bis VII. Nur der IV., der menschliche Zyklus spielt sich auf der Erde ab, die anderen Zyklen dagegen auf anderen Planeten. Der Mensch kommt von einem niedrigeren Planeten. Wenn er gelernt hat, was er auf Erden lernen kann, schreitet er im V. Zyklus weiter fort auf einem höheren Planeten.

 

Im I. Zyklus wird ein ordinärer Kieselstein zu einem „spirituelleren“ Mineral, z.B. zu einem Kristall, das bereits wächst und sich damit dem Pflanzenreich annähert.

 

Im II. vegetabilen Zyklus entwickeln sich Grashalme zu höher stehenden Pflanzen wie Rosen, Orchideen oder Bäumen sowie zu Lebensformen, die den Übergang zum nächsten Zyklus, zur Tierwelt darstellen.

 

Einfachste Exemplare der Tierwelt wie Küchenschaben werden im III. Zyklus zu „geistigeren“, höheren Tieren wie Delphinen, Pferden, Hunden oder Affen. Sie nähern sich damit der Stufe des Menschen an und werden reif für den IV. Zyklus.

 

Der spätere V., VI. und VII. Zyklus bieten Möglichkeiten für eine Entwicklung weit über den heutigen Menschen hinaus – für Wesen, die gar keine Menschen mehr, sondern „Gott-Menschen“ oder „Übermenschen“ sein werden.

 

Die Dauer eines Zyklus beträgt etwa 4,3 Milliarden Jahre.

 

 

14. Mensch stammt nicht vom Affen ab

 

Wenn Sie dieses System verstehen, erkennen Sie: Der heutige Mensch stammt nicht vom heutigen Affen ab:

 

Die Monaden der heutigen Affen sind einen ganzen Zyklus zurück gegenüber den Monaden der heutigen Menschen, nämlich erst in ihrem III., dem tierischen Zyklus. Die heutigen irdischen Affen werden erst in ihrem nächsten (ihrem IV.) Zyklus auf einem anderen Planeten menschenähnliche Wesen werden. Dann sind die heutigen Menschen bereits höhere Wesen ihres V. Zyklus.

 

Die Körper der heutigen Menschen-Monaden waren in ihrem vorangegangenen, tierischen Zyklus – auf einem niedrigeren Planeten - aber affenähnlich.

 

 

15. Sieben Runden

 

Jeder der sieben Zyklen ist aufgeteilt in sieben Runden. Innerhalb eines Zyklus wiederholt sich der bereits geschilderte Ablauf: Der Zyklus beginnt am höchsten Punkt mit Runde 1 und einem ätherischen, geistigen, fast materielosen Wesen. In den Runden 2 und 3 wird die Monade immer materieller, erreicht in Runde 4 den Tiefpunkt des Kreises, um sich dann in den Runden 5, 6 und 7 wieder zu vergeistigen.

 

Unser heutiger, irdischer IV. Zyklus begann mit seiner 1. Runde vor etwa 1,9 Milliarden Jahren. Die Monaden, die damals von anderen Planeten zur (ätherischen) Erde kamen, mussten in der 1., 2. und 3. Runde zunächst noch einmal, diesmal unter den besonderen Bedingungen der Erde, die mineralische, pflanzliche und tierische Entwicklung durchlaufen. Das dauerte rund 300 Millionen Jahre, so dass die eigentliche, menschliche Entwicklung vor etwa 1,6 Milliarden Jahren begann.

 

Wir befinden uns heute im untersten Siebentel des Zyklus, in der 4. Runde. Hier findet die körperliche Entwicklung des Menschen (und der Erde) statt. Die Wesen der früheren Runden waren ätherische Vorbilder, keine physischen Menschen, wie wir sie heute kennen.

 

 

16. Sieben Rassen

 

Jede Runde eines Zyklus ist aufgeteilt in sieben Rassen. Auch hier verläuft die Entwicklung wieder analog zu der in den Runden und Zyklen: Involution beginnend von dem ätherischen höchsten Punkt bis hinunter zum Tiefpunkt und dem dichtesten materiellen Stadium, von dort aus Evolution bei wieder zunehmender Vergeistigung.

 

Von der ersten Rasse ist wenig bekannt. Die zweite Rasse waren die Hyperboräer, die dritte Rasse die Lemurier, die vierte Rasse die Atlantier und heute sind wir in der fünften Rasse der Arier.

 

Jede dieser Rassen bewohnte einen eigenen Kontinent, der mit ihrem Ende unterging. Auch für die kommende sechste Rasse werden ein neuer Kontinent entstehen und große Teile der bisherigen Erdoberfläche im Meer versinken (was die Bedeutung des viel diskutierten Klimawandels relativiert).

 

Sehen wir uns diese Rassen jetzt genauer an:

 

 

17. Hyperboräer

 

Die 4. Runde des IV., irdischen Zyklus begann vor etwa 300 Millionen Jahren mit der ersten Rasse. Die ersten Körper waren riesig, unförmig und aus sehr feiner, ätherischer Materie.

 

Die zweite Rasse bewohnte den hyperboräischen Kontinent, der um den Nordpol herum lag und inzwischen versunken ist.

 

Die ersten beiden Rassen waren „Götter“ durch ihre Geistigkeit und Reinheit, hatten aber noch keinen Intellekt. Sie waren unsterblich, weil sie keine grobstofflichen Körper hatten. Sie waren der heutigen Menschheit an Spiritualität weit überlegen.

 

 

18. Lemurien

 

Die dritte Rasse lebte in Lemurien, einem Kontinent, der sich an der Stelle des heutigen Pazifischen Ozeans zwischen Madagaskar und Südamerika befand. Er ist inzwischen – bis auf Australien, Neuseeland, Ceylon und einige Inseln – infolge Erdbeben und Vulkanausbrüchen untergegangen.

 

Diese Rasse war zunächst geschlechtslos, dann androgyn. In der Mitte der dritten Rasse, vor etwa 18 Millionen Jahren, trennten sich die Körper in männliche und weibliche, und die Menschheit, wie wir sie heute kennen, beginnt. Die geistigen Sinne verkümmerten mehr und mehr infolge der zunehmenden Körperlichkeit. Die Monaden waren in dieser Rasse zunächst unvernünftig, vom Instinkt und den Resten der Spiritualität geleitet. Erst gegen Mitte der dritten Rasse begann sich der Intellekt zu bilden.

 

Die Körper waren damals riesenhaft, anfangs 18, später noch 6 Meter groß. Die bekannten Statuen auf den Osterinseln, einem Rest des Kontinents Lemurien, zeugen von diesen Giganten, die sich mit den Dinosauriern herumzuschlagen hatten. Reste der alten Lemurier sind heute Völker wie die Äthiopier, die eingeborenen Australier (Aborigines) und die Buschmänner.

 

 

19. Atlantis

 

Die vierte Rasse, die vor 4 bis 5 Millionen Jahren begann, lebte in Atlantis. Dieser Kontinent lag an der Stelle des heutigen Atlantischen Ozeans zwischen Westafrika und Südamerika und dehnte sich im Norden bis nach Island aus. Er wurde vor rund 850.000 Jahren durch eine Flutkatastrophe zerstört. Es blieben einzelne Inseln übrig, die infolge späterer Fluten untergingen, die letzte, die von Platon erwähnte Insel Poseidonia, durch die biblische Sintflut des Noah vor 9500 Jahren.

 

Allerletzte Reste von Atlantis sind die heutigen Inseln der Kanaren, Kap Verden und Azoren. Wenn Sie dort Urlaub machen, spüren Sie, dass Sie auf uraltem Boden stehen.

 

Die Atlantier besaßen eine hohe Kultur. Sie hatten bereits Flugzeuge, die mit Äther betrieben wurden. Die intellektuelle Entwicklung der Menschheit erreichte damals ihren Höhepunkt. In der Blütezeit - vor etwa 1 Million Jahren - hatte die Hauptstadt, die „Stadt der Goldenen Tore“, 2 Millionen Einwohner und der ganze Kontinent 2 Milliarden. Auch die Atlantier waren zunächst noch Riesen mit einer Größe von fast 4 Metern. Im Laufe der Zeit verringerte sich ihre Größe bis zu der des heutigen Menschen.

 

Die fünfte Rasse der 4. Runde, die Arier, aus denen der größte Teil der heutigen Menschheit besteht, entstand vor etwa 1 Million Jahren in Asien.

 

 

20. Heutige Zeit: Tiefpunkt

 

Wir heutigen Menschen gehören überwiegend zur fünften Rasse der 4. Runde des IV. Zyklus. Wir haben damit den untersten Wendepunkt der sieben Zyklen (Punkt S) gerade eben hinter uns gelassen.

 

Ihr Gefühlswissen bestätigt Ihnen das: Der Intellekt, der Materialismus, Wissenschaft und Technik haben ihren Höhepunkt bereits vor unserer Zeit überschritten. Sie können uns den Weg nicht mehr weisen. Der Geist ist auf dem Tiefpunkt angelangt. Wir befinden uns jetzt in den allerersten Anfängen einer erwachenden, sich langsam wieder befreienden Geistigkeit. Deshalb haben es die wenigen Geistigen zur Zeit so schwer.

 

Der neue Weg auf dem aufsteigenden Bogen wird ein Weg der Innerlichkeit, der Entwicklung des Geistes, der höheren Kräfte des unsterblichen Selbst des Menschen sein: Der Weg der Spiritualität, der Geistige Pfad. Das Neue Zeitalter ist das der Evolution des Geistes aus der Materie.

 

Die nächste Evolutionsstufe wird die sechste Rasse der 4. Runde sein. Der Sinn des Agni Yoga ist es, die Menschheit auf diesen Schritt vorzubereiten.

 

Jetzt sammeln Wir die Geistwesen der sechsten Rasse - und Agni Yoga ist der Ruf! (U I, 188)  

 

Glauben wir nicht, dass die nächste Rasse auf rosigen Schwingen vom Himmel fallen wird. Nein, auch hier kann man auf ein Laboratorium nicht verzichten. Wir begrüßen es, wenn sich bereits jetzt Gedanken über die Umbildung der Rasse festigen. So wird der menschliche Geist eine erneuerte Hülle erhalten. (Hier 207) 

 

Es wäre richtiger zu sagen, dass die Runde des Kali Yuga auf unserem Planeten dem Ende zugeht und wir uns jetzt im Übergangsstadium befinden. Satya Yuga wird einsetzen, sobald sich die sechste Rasse bewährt, von der bereits einzelne Gruppen auf der Erde in Erscheinung treten. Doch die wahre Ära von Satya Yuga kann auf unserem Planeten erst beginnen, wenn er von allem ungeeigneten Material gereinigt ist und neue Kontinente gebildet werden. (HR I/3, 110; Brief vom 31.05.1935).

 

 

21. Entwicklung bis auf höchste Stufen

 

Der weiteren Entwicklung des Menschen nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Jeder kann die nächste Stufe erreichen und ein Gandhi, Mozart oder Raffael, ein Heiliger oder Mahatma werden. Diese haben sich vor Zeiten selbst von niedrigen Ebenen aus emporgearbeitet und schreiten seither zu noch höheren weiter voran.

 

Es ist absurd, das Wesen des Archaten als jenseits der Erde zu betrachten. Er evolvierte als Leiter der Herzen auf Erden. (Herz 585)  

 

Danach stehen vor uns wieder höhere Stufen: „Gottessöhne“ wie Jesus oder Buddha, Engel und Erzengel. Vermöge des innewohnenden göttlichen Feuers ist jeder Mensch ein potentieller Christus!

 

Das geistige Licht spiegelt sich im Gemüt des Menschen sowie jedes anderen lebenden Geschöpfes in verschiedenen Graden wider. Jeder Mensch ist daher seiner Anlage nach ein Christus. (TL V, 207) 

 

Zuerst warst du Mineral, dann Pflanze, dann Tier, dann Mensch. Du wirst ein Engel werden, und auch das wirst du hinter dir lassen. Es warten noch tausend weitere Existenzformen auf dich. Was du dir nicht vorstellen kannst, das wirst du sein. (Rumi)

 

Alle diese höheren Grade sind den Niederungen des normalen, materiellen menschlichen Lebens entwachsen. Sie haben sich aus äußeren Verhältnissen emporgearbeitet, die nicht besser waren als unsere heute. Ihre größere Gottesnähe beruht auf nichts anderem als einem reineren Leben und einem höheren Streben, auf einer erfolgreicheren Entwicklung des göttlichen Kerns.

 

Das Wort Mahatma wird mit Große Seele übersetzt. Manche stellen sich die Mahatmas als eine völlig abgesonderte Rasse vor. Man sollte sich eine große Seele nicht als völlig abgesondert vorstellen. Jeder Mahatma begann seinen Aufstieg inmitten eines Volkes und hatte bloß den Mut, den schweren Pfad der Großen Seele zu wählen. (Hier 304)

 

Ich muss Sie daran erinnern, dass alle Erzengel und Engel die menschliche Evolution durchschritten haben. Und der Erzengel Varahael oder Uriel war und ist ein Mensch. Ebenso wandelte auch der Erzengel Michael, obwohl er seinen Platz inmitten der Höchsten Erzengel einnimmt, nichtsdestoweniger auf unserer sündigen Erde, Rettung bringend. (HR I/2, 242; Brief vom 12.12.1934)  

 

Wie könnte es anders sein? Wie anders als durch Arbeit kann man so hohe Stufen erreichen? Wie könnte ein Wesen wie Jesus die Menschheit verstehen und führen, wenn Er selbst nicht menschliche Arbeit und menschliches Leiden kennengelernt und sich darüber erhoben hätte?

 

Wie könnte das Herz die ganze Schönheit des Daseins erkennen, wenn es nicht in alle Freuden und Leiden des Lebens eingedrungen wäre? (FW III, 208) 

 

Die Menschen sagen, die Kumaras (Erzengel) sind eine überirdische Erscheinung, aber sie vergessen, mit welcher Arbeit die Errungenschaft erlangt wird. Auf diesem Pfad werden die Eigenschaften der Führer der Menschheit erworben. Sie können auf die Leiden der Menschen nur erklingen, wenn sie selbst das irdische Leid durchschritten haben. Sie können die Arbeiten der Menschen nur leiten, wenn sie selbst den Schweiß des Schaffens erfahren haben. Selbstverleugnung, Gnade, Mitgefühl, Mut werden im Leben geschmiedet. Die Stärke des Geistes wird nicht durch Abstraktes erlangt. Daher mögen die Menschen die Kumaras als die wahren Führer verstehen. (Br I, 489)

 

Es wäre unwissenschaftlich anzunehmen, dass Jesus oder die Engel außerhalb des Evolutionsgesetzes stehen könnten. Es gibt nichts im Universum, das diesem Gesetz nicht unterworfen ist.

 

Frau Blavatsky anerkannte Jesu Göttlichkeit nur insoweit, wie Er den göttlichen Funken in seiner Natur zu einem höheren Grade entwickelt hatte als die Masse der Menschheit. (TL VI, 316) 

 

Die Göttlichkeit Jesu beruht nicht auf einer wunderbaren oder übernatürlichen Empfängnis, Geburt und Auferstehung. Die ihm zugeschriebene Lebensführung genügt, das Wirken der Gottheit durch ihn zu zeigen. Er ist das eine vollkommene Vorbild für Zeitalter menschlichen Strebens, das den jetzt auf Erden lebenden Menschen gegeben wurde.

Die Grundursache des Unterschieds zwischen Jesus und zahllosen anderen Menschen ähnlicher Veranlagung liegt darin, dass das innere Ego, das Selbst jener Wesenheit, im Laufe vieler Erdenleben durch Selbstaufopferung, unermüdliches Arbeiten, Reinheit der Lebensführung und reines Streben, durch innige Liebe und unablässiges Dienen für andere, in seiner eigenen Natur und durch dieselbe die Voraussetzungen für die Aufnahme und Ausstrahlung des göttlichen Lichtes, das wir den Christos nennen, geschaffen hatte.

Infolgedessen wurde er ein „Auserwählter“, „ein Licht für die Erleuchtung der Welt“, ein Vorbild zur Nachahmung für alle Menschen, wenn sie die Höhe erreichen wollen, wo Er wohnt, und wenn sie durch dieselben Mittel ein Werkzeug schaffen wollen, durch welches die in den verschiedenen Berichten über das Herabsteigen des Heiligen Geistes erwähnten Erscheinungen einer verwunderten Menschenmenge offenbart werden können. (TL II, 64)  

 

 

22. Der Weg zu Gott

 

Wenn wir bis hierhin gelangt sind, können wir vor der Spitze der Pyramide nicht Halt machen: Es ist einer der schrecklichsten Irrtümer der Menschheit, sich Gott als ein unerreichbares Wesen außerhalb der Natur und der Evolution vorzustellen.

 

Auch Er hat vor Äonen die natürliche Entwicklung aus niedrigsten Anfängen durchgemacht und sich durch nichts als Arbeit zu den höchsten Höhen emporgeschwungen. Eine der zentralen Lehren des Agni Yoga lautet:

 

Es gibt keinen Gott, der nicht einmal Mensch war. Alle Götter müssen die menschliche Evolution durchlaufen. (HR I/3, 113; Brief vom 31.05.1935)

 

Wir sind aufgerufen, denselben Weg zu gehen!

 

Es ist von größter Bedeutung, dass Sie die Evolutionslinie zu erkennen, die vom Grashalm über den Menschen bis hin zu Wesen führt, die weit höher stehen als wir. Nur so können Sie sich ein wissenschaftliches, der Vernunft nicht widersprechendes Bild der höheren Sphären machen. Nur so können Sie Mut für Ihre eigene Entwicklung schöpfen. Nur so können wir die unfruchtbare Abstraktheit überwinden, die dem heutigen Gottesverständnis anhaftet.

 

Der Mensch auf dem Weg zu Gott: Diese Vorstellung von unserem evolutionären Pfad ist weder neu noch spintisierender Mystizismus: Jesus selbst hat sie uns schon vor zwei Jahrtausenden vorgegeben, als er in der Bergpredigt lehrte:

 

Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist. (Mt 5, 48)

 

Wenn Sie sich wirklich bewusst machen, dass Sie mit Ihrer höheren Natur Gottes Ebenbild in sich tragen, werden Sie sich bemühen, diesem inneren Vorbild möglichst ähnlich zu werden.

 

Das ist keine Chimäre, kein unerreichbares Ziel: Wir tragen mit unserem höheren Selbst die Eigenschaften Gottes schon in uns. Es kommt nun darauf an, dieses Potential in Jahrmillionen Schritt für Schritt bis zu seiner höchsten Vollendung zu entwickeln.

 

Werden wie ein Gott: Wird das nicht ein stolzes, ein würdiges - wird das nicht das höchste Ziel sein?

 

Hören wir zum Abschluss dieser Sendung noch einen Paragraphen aus dem Agni Yoga:

 

Der Wanderer erklärt, dass er zum Herrscher Selbst geht. Freilich, über solch einen Beschluss staunen die Menschen, aber sie schätzen solche Standhaftigkeit. Man muss sich das höchste Ziel setzen, nur dann erscheint der Weg nicht abschreckend. Man muss sich im ganzen Dasein der höchsten Eigenschaft anschließen. Man muss höhere, allein den Höchsten Kräften würdige Maßstäbe anlegen. (FW II, 370)