
Herz
1932
Nach des
Tages Arbeit wollen wir uns versammeln und über das Herz sprechen. Es wird uns
über die irdischen Sphären hinaus zur Feinstofflichen Welt führen, um uns der
Sphäre des Feuers näherzubringen.
*****
1. Mit
den Augen des Herzens schauen, das Getöse der Welt mit den Ohren des Herzens hören,
mit dem Verständnis des Herzens in die Zukunft sehen und sich durch das Herz an
die Aufspeicherungen der Vergangenheit erinnern – so sollte man auf dem Pfad
des Aufstiegs ungestüm voranschreiten.
Die Schöpfung
umfasst das feurige Potential und wird vom heiligen Feuer des Herzens gesättigt.
Deshalb ist auf dem Pfad zur Hierarchie, dem Pfad zum Großen Dienst, auf dem
Pfad der Gemeinschaft die Synthese der einzige lichtvolle Pfad des Herzens. Wie
kann man Strahlen aussenden, wenn es keine Flamme gibt, die im Herzen verwirklicht
wird? Die Eigenschaft des Magneten ist nämlich im Herzen angelegt. Die höhere
Schöpfung wird von diesem großen Gesetz gesättigt. So wird jede Vollendung,
jede Vereinigung und jede große kosmische Einheit durch die Flamme des Herzens
erlangt.
Womit können
wir die Grundlage für große Stufen legen? Tatsächlich nur mit dem Herzen. So verschmelzen
die Bögen des Bewusstseins in der Flamme des Herzens.
So wollen
wir uns die herrliche Anziehung des Magneten des Herzens merken, die alle
Erscheinungen vereint. Der Silberne Faden, der den Lehrer mit dem Schüler vereint,
ist nämlich der erhabene Magnet des Herzens. Die Vereinigung des Lehrers mit
dem Schüler verwirklicht das Wesen jedweder Evolution.
2. Viele
Legenden beschreiben die Erfüllung von Wünschen, sprechen aber nicht von der
grundlegenden Bedingung, der Ausweglosigkeit, welche die Wünsche bis zur
Unabänderlichkeit zuspitzt; jeder kleine Umweg stumpft den Pfeil der
Unabänderlichkeit schon ab. Doch wie jemand schwimmt, der das Wasser nicht
kennt, wenn Gefahr ihn zu Boden zieht, so findet man die Lösung für die
Erfüllung eines Wunsches, wenn alle Wege abgeschnitten sind. Die Menschen
sagen: „Ein Wunder ist geschehen!“. Doch oft war es bloß eine Zuspitzung der
psychischen Energie*.
Das Herz,
diese Sonne des Organismus, ist der Mittelpunkt der psychischen Energie. So
müssen wir das Gesetz der psychischen Energie im Auge haben, wenn wir vom
Herzen sprechen. Herrlich ist es, wenn das Herzen sich als die Sonne der Sonnen
des Universums fühlt. Wir müssen die Sonne des Höchsten Hierarchen als unser
Banner verstehen. Herrlich ist dieses Banner, wie eine unbesiegbare Macht, wenn
unsere Augen seinen Glanz aufgenommen haben, der sich in unserem Herzen
widerspiegelt.
3. Ob man
das Herz die Wohnstätte der Elohim[1] oder
die Synthese der Synthesen nennt, es bleibt immer der Mittelpunkt. Selbst jene,
die beim Herzen nur seine niederen, physiologischen Funktionen anerkennen,
verhalten sich ihm gegenüber behutsam. Doch wie tiefer muss dann der dem Herzen
lauschen, der den Magneten und den Silbernen Faden kennt! Deshalb bringt einen
der Lehrer von allem eng-physischen ab, um bei jedem Organ an die geistige Welt
zu erinnern. Für Uns ist es ein Festtag, wenn reines Denken in die Sphäre des
unsichtbaren Seins übertragen wird.
Man muss
so dringlich in die Wohnstätte der Elohim hineinführen, als ob Gefahr den
Eintretenden verfolgte. Man kann den Pfad der Auserwählten anerkennen, wenn die
Unsichtbare Welt für sie real und zugänglich geworden ist. Dann kann man ein
Wachstum des Bewusstseins bemerken, und selbst die Organe des Körpers, genährt von
der Verbindung mit der Hierarchie, werden verwandelt.
Ebenso, wenn Wir
vom Errichten eines Tempels nach Art eines Herzens sprechen, haben Wir nicht herzähnliche
Gebäude im Sinn, sondern weisen auf seine innere Bedeutung hin. Kein Tempel
kann ohne das Bewusstsein der unbegrenzten Kette bestehen; so ist auch das Herz
mit allen Empfindungen des Kosmos verbunden. Wehmut oder Freude des Herzens
klingen mit den fernen Sphären zusammen.
Warum spürt man öfter Wehmut als Freude?
Die ständigen kosmischen Perturbationen[2] erschüttern
natürlich das Herz, das an ihnen teilnimmt. Deshalb hat der Dienst eines solchen
Herzens auch ein so großes Gewicht auf der Waage der Welt.
Helft mit beim Aufbau der Welt! Es gibt
weder einen Tag noch eine Stunde, in der die Welt nicht in Gefahr wäre. Zwei
Augen allein können diese Gefahr nicht erkennen, sondern nur drei, wie sie auf
dem Banner der Herrscher[3] erscheinen.
Man muss den Tempel des Herzens als eine
dringende Empfindung verstehen. Nicht
zufällig wurde das Herz mit dem Zeichen des Kreuzes gekennzeichnet. So
begleitet das Zeichen des Kreuzes ewig den Tempel des Herzens.
5. Neue Bedingungen
offenbaren den Weg in die Zukunft. Die Wahrheit ist immer dieselbe, aber die
Verbindungen sind dem Bewusstsein gemäß verschieden.
Wie viel
Schönes wird vernichtet aufgrund von Unwissenheit über den Tempel des Herzens.
Doch lasst uns unbeugsam bestrebt sein, uns der Wärme des Herzens bewusst zu werden,
und beginnen wir, uns als Träger des Tempels zu fühlen. So kann man die
Schwelle zur Neuen Welt überschreiten. Wie nichtig sind jene, die meinen, die
Neue Welt sei nicht für sie. Die Körper sind verschieden, der Geist jedoch wird
der Neuen Welt nicht ausweichen.
6.
Zweifel ist der Untergang der Qualität. Zweifel ist das Grab des Herzens.
Zweifel ist eine Quelle der Hässlichkeit. An den Zweifel muss in jedem Gespräch
erinnert werden, denn wohin werden wir ohne Qualität gelangen? Was werden wir
ohne das Herz verstehen? Was werden wir ohne Schönheit erreichen?
Man wird
fragen: Warum zuerst „Unbegrenztheit“, dann „Hierarchie“ und erst danach „Herz“,
warum nicht umgekehrt? Doch zuerst kommt die Richtung, dann die Verbindung und
danach das Mittel. Man darf dieses heilige Mittel nicht durch Zweifel verderben.
Betrachten
wir die Beschaffenheit des Pulses eines Menschen, wenn er zweifelt und ebenso
in einer Stunde wahren Strebens. Wenn Zweifel den Puls und die Emanationen
verändern kann, wie physisch zersetzend wird er dann auf das Nervensystem wirken.
Die psychische Energie wird durch Zweifel geradezu verschlungen.
Nach dem
Zweifel lasst uns an den Verrat selbst erinnern, denn wer steht dem Zweifel
näher als ein Verräter? Man kann aber diese Finsternis nur durch Anschluss an die
Hierarchie überwinden, an das, was unvermeidlich ist, wie das Strahlen der
Sonne. Wahrlich, sie brennt, aber ohne sie herrschte Finsternis!
7. Das
Herz ist der Mittelpunkt, aber am wenigsten egozentrisch. Nicht Selbstsucht lebt im Herzen, sondern Allmenschheitsliebe.
Nur der Verstand umgarnt das Herz mit einem Spinngewebe der Egozentrik.
Gutherzigkeit
wird nicht so sehr an sogenannten guten Werken gemessen, deren Beweggründe sehr
verschieden sein können, sondern an der innersten Herzensgüte; sie entzündet jenes
Licht, das in der Finsternis leuchtet.
So
erweist das Herz sich tatsachlich als ein völkerübergreifendes Organ. Wenn
Licht unser Symbol der Aura ist, dann ist sein Erzeuger das Herz.
Wie
notwendig ist es, zu lernen, das Herz nicht als sein eigenes, sondern als der
ganzen Welt gehörig zu empfinden. Nur durch diese Empfindung kann man beginnen,
sich vom Egoismus zu befreien, und dabei die Individualität der
Aufspeicherungen bewahren. Es ist schwierig, Individualität mit einem universellen
Fassungsvermögen zusammenzubringen, doch der Magnet des Herzens ist nicht ohne
Grund mit dem „Kelch“ verbunden.
Man kann
verstehen, wie das Herz ein besonderes Licht ausstrahlt, das durch die Nervensubstanz
auf jede Weise gebrochen wird. Der Kristall der psychischen Energie kann ja unterschiedlich
gefärbt sein.
8. Die
Reinigung des Herzens ist sehr erschwert, wenn das Spinngewebe der Selbstsucht es
verfettet. Das Fett der Selbstsucht ist ein tierisches Erbe. Die reinen
Aufspeicherungen der Individualität können das erklären, woran der Verstand noch
nicht einmal denken kann.
Besonders
schwierig ist es, jemandem etwas einzugeben, das überhaupt noch nicht in den Kreis
seiner Vorstellung eingegangen ist. Das Herz gilt als der Palast der
Vorstellung. Wie kann man fortschreiten, wenn die Macht der Vorstellung fehlt? Doch
woher wird sie kommen, wenn es keine Erfahrung gibt?
9.
Herzlosigkeit ist nichts anderes als ein unkultivierter Zustand des Herzens.
Kleinmut ist eine Beschränkung des Denkens. Unduldsamkeit gehört zur selben
Familie der Abscheulichkeiten, die das heilige Gefäß des Herzens herabsetzen.
Ihr wisst bereits, dass ein verfeinertes, angespanntes Herz einen Anstoß gleich
einem Dynamo gibt, womit es sich als Gefäß der Weltenergie erweist.
Doch die Kultur des Herzens wird nicht aufgespeichert, wenn es keine
entsprechende Nahrung erhält. Ebenso wird der beste Akkumulator nicht
funktionieren, wenn er nicht geschützt und richtig angeschlossen wird. Das Herz
bedarf der ständigen Speisung, andernfalls, beraubt der höheren Verbindung,
verkümmert es.
So wollen
wir nicht vergessen, dass auf dem Grund des Kelches ein Kind als Symbol des
Aufstiegs abgebildet wurde.
10. Durch
ein seltenes Experiment kann man beobachten, wie das Herz sogar ferne Erdbeben und
andere Weltereignisse widerspiegelt. Man kann bemerken, dass nicht nur
kosmische Perturbationen, sondern sogar die Widerspiegelungen der
Ausstrahlungen des Geistes auf weite Entfernungen wirken. Wir lenken die
Aufmerksamkeit auf den Transmutator von Prana*, die Lunge, die dem Herzen das
Wesen übermittelt, um weltweites Gleichgewicht zu verwirklichen.
Die neuen
Errungenschaften in den feinstofflichen Körpern sind von Erfolg gekrönt. Eine
solche Errungenschaft wurde unaufschiebbar, weil die Grundlage der Verbindung
mit dem Magneten der Hierarchie gestört ist. Als Hilfe gegen das gestörte
Gleichgewicht wird eine neue Art von feinstofflichem Körper gegeben.
11. Wenn die
Schätze der Energie die Schätze des Herzens und des Gefühlswissens übersteigen,
wird gewöhnlich ein Mitarbeiter als Lehrer entsandt, um das Gleichgewicht
wiederherzustellen. Es wurden tatsächlich Washington[4] ein
Professor und Dschingis Khan ein Weiser vom Berge beigegeben. Man könnte viele
ähnliche Beispiele anführen. Man sollte sie als Ergänzung der Tätigkeit
betrachten, aber nicht als unbedingtes Erfordernis.
Es gab
auch viele Beispiele, wo Tatmenschen eine solche Zusammenarbeit ablehnten und
damit nicht nur für sich selbst, sondern auch für das Allgemeinwohl einen nicht
wiedergutzumachenden Schaden anrichteten. Wir haben solche Ablehnungen mehrfach
erfahren. Gerade die mangelnde Entwicklung des Herzens verhinderte die Zunahme
der Möglichkeiten, die sich bereits durch Aufspeicherungen gebildet hatten.
12.
Unsere Hand wird nicht ermüden, dem Herzen einen rettenden Faden zu reichen.
Wer kann sagen, dass Wir mit Hilfe zögerten? Wir können aber viele Fälle
nennen, wo Unser Bote wegen Herzlosigkeit zu Eis erstarrte. So ist es nicht
leicht, das Potential des Herzens in Tätigkeit zu versetzen. Man muss über den
Abgrund fliegen, wie vom letzten Ufer in die Unbegrenztheit. Wie heilig ist der
Mut der Selbstlosigkeit, der das Herz öffnet!
13. Könnt
ihr euch vorstellen, was die Menschheit mit gesunden Körpern, aber unkultivierten
Herzen darstellen würde? Eine solche Orgie der Finsternis ist sogar schwer
vorstellbar. Sämtliche Krankheiten und Gebrechen können den weltweiten Wahnsinn
des Herzens nicht zügeln. Wahrhaftig, solange das Herz nicht erleuchtet wird,
werden Krankheiten und Gebrechen nicht abnehmen; andernfalls würde die Raserei
des Herzens mit kräftigen Körpern die Welten in Schrecken versetzte.
So wurde
vor langer Zeit über die Gerechten gesagt: „Er wandelte vor dem Herrn“[5]; was
bedeutet, dass er die Hierarchie nicht verletzte und so sein Herz läuterte.
Schon bei
der geringsten Läuterung des menschlichen Herzens kann man einen Wasserfall von
Segen offenbaren. Doch zur Zeit kann man nur dort umsichtig vorgehen, wo das
Herz noch nicht verfault ist. So darf man nicht verzagen, sondern muss wissen,
dass die Finsternis hartherzig geworden ist und viele Herzen stinken.
Die Offenbarung
der Bedeutung des Herzens ist eine alte Wahrheit, doch nie war sie so notwendig
wie heute.
14. Man wird
fragen: „Welche Energie ist gemeint, wenn man vom Herzen spricht?“ Natürlich dieses
selbe Aum, die psychische Energie aller drei Welten. Doch wenn man sie erforscht
kann man feststellen, dass ihre Ablagerungen verschiedenfarbig sind. Natürlich können
die Ablagerungen rot, purpurn oder blau sein, wenn sie sich aber dem Herzen nähern,
verlieren sie ihre Färbung. Der Kristall des Herzens ist weiß, farblos. Gewiss,
dieses Erklingen des Herzens wird nicht oft beobachtet, doch man sollte es anstreben.
Die Alten
rieten, die Hand auf die Nadeln junger Zedern zu halten, damit das kondensierte
Prana durch die Fingerspitzen eindringt. Es gibt viele Methoden, um psychische
Energie aus dem Pflanzenreich aufzunehmen, doch als die beste muss man das
offene Herz ansehen, wenn es die Linie des Strebens kennt.
15. Mögen
wir durch die Heuchelei der Unwissenden auch gedemütigt werden, so gibt es doch
nur den einen Weg, und nichts wird ihn verdecken, wenn das Herz rein ist. Wie
weise wurde das Herz ein Schiff genannt, doch ein Schiff erfordert einen
Steuermann.
Mut wird
aus einem reinen Herzen geboren. Man kann das Herz mit einer Rose vergleichen,
bei der die Bedeutung der Blume in der Vielzahl ihrer Blätter liegt; werden sie
jedoch abgerissen, wird die ganze Blume verletzt. So bewahrt den Schutz des
Herzens. Es ist weise, zu verstehen, dass allein der Herr der Blume zu allen
Blättern Zutritt hat.
16. Hier sprechen
Wir vom direkten Streben zu Uns. Wir sprechen vom Nutzen und dem Erfolg, die
von einer solchen Hinwendung herrühren. Es scheint verlockend, dieses Mittel zu
erproben, doch wie viele versuchen, diesen Weg zu gehen? Indes wird jeder, der
Unser Allheilmittel erprobte, sagen, dass Unser Rat sehr gut ist.
Er wird überall
und immer bestätigen, dass er erfolgreich war, wenn seine Gedanken bei Uns
weilten. Jeder Misserfolg ergab sich zufolge einer Beschmutzung des Silbernen
Fadens.
Wie schön
wäre es, wenn ein jeder sich beim Beenden eines Tages die Frage über die Qualität
seiner Gedanken während dieser Stunden stellen würde! Wie mächtig würde man
durch die Erkenntnis werden, dass seine Gedanken den verbindenden Faden
gestärkt haben. Das Aufkommen von unwürdigen Gedanken könnte unverzüglich ausgemerzt
werden. Aber die Sache der Menschen steht so, dass sie hören, ohne hinzuhören,
und nicht weiter lesen, als das Auge reicht.[6]
So rate
Ich noch einmal, die Lehre zum Bedürfnis eines jeden Tages zu machen. Ich rate
zu beobachten, inwieweit man in seiner Umgebung erfolgreich war.
In eng verbundenen
Gruppen sollte man besonders die wechselseitigen Gedanken beachten, um den
Strom nicht zu belasten und zu unterbrechen. Viele Lehren raten zu dieser
einfachen Disziplin, doch sollte auch jedes Buch daran erinnern, weil das Lebenswichtigste
und Notwendigste nicht im Leben angewendet wird.
Und für
Uns bedeutet es ein großes Glück, wenn Wir jemandem so vollkommen vertrauen
können wie Uns Selbst. So stark ist die Festung eines geöffneten Herzens!
17. Zu
allen Zeiten, ununterbrochen strömt die Lehre des Lebens auf die Erde nieder. Es
ist unmöglich, sich das irdische Dasein ohne diese Verbindung mit der
Unsichtbaren Welt vorzustellen. Wie ein Rettungsanker, wie ein führendes Licht
festigt die Lehre unseren Fortschritt inmitten der Finsternis.
Doch
inmitten des Schauers des Segens kann man, wie bei Meereswogen, einen Rhythmus
mit einem besonders entscheidenden Anwachsen wahrnehmen, dann erscheinen die
Lehren. So kann man den Rhythmus der ganzen Welt durch Anwachsen und Eintauchen
erklären, mit einem Wort, die Evolution des Daseins aufzeichnen.
18. Eine Störung
des Rhythmus‘ kann durch viele Umstände erfolgen, doch das wesentliche Mittel,
diese Perturbation zu vermeiden ist, sich gemeinsam Uns zuzuwenden, wo es eine
Lösung für alles gibt. Ein Vergleich: Wie ein Sandkörnchen ein riesiges Rad zum
Stillstand bringt, so unterbindet eine Unterbrechung des Rhythmus den Strom.
Indes ist gerade jetzt eine Zeit großer Anspannung. So sind Möglichkeiten nahe,
so bilden die Ereignisse ein Knäuel, und Schrecken wird sich als Rettung
erweisen.
19. Wenn
die Menschen wenigstens teilweise die Besonderheit eines Momentes fühlen
könnten, würden sie Uns sehr helfen. Selbst wenn man nicht von der genauen
Erkenntnis dessen, was vor sich geht, sprechen kann, würde schon die allgemeine
Stimmung den Magneten des Willens stärken. Die Menschen legen sich keine
Rechenschaft darüber ab, wie sehr unbewusstes Dahinvegetieren den Weltenaufbau
kompliziert.
Das Herz muss
als Herd der Umgestaltung jedem eine Vorstellung vom Druck der geistigen
Atmosphäre vermitteln. Man sollte nicht meinen, das
Herz leide nur wegen Dingen, die uns persönlich betreffen, es schmerzt natürlich
wegen der weltweiten Unruhen. Man sollte versuchen, Herzen in einem
harmonischen Reigen zu vereinen; sogar ein wenig erprobtes Herz wird seine
wertvolle Energie dem Kelch des Gemeinwohls hinzufügen.
Das Herz
stärkt Unsere Sendungen, indem es das neue Gestrüpp auseinanderschiebt. Es gibt
viele unerprobte Herzen, aber noch mehr verschüttete. Viele Funken sind nötig,
um die Asche der Kälte zu durchstoßen.
20. Wenn
das Gefühlswissen nicht erwacht ist, sind noch nicht einmal die Wirklichkeit
und das Offensichtliche zugänglich. Man kann niemanden zwingen, das Offensichtliche
wahrzunehmen, oder gar das Erstaunliche. Später wird man zu euch sagen: „Wenn
die unsichtbare Welt existiert, warum sehe und höre ich nichts von ihr?“
Es ist
wie mit Kranken, die eine Behandlung ablehnen: Sie sind nicht abgeneigt, zu
genesen, gleichzeitig aber wenden sie ihr Bewusstsein gegen den Arzt. So wäre
es nützlich, Sehende mit geistig Blinden zu vergleichen. Man könnte die Ursache
des Erfolgs der einen und des Scheiterns der anderen herausfinden. So kann man
durch einen Vergleich offensichtlicher Erscheinungen viele Fragen der
Wechselwirkung der Welten lösen.
Die
Unsichtbare Welt ist in Wirklichkeit höchst sichtbar, wenn das Auge nicht verunreinigt
ist. Es bedarf keiner mediumistischer Erscheinungen, um das Licht der Höheren
Welt zu spüren, man braucht nur zum Höchsten aufzusteigen. Deshalb sind alle
erzwungenen Winkelzüge der niederen Magie nichts im Vergleich mit dem ersten
Licht des Herzens.
Wenige kennen die Feuer des Herzens, aber diese Fackeln
müssen allen Licht spenden. Deshalb sind Schmähungen wider den Geist und
Ablehnung des Lehrers so schwerwiegend. Ich sage: Man kann lange über den
Lehrer nachsinnen, doch wenn ihr einen erwählt habt, fallt nicht ab! Offenbaren
wir Verständnis für die Grundlagen des Aufbaus.
21. Ratet
den Menschen, über Geistiges zu sprechen. Man kann bei ihren geistigen Erinnerungen
viel Nützliches bemerken. Außerdem bewahrt ein geistiges Gespräch vor Schmutz
und Gereiztheit. Die Bejahung geistiger Erscheinungen wird den Hass auf die
unsichtbare Welt verringern. Dort, wo oft geistige Gespräche geführt werden,
speichert sich eine besondere Aura auf. Mögen diese Gespräche auch noch unvollkommen
sein, so erweisen sie sich doch als Prüfsteine für die Anwesenden. Verschiedene
Völker tragen ihre Umsetzung der Prinzipien der Geistigkeit bei; ihnen
entsprechend kann man die Eignung der Herzen beurteilen.
Vermeidet
außerdem Streit darüber, was unbestreitbar ist. Kürzlich staunte Ich über einen
Streit zwischen den Nachfolgern von Jeanne d'Arc[7],
Sergius* und Moses. Jeder beteuerte, sein Fürsprecher stimme nicht mit den
anderen überein. Wenn man aber die Wahrheit kannte, war es traurig, diese Hirngespinste
zu hören, die erdichtet wurden, um Uneinigkeit zu stiften. Selbst wenn man sich
nicht einig ist, möge man einander wenigstens nicht an die Stirn schlagen, denn
es könnten Hörner wachsen!
Nun
stellt euch vor, dass jene, welche die Wahrheit kennen, freundschaftlich bleiben
und ihre Gedanken vereinen. Welche Macht würde hier auf Erden erlangt werden,
trotz des ganzen atmosphärischen Drucks! Wer im Geist triumphiert, gehört schon
zu Uns!
22.
Ratet, Denken und Beobachtungsfähigkeit zu entwickeln. Das Herz kann seine
Bestimmung nicht erfüllen, wenn es anstatt des Gedankens Flöhe und anstelle von
Beobachtungsfähigkeit einen Maulwurf gibt; mit solchen Weggefährten sollte man sich
nicht auf die Reise begeben! Jetzt ist nämlich die Zeit, um das Denken zu
vertiefen, andernfalls werden die Volksmassen für die empfangenen Schätze keine
Anwendung finden. Überproduktion ist ein Anzeichen für kleinliches Denken und Mangel
an Beobachtungsfähigkeit.
Es heißt,
dass an den Schulen Stunden für Beobachtungsfähigkeit und das Lernen des
Denkens eingeführt werden sollen. Das Herz kann nicht nur von außen genährt, es
muss auch durch irdische Bestrebungen unterstützt werden. Festigkeit im Streben
wird auch durch Scharfsicht der Erkenntnis erlangt.
23. Jeder
von euch kennt diese besondere Art von Predigern, die, nachdem sie alle Knochen
aus fremden Schriften zusammengetragen haben, mit ihnen in Vergessenheit verschwinden.
Der Verstand sammelt einzelne Beweise, doch der Zweck
dieser Auftürmungen[8] bleibt unklar, weil das Herz schweigt. So
nennen wir solche Leute „die mit dem Herzen Schweigenden“. Außerdem geben diese
Prediger anderen unzählige Vorschriften, fallen aber selbst beim ersten
Widerstand in Kleinmut.
Wahrhaftig,
nur das Herz verleiht Unsterblichkeit. Die Bestätigung des Herzens ist schon
die Eröffnung der Zukunft. Diejenigen stehen dem Herzen nicht nahe, welche die Vorschriften
fürchten, die der Verstand abgeleitet hat. Die Alten Lehren sprechen vom
heiligen Wahnsinn; betrachtet dies als Widerstand gegen kalte Berechnungen; betrachtet
dies als ein lebenswichtiges Prinzip jenseits der Bedingungen der Sterblichkeit.
Jene, welche
die Lehre ablehnen, sind nicht weit davon entfernt, in den Abgrund zu fallen.
Jene, welche die Wahrheit bestätigen, selbst in unvollkommener Weise, sind
schon auf dem Pfad. Sie werden beim Übergang in die Feinstoffliche Welt nicht
bereuen, das Herz zum Leben erweckt zu haben.
24. Bei
Uns gibt es eine große Schlacht. Man braucht sich nicht zu fürchten, wenn die Stunde
naht, die seit langem verkündet wurde. Man sollte nicht meinen, es schleiche
sich Unglück heran, wenn man bei Uns die Schlacht für das Licht sieht. Man darf
nicht vergessen, dass Verfolgung der größte Erfolg ist. Nur eine gespannte
Saite kann erklingen.
25. Ohne
Übertreibung kann man sagen, dass die meisten Herzkrankheiten vom Wohlstand
herrühren. Deshalb wenden Menschen, die sich der Lehre angeschlossen haben, sich
vom Wohlstand ab oder bleiben nur dessen Hüter.
26. Ihr
wisst, dass man Suggestion* in jeder beliebigen Sprache ausführen kann; auf
diese Weise werden der Sinn und das Wesen des Verstehens anschaulich ohne die
herkömmlichen Mundarten bewiesen. Ich denke, das Offenbaren von Herzverstehen ist
ein notwendiger Schritt bei der Annäherung an Uns. Die Sprache der
Feinstofflichen Welt führt zur Erfüllung des Traumes vom gegenseitigen
Verstehen. Man muss diese Möglichkeit erkennen, ehe man sie zu nutzen beginnt.
27. Der
Stein der Weisen ist etwas Reales. Man kann ihn sowohl geistig als auch
physisch auffassen. Der geistige Zustand, der als Stein bezeichnet wird,
entspricht dem Einklang aller Ablagerungen der psychischen Energie. Physisch
kommt das Präparat jenem des Paracelsus[9] ziemlich
nahe, doch er beging einen grundlegenden Fehler, auf dem er zu Unrecht bestand.
Im Übrigen aber waren die arabischen Quellen, aus denen Paracelsus schöpfte, ziemlich
richtig.
28.
Suggestion kann durch einen Gedanken, einen Ton oder einen Blick erfolgen und durch
tiefes Einatmen verstärkt werden. Welche Möglichkeiten bieten diese Wirkungen
für wissenschaftliche Beobachtungen! Man kann verfolgen, wie sehr das Einatmen
den Ton und die Emanationen des Auges verstärkt.
Seit
langem wurden die verschiedenen Eigenschaften des menschlichen Blickes bemerkt.
Durch eine Reihe von Experimenten kann man beobachten, wie weit die Ausstrahlung
der Augen wirkt. Dabei ist es lehrreich, die Kombination zwischen der Kraft des
Gedankens und den physischen Emanationen der Augen zu verfolgen.
Nur durch
Beobachtung kann man die unsichtbare Welt der menschlichen Einwirkungen
ermessen. Verworren ist das Spinnengewebe, das durch unbewusste Tätigkeit des Gedankens
gesponnen wird. Seid nicht erstaunt darüber, dass der Gedanke im Raum
weiterlebt. Ebenso verschwinden auch die physischen Teilchen des Blickes nicht.
Indem wir Beobachtungsfähigkeit erlernen, erinnern wir uns wieder an das Herz
und verstehen das Symbol des durchbohrenden Pfeiles.
Viele
Pfeile durchbohren das Herz, wie auf alten Abbildungen zu sehen ist; auf ihnen
sehen wir aber auch die Flamme des Herzens. Und vielleicht wäre ohne die Pfeile
die Flamme unmöglich. Man kann bestätigen, dass Grundlage der Erscheinung der
Flamme ein Schlag ist, der wie die Geburt eines neuen Rhythmus ist. Der Lehrer
wünscht, dass der Rhythmus accelerando[10] ist –
und zwar in allem.
Man soll Möglichkeiten
nicht im voraus bestimmen. Das, was heute unmöglich ist, wird sich nämlich morgen
wandeln.
29. Für die
Annäherung an Uns ist das Verständnis für völlige Freiheit erforderlich. Wie
schrecklich ist die Wirkung der Furcht oder des Suchens nach Gewinn! Das unverdunkelte,
von allen Lasten befreite Streben offenbart den wahren Pfad. Wo eine solche
Freiheit beginnt, kann nur ein Herz beurteilen, dem keine List und keine
Bestechung verborgen bleibt. Doch die Grenzen der Freiheit des Herzens sind fein.
Was türmen die Menschen nicht alles um dieses feinste Gewebe herum auf!
Wenn das Herz
auf ferne Erdbeben widerhallt, wenn unsere Haut Wärme, die von einer Hand
ausgeht, sogar auf beträchtliche Entfernung spürt, wie viel stärker vibriert
dann das Herz durch menschliche Ausstrahlungen! Gerade diese Eigenschaft wird
von der gegenwärtigen Wissenschaft nicht genügend beachtet.
30. Warum
bleiben so viele Experimente ohne Resultat? Vor allem wegen Ungeduld und der
Unwilligkeit, Verantwortung zu übernehmen. Manchmal warf man Uns vor, die Hilfe
sei nicht rechtzeitig eingetroffen, doch anstatt des Vorwurfes sollte der
Bittsteller sich erinnern, wie voreilig er vom Pfad abwich oder die Last für
übermäßig hielt. Wir bedauern es sehr, wenn Wir kleinmütiges Abweichen gewahren
oder Unwilligkeit, sich an den Rand eines Abgrunds zu stellen. Aber womit kann
man die Energie anspannen, wenn nicht durch eine extreme Lage?
Man
braucht eine solche Situation bloß nicht als ein Ende, sondern als einen Anfang
ansehen. Gleichfalls ist es beim Üben von Geduld nützlich, sich das Konzept des
Beginns zu eigen zu machen. Für manche ist entschieden alles ein Ende, doch für
Unsere Schüler ist alles ein Anfang.
31. Wie kann
man Erklärungen geben, wenn das Herz schweigt? Wie kann man beschleunigen, wenn
das Herz schwerer ist als Eisen? Wie kann man ein Herz bewegen, das im Geistig gestorben
ist? So kann man jedes Erklingen des Herzens schätzen lernen, wenn die geheime
Blume eine Vielzahl von Blütenblättern entfaltet, die das Heiligtum des Geistes
hüten.
32. „Kanäle
des Segens und Empfänger des Erdengiftes“, so werden die Auserwählten genannt,
die bereit sind, sich selbst für das Wohl der Welt darzubringen. Die Aufnahme
des Giftes ohne die Kräfte des Segens übersteigt die Fähigkeiten, doch ohne das
Erdengift würden einen die Kräfte des Segens davontragen; so hat das
Aufwärtsstreben eine irdische Grundlage. Natürlich, die Aufnahme von Gift geht für
viele über ihre Kräfte, doch auch für die Verwirklichung des Segens ist ein erprobtes
Herz erforderlich.
Wir
erachten es als einen Schatz, wenn ein Herz ohne Anspannung immer bereit ist,
auf die Umgebung zu erklingen. Es ist nicht leicht, dies auszuführen, solange
die Energien nicht in zusammenklingende Kristalle umgesetzt werden; dann bildet
sich „Ringse“*, das Tibet im Testament des Himalaya so richtig beschrieben hat.
33. Wer kann
behaupten, dass es leicht sei, der Lehre zu folgen, wenn die Aufspeicherungen unzureichend
sind? Doch dann, wenn der „Kelch“ übervoll ist, ist der Pfad der Lehre
unausweichlich.
Wir
können verstehen, dass die Aufnahme des Erdengiftes schwierig ist, denn jeder
von Uns hat unzählige Mengen des Giftes aufgenommen. Wie ein Magnet bestimmte
Metalle anzieht, so nimmt das Herz Segen auf. Wie ein Schwamm Flüssigkeit
aufsaugt, so nehmen die Poren der Haut Erdengift auf. Doch bewusst absorbiertes
Prana mildert den Fluss der Gifte.
34. Die
Menschen unterteilen sich nicht nur nach organischen Eigenarten, sondern auch
nach den Elementen; in ihrem Bewusstsein verbleiben bestimmte Anhänglichkeiten.
Niemand kann so viele Schattierungen einer Flamme unterscheiden, wie Menschen
des Feuers. Niemand kann Wasser so lieben, wie Menschen dieses Elementes.
Natürlich werden Menschen des Feuers auch dem Agni Yoga besonders zugeneigt
sein, sie empfinden seine ganze Notwendigkeit. Sie werden an die Lehre des
Feuers nicht mit dem Verstand herantreten, sondern so, wie an die einzige
Lösung. Man kann die Notwendigkeit der Lehre verstehen, wenn es keinen anderen
Ausweg gibt.
35. Am schwierigsten von allem ist es für die Menschen, die höchste
Ekstase des Geistes mit unversiegbarer Tätigkeit in Einklang zu bringen. Für
Erfolg ist Anspannung des Geistes erforderlich, doch bei jeder Tätigkeit muss
ein bestimmter Vorrat (…)[11] bewahrt
werden. Eine erschöpfte Tat verliert die Schönheit und den Magnetismus der Überzeugungskraft.
Ein Sänger, der den Vorrat der Stimme erschöpft hat, erregt vor allem Mitleid.
Die
Bekundung äußerster Anspannung des Geistes darf sich nicht in verzweifelten Taten
zeigen, sonst wird die innere Energie sich in einer dem Geist fremden Tat auflösen.
Dieses Gesetz muss man fest erkennen, um sich nicht in eine Windmühle zu verwandeln.
Ich schlage vor, alle Kräfte des Geistes zu sammeln, um sich nicht durch zügellose
Taten zu zersplittern.
36. Wenn ihr
Anzeichen für Auserwähltheit bemerkt, behindert das Handeln dieses Boten nicht.
Man kann die Zeichen des Agni Yoga kennen und an ihnen den Pfad eines
Auserwählten erkennen. So offenbart der Bote sich nicht in Äußerlichkeiten,
sondern in der Besonderheit der Taten. Es ist verständlich, dass Taten von
besonderer Bedeutung das Bewusstsein der Menschen in Staunen versetzen müssen;
beide Seiten werden auf ihre Weise Verständnis für diese Taten zeigen. Man kann
aber nicht einen Abgesandten nennen, in dessen Umgebung sich nicht eine wunderbare
Verstärkung der Energie vollzogen hätte.
Einem
Gewitter gehen dunkle Wolken voraus; ebenso gehen der Bestätigung der Wahrheit
immer dunkle Wolken voraus, doch ihr kennt die Bedeutung dieser geistigen
Phänomene bereits.
Man kann
feststellen, wie die segensreiche Botschaft im Laufe der Jahrhunderte wiederholt
wird und sich unter den Volksmassen verbreitet. Vom geistigen Gipfel aus kann
man den Rhythmus wahrnehmen, der den Widerhall der Lehre verbreitet.
Doch wenn
ihr auch nur einige Anzeichen einer Berufung vernehmt, versteht es, nicht zu
stören; die Grundlage des Agni Yoga ist doch Feuer, und das darf man nicht
auslöschen. Wer wagt es, das feurige Element gegen sich selbst zu wenden? Jede ausgelöschte
Flamme verklingt, daher ist das Karma* eines Verlöschers gleich dem Schicksal
eines Mörders.
37. Ein
Agni Yogi ist in allem sparsam, nicht aus Geiz, sondern weil er den Wert der
Energie kennt, die sich von Oben ergießt. So geht er sparsam sowohl mit seiner
eigenen als auch mit der ihn umgebenden Energie um.
Der
Irrtum der Menschen besteht darin, dass sie Energie gewöhnlich nur in großen
Taten vermuten, und vergessen, dass für kleine Taten viel mehr an derselben
Energie verschwendet wird, die im Grunde kostbar ist.
Kleine
Taten wie auch kleine Dinge behindern das Leben. Besonders muss man sich vor
Staub hüten, der sich mit den Emanationen der Dinge verbindet und sich als Zerstreuer
jener persönlichen Energie erweist, die in einem einzigen Kanal bewahrt werden
sollte. So werden wir alles hüten, was mit den Energien der Hierarchie vereint
werden kann.
38. Wie
notwendig ist es, zu lernen, alles Geistige zu verstehen. Man kann vom Herzen
nichts erwarten, wenn unser Denken bei der Erwähnung alles Geistigen nicht seinen
besten Feiertag findet.
Wir
müssen doch die Stufe erreichen, auf der wir Licht aus unserem Wesen ausstrahlen;
dann sind wir wahre Mitarbeiter der höheren Welten. Wenn wir das Licht des Segens
ausstrahlen, sind wir auf der absteigenden Linie (…) Ärzte, Schöpfer und
Beschützer. Zuerst sehen wir das äußere Licht, dann kennen wir das im Inneren,
und erst nachdem die „Fackel“ angezündet wurde, können wir Licht ausstrahlen.
39.
Sprecht hauptsächlich über das Geistige. Der Geistige Pfad entwickelt wie
nichts anderes das Bewusstsein und läutert das Leben. Betrachtet Gespräche über
das Geistige als eine praktische Übung des Herzens. Man muss das Bewusstsein
reinigen, das ist der Pfad zum Erfolg. Wiederum spreche Ich nicht abstrakt,
sondern zur Anwendung im Leben.
Macht den
Versuch, Heilmittel auf ein bewusstes und ein unbewusstes Wesen anzuwenden. Es
ist lehrreich, zu vergleichen, wie sehr das Bewusstsein alle Erscheinungen und Prozesse
vertieft. So kann man den substantiellen Wert des Bewusstseins anerkennen.
Außerdem
lenkt ein Gespräch über das Geistige die A-Energie in den bestimmten Kanal nach
oben. „Ketub“[12] ist nämlich ein
Vereiniger von Energien. So darf man keine Zeit im Streben zum Alltäglichen
verschwenden, wenn es so viele Möglichkeiten gibt, die einen nach oben ziehen.
Die
Freude des Herzens liegt im Streben nach oben.
40. Die
Unsichtbare Welt nimmt am irdischen Leben weit mehr teil, als gewöhnlich angenommen
wird. Ratet, die Aufmerksamkeit auf die Vielzahl kleiner Erscheinungen zu lenken,
die für gewöhnlich gar nicht beachtet werden. Nicht verblüffende und blendende
Erscheinungen schaffen unvergessliche Wirkungen, sondern jene, die der
beschränkte Verstand Zusammentreffen oder Zufall nennt. Wenn wir alle unerklärten
Offenbarungen des Herzens nehmen, werden sogar unvorbereitete Gemüter die Eigentümlichkeiten
bemerken, die den Schlussfolgerungen der Medizin widersprechen.
Nehmen
wir zum Beispiel den sogenannten doppelten Puls, bei dem eine äußere Einwirkung
gleichsam zwei Konzentrationspunkte für den Organismus schafft. Indessen
erklärt die Erscheinung der kosmischen Energie ganz einfach, wie eng wir mit
den Höheren Kräften verbunden sind; und daran erinnern auch die äußeren Feuer
und das Licht, wenn unser Verstand uns erlaubt, sie zu sehen.
Man muss
die Lebenswichtigkeit dieser Erscheinungen verstehen, ohne das vernünftige
Denken aufzugeben. So kann man Magie durch die Lehre des Herzens ersetzen.
Jeder hat ein Herz; das Potential an Energie, das in ihm eingeschlossen ist,
ist für alle da – das heißt, dass die Neue Welt niemandem verboten ist. Wir
nennen die Neue Welt das Erkennen des Unsichtbaren, wenn auch nur in seinem anfänglichen
Stadium. Schon dieses Verständnis könnte neue Grundlagen ins Leben bringen.
Der
Vereiniger von Energien, der Vereiniger von Wissen, der flammende „Ketub“ ist einem
Agni Yogi verständlich. Streben nach Erkenntnis zeigt, wie unmerklich ein neues
Bewusstsein sich aufschichtet und wie es das Wesen des Lebens verändert.
Die Flamme des Herzens wird beim Streben
zur Vereinigung mit der Höheren Welt entfacht. Nichts als das Herz wird den Weg
zur Hierarchie finden. Das Herz stärkt sich durch die Macht des Höchsten. Nur
das Herz wird in der Schlacht eine Festung sein.
42. Groß,
eng und angespannt ist der Kampf. Wir wissen, dass die Anspannung der einen zur
Stärkung der anderen führt. Wenn Ich rate, die Energie zu bewahren, bedeutet
das, dass die Kräfte für den Kampf gesammelt sind. Die Feuersbrunst ergießt
sich über die ganze Welt. Im Vergleich mit dem derzeitigen war der frühere
Krieg nichts.
Seine
Energie zu bewahren, ist nur ein Zeichen der Eignung zur Tat. Eine solche
Umsicht ist in allem nötig, wenn selbst Wir Maßnahmen ergriffen haben, die in
der gegenwärtigen Rasse nie dagewesen sind. Man kann aber die Welt nicht der Zersetzung
überlassen. Erachtet die Zeit als äußerst ernst! So seid zu Mir bestrebt!
43. Magie
ist wie eine Massage. Eine Massage begrenzt und stellt die Formen des Körpers und
des Blutkreislaufs wieder her, beides auf künstliche Weise. Magie verbindet
auch und stellt die Verbindung mit der Unsichtbaren Welt wieder her, beides auf
künstliche Weise.
Ein
normaler Organismus benötigt keine Massage. Ein entwickelter Geist benötigt
keine Magie. Massage befasst sich mit kranken Gliedern. Magie vermittelt die
Lehre von Zuständen, von Palliativen, ohne den einfachsten Zugang zur Höheren
Welt zu eröffnen.
Hat man einmal
mit Massage begonnen, muss man sie steigern, sonst ist das Gewebe von Wucherung
und Zerstörung bedroht. Hat man sich einmal der Magie zugewandt, ist es
notwendig, ihre Beherrschung zu steigern, andernfalls werden die Elemente beginnen,
den Abtrünnigen zu bedrängen.
Wenn wir
so die körperliche mit der geistigen Welt vergleichen, sehen wir die Wirkung derselben
Gesetze. Dieselben Gesetze weisen darauf hin, wieviel näher einem entwickelten
Bewusstsein die einfachsten Wege stehen.
Der Magen
wird bei Mäßigkeit nicht anwachsen, das Herz wird bei Verfeinerung des Geistes
nicht verstummen.
44. Man
muss ein für alle Mal feststellen, dass Yoga keine Magie ist. Vor allem gibt es
beim Yoga nichts Künstliches. Die Verwandtschaft und der Einklang der Gesetze
des Daseins stehen jedwedem Zwang entgegen. Ohne äußerste Notwendigkeit wird ein
Yogi die Urenergie[13]
nicht stören. Bei einem Yogi wird volle Zusammenarbeit mit der Natur hergestellt.
So ist das Wissen des Yogi vor allem auf Gefühlswissen gegründet; auf dieser
reinen Oberfläche werden die Zeichen der Erfahrung eingeschrieben.
45. Der Prozess
der Verstärkung der Energie ist ähnlich wie bei einer Pumpe. So ist das Streben
der Energie nach oben unvermeidlich durch den Druck nach unten bedingt.[14] Diesen
Druck erachten die Menschen gewöhnlich als Unglück, als Misserfolg, während er
die physische Schwelle zum Aufstieg ist.
Der Druck
äußert sich natürlich auf ganz unterschiedliche Weise, doch jeder, der bis zum
Aufstieg gekommen ist, kann Momente innerer und äußerer Bedrückung feststellen.
Es ist aber betrüblich zu sehen, wie unwissende Menschen in Bedrückung fallen,
ohne das Gesetz der Pumpe zu verstehen.
Dieser
Umstand ist jetzt besonders lebenswichtig, wo ein Massenbewusstsein geformt
wird; wo es unabdingbar ist, Tausende von unabgestimmten und ungebildeten
Bewusstseinen zu koordinieren, welche die einfachsten unverbrüchlichen Gesetze nicht
kennen. Wie leicht können diese Massen das Verständnis für Bedrückung als
Pforte des Aufstiegs verlieren.
46. Die
Bürgschaft ist eine Erscheinung von ungeheurer Bedeutung. Sie schafft eine
Kette von Herzen und verwandelt Chaos in bewusste Arterien des Raumes.
Das nachts
offenbarte Symbol war äußerst bezeichnend. Die Schlange der Finsternis
verschlingt den Freund, wenn er nicht in einen bewussten Verkehr eintritt.
Ebenso
groß ist die Verantwortung des Bürgen; es heißt nicht umsonst: die Hand brennt!
So durchbohrt einen, ohne Übertreibung, ein feuriger Schmerz, wenn jene, für
die man bürgt, Fehler begehen; doch es kann keinen anderen Aufbau geben, und
deshalb lernt Vorsicht und Aufmerksamkeit
47. Worin
besteht Glück? Besteht es darin, dazusitzen, ohne es zu wagen, die Ursubstanz
mit einem Gedanken aufzustören? Oder darin, den Gedanken auf einen neuen
Lebensaufbau zu richten?
Ich
sprach zuerst über Tätigkeit zu euch, doch jetzt bestätigen wir den Gedanken.
Tätigkeit, sogar die erhabenste, berührt verhältnismäßig niedere Schichten; nur
der Gedanke kann seiner Natur nach auf die Ursubstanz einwirken. Zuerst sprach
Ich von der Tätigkeit, als das erreichbare Sichtbare, aber bei einem
ausreichend erweiterten Bewusstsein ist es an der Zeit, die Bedeutung des
Gedankens zu bestätigen.
Viele
gedankenlose Tätigkeiten bleiben an der Oberfläche des Daseins und
unterscheiden sich nicht von der Tätigkeit der Tierwelt. Wenn wir aber über
Gefühlswissen und das Herz sprechen, ist es notwendig, den Gedanken als eine Macht
und Mitschöpfer des Daseins zu bestätigen.
Beachtet,
dass Ich weder von Überlegungen noch vom Denken spreche, sondern vom Gedanken,
der mit seinem individuellen Rhythmus über die Oberfläche der Substanz hinwegfegt
und so unbegrenzt schafft.
48. (…) Der
Gedanke ist eine Äußerung des wahren Glücks. Ein vom Herzen getrennter Gedanke
wird die Oberfläche des Daseins nicht durchdringen. Doch ein vom Herzen
kommender Gedanke ist wie ein unaufhaltsamer Pfeil! Man darf sich durch das
Aufkommen eines Gedankens inmitten der Anspannung von Energie nicht verwirren
lassen; diese Gedanken dringen wie ein durchschlagender Rammbock in die Tiefe
des Daseins. Deshalb lasst uns nach der äußeren Tätigkeit die Wirklichkeit der Schöpfung
des Gedankens schätzen.
49. Die
Note des Raumes ist noch stärker angespannt, und die neuen Rhythmen sind wie
eine neue, von den Finsteren nicht erwartete Rüstung. Man kann dauernd neue
Schwingungen schaffen und so die Finsternis zurückschlagen.
50. Ein
Weber hat seine Grundlage[15] vor
sich, ohne die der geschickteste Meister seine Gedankenschöpfung nicht zum
Ausdruck bringen kann. Für Gedankenschöpfung bedarf es ebenfalls einer
Kosmischen Gedankengrundlage; so nennen Wir die Ursubstanz, aus welcher ein
feuriger Gedanke Funken der Schöpfung schlägt. Die gleiche Arbeit leisten sowohl
erfahrene Denker als auch ein Kind, das von einem unabänderlichen Verlangen
entflammt ist.
Man kann
weder einen Höhleneinsiedler noch einen Schimnik[16]
beurteilen, ohne den Grad und die Qualität ihrer Gedanken zu kennen. Man kann
man weder einen Sänger noch einen Dichter beurteilen, ohne zu wissen, welche
Gedankenschöpfung sie ausstrahlen. Allmählich werden wir uns abgewöhnen, zu
verurteilen, denn nur die Gedankenschöpfung ist der Mitarbeiter des Schöpfers.
Sammeln
wir also behutsam alle bestehenden Gedanken, die segensreich in das Akascha* eindringen
und das Wesen des Daseins erreichen können. Der größte Trost liegt darin, dass
niemand des Gedankens beraubt ist, und wenn er dessen Bedeutung kennt, kann er
dieses ihm wesenseigene Gute ausüben.
51.
Manchmal sagt man im Volk: „Ich habe mich so der Träumerei hingegeben, dass mir
beklommen ums Herz wurde.“ Nicht wegen übler Träume ist einem schwer ums Herz,
sondern von der Anspannung des lichtvollen Verlangens. Vor allem Sehnsucht des
Herzens füllt unser Wesen mit substantieller Kraft. Gewiss, die Akascha-Skulptur
ist nicht immer unabänderlich mit Sehnsucht des Herzens verbunden, aber ein beklemmendes
Gefühl deutet in jedem Fall auf Anspannung und Zusammenarbeit mit der
Ursprünglichen Gedankengrundlage hin. So braucht man nicht zu befürchten, dass Sehnsucht
ein schlechtes Zeichen sei.
52. Jene,
die den Pfad des Großen Dienstes betreten, fürchten manchmal, sie verfügten
nicht über genügend geistigen Vorrat für ununterbrochenes Austeilen. Sie wissen
wohl, dass die gebende Hand nicht verarmt, es ist aber schwierig für sie, dies
in einem geistigen Sinn anzuwenden. Dasselbe wird doch auch von den Vögeln des
Himmels gesagt, die genügend Körner für morgen haben.[17]
Wahrhaftig,
bei Zusammenarbeit mit der Hierarchie wird der geistige Vorrat nicht versiegen.
Das Herz, welches das Bildnis des Herrschers bewahrt, wird nicht verstummen. So
braucht man nicht zu fürchten, der geistige Vorrat könnte vernichtet werden – er
ist unerschöpflich. Man kann diese Schätze austeilen, man muss nur den Silbernen
Faden festhalten.
53. Ein unerfahrener
Geistkämpfer ist manchmal erstaunt: „Warum ist die Schlacht so heftig, wo doch meine
Hände und Füße noch heil sind?“ Als ob die Anspannung der Schlacht nur in
gebrochenen Knochen läge! Doch die gewöhnlichen Teilnehmer an der irdischen
Schlacht fühlen oft ihre Anspannung nicht; nur der Führer erkennt, was vor sich
geht.
54. Mit
Recht fragt man: „Was ist die besondere Bedeutung des Gedankens im Neuen
Zeitalter? Wenn der Gedanke so hartnäckig bestätigt wird, heißt das, dass ihm
bei der Erneuerung des Lebens eine besondere Bedeutung zukommt?“
Das ist
völlig richtig. Wenn im Schwarzen Zeitalter der Gedanke sich um den Menschen drehte
oder der Magnetismus sich auf geringe Entfernungen erstreckte, so ist der
Gedanke im Neuen Zeitalter Raum! Deshalb soll man nicht persönlich denken,
sondern räumlich.
55. Für
die meisten ist räumliches Denken nicht leicht. Dafür muss man vor allem die
Persönlichkeit bewahren, sich jedoch vom Egoismus befreien. Vielen wird eine solche
Gegenüberstellung unsinnig erscheinen, denn für sie bedeutet Egoismus
Persönlichkeit. Die Erscheinung einer machtvollen, dem Allgemeinwohl ergebenen
Persönlichkeit ist für viele unvorstellbar, doch ohne Persönlichkeit hätte Denken
kein Potential. Egoistisches Denken fügt der verseuchten Aura des Planeten eine
weitere Portion Gift hinzu.
Für viele
ist es auch schwierig zu erkennen, dass die Substanz des Gedankens unzerstörbar
und nicht mit den Schichten des Raumes verbunden ist – was keine geringe Verantwortung
für jeden Gedanken bedeutet. Einen Raubvogel kann man mit einem Pfeil
erreichen, was aber kann einen abscheulichen Gedanken auflösen?
56. Ein
weiser Hausherr zündet nicht ohne besonderen Grund alle Feuer an. So wird in
alten Legenden von einem von einer Flamme umgebenen Berg gesprochen, nirgendwo
wird aber gesagt, dass das Feuer ständig brannte; es stieg je nach
Notwendigkeit auf.
So funkeln
auch eure Feuer entsprechend dem Bedürfnis: Das Auge Brahma, die Flügel, die
Strahlen des Kehlkopfs oder all die anderen einundzwanzig Hauptfeuer[18] –
man muss sie ihrer Natur gemäß aufflammen lassen. Es ist notwendig, darauf hinzuweisen,
dass die Feuer durch die Kraft der Verbindung mit der Hierarchie wirken. Ein
Brand oder ungehemmtes Lodern sind unzulässig.
Beim
Großen Dienst sind Sorgsamkeit und Behutsamkeit die ersten Prinzipien der Höheren
Zusammenarbeit. Wir hüten jedes Teilchen der Energie der Elohim oder jedes
Urukaj[19] vor
dem Raumfeuer. Diese Kontrolle ist besonders in der Zeit der Anspannung der
Schlacht erforderlich.
57. Es
ist notwendig, Verständnis für den Großen Dienst zu schaffen. Reine Herzen
können den Dienst eifrig ausüben, ohne zu ermüden oder nachlässig zu werden.
Wie verderblich ist die Stumpfheit der Nachlässigkeit! Und wie viele, sogar
Wissende, können sich ihrer nicht enthalten! Im Altertum nannte man sie die „Graue
Schlange“. Mögen die Freunde Wachsamkeit und Aufmerksamkeit auf sich nehmen.
58.
Sicherlich sind euch im Lauf der Zeit die Bedeutung der Anwendung von Magneten
sowie des Durchquerens verschiedener Länder klar geworden. Das ist kein abergläubisches
Mittel, sondern die Anwendung von Strahlen und Magnetismus, die der
Wissenschaft bereits in geringem Maß bekannt sind. Noch nicht einmal Skeptiker schließen
die besondere Bedeutung persönlicher Einwirkungen aus. Von hier aus ist es nur
ein Schritt zu einem starken Magneten, der mit dem Zentrum der offenbarten
Energien verbunden ist.
So ist es
auch überhaupt nicht schwierig, die Bedeutung zu verstehen, die es hat, wenn ein
menschlicher Organismus, diese stärkste chemische Batterie, vorbeigeht. Sogar
Hunde spüren die Kraft der Spuren eines Menschen. Wie viel mehr entwickelt sich
diese Emanation bei Anwendung des Bewusstseins! Daher ist die Bedeutung der Boten
sehr groß, und man fährt fort, sie zu verwenden.
Wahrhaftig,
man kann beobachten, wo der Fuß eines Abgesandten hintrat, und wie ein Magnet ein
ganzes Gebiet in den Kreis seiner Tätigkeit zog; wie es von den „Engeln des
Lebens und des Todes“ berichtet wurde. So muss man die Ereignisse aufmerksam
und genau betrachten und in ihnen ein umfangreiches System finden. Wenn
gewöhnliche Astrologen die Wechselbeziehung zwischen großen fernen Ereignissen
wahrnehmen, wie lehrreich ist es dann, die Ausführung der Wege zu verfolgen,
deren Richtung man kennt!
59. Drei
Umstände können Karma besonders belasten: Erstens die Ablehnung des Lehrers; zweitens
der Argwohn, dass die Verbindung mit der Hierarchie Unglück anziehen kann; und
drittens das Ausweichen vor einem verantwortungsvollen Auftrag. Nur das Herz
kann eingeben, wo Ablehnung, Argwohn und Ausweichen beginnen. Wer den Lehrer
oftmals verraten hat, fängt in seinem Wahnsinn an zu beteuern, dass er niemals
weder an Verrat noch an Ausweichen gedacht hat. Ein verfinsterter Verstand ersinnt
tausenderlei Rechtfertigungen, um das zu verbergen, was seit langem auf der
Rolle des Karma eingeprägt ist.
Es ist
besser, sich nicht zu nähern, als abtrünnig zu werden! Für den Abtrünnigen
erhellt sich die Nacht nicht; das ist jedoch keine Strafe, sondern nur die Wirkung
der Saat. Das Herz vermag das Korn des Verrats zu erkennen.
60. Die
Menschen schenken der Unsichtbaren Welt wenig Beachtung. Man muss sich bewusst
daran gewöhnen, ihre Gegenwart bei allem zu verstehen. Man kann den Raum als eine
Leitung zu den Unsichtbaren Welten betrachten, die uns aber beobachten.
61. Man
muss die Stunde durchleben, die der „Drache der Schwelle“[20]
genannt wird. Wir nennen diese Stunde das „Zerreißen des Schleiers“[21]. So
bezeichnen Wir es, wenn die Finsternis beabsichtigt, den Schleier zu zerreißen,
stattdessen jedoch nur die Entfernungen enthüllt. Aber es ist Mut nötig, denn
wo sonst werden wir die Aufspeicherung von Mut offenbaren?
62. Die
Sonne ist das Herz des Sonnensystems; ebenso ist das Herz des Menschen die
Sonne des Organismus. Es gibt viele Sonnen-Herzen, und das Weltall stellt ein
System von Herzen dar; deshalb ist der Kult des Lichts der Kult des Herzens.
Dies abstrakt zu verstehen heißt, das Herz in der Kälte zu lassen. Doch sobald
das Licht des Sonnen-Herzens lebendig wird, lässt das Bedürfnis nach der Wärme des
Magneten es wie eine wahre Sonne strahlen.
Es heißt:
„Durchschreite Santana* mittels des Herzens“. So kann man das Konzept des
Herzens in Wärme umsetzen. Man kann den Rhythmus des Herzens als den Rhythmus
des Lebens ansehen.
Ich spreche von der Wärme des Herzens,
wenn diese besonders nötig ist. Ein strebender Gedanke entzündet den Raum, die
Wärme des Herzens hingegen ist wie ein beständiger Herd. Mut wohnt in der Wärme
des Herzens, das muss man sich merken! Das Erscheinen finsterer Kräfte ist wie
Frost für die Saat, nur die Wärme des Herzens bietet einen leuchtenden Schild. Doch so zart, wie wir Versuche mit Lichtwellen
durchführen, so vorsichtig muss man sich dem Herzen nähern.
63. Ein Herz, das sich dem Guten hingibt, strahlt unaufhörlich
Segen aus, unabhängig von den beabsichtigten Sendungen. So sendet die Sonne keine
absichtlichen Strahlen. Ein Herz, das sich dem Bösen verschworen hat, speit
bewusst oder unbewusst unaufhörlich Pfeile aus. Ein gütiges Herz sät
Gesundheit, Lächeln und geistiges Heil um sich herum aus. Ein böses Herz vernichtet die Wärme und saugt wie ein
Vampir die Lebenskraft aus. So gibt es eine unaufhörliche Tätigkeit der guten und
der bösen Herzen.
Die Umstände
von Gut und Böse haben auf der niederen Ebene des Daseins eine andere Bedeutung
als in der Höheren Welt. Man kann sich sowohl eine strahlende Esse des Lichts
als auch einen gähnenden Abgrund der Finsternis vorstellen. So furchtbar
kreuzen sich die Schwerter der Dämonen und der Erzengel! Wie viele Herzen
werden unter den Funken der Schlacht zum Licht und zur Finsternis hingezogen!
64. Es
ist notwendig, sich die unaufhörliche Ausstrahlung des Herzens deutlich vorzustellen.
Man muss verstehen, warum die Gegenwart böser Herzen für gute Herzen so
schmerzlich ist. Weder ein Lächeln noch eine gezwungene Grimasse des Bösen können
die Ausstrahlung des Herzens verbergen. Die Verwirklichung des Guten im Herzen
schließt gerechtfertigte Empörung überhaupt nicht aus, doch Gereiztheit ist das
Gebiet des Bösen. Nur das Streben zur Hierarchie kann die Grenze zwischen den
vielen Gefühle bestimmen.
65. Das Kreuzen
von Strömen ist ebenso schwer zu ertragen wie das Knirschen von Schwertern!
Wenn sogar das Zerreißen von Papier das Herz belastet, welche Zusammenziehung
der Nerven ruft dann erst das Kreuzen verschiedenartiger Ströme und unterschiedlicher
Spannungen hervor! Wenden wir uns wieder dem Allheilmittel zu. Nur angespanntes
Streben zur Hierarchie kann alle Pfeile der Ströme abschwächen.
66. Ihr
kennt die Einwirkung menschlicher Emanationen auf Pflanzen. Ihr kennt auch die Einwirkung
der Farbe. Jetzt ist es notwendig, an die Bedeutung des Tones zu erinnern. Die Gleichheit
dieser Einwirkungen ist bedeutsam.
Wenn zur
Ausweitung des Potentials einer Pflanze ein offenes, helltönendes Herz nötig
ist, dann sind bei der Einwirkung von Tönen Konsonanz[22] und
alle Kombinationen der Dominante[23]
erforderlich. Dissonanz[24] kann
den Energiestrom nicht verstärken. Die Einwirkung von Dissonanzen auf Menschen
kann als Gegenwirkung zur Stärkung des Rhythmus‘ des Bewusstseins nützlich
sein, doch bei Pflanzen, deren Bewusstsein minimal ist, erweist sich Dissonanz
nur als hindernder Umstand. Bei Mineralien kann Dissonanz sogar eine Ursache
für Auflösung sein.
Wahrhaftig,
die Rose ist das Symbol der Konsonanz, und die Dominante des Lichts der Rose ist
mit dem Leuchten des Herzens verbunden. Nicht viele Versuche mit der Wirkung
von Tönen auf Pflanzen sind angestellt worden, doch die Alten nahmen an, dass
die schönsten Blumen in der Umgebung von Tempeln wuchsen, wo es viele Harmonien
von Stimmen und Musik gab.
67. Sucht
und schließt euch an alles an, was feinstofflich und in seiner Substanz verfeinert
ist. Ich spreche nicht nur von Gegenständen, sondern auch von Menschen. Und
unter den Menschen wählt nicht jene, die nur nach materiellen Erscheinungen verlangen.
Doch sogar
unter denen, die Geistigkeit anerkennen, sind jene nichtig, die nach groben
Erscheinungen streben. Sie werden nicht die ersten sein, die das Reich des
Herzens erreichen. Vielleicht werden andere, welche die Feinstoffliche Welt
nicht geschaut, aber sie in ihrem Herzen verstanden haben, die Magier und
Zauberer überholen.
Die Verwirklichung
des inneren Auges und das Öffnen der Feuer[25]
hängen von der Verfeinerung des Bewusstseins ab; allein diese Tore sind dem Reich
des Herzens am nächsten. Kleingläubige, die ihre Finger in die Wunden des
Lichts legen wollen[26],
können ihr Herz nicht für eine blitzartige Erkenntnis öffnen. Wahrhaftig, prüft
alles Bestehende! Doch ohne das Leuchten des Herzens werden diese Prüfungen dem
Glimmen des gestrigen Tages gleichen.
Das Wort
über die Erkenntnis des Herzens ist nicht abstrakt. Wie kann jemand, der diese
Verfeinerung nicht versteht, die höchsten Ebenen der Feinstofflichen Welt begreifen?
Wie kann der Wanderer ohne diese geistige Erkenntnis eintreten und den
feinstofflichen Äther aufnehmen, der den höheren Körper nährt? Unbrauchbar ist
die Erkenntnis von Trugbildern, die mit ihrem Schleier der Zersetzung alles verhüllen.
So prüft die Welt mit dem Herzen.
68. Nach
allen Abgrenzungen gelangen wir unweigerlich zur Synthese des Herzens. Wir werden
nicht daran erinnern, dass Schweigen vom Vermischen aller Töne herrührt. Lernen
wir daher, dem Schweigen das Herz gegenüberzustellen. Dieses Schweigen wird allerdings
keine Leere sein, sondern den Raum mit der Synthese des Gedankens erfüllen.
Wie das
Gebet des Herzens keiner Worte bedarf, so bedarf das angefüllte Schweigen
keiner Formeln. Angespanntes Schweigen verlangt nach vielen Aufschichtung von Gedanken
und wohlwollenden Wünschen. So schlägt das vom Schweigen angespannte, wie ein
Dynamo gesättigte Herz den Rhythmus des Universums, und persönliche Wünsche
werden in den führenden Universellen Willen umgewandelt. So wird Zusammenarbeit
mit den fernen Welten hergestellt.
69. Gewöhnlich
klagt man über ungenügende Führung. Die Menschen sind gewohnt, ihre Eigenheiten
hinter Klagen zu verdecken. Jedoch ist die Menschheit gerade mit Führung reich
ausgestattet, wenn sie nur alles, was gegeben wurde, bemerken würde. Viele Impulse,
die durch geistige Einwirkungen aufkamen, gehen nicht nur ungenutzt verloren,
sondern wirken sich sogar schädlich aus, weil sie im Speicher des Bewusstseins in
entstellter Weise verwahrt werden. Man kann bestätigen, dass nur ein ganz geringer
Teil der Einwirkungen eine richtige Anwendung findet.
Besonders
hinderlich sind Gewohnheiten, die das Bewusstsein auf herkömmliche Pfade treiben;
sie schwächen auch die Fähigkeiten des Herzens, wenn es bereit ist, auf die Höhere
Führung zu erklingen. Gerade das Herz weiß, ob es höher oder niedriger ist; ein
geschwächtes, vernebeltes Herz aber befindet sich auf einer niederen Ebene, auf
der sogar das Niederste für das Höchste gehalten wird.
Reinheit
des Herzens ist der notwendigste Besitz. Weisheit, Mut und Selbstverleugnung
können in keinem vernebelten Herzen wohnen. Die Führung aber wird heldenhafte
Taten einflüstern, und ein solcher Rat darf weder als schrecklich noch als
streng erscheinen.
70. Eine Vielzahl
dringendster Sendungen verwandelt sich in unklares Schwanken. Man kann verfolgen,
wie oft sogar würdige Geister eine gegebene Weisung nicht rechtzeitig befolgen
und wie nichtig die hindernden Umstände sind. Die Handlungen und Gewohnheiten sind
unangemessen, verglichen mit den Sendungen von Oben.
Wieder sollte
man nicht von magischen Formeln träumen, um Führung herbeizuziehen – sie ist
nahe, und der Magnet eines reinen Herzens wird den Pfad freimachen. Die bedeutsamste
Errungenschaft ist dieser Magnet, der anzieht und öffnet. Wahrhaftig, es ist
freudvoll, sich in Gegenwart eines reinen Herzens zu befinden!
71. Wahre Feierlichkeit wird durch höchste Anspannung
geschaffen. Feierlichkeit ist weder Ruhe noch Zufriedenheit noch das Ende,
sondern gerade ein Anfang, gerade Entschlossenheit und ein Marsch auf dem Weg des
Lichts.
Mühen
sind unvermeidlich, sie sind die Räder des Strebens. Furchtbare Bedrückungen
sind unvermeidlich, da sonst der Ausbruch schwach ist. Kann Freude sich etwa bei
Leichtsinnigkeit einstellen? Bei ihr gibt es nur Lüsternheit, doch Freude liegt
im Triumph des Geistes. Der Triumph des Geistes besteht in der Durchsetzung
unabänderlicher Prinzipien. Wird das Friedensbanner erhoben, kann man von
Feierlichkeit erfüllt sein.
72.
Zahlreiche, schon naheliegende Möglichkeiten schlagen fehl infolge des
menschlichen Wehklagens, das von Selbstbemitleidung herrührt. Wenn die Menschen
beginnen abzuwägen, wie viel sie geopfert und wie wenig sie vom Lehrer erhalten
haben, geht der Sinn der Lehre verloren. Die Menschen berechnen das Erhaltene
wie den Lohn eines Tagelöhners, ohne es mit der Ewigkeit zu vergleichen, für
die sie leben. Wie unanwendbar ist der Gedanke an Belohnung für gute Vorsätze angesichts
des Sinns der Vervollkommnung! Man muss jedoch sagen, dass viele es vorziehen, sich
wie Tagelöhner zu geben, nicht aus Verderbtheit des Herzens, sondern infolge
mangelhafter Entwicklung der Vorstellungskraft. Bei vielen wird das
Gefühlswissen der Ewigkeit durch das Streben nach Selbstbemitleidung unterbunden.
Alle
Lehren sprechen jedoch immer wieder von der Last des Fleisches, um das
Augenmerk auf das Primat des Geistes zu lenken. Man sollte die Lehre als die Quelle
wahrer Vorrechte annehmen, die einem nicht genommen werden können. Man sollte
es schätzen, dass die Lehre das Bewusstsein vertieft und tatsächlich
Möglichkeiten im Leben bietet, sofern diese nicht zurückgewiesen werden. Diese
einfache Überlegung wird selten in Betracht gezogen; die Menschen ziehen es
vor, ihr Wehklagen in den Raum zu senden und einen Steinhagel auf sich
herabzubeschwören.
Wir
wollen sie aber nicht erschrecken, damit sie nicht sagen, Uns mangele es an
Liebe. Die Menschen schreiben der Liebesbekundung so seltsame Umstände zu, dass
es scheint, als würde ihre Liebe auf dem Münzamt geprägt! Doch Liebe ist für
den Pfad zur Unbegrenztheit notwendig.
Ein
Führer ist so dringend notwendig; wenn wir mit letzter Anstrengung auf glatten
Felsen einen rettenden Faden suchen, wird die Führende Hand uns berühren.
Doch jetzt, in einer aufgeklärten Zeit,
wird das Herz zu einem physiologischen Organ erniedrigt. Die Alten tranken aus
dem Schädel ihrer Feinde; die Kelche für heilige Rituale wurden aus dem
Scheitelknochen angefertigt. Jene, die vom Glockenzentrum wussten, verstanden,
dass der magnetische Druck die Knochensubstanz verwandelte.
Heutzutage jedoch wird über diese starken,
heilsamen Substanzen nur gelacht. Die nichtigste Erfindung zieht viele Nutzer
an, doch die stärksten chemischen Laboratorien gerieten in Vergessenheit. Indes
ergeben die natürlichen Verbindungen der drei Naturreiche die stärksten
Kombinationen. Man sollte vor allem an die Bedeutung des Herzens als Vereiner
der Welten erinnern. Ist das Feuer des Herzens nicht das Raumfeuer selbst?
Man kann sehr gut den den Alten
zugeschriebenen, ständigen Verkehr mit den fernen Welten verstehen, deren
Magnetismus eine unwägbare Kraft verleiht. Fühlt denn das Herz nicht die feinsten
Schwingungen?
74. Die
verschiedenen Konzepte des Willens müssen klar erkannt und abgegrenzt werden.
Der Wille des Gehirns wurde zur Hochburg des Westens, während der Osten in der
Festung des Herzens verblieb. Bei Suggestion gebraucht der westliche
Hypnotiseur den Willen, indem er die Zentren der Gliedmaßen und Augen anspannt;
aber diese Emanation wird nicht nur schnell erschöpft, sie führt auch zu
Ermüdung und wirkt vor allem nur auf sehr unbedeutende Entfernung. Bei Sendungen
des Willens (…) ist eine räumliche Errungenschaft nicht möglich. Doch das Herz
des Ostens bedarf keiner Anspannung der Gliedmaßen, es verstärkt nicht unnütz
Energie, sondern sendet seine Gedanken ohne Beschränkung auf einen Ort aus.
Die Suggestion
des Herzens, dieser natürliche Verbindungskanal, schadet weder dem Suggerierenden
noch dem Empfänger. Die westliche Methode ist immer äußerlich sichtbar, während
die östliche Tätigkeit nichts Äußerliches an sich hat; ganz im Gegenteil, der Suggerierende
sieht den Empfänger nicht an, denn er hat das Bild der Bestimmung in seinem
Herzen. Die Tätigkeit des Herzens hat viele unzweifelhafte Vorzüge, doch für
sie muss man vor allem die Bedeutung des Herzens erkennen.
75.
Liebe, Heldentat*, Arbeit und Schöpfung: Diese Gipfel des Aufstiegs bewahren das
aufsteigende Streben, auch wenn man sie beliebig umstellt. Welch eine Fülle von
weiteren Begriffen sie in sich einschließen! Was ist Liebe ohne Selbstverleugnung,
Heldentat ohne Tapferkeit, Arbeit ohne Geduld und Schöpfung ohne
Selbstvervollkommnung! Und über dieses ganze Heer segensreicher Werte herrscht
das Herz. Ohne es sind die geduldigsten, tapfersten und bestrebtesten Menschen
kalte Särge! Belastet durch Wissen, aber unbeschwingt sind die Herzlosen!
Es ist
schlimm, dem Ruf nicht nachzukommen! Es ist schlimm, der Hierarchie nicht vollkommen
nachzufolgen! Oft suchen die Menschen die Ablehnung der Hierarchie vor sich
selbst zu verbergen. Kannst du, Wanderer, reinen Herzens deine Bereitschaft
erklären, der Hierarchie nachzufolgen? Vielleicht reicht deine Bereitschaft nur
bis zur ersten Wendung, bis zur ersten Stufe, wo nur die Hierarchie helfen
kann? Vergisst du sie nicht gerade in einer schweren Stunde, oder gedenkst du der
Hierarchie nur im Überfluss?
Ganz zu
Beginn der Vermittlung der Lehre wart ihr des öfteren erstaunt über die Wendungen
und Abweichungen sogar Nahestehender. Ihr könnt die tiefe Traurigkeit
verstehen, wenn man sieht, wie oft ein Schüler auf der Schwelle ungestüm in den
Wald davonläuft. Meine Hand ist unablässig bei dem, der in voller Bereitschaft voranschreitet.
76. Die
Grenze zwischen Würdigem und Unwürdigem ist sehr gewunden; nur das Herz kann
den Weg durch alle Windungen des Gehirns finden. Doch jetzt ist die Zeit, zur
Erkenntnis der Geistschöpfung überzugehen.
Erscheint
es nicht vielen Menschen seltsam, dass die Feinstoffliche Welt für sie noch
unsichtbar ist, obwohl sie in der Abstufung der Welten schon genügend
verdichtet ist? Das bedeutet, dass das physische Auge derart grob ist, dass es noch
nicht einmal das nächste Stadium der körperlichen Verwandlung erkennen kann.
Wenn die Menschen bemüht sind, sogar die wissenschaftlichen Instrumente zu
vervollkommnen, wie wünschenswert ist dann die Verfeinerung des menschlichen
Apparates selbst! Doch ohne Heranziehen der Hilfe des Herzens ist es unmöglich,
bei dieser Heldentat voranzukommen. Wer in der Lage ist, mit dem Herzen zu
fühlen, kann sich bereits jenseits der Grenzen des Körpers bewegen.
Abtrünnigkeit
von der Geistschöpfung wirft einen für viele Leben zurück. Es ist
unverzeihlich, in einen niederen Zustand abzusteigen, wenn die Augen sich schon
geöffnet haben. Denken wir daran, welche Mühe es bedeutet, die physische Hülle
zu durchdringen, und welche Maßnahmen getroffen werden, um das Bewusstsein nach
der Anspannung zu verschieben. Kann man sich da wieder zurückwenden?
77. Es
gibt viele Besessene* in der Zeit des Übergangs der Menschheit zur Geistschöpfung;
so als ob jemand Schlüssel zu schwachen Schlössern nachgemacht hätte. Es ist
besonders notwendig, die Menschen aufmerksam zu beobachten. Dabei ist zu
bedenken, dass Besessene eine eigentümliche Denkweise voller Widersprüche haben.
Will man ihnen helfen, kann man entweder den Besitzergreifer durch
Suggestionskraft austreiben oder den Besessenen vollkommen in Ruhe lassen und sogar,
wenn möglich, völlig isolieren. Denn der Besitzergreifer benötigt nicht so sehr
das Subjekt selbst, als vielmehr die Einwirkung, die er durch dieses auf die
Umgebung ausübt.
Am
schlimmsten ist es, den Besessenen auch nur teilweise dadurch zu belästigen, dass
man ihn zur Vernunft ruft, die er nicht besitzt. Es ist schlecht, den
Besessenen laut zu bedauern oder seine Widersprüche zu tadeln. Ein starker und treffender
Befehl oder Isolierung können das Schicksal eines schwachen Herzens erleichtern.
Denn gerade durch Schwäche des Herzens schleicht Besessenheit sich ein. Das
Feuer des Herzens versengt alle zottigen Gäste.
Die
Ablehnung des Lehrers unterbindet alle Möglichkeiten, vor allem, wenn die
Ablehnung lange vor der Besessenheit ins Bewusstsein eingedrungen ist. So
wecken die Menschen oft bereits schlummernde Verneinungen, was natürlich vor
allem den Abfall vom Lehrer zum Ergebnis hat, denn alles Chaotische lehnt sich vor
allem gegen Aufbau und Zusammenarbeit auf. Im Chaotischen liegen die Keime des
Bösen, die durch harte Erfahrung unterdrückt werden. Aber derzeit gibt es
unerhört viele Besessene. Auch die Finsternis möchte sich offenbaren.
78. Ursprünglich
war die Grenze zwischen der physischen und der Feinstofflichen Welt nicht so scharf
gezogen. In ältesten Chroniken kann man fragmentarische Hinweise auf die engste
Zusammenarbeit zwischen diesen Welten finden. Bei der körperlichen Verdichtung war
der Brennpunkt des Herzens als Ausgleich für die feinstofflichen Energien erforderlich.[27] Die körperliche
Welt selbst war notwendig, um die Substanzen für die Vermehrung der Energie umzuwandeln.
Der Verstand aber war, wie ihr wisst, nach Absonderung bestrebt und erschwerte
so die Evolution.
Die Zeit
des Kali Yuga* war schwer, doch Satya Yuga* muss die gewaltsam getrennten
Welten einander wieder annähern. Man muss diese Zeit der Rückkehr zur uns
bestimmten Vervollkommnung feierlich abwarten.
Verständigen
wir uns also dazu, der Geistschöpfung hinreichende Aufmerksamkeit zu schenken.
Man kann sich daran gewöhnen, von diesem Gesichtspunkt aus zu denken. So muss
man sich zu dem verhalten, was am bedeutsamsten ist, um dem Leben eine Richtung
zu geben. Wer immer das Gleichgewicht zwischen den Welten lernt, wird seinen
Pfad bedeutend erleichtern.
79. Wenn
das Herz ein Akkumulator und Umwandler von Energien ist, muss es auch bessere
Bedingungen für die Erweckung und Anziehung dieser Energien geben. Die grundlegendste
Bedingung ist Arbeit, sowohl gedankliche als auch physische. Durch diese
Bewegung werden Energien aus dem Raum angesammelt. Doch man muss Arbeit als die
natürliche Erfüllung des Lebens verstehen. So ist jede Arbeit ein Segen,
hingegen ist die Scheinklugheit der Untätigkeit im kosmischen Sinn äußerst schädlich.
Die
Endlosigkeit der Arbeit zu lieben, bedeutet schon eine bedeutende Einweihung;
sie bereitet auf den Sieg über die Zeit vor. Die Bedingung des Sieges über die
Zeit gewährleistet eine Stufe in der Feinstofflichen Welt, wo Arbeit, genauso
wie im physischen Körper, eine absolute Bedingung ist. Klage über Arbeit kann
nur von Sklaven des Körpers kommen.
80. Der
Anschluss des Bewusstseins der Feinstofflichen Welt an das Bewusstsein der
Inkarnierten wird die nächstfolgende Errungenschaft sein. Das Sein ist doch im
Geist, im Raum, zwischen den Welten, und auf der Erde gibt es nur Boten der Umwandlung
der Energien und der Verwandlung der Materie. So ist die Lebensdauer der
Inkarnierten nichts im Vergleich zum Dasein in allen anderen Zuständen.
Man muss
den Gürtel der Arbeit enger schnallen, nicht als Unglück, sondern als das
Erreichen einer Stufe. Der Pflüger, der seine Kraft für die Verwandlung der
Erdkruste aufbietet, kann oft selbst einem Rischi* die Hand reichen, welcher der
Menschheit durch Gedanken Gutes tut. Ihr habt richtig bemerkt, dass jeder
Schnitter ein Sämann war und der Sämann ein Schnitter.
Und der
Tempel ist im Geist, die Rechtfertigung ist im Geist, und der Sieg ist im
Geist; so kann man das Leben mit ständiger, wahrer Herrlichkeit schmücken.
Gewöhnt euch an die Schönheit der Arbeit und die Gedankenschöpfung – so werden
wir die Finsternis besiegen.
81. Wenn
ihr einem Menschen begegnet, der aufrichtig dem großen Aufbau zustrebt, werdet
ihr zu ihm nicht über die tägliche Suppe oder die nichtigen Vorkommnisse des
gestrigen Tages sprechen; ihr werdet im Einklang mit dem Denken eures
Gesprächspartners in die Zukunft streben. So bezeichnen auch Wir im Gespräch
den künftigen Pfad, auf dem man sich, wie an einem zum Anker führenden Seil,
gefahrlos und mit steigendem Verlangen emporziehen kann. So lehren Wir das
Herz, den Rhythmus der Zukunft aufzubauen, denn ohne diese Regungen ist es
schwierig, in die Wirklichkeit der Zukunft einzugehen; ebenso schwierig, wie es
für die Menschen schwer ist, den Schaden zu erkennen, den sie in vielem
anrichten.
Es ist
offensichtlich, dass Abfall, der in eine fertige chemische Mixtur geworfen
wird, die erhoffte Reaktion verändert. Keine Kraft vermag die ursprüngliche
Verbindung wiederherzustellen; so können auch üble Taten sich nicht
verflüchtigen; deshalb ist es leichter, dem Übel vorzubeugen, als es zu beheben.
82. Es
ist schwierig, eine böse Tat zu tilgen. Wie viele Aufbauten und Türme müssten
errichtet werden, um das Geheul eines böswilligen Gefangenen zu übertönen, der
wieder einmal versucht, durch jede unverschlossene Tür zu entkommen. Fragt die
Menschen, wie unablässig sie nicht nur von üblen, sondern sogar von erfolglosen
Gedanken und Taten verfolgt werden. Der Lebenspfad ist mit Zeichen von Taten gepflastert,
die sich als untilgbare Flecken erweisen, weshalb es so weise ist, in die
Zukunft zu streben. Bei diesem Flug hat man keine Zeit, die weißen Flügel zu beflecken.
83.
Unterscheidet Anspannung von Müdigkeit. Es gibt viel Ähnlichkeit zwischen
diesen beiden verschiedenen Zuständen. Man muss spüren, wann es nützlich ist,
ihnen ein Ende zu setzen, indem man die Aufmerksamkeit auf ein anderes Zentrum
lenkt. Das goldene Gleichgewicht ist hier besonders anwendbar. Bei Müdigkeit gibt
es so viele Wesen aus der Feinstofflichen Welt, die auf diesen Zustand warten!
Nicht nur Böse, die ihren Willen für ihre eigenen Zwecke anspannen, sondern
auch viele nicht-verkörperte Wesenheiten ohne Persönlichkeit versuchen, sich an
den Magneten eines Herzens zu schmiegen.
Die
Menschen klagen über Verwirrung des Denkens bei Müdigkeit; wie könnte es diese
nicht geben, wenn unzusammenhängende Gedanken aus niederen Schichten der
Feinstofflichen Welt in das Bewusstsein eindringen. In den niederen Schichten
denkt man nicht unerschütterlich, und diese Flocken von Denkfragmenten verschmutzen
den Raum.
Ein
klarer Gedanke des Hasses ist in Bezug auf die Anspannung von Energie wertvoller
als die Verwirrung unbewussten Denkens. Für einen Agni Yogi ist die Berührung
mit einem Schwarm grauer, gespenstischer Gedanken sehr bedrückend. Der Lehrer
ist vor allem um die Denkrichtung besorgt. Bei großen Entfernungen werden auch die
größte Eile und Bestrebtheit entwickelt.
84. Ein
geistiger Kampf bekundet sich durch einen Andrang des Blutes in die Gliedmaßen.
Ein Agni Yogi mit einem feurigen „Kelch“ wird nicht zurückgelassen; Hilfe ist
gewiss, wenn das flammende Herz tapfere Geistwesen um sich sammelt.
Der Kampf
findet nicht auf der physischen Ebene statt; es sind nicht die unbedeutenden
irdischen Kräfte, die miteinander kämpfen, vielmehr sammeln sich Höhere Kräfte
mit jahrhundertealter Erfahrung, um ihr Schicksal zu entscheiden! Die irdischen
Widerspiegelungen des Kampfes schwellen wie unverhoffte Blasen an! Doch das
feurige Herz folgt nicht den irdischen Zeichen. Die Anspannung ist groß!
Die
Menschen träumen von Freiheit, doch in welch einem Verlies verwahren sie ihr
Herz!
85.
Freiheit ist wertvoll zur Wahrung der Persönlichkeit, für die
Individualisierung der angezogenen Energien. Gerade Freiheit erweist sich jedoch
als ein äußerst entstellter Begriff. Anstatt mit ihr wird das Leben mit
Tyrannei und Sklaverei erfüllt, gerade von jenen Eigenschaften, die
Zusammenarbeit und Achtung der Persönlichkeit ausschließen. So bringen manche
Menschen es fertig, ihre Existenz ausschließlich aus einer besonderen
Verbindung von Tyrannei und Sklaverei zusammenzustellen.
Natürlich
sprechen die Menschen von Freiheit, kennen aber noch nicht einmal ihre
besonderen Eigenschaften. Die Verwirklichung von Freiheit sollte sich bei ihnen
durch eine Erhebung des Bewusstseins zeigen. Intensives Suchen nach Freiheit
zeigt, dass der Geist mit seinem Potential zu einem neuen Aufstieg strebt, doch
niemand hat ihm gesagt, wie er mit diesem Schatz umgehen soll.
86.
Zusammenarbeit kann die Zierde eines bewussten Geistes sein. Nicht Zwang, und
weniger als alles andere Rivalität, sondern die Stärkung von Energien
vermittelt das Verständnis für Zusammenarbeit. Gemeinsame Arbeit ist für jene
klar, welche die Hierarchie mit dem Herzen verstanden haben. Ein Lehrer der
Freiheit ist eine Erscheinung der Hierarchie, denn es wurde vor allem gesagt: Geht
den kürzesten Weg, sammelt eure Kräfte und festigt euch im Verständnis der
Individualisierung, denn ein Regenbogen wird durch alle Strahlen verstärkt.
Wir
verjagen nur offensichtliche Verräter als kosmischen Kehricht; in allen anderen
finden Wir den Strahl, den sie in die Tat umgesetzt haben.
87. Rache
wird mit Recht von allen Lehren verurteilt. Das ursprüngliche Vergehen kann
wenig bewusst oder sogar unerwartet geschehen sein, aber Rache wird immer überlegt
und bewusst im Herzen verstärkt. Rache ist wie ein Megaphon des Vergehens,
deshalb ist ihr Schaden in seiner räumlichen Bedeutung sehr groß. Rache gleicht
Empörung nur wenig. Wie ein Impuls, zu drohen, wird Empörung schnell
vorübergehen, überlegte Racheakte aber vergiften die Atmosphäre weithin.
Es heißt,
dass die Absicht der Tat gleichkommt, doch man muss dabei die gedankliche Tat
im Sinn haben. An diese Überlegungen gewöhnt die Menschheit sich schwerer als
an alles andere. Für die gegenwärtige Menschheit ist der Gedanke in eine unbedeutende
Zusammenziehung des Gehirns ausgeartet. Da das Auge die Wirkung des Gedankens
nicht wahrnimmt, meint man, dass sie nicht existiert; damit gelangen wir allerdings
zur völligen Ablehnung des Denkens! Das Herz befindet sich in einer besseren
Lage, es erzeugt Bewegung und Geräusch – so kann es klopfen.
88. Eine Überfüllung
mit psychischer Energie ruft sowohl in den Gliedmaßen als auch in der Kehle und
im Magen viele Symptome hervor. Um eine Entspannung herbeizuführen, ist Soda
nützlich, ebenso heiße Milch.
Der
Lehrer wacht über die Feuer auf; die Feuer erleuchten nicht nur die Aura,
sondern verweilen im Raum; daher ist ihre Bedeutung so groß. Die in Erscheinung
getretenen Feuer fokussieren ihrerseits Energie und lassen neue Knoten
entstehen.
89. Hütet
euch vor gedankenloser Verurteilung. Sie enthält nicht nur die Eigenschaft der
Zersetzung, sondern sie liefert den schwachen Verleumder auch der Macht des
Verurteilten aus. Ein schwaches, aber grausames Herz kann eine Gegenwirkung der
Aura des Verurteilten hervorrufen. Dabei ist gewöhnlich der Verleumder selbst
nicht stark, sonst würde er für Verurteilung keine Zeit finden. Die
Ungerechtigkeit der Verurteilung schwächt, wie jede Lüge, das ohnehin
unbedeutende Bewusstsein des selbsternannten Richters; daher ergibt sich
außerordentlicher Schaden für ihn, während der ungerecht Verurteilte nur
gewinnt, indem er durch die Anziehung neuer Auren seinen Magneten stärkt.
Man
könnte fragen: Warum diese ethischen Erwägungen im Buch „Herz“? Doch vor allem muss
man an die Hygiene des Herzens erinnern. Man muss die Hygiene des Herzens als unerlässliche
Tätigkeit ansehen. Man muss alle Erwägungen über abstrakte Ethik verwerfen. Gut
ist, was in allen Dimensionen gesund ist. Wir bestehen darauf, dass jeder, der
den Pfad der Lehre betritt, vor allem gesund im Geist sein soll. Kann man im
Bösen zum Licht gehen? Wahrhaftig, Licht wird jedes Körnchen Böses an den Tag
bringen!
90.
Betrachtet die Stunden des Verkehrs als Gebet, als das Fortwerfen alles Bösen
und Zerstörerischen. Wenn der Gedanke dem Guten nicht widerspricht, bedeutet dies,
dass die Tore des Heils offenstehen; dies ist die äußerst notwendige Hygiene
des Herzens.
91.
Wenden wir unsere Aufmerksamkeit einigen scheinbar erfolglosen Tätigkeiten zu, die
jedoch im Grunde eine Art besondere Bedeutung haben. Manchmal kann man
beobachten, wie ein Mensch eine Handlung nahezu ohne jedwede Erfolgsaussicht ausführt,
doch etwas drängt ihn, gerade auf diese Art zu wirken. Solche Tätigkeiten sind
ihrem Wesen nach gewöhnlich nicht schlecht, sie werden aber oft ungerecht vergolten.
All das
sind karmische Zahlungen; der, der sie erhält, hat die Schuld natürlich
vergessen und auf dem Weg viele geistige Aufspeicherungen eingebüßt. Derjenige
aber, der bezahlt, ist gleichwohl bestrebt, die Schuld abzutragen, selbst wenn
das hingegebene Gewand nicht mehr passt. Dennoch wird die Schuld bezahlt, selbst
wenn die Zahlung nicht angenommen werden kann. Man kann auch beobachten, dass
für andere, dem Herzen nahestehende Menschen bezahlt wird.
92. Eine
alte Legende erzählt, wie ein gewisser König, der sich von allen fremden Einflüssen
befreien wollte, den Rat eines Weisen erbat. Dieser sagte: „In deinem Herzen
wirst du Befreiung finden.“ Der König aber empörte sich und erwiderte: „Das
Herz genügt nicht, eine Wache ist sicherer.“ Daraufhin verabschiedete der Weise
sich und sagte: „Dann ist die Hauptsache, dass du nicht schläfst, König!“ In
der Legende wird auf unser Herz als den einzigen Schutz hingewiesen.
Nicht
ohne Grund schreiben alle Lehren Gebete vor dem Einschlafen vor, um die segensreiche
Verbindung zu festigen. Die Menschen denken nicht gern daran, dass sie mehr als
ein Drittel ihres Lebens im Schlaf verbringen und dabei besonderen und
unbekannten Einflüssen ausgesetzt sind. Die Wissenschaft schenkt der Bedeutung
des Schlafes, diesem Aufenthalt in der Feinstofflichen Welt, wenig
Aufmerksamkeit.
Ist denn nicht
eine starke Verbindung mit der Hierarchie erforderlich, wenn wir an der
Schwelle von etwas stehen, das unserem gewöhnlichen Bewusstsein unbekannt ist?
Bedenkt, dass nahezu die Hälfte des Lebens außerhalb des irdischen Daseins
verläuft! Natürlich, ein für alle drei Welten bereites Herz hilft, das
Bewusstsein auf der nächsten Ebene fortzusetzen. Wer möchte das Los des Königs
teilen, der sich nur auf die Wache verlassen wollte?!
93. In
allen Testamenten gibt es symbolische Erzählungen, wie Einsiedler und Heilige
Dämonen zwangen, dem Nützlichen zu dienen und dafür zu arbeiten. Wahrhaftig,
das ist im Fall eines uneigennützigen Impulses vollkommen möglich. Ich
bestätige, wie sehr alle Finsteren dem Aufbau dienen, wenn die Kraft eines
selbstlosen Befehls das befehlende Herz schützt.
Ein
Umstand allerdings kann gefährlich und verderblich sein: Gereiztheit,
voll von Imperil*, eröffnet den Finsteren Zutritt. Verschiedene Fremdlinge wenden
sich dorthin, wo es Gereiztheit gibt, und bemühen sich, ihren Vorteil daraus zu
ziehen und die Wirkung des Giftes zu verstärken. Wie viel Gewebe wird
zerrissen, wie viele Prüfungen und Experimente werden zur Freude der
Böswilligen vereitelt. Ratet, dies nicht als Märchen zu nehmen, sondern als
gefährliche Wirklichkeit. Die Quelle von Gut und Böse versiegt nicht.
94.
Gesundheit ist ein Resultat der Vergangenheit, deshalb ist es für den Hausherrn
weiser, dafür zu sorgen, keine (…) Wirkungen zu schaffen. Man muss das Wesen
der Lehre verstehen, die das Herz verklärt. Wenn dieses Wesen nicht wichtig ist
und nicht das Leben erfüllt, verwandeln sich alle Worte und Zeichen in unnützen
Kehricht.
95.
Dankbarkeit ist im Hinblick auf ihre Folgen eines der realsten Konzepte. Man
kann sie sich selbst in Kleinigkeiten angewöhnen. Später sollte man an den
Schulen über Dankbarkeit als Gewähr für Wohlbefinden sprechen.
96. „Krankheit
entsteht durch Sünde“ heißt es in den Schriften. Wir sagen: Krankheit entsteht
durch die Unvollkommenheiten der Vergangenheit und der Gegenwart. Man muss
wissen, wie man vorgehen muss, um Krankheiten zu heilen. Zum Verdruss aller
Ärzte ist Vervollkommnung die wahre Prophylaxe.
Man muss verstehen,
dass Vervollkommnung vom Herzen aus beginnt und nicht nur eine räumliche,
sondern auch eine eng materielle Bedeutung hat. Mütter
tragen ihre Kinder nahe dem Herzen, als Allheilmittel zur Beruhigung, doch
gewöhnlich wissen sie nicht, dass dieses Tragen nahe dem Herzen eine mächtige
Wirkung hat. So ziehen wir auch in der Feinstofflichen Welt jemanden zum Herzen
heran, um zu stärken und zu heilen. Gewiss, das Herz verliert viel Energie durch
eine solche starke Anwendung. So wurde das Herz der
Mutter häufig von Schwertern und Pfeilen durchbohrt dargestellt – ein Symbol
für die Aufnahme aller Schmerzen in das Herz.
Nicht nur
bei ausgebrochenen Krankheiten, sondern bereits bei ihrer Entstehung ist Heilen
durch das Herz besonders wirksam. Zur Zeit ist dieses Mittel nahezu in
Vergessenheit geraten, aber es ist nicht weniger wirksam als eine
Bluttransfusion, denn durch die Einwirkung des Herzens wird feinste Energie
übermittelt, ohne unangenehme niedere Beimischungen von Blut. Diese Besorgtheit
um ein gebendes Herzen darf man beim Gedanken an Vervollkommnung nicht
vergessen.
97. Nach
zwei Wochen scheinbaren, oberflächlichen Strebens kommt ein Mensch zu dem
Entschluss, dass entweder er unfähig ist oder dass die Höhere Welt nicht
existiert. Indes sagt derselbe Mensch nach einem Dienstjahr zu seinem Diener: „Die
Frist ist zu kurz, ich kann dich noch nicht befördern.“ Sogar in irdischen,
niederen Angelegenheiten verstehen die Menschen die Bedeutung der Fristen. Nur bei
Erwägung einer höheren Ordnung wollen die Menschen das Wesen des Erlernens
nicht verstehen.
Es ist
schwierig, zu jenen zu sprechen, deren Herz nicht groß genug ist oder denen es
gelang, es zu erstickten. Man sollte meinen, dass die Feuer des Herzens sich sehr
natürlich und einfach offenbaren; allerdings sind lange Fristen erforderlich,
bis dieses Konzept, das die niedere mit der Feinstofflichen Welt vereint, in
der physischen Welt sichtbar wird. Die Vielzahl der Feuer erfordert natürlich,
dass man sich an sie anpasst, um eine scheinbare Zufälligkeit in die Kette des
Rhythmus hineinzubringen.
Es gibt
sehr wenige, die danach streben, Bürger des Universums zu werden. Dieser Rang
erfordert viel Besorgtheit, Beobachtung, Wachsamkeit und vor allem unbändiges
Streben.
98. Wie
kann man noch unvorbereiteten Menschen eingeben, dass das Thema der Höheren
Welt eine herzliche Einstellung verdient? Es ist schwierig, mit Menschen, die
nichts wissen, aber noch schwieriger mit denen, welche die Lehre wie einen
Löffel Suppe verschlungen haben; von ihnen kann man besonderen Verrat und
Entstellung erwarten. Es gibt kein Zeichen, das ein irregeleitetes Bewusstsein
davon überzeugen könnte, dass es nicht so sehr auf seine Nächsten als in sein
eigenes Inneres blicken sollte. Wie kann man Feuer wahrnehmen, wenn das Auge
nach einer Runzel auf dem Gesicht seines Nachbarn sucht?! Man kann sich mit kaltem
Herzen wundern, die Errungenschaften des anderen bezweifeln und jeden Funken
des Herzens mit Asche verschütten.
99. Die
neue Feinstoffliche Welt mag jenen als nicht verwirklichbar erscheinen, die den
sogenannten Phänomenen keine Aufmerksamkeit schenken, die durch Fotografien,
X-Strahlen[28] und schriftliche Zeugenaussagen
bestätigt wurden.
So kann man alle offenbarten Phänomene
sowie zahlreiche lehrreiche Beispiele aus dem Leben aufzählen. Aber vereinigt
für einen Augenblick alle diese Eigenschaften in einem Körper, und ihr erhaltet
die neue menschliche Verklärung, auf die in vielen Lehren hingewiesen wird. Das
Wichtigste bei dieser Verklärung ist, dass alle ihre einzelnen Teile schon offenbart
sind, selbst inmitten eines unvollkommenen Daseins. Das heißt: Bei entschiedenem
Streben kann man die Menschheit kräftig zur Verklärung des ganzen Lebens vorantreiben.
Lasst uns deshalb an das große Feuer und an die feurige Wohnstätte – das Herz –
erinnern. Das ist ja kein Märchen, sondern das Haus des Geistes!
Die
Menschen wollen Beweise, doch vor ihnen liegen viele Bestätigungen. Das
bedeutet, dass man sich vor allem an diese erinnern und die Kraft des Gedankens
und des Feuers des Herzens verstehen muss! Denkt! Das Denken weist den Menschen
auf die Bedeutung der Kultur hin.
100.
Heiler unterteilen sich in zwei Gruppen: Die eine heilt durch Handauflegen oder
den direkten Blick; die andere sendet einen Herzensstrom auf Entfernung.
Natürlich hat für den künftigen Aufbau die zweite Methode den Vorrang. Wenn man
die Ausstrahlung des Herzens nutzt, braucht man nicht viele Zentren des
Patienten zu treffen, sondern kann, ohne seine Aufmerksamkeit zu belasten, nur
auf den kranken Teil einwirken und den Organismus im Kampf um das Gleichgewicht
unterstützen.
Ihr
wisst, wie unmerklich Unsere Berührungen sind, um die selbständige Tätigkeit
nicht zu stören. Ihr erinnert euch auch daran, wie Wir physische Erscheinungen
vermieden und sie nur so weit zugelassen haben, wie sie zum Sichtbarmachen einer
bestimmten Stufe erforderlich waren.
Wir streben
weiter, sobald Wir Verständnis wahrnehmen. Wir nennen einen Faulpelz einen
Verletzer des Lebensgesetzes. Jene, die durch einen Herzensstrom heilen, wirken
sowohl im physischen als auch im feinstofflichen Körper. Man sollte der
phänomenalen Seite des Lebens Beachtung schenken, sie ist weit wesentlicher,
als es scheint.
101. Man
sollte seine Kräfte angemessen gebrauchen, wenn sie in alle Richtungen gefordert
werden. Man kann die Bedeutung des Kampfes verstehen, wenn müde Krieger zu einer
neuen Schlacht zurückkehren. Wahrhaftig, die erste Aufgabe eines Yogi besteht in
der Aufteilung und dem Haushalten mit den Kräften. Nicht ohne Grund werden freigebige
Herzen nicht unnötig mit den Händen fuchteln. Gegenwärtig ist Achtsamkeit besonders
nötig, denn man darf die Energie nicht durch überflüssige Verausgabung anspannen.
Man sollte auf der Hut sein.
102. Selbst
der höchste Yogi wirkt und heilt manchmal bewusst und manchmal über einen Höheren
Strahl ohne persönliche Entscheidung. Würden die Menschen erkennen, dass es Höhere
Strahlen gibt, sie würden sich vor einmengenden Einwirkungen schützen. Der Raum
ist überfüllt von verschiedenartigen, sich kreuzenden Strahlen und Strömen. Ohne
Streben zur Hierarchie können so viele zufällige oder böswillige Störungen das
reine Streben unterbinden!
Wir haben
Uns bereits daran gewöhnt, dass die Menschen nur bei Gefahr, die für sie offensichtlich
ist, bei Uns Zuflucht suchen, während sie bei den wesentlichen Gefahren, die
unsichtbar sind, die Verbindung mit der Hierarchie nicht aufrechterhalten
können. So muss man sich an den Strahl der Hierarchie anbinden, nämlich mit ihm
als ein wesentlicher Bestandteil verschmelzen. Denn selbst der höchste Yogi
wirkt manchmal über einen Höheren Strahl.
103. Wie
kann man die Menschen beschützen, wenn sie sich selbst nicht an den rettenden
Faden halten wollen? Die rechte Richtung einzuhalten, bedeutet schon Sieg.
Unsere Hilfe ist bereit, sich zu ergießen, das muss aber für jemanden und für
etwas geschehen. Wer kann Uns denn mit seinem direkten und einfachen Streben
helfen? Das Herz kann diese Leitung sowie den wahren Pfad finden.
104. Die
Menschen wollen die überall verstreuten Erscheinungen der Feinstofflichen Welt
nicht betrachten. So können sie sich auch nicht vorstellen, dass Ethik ein
praktisches Arzneibuch ist, um auf einfachste Weise räumliche Energien anzuziehen.
Werdet nicht müde zu wiederholen, wie notwendig das Bewusstsein ist, das Herz
für die Anziehung der höchsten Möglichkeiten zu nutzen.
Die
Menschen vergessen, für die Desinfektion des Lebens die einfachste Methode
anzuwenden. Viel wird über die Bedeutung des Feuers gesprochen, es wird jedoch völlig
vergessen, dass lebendiges Feuer der beste Reiniger ist. Die Menschen erhielten
die Elektrizität, mussten aber das Wesen der Energie isolieren, so dass nur
totes Licht zurückblieb. Offenes Feuer, Holzfeuer, Ampeln[29] und
Kerzen reinigen den Raum und machen viele Infektionen zunichte. Man kann
bemerken, dass die Wissenden neben der Elektrizität auch lebendiges Feuer
besitzen, das die räumliche Flamme so leicht anzieht. Fragt einen Arzt, welche
Rolle eine brennende Kerze bei der Desinfektion spielt. Er wird diese Frage
wahrscheinlich als unsinnig erachten, weil es ihm nicht in den Sinn kam, über
lebendiges Feuer nachzudenken.
Wozu
dienen denn Öllampen in Tempeln, wenn nicht zur Reinigung? Woher rühren denn
die alten Bräuche, einen Kranken mit Feuer zu umgeben? So ist Feuer ein Arzt
und Beschützer. Das lebendige Feuer im Ofen bewahrt die Arbeiter oft vor
Krankheiten. Offenes Feuer als reinigendes Symbol ist wahrhaftig ein
medizinisches Konzept.
105. Im
Buch „Herz“ muss man sogar über so einfache Dinge wie lebendiges Feuer sprechen.
Die besten Menschen begnügen sich mit elektrischem Licht und vergessen, wie
viele Krankheiten durch Energien verursacht werden, die absichtlich eingeschlossen
werden. So ist es auch mit Strahlen. Warum bemerkt man nicht, wie X-Strahlen
auf das Herz wirken? Ebenso will man die Wirkung von Metallen auf das Herz nicht
beachten. Viele Experimente sind erforderlich, um die umgebenden[30] Bedingungen
jedenfalls ein wenig steuern zu lernen. Die Menschen wollen sich von Krankheiten
befreien, beeilen sich aber, sie zu vermehren.
Man möge
nicht denken, Wir seien rückständige Gegner von Erfindungen; im Gegenteil, Wir rufen
zu neuen Entdeckungen.
Es ist
äußerst notwendig, die besonderen Bedingungen der heutigen Zeit in Betracht zu
ziehen. Man muss die Verschiebung* der Völker und die Bildung von neuen
feurigen Erscheinungen verstehen, die schwerwiegend einwirken können.
Wer immer
eine feierliche Stimmung bewahren kann, handelt richtig. Eintracht und Lebensmut
sind nötig, aber schützt das Herz sehr!
106.
Großes Unverständnis besteht gewöhnlich darüber, warum die Menschen die
Feinstoffliche Welt mit dem physischen Auge nicht sehen können. Das rührt
natürlich daher, dass das Auge die Transmutation[31] des
Äthers noch nicht bewältigen kann.
Stellt
euch vor, dass eine Fotografie gegen das Fenster eines Raumes gemacht wird; es
wird niemals gelingen, ein klares Bild der Gegenstände im Inneren oder der Umrisse
in der Ferne zu erhalten. Treten wir aus dem Dunkeln in die Sonne, werden wir ebenfalls
von der Kraft des blauen Lichts geblendet und getroffen. Wenn wir nun diese
Lichterscheinungen ins Unendliche erweitern, erhalten wir das Licht der
Feinstofflichen Welt, das einem unvorbereiteten Auge wie Finsternis erscheint.
So verwundert
es die Menschen auch manchmal, wieso einige scheinbar beschränkte Personen Visionen
der Feinstofflichen Welt haben. Vor allem deshalb, weil sie, wenn sie auch gegenwärtig
herabgesunken sein mögen, in der Vergangenheit manche reinigende Tat vollbracht
haben, mit anderen Worten, ihr Herz in früheren Zeiten bereits erwacht war.
Besonders bemerkenswert ist, dass die Eigenschaft des Herzens nicht
verlorengeht; sie kann sich sehr einseitig bekunden, wird aber trotzdem als
Potential vorhanden sein.
Warum sind Frauen oft für die Feinstoffliche Welt wacher?
Weil die Arbeit ihres Herzens viel feiner ist, dadurch erscheint ihnen das
Transzendentale leichter. Wahrlich, die Epoche der Mutter der Welt* gründet auf
der Erkenntnis des Herzens. Es kann nämlich nur die Frau das Problem der beiden
Welten lösen. So möge die Frau zum Verständnis mittels des Herzens aufgerufen
sein. Dies wird vor allem auch deshalb nützlich sein, weil die Eigenschaft
des Herzens ewig ist. Es gibt bereits viele verschiedene Heldentaten von Frauen,
doch jetzt ist der Frau anstelle des Scheiterhaufens die Flamme des Herzens
verliehen worden.
Vergessen
wir nicht, dass bei jeder wichtigen Errungenschaft das weibliche Prinzip als
Grundlage und Essenz unerlässlich ist. Das Herz kann sich der Feinstofflichen
Welt nicht öffnen, wenn diese nicht durch eine besondere Heldentat verstanden
wird.
107. Wie
viel ist über die Sprache des Herzens gesagt worden, für die meisten jedoch bleibt
sie eine unanwendbare Abstraktion! Wir wollen nicht auf den höchsten Formen
dieser Art des Verkehrs[32]
bestehen; bemühen wir uns, uns die elementaren Grundlagen anzueignen, die
unverzüglich und ohne besondere Vorbereitungen offenbart werden müssen.
Jede
Sprache ist vor allem dazu bestimmt, sich gegenseitig zu verständigen. Das
bedeutet: ihr müsst euch bemühen, nicht nur euren Gesprächspartner zu
verstehen, sondern ihm auch eure Sprache leicht verständlich zu machen. Dafür müsst
ihr in der Lage sein, in der Sprache eures Gesprächspartners zu sprechen.
Sprecht mit seinen Worten, in seiner Ausdrucksweise, nur so wird er sich euren
Gedanken leicht merken und in sein Bewusstsein aufnehmen.
So lernen
wir, die Worte eines Gesprächspartners aufzunehmen und unmerklich zum Charakter
seines Denkens überzugehen. Die höchste Form des Verkehrs besteht darin, einen
Gedanken ohne einen Ton zu erfassen.
108. Man
muss lernen, fremde Ausdrücke auf vierzigerlei Art aufzunehmen. Jeder unserer
Ausdrücke verwirrt den Gegner, sein eigener, gewohnter Ausdruck aber geht wie
sein eigenes Denken sofort in sein Bewusstsein ein. So kann man sein
Bewusstsein an die Geschmeidigkeit des Ausdrucks gewöhnen. Wir nennen dies den „Übersetzer
des Herzens“. Und bei anderem Verkehr mit Hilfe des Herzens ist das Wichtigste,
Selbstsucht zu meiden, die „finsteres Auge“ genannt werden kann.
Man
sollte die Grundlagen der Lehre im Leben nicht als die Laune eines Tages,
sondern als dauernde Übung ohne jedwede Gereiztheit und Verdrießlichkeit anzuwenden.
109. Die
Verletzung des feinstofflichen Körpers muss Gegenstand wissenschaftlicher
Forschung werden. Solche Verletzungen kommen viel öfter vor, als man denkt. Und
sowohl in der Schlacht als auch beim Unbehagen der Rückkehr in den physischen
Körper kann man die Beschädigung wahrnehmen, die sich immer als physischer
Schmerz äußert; dabei konzentrieren sich die Schmerzempfindungen auf die
angespannteste Stelle des Organismus.
Gewiss,
das Herz leidet am häufigsten. Man muss verstehen, dass das Herz sich als Lebensspender
erweist, doch dafür strebt ein feuriges Herz vor allem zur Schlacht. Die
wertvollsten physischen Empfindungen sind die Herzschläge, wenn sie mit der hoch
entwickelten Arbeit des feinstofflichen Körpers verbunden sind.
Gleichfalls
lehrreich ist die Gewichtsveränderung, die eintritt, wenn der feinstoffliche
Körper den physischen verlässt.
110. Im
Zusammenhang mit dem feinstofflichen Körper kann man viele Experimente durchführen,
doch man muss sich vor allem Empfindungsfähigkeit des Herzens aneignen und die Augenblicklichkeit
der Bewegungen des feinstofflichen Körpers verstehen. Wenn ein Arzt die Technik
der Amputation eines Fußes auf die Untersuchung des Herzens anwendet, wird er
natürlich zum Mörder, wie es auch oft geschieht.
Besonders
empörend ist es, wenn dem Herzen Gifte eingegeben werden; man vergisst, dass
das Herz das Gift nicht aufnehmen kann, und durch solch verbrecherische Kuren
wird der feinstoffliche Körper beschädigt. Viel einfacher zur Unterbindung von
Leiden sind Suggestion und die Anwendung von pflanzlichen Heilmitteln. Aber
dazu bedarf es Personen, die wissen, was Suggestion ist.
111.
Wahrhaftig, der ganze Fortschritt des Herzens beruht auf moralischen
Grundlagen. Diese Grundlagen verwandeln die physische Natur und beleben den
Geist.
Natürlich
könnte man euch fragen: „Wie verhält es sich mit dieser Bedingung bei den
Finsteren, wenn ihre Hierophanten[33] über
bestimmte Feuer verfügen?“ Es ist richtig, zu verstehen, dass finstere Unmoral
auf der Disziplin der Furcht beruht. Man muss sehen, wie grausam diese
Disziplin ist! Während Wir sehr behutsam das Karmagesetz berücksichtigen und die
Individualität schätzen, gibt es auf der anderen Seite Disharmonie und
Zerstörung, und ihre Grundlagen werden durch Tyrannei aufrechterhalten.
Gewiss,
auf niederen Stufen erweist sich Furcht als eine sichere Methode. So zeigt sich
der finstere Einschüchterer als strenger Gläubiger. Man muss aber die
Geschlossenheit der finsteren, unmoralischen Zerstörer im Blick haben. Oft
wollen schlecht vorbereitete Krieger die Stärke der Feinde nicht wahrhaben, das
Herz kann aber sowohl von der Brust als auch vom Rücken her durchbohrt werden.
Deshalb versteht es, die Methoden der Feinde zu studieren.
112.
Nicht nur Ströme, sondern auch Rufe des Raumes stören das physische
Gleichgewicht. Viele werden zum Magneten eines flammenden Herzens hingezogen.
In ihrem Leiden schreien sie auf, und das Herz einer großen Seele kann den
Rufenden nicht abweisen. So kann das Streben zum Magneten dessen Energie rauben,
doch das ist unvermeidlich, und diesem Umstand ist jeder Magnet unterworfen.
Natürlich wächst das Potential des Herzens durch diese Übungen nur.
Die Rufe
haben aber noch eine andere wichtige Bedeutung, wird doch der Raum von den
besten Bestrebungen durchdrungen, und diese Strahlen weben das leuchtende Netz
der Welt. Jene, die das Netz der besten Rufe verstehen, werden auch die Heldentat
eines Einsiedlerlebens begreifen, das durchaus nicht einsam ist, sondern im
Gegenteil ein Dienst, der den Leidenden offensteht.
113. Die
Menschheit erschrickt über alles sogenannte Übernatürliche und vergisst, dass
es über dem Bestehenden nichts Übernatürliches geben kann. Besteht deshalb fest
darauf, dass Agni Yoga und die Lehre des Herzens nichts Übernatürliches
enthalten können. Seid besonders mit jungen Menschen bis zum dreißigsten
Lebensjahr vorsichtig, bei denen noch nicht alle Zentren arbeiten können, ohne
dem Herzen zu schaden. Es ist unerlässlich aufzuzeigen, dass Unser Yoga keinerlei
erzwungene Zauberei enthält und niemals Chaos erzeugen wird.
Man muss
die jungen Menschen für Heldentaten entflammen, die ihr Wesen verwandeln und –
für sie selbst unmerklich – das Herz für die zukünftige Vervollkommnung
vorbereiten. Deshalb sollte man so einfach und freudvoll wie möglich zur „Weißen
Insel“, wie Wir Unsere Wohnstätte manchmal nennen, davonsegeln.
114. Der Anschluss
an den Agni Yoga geht einfach vor sich, genauso wie viele bedeutende Erfahrungen
und Errungenschaften auf einfache Weise erlangt wurden.
Jeder
Schritt ist wertvoll, wenn er unmittelbar in unerschütterlichem Streben getan
wird. Wir durchschreiten so viele Fachrichtungen, nur um sie im Herzen zu verschmelzen
und umzuwandeln. Wer wird nicht entflammen, wenn das Leuchtfeuer schon entfacht
ist? Wie viele Herzen sind schon für das künftige Entflammen vorbereitet!
115. Verneine
nicht, fürchte dich nicht, sei nicht überrascht: Diese Bedingungen erleichtern es,
die phänomenale mit der gewohnten Seite zu vereinigen. Gewiss, ihr konntet euch
durch eure eigene Erfahrung davon überzeugen, dass die phänomenale Seite völlig
natürlich in euer Leben einging und die Produktivität der Arbeit in keiner
Weise beeinträchtigte, sondern die Arbeitsfähigkeit sogar noch steigerte. Diese
Bemerkung hat umso größere Bedeutung, als man gemeinhin annimmt, das Achtgeben
auf das Phänomenale im Leben lenke von der Produktivität ab. Gerade das
Gegenteil ist der Fall: Das Streben zum Unbegrenzten lehrt, wie groß die menschlichen
Möglichkeiten sind.
So gibt
es auch um den Begriff Prüfung herum viele Missverständnisse. Es ist natürlich
bekannt, dass sogar die Welten sich in Prüfung befinden. Doch das Gehirn der Leute
ist an gerichtliche und schulische Prüfungen gewohnt. Deshalb ist es immer geneigt,
sich irgendwelche Prüfer voller Winkelzüge und Listen vorzustellen, die den
Unglücklichen nur verurteilen wollen, der ihnen in die Hände fällt. Es gibt
jedoch keine Prüfer, sondern nur Beobachter: Wie nutzt der Mensch sein Wissen? Deshalb
sollte man natürlich nicht den Beobachtern Vorwürfe machen, sondern sich
selbst.
116. Prüfungen
werden für den Schüler selbst gegeben, als Meilensteine auf dem Pfad, die er bemerkt,
wenn er in die Feinstoffliche Welt hinübergeht. So lernen wir zur Kontrolle unter
verschiedenen Umstanden; deshalb sollte man das Wesen der geleisteten Arbeit
verstehen. Wie viele in der physischen Welt unbeachtete Arbeiten zeitigen
glänzende Ergebnisse im feinstofflichen Zustand – daher sollte man Arbeit in
einem weiten Ausmaß bewerten. Oft führt eine scheinbar abstrakte Leistung zu konkreten
Erfindungen, während scheinbar genaueste Berechnungen nur zu einer Geduldsprobe
führen. Eine Prüfung ist äußerst wohltätig und geht in das System der alten
Lehren ein.
117.
Unduldsamkeit ist ein Zeichen eines niedrigen Geistes. Unduldsamkeit birgt die
Keime der übelsten Taten. Wo Unduldsamkeit nistet, ist kein Platz für Wachstum
des Geistes. Das Herz ist unbegrenzt; das bedeutet: Wie armselig muss ein Herz
sein, das sich selbst der Unbegrenztheit beraubt! Man muss jedes Anzeichen
ausrotten, das zum Idol der Unduldsamkeit führen kann.
Die
Menschheit hat verschiedene Hindernisse für den Aufstieg ersonnen. Die
finsteren Kräfte versuchen mit allen Mitteln, die Evolution zu begrenzen.
Natürlich wird der erste Angriff ein Vorgehen gegen die Hierarchie sein.
Alle
haben von der Kraft einer Segnung gehört, doch aus Unwissenheit haben sie diese
wohltätige Wirkung in Aberglauben verwandelt. Dennoch besteht die Kraft des
Magneten auch darin, jemanden durch einen Segen zu stärken. Es wird viel von
Zusammenarbeit gesprochen, doch bei jedem Aufbau sollte man das Bewusstsein (…)
bestätigen. Und was stärkt die Macht unmittelbarer als der Strahl der
Hierarchie!
Wer das
Wesen ununterbrochener Arbeit versteht, wer sich durch Konzentration auf die
Hierarchie stärkt, wer sich von komplizierten Formeln befreit, um die
Konzentration in das Herz zu übertragen, der versteht das Wesen der Zukunft.
118. Ich
bestätige, dass wir Menschen der Verwandlung von Materie in Energie dienen; deshalb
kann niemand die Bedeutung des Menschen und seines Durchschreitens der
niedersten Sphäre herabsetzen. Man kann dieses Dasein wie jenes verkleideter
Sendboten ansehen, so wenig entspricht das Wesen der Form, die es zufällig im
Leben einnimmt und die herrlich sein kann!
Ich
bestätige das Streben zum Aufbau des Tempels des Herzens. So wollen wir das
Bewusstwerden der Zusammenarbeit nennen.
119. Es
ist eine große Gabe, Hellsehen durch Berührung des Sonnengeflechts zu eröffnen.
Dieser Prozess kann sowohl im physischen als auch im feinstofflichen Körper
vollzogen werden, denn er zählt zu den unzerstörbaren Prozessen. Dafür muss man
aber über einen starken Magneten des Herzens verfügen. So kann man bei einem
bestimmten Entwicklungsstadium nützliche Taten vollbringen, indem man den Geist
der Menschheit erhebt.
Natürlich
sind die Wirkungen und Äußerungen des Hellsehens sehr verschieden, doch sein
Potential bringt den Organismus in eine Umgebung, welche die Menschheit unter
verschiedenen Umständen zur Vervollkommnung führt. Nicht ohne Grund ist die Gabe
der Eröffnung des Hellsehens und Hellverstehens der Mutter der Welt eigen.
120.
Ablagerungen von psychischer Energie sind natürlich völlig real, sowohl im
Tier- als auch im Pflanzenreich. Man kann daran erinnern, dass das bereits erwähnte
„Ringse“ eine Ablagerung von psychischer Energie enthält, welche die
Eigenschaft der Unzerstörbarkeit und der Lebenskraft besitzt.
121. Wenn
Ich dazu aufrufe, zu Mir zu streben, bedeutet das, dass inmitten der Schlacht
ein gefährlicher Augenblick gekommen und eine Vereinigung der Herzen
erforderlich ist. Man kann sich in Unbegrenztheit keinen völligen Sieg
vorstellen, doch aus demselben Grund ist auch eine Niederlage unmöglich.
Oft
überträgt ein Arzt den Schmerz an eine andere Stelle, um von seiner Relativität
zu überzeugen, doch Zusammenarbeit bedarf eines solchen Musters nicht. Wenn Erbauer
eines großen Planes gerufen werden, kann es keine Relativität geben.
Wenn die Stunde
gefahrvoll ist, schmerzt das Herz. Man kann an viele Gründe denken, die
Grundlage der Trauer und der Besorgnis ist jedoch nur eine, nämlich eine harte Phase
der Schlacht. Man kann sich eine Schlacht nicht als Vorankommen ohne
Hindernisse vorstellen. So sind Wir auf der Wacht und rufen die Mitarbeiter auf,
fest zusammenzustehen.
122. Der Krampf
der Welt ist wie ein Krampf des Herzens. Nichts kann furchterregende Kräfte
dazu bringen, einen Angriff einzustellen. Ebenso kann nichts ein feinfühliges
Herz vom Erbeben befreien, wenn etwas Wertvolles angegriffen wird. Doch man muss
allen sagen, nicht zu erschrecken, denn solange die Formation fest ist, kann
nichts eindringen.
Das
Erbeben des Herzens ist allerdings unvermeidlich, nicht nur in Unserem Turm,
sondern überall, wo es Hingabe gibt. Lasst uns dieses Gefühl von
atmosphärischen Einwirkungen unterscheiden, die selbst bei Anspannung nicht
jenen Einfluss bewirken können, den psychischen Reflexe hervorrufen. Ich
bestätige: So viel Ruhe wie möglich, denn Wir wachen.
123. Lobt
Ärzte, die beim Beginn einer jeden Krankheit ein starkes Tonikum[34]
verordnen. Wenn das Herz bereits geschwächt ist, ist es zu spät, die Krankheit
zu vertreiben. Es ist Aufgabe des Arztes, den Keim der Krankheit festzustellen
und neue Kräfte für den Kampf mit ihr einzuflößen.
Deshalb lenken
Wir eure Aufmerksamkeit vor allem auf Moschus*. Die wertvolle Substanz reicht aber
nicht für alle, weshalb Wir erneut auf jene Pflanzen verweisen, die in die
Nahrung der Moschustiere eingehen. Diese Zusammensetzung ist natürlich schwächer,
liefert aber gleichwohl eine heilsame Substanz, die man in weitem Umfang anwenden
kann.
So kann man
einem Hauptfeind der Menschheit ausweichen: allen Narkotika. Es ist nicht besonders
schwierig, die Bestandteile der Nahrung dieser Tiere ausfindig zu machen; so kann
man einen Weg finden, Töten zu vermeiden.
124. Man
sollte dem charakteristischen, spasmatischen Seufzer Beachtung schenken, der bestimmte
geistige Erhebungen begleitet. Die Empfindung von Gänsehaut bei einem Gespräch
mit Uns ist auch sehr charakteristisch. Beim Prozess der Experimente mit der Auffindung
der psychischen Energie wird die Bedeutung beider Empfindungen gefunden werden.
Die
Geschwindigkeit einer ununterbrochenen Übertragung ist gleich der
Lichtgeschwindigkeit. Es ist charakteristisch, dass man alle Bereiche des
Feuers vergleichen und so bedeutsame Analogien erkennen kann, die einen von der
Einheit der Grundlagen überzeugen können. Wohin kann man sich umwenden, wenn
von allen Seiten Zeichen der Vereinigung aufgezeigt werden?
125. Wenn
wir hier auf Erden nicht lernen, nützliche Eigenschaften von schädlichen zu
trennen, wo sonst können wir diese Erfahrung sammeln? Dem Gesetz des Herzens
folgend, muss man die nützlichen und die schädlichen Teile jeder Offenbarung aufmerksam
unterscheiden. Selten sind sämtliche Eigenschaften einer Erscheinung gut oder
schlecht, das Herz versteht jedoch, wo die Funken des Lichts und der Staub der
Finsternis sind.
Das Neue
kann nicht nach herkömmlichen, im voraus festgelegten, irdischen Gedanken
aufgebaut werden. Man muss vielmehr daran erinnern, dass Segen weiträumig ausgegossen
wird; seine Funken werden von einem kosmischen Wirbelwind in verschiedene Herde
geweht. Ihr seht selbst, wie unerwartet Pflanzensamen anwachsen; gleicherweise
gibt es viele Unterschiede zwischen Menschen. Deswegen spreche Ich auch vom
Erfassen.
126. Ihr
tut gut daran, die Besonderheiten von Ausdrücken zu unterscheiden. Gerade darin
liegt die Musik des Geistes. All die Schattierungen der Sprache sind kein
Zufall! Wie sehr durchströmt die psychische Flamme die Nerven und färbt die Sprache!
127. Jeder
Gedanke gebiert eine Tat. Ein ganz unbedeutender Gedanke schafft eine winzige
Tat, deshalb denkt umfassend, damit selbst bei einer Einbuße noch genügend
Potential für eine bedeutende Wirkung verbleibt. Wenn die Menschen schon oft
nicht in der Lage sind, gut zu handeln, so könnten sie doch wenigstens gute und
umfassende Gedanken in sich großziehen.
Ich hebe
kultivierte Gedanken hervor, denn finsterer Staub vernichtet die Schönheit der
Schöpfung. Es ist schwierig, sich dem Gedanken an einen guten Aufbau zuzuwenden,
wenn blutiger Nebel das Bewusstsein trübt, doch früher oder später wird man
sich der Kraft des geläuterten Gedankens zuwenden müssen. Deshalb ist es besser,
schneller damit zu beginnen.
128. Die
Wurzel der Vorstellung ist eine tiefe Grundlage des Daseins. Ohne Vorstellung kann
es kein Streben nach Erkenntnis und Schöpfung geben. Wie kann ein Geist
schaffen, wenn er nicht durch Vorstellung überzeugt wird? Wie könnte er über
das Höchste Prinzip sprechen, wenn das Dasein nicht auf Vorstellung gründet?
Die geistigen Werte unterscheiden sich nach diesem Kriterium. Ohne Vorstellung wäre
diese Erscheinung nur der Tanz eines Skeletts. Doch wie ihr seht, ist jetzt Balsam
nötig für die verwesenden Teile der Menschheit.
129. Es
ist schlecht, in seinen Wohnräumen Teile von menschenfressenden Tieren
aufzubewahren[35] sowie andere Gegenstände
der Nekromantie[36]. Wer die Bedeutung des
Magnetismus im menschlichen Organismus verstanden hat, begreift, wie lebendig
die Fluida eines Organismus sind und wie naturwidrig die Vermischung der Fluida
des Menschen mit jenen der Tiere in irgendeiner Form ist; deshalb ist jedwede
Form von Kannibalismus ein Festtag für die finsteren Kräfte. Darüber hinaus fühlen
Körper der niederen Schichten der Feinstofflichen Welt sich besonders zur
Nekromantie hingezogen.
130. Die
erhabensten Experimente werden zu Späßen von Fakiren reduziert. Anstatt einen
Mangobaum durch Gedankenkraft wachsen zu lassen, hängen sie geschickt Früchte
an den Zweig. Ebenso werden die besten menschlichen Errungenschaften
herabgesetzt; Wir aber folgen dem althergebrachten Pfad, um nicht gegen das Gesetz
des Daseins zu verstoßen.
131. Nun
rate Ich den Wissenschaftlern, ihre Aufmerksamkeit der Feinfühligkeit des Organismus
für verschiedene unerklärliche Erscheinungen zuzuwenden, zum Beispiel dem
Empfinden von Gänsehaut; natürlich man kann dies durch Zusammenziehungen der Nerven
erklären. Doch es ist lehrreich, darauf zu achten, ob es nicht in der
umgebenden Atmosphäre irgendetwas Fremdes gibt.
Diese
Beobachtungen sind bei der Erforschung der psychischen Energie sehr nützlich. Irgendetwas
spannt die physische Atmosphäre an und wirkt auf die Hautoberfläche und die
Nerven ein. Die physische Einwirkung müsste chemisch untersucht werden als
etwas, das Nervenzusammenziehungen beschleunigt. Strahlen und Ströme sind wirklich
der Feinstofflichen Welt so nah!
Für diese
Untersuchungen muss man aber vor allem lernen, die Aufmerksamkeit auf die
Empfindungen zu lenken. Die Ärzte selbst schenken den mannigfaltigen Gefühlen
am wenigsten Beachtung. Sie teilen komplizierte Organismen in primitive Abteilungen
auf, die sie hindern, ihre Beobachtungen zu verfeinern.
Wir
müssen uns wenigstens in kleinen Gruppen sammeln, um uns an das Gemeinwesen zu gewöhnen.
133.
Verbreitet das Heil mit allen Mitteln. Es ist bedauerlich, zu sehen, wie manchmal
ein Körnchen ein ganzes Rad zum Stehen bringt. Ein großes Herz umfasst vieles,
ein kleines dagegen ist vornehmlich mit kleinen Dingen angefüllt. Man darf dem Bösen
nicht die Möglichkeit geben, sich ungehindert zu verbreiten. Das Beispiel vom
Garten und dem Unkraut genügt. Ladet süßliche Sänger ein, inmitten des Unkrauts
spazieren zu gehen, und all ihre wie Honig fließenden Töne werden verstummen. Die
Krieger des Heils aber werden auf dem Weg der Nachfolge nicht erkalten! So möge
das Herz beurteilen, wo das Heil beginnt!
134. Ich
bitte, beim Vergleich von Gut und Böse keine bedingte Aufteilung vorzunehmen,
denn die Grenzen sind so gewunden, dass man sie mit irdischen Maßstäben nicht feststellen
kann. Die Hauptschwierigkeit besteht darin, dass die Feinstoffliche Welt sich sehr
stark annähert und eine ständige Einwirkung offenbart; da sie aber chaotisch
ist[37], schädigt
sie jede aufbauende, bewusste Gruppe. Gewiss, die größten Erscheinungen werden
vom Abschaum besonders beschmutzt.
135.
Gedankenlesen entsteht aus Gefühlswissen. Nicht künstliche Magie, nicht jemandem
in die Augen starren und nicht seine Hände halten, sondern das Feuer des
Herzens vereint die feinstofflichsten Apparate. Dabei gibt es zwei
Schwierigkeiten: Der Gedankenleser kann von mehreren Leitungen umgeben sein,
und der, dessen Gedanken gelesen werden, kann so undeutlich denken, dass er
selbst unfähig ist, seinen Grundgedanken zu bestimmen.
Gedankenlesen
ist jedoch nicht nur als Phänomen für das gegenwärtige Bewusstsein der
Menschheit lehrreich, sondern auch als wissenschaftliche, physikalische Erforschung
der Übermittlung von Strömen. Wie viele bedeutende Experimente warten darauf,
an die Reihe zu kommen!
Ihr alle
kennt Lichterscheinungen, aber noch kein Wissenschaftler hat den Ursprung dieser
Lichter untersucht. Sind sie optische, visuelle Erscheinungen, oder sind sie
räumlich-chemischer Natur? Vielleicht wird die Kondensierung dieser Energie den
Grund für eine neue Beleuchtung legen!
Alle
diese Erscheinungen gehören in den Bereich der Erforschung der psychischen
Energie. Warum sollte man annehmen, dass es der Menschheit bestimmt ist, sich
nur auf die eine Art von kosmischer Energie zu beschränken, die man
Elektrizität nennt? Es kann viele Kanäle für die Offenbarung von Energie geben.
Doch die Menschen sind natürlich eher fähig, die Aufmerksamkeit zuerst auf
ihren eigenen Mikrokosmos, das Herz, zu richten, in dem alle Energien der Welt
schlummern.
136. Wenn
es Hellhören und Hellsehen gibt, muss es auch Hellriechen geben. Unter den
Erscheinungen der psychischen Energie hat letzteres natürlich eine besondere
Bedeutung. Die Energie ist nicht nur im Duft kondensiert, sondern sie ruft auch
jenes krampfhafte Einatmen hervor, das Ich bereits erwähnt habe.
Es ist
lehrreich, daran zu erinnern, wie seltsam die alte Weisheit umgestaltet wurde
und in unsinnige Rituale entartete. Liest man über die Bräuche der Ägypter,
Chinesen oder anderer alter Völker, sich durch Beschnüffeln und Einatmen zu
begrüßen, dann ist es schwierig, darin die Erinnerung an die psychische Energie
zu erkennen, die von verschwundenen Rassen bewahrt wurde. Doch sogar heutzutage
zeigt geöffnetes Gefühlswissen das Wesen der umgebenden Atmosphäre an. Das ist
keine Frage des Geruchs, sondern tatsächlich eine solche des Wesens.
137. Es
ist zuverlässig bekannt, dass einige Düfte auf der Hautoberfläche an den
Nervenenden eine Anspannung der psychischen Energie hervorrufen. Gewisse Rosensorten
und die Ingredienzien, die euch als „Balsam der Mutter der Welt“ bekannt sind,
sind dafür nützlich. Die wohltuende Einwirkung des Balsams selbst wird durch
die hervorgerufene psychische Energie erheblich verstärkt. Deshalb sind
verschiedene Arten von Hauterkrankungen und der Zersetzung der Materie dieser Wirkung
unterworfen. Natürlich steigert sich die Wirkung noch, wenn Klarheit des
Bewusstseins hinzukommt. Deshalb ist eine gute Suggestion sogar bei den besten Medikamenten
von Nutzen. Vergessen wir nicht, dass diese Hinweise für die Erforschung der
psychischen Energie von Nutzen sind.
138. Ein nicht
vollständiger Schlaf bedeutet noch nicht Schlaflosigkeit, die schädlich ist,
weil sie einen von der Feinstofflichen Welt fernhält. Im Gegenteil, nicht
vollständiger Schlaf führt manchmal zu der notwendigen Wirkung, den Eifer des feinstofflichen
Körpers in der Zeit einer geistigen Schlacht zu bändigen. Gewiss, manchmal mag
auch kein Schlafbedürfnis vorhanden sein, doch das ist ein besonderer Zustand.
Das Herz kann
während des Schlafes sehr bedeutsame Beobachtungen ermöglichen. Man kann
allmählich die Tätigkeit des Herzens in Verbindung mit der Teilnahme am Leben
der Feinstofflichen Welt feststellen. Man kann erklären, wie das Herz
einerseits vom kosmischen Pulsschlag abhängt und diesen widerspiegelt,
andererseits aber bei unmittelbarer Teilnahme an der Feinstofflichen Welt ein eigenes
Tempo aus dieser Welt übernimmt. So kann man durch eine Reihe aufmerksamer
Beobachtungen die Verbindung der Feinstofflichen Welt mit dem Kosmos und der
physischen Welt feststellen.
Die Aufgabe
des menschlichen Herzens ist es, Energien zu sammeln und umzuwandeln; es ist
jedoch wichtig, der Menschheit mit Hilfe von Experimenten die Bedeutung von Schwingungen
zu erklären.
Wer würde
glauben, dass die Teilnahme an einem Kampf in der Feinstofflichen Welt Belastung
und Anspannung im ganzen Organismus auslösen kann? Doch sogar die Ärzte können
bezeugen, wie viele bedrückende Zustände derzeit zu beobachten sind.
139. Das
kommende Zeitalter muss die Menschheit von jedweder Sklaverei befreien. Dies
kann man durch Zusammenarbeit mit der Hierarchie erreichen. Wir werden nicht
müde, immer wieder über Zusammenarbeit zu sprechen. Man kann die Bedeutung des
allumfassenden Herzens nicht erkennen, wenn man statt von Zusammenarbeit von
allen möglichen Arten von Sklaverei träumt. Deshalb werden wir beim Studium der
magnetischen Ströme erkennen, dass das Bewusstsein der Zusammenarbeit die Macht
aller vereinenden Ströme verzehnfacht.
Es mag
seltsam erscheinen, dass der ethische Begriff „Zusammenarbeit“ auf den
physischen Begriff „Ströme“ einwirkt. So kann nur jemand denken, der die wahre
Wissenschaft nicht kennt; euch aber ist zur Genüge bekannt, dass das Gebiet des
Geistes nicht von den physischen Gesetzen getrennt werden kann.
140. In
allem kann man Manwantaras* und Pralayas* unterscheiden. Dieses majestätische
Gesetz ist von der winzigsten Erscheinung bis zum Wechsel von Welten deutlich
erkennbar. Man kann die genaue Progression verstehen, die das Kleinste mit dem
Größten verbindet. In eben derselben Weise wechseln die Empfindungen unseres
Organismus‘ und Bewusstseins. Wir können entweder Verständnis fühlen oder uns
am Rande eines Abgrundes von Unwissenheit befinden, wie vor einer großen Leere.
Doch auf dem Gipfel der Erkenntnis werden wir uns an den (…) Wissensmangel erinnern.
Gleichfalls werden wir angesichts der Leere erkennen, dass dies die Maja* des
Pralaya ist, denn es gibt keine Leere. So denkt daran, dass das Trugbild der
Leere durch die unerschöpflichen Schätze des Geistes ersetzt wird. Was sagte
Ich euch heute? Nur ein einziges Wort: Unerschöpflichkeit. Möge dies das Vermächtnis
der Zukunft sein.
Wenn ihr
Unbegrenztheit erkennt, müsst ihr euch auch an ihre Eigenschaften gewöhnen.
Unerschöpflichkeit ist jene erste Eigenschaft, die jedes mutige Herz erfreut.
141.
Selbst Menschen von höchstem Wissen können nur schwer die Tätigkeit der Feinstofflichen
Welt in physische Zeit umsetzen! Es ist nahezu unvorstellbar, dass man für eine
kurze Absentierung in die Feinstoffliche Welt fast keine physische Zeit
benötigt. Man kann in der Feinstofflichen Welt die entferntesten Flüge
unternehmen, doch irdische Uhren werden hierfür nur Sekunden verzeichnen; so
sehr unterscheiden sich die Maße der Feinstofflichen Welt von den physischen.
Dabei
muss man bemerken, dass bei einer gewaltsamen Trennung des feinstofflichen
Körpers die Worte des Schlafenden nicht dem Ungestüm der feinstofflichen
Handlungen entsprechen und noch dem Gesetz der physischen Welt unterliegen. So
handelt auch der physische Verstand nach dem Gesetz der physischen Welt, nur
die nervliche psychische Energie unterliegt dem Gesetz des Lichts.
Mitarbeiter
der Feinstofflichen Welt eilen oft zur Zusammenarbeit, ohne selbst ihre
Abwesenheit zu bemerken. Nur ein Schwindelgefühl lässt einen manchmal dieses
Phänomens erkennen, denn Zusammenarbeit mit der Feinstofflichen Welt gilt als
ungewöhnlich, doch diese Situation wird sich bald ändern.
142. Ich
wollte zeigen, wie sehr sich bei einer Spaltung des Geistes der kosmische Puls
verstärkt. Es ist unmöglich, sich die ganze Spannung der umgebenden Energien anzueignen,
während man im physischen Körper ist. Nur manchmal kann man für kurze Zeit
günstige Bedingungen nutzen, um eine Vorstellung von der Komplexität der
Umgebung zu vermitteln.
Nur
Unwissenheit erwägt ein primitives Wachstum des Kosmos! Die Erscheinung der
feinsten Verflechtungen von Energien liefert das notwendige Feld für die
Forschung; das Haupthindernis jedoch bilden Ungeduld und gegenseitiges
Misstrauen. Wie kann man unwiederholbaren Erscheinungen auf die Spur kommen,
wenn der Fühlende vergisst, ein Zeichen von ihnen zu geben, und der Forscher seine
Instrumente nicht bereithält? Wir raten dringend zur Errichtung eines
biochemischen Laboratoriums, aber natürlich zum Zweck seriöser und langwieriger
Experimente.
Besonders
hier auf den Höhen muss man alle Zeichen aufmerksam beobachten. Nirgendwo
anders sind so viele besondere Bedingungen versammelt; nirgendwo anders gibt es
eine Verbindung der Höheren Wege mit den vielen Menschen am Fuß des Berges.
Nirgendwo anders gibt es solche Gletscher und unterirdische heiße Quellen.
Nirgendwo anders gibt es solche tiefen Klüfte, solche Gaseruptionen und
magnetische Ströme.
Man muss
alle weitreichenden Gedanken finden, damit die Wissenschaftler – selbst solche,
die das Wesen der psychischen Energie nicht kennen – ihre Experimente auf alle
Naturreiche anwenden können. So kann man viele vergessene Schätze wiederfinden
und das Leben läutern. Besondere Aufmerksamkeit sollte man der psychischen
Energie, diesem Schlüssel zur Zukunft, widmen. Viele Forschungen sind auf einer
falschen Fährte. Man muss die allgemeine Lage annehmen und die Einzelheiten auf
sie anwenden.
143. Der
Funke zwischen den Polen des Magneten veranschaulicht, wie ein Gedanke in eine
physische Sendung verwandelt wird. Unermüdlich senden Wir die Einzelheiten des Experimentes
mit dem flammenden Herzen. Dabei wird vieles, was die übergewöhnliche Ebene
betrifft, physischer, und folgt so der Evolution.
144. Man sollte
nicht denken, dass die angezeigte Schlacht zu langwierig sei; sogar physische
Schlachten ziehen sich über Monate und Jahre hin, daher kann die höchste
Schlacht nicht sofort entschieden werden.
Wo ist
jener Blitz, der das Böse augenblicklich durchbohren kann? Doch selbst wenn man
einen solchen Blitz konzentriert, wäre es unweise, ihn herabzuschleudern, in
erster Linie deshalb, weil der ganze Planet darunter leiden würde. Nur ein
Unwissender kann eine Verletzung des grundlegenden Gesetzes zulassen.
145. Es
wird viel von der Schöpfung durch Schwingungen gesprochen; dabei richtet man
die Augen irgendwo hin nach oben, vergisst aber, dass jeder Mensch nicht nur
ein Transmutator von Energie ist, sondern auch ein Schöpfer von verfeinerten
Schwingungen.
Wenn das
Herz ein Transmutator von Energien ist, so verfeinert die psychische Energie
die Schwingungen. Die klassischen Mysterien erinnerten mit ihren auserlesenen
Rhythmen an die Bedeutung der Schwingungen. So erweist sich auch jede Arbeit,
die mit Herzenswärme ausgeführt wird, als eine Quelle von verfeinerten
Schwingungen; deshalb spreche Ich von der Qualität der Arbeit.
Die
Menschen des Altertums vermerkten die guten und die schlechten Tage. Das war
ebenfalls eine Erinnerung an die sich abwechselnden Zustände, an dieselben
Manwantaras und Pralayas, doch angewendet auf die irdische Existenz.
Für
Schwingungen ist jeder Rhythmus, jeder Wechsel, jede Eigenschaft eine Grundlage
für die Zusammenarbeit mit dem Kosmos. Wenn Ich sage: „Sucht mehr in der Nähe“,
so meine Ich damit ebenfalls die Qualität jeder Arbeit, als eine wahre
Schöpfung. Wir lieben Scheinheiligkeit nicht
, denn in ihr liegt Lüge, anders gesagt, in ihr ist
weder Anspannung noch Qualität. Deshalb wollen wir in allem an die
Zusammenarbeit mit dem Kosmos erinnern.
146. Man
muss daran erinnern, dass es bei einer geistigen Schlacht ungewöhnliche
Schwingungen geben kann, und natürlich darf man nicht erwarten, dass sie sich
in Harmonie befinden.
Ihr könntet
Mich fragen, was Ich jetzt von euch benötige? Nötig ist Hingabe, eine solche Hingabe,
die von allem Beiwerk gereinigt ist. Wenn der Raum erbebt, müssen wir unsere
Gefühle läutern, so wie man eine Flaumfeder von einer Pfeilspitze entfernt. Bei
Uns entfaltet sich die Schlacht – behauptet euch und lasst alles Hindernde zurück!
Wie kann
man der Sache dienen, wenn die Schlacht im Gange ist? Vor allem kann man neue Verhältnisse
schaffen; deshalb Wachsamkeit und nochmals Wachsamkeit!
147.
Wiederholt den Ärzten gegenüber immer wieder, dass sie die Menschen im sogenannten
gesunden Zustand beobachten sollten. Die für Ärzte interessantesten
Erscheinungen werden nicht bei ansteckenden Krankheiten aufgespürt. Das Prinzip
der Ansteckung erinnert ein wenig an Besessenheit, doch die lehrreichsten
Erscheinungen der psychischen Energie treten natürlich nicht während einer
ansteckenden Krankheit auf.
Dennoch
wird diesem Umstand niemals Beachtung geschenkt. Wie können wir denn schnelle
Entdeckungen erwarten, wenn die wichtigste Erscheinung, die psychische Energie,
einfach nicht beachtet, noch nicht einmal bestritten, ja noch nicht einmal
geleugnet wird, sondern zusammen mit den unwichtigsten Erscheinungen unbemerkt
bleibt? Die erfolgreichste Methode wird immer wieder über die psychische
Energie sprechen. Hinter verschlossenen Türen wird so mancher heimlich über
psychische Energie lesen und, ohne es jemandem einzugestehen, dennoch über sie
nachdenken.
148.
Ferner wird man mit der Frage kommen: „Warum wird in allen Testamenten so wenig
über die Feinstoffliche Welt gesagt?“ Seid versichert, dass überall viel gesagt
wurde, doch die Menschen wollen es nicht bemerken.
Auf alten
Ikonen kann man grüne, mit anderen Worten irdische Sphären, sowie rote, feurige,
mit anderen Worten Sphären der Feinstofflichen Welt sehen. Auf einer Darstellung
kann man ganze Szenen in grünen Tönen sehen und daneben die rote Welt der
Engel. Was könnte anschaulicher sein?
Alle
Prophezeiungen sind voll von Berichten über die Feinstoffliche Welt. Sogar im
Koran wurde die Feinstoffliche Welt nicht vergessen. Man kann nicht eine Lehre
nennen, in der dem Leben in der Feinstofflichen Welt kein Raum eingeräumt wird.
Aus
Furcht vor allem Unsichtbaren verstopfen die Menschen sich die Ohren, schließen
die Augen und ziehen es vor, unwissend zu bleiben. Doch kann man über das Herz
und über die psychische Energie nachdenken, ohne sich an die unermessliche und
von der grobstofflichen Welt untrennbare Feinstoffliche Welt zu erinnern?
149. Seid
nicht erstaunt, dass Ich sogar an Tagen höchster Anspannung mit euch ganz ruhig
über das Geheimnis der Welten spreche. Das kommt von langer Erfahrung. Man kann
eine geistige Schlacht nicht anders führen, als alle Abgründe aufzuzählen.
Die Tage
sind so angespannt, dass wir, wenn wir nach irdischer Art dächten, bedrückt
einherschreiten müssten, das überirdische Gesetz jedoch führt uns empor. Wer
nicht absteigt, steigt auf. Doch nur im Geist steigen wir nicht ab. So gibt es
über der irdischen Lösung eine himmlische. So steht über dem Gehirn das Herz.
150. Wenn
Ich sage: „Ich bin immer mit euch“, werden das viele glauben? Sie werden sich
sogar fürchten, an ein vereintes Bewusstsein zu glauben. Für sie ist jede
solche Vereinigung eine Verletzung ihrer Ichsucht und kann als solche in keiner
Weise zugelassen werden. Sie werden niemals die zehnfache Verstärkung der
Energie schätzen, die aus der Zusammenarbeit von Bewusstseinen entsteht. Ohne diese
Zusammenarbeit wäre die ganze Lehre des Herzens aber unmöglich. Wozu alle
Einzelheiten, wenn man sich nicht gegenseitig stärken kann?
Wenn aber
dieses Prinzip erreichbar ist, ist auch seine Erweiterung bis zur völligen Vereinigung
der Bewusstseine erreichbar, die „Paloria“ genannt wird. Doch wie sehr können
dann jene, die dies zulassen und bis zur Vereinigung der Bewusstseine gelangt
sind, ihre Arbeit für das Allgemeinwohl erweitern! Natürlich spreche Ich von
innerer, geistiger Arbeit, welche die Blinden weder wahrnehmen noch schätzen
können.
Aufrufe
zur Vereinigung der Bewusstseine sind überall notwendig, denn sie führen auf
einfachste Weise zum Leben des Herzens. Nicht Zauberei, sondern ein physisches
Gesetz kann ein rettendes Netz um den Planeten weben. So kann ein jeder, der
dem Gesetz des Daseins folgt, sich mit Recht als Weltbürger betrachten.
151. Ich
sage: „Strebt in die Zukunft“. Ich sage: „Wendet euch Mir zu“. Ich sage: „Sammelt
alles, was euch über sich kreuzende Ströme emporhebt.“
Das Gift
der Vergangenheit – so nennen Wir das Eintauchen in die Vergangenheit, das
schlummernde karmische Verwirklichungen wecken kann. Die Vergangenheit kann
einen zeitweilig der Aufspeicherungen der Gegenwart berauben. So vervielfacht
sich unsere Kraft, wenn wir unser Bewusstsein in die Zukunft übertragen. Jedes Symbol
der Vergangenheit lenkt uns zurück und gibt sich kreuzenden Strömen Kraft. Vor
allem an Tagen atmosphärischen Drucks muss man dieses Gesetz im Sinn behalten.
Die
Reinkarnation wird in manchen Lehren deshalb so wenig erwähnt, um noch mehr auf
die Zukunft auszurichten. Es ist gut, dass ihr einige Namen nicht aussprecht
und sogar zu vergessen sucht. Man sollte ausgelebte Schwingungen nicht neu
beleben.
152.
Natürlich haben Wir nichts gegen Antiquitäten, wenn ihre Aura gut ist, man
sollte sie aber nicht durch die eigene Vergangenheit hindurch betrachten. Uns
ist zur Genüge bekannt, dass Vervollkommnung nicht durch Eintauchen in die
Vergangenheit erlangt wird, sondern durch unaufhaltsames Streben in die
Zukunft. So raten Wir, gerade jetzt euer ganzes Bewusstsein in die Zukunft zu übertragen
und so vielen Fangnetzen vergangener Existenzen zu entrinnen.
153. In
grauer Vorzeit benutzte man Weihrauch, um die Aura von Gegenständen zu
bestimmen. Man nahm an, dass Gegenstände mit guter Aura von dem Weihrauch
gesättigt werden, während schlechte Ausstrahlungen die Manifestationen dieser
Pflanze nicht aufnähmen. Später verwendete man Weihrauch in Tempeln, um die
Feinstoffliche Welt zu stärken und näher heranzuziehen. Weihrauch hat
tatsächlich die Eigenschaft, die Lebenskraft der Feinstofflichen Welt zu
stärken. Wird er bei Beerdigungen verwendet, so zu dem Zweck, um das
Bewusstsein desjenigen, der die Grenzlinie überschritten hat, aufrechtzuerhalten
und ihn von dem schlummernden Zustand zu befreien, in dem sich gewöhnlich jene
befinden, die nicht vorbereitet sind.
Solche
Einzelheiten des alten Wissens sind völlig in Vergessenheit geraten; ebenso
wurde die Bedeutung verschiedener Düfte vergessen. Die Herstellung von Parfüms
hat ihren ursprünglichen Sinn verloren; sie hat ihn nicht nur eingebüßt,
sondern aus Unwissenheit werden sogar oft die schädlichsten Zusammensetzungen
verwendet.
Das
bestätigte Wissen eröffnet auf der Grundlage umfassenden Studiums ein ganzes
Gebiet für nützliche Anwendung im Leben. Im Altertum war die Anwendung von Düften
mit Heilwissen verbunden. Die Priester zeigten auf, wie Düfte zu nutzen und in
welchen Fällen sie zu anzuwenden waren. So kann man ohne jedwede Zauberei ein
ganzes therapeutisches System verfolgen, das auf Inhalieren beruht und auf dem
Nähren des Nervensystems durch Einreiben. So schauten die Alten viel tiefer
unter die Hautoberfläche.
Untrennbar
mit Düften ist der Begriff unserer Emanationen verbunden, doch auch dieses
Gebiet wird kaum studiert. Jede Erforschung der verschiedenen Ausstrahlungen trägt
immer den Ruf der Scharlatanerie ein. Ebenso stößt jedes feinere Empfinden nur
auf Misstrauen, als ob die Vielfältigkeit der Natur nicht zu Verfeinerung aufriefe!
154.
Lasst uns nicht vergessen, zum Kampf aufzurufen; werden wir nicht müde, zum
Schwert aufzurufen, das der Welt den Frieden bringen wird. Wir wollen damit überhaupt
nicht erschrecken, vielmehr ist die Offenbarung der Heldentat als Nahrung des
Geistes nötig.
155. Es
gibt viele okkulte Bücher, doch die meisten von ihnen haben heutzutage keinen
Nutzen. Der Hauptgrund dafür ist, dass sie sich überall nur an einige besonders
Auserwählte wenden. Unsere Lehre aber hat alle, alle, alle im Blick! Nur diese
Rufe an alle können eine abstrakte Ethik durch die Lehre des Lebens ersetzen.
156. Wenn
die Welt in Spannung ist, verstärkt sich die geistige Rüstung der engsten
Mitarbeiter, die Ausstrahlung wird purpurn und flammend. So entsteht die
kosmische Rüstung unabhängig von persönlichen Gefühlen und der alltäglichen
Arbeit entsprechend den Zuständen in der Welt. So kann man die kosmische
Einwirkung schätzen, wenn das Gesetz der Hierarchie gewahrt wird.
Man kann bemerken,
wie die geistige Rüstung sich zusammen mit der Erweiterung des Bewusstseins bildet.
Wir können dieser Rüstung unterstützen. Doch ohne Wachstum des Bewusstseins wäre
eine solche Einmischung gleichbedeutend mit Vernichtung. So kann man die Geheimnisvolle
Hand gewahren, wenn die Menschen gemäß dem Gesetz der Hierarchie handeln. Daran
muss man sich besonders jetzt erinnern, wenn sogar ein gestähltes Herz diese nie
dagewesene Anspannung spüren kann.
157. Das
flammende Schwert ist der Strahl der geistigen Rüstung. Das Symbol des
schwertähnlichen Strahles ging in alle Lehren als ein besonders schwieriges Zeichen
ein. Sogar die friedliebendsten Darstellungen bekräftigten das Schwert. Das
bedeutet nicht Verlangen nach Gewalt, sondern weist auf die Bereitschaft hin,
das Heiligste zu verteidigen. So kann man inmitten des tobenden Feuers über der
Stirn des Geistkämpfers ein aufgerichtetes Schwert erblicken. Es ist
bedauerlich, dass in der irdischen Welt die Darstellung[38] der
Ausstrahlung noch so unvollkommen gelingt! Man könnte sichtbare Beweise von
Strahlen und anderen Feuern erbringen.
158. Man
muss den letzten Zusammenprall der beiden Welten weise verstehen: Der einen,
die vergeht, und der anderen, die geboren wird. Man kann die Zeichen des
Wahnsinns der ersteren und den Mut der letzteren gewahren. Wie lange ist es
her, seit Ich auf die Teilung der Welt verwies; so kann man sehen, wie sehr die
Spaltung bereits einsetzte. Man muss verstehen, wie nahe die entscheidende Zeit
bereits gerückt ist; und umso geschlossener sollte man ihr begegnen.
159.
Sogar Hunde wissen um die Feinstoffliche Welt, die Menschen aber sind nicht
gewillt, der Wirklichkeit Beachtung zu schenken. Die Feinstoffliche Welt ist
die erhabene Sublimierung der irdischen Sphäre. Feuer ist eine der
grundlegenden Erscheinungen jeder Sublimierung. Wenn die Menschen aber vom
Bewusstwerden der Feinstofflichen Welt so weit entfernt sind, was kann man dann
von der Welt des Feuers sagen, wo Feuer das Wesen des gesamten Daseins ist?
Nach den Schriften
über das Herz und über die Feinstoffliche Welt muss man über das Feuer schreiben,
über die Feurige Welt. Wie sehr wird diese Welt vom gegenwärtigen Verstehen des
Lebens entfernt sein: Wer aber von der Feinstofflichen Welt weiß, wird sich
auch in die Welt des Feuers erheben wollen.
160. Es
ist richtig, nicht zu vergessen, dass sogar jeder flüchtige Schatten eines
Menschen eine untilgbare Spur hinterlässt. Was soll man dann über Gedanken und
Worte sagen?! Die Leichtfertigkeit der Menschheit ist erstaunlich, denn mit
jedem Schritt hinterlässt sie die schrecklichsten Aufschichtungen.
Die
Menschen nehmen an, Worte könnten die Spuren einstiger Gedanken vernichten. Doch
wer schafft jene undurchdringlichen Labyrinthe, die zum Untergang der vom
Schicksal bestimmten Erscheinungen führen? Erkennt man in der feurigen Sphäre
die Überreste von sorglos in den Raum geworfenen Gedanken, kann man an ein altes
Rätsel erinnern: „Was kann nicht verbrennen?“ – „Der Gedanke“.
Den Gedanken,
der fest in den Schichten des Raumes verankert ist, bringt die Menschheit
hervor. Man sollte wissen, wie verworren der Raum erschallt, der von Gedanken
durchdrungen wird, die häufig unbedeutend und schlecht sind! Sprecht ihr aber
über die chemische Reaktion eines Gedankens, so wird man euch als geisteskrank
betrachten! Weder Einschüchterung noch Drohung noch Rat werden helfen, bis der
Wanderer der Feinstofflichen Welt nicht gegen seine eigene Gedankensperre
stößt. Wie auf einer alten Stele[39] geschrieben
stand: „Wanderer, versperre dir nicht selbst den Weg.“
161. Die
Verdichtung von Gedanken kann für das Herz verderblich sein. Wie schweres Gas
Gefäße[40]
verbrennt, so kann der Gedanke das Herz beklemmen. Früher hieß es: „Die
Schlange unter dem Herzen.“ Urominai ist die Schlange, die an den Kräften nagt.
So wusste man in früherer Zeit von der Vorsicht beim Denken. Ein schwerer
Gedanke hängt in der Atmosphäre. So erinnert euch an die Schlacht und seid
vorsichtig.
162. Es
genügt nicht, sein Bewusstsein zu bestätigen, man muss lernen, es unter
verschiedenen Umständen zu erhalten. Ein Messer ist erforderlich zum Schneiden
von Papier, ein anderes für Holz und ein ganz anderes für Metall. Man könnte die
physische, die feinstoffliche und die feurige Welt mit dem Widerstand von
Papier, Holz und Metall vergleichen.
Wahrhaftig,
man muss sich ständig daran gewöhnen, sich der Feinstofflichen und der Feurigen
Welt bewusst zu sein; dazu können verschiedene Übungen führen. So muss man sich
an den Zustand ständiger, endloser und unermüdlicher Arbeit gewöhnen. Eine solche
Anspannung des Bewusstseins ist von unentbehrlichem Nutzen für die
Feinstoffliche Welt. Die Menschen arbeiten doch gewöhnlich nur um der Freizeit
willen, aber nicht für unbegrenzte Vervollkommnung. Stehen sie dann in der
Feinstofflichen Welt vor dem Angesicht der Unbegrenztheit, fallen sie in
Verwirrung und Nebel.
Ebenfalls
muss man sich für die Feurige Welt daran gewöhnen, furchtlos voranzuschreiten,
wie am Rande eines Abgrundes. Nur äußerste Selbstbeherrschung und die Bereitschaft,
der Gefahr ins Auge zu blicken, können einen auf die feurigen Sphären
vorbereiten.
163. Für
höhere Erkenntnis muss man sich vorbereiten; nur bei einem solchen Denken kann man
der Menschheit ein neues Bewusstsein näherbringen. Man muss die große
Wirklichkeit erneut läutern, damit sie zu einem Nachtlager für den Wanderer wird.
So unausweichlich ist die Wirklichkeit und so herrlich, dass es Wahnsinn wäre,
sie beim großen, vom Schicksal bestimmten Aufstieg beiseite zu lassen.
Verschiedene Zeitalter, jedes auf seine Weise, haben auf die künftige
Wirklichkeit hingewiesen. Und in Unwissenheit waren die herrlichen Gemächer
sogar von Schrecken erfüllt, doch allein Unwissenheit verharrt in Schrecken.
Die Wohnstätte des Geistes ist herrlich, wenn er einen herrlichen Pfad gewählt
hat.
164. Mit
nichts zufrieden zu sein ist eine Eigenschaft für die Feinstofflichen Welt. In
ihr kann man ewige Bewegung erkennen, denn ohne diese Bewegung ist es
unmöglich, in den höheren Welten voranzuschreiten. Den Magen und die Muskeln
kann man zufriedenstellen und sättigen, aber was kann das Herz sättigen? Selbst
Betrachtung des Höchsten Lichts erfüllt mit einem Impuls, aber nicht mit
Übersättigung. Flammendes Herz, unersättliches Herz, nur der ganze Schmerz der
Welt wird dich antreiben! Der Nebel, der übersättigte Augen trübte, wird sich
in das Glänzen der Flamme des lodernden Herzens verwandeln.
So lasst
uns den feurigen Schatz hüten. Lasst uns den Völkern das wertvolle Herz
erklären. So wollen wir uns alle für den Pfad nötigen Meilensteine ins
Gedächtnis rufen. Vergessen wir nicht, dass es richtig ist, sich zu merken: „Auch
das wird vorübergehen“. Eine ungestüme Bewegung wird einen doch nie an den
früheren Ort zurückbringen.
165. Gemeinsames
Streben verstehen heißt, den Tempel der Neuen Welt zu erbauen. Streben und sich
gegenseitig nähren bedeutet bereits Verständnis der Lehre. Ein solches Streben
wird den Pfad zur Feurigen Welt bahnen, doch man muss den Mut haben, das Feuer anzusehen
und es als seine einzige Nahrung anzuerkennen.
166. Man
kann die Rupien zählen, sich aber beim Zählen der Annas[41] irren;
dann wird auch die Endsumme falsch sein. Deshalb werdet ihr euch nur durch das
volle Maß den Weg bahnen. Völlige Hingabe bedeutet die Übertragung des
Bewusstseins entlang der Linie der Hierarchie. Wie ein gespanntes Segel
kostbare Ladung fortträgt, so trägt ein angespanntes Bewusstsein einen über die
Grenzen der Gefahr hinaus.
167. Wenn
ihr ein Pendel über eine sandige Oberfläche haltet, um kosmische Schwingungen
zu beobachten, werdet ihr nicht mit der Hand daran reißen, um seine Bewegung
gewaltsam zu beschleunigen. Eine solche Gewaltanwendung wäre vor allem töricht,
denn sie würde nur zu einer falschen Anzeige führen.
Genauso
verhält es sich mit dem Pendel des Geistes, man darf seine Anzeige nicht
erzwingen. Die Aufzeichnungen des Pendels des Geistes sind vielschichtig, und
nur das Streben des Herzens kann die Anzeigen des Pendels lebendig und
wahrheitsgetreu verstärken.
Von genau
diesem Pendel des Geistes spricht die Lehre des alten Tibet. Über dem Haupt der
Versuchsperson wird ein Magnet angebracht, und nicht nur der innere Reflex wird
festgestellt, sondern der Magnet beginnt auch zu schwingen, wobei man den
Charakter der Bewegungen bemerkt: Sie werden entweder heftig oder zitternd
sein; sie können aber auch kreisförmig sein, und dieses Zeichen ist der beste
Anzeiger für den rechten Bewusstseinszustand. Dieses Experiment ist natürlich
sehr langwierig und sogar qualvoll; es erfordert völlige Regungslosigkeit, und
ihr wisst, wie schwierig diese zu erreichen ist.
168. Es
ist unmöglich, den Widerstand nicht zu bemerken, auf den jede bewusste Bewegung
zum Licht stößt. Außer den üblichen Handlungen von Seiten der Finsteren kann
man auch die Arbeit des Chaos bemerken; und in diesem Gesetz des Widerstandes
des Nichtoffenbarten liegen unsere Selbsttröstung und unsere Geduldsprobe.
169. Es
kommt vor, dass Menschen von so verwildertem Geist sind, dass sie nur existieren
können, wenn sie sich gegenseitig verurteilen. Dies ist keine Kontrolle der
Rüstung des anderen mit dem Ziel, zu helfen, sondern die Verurteilung wird im
Gegenteil zum Sinn des Lebens. Beraubt man einen solchen Verurteiler der
Sprache, wird er vergehen, vertrocknen wie eine Pflanze ohne Wasser. Eine solche
Erscheinung kann man vom medizinischen Gesichtspunkt aus untersuchen. Man kann
in diesen Verurteilungen eine Art besessenen Vampirismus finden, wobei die Besitzergreifung
lebenskräftige, aktivere Fluida benötigt, um den Besitzergreifer zu nähren.
Diese
Lebenserscheinung soll und muss mit wissenschaftlichem Ziel erforscht werden.
Es ist natürlich schwierig, Besessenheit zu besiegen, vor allem deshalb, weil
nach der Besessenheit die Tore für Eindringlinge für lange Zeit offenstehen. Es
bedarf einer sehr angespannten Beobachtung, um jemanden, der Zutritt gewährt
hat, vor Gereiztheit zu bewahren, welche die Tür weit öffnet.
Das Herz
ist der beste Schutz vor Besessenheit, es darf aber nicht einschlafen.
170. Es
ist unvernünftig, sich erst am Vorabend vorzubereiten, wenn man eine Rede in
einer fremden Sprache halten will. Es ist unvernünftig, erst am Vorabend mit
der Vorbereitung zu beginnen, wenn man mit einem neuen Instrument auftreten
will. Es ist unvernünftig, erst am Vorabend mit der Vorbereitung zu beginnen,
wenn man in die Feinstoffliche Welt übergehen will. Es ist schrecklich, wenn
ein Mensch sich sein ganzes Leben lang vom Gedanken an die Feinstoffliche Welt
abgewendet hat und erst am Vorabend des Übergangs wie ein nachlässiger Schüler
beginnt, in Verwirrung nicht begriffene Worte zu wiederholen.
Die Tatsache
des unvermeidlichen Übergangs wurde in allen Lehren verkündet. Es wurde gesagt:
„Wir sterben nicht, sondern wir wandeln uns“. Kürzer kann man es nicht sagen. Man
kann es nicht nachdrücklicher sagen. Das bedeutet, dass man die Sprache der
Feinstofflichen Welt beherrschen muss; das bedeutet, dass man sich das
Eintrittsrecht in vollem Bewusstsein erwerben muss, am Vorabend jedoch kann es
nicht erlangt werden.
Da
beginnt jemand, (…) anstatt Freude Schrecken einzuflößen und so das Gesetz des
Lebens zu verletzen. Wie ihr aber wisst, ist ein loderndes Herz der beste
Führer. Mit einer solchen unauslöschlichen Ampel ist es nicht schrecklich, die Himmelsräume
zu durchschreiten und Führer zu treffen.
171. Das
Herz kann den Ruf des Sieges vernehmen, während die Schlacht noch tobt. Es
lohnt sich, ein solches Herz zu erwerben, und die Arbeit, das Bewusstsein zu
verfeinern, wird die segensreichste Tätigkeit sein.
172.
Feuer steht dem Ton und der Farbe am nächsten. Nicht ohne Grund zieht
Posaunenschall das Raumfeuer an. Es ist kein Zufall, wenn manche Gemälde gleichsam
leuchten; in ihnen brennt das gleiche Feuer des Herzens. Man muss sich die
Erscheinung des Feuers nicht nur als eine Wirklichkeit vorstellen, sondern auch
als etwas von uns Untrennbares.
173. Der
Lehrer hat den ewigen Eid der Verwirklichung der Neuen Welt geleistet; folgt
Ihm mit ganzem Streben nach. Die Menschheit bedarf der Reinigung ihres Daseins.
So muss man mit der Umgestaltung vom Herd, vom alltäglichen Leben aus beginnen.
Man darf nicht darauf warten, dass ganze Völker sich in Bewegung setzen, im
Gegenteil: Auf der ganzen Welt wird das Lebensprinzip jenseits der Nationalität
durch den persönlichen Neubeginn erneuert.
So soll
man sich in erster Linie merken, dass nicht die früheren, engen Grenzen die
Welt zerteilen werden. Die Grundlage der psychischen Energie beschränkt sich
nicht auf ein bestimmtes Volk, sondern wird ein völlig anderes weltweites Muster
finden.
174. Das
flammende Pentagramm[42] ist ein
Schild zur Zeit des Kampfes. Der Mensch stellt inmitten der besonderen
Anspannung ein solches Pentagramm dar: Der Kehlkopf[43]
brennt, die Gliedmaßen, die Hände und die Füße brennen; dabei erhebt sich der
Mensch wie ein unbesiegbarer Schild und bedeckt mit sich selbst die offenbarten
Werke.
Natürlich,
ein solcher Zustand ist mitten im Leben besonders gefährlich, wo es so viele
kleine Offenbarungen von Verrat gibt. Ich rate, zu schweigen, um nicht eine
Anzahl Zentren in Brand zu setzen, vor allem nicht das Herz. Ein solches selbstverleugnendes,
loderndes Herz ist für die Höhere Welt eine besondere Freude. Wie Fackeln
leuchten diese Herzen über allen Bedrängungen der Welt.
175. Ein
verschlossenes Glasgefäß lässt sich nur bei Gleichklang öffnen. Das ist ausreichend
bekannt, aber die Wechselbeziehung des Gleichklangs, der eine erstaunliche Vielfältigkeit
aufweist, wurde noch nicht ausreichend durchdacht. Ist es nicht seltsam, dass
dasselbe Glasgefäß mit Glas, Metall und Holz, also mit den unterschiedlichsten
Körpern zusammenklingt? Ein solcher Gleichklang erinnert noch einmal an die
Vielfalt der Wechselbeziehungen der Konstellationen. Dieses Beispiel ist für
Menschenführer von Nutzen. Wird nicht der größte Schaden durch Einförmigkeit
verursacht, die in alle menschlichen Schichten eindringt?
Das Gesetz
ist immer dasselbe, doch seine Schwingungen sind so verschieden, wie das Weltall
vielfältig ist. Wer dieses Gesetz erkennt, kann sich gegenüber der ganzen
Menschheit nicht wie gegenüber einem Haufen gleichartiger Steine verhalten, die
ja auch auf verschiedene Schwingungen erklingen. Über diese Vielfalt muss man
sich freuen, sie öffnet nämlich den Weg zur Verfeinerung. Was würde aus dem
menschlichen Herzen werden, wenn es nur auf einen Ton erklänge? So mögen alle
Führer an die Vielfalt und Verschiedenartigkeit denken.
176. Harmagedon*
hat bereits begonnen: Am Ende des Jahres 1931 begann die Große Schlacht, die
Ich euch nicht verheimlicht habe; deshalb kann die Schlacht jetzt vor dem
entscheidenden Sieg nicht beendet werden. Natürlich wirken sich alle
Empfindungen der Schlacht auf das Herz aus, wenn das flammende Pentagramm wie
ein Schild erhoben werden muss. Man darf sich nicht wundern, wenn die
Ereignisse sich auftürmen, denn die irdische Schlacht folgt der himmlischen.
Viel ist über die Himmlischen Heerscharen gesprochen worden, über den
Archiestrategen Michael, über das Erscheinen eines bestätigten Führers und über
die ganze Verwirrung. Deshalb sage Ich: Vorsicht!
177. Vernachlässigt
nichts. Vernachlässigung ist die Ursache vielen Unglücks. Ratet den Menschen,
zu begreifen, dass selbst die größte Erscheinung am wenigsten sichtbar sein
kann. Die kosmische Bedeutung hängt nicht von den physischen Ausmaßen ab. Das
Samenkorn ist dafür das beste Beispiel.
Vor allem
jetzt verweisen Wir auf die Notwendigkeit, die verschiedenen Erscheinungen zu achten,
die das Leben füllen. Muss der Bote denn unbedingt ein Riese sein? Muss denn ein
Strahl mindestens erblinden lassen? Und eine Stimme, die Taubheit verursacht,
wäre schlimm. Derzeit durchschreiten viele äußerlich kleine Erscheinungen die
Welt. Man muss die Aufmerksamkeit schärfen! Wer seine Aufmerksamkeit zu schulen
vermag, um das Geringste zu beobachten, wird auch das Größte verstehen.
178. Die
Fähigkeit, selbst das Geringste zu achten, wird einem auch helfen, Geduld zu
erlangen. Welche Geduld ist angesichts der Unbegrenztheit nötig, vor allem,
wenn wir ihre Unvermeidlichkeit erkennen. Und wir wissen, wie jedes Murren den
Pfad erschwert. Die Bürde, Geringstes nicht zu achten, muss durch die Freude
ersetzt werden, die Vielfalt der Schöpfungen zu beobachten. So können wir
einander mit einfachsten Worten helfen.
179. Wer
wird denn in den Tagen der Schlacht helfen? Derjenige, der nach der Geduld die
Rüstung des Mutes angelegt hat. Ihr wisst selbst, welcher Mut erforderlich ist,
um gefährliche Bahnen zu durchschreiten. Ein gefährlicher oder ein ungefährlicher
Pfad kann vorschlagen werden, doch das flammende Herz wird den ersteren wählen.
180. Es
ist noch gar nicht über den Beginn der Großen Schlacht gesprochen worden, da
fühlt sich schon jemand erschöpft. Was wird er dann sagen, wenn er sich
unzähligen feindlichen Kriegern gegenübersieht? Jedes Yuga hat eine
Vorbereitungsperiode von beträchtlicher Dauer, doch es kann Beschleunigungen
geben, die alle Kräfte ungewöhnlich anspannen sollten.
Man darf
die Große Entscheidungsschlacht nicht nur als Krieg verstehen. Die Offenbarung
dieser Schlacht liegt weit tiefer. Sie verläuft in der ganzen Feinstofflichen
und irdischen Welt. Sie kommt nicht nur in Gefechten zum Ausdruck, sondern auch
in nie dagewesenen Zusammenstößen von Völkern. Die Grenzen zwischen den
Kriegführenden sind genauso gewunden wie die zwischen Gut und Böse.
Viele
entscheidende Schlachten sind für das irdische Auge nicht wahrnehmbar. Die
bedrohlichen Zusammenstöße der Feinstofflichen Welt drücken sich auf dem
irdischen Pfad als Katastrophen aus. Ebenso wirkt irdischer Mut sich auf die Feinstoffliche
und die Feurige Welt aus. Die Große Schlacht stellt das erste Glied der
Vereinigung der Welten dar. So kann man aus allen Richtungen schnelle Taten
erwarten.
Zusammenarbeit
hat in dieser Schlacht eine ungeheure Bedeutung. Der Stern des lodernden
Herzens bringt schon jetzt große Hilfe. Diese Hilfe mag nicht immer sichtbar
sein, doch man kann das Beispiel eines Schriftstellers zitieren, der ungeheuren
Einfluss ausübt, obwohl er seine Leser nicht kennt. Dasselbe gilt für die
Zusammenarbeit der beiden Welten.
In den
Tagen der Schlacht muss man höchst angespannt sein. Natürlich schließt das die
ganze übrige alltägliche Arbeit nicht aus, doch muss man bei jeder Arbeit im
Sinn behalten, sie mit dem Gedanklich an den Nutzen für das Licht auszusenden.
So muss einem bei jedem feindlichen Pfeil bewusstwerden, dass man diesen Schlag
im Namen der Großen Schlacht empfängt.
181. Beschränkung
und Verknöcherung des Bewusstseins erweisen sich als Hauptgrund für die
Trennung der Welten. Die Große Schlacht wird oft infolge der völlig mangelnden Übereinstimmung
der Bewusstseine der irdischen und der Feinstofflichen Welt erschwert.
Jene, die
mit einem monarchistischen Bewusstsein in die Feinstoffliche Welt hinübergehen,
können mit der gegenwärtigen Lage ihres Staates nicht einverstanden sein, wenn in
ihm ein Regierungswechsel stattgefunden hat. So kann selbst bei Einheit in
vielen Dingen ein Unterschied in einem Punkt die Kräfte verwirren und spalten.
Und wenn man bedenkt, wie viele Geister während des Krieges in die
Feinstoffliche Welt hinübergegangen und wie viele Veränderungen in den letzten
Jahren vor sich gegangen sind, dann kann man sich die ganze mangelnde
Übereinstimmung der Welten vorstellen.
Ebenso
kann man sich vorstellen, wie bedeutend jetzt die Arbeit der erweiterten Herzen
ist, die selbstlos in beiden Welten arbeiten und ihr Bewusstsein erweitern
Wir
wissen, wie schwierig die Erweiterung des Bewusstseins ist und wie viele
Angriffe eine solche wohltätige Arbeit hervorruft. Man kann nicht beurteilen,
welcher Druck von den schwarzen Logen auf diese Führer ausgeübt wird. Ruhm
ihnen, den Lichtträgern!
182. Das
rotgoldene Licht, welches das innere Wesen erfüllt, kennzeichnet die Rüstung
des Herzens. Wie der äußere Ring der Aura von purpurn in rubinrot übergeht, so flammt
der Silberne Lotus* des Herzens in einem Ausbruch rotgolden auf, wenn der Geist
die äußerste Rüstung anlegt. So wird jener innere Zustand erreicht, der es
einem erlaubt, ohne Schaden oder Gefahr einer ernsten Verletzung des feinstofflichen
Körpers an den erbittertsten Schlachten teilzunehmen.
Die
Wirkung einer solchen Rüstung des Herzens zeigte sich bereits, als die
Kriegerin den finsteren Kräften gegenübertrat und sie trotz ihrer zahlenmäßigen
Überlegenheit erzittern machte und mit ihren Drohungen zurückließ.[44] Doch
eine kraftlose Drohung des Feindes ist bereits ein Sieg. Allerdings wird das
rotgoldene Licht nicht leicht erreicht und erfordert eine langwierige
Heldentat.
183.
Durch die Beobachtung von Völkern sind viele Zustände des Herzens vermerkt
worden, von Weichherzigkeit bis Grausamkeit, aber selten ist ein feuriges Herz
festgestellt worden. Doch gerade diese Eigenschaft sollte uns beschäftigen und unsere
Aufmerksamkeit erwecken. Es ist schwierig, sich vor einer schwarzen Versammlung
nicht zu fürchten, doch niemand kann ein feuriges Herz überwinden. Mögen sie
auch verschiedene Drohungen ersinnen, es wird dennoch eine einzige Lichtsäule
die ganze Finsternis in die Flucht schlagen.
184. Die
früheren Feldzüge der Menschheit sind nichts im Vergleich mit dem Marsch Maitreyas.
Ich bestätige, dass die Große Schlacht die Erneuerung der Erde bedeutet. Man
darf die Zukunft nicht als Schlacht verstehen, sondern als Heldentat. Es sind
nicht nur Kämpfe von der üblichen Bedeutung zu erwarten, sondern auch solche zur
Umgestaltung des Lebens.
Es kann
verschiedene Perioden geben, doch man kann die Steigerung des Tempos des Lebens
in ihnen spüren. Ihr spürt diese Beschleunigung des Rhythmus bereits. Ein jeder
kann sie entsprechend seinem Nervenzustand spüren. Unweigerlich aber wird er
eine neue kosmische Kondensation verspüren. Man kann eine direkte Zuspitzung
der Strahlen spüren, man kann eine Unruhe wahrnehmen oder ein Streben in die
Ferne. Alle diese Einzelheiten weisen auf denselben neuen, beschleunigten
Rhythmus hin.
Man kann
verstehen, dass die Verdichtung von Energien eine neue Stufe des Planeten legt.
Man darf nicht erstaunt sein, wenn das Chaos durchbricht, denn das Schlachtfeld
ist riesig. Vergessen wir nicht, selbst die geringsten Erscheinungen zu
beachten. Die Zusammenstöße der fundamentalen Kräfte der Welt sind so verschiedenartig!
185. Die
Menschen sind vom Anerkennen innerer Vorgänge so weit entfernt, dass nur wenige
die besondere Bedeutung Meiner Weisung verstehen werden, gemeinsam in Schweigen
zu verharren. Für sie bedeutet Schweigen Untätigkeit, so wenig wollen sie von
der Wechselwirkung von Energien wissen. Für sie ist allein eine zerschlagene
Nase oder ein blaues Auge ein Zeichen von Energie.
Indes
stellt angespanntes Schweigen eine feurige Sperre dar und offenbart, verstärkt
durch die Anzahl der Vereinigten, eine wirkliche Festung. Deshalb kann man sich
in einer Stunde der Anspannung versammeln und eine Zeitlang in Schweigen zusammensitzen.
Natürlich kann man an den einen Pfad denken, in dem die Rettung liegt. So sende
Ich euch die ganze Stärke.
186. Die
Arbeit des feinstofflichen Körpers vollzieht sich mit größerem Einfluss fern von
seinem physischen Körper. Wohin die physischen Ströme nicht gelangen können,
dort kann der feinstoffliche Körper seine größte Macht entfalten. Natürlich,
vom physischen Standpunkt aus ist die Ausführung ferner Arbeit unvergleichlich
schwieriger, und bei weitem nicht alle feinstofflichen Körper werden diese
fernen Flüge wagen. Man kann an den Schweißausbrüchen, die sogar in einem
kalten Raum auftreten, sehen, als wie belastend der physische Körper ferne
Flüge empfindet.
Ich lobe die
Aufmerksamkeit, die diesen physischen Erscheinungen geschenkt wird. Sogar Ärzte
übersehen gewöhnlich viele charakteristische Symptome, doch die wahre
Wissenschaft kann nur durch den Vergleich von Fakten vorankommen.
Als Ich
auf Anspannung verwies, hatte Ich nicht die der Muskeln, sondern jene des
Herzens im Sinn. Man kann einen herausragenden Erfolg feststellen, wenn das
Herz nach einer solchen Anspannung keine besonderen Schmerzen empfindet. Eine
solche Anpassung des Herzens wird nicht leicht erlangt. Törichte Menschen
vermuten, dass die Schulung des Herzens und des Bewusstseins nach Belieben
beschleunigt werden kann, doch diese Apparate müssen sehr weise und geduldig
angepasst werden, wenn man sich der Unbegrenztheit bewusst ist.
187. Man
muss wissen, dass Arbeit in einer Entfernung von über tausend Meilen den
feinstofflichen Körper bereits von der Last physischer Fluida befreit.
Natürlich, für den feinstofflichen Körper sind diese tausend Meilen nichts, doch
die physische Einwirkung wird nach irdischem Maß gemessen.
Sicherlich,
das Gehirn kann nicht überall die gegebenen Anweisungen behalten, doch sogar
dort, wo das Bewusstsein getrübt ist, verbleibt gleichwohl ein ungewöhnliches
Gefühl von Unruhe, das einen zwingt, über bestimmte Gefahren besonders
nachzudenken. Genauso muss man über alles nachdenken, was mit der Lehre verbunden
ist.
188. Die
nächstliegende Pflicht eines jeden, der die Feinstofflichen Welt kennt, ist es,
diese unsichtbare, aber reale Welt bei jeder günstigen Gelegenheit zu
bestätigen. Mögen einige sich auch ärgern, so werden sie doch wenigstens über
die Wirklichkeit nachdenken. Wenn man das Studium der Physiologie des Menschen um
das der Feinstofflichen Welt ergänzen würde, die das Wesen aller Daseinszustände
verbindet, würde unsere irdische Welt sogleich in eine neue Ära eintreten.
Ich
bestätige, dass der Lärm der Verwirrung nie dagewesene Grenzen erreicht hat,
weil die Verbindung der Welten völlig vernachlässigt wird. Möge keiner sagen,
er sei nicht rechtzeitig gewarnt worden. Möge der Wanderer nicht vergessen,
dass er zu dem Haus, das er verlassen hat, nicht zurückkehren und dass er die
Leuchtende Stadt[45], zu der er gerufen wurde,
nur aus eigener Kraft erreichen kann. Möge der Wanderer an den Kreuzwegen jeden
daran erinnern, dass die Wege unabänderlich sind.
189. Man
kann das Auftreten der von Uns Bevollmächtigten als Termin der Geburt der Neuen
Welt annehmen. Ich tadle alle, welche die Vielzahl von Zeichen überall in der
Welt nicht bemerken. Der Lehrer kann sagen: „Schaut!“, aber er kann nicht mit
Gewalt zwingen, zu sehen.
Seid
nicht erstaunt, wenn in das Mosaik des Buches „Herz“ so vieles über die
Feinstoffliche Welt und die Große Schlacht eingefügt wurde. Viele Herzen fühlen
beide Zustände, können sie aber oft nicht in Worten ausdrücken. Aber ein
Gedanke, der (…) mit Lichtgeschwindigkeit aufkommt, wird sich im Wort
ausdrücken.
Erinnert
eure Freunde daran, dass ihre Herzen nicht zufällig schmerzen.
190. Um
den Geschmack, das Gehör und den Geruch zu schärfen, schließen die Menschen die
Augen. Für die Konzentration der Sehkraft begleiten sie den Blick mit Handbewegungen.
So können die Menschen die Tätigkeit der psychischen Energie nicht ins
Gleichgewicht bringen und greifen zu verschiedenen künstlichen Methoden.
Auch
verstehen die Menschen nicht, das rechte Maß zwischen Empörung des Geistes und
Gleichgewicht zu finden. Für die Vervollkommnung sind beide Begriffe
unerlässlich, doch wie ist kämpferische Empörung des Geistes mit weisem Gleichgewicht
in Einklang zu bringen? Gewöhnlich scheinen diese Begriffe unvereinbar zu sein,
doch ist es nicht das Gleichgewicht, das auf die Empörung des Geistes einwirkt,
wenn letztere in Gereiztheit übergeht und damit Imperil erzeugt? Im Gegensatz
dazu schafft erleuchtete und selbstlose Empörung einen äußerst wertvollen,
rubinroten Panzer. So wird allein durch richtige Lenkung der psychischen
Energie Gift durch etwas Wertvolles ersetzt.
191. Ich
möchte euch an die Waage der Unbegrenztheit gewöhnen. Diese Aufspeicherung geht
langsam vor sich, genau wie der Vergleich von Ereignissen. Ein Neophyt[46] kann
die Ereignisse nicht in die weltweiten Dimensionen einordnen. Für ihn ist es
sogar schwierig und ungewohnt, sein Zimmer zu wechseln. Wie kann man dann an
weltweite Flügel denken! Er wird auch durch Erwägungen über den geringsten
Besitz zurückgehalten und sieht die Stufe nicht, auf der jeder beliebige
Zustand annehmbar ist, weil er auf der Waage der Unbegrenztheit gewogen wird.
192. Eine
Krankheit kann lange in einem Menschen nisten, wenn sie sich jedoch nicht in
grober physischer Form manifestiert, wird kein irdischer Arzt sie anerkennen.
Vergeblich werden zehn Propheten und Hellseher eine verborgene Krankheit
bezeugen, man wird sie als Lügner ansehen, weil das gröbste Stadium noch nicht
eingetreten ist.
Ähnlich
haben die Menschen sich in allem zu groben Formen erzogen, indem sie alle
Verfeinerung und Gefühlswissen verbannten. Sogar die aufdringlichsten Zeichen
der Feinstofflichen Welt sind in Vergessenheit geraten. Niemand will die
unzähligen Worte kennen und aufzählen, die in allen Sprachen sehr deutlich über
die Feinstoffliche Welt sprechen.
Nehmen
wir zum Beispiel das beliebte Wort Inspiration. Es heißt doch, dass jemand etwas
einhauchte oder jemandem von irgendwoher etwas eingehaucht wurde. Das Wort
besagt völlig klar, dass etwas von außen her kommt, doch die Menschen sprechen
immer wieder, gänzlich ohne sich darüber Rechenschaft abzulegen, über diese
Erscheinung, die gerade der Feinstofflichen Welt angehört. Denkt nur darüber nach,
wie viele Zeichen es derzeit in der ganzen Welt gibt, und dass etwas die Augen verschließt!
Ist es nicht Finsternis?
193.
Ebenso unangemessen sind die üblichen Vergleiche der irdischen mit der
Feinstofflichen Welt, wenn die Menschen von Fristen sprechen und annehmen, die
Feinstoffliche Welt stelle ihre Vorausschau nach irdischen Maßen zusammen. Die
irdischen Maßstäbe gelten aber in den Höheren Welten nicht. Natürlich, es gibt
kosmische Fristen, die astrologisch festgestellt werden, doch die Zukunft der
Feinstofflichen Welt kann nicht in irdischen Maßstäben ausgedrückt werden;
genauso verhält es sich mit allen anderen Vergleichen.
Deshalb
erfordert die Annäherung der Welten Verfeinerung und Geschmeidigkeit des
Bewusstseins. Gerade im Buch „Herz“ muss man an die Feinstoffliche Welt
erinnern. Die Gesetze der Feinstofflichen Welt werden in erster Linie vom
Herzen aufgenommen.
194.
Antennen können auf verschiedene Wellen eingestellt werden, ihr Wesen wird
deswegen aber keinen Schaden nehmen. Ebenso können Herzen verschiedene Ströme
auffangen, doch ihr Wesen wird dasselbe bleiben. Man kann dies besonders bei
Vorahnungen beobachten.
Vergleiche
können eine bemerkenswerte Skala menschlicher Herzen aufzeigen. Man kann beobachten,
wie ein Ereignis offensichtliche Affekte hervorzurufen vermag, doch wie
verschiedenartig werden sie in Bezug auf ihre Dauer und ihre Qualität sein! Ein
einziges Ereignis kann ein ganzes Buch mit Beobachtungen füllen.
Ein Herz erfasst
das Klischee der Feinstofflichen Welt, ein anderes verlangt nach einem
physischen Strom und ein drittes wird erst nach dem Ereignis selbst
angesprochen. Ein Herz schätzt das Ereignis nach seinem Wert ein, ein anderes übertreibt
vielleicht und ein drittes bemerkt es nur unbewusst im Rhythmus des Pulses.
Kein Zweifel, das Urteil des Herzens ist weit lebendiger als man denkt.
Ein Vorgefühl
ist weder Aberglaube noch Einbildung, sondern eine physische Tatsache. Durch
geringste Beobachtung kann man ein Ereignis voraussehen. Denn nicht die Umgebung
des Ereignisses ist wichtig, sondern sein Potential. So erklingt das Herz auf
die verschiedensten Wellen. Wäre es nicht lehrreich, über diese Erscheinungen
nachzudenken?!
195.
Wundern wir uns nicht, wenn die Herzen jetzt durch sich kreuzende Ströme von
ungewöhnlicher Spannung belastet werden. Die Ströme von Völkern, die Ströme der
Welt und schließlich die Ströme starker Persönlichkeiten kreuzen sich, aber durch
sie hindurch gehen die Ströme der Feinstofflichen Welt, wo jetzt so viele
Tätigkeiten stattfinden! Die Ereignisse bilden sich noch; man kann sich
vorstellen, wie das Weltbewusstsein auf schwache Gehirne wirkt!
196.
Vorstellung ist das Ergebnis der Aufspeicherung von Erfahrungen. Das ist zur
Genüge bekannt. Es kann aber gewaltige Aufspeicherung geben, und trotzdem werden
statt Vorstellung nur Lüsternheit und Gereiztheit bekundet. Bestätigt, dass
sich Vorstellung nicht ohne das Herz bilden kann. Daher werden diejenigen
innere oder äußere Schöpfer sein, welche die Aufspeicherungen weise mit den
Feuern des Herzens verbunden haben. So sollte man zu allen Kindern an allen
Schulen sprechen, damit kein Leitsatz der Lehre abstrakt bleibt.
Ihr seht
selbst, wie logisch die Bekundung des Geistes sich entwickelt. Ihr wisst, dass das
feurige Schwert zuerst erglüht und die Aura vollendet, und es danach in das
ganze Wesen eingeht. Das Symbol des Schwertes entspricht besonders der Großen
Schlacht, in der sich alle geistigen Kräfte unter den Bannern der Herrscher des
Lichts sammeln. Ähnlich gestärkt wird in dieser Stunde das rotgoldene Licht,
das auf diese Weise den goldenen Ablagerungen von Prana näherkommt. Alle Kräfte
zeigen sich im flammenden Herzen.
197. Ist
es nicht verwunderlich, dass wir an den Tagen der Großen Schlacht noch über Vorstellung
sprechen können? Diese ist keine Vorstellung, sondern bereits ein
Zusammenprallen von Horden! So wird eine weitere Seite umgewendet. Ich gebiete
große Vorsicht und äußerste Achtsamkeit, denn die Zeit ist groß. Auch Wir
versammeln Uns im Turm, um Uns allem Bösen zu widersetzen. So solltet ihr für
große Schlachten bereit sein, denn nur der Unbedeutende wird nicht zur Schlacht
gerufen.
198.
Wünschen bedeutet, die Tore der Feinstofflichen Welt zu finden. Doch gerade
Wünschen zu lernen ist für die Menschen schwierig. Sie können ihre Gefühle
nicht ins Gleichgewicht bringen, und so können sie keine unbeirrbaren, unerschütterlichen
Wünsche hervorbringen. Der Wunsch ist in der Feinstofflichen Welt wahrhaftig
ein schöpferischer Hebel.
Diese Macht
kam aus der Höchsten Welt, aber sie erfordert auch die Klarheit der Höchsten
Welt. Wenn Wir euch der Linie der Hierarchie entlang lenken, bereiten Wir euch auf
diese majestätische Eigenschaft, die Klarheit des Wünschens vor. Inmitten der
sich kreuzenden Ströme der niedersten Sphäre ist es nicht ganz leicht, einen
geläuterten, einem Pfeil gleichenden Wunsch zu finden.
Man kann
den Druck der irdischen Atmosphäre durch Streben zum Höchsten überwinden,
deshalb ist Hierarchie der einzige Ausweg. Zu ihr führt auch das flammende
Herz, das unnütze Lumpen zu veraschen vermag.
Durch
eigene Erfahrung kann man bemerken, wie das Äußere zu Innerem wird – zum
Unveräußerlichen. Zuerst hört der Yogi die Sphärenmusik, doch danach beginnt er
mittels des Herzens, selbst in dieser Harmonie der Höchsten Welt zu erklingen.
Doch dazu bedarf es eines flammenden Herzens.
199. Es
gibt solche kosmischen Spannungen, dass ihre heftigen Folgen nur durch eine Kompression
von Prana vermieden werden können. Das Herz erstrahlt in angespanntem Licht wie
glühendes Gold. So bedrückend kann die irdische Sphäre sein.
200. Ich
kann nicht genügend darauf hinweisen, wie bedeutend dieser Augenblick ist. Nach
langen Vorbereitungen sind beide Seiten schließlich aufeinandergeprallt. Man
kann dies auf allen Ebenen bemerken, von der geistigen bis zur militärischen.
Die Speise des Himmels verwandelte sich in Mist, und das heilige Feuer wurde
zur Fackel der Brandstiftung!
201. Mut
kann nur im Herzen erworben werden. In den Gehirnwindungen des Verstandes mag
man eine vernünftige Verteilung der Kräfte finden, der Mut aber, der durch den
direktesten und leuchtendsten Pfad voranschreitet, kann nicht außerhalb des
Herzens wohnen. Urteilt darüber nach dem Gegenpol von Mut, der Furcht: Furcht
wirkt vor allem auf das Herz und befällt von hier aus die Gliedmaßen.
Wahrhaftig, alle Eigenschaften werden durch das Herz bemessen.
Ein Arzt
kann alle Eigenschaften der menschlichen Natur nach dem Herzen studieren, nach
allen Nuancen und Tönungen des Pulses. Natürlich ist ein doppelter Puls nicht
die allgemeine Regel, weil der feurige Zustand des Herzens von der
gegenwärtigen Wissenschaft überhaupt nicht erkannt wird. Man kann bei den Ärzten
anklopfen und sie bitten, den offensichtlichen Erscheinungen Aufmerksamkeit zu
schenken, die nur Beachtung erfordern. Mögen sie verärgert sein, doch mögen sie
wahrnehmen, wer anklopft. In zehn Jahren werden Schicksalsschläge dazu zwingen,
das Buch des Lebens zu achten.
202. Das
Sammeln von Erfahrungen, das so große Bedeutung hat, erinnert einen immer an
ein Beispiel aus früher Kindheit. Ein Kind erkennt nicht die Eigenschaft des
Feuers, solange es sich nicht verbrennt. Natürlich, die Erwachsenen lächeln
hochmütig über dieses Beispiel, aber sie erlangen ihre eigenen Erfahrungen nach
genau denselben Methoden. Nichts bewegt die Menschen dazu, feinere Methoden
anzuwenden. Gewiss, sie werden sich wundern, warum die Auswirkungen vieler ihrer
Missgeschicke so langwierig und schmerzlich sind. Man kann überzeugt sein, dass
jede Tätigkeit als für die Entsühnung notwendig anzusehen ist.
Das
wiederum ist keine Strafe, sondern der Erwerb von Erfahrung, und dabei kann man
über die Genauigkeit der karmischen Waage staunen. Nichts kann dieses große
Gleichgewicht tadeln. Die Spannung der Waagschale hängt vom Herzen ab; es kann die
Waagschalen bis zum Überfließen anfüllen, eine von ihnen anheben und den Schatz
der Aufspeicherungen bewerten. So mögen die Menschen aufmerksam auf ihre eigene
Rechtfertigung achten, die im Herzen liegt. Nicht ohne Grund ist eine der Definitionen
des Herzens auch die des Rechtfertigers.
203. Wie solltet
ihr tun? Genau dadurch, dass ihr euch fester an Mich klammert und euch vorstellt,
mitten auf dem Ozean zu sein, wo nur der Khatak[47] der
Mutter der Welt euch schützt. Im Kampf mit der Finsternis ist unerhörte Beharrlichkeit
erforderlich, die alle herrlichen Möglichkeiten erschließt.
204.
Wahrhaftig, Zusammenarbeit erschließt alle Möglichkeiten, man muss allerdings verstehen,
worin diese Zusammenarbeit besteht. Die Menschen verlegen sie oft in den
Bereich bestimmter Staatsgeschäfte, indessen erweist Zusammenarbeit sich als eine
Bedingung des ganzen Lebens. Es liegt nämlich in dem geringsten Zusammenwirken
eine Zusammenarbeit, die kosmische Bedeutung hat. Jeder Blick, jeder Händedruck
und jeder Gedanke sind Zeichen von Zusammenarbeit, wenn sie bewusst angewendet
werden.
Wie
wertvoll muss es für die Menschen sein, zu spüren, dass sie ständig Wirkungen
hervorbringen! Wie Riesen erschüttern sie die Welt. Wo aber sind die Menschen,
welche die Zusammenarbeit der Kräfte für die Feinstoffliche Welt anwenden? Wo
ist der Mut, wo die Besorgtheit um das Unsichtbare? Wo ist die
Entschlossenheit, auch dort zu helfen, wo die irdischen Bande nicht völlig
vergessen sind, wo Ungeheuer ebenso bedrohen wie hier?
Groß ist
daher die Heldentat der Zusammenarbeit in der Feinstofflichen Welt. Wie auf
Erden muss man die Menschen aufrufen, zum Berg führen und sie mutig vor
Wildschweinen und boshaften Hunden schützen. Eine solche Zusammenarbeit ist
wahrhaftig uneigennützig. Man kann sich allmählich dazu erziehen, allen Welten Nutzen
zu bringen.
205. Es
ist lobenswert, das Zeichen der Herrscher zu schützen. Es ist nützlich, sich im
Begreifen der Nähe der Herrscher zu üben. Wie der Mensch nicht ohne Nahrung auskommen
kann, so möge er sich an die Hierarchie anschmiegen. Nicht wie an einen
Holzstamm, an den er sich anlehnt, sondern wie auf einer scharfsichtigen Wache möge
er jeden Augenblick zur Verteidigung bereit sein und damit seine Kräfte
vermehren. Wenngleich ihr zur Genüge das Eine Licht kennt, wiederhole Ich dies dennoch,
damit ihr eure Kräfte vermehrt.
Sogar das
Kreuz ist kraftlos ohne das Herz. Sogar das reinste Prana wird in ein boshaftes
Herz nicht eindringen. Sogar AUM wird sich vor einem verlogenen und
verräterischen Herzen als nichtig erweisen. Das wollen wir uns merken, damit
keine Besessenheit ins Herz eindringt. Ihr habt Beispiele von Besessenheit vor
euch, und ihr seht, was an Tagen schändlicher Schwäche verlorengeht.
206. Man
kann verstehen, wie sehr die rituelle Seite des Yoga im Altertum erforderlich
war, jetzt aber sollte man auf dem Weg des unmittelbaren Verkehrs mit der Höheren
Welt voranschreiten. Der Yoga des Feuers führt einen auf diesem kürzesten Pfad,
ohne das Leben zu verlassen. Darin liegt der Unterschied beim neuen Verständnis
der Annäherung der Welten. Wir haben vor uns das Beispiel einer bedeutenden
Stufe, des sogenannten Samadhi*, ohne Entfernung vom Leben.
Man kann
verstehen, dass die Erscheinung der Mutter des Agni Yoga[48]
unter den Bedingungen der Großen Schlacht nicht leicht erreichbar ist. Der Wert
einer solchen Erscheinung besteht darin, dass sie die üblichen Regeln der
Konzentration vollkommen übertrifft. Die ganze Bedeutung wurde nämlich ins Herz
verlagert, mit anderen Worten, hier ist die Bedeutung der ganzen Annäherung der
Welten konzentriert. Dazu muss man auch erwähnen, dass das Herz diese Anfüllung
vortrefflich ertragen hat.
Natürlich,
das gegenwärtige Empfinden rührt nicht von Samadhi her. Oftmals habe Ich
bereits zur notwendigen Vorsicht geraten, sowohl im Geist als auch in der
Materie. Ich bitte, das Herz sowohl vor äußeren als auch vor inneren Störungen zu
schützen. Man muss ganz besondere Maßnahmen ergreifen, um alle Angriffe zurückzuwerfen.
Man muss verstehen, dass sich der gestrige vom morgigen Tag völlig
unterscheidet, so unerhört ist die Zirkulation (…). Noch nie gab es solche dunklen
Wolken, und man muss ihnen heiter begegnen.
207. Wie lehrreich
sind viele Beobachtungen des Lebens! Man kann studieren, wie der Erfolg äußerer
Tätigkeiten vom Streben des Herzens abhängt. Ebenso kann man studieren, welche
Abweichungen des Strebens genau auf die äußeren Wellen der Ströme wirken. Man
kann sehen, wie zuweilen eine vom Gesichtspunkt des täglichen Lebens nichtige Bedingung
ungeheuren Einfluss auf die innere Tätigkeit ausübt, und umgekehrt kann das
geringste unwürdige Verlangen einen bereits vorbereiteten Aufbau zunichtemachen.
Es ist aber nicht üblich, der Herztätigkeit Aufmerksamkeit zu schenken. Die
Menschen sind eher bereit, sich zu irgendeinem Missgeschick zu verurteilen, als
über dessen Ursachen nachzudenken.
Wir sind
auch besorgt zu sehen, wie die Menschen in der Nähe von magnetischen Zentren einen
unzulässigen Gang des Denkens zulassen können, ohne zu bedenken, dass es gerade
nahe dieser Zentren besonderer Wachsamkeit bedarf. Natürlich kann jeder an sich
denken, aber dort, wo es um einen Schritt für Jahrtausende geht, ist das Umherflattern
von Schmetterlingen fehl am Platz. Man muss endlich Angemessenheit* lernen!
Gedanken über das Höchste müssen das Höchste hervorbringen.
208. Das
Glück der Welt beruht auf dem Kreuz. Die Zukunft der Menschheit wird durch Gift
ausgetrunken. Der Phönix[49] wird
nur aus seiner eigenen Asche auferstehen. Der Pelikan nährt seine Jungen mit
seinem Herzblut. So wird die höchste Energie umgewandelt, die dem Entstehen der
Welten zugrunde liegt. Als Ich daher von einer übermäßigen Last zu euch sprach,
wies Ich auf die höchste Energie hin, die nur durch Anspannung hervorgebracht
werden kann. Als Ich vom rettenden Mut der Verzweiflung sprach, verwies Ich nur
auf den kürzesten Pfad. So lasst uns die rettende Energie erkennen, denn allein
auf diesem Pfad werden wir all den boshaften Einschüchterungen entrinnen.
Wer würde
denn eine langsame Verwesung einem strahlenden Flug vorziehen? Nur durch einen
weiten Flug kann man das Ufer des Lichts erreichen! Wer jedoch meint, dass unbedingt
Verderben vonnöten ist, ist unvernünftig. Für einen weiten Flug ist allein
höchste Anspannung erforderlich. So sprechen Wir vom Sieg, nicht vom Untergang.
209. Das Verstehen
des Segens der Anspannung aber treibt das Herz zu den Höheren Welten. Nur auf
diesem Pfad lodert die blaue Flamme. Teile können verbrennen, aber das Wesen
wird nur erstrahlen. Erschreckt nicht, wenn große Tage nahen. Wenn ihr die
Rüstung überprüft, wisst ihr, dass Sieg allein durch Vertrauen und das Herz
erreicht wird. Dort, wo die Kräfte sich sammeln, kann man echten Erfolg für
sich finden.
210. „Gibt
es im Zustand der Begeisterung, im Zustand von Samadhi nicht Anzeichen von
Ichsucht?“ So fragt ein Unwissender. Wie könnte er wissen, dass diesem höchsten
Zustand Ichsucht nicht nur wesensfremd, sondern sogar gegensätzlich ist? Wie könnte
jemand, welcher der höchsten Anspannung nie auch nur nahegekommen ist, wissen,
dass gerade sie den höchsten Segen für das Allgemeinwohl birgt? Nichts bringt eine
so reine Selbstlosigkeit hervor, wie sie von der Begeisterung eines übervollen
Herzens geschaffen wird.
Welche
menschliche Energie kann mit der Herzenergie verglichen werden, und welche dieser
Energien kann auf (…) weite Entfernungen wirken? Für die Herzenergie haben die
Welten keine Grenzen, und das Bewusstsein kennt keine Begrenzungen. So kann man
ein Fenster ins Unsichtbare durchbrechen. Doch, wie gesagt wurde, wird das
Unsichtbare zum Sichtbaren werden, und wir werden bereit sein, die Feurige Taufe*
im Leben zu empfangen.
Daher
beachten wir so sehr die Bedeutung des Experiments, das die Mutter des Agni
Yoga hier vollbracht hat, ohne sich vom Leben zurückzuziehen. Nachdem sie von
den ersten Raumfunken über alle Feuer bis hin zum Samadhi Erfahrungen gesammelt
hat, wird sie Schriften hinterlassen, welche die Schwelle zur Neuen Welt bilden.
Ich spreche daher nicht nur von Anspannung, sondern auch von großer Vorsicht. Harmagedon
erleichtert die Bedingungen des Aufstiegs nicht, umso wertvoller ist das
Erreichte.
So sage Ich: Lernt, dem feurigen Herzen zu lauschen. Bezweifelt
nicht das, was durch Feuer geläutert wurde. Die Offenbarung der Grundlagen des
Herzens im Leben ist weise, und wie sehr sollte man sich über diesen Stein des
Guten freuen.
Haltet
euch fester an Mich. Haltet euch jeden Augenblick, bei allen Schritten an Mich.
Die Dolche Satans zielen auf den Rücken, doch wenn die Einheit fest ist, wird
die Klinge am Stein des Guten zerbrechen. Kraftvolles Streben ist erforderlich,
das in allen Welten nützlich ist.
211. Möge
alles um des Heils willen getan werden. Möge jede Tat eine neue Errungenschaft
enthüllen. Möge der Gedanke an den Nutzen jede Tat begleiten. Möge das Gebot
des Guten wie das leuchtende Bildnis des Lehrers auf alles einwirken. Die Lehre
des Herzens ist vom Guten nicht zu trennen! Wer oder was,
außer dem Herzen, kann Beweggründe rechtfertigen oder verurteilen?
Reinheit
des Herzens offenbart sich durch Feuer. Wie oft muss man von dieser lebendigen
Anwendung des Feuers sprechen, trotzdem wird weder zu Hause noch in der Schule
über den Feuer-Reiniger gesprochen. Kann etwa ein Lehrer, der über die Wirklichkeit
noch nie nachdachte, über Feuer sprechen? Bestätigung bedeutet noch nicht
Festigkeit des Bewusstseins. Wie eifrig muss man daher die Erscheinungen des
eigenen Lebens beobachten und betrachten. Oft umgeben uns wichtige Zeichen und offenbaren
die Bedeutung unserer Zukunft, unentwickelte Aufmerksamkeit erlaubt aber das Erkennen
der überzeugenden Wirklichkeit nicht.
212.
Geduld ist ein Geschenk des Himmels, so sprachen die Alten. Warum sollte Geduld
vom Himmel kommen, wenn sie eigentlich ausschließlich dem Herzen angehören
soll? Doch wie wollen wir Geduld anspannen, wenn wir die Höhere Welt nicht
kennen? Erst wenn der Silberne Faden vom Herzen zur Höheren Welt sich festigt,
wird das Verständnis der Geduld entstehen. Wir schätzen diese Eigenschaft, sie
steht der Toleranz und dem Fassungsvermögen nahe, mit anderen Worten, dem
Öffnen der Tore.
Wenn uns
etwas fern liegt, das aber das Herz eines Nachbarn öffnet, würden wir es da
nicht ertragen, nur um das Herz eines anderen zu entfachen? Würden wir es
vorziehen, uns dem Genuss hinzugeben, aber das Herz des Nächsten zu verbittern?
Wäre es dabei nicht ein herrlicher Versuch, gerade das scharfsichtig zu beobachten,
was das Herz für das Heil öffnet?
Bei aller
Verschiedenartigkeit der Errungenschaften kann man nicht anders, als die
allgemeine Harmonie der Sphären anzuerkennen. Möge sie sich auch bloß in einem
einzigen Ton ausdrücken, erklingt doch jede echte Note in Konsonanz mit dem
Kosmos und muss mit Sorgfalt aufgenommen werden. Deshalb empören die Menschen sich
so sehr im Herzen, wenn diese Note zurückgewiesen wird.
Die
Geduldsprobe ist eine der höchsten Prüfungen.
213.
Besessenheit muss sehr genau definiert werden. Es darf einen nicht erstaunen,
in der Nähe der Herde der Geistigkeit viele Besessene wahrzunehmen. Der Grund
dafür ist, dass die Finsteren bestrebt sind, ihre Wache zu verstärken. Wer
könnte den finsteren Kräften besser helfen als Besessene? Dabei gibt es unzählige
Abarten der Besessenheit. Man muss vor allem unterscheiden, wo dem Wesen nach
Heil und wo Schaden liegt. So wird das flammende Herz sofort erkennen, wo sich
Besessenheit verbirgt.
214. Die
Bürgschaft der Kräfte des Lichts ist die größte Grundlage des Neuen Lebens.
Ich
bestätige, dass es für die Finsteren trübe sein wird. Ich bestätige das Licht
der Zukunft, das mit verschiedenen Stimmen die ganze Welt entzünden wird. Ich bestätige
die Lehre als Offenbarung der Neuen Welt. Ich bestätige die wertvollsten
Begriffe als Stufen des Lebens. Ich bestätige, dass keine Finsternis Unsere
Zeichen überwältigen kann. Ich bestätige, dass aus Verwirrung Nutzen entstehen
kann. Ich bestätige das Streben der Kräfte der Feinstofflichen Welt zur
irdischen Ebene. Ich bestätige die schwierige Stunde als den Ruf der Posaune.
Ich bestätige die Rettung all jener, die Uns nachfolgen. Ich bestätige die Vereinigung
der vielen verstreuten Mitglieder. Ich bestätige den Pfad zum Sonnenaufgang,
auf dem es nur eine Entscheidung gibt. Ich bestätige den Zeitpunkt des Glücks,
der die Rettung für die Welt bestimmt.
215. Man
darf finstere Angriffe nicht fürchten. Es gibt viele finstere Streiche, aber
sie sind wie Stiele einer Fackel. Ich bestätige, dass es das Schicksal der
Finsteren ist, Widersacher des Lichts zu sein, rufe aber zur Einheit, und darin
liegt ein großes Experiment. Man muss der Welt ein Zeugnis geben; und ist der
Tempel des Geistes nicht ein Zeugnis? Ich bestätige ein neues Verständnis der
Hierarchie. Ich bestätige eine neue Schlacht unter dem Banner des Lichts.
216. Geeignete
Bestrebungen vernichten Ansteckung. Ein bestrebter Mensch ist tatsächlich
völlig immun. Ebenso ist es mit jenen, die am Rande des Abgrunds wandeln. Die
besten Flügel werden durch Bestrebungen gewoben. Streben wird sogar das beste
Gegengift sein. Das Feuer, das von ungestümer Anspannung hervorgebracht wird,
ist der beste Schild. Die Alten erklärten, dass Strebende keine Pfeile treffen.
Die heutigen Ärzte könnten aufzeigen, dass sich bei geistigem Streben eine
besondere Substanz entwickelt. Wendet das im Leben an, als einen Rat für den
Alltag.
Ich weise
darauf hin, dass der bestrebte Geist seine Lage mit Lichtgeschwindigkeit
verändert und nicht einzufangen ist. So muss man sich an Streben gewöhnen,
indem man es sowohl physisch als auch geistig bekundet. Eine Lehre ohne Streben
ist wie ein löcheriger Sack. Man muss das Wesentliche des Gesagten in sich
aufnehmen, denn Studium bloß der Worte bleibt nur auf der Zunge. Hütet euch aber
vor einer flinken Zunge mit einem toten Herzen. So lasst uns das Gegengift des wahren
Strebens nicht vergessen.
217. Zweifelt
nicht daran, dass Ich nicht ohne Grund über Streben spreche; vieles muss
geklärt werden. Man muss auch deshalb streben, weil der Wirbel groß und es
besser ist, dem Zyklon vorauszufliegen.
Man muss
in Gedanken zu Mir streben; das ist das notwendigste Streben. Lernt, nicht nur
Mein Bildnis stets vor euch zu haben, sondern auch eure Gedanken der Linie der
Hierarchie entlang voranzutreiben. Wie man bei einem Boot den Anker auswirft,
um sich an ihm hochzuziehen, so bewegen wir uns unbeirrbar vorwärts, wenn wir
die Gedanken der Linie der Hierarchie entlang auswerfen. Niemand kann
bezweifeln, dass es der beste Weg ist, zum Besten zu eilen.
218. Worauf
Ich betreffend Besessenheit und Sataniden hingewiesen habe, seht ihr jetzt
täglich. Ohne zu klagen, aber indem ihr euch streng schützt, schreitet ihr zum
Sieg voran. Möge die Strenge wie ein scharfes Schwert sein. So muss man alle
Lästerer bestrafen.
219. Es
gibt eine große Spannung; man muss verstehen, wie eng die Weltlage mit den
Werken verbunden ist. Man kann beide nicht trennen, wenn die allgemeine Lage
einer unerhörten Schlacht gleicht. Deshalb gebiete Ich euch, unzertrennlich zu
sein, durchdrungen von der Spannung des Augenblicks. Es darf kein Zurückweichen
geben, vielmehr muss man die Besessenen einmütig zurückdrängen. Wäre Scherz
angebracht, könnte man diese Kampfphase den Kampf gegen Besessenheit nennen.
Wahrhaftig, die Finsteren suchen sich durch Besessenheit zu stärken. Solche
Methoden können aber von keiner langen Dauer sein, weil sie sich gerade durch
Besessenheit selbst zersetzen. Ihr wisst doch, wie Besessenheit den Organismus
allmählich zerstört; die Lähmung bestimmter Nervenzentren ist unausbleiblich.
Daher können
Ärzte so viel Nützliches tun, indem sie ihre Aufmerksamkeit auf die
Besessenheit richten. Fragt den Arzt L.[50], ob
er in den Augen von Besessenen nicht gewisse Besonderheiten bemerkte. Denn man
kann die doppelte Existenz an den Augen erkennen. Wenn er geantwortet hat,
werde ich Meine Verbesserungen bekanntgeben.
Doch Ich habe
nicht nur eine oberflächliche Erscheinung im Sinn, wie etwa einen trüben oder
unsteten Blick; man muss auch andere Merkmale beachten. Es gibt Symptome im
Gang, in der Stimme und sogar eine Gewichtsveränderung. Fragt darüber nicht die
Psychiater, denn diese haben verknöcherte Ansichten, aber Ärzte nach der Art
von L. können unvoreingenommen beobachten. Außerdem, wie notwendig sind solche
Beobachtungen jetzt, wo Besessenheit zu einer Massenerkrankung wird! Unmengen
findiger Geister spüren die Schwäche der menschlichen Herzen und streben wütend
danach, sich des Duftes der Erde zu bemächtigen.
220. Ich
lege das erste Experiment für das Verständnis Meiner Weisungen fest. Ich lege die
erste Initiative der gemeinsamen Arbeit fest. Ich lege die erste Weisung über
den Beginn der Tätigkeiten der nächsten Stufe fest. Ich lege den ersten Ruf für
das Friedensbanner fest, das Bedrückung erleidet. Ich lege den ersten warnenden
Befehl für jene fest, die Schaden zufügen. Ich bestätige die erste Stunde des neuen
Aufbaus, doch man kann sich nur bei völligem, bewusstem Anschluss an die
Hierarchie vereinigen.
Dabei
muss das Gute das Böse besiegen, was bedeutet, das Gute muss wirken. Es ist
nicht gut, wenn der Geist gut ist, die Zunge jedoch lästert. Für die nächste
Stufe muss jegliches Lästern ausgemerzt werden, denn das Karma der Lästerung
steht dem des Verrats nahe. So muss man verstehen, dass Lästerung der Anteil der
Finsteren ist. Man muss dies sehr gut verstehen, denn wer lästert, kann die
Hierarchie nicht kennen.
221. Bei
künftigen Aurafotografien muss man verschiedene Lichtfilter bedenken. Blaue und
violette Farben zeigen, wie schwierig es ist, mit gewöhnlichen Filmen jene Farbtöne
wiederzugeben, die den Farben der Feinstofflichen Welt ähneln, zu der die Aura
gehört. So kann die Aura fotografiert werden, wenn der Raum mit Meteorstaub
angefüllt oder wenn eine starke psychische Energie an dem Prozess beteiligt
ist. So lasst uns nach allen physischen Hilfsmitteln zur psychischen Energie zurückkehren.
Wie notwendig ist es allerdings, zur Ansammlung dieser Energie vor allem
zersetzende Lästerung zu vermeiden.
222. Wir
bestehen stets darauf, jedwede Furcht zu überwinden. Diese Forderung ist nicht
abstrakt, sondern auf euren nahen Aufstieg gerichtet. Wenn Furcht sich verstärkt,
bildet sie, wie viele negative Eigenschaften, einen negativen Magneten eigener
Art. Dieser Magnet wird die Persönlichkeit in ihren folgenden Existenzen immer
zu dem eingelagerten Gegenstand der Furcht hinwenden.
Wenn ein
Mensch etwas fürchtet, wird er unweigerlich gezwungen, den Weg gerade dieses
Schreckens so lange zu durchschreiten, bis er seine Furcht überwunden hat.
Deshalb ist es nützlich, dass der Mensch, nachdem er die Unverletzlichkeit
seines geistigen Wesens erkannt hat, sich bereits jetzt von aller Furcht
befreit. Alle Bedrohungen sind doch nichtig.
Noch
nicht einmal eine Begegnung mit mächtigen finsteren Wesenheiten ist gefährlich,
wenn ein festes Band mit der Hierarchie bewahrt wird. Auch andere negative
Eigenschaften können durch das Bewusstsein überwunden werden, dass die Rückkehr
zu ihnen unwürdig ist, weil man ihren Rückschlag an sich selbst zu spüren
bekommt.
223. „Fasse
den kleinsten Teufel am Schwanz, und er wird dir zeigen, wo der größte sich
verbirgt.“ Dieses alte chinesische Sprichwort weist auf die Bedeutung der
kleinsten Einzelheiten für die Enthüllung des Wichtigsten hin. Wahrhaftig, die
sorgsamste Beachtung der Einzelheiten ist der beste Schlüssel zu einer großen
Heldentat. Irrtümlich meinen die Menschen, die Einzelheiten seien für den Pfad
des Aufstiegs unbedeutend. Selbst die herrlichsten heldenhaften Taten beruhten
auf rechtzeitig vorausgesehenen Einzelheiten.
Wie
aufmerksam bemerkt jemand, der dem Lehrer nachfolgt, alle Steine! Er wird
nichts Nebensächliches übersehen. Nur ein schlechter Schüler sagt: „Lehrer, in
meiner Begeisterung habe ich mir die Nase zerschlagen.“ Eine solche mangelnde Angemessenheit
zeigt nur, wie weit der Schüler davon entfernt war, wachsam zu sein.
Dieses
chinesische Sprichwort hat auch eine andere Bedeutung: Den größten Verbrecher
erkennt man am besten an den kleinsten Einzelheiten seines Verhaltens.
224. Wenn
Wir den Einzelheiten Beachtung schenken, bedeutet das, dass gerade sie die Lage
verbessern können. Die Qualität der Arbeit hängt von vorausgesehenen Wechselbeziehungen
ab. Nur grobe Linien zu verwenden[51], erinnert
an die Arbeit der Riesen, von denen man sich wegen ihrer Grobheit vor langem lossagen
musste. Der Geist aber kennt weder Riesen noch Zwerge; er kennt das Streben
nach Vervollkommnung, bei dem alle Glocken des Kosmos ertönen. So wollen wir an
die Bedingungen der Vervollkommnung erinnern. Da wir mit den Asuras begonnen
haben, lasst uns mit den Devas[52]
enden.
225. So
sollte man sich in der Schlacht fest in Unserer Nähe halten. Man muss lernen, diesen
Platz in Unserer Nähe liebzugewinnen, als gäbe es nichts anderes.
226. Gebrüll
erfüllt die Sphären. Helft jedem, das Gleichgewicht zu bewahren. Die Front der
Finsteren nutzt alle Mittel, um in unsere Reihen einzudringen. Wir werden nicht
müde, euch darauf hinzuweisen, wie sehr Aufmerksamkeit für die kleinen
Einzelheiten nötig ist. Lernt, wie man horchen und um sich blicken muss. Man
kann nicht nur die Listen der Finsteren, sondern auch alle Glocken und andere
kosmische Zeichen hören. Sie weisen auf die Spannung der Atmosphäre hin, auf
Unsere Nähe, und erinnern an die Hierarchie.
Man darf
nicht verwirrt sein, wenn die Glocken und Saiten nicht laut erklingen; dafür
gibt es viele Gründe. Es können auch einige sie vernehmen, die diese Rufe zur Schlacht
noch nicht hören sollen. Deshalb lenke Ich gerade jetzt eure Aufmerksamkeit auf
die Einzelheiten. Es ist sehr nützlich, diese leisen Hauche der Natur zu
studieren. Neben der Anwendung für die Große Schlacht sind diese Beobachtungen
für den weiteren Fortschritt unumgänglich.
227. Wenn
die Atmosphäre unerhört verunreinigt ist, muss man über die Atmung sprechen;
die verdichtete Bedrückung hat sogar die Berge erreicht. Es gab noch nie eine
solche Verdichtung der niederen Schichten. Diese Erscheinung kann erforscht
werden, und die Menschen könnten über die Besonderheiten unserer Zeit
nachdenken. So können wir sogar mit primitiven Mitteln erkennen, wie besonders diese
Zeit ist.
228. Es
ist keine Ehre, wenn jemand sich von den Finsteren verführen lässt. Es ist
keine Ehre, wenn jemand keine Worte findet, um gegen finstere Winkelzüge zu
sprechen. Denken wir nicht, dass die Listen der Angreifer sich verringern
werden. Es ist irrig, zu meinen, dass sich eines Tages ungestörte Ruhe
einstellen wird. Jede Erschütterung ist nur ein Prüfstein. So muss man jede
Bedrückung erwarten wie die Anspannung für einen Sprung.
Wenn die Tiefe
des Geistes besteht, wer könnte sie ausschöpfen? Wer ermisst die Anfüllung des
Herzens, und mit welchen Maßstäben? Wahrhaftig, das Herz ist für sich selbst
verantwortlich. Wahrhaftig, nur die Sprache des Herzens
kann das Wesen des Daseins vermitteln. Deshalb werden wir uns über angespannte
Bedrückung nicht ängstigen. Zweifel kann jede Anspannung schwächen; deshalb
wird Zweifel zurückgewiesen, und sein Erzeuger wird der Vater der Lüge genannt.
Die
Einzelheiten der gegenwärtigen Ereignisse entsprechen der großen Bedeutung dessen,
was vom Schicksal bestimmt ist. Man kann sich über diese Einzelheiten freuen,
denn sie erinnern einen an einige ruhmreiche Seiten.
229. Wer
und was könnte denn die Einheit der Herzen ersetzen, die wie ein loderndes
Feuer Rufe zu den fernen Welten trägt? Wer könnte sich denn ängstigen, wenn er auch
nur einmal die Unbegrenztheit berührt hat?
230.
Sollte man sein Bewusstsein nicht mit einem Zustrom von Energie erfüllen, da
sogar die geringste geistige Aufspeicherung für die Zukunft Bedeutung hat?
Entschieden alles Positive bestimmt unsere künftige Schatzkammer. Außerdem ist es
der Hierarchie wegen fehl am Platz, im Geist zu verarmen. Jede Eroberung und
jede Entdeckung aber können der Menschheit dargebracht werden. Eigennutz ist natürlich
mit der Hierarchie und einem flammenden Herzen unvereinbar.
So kann die
Anfüllung des Herzens von dreierlei Art sein: Entweder eine persönliche,
selbstsüchtige, mit anderen Worten, eine tödliche; oder eine selbstlose für
etwas bestimmtes Nahestehendes, mit anderen Worten, eine Heldentat inmitten des
Lebens; oder eine universelle Anfüllung des Herzens zugunsten der ganzen
Menschheit.
Die letztere
Anfüllung ist sowohl leicht als auch schwierig: Leicht, weil sie von der Erde
befreit, aber schwierig, weil sie ein Gefühl oberhalb von Rassen und Völkern verwirklicht.
Die universelle Anfüllung des Herzens erfordert jedoch experimentelle Forschung
und Übung. Das gleicht dem Vorschlag, den Inhalt eines ganzen Hauses in einer
kleinen Schachtel unterzubringen; einem erfahrenen Geist wird es jedoch nicht schwerfallen,
das Wertvollste zu wählen.
Wem es
schwerfällt, auf dem Pfad der Hierarchie wertvolle Aufspeicherungen
darzubieten, hat überhaupt kein Verständnis für Werte. So muss man sich daran
gewöhnen, nichts auszulassen und bereit zu sein, seine Aufspeicherungen in
Unbegrenztheit abzugeben.
231. Die
Wurzeln eines Baumes können manchmal fester sein als die Fundamente eines
Hauses. Wenn der Fußboden zu schwanken beginnt, wäre es dann nicht sicherer, den
Ast eines Baumes zu ergreifen? Die Zeit ist so schwierig, dass man den Ast
eines Baumes fester finden mag als Fußbodenplatten. Sogar ein kleines Fenster kann
bessere Dienste leisten als eine Tür. Bei Erschütterungen der Feste[53] wird
ein biegsamer, lebendiger Ast nicht brechen, daher studiert die Natur der
Dinge.
Es ist unklug,
das nicht zu nutzen, was nahe dem Fenster wächst. Nur ein Dummkopf hackt ohne
Not das ab, was er selbst nicht anzupflanzen vermag. Gleichfalls versuchen nur Luder
der Lüge, den Pfad zu umstellen, um den Wanderer zum Abweichen zu bringen. Man
kann aber auf den Zweigen des Lebens die Zeichen des wahren Pfades
hinterlassen. So lasst uns jeden Zweig in der Nähe des Fensters hüten. Wenn
nötig, mögen die Blätter des Gartens unsere Arbeit behüten und uns vor dem
Sturmwind schützen – das heißt, der Sturmwind wütet.
Ich
gebiete, diesen Sturmwind nicht zu fürchten, er trägt Blumen aus fernen Ländern
heran. Heilmittel werden doch oft aus von weither herangebrachten Wurzeln zusammengestellt.
232. Es ist
nicht verwunderlich, wenn das Herz spürt, welch besondere Wege vonnöten sind. Gewiss,
das Herz weiß, wie die Umstände die Lage verändern. Doch auf einen Umstand zu warten,
gleicht der Erwartung eines Sturmes von jenseits der Berge. Der Sturm braust
schon, kommt er aber auf uns zu? Wird er nicht das Dach abtragen? Wird er nicht
die Saat hinwegfegen? Wer wird sein Wüten bändigen? Doch der Unsichtbare Hüter
flüstert: „Ruft Mich herbei!“
Was sonst
wird die Atmosphäre reinigen, wenn nicht ein Sturm? Wenn der reinste Schnee auf
den höchsten Bergen voller Meteorstaub ist, wie dicht wird dann die Atmosphäre
der Ebenen sein? Es gibt keinen Platz in einer unruhigen Stadt. So wollen wir
den Sonnenaufgang anschauen.
233.
Durch einen Befehl des Willens kann man den Puls verändern. Man kann fast das
Herz anhalten. Man kann viele psycho-physiologische Wirkungen hervorbringen,
wenn ihr aber fragt: „Wie soll man jetzt vorgehen?“, werde Ich sagen: „Gebt euer
Herz frei, damit es nach oben ziehen kann. Stellt euch euer Herz so vor, als
befände es sich in einem Kelch aus dem eine Flamme emporsteigt.“ So lasst uns
das zur Hierarchie emporstrebende Herz über die physiologischen Einwirkungen
stellen.
234. Wenn
die Welt aufgewühlt ist, kann man fürchterliche Stürme wie Wasserhosen
erwarten, welche die niederen Schichten der Atmosphäre durchbohren und so endgültig
das Denken verzerren. Man muss sich auf die unerhörtesten Angriffe vorbereiten,
aber durch sie hindurchzugehen heißt, auf dem Weg der Erkenntnis zu gehen.
235. Es
wurde bereits gesagt, dass man bei Aufdeckung von Besessenheit entweder den
Eindringling austreiben oder den Besessenen in Ruhe und Einsamkeit lassen muss,
denn dann findet der Besitzergreifer kein Betätigungsfeld und zieht gelangweilt
aus. Es ist natürlich besser, Besessenen weder Waffen noch Alkohol zu geben, jedoch
in einer Weise, dass sie ihre Isolierung nicht im Geringsten spüren.
236. Nehmen
wir einen Deodar*-Baum, den höchsten und kräftigsten: Wie viele Spuren von
abgefallenen, einstigen Ästen finden wir an seinem Stamm. Der Deodar wurde
dadurch nicht schwächer, im Gegenteil ließen die abgehenden Äste die stärksten
Stellen zurück; sogar Stahl zerschellt an ihnen.
Keine einzige
Lehre ist über jene entsetzt, die abfallen. Sie weiß, dass die unteren Äste
abfallen müssen. So können die vom Wind verwehten Abgefallenen ihre Bestimmung
erfüllen. Sie können sogar neue Deodare hervorbringen. Und ihr Harz wird
jedenfalls heilkräftig sein. Und wenn sie später zusammengefügt werden, um die
Ecke eines Hauses zu stützen, werden sie sich im Tragen der gemeinsamen Last
einmütig verbinden. Deshalb seid nicht entsetzt über Abfallende. Sie können
sich von dem einen Harz des Herzens nicht weit entfernen.
Und wenn ihr
von oben die vielen sich kreuzenden Wege betrachtet, werdet ihr den sich begegnenden
Wanderern sogar zulächeln. Wenn ihr die Länge des unbegrenzten Pfades erkennt,
werdet ihr auch andere Maßstäbe anlegen. Es ist nicht beängstigend, wenn es eine
Wanderung gibt, nur Unbeweglichkeit ist kalt.
237. Die
Bürgschaft wird zum Schild, doch lasst uns zwischen Abfall und Verrat
unterscheiden. Bei Abfall können karmische Gründe oder physische Besonderheiten
mitwirken. Aber für Verrat gibt es keine rechtfertigenden Umstände.
Ich
bestätige, dass die Folgen von Verrat vollkommen unausweichlich sind. Nichts
kann den Verräter davon befreien, selbst verraten zu werden. Verrat an der
Lehre gilt als der schwerwiegendste. Der Mensch kann den Höchsten Geist nicht
lästern. Wenn man die Herztätigkeit überblickt, kann man sehen, welche
physischen Erschütterungen Verrat des Höchsten hervorruft.
Die
Zersetzung des Verrates wirkt nicht nur im persönlichen Bereich, sondern
unablässig auch über weite Räume. Wie die höchsten Sphären jeden segensreichen
Aufstieg spüren, so donnert jeder Verrat wie ein einstürzender Turm. Im
Vergleich mit dem Deodar kann man sagen, dass Verrat einem hohlen Baum mit
einem Fledermausnest gleicht.
238.
Gebrüll erzeugt einen wirklichen Tiergarten. Daher muss man sich abgewöhnen,
Tiere nachzuahmen. Natürlich gibt es noch viele Ähnlichkeiten mit den Tieren,
aber bei Streben hat man keine Zeit, auf die Tiere zurückzuschauen.
239. Wenn
eine Mutter nicht geduldig auf die ersten Wünsche ihres Kindes achtet, ist sie
keine Mutter. Wenn ein Lehrer für die ersten Schritte des Schülers keine Geduld
aufbringt, ist er kein Lehrer. Wenn ein Lehrer den Pfad des Schülers nicht
versteht, ist er kein Lehrer. Wenn ein Lehrer nicht die Hand auf die Augen des
Schülers legt, ist er es, der ihn mit Blindheit schlägt.
Hüten wir
daher den Pfad des Herzens. Dem Herzen des Lehrers ist jede Unterdrückung
fremd. Er beobachtet das Experiment des Schülers und zieht dessen Hand sanft
fort, wenn sie Feuer berührt. Geduld ist das Juwel der Krone. Sie zeugt von
Annäherung an die Unbegrenztheit.
240. Nach
Mut folgt Ruhe. Ein Feigling kann sich nicht mit Ruhe wappnen. Aber wie herrlich
ist die Ruhe des Schwertes der Wahrheit; deshalb muss man sich an Mut, das unabdingbare
Tor, immer wieder erinnern.
241.
Jedes Bedauern drückt das Herz zusammen. Mitleid mit anderen aber weitet das
Herz schließlich mit neuem Licht. Selbstmitleid hingegen lässt das Herz wie
eine verschrumpelte Mangofrucht zurück. Das gleiche gilt für Begeisterung und
wohltätige Werke. Es ist Zeit, zwischen Eigennutz und dem universellen Heil
eine Grenzlinie zu ziehen.
Es wäre
von Nutzen, an den Schulen beim Geschichtsunterricht die Frage aufzugeben, wie die
Schüler anstelle der Helden gehandelt hätten. Man darf keine bestimmte Antwort in
die Schüler hineinlegen, sondern sollte im Gegenteil den Boden für alle Arten von
Überlegungen eröffnen, so werden die Schüler vor ihre erste Prüfung gestellt.
Deshalb sollte man Kinder von klein auf daran gewöhnen, die Ergebnisse frei zu wählen.
Natürlich
wird die Unsichtbare Hand des Lehrers immer vor einem Fall warnen. Dazu muss allerdings
jedenfalls ein dünner Faden zur Hierarchie bestehen.
242. Wenn
wir über die Eigenschaften der Liebe sprechen, lasst uns die hemmende und die antreibende
Liebe betrachten. Dem Wesen nach ist die erste Liebe irdisch und die zweite
himmlisch. Doch wie viel Aufbau wird durch die erstere Liebe zerstört und ebenso
viel durch die letztere beflügelt!
Die
erstere kennt alle Beschränkungen des Raumes und des Bewusstseins, die letztere
hingegen bedarf keiner irdischen Maßstäbe. Sie ist nicht belastet durch
Entfernungen und Ansichten über den Tod. Die erstere versteht die Welt als
einen Planeten, die letztere wird noch nicht einmal durch die Zerstörung des
Planeten belastet, denn vor ihr stehen alle Welten.
Wahrlich,
die zweite Art der Liebe geht durch die physische genauso wie durch die
Feinstoffliche und die Feurige Welt hindurch. Sie entfacht die Herzen zur
höchsten Freude und ist so unzerstörbar.
So lasst
uns das Herz nicht für die Erde, sondern für die Unbegrenztheit ausdehnen.
243.
Lasst uns die Liebe als Antreiber der Erweiterung des Bewusstseins annehmen. Ohne Liebe wird das Herz nicht entflammen, es wird weder unzerstörbar
noch selbstlos sein. Darum wollen wir jedem Gefäß der Liebe unsere Dankbarkeit
erweisen; sie steht an der Grenze der Neuen Welt, dort, wo Hass und
Unduldsamkeit abgeschafft sind.
Der Pfad
der Liebe ist die Anspannung der kosmischen Energie. So werden die Menschen
ihren Platz im Kosmos finden. Sie werden keine trockenen Blätter, sondern
flammende Lotusse sein, sie werden der Höheren Welt gleichen.
244. Wo
liegt denn die Grenze des Eigennutzes? Das Herz kennt diese Grenzen, der
Verstand dagegen kann die Kelchblätter des feurigen „Lotus“* nicht zergliedern.
Wird einem Wächter der Eingang anvertraut, wird ihm der Schild überreicht, und
fängt er alle dem Lehrer geltenden Pfeile mit seinem Schild auf, so wird das
auch seine eigene Tat sein, die aber das Gegenteil von Eigennutz ist.
Das Herz
kennt diese herrlichen eigenen Taten gut, wenn jeder feindliche Pfeil zu einem
neuen Blatt des flammenden „Lotus“ heranwächst. Diese eigenen Taten, die von
niemandem erzwungen, von niemandem befohlen, von niemandem widerlegt, aber von
allen bösen Kräften verdammt werden, sind die wahren Strahlen der Heldentat.
Gerade eine
in Boshaftigkeit geäußerte Verurteilung kann als eines der wahren Kriterien
dienen. Man sollte beachten, dass die Finsternis wirklichen Eigennutz nicht
verdammt, auch das ist ein wahres Kriterium. Man sollte nicht nur das nach oben,
sondern auch das nach unten weisende Kriterium kennen; nur so kann man den
Schild der Heldentat würdigen.
245.
Relativität und Unvollkommenheiten sind charakteristische Erscheinungen eines
jedes Lebens, doch gerade sie öffnen die Pforten zur Zukunft. Menschen, die ein
Hindernis für sich selbst darin sehen, dass sie unvollkommen sind, zeigen gerade
damit ihre Abgeschlossenheit, mit anderen Worten, ihre Untauglichkeit (…). Abgeschlossenheit
ist unmöglich in einem Prozess der Bewegung. Nur Vervollkommnung inmitten
feuriger Wirbel verwirklicht den wahren Pfad.
Zu dieser
Vervollkommnung führen verschiedene Arten irdischen Martyriums, Heldentums und
heroischer Taten, denn bei diesen Anspannungen werden die gewaltigsten Feuer
des Herzens geschaffen. Natürlich sollte man Martyrium nicht nur physisch
verstehen, das Wesentliche geht immer im Geist vor sich. Das Herz kann fast in
seiner gewohnten Art schlagen, obwohl die geistige Anspannung ungewöhnlich ist.
So ist es
unerlässlich, die Bedeutung der Heldentat im Geist festzustellen. Scheiterhaufen
sind bereits selten, doch das Martyrium im Geist nimmt besonders zu; und so
muss es sein, wenn sich die Feinstoffliche Welt der physischen nähert. Es ist
nichts Verwunderliches daran, wenn eine physische Bewegung sich in eine
geistige verwandelt. Vergessen wir das Symbol der Verklärung nicht, durch das
auf die Umwandlung des physischen in das feinstoffliche Dasein hingewiesen wird.
Viele Symbole treten als Meilensteine der Evolution in Erscheinung, die
Menschheit aber hält sie für abstrakt.
246. Eine
Vielzahl von Irrtümern ist durch ein falsches Verständnis der Evolutionsgesetze
entstanden. Als die Menschheit sich den grundlegenden Gesetzen auf der
Grundlage der Entdeckungen aus alten Zeiten näherte, vergaß sie gewöhnlich, all
die Aufschichtungen der Jahrhunderte in Betracht zu ziehen, die nicht
unbedeutend sind.
Wenn ihr
somit in der Luft mit einem Stab einen Kreis zieht, wird er bereits verändert
zu seinem Ausgangspunkt zurückkehren, voller neuer Ablagerungen. Der Philosoph,
der behauptet, dass der Planet sich mit jeder Umdrehung erneuert, hat recht.
Jedenfalls verändert er sich mit jeder Umdrehung.
So ist auch
ein Gesetz, das in seinem Kern unwandelbar bleibt, ständig von Spiralen der Evolution
umgeben. Diese Umhüllungen sind sehr bedeutsam, denn es wäre irrig, ein Gesetz
in seinem vollen Umfang anzunehmen, dessen Entstehung Jahrtausende zurückliegt.
Daher bestehen wir auf ständigem Lernen. Man darf sich nicht mit einem Gesetz
zufriedengeben, das den Planeten in der Eiszeit gelenkt hat.
Ähnlich
kann man ein Jahrtausende zurückliegendes geistiges Gleichwicht nicht mit dem der
heutigen Zeit vergleichen. Die Schichten um die Erde herum haben sich sogar
chemisch verändert. Nicht angewendete Energien wurden hervorgerufen, und so
erhielt das Chaos neue Zugänge.
247. Das
gegenwärtige Chaos gleicht einem Wettrennen zwischen dem Chaos und dem
Offenbarten. Das Herbeirufen neuer Energien erzeugt Ausbrüche der Elemente. Daher
darf man nicht zurückstehen, sondern muss alle Mittel für das Offenbarte
aufwenden. So müssen die weißen Rosse des Lichts die schwarzen Rosse überholen.
Man muss diese Mahnung wiederholen, sonst könnten einige sich von diesen rabenschwarzen
Rennpferden verleiten lassen.
248.
Jeder Tag bringt neue Entscheidungen. Es ist schlecht, nur an den heutigen Tag
zu denken, denn so kann man in der Vergangenheit verharren. Alle auf das Heute
aufgebauten Kämpfe werden morgen verloren sein. Das Banner zeigt den Weg des
Wirbelwindes!
249. Ohne
es zu bemerken, sprecht ihr selbst symbolisch und bedingt, deshalb wundert euch
nicht über die Notwendigkeit von Symbolen in der Kosmogonie. Die Sprache des Herzens ist der Atem des Höchsten. Belasten
wir ihn nicht mit überflüssigen Worten.
250. Der
Faden, der den physischen mit dem feinstofflichen Körper beim Austreten des
letzteren verbindet, ist genügend bekannt. Genauso muss auch der Silberne Faden
gefühlt werden, der einen mit der Hierarchie verbindet. Man darf ihn sich nicht
als etwas Abstraktes vorstellen, er besteht wie ein Wirbelsturm, in dem Himmel
und Erde verschmelzen. Das ganze Gebilde des Silbernen Fadens ähnelt wegen
seiner Spiralform einem Wirbelsturm.
Wenn die
Herzenergie in Liebe und Hingabe anschwillt, wird die leuchtende Spirale in den
Raum hinausfliegen und nach dem Gesetz der Anziehung natürlich den Strahl des
Lehrers treffen.
Rotglühend
unter den Wirbeln des Raumes – so muss man sich angewöhnen, dieses lichtstrahlende
Band zu sehen und zu spüren. Viele haben noch nie einen Wirbelsturm gesehen,
daher wird das Gesagte für sie ein leerer Schall sein. Doch mögen sie, von den
gröbsten, offensichtlichen Erscheinungen ausgehend, nachzudenken beginnen und
sich die Unbegrenztheit vorstellen, in der alles möglich ist und kein
verstandesmäßiges Denken das gesamte Dasein erschöpfen kann.
251.
Manche leugnen alles Unsichtbare. Und nicht nur Wilde, sondern auch viele
gebildete Menschen wollen über die Sterne noch nicht einmal nachdenken. Die
Lehren deuten auf unzählige himmlische Wohnstätten hin, doch die Menschen
wollen anscheinend ihren Pfad nicht beschleunigen. Es ist genauso wie im
Theater, wo die Zuschauer schluchzen, einen Augenblick später jedoch bereit
sind, zu wüten und andere zu erdrücken.
252. Die
Sehnsucht des Herzens nach den fernen Welten ist eine besondere Art von Wehmut.
Vielgeprüfte Herzen finden in einer irdisch festgelegten Aura keinen Platz. Und
ihre Erfahrung bestätigt, wie sehr die Lehre zu einer Erweiterung des Verständnisses
aufruft.
Doch
nichts wird die Erinnerung an die fernen Welten in jenen tilgen, die sich ihnen
im feurigen Körper genähert haben. Wie die Zahl der Sterne unermesslich ist, so
kann die Erinnerung an die fernen Welten nicht in Worte gefasst werden.
Ebenso
wird das Herz den Silbernen Faden nicht vergessen, der wie eine Leiter zur
Unbegrenztheit ist. Der irdische Körper kann viele feurige Offenbarungen nicht aushalten.
Doch der gleiche Faden des Herzens bewahrt das Bewusstsein der fernen Welten.
253. Achtet
auf viele Ereignisse. Man darf nicht denken, sie seien zufällig, sie verbreiten
sich vielmehr offensichtlich aufgrund irgendeines Gesetzes in der ganzen Welt.
Es ist, als ob unsichtbare Hände viele Saiten berührten. Dabei kann man
bemerken, dass scheinbar verstummte Saiten erneut und noch mächtiger erklingen.
Doch jene
haben recht, die Harmagedon als ein Feld mit Zeichen der höchsten Energie verstehen.
Dieses Feld kann nicht zufällig sein, sondern es ist wie ein Magnet, der gegensätzliche
Energien anzieht. Als Gegengewicht zu diesem Feld ist vom Schicksal das Feld
der Stadt des Lichts bestimmt. Wie das Feld Harmagedons durch Waffengeklirr, so
wird die Stadt des Lichts durch Glockenklang verkündet. Entsprechend dieser Gegensätzlichkeit
kann man die Ausmaße des vom Schicksal Bestimmten beurteilen. So kann man dem
Lärm der Schlacht im Namen des Rufs der Glocken lauschen.
254. Ein
Turm ruht auf einem festen Fundament, errichtet auf Fels. Der Turm des Mutes ruht
auf einem festen Bewusstsein, errichtet auf dem Felsen des Herzens. Doch womit
soll das Herz sich prüfen? Nur durch die Hierarchie.
Möge das
Herz sich daran gewöhnen, mit dem Lehrer Zwiesprache zu halten. Möge das Herz
wie die alten Starzen[54] nur den
Verkehr mit dem Herrscher kennen, damit nichts Nichtiges in das Herzensgespräch
mit dem Höchsten eindringt.
Man muss
dieses Zwiegespräch mit dem Lehrer wie einen Schatz hüten. Wer die heilige
Bedeutung dieses Verkehrs versteht, wird sich nicht mehr der Finsternis hingeben.
Doch wie sehr muss man das Herz schützen, damit der Silberne Faden nicht zerrissen
wird! Nichts kann es wieder zusammenschweißen.
Man kann jede
Art von Mitleid erweisen, doch der Faden wird aus einer Vielzahl von
Eigenschaften geschmiedet. Wie alte Bilder aus vielen Metallen gegossen wurden,
so festigt sich der Faden durch viele Eigenschaften.
Doch das
süßeste Herzensgespräch mit dem Lehrer ist eine Esse, in der ein mächtiges
Feuer erstrahlt.
255. Ihr
wisst, dass lebendiges Feuer das beste Desinfektionsmittel ist, doch die Natur
des Feuers ist in allen Erscheinungen dieselbe. Eine hohe Offenbarung des
Feuers ist das Feuer des Herzens, das heißt, dass dieses Feuer der beste
Reiniger und Beschützer ist. Deshalb ist es besser, anstelle von verschiedenen
zweifelhaften und oft giftigen antiseptischen Präparaten nicht allein über das
Herdfeuer zu verfügen, sondern auch die Feuer des Herzens zu entfachen. Man
kann sich selbst davon überzeugen, wie sehr die Feuer des Herzens schwere
Krankheiten bekämpfen. So werden unsere heutigen Ärzte früher oder später allen
Zustanden des Feuers Beachtung schenken müssen. Die Ärzte werden nicht zu dem
Allheilmittel gelangen, indem sie lange bekannte Wahrheiten ankläffen.
Ihr denkt
ganz richtig über die Vedischen Götter, so gleicht der Mikrokosmos dem
Makrokosmos.[55] Ich bestätige, dass das
Feuer des Herzens die dichteste Finsternis reinigt. Neben der Fähigkeit zur Reinigung
ist das Feuer des Herzens auch erfüllt von den Eigenschaften eines Magneten,
und so erweist es sich als natürliche Verbindung zum Makrokosmos.
256. Man
sollte den feurigen Pfad als den Pfad zum Höchsten verstehen. Weder Worte noch
Furcht noch Gewohnheit, sondern der Verkehr mittels des Herzens ist die unabänderlichste
und urälteste Erscheinung. So wird die Regenbogenbrücke uns näher an dieses
Ufer heranbringen. Wie viel Widersprüchliches gibt es über dieses Ufer, doch es
existiert und man muss den Weg zu ihm finden. Nicht vertrocknetes Herbstlaub,
sondern das flammende Herz wird alle Brücken überschreiten. Wer nicht an die
Geburt des Feuers des Herzens denkt, kennt den Pfad nach oben nicht, er will
ihn nicht lichtstrahlend erschauen.
257. Möge der Zweifel verstummen, der das Feuer des Herzens schon
öfter ausgelöscht hat. Man muss sich von dem Wurm befreien, um dem Drachen
zu entgehen. Besonders heutzutage ist Zweifel verderblich, denn man kann nur
ein einziges Schwert haben. In der Schlacht hat niemand zwei Schwerter, niemand
wirft zwei Speere und niemand schießt zwei Pfeile ab. Nur durch einen einzigen Schlag
und den Mut zu einem einzigen Streben kann man das Ziel erreichen. Das ist
schwierig, doch Erfolg liegt nahe beim Feuer des Herzens.
258.
Träume können Vergangenes und Gegenwärtiges widerspiegeln. Träume können das
schon gebildete Klischee der Zukunft widerspiegeln. Doch neben diesen irdischen
Widerspiegelungen können auch Widerspiegelungen der Feinstofflichen und der
Feurigen Welt auftreten. Natürlich sind die Menschen oft nicht in der Lage,
sich gerade diese beiden letzteren einzuprägen, weil sie flüchtig sind und
wegen ihrer andersartigen Natur in irdische Maßstäbe kaum hineinpassen. Nur ein
flammendes Herz kann diese Funken ferner Welten im Bewusstsein festhalten.
Das
gleiche geht auch bei Visionen vor sich. Man kann Sterne in anderen
Sternbildern sehen als denen, die mit dem Teleskop sichtbar sind. Dafür muss
der feurige Körper bereits ausreichend ausgebildet sein. Gewiss, er ist immer
vorhanden, doch er kann sich in einem chaotischen und unbewussten Zustand
befinden. Der Pfad des Strebens aber führt durch alle Körper hindurch, und dann
leuchtet die Triade[56] auf.
259. Man
darf nicht meinen, dass hohe Errungenschaften einen vor den Ungeheuern der
Finsternis in Sicherheit bringen. Im Gegenteil, das Licht wird neue Ungeheuer aufzeigen,
und ihre Bosheit ist übermäßig. Wir werden darüber nicht betrübt sein, denn
Ungeheuer sind des Thrones Füße. Nicht ohne Grund werden heilige Gegenstände auf
Sockeln mit Tieren dargestellt. Aber diese Überlegung enthebt einen nicht der
Wachsamkeit.
260. Wenn
der sogenannte Zustand des Nirwana* keine Ruhe ist, sondern die höchste
Energieanspannung, könnte man fragen: Gibt es überhaupt Ruhe? In der Tat, wie
kann man sich Ruhe vorstellen, wenn alles in Bewegung ist und durch Bewegung existiert?
Der Begriff Ruhe wurde von jenen erfunden, die sich vor dem Dasein verbergen
wollten. Sie zogen Unbeweglichkeit vor und vergaßen, dass es keinen Augenblick
ohne Bewegung geben kann.
Gleichgewicht
ist der erforderliche Begriff. Man sollte nicht an Ruhe denken, sondern daran,
wie man inmitten der Wirbelwinde das Gleichgewicht bewahren kann.
Der Silberne
Faden wird durch die Kraft des Strebens gespannt, daher muss man auch wissen,
was Gleichgewicht ist, um durch Schwanken nicht den Faden zur Hierarchie zu
belasten. Wenn der Faden angespannt ist, wird er nicht zerreißen. Denn sogar
ein Strohhalm ist fest, solange er nicht geknickt wird. Der Silberne Faden
beruht auf demselben Gesetz der Verkettung, doch solange sich jemand nicht ungeordneter
Schwankungen enthält, kann er die Verbindung gewöhnlich nicht aufrechterhalten.
So lasst
uns nicht über das Fehlen von Ruhe klagen, denn sie existiert überhaupt gar nicht!
261. Niemand,
der im Unrecht ist, wird nicht das Gleichgewicht halten können, daher muss der Schlag
des Schwertes gesetzmäßig sein. So lasst uns verstehen, dass das Zentrum sowohl
der physischen als auch der höchsten Gesetze im Herzen liegt. Dieses Zentrum
wurde Kreuzung genannt und durch ein gleicharmiges Kreuz dargestellt; sowohl
Dordje[57] als
auch die Swastika[58] wiesen auf die Rotation
des Feuers des Herzens hin. Rotation und Gleicharmigkeit sind Anzeichen des
Gleichgewichts. In der Kindheit versuchte so mancher, auf einem Ball zu stehen,
ohne zu wissen, dass dies das große Symbol des Gleichgewichts ist.
262. Nebensächliches
darf das Grundsätzliche nicht verdecken. Deshalb darf die Menschheit den Pfad zum
Aufstieg nicht beschmutzen. Man braucht nur ein wenig Staub einzulassen, und
die schallendste Posaune wird heiser. Diese winzige Prise Staub ist nämlich gefährlicher
als alle Schwerter und Messer. Dasselbe muss man über Schwankungen des Geistes sagen,
sie rühren nicht von großen Dingen her, sondern von demselben Staubkörnchen.
So hat jemand,
der im Großen erfolgreich ist, auch das Kleine im Auge. So fühlt das Herz, das
für Großes bestimmt ist, sogar das Kleinste. Es ist falsch zu denken, das Große
wäre blind für das Kleine. Im Gegenteil ist das Kleinste für ein großes Auge sichtbar,
und ein flammendes Herz spürt das unhörbare Geräusch.
Wenn wir
die Feinfühligkeit eines großen Herzens verstehen, kennen wir auch den Sinn des
Weltenaufbaus. Lasst uns weder benebelt aufsteigen noch in Stolz absinken.
Stolz ist ein Stein an den Füßen, und Benebelung ist wie wächserne Flügel. Doch
die Würde des Geistes ist das Feuer des Herzens und die Flügel zur Sonne.
263.
Vergessen wir den Angriff nicht, selbst wenn wir die übliche Taktik der
Herrscher bemerken. Vergessen wir die nötige Eile nicht, selbst wenn wir das
Brüllen des Lehrers hören. Wer kann sagen, wem das Brüllen des Löwen von
jenseits des Berges gilt? O Jäger, lass deinen Pfeil nicht sinken, meine nicht,
der Tiger sei bereits entflohen, vielmehr gib dem Leoparden den Todesstoß, denn
so wirst du alle verborgenen Bestien schrecken. Das Schwert richtet sich nicht
gegen Freunde, sondern gegen Feinde. So lasst uns nicht kleinmütig sein.
264.
Jenseits aller menschlichen Grenzen blitzen die Funken des Raumes auf. Ebenso fliegen
oberhalb irdischer Satzungen ferne Rufe heran. Erwacht ihr nicht zuweilen mit
ungewöhnlichen Worten in eurem Bewusstsein, hört ihr nicht unirdische Namen? Es
gibt nicht wenige Begegnungen in der Feinstofflichen Welt. Es gibt nicht wenige
Leitungen zu den feurigen Bereichen. Und oft rufen uns jene, mit denen es uns
bestimmt ist, in Zukunft früher oder später zusammenzutreffen.
Die
irdische Welt ist nicht verarmt, wenn wir sie nicht selbst begrenzen. Die Alten
lehren uns nicht wenig über die Möglichkeiten der Verklärung und über die
Verbindung mit dem Höheren Bewusstsein. Es ist unverzeihlich, in einem
tierischen Zustand zu verharren. Denn wenngleich Tiere die Feinstoffliche Welt spüren,
sind sie sich ihrer nicht bewusst. Die Menschen aber müssen sich ihrer
Verbindung mit den fernen Welten bewusst werden; darin liegt ihre Auszeichnung
und Macht. Wenn die Menschen jedoch ihr Bewusstsein versperren, schaden sie
nicht nur sich selbst, sondern auch dem Allgemeinen Dasein.
265. Das
höchste Gesetz des Herzens folgt jedoch der Verwirklichung der Meilensteine der
Zukunft. Das Gehirn ist die Vergangenheit, das Herz ist die Zukunft. Daher gibt
es mehr Feuer um das Herz herum. Man darf nicht vergessen, dass neben den
gewöhnlichen Feuern jede Epoche ihre eigenen Fackeln entzündet, und die Ära des
Feuers ermöglicht natürlich eine besonders feurige Konstellation. Kondensiertes
Rotgold und Goldpurpur stehen den Kräften des Feuers nahe.
266.
Bemerkt ihr nicht die vielen Besessenen um euch herum? Man sollte der
unerhörten Besessenheit Beachtung schenken. So kann man sie bekämpfen. Vor
allem muss man verstehen, mit wem man es zu tun hat, denn erkennen heißt
besiegen.
267. Ihr
kennt Sphärenmusik, räumliche Glocken und klingende Saiten. Man wird fragen: Warum
kennt die Mehrzahl der Menschen diese Erscheinungen nicht? Aber warum begnügen
die meisten Menschen sich mit falschem Gesang und wollen die Schattierungen des
Tones überhaupt nicht verstehen? Dabei durchbohrt sogar das Rascheln des
Papierzerreißens den Raum, doch die Mehrheit der Menschen bemerkt dies noch nicht
einmal.
Ebenso
ist es mit Duft. Die Aromen der Feinstofflichen dringen gar nicht selten in die
physische Welt ein, doch die Menschen wollen sie überhaupt gar nicht
wahrnehmen. Selbst den Rauch eines Brandes bemerken die Menschen gewöhnlich erst,
wenn er bereits ihre Kehle zerreißt.
Nicht nur
Unempfindlichkeit, sondern ebenso Schwerfälligkeit macht die Menschen blind und
taub. Sie besitzen die Wurzel der Vorstellung nicht und entstellen so den
ganzen Sinn des Daseins. So ist für diese Toren der Magnet des Herzens einfach
Unsinn.
268.
Uriel[59] ist
der Herrscher der machtvollen Tat. Je nach Art der nötigen Hilfe kann man sich
an verschiedene Führer wenden. Wenn Michael[60] sich
mit Uriel vereint, bedeutet dies, dass ein mächtiger Angriff nötig ist. Streng zügelte
Uriel die Elemente auf der Venus. So muss man die Macht stählen, indem man den
Schlag der Elemente annimmt. Man muss diese mächtigen Kräfte als Wirklichkeit verstehen.
269. Doch
anstatt der Feinstofflichen Welt lasst uns scharfsichtig die groben
Erscheinungen verfolgen. Denken wir nicht, wir wären gegen alle Versuche
abgesichert. Selbst Wir sind ständig Objekte von Angriffen. Der Unterschied
liegt allein darin, dass jeder auf einen Gegner stößt, der seinen Kräften
entspricht. Die Finsteren nutzen allerdings jede Gelegenheit zum Angriff und
schlagen zu mit dem, was sie sich ausgedacht haben.
270.
Bewahrt Mut, er allein ermöglicht Bewegung. Ihr habt von Verrat gehört, der gegen
das Beste und Würdigste begangen wurde. Die gegenwärtige Zeit wird um diese
Zeichen nicht herumkommen, die jede Lehre begleiteten. Es gibt nichts von großer
Bedeutung, das nicht Verrat, dieses größte Verbrechen, als Gegengewicht hat.
Man kann keine einzige Lehre nennen, bei der nicht Verrat aufgekommen wäre.
Teraphime*
sind entweder künstlich oder lebendig. Für Weltereignisse werden lebendige
Teraphime gewählt, die Menschen nennen sie die Gesalbten, weil ihre Verbindung
mit der Hierarchie ihnen physische Stigmata[61] verleiht.
Der Teraphim mag gar nichts öffentlich verkünden, trotzdem spüren die Finsteren
den Segen der Salbung und begehen Verrat, um das Anwachsen des Heils zu unterbinden.
Vor Verrätern muss man sich mutig schützen und Energie aus dem Herzen schöpfen.
Wegen des
Wachstums des Heils braucht man sich nicht zu beunruhigen: Wo es einen Samen
des Lichts gibt, gibt es auch Blumen und Früchte. Doch man muss den Faden des
Herzens als den einzigen Anker festhalten!
271. Die
Schöpfung der Finsteren ist äußerst einförmig. Ohne Grund vermutet man, sie seien
geschickt; richtiger ist es, sie als schlaue Lügner zu verstehen.
272. Der
Fall Ch. ist ungewöhnlich. Gewiss, das Karma ist beglichen, es verbleibt aber die
sogenannte karmische Hülle, und ein solcher Umstand wird von Dämonen sehr
geschätzt. Nichts steigert die Wut derart, wie das Trugbild des Karma. Es scheint
immer, als ob der, der beglichen hat, noch etwas schuldete, und das facht die
Wut an.
Wir haben
viele unterschiedliche karmische Bindungen. Man kann beobachten, wie im Laufe
der Zeiten eine Persönlichkeit sich erhebt und eine andere fällt; was geschieht
denn mit dem Verbindungsfaden bei einer solchen Divergenz? Die Dämonen nutzen
die karmische Hülle, um noch stärker anzugreifen.
273. Die karmische
Hülle erinnert an eine andere Hülle. Die Hülle des feinstofflichen Körpers
bringt ebenfalls viel Unordnung ins Dasein. Gewiss, beide Hüllen sollten
überhaupt nicht existieren. Nur menschliche Unvollkommenheit lässt diese grenzüberschreitenden
Gebilde zu.
Gewiss,
der physische Körper verwandelt sich in den feinstofflichen Körper[62], wenn
der Geist sich aber nicht frühzeitig von irdischen Anziehungen und sinnlichen Gelüsten
befreit hat, kann der feinstoffliche Körper sich nicht in reinem Zustand
trennen. Er nimmt eine eigentümliche Ablagerung irdischer Leidenschaften mit
sich. Selbst wenn der feinstoffliche Körper sich von diesen Überresten befreit,
bleibt diese Hülle für lange Zeit bestehen und schwankt hin und her wie eine
Vogelscheuche, oft wie eine sehr negative.
Mit
diesen Ablagerungen beschenkt menschliche Unwissenheit die herrliche
Feinstofflichen Welt aus. Wenn die Menschen an die Verbindung der Welten und an
die vom Schicksal bestimmte Evolution dächten, würden sich nicht entschließen,
sich mit solchem schädlichen Kehricht zu umgeben.
274. Die Hüllen
der Feinstofflichen Welt sind wegen der irdischen Anziehung dem grobstofflichen
Dasein besonders nahe. Die Hüllen treiben sich nämlich in Form von Gespenstern auf
der ganzen Welt herum, und verschiedene böse Geister bemächtigen sich gern
solcher unentgeltlicher Wohnungen.
Groß ist jedoch
die Verantwortung jener, die mit irdischen Leidenschaften behaftet in die
Feinstoffliche Welt hinübergehen. Es ist schrecklich, den Wunderschönen Raum zu
beschmutzen, der zum Licht führt und von höchstem Wissen erklingen kann. Wie
abscheulich ist die Hülle nichtiger sinnlicher Gelüste, von denen man sich so
leicht befreien kann: Man muss nur an die Hierarchie des Lichts denken.
Das Herz,
das Herz, das Herz erinnert immer an das Licht!
275. Ein
Lehrer bedarf eines besonders klaren Bewusstseins der Schüler. Doch Umnachtung,
die das Bewusstsein bedeckt, erlaubt es nicht, mit der ganzen Macht zu streben,
die im Inneren bewahrt wird. Unter den Ursachen des Erfolgs oder Misserfolgs der
Werke nimmt der Zustand des Bewusstseins keinen geringen Platz ein. Selbst die
geringste Hemmung oder Unklarheit des Strebens ändert die Wirkung.
Zum
Beispiel: Jemand sucht euch auf, der helfen möchte, und erwartet von eurer
Seite nur einen Anstoß dazu. Doch ihr mögt mit einem ganz nebensächlichen
Gespräch beschäftigt sein, und der Wunsch, zu helfen, verflüchtigt sich bei
einer Tasse Tee. Dabei erfordert die Sitte des Landes, die Zeit mit den
unbedeutendsten Mitteilungen auszufüllen, und unter diesem Müll gehen die
wertvollsten Saatkörner verloren.
Würde die
Menschheit doch wenigstens die Zeit schätzen, dann könnte man auf viel Notwendiges
stoßen. Natürlich kann dies durch das Herz gelenkt werden, um die höchsten
Maßstäbe zu vereinen.
276.
Müdigkeit rührt natürlich weder vom Frühling noch vom Herbst her, vielmehr
drückt die Kondensierung von Strömen auf die Zentren. Es kann nicht anders
sein, wenn Legionen von Besessenen und Rasenden vorwärtsstürzen. So sollte man
sich nicht wundern, wenn Besessene auf fernen Kontinenten dieselben Formeln
auszusprechen beginnen. Dies ist ein weiterer Beweis der Unsichtbaren Weltherrschaft
aus einer Gemeinsamen Quelle. Denn sowohl Licht als auch Finsternis sind
monarchisch.
Umgekehrt
ist es äußerst lehrreich, den Weltgedanken auf beiden Seiten zu verfolgen; man kann
eine wahrhafte Teilung sehen, da jede Seite ihre eigenen Anstrengungen
unternimmt und ihre eigenen entscheidenden Maßnahmen trifft. So kann man sogar
von der irdischen Ebene aus die Teilung der Kräfte verfolgen und die Bewegungen
der Heere verstehen.
Die
Menschen haben für das Herz eine Menge Begrenzungen ersonnen. Die Werke des
Herzens werden eng und nicht immer rein verstanden. Wir müssen die ganze Welt in
die Sphäre des Herzens einführen, denn das Herz ist der Mikrokosmos alles
Bestehenden. Wer von dem großen Begriff Herz nicht begeistert wird, schmälert
seine eigene Bedeutung.
Wir
gebieten, nicht gereizt zu sein, allerdings bewahrt nur Herzensgröße vor dem
Gift der Gereiztheit. Wir sprechen von Erfassen, doch gibt es einen Ozean des
Erfassens außerhalb des Herzens? Wir rufen uns die
fernen Welten in den Sinn, aber nicht das Gehirn, sondern das Herz kann an die
Unbegrenztheit denken. So wollen wir das Organ, das uns als Gefäß der Seligkeit
verliehen wurde, nicht schmälern.
278.
Jedes Gefühl erzeugt Energie. Ein beiderseitiges Gefühl verzehnfacht die
Energie. Ein kollektives Gefühl schafft eine mächtige Energie, doch dafür muss das
individuelle Gefühl angespannt und das kollektive Gefühl, das die einzelnen
teilen, in Einklang gebracht werden. Darin liegt die ganze Ursache der
schwachen Wirkung der heutigen Gefühle; kaum eine einzige Voraussetzung für ein
angespanntes Gefühl wird heute eingehalten. Doch welch eine große Wirklichkeit
würde sich bei der Erhebung einer Vielzahl übereinstimmender Gefühle auswirken!
Die Alten
nannten Gefühl eine Schmiede der Macht. Wahrhaftig, wie erhaben ist das Gefühl beiderseitiger
Liebe! Nicht geringer ist die Macht beiderseitiger Dankbarkeit. Unüberwindlich
ist das Gefühl selbstlosen Heldentums; so kann man herrliche Türme und Festungen
erbauen. Doch woher kommt die Übereinstimmung? Weder vom Verstand noch von den Gehirnwindungen,
sondern vom Herzen, vom Licht.
Nur das
Gefühl der Gehässigkeit überlassen wir den Finsteren. Inmitten rauchiger, roter
Funken wird es keine Übereinstimmung geben.
279. Allerdings
nehmen nur wenige Gefühl als eine Kraft an. Für sie ist Gefühl ein
Mottenflügel. Mit einem solchem Verständnis stürzt der ganze Aufbau zusammen.
Trost
liegt nicht darin, dass jemand für unsere Existenz bürgt, sondern darin, dass
unsere mächtigste Sendung das leuchtende Ziel erreichen wird.
280. Teuflische
Wut kann auch von Nutzen sein. Der eine nutzt die Kraft der Luft, der andere
die des Feuers und wieder ein anderer die des Wassers. Die Fähigkeit, die
rasendsten Rosse zu lenken, kann uns dem Ziel nur näherbringen. So lasst uns
stark sein beim Beherrschen der Elemente. Der Wille des Herzens beherrscht die
Elemente, nicht der Verstand. Im Gegenteil, der Verstand wird uns immer einreden,
der Kampf mit den Elementen sei Wahnsinn.
281. So erzeugt
Gefühl Energie. Energie kann sogenanntes Eigentum schaffen. Wie soll man mit diesem
Eigentum umgehen?
Wir
wissen um den Verzicht, doch wenn etwas bereits existiert, wie könnte man es
als nichtbestehend bezeichnen? Wäre dies außerdem nicht zerstörerisch?
So lasst
uns wieder den Lehrer anrufen und Ihm gedanklich die beengende Last übergeben.
Er kann unser gedankliches Geschenk noch höher übergeben. So lösen wir das
Problem des Eigentums. So schwindet selbst diese Benennung, und wir bleiben die
Hüter des Vermögens der Hierarchie.
Wir
können doch die Bücher des Lehrers lesen; der Lehrer gibt uns die Erlaubnis, in
Seinem Hause zu wohnen, sich an Seinen Sachen zu weiden und uns von den
Früchten Seines Gartens zu nähren. So wird der Name des Lehrers ständig mit uns
sein, und wir werden lächeln, wenn wir die Gegenstände abstauben, die uns vom
Vertrauen des Lehrers anvertraut wurden.
Die
Menschen wissen nicht, wie sie sich zum Eigentum verhalten sollen, weil sie den
Sinn der gedanklichen Verklärung der irdischen in die feinstoffliche Ebene nicht
verstehen wollen.
282. Wir
wollen keine einzige Offenbarung des Lebens mit Schweigen übergehen. Rufen wir
unser Herz als Richter an: Vertrauen wir unser Eigentum aufrichtig dem Lehrer
an? Man kann wunderschöne Worte aussprechen, doch im Herzen das Gegenteil wünschen.
So lasst
uns nicht die Alten bleiben, sondern mit dem Herzen die Sprache der
Feinstofflichen Welt verfeinern; die Menschen nennen das Gewissen.
283. Reines
Denken ist die beste Desinfektion. Man muss endlich Denken als eine chemische
Reaktion annehmen.
So sollte
man auch Harmagedon nicht nur als Krieg im allgemein angenommenen Sinn verstehen,
sondern auch entsprechend den Ereignissen des ganzen Lebens. Die erwähnte
Besessenheit ist sehr bemerkenswert für die Große Schlacht. Natürlich, sowohl
Selbstmorde als auch geistige und physische Erschütterungen erfüllen den erbebenden
Planeten. Man kann unter den Menschen sowohl besondere Arten von Gehirn- und
Nervenkrankheiten als auch alle möglichen Perversionen finden.
Man kann
staunen über das Schwanken des Geistes, man kann sich empören, auf welche Weise
die Besten auf Drohungen und Hass stoßen, so als ob die Feste selbst der
Zersetzung zustrebte! Gewiss, die Wahnsinnigen sehen all die leuchtenden
Krieger nicht und lassen es zu, dass die Finsteren sie in den Abgrund zerren.
So muss man sich mit ganzer Kraft an der Hierarchie stärken. Sogar auf einem
gewöhnlichen Schlachtfeld darf man den Verkehr nicht abreißen lassen. So muss
man das Große an den einfachsten Beispielen erkennen.
284. Eine
einfache Milchfrau erkennt im Butterschlagen das Geheimnis der Entstehung der
Welten. Sie weiß auch, dass man aus Wasser keine Butter erhalten kann. Sie sagt,
dass man Milch oder ein Ei schlagen kann; damit kennt sie bereits die Materie,
die psychische Energie enthält. Aber gerade dieser Umstand erscheint Wissenschaftlern
nicht überzeugend. Die Milchfrau weiß auch, wie nützlich die spiralförmige Rotation
ist, manchem jedoch erscheint diese Bedingung als ein Vorurteil.
Selbst
wenn dich das ärgert, denke über deine Umgebung nach und übertrage die physischen
Gesetze auf dein Dasein! Nur so wirst du Harmagedon durchstehen! Es wäre
natürlich ein Fehler, die Anwendung des Herzens als Gegengewicht gegen jedwede
Verwirrung zu vergessen.
285.
Gebietet eurem Herzen, dem Lehrer so nah wie möglich zu sein. Wenn es zur
Bestätigung des Lehrers der Worte bedarf, beginnt mit dem Lehrer so Zwiesprache
zu halten, als befände Er sich neben euch. Die Antwort des Lehrers darf man
nicht nur mit den üblichen Worten erwarten. Die Antwort kann aus zahlreichen
Zeichen bestehen, sowohl aus offensichtlichen als auch aus weit entfernten.
Man sollte
das ganze Ausmaß des Lebens in sich aufnehmen, um die Zeichen der großen Schöpfung
zu gewahren. Man muss anerkennen, wie weit das Schlachtfeld Harmagedon ist. Es
ist auch notwendig, an die Nähe der Kräfte der Höheren Welt zu denken;
unabhängig von den Lebensverhältnissen können sie sich hinter den Schultern eines
jeden bestrebten Geistes befinden.
Wahrhaftig,
es streifen uns leichte Berührungen der Feinstofflichen Welt, doch man muss sie
nicht nur in der Stille der Nacht, sondern auch bei Tageslicht spüren. Der
Fehler der Menschheit besteht darin, dass sie alle feinstofflichen Gefühle nur
in einem Zwielicht wahrnimmt. Jetzt gibt es den Pfad zum Licht!
286. Das
Spiegelbild der gegenwärtigen Stunde zeigt eine unerhörte Verwirrung. Es gibt
noch nicht einmal eine vorherrschende Farbe. Das Spiegelbild Harmagedons
besteht aus goldenen, blauen, schwarzen und roten fliegenden Pfeilen. Es gibt
keine Umrisse, sondern Garben von Explosionen und dunklen Wolken, die wie ein schweres
Tuch über einem Abgrund hängen. So ist seit alters her auf den Beginn der
Großen Schlacht hingewiesen worden.
287. Wenn
ihr bei jemandem eine übermäßige Konzentration auf körperlichen Yoga wahrnehmt,
erinnert ihn erneut an die Unerwünschtheit einer solchen Beschränkung. Sagt ihm
erneut: Ein Pferd, das viele Übungen kennt und durchführt, wird nicht für eine eilige
Botschaft verwendet. So lasst euch nicht auf die Beschränkungen des Körpers ein.
Jede
körperliche Aneignung führt auch zu einer neuen Beschränkung. Nur der Geist
kennt keine Grenzen, und die Lehre der Zukunft gründet auf den Errungenschaften
des Geistes.
Körperlicher
Yoga muss in feine Feuer verwandelt werden. Körperlicher Yoga kann zu keiner
Verbindung mit der Feinstofflichen Welt führen. In ihm nimmt das Herz keine
Sonderstellung ein, doch die feinstoffliche Verwandlung ruht nur auf dem Herzen.
Es bewahrt jene feurige Fähigkeit, welche die einzige Bedingung für die Verwandlung
darstellt.
288. Möge
niemand hoffen, durch den körperlichen Pfad voranzukommen. Karma ist nicht im
Körper, sondern im Geist.
Ihr habt
auch richtig bemerkt, dass Schläge auf die Aura vor allem auf die Augen wirken.
Die Membran der Augen bestätigt das Wesen der feinstofflichen Substanz.
289.
Flüge im feinstofflichen Körper offenbaren eine für die Erde neue Eigenschaft. Der
feinstoffliche Körper ist nämlich nicht an die Erde gebunden und fliegt umso
leichter empor. Der irdische Körper erhebt sich schwer und fällt leicht, beim
feinstofflichen Körper aber ist es gerade umgekehrt: für ihn ist es tatsächlich
schwieriger, herabzusteigen. Die niederen Sphären sind schwer zu durchdringen.
Ich
spreche natürlich von einem hohen Zustand des feinstofflichen Körpers, für
niedere Körper sind die niederen Sphären bestimmt angenehmer. Es ist lehrreich,
zu sehen, wie ein hoher feinstoffliche Körper bereits beginnt, die Eigenschaft
der Feurigen Welt zu offenbaren. So kann man vom irdischen Zustand ausgehend die
Keime aller Welten sehen. Man muss nur das Bewusstsein reinigen, im Einklang
mit der Hierarchie streben und scharfsichtig beachten, was vor sich geht.
290. Wer
das Brüllen und Stöhnen im Raum auch nur einmal vernahm, hat eine Vorstellung von
den niederen überirdischen Schichten. Es ist richtig und notwendig, über die
Grenzen dieser entsetzlichen Erscheinungen hinaus zu streben. Selbst wenn man
sie durchfliegt, ist es fast unerträglich, diesen zwischenweltlichen,
unnatürlichen Zustand zu berühren. So sollte man den Pfad der Feinstofflichen
Welt als bewusstes Streben zur Feurigen Welt ansehen.
291. Mit
Scharfblick kann man viele wissenschaftlich bedeutsame Erscheinungen
beobachten. Man kann bemerken, dass Schläge gegen die Aura nicht nur auf die Augen
wirken, sondern auch auf das Empfinden der Haut, besonders nahe der
Schulterstrahlen.
So kann
man auch Lichtausstrahlungen von ganz unerwarteten Materialien wahrnehmen, die
den üblichen Gesetzen nicht entsprechen: Von Holz, Leinen, Glas, Gummi und
vielen anderen Gegenständen.
Ihr wisst
natürlich, dass die sogenannte Elektrizität die gröbste Form der sichtbaren Energie
von Fohat* ist. Doch wenn der Akkumulator eines geläuterten Herzens feinstoffliches
Fohat durchleitet, geht Licht von besonderer Qualität von jeder beliebigen
Oberfläche aus. Fohat schichtet sich überall auf, man muss dies nur durch einen
ausreichend feinfühligen Apparat zeigen. Dieser Akkumulator kann nur das Herz
sein. Das kann natürlich nicht leicht sein, wenn es vom Tiger bis zum Fohat
eine Vielzahl von Energien aufnehmen muss.
292. Wer
immer Erscheinungen feinstofflicher Energien genau betrachtet, weiß, dass das
Herz mit ihnen untrennbar verbunden ist. Er weiß, wie schwierig es ist, sich
unter Tigern zu erheben und andere in die höheren Sphären zu führen. Aber das
ist die Arbeit jener, die mit der Neuen Welt beginnen. Denn sogar der Anfang
muss spürbar sein.
293.
Klarheit des Denkens und des Ausdrucks muss eine Eigenschaft eines Agni Yogi
sein. Es gibt wenige, die bestrebt sind, klar zu denken, und wenige, die sich
darüber Rechenschaft geben, wie viele feinstoffliche, schon bereite Abdrücke in
der offenbarten irdischen Welt nicht angewendet werden können. Wie viel
verborgener Misserfolg kann durch verworrenes Denken erklärt werden! Alles
strebt nach Klarheit.
Das Element
Feuer, das feinstofflichste Element, liefert erstaunliche Beispiele eines feurigen
Aufbaus. So wird auch der menschliche Gedanke nach dem Schema des Feuers aufgebaut.
294.
Herabsetzung ist sicherlich ein schlechter Berater. Aus Herabsetzung entsteht das
Nichtigste. Mögen jene, die herabsetzen, nicht als Märtyrer angesehen werden;
sie haben verfaulte Samen ausgestreut und kriechen am Boden in der Hoffnung, das
Aufgehend der Saat zu sehen.
Im
Gegenteil gilt: Indem sie bestätigen, bessern die Menschen sich und bauen so
Festungen. Ihr habt schon Beispiele für den Nutzen der Bestätigung. Werke
können nur durch Segnung wachsen. Denkt über Segnung nach.
295. Es
wird überliefert, dass Sendboten vom Weisen des Berges zu Dschingis Khan kamen.
In einer Schatulle lagen ein goldener Kelch und viele verschiedenfarbige
Stoffe. Die Inschrift lautete: „Trinke aus dem einen Kelch, doch kleide dich in
die Gewänder aller Völker!“ Damit wurden die Hierarchie und die Toleranz
offenbart, wie sie sich für einen Führer gebührt.
Dasselbe
möge bei der Verbreitung der Lehre des Lichts verwirklicht werden. Schenken wir
dem Rhythmus der gegebenen Lehren Aufmerksamkeit. Man kann sehen, wie
Erkenntnis mit Verwirklichung abwechselt; so ist die Zeit gekommen, wo das Angesammelte
die Belehrung mit den Grundlagen des Lebens ermöglicht. Schon bald wird man den
Wissenschaftlern kosmischen Wege an die Hand geben können, doch umso nötiger
ist es, Enthusiasmus für das Allgemeinwohl zu bekunden.
Gerade
heute ist es unumgänglich, übereinzukommen, wie man leben und sich auf den Weg
in die Zukunft begeben soll. Wenn die ganze Lage der Menschheit unerhörte
Gefahr durchmacht, ist es notwendig, das Gespinst außerhalb der erwarteten
Richtungen zu weben. Man kann in sich selbst die feurigen Kräfte finden, um das
wahre Allheilmittel des Daseins nicht herabzusetzen und ins Alltägliche herunterzuführen.
Man kann bemerken, wie für manche selbst die Unbegrenztheit aufhört,
furchterregend zu sein; wie die Hierarchie zum Faden des Aufstiegs wird; wie das
Herz zum Thron des Höchsten Lichtes wird und das Feuer des Raumes selbst erglänzt
wie das Höchste Reich.
296. Sehen
wir uns an, wie die Erkenntnis des Feuers nicht nur den Pfad zum Höchsten Reich
beschleunigt, sondern auch dem Planeten ein gewisses, so notwendiges
Gleichgewicht zurückgeben kann. Der Weg (…) der kosmischen Strahlen ist der
richtige, aber ohne das Herz, ohne psychische Energie wird die Entdeckung nur
eine ungefähre sein.
Richtet
eure Aufmerksamkeit auf das weite Netz der Verbreitung der Lehre. Mögen die
Menschen, wie üblich, die Quelle verheimlichen, das ist nicht wichtig. Von
Nutzen ist, dass die Lehre sich auf unerwarteten Wegen in verschiedenen Teilen
der Welt verbreitet. Wir können auf dieses Anwachsen schon hinweisen, und eine solche
Bestätigung ist die beste Krönung für die heutige Zeit. Wundern wir uns nicht,
wenn die Wurzeln außerhalb des Sichtbaren wachsen, wird diese Eigenschaft doch
die wahre Gewähr für die Lebensfähigkeit sein. Kann man die Wege der Lehre
verfolgen? Der Magnet wirkt nach seinen eigenen Gesetzen. Aber vom Berge aus
kann Ich die Anfüllung des Raumes sehen, und damit kann Ich euch grüßen.
297. Der
Lehrer freut sich, wenn die Empfindungen des feinstofflichen Körpers in der
irdischen Hülle unverkennbar werden. Mit Recht fühlt man bei einer Verfeinerung
des Bewusstseins, wie unser Wesen in der grobstofflichen Hülle eingeschlossen ist.
Gewiss, das Auftreten von Schmerz ist unvermeidlich, wenn der feinstoffliche
Körper sich mit dem System von Nerven auf der Körperoberfläche verbindet.
Außerdem
muss der feinstoffliche Körper bei der Rückkehr seinen Wohnsitz erobern. Ihr
wisst bereits, dass der feinstoffliche Körper etwas größer ist als der
irdische, und deshalb ist jede Rückkehr mit Unbequemlichkeit verbunden. Das
Gefühl der ständigen Trennbarkeit des feinstofflichen Körpers vom irdischen ist
unvermeidlich, wenn die Feinstoffliche Welt zur natürlichen Fortsetzung der
irdischen wird.
Für Ärzte
kann sich die ernste Aufgabe stellen, die Schmerzen zu unterscheiden, die nicht
durch Krankheit, sondern durch die Bewegung des feinstofflichen Körpers in der
grobstofflichen Hülle entstehen. So kann man den Empfindungen des
feinstofflichen Körpers auch auf medizinischem Weg näherkommen. So kann man
zwei Aufgaben verbinden, eine geistige und eine physische.
298.
Nichts kann das Verstehen der Unsichtbaren Welt so vermitteln, wie gerade ihre
Empfindung. Nichts kann dem Herzen helfen, wenn es sich nicht selbst dem Gefühl
und der Empfindung hingeben will. Ein behutsames Verhalten den Erscheinungen
des Lebens gegenüber zeugt von Bereitschaft für die experimentelle Methode der
Forschung. Man sollte diese Behauptung nicht als etwas Abstraktes ansehen,
sondern verstehen, wie nah die Lehre allen Erscheinungen des Lebens ist, da sie
durch Erfahrung bestätigt ist.
So ist es
auch notwendig, sämtliche Rhythmen aufeinanderfolgender Ereignisse zu
verstehen. Ein Zug fährt durch Felder, wenn er aber in einen Tunnel einläuft,
wird nur ein Kind über sein Verschwinden aufschreien. So lasst uns bei dem
verschiedenartigen Gang der Ereignisse Ruhe bewahren.
299. Die
niederen Sphären sind derart verschmutzt, dass es, ohne zu übertreiben, zu
einer Oxydierung des Meteorstaubes kommt. Denn die chemischen Einwirkungen der
psychischen Energie wirken sich vor allem auf Metalle aus. Diese einfache
Beobachtung kann man an Gegenständen aus Metall machen, die von Menschen von
verschiedener psychischer Natur getragen werden.
Die Verschmutzung
der unserem Planeten nächstliegenden Sphären ist natürlich äußerst verderblich.
Niedere feinstoffliche Körper treiben sich hier herum wie Gauner auf einem
Basar und erschweren die erfolgreiche Bildung der Spirale des Aufbaus. Man muss
ein besonderes Streben besitzen, um hinter die Grenzen dieser schrecklichen
Anhäufungen durchzudringen.
Wir sollten
nur nicht meinen, das ganze Denken bleibe ohne Folgen; sogar der größte Kelch
kann überfüllt werden! Umso mehr, als die Schwerkraft bei der Rotation viele
leichtgewichtige Teilchen festhält. Wenn Wir daher von der Notwendigkeit
sprechen, die psychische Energie durch Verfeinerung des Denkens zu läutern,
haben Wir die Reinigung der niederen Sphären im Sinn. Um es in der Sprache der
Kirche zu sagen: Es ist notwendig, die höllischen Horden zu besiegen.
300.
Heute ist ein guter Tag, um gut nachzudenken. Wenn dem Gedanken schöpferische
Energie innewohnt, wie nützlich ist es dann, einen guten Gedanken in den Raum
zu senden. Wenn die Menschheit sich verabreden würde, zur gleichen Zeit einen
guten Gedanken auszusenden, würde sich auch die verseuchte Atmosphäre der
niederen Sphären sofort klären.
So muss
man sich darum bemühen, jeden Tag einen Gedanken nicht an sich, sondern an die
Welt auszusenden, selbst wenn es nur einige Male ist. So wird das Denken sich an
uneigennützige Bestrebungen gewöhnen. Wie der Erlöser der Menschheit nur an die
ganze Welt denkt, so können wir, Ihm folgend, unsere Gedanken zur Schaffung
schöpferischer Energie aufwenden.
Man
sollte Gedankenübertragung nicht als einen übernatürlichen Akt zu betrachten. Möge
sie Nahrung für den Geist bieten wie Brennstoff für das nächtliche Lagerfeuer!
So muss man einfach dem höchsten Beispiel nachfolgen. Das Herz wird wie ein
zuverlässiges Uhrwerk sein, wenn es zum Gedanken an alle aufruft. Es bedarf
keiner ermüdenden Meditationen; der Gedanke an die Welt ist kurz, und in ihm spiegelt
sich so schlicht die Selbstverleugnung wider. Möge es der Welt gut ergehen!
301.
Sprecht zu den Freunden von dem Gedanken an die Welt, von dem Gedanken an alle
Welten! Möge nicht der schädliche Gedanke eines Scheinheiligen sich ihnen nähern:
„Was bedeutet mein Gedanke für die Welt?“ Wer so denkt, hat sich nicht von sich
selbst losgesagt. Gewiss, jeder Krieger sendet nur einen Pfeil aus, wenn aber jeder
seinen Pfeil aufspart, bleibt das ganze Heer ohne Verteidigung. Wozu dann das
Kreuz der Welt?
Wer
könnte die Wachsamkeit vor dem Tiger vergessen? Möge der Gedanke an die Welt
nicht das Erinnern an den Tiger und an Harmagedon verdrängen.
302. Es
ist lehrreich, ein Buch über den Schaden zu schreiben, den böse Gedanken uns
selbst und anderen zufügen. Diese Gedanken sind eine Quelle vieler Krankheiten.
Früher hat man nur psychische Krankheiten mit bösen Gedanken in Verbindung gebracht,
doch es ist Zeit, die vielen höchst verschiedenartigen physischen Krankheiten
zu erkennen, die durch Gedanken entstehen. Nicht nur Herzkrankheiten, sondern
auch die meisten Magen- und Hautkrankheiten sind die Folgen zerstörerischer
Gedanken. So können auch ansteckende Krankheiten nicht nur durch Anfälligkeit,
sondern auch durch das Denken übertragen werden.
Dies ist
nicht nur Autosuggestion, sondern es gibt Fälle, wo Ansteckung von einer Person
auf viele übertragen wurde. Man kann sehen, dass physische Auswirkungen ganz
ähnlich wie geistige Erscheinungen vor sich gehen. Dabei wurde beobachtet, dass
manche Organismen unwillkürlich eine bestimmte Ansteckung übertragen, ohne ihr
selbst zu unterliegen. Bereits in alten Zeiten kannte man solche
Ansteckungsträger, später aber geriet die wissenschaftliche Kenntnis in
Vergessenheit und alles wurde dem sogenannten bösen Blick zugeschrieben.
303. Das
heißt, dass man sogar bei rein physischen Krankheiten die Ursache in der
Qualität des Denkens suchen muss. Lenkt daher die Gedanken der Umgebenden
allmählich zum Guten hin.
Ihr habt
bereits ein Beispiel dafür, wie viel Schmerz durch Verwünschungen und Fluchen
sogar auf weite Entfernungen verursacht wird. Um aufmerksam zu sein, muss man
das Herz der bestehenden Wirklichkeit zuwenden. Besonders können jene
Besessenen wirken, welche die Aura, wenn auch nur wenig, berühren.
So ist es
dringend notwendig, die Aufmerksamkeit auf den allerersten Eindruck von
Menschen zu richten, wenn das Herz sein Zeichen zu geben vermag. Man kann sich
leicht vorstellen, welche Verbreiter von Ansteckung Besessene sein können,
deshalb muss man sie meiden.
304. Feuer
ist für den physischen Körper zerstörerisch, für den feurigen Körper hingegen ist
dieses Element ganz natürlich. Das heißt, dass diese Änderung der Verhältnisse
im Raum der Feinstofflichen Welt vor sich geht. Aufgrund des Zustandes des
feinstofflichen Körpers ist es tatsächlich möglich, die Grenze der wohltätigen
Einwirkung des Feuers zu erkennen.
Hohe, von
groben physischen Bestrebungen gereinigten Schichten erfahren bereits die
feurige Wohltat, hingegen unterliegen die niederen Keller der Feinstofflichen
Welt noch der physischen Empfindung der Flamme. Je mehr physische Hülle
vorhanden ist, desto schmerzhafter kann dabei das Feuer wirken. Daher stammt das
Wissen über das Höllenfeuer.
Nicht
ohne Grund lenkt jedes wahre Wissen einen in höhere Schichten. So ist es auch
völlig wissenschaftlich, die Menschen davor zu warnen, grobe Lüste mit in die
Feinstoffliche Welt hinüberzunehmen. Wenn
Leute über den Zustand nach dem Tod spotten, kann man
diese Toren nur bedauern.
305. Nun
lasst uns von der Feurigen Welt zum Rachen des Tigers niedersteigen; auch das
muss man voraussehen. Man kann die höchsten Schichten nur erreichen, wenn man
vielen Rachen und Masken entkommt. So muss die Menschheit auf dem Pfad zu den
Höhen viel Hass durchschreiten, solange sie diese Keller nicht durch einen gemeinsamen
Aufschwung des Bewusstseins reinigt.
306. Der
Lehrer kann die Richtung weisen, manchmal kann er warnen, doch die meisten
Taten muss man selbst ausführen. Dabei müssen diese Taten freiwillig vollbracht
werden. Dieses freiwillige Streben birgt Selbstvervollkommnung in sich. Jede
Beimengung von Eigennutz und Furcht trennt das rettende Band.
307. Die
Finsteren hegen immer die Hoffnung, dass eine Schädigung des Aufbaus das
Erreichen des Ziels zunichtemacht; doch sie übersehen immer, dass Bestehendes
unvernichtbar und in seinen Zuständen vielgestaltig ist. Man kann den Namen des
finstersten Ortes nennen – selbst Marakara* kann die Möglichkeit des Lichts
nicht ausschließen. Man muss nur den Zugang finden.
308. Es
gibt Störungen der Aufbauarbeit, die zu einer neuen, verfeinerten Vollendung dieser
Arbeit führen. Deshalb treiben Wir so sehr die Furcht aus, welche daran hindert,
die glückliche Aufteilung der Teile dieser Arbeit zu erkennen. Dieselbe Beurteilung
muss man in allen Lebenssituationen anwenden, dann kann es keine Niederlage
geben. Eine glückliche Vereinigung der Teile kann nur verlagert werden, sie
kann aber nicht verschwinden. Das durch Schrecken getrübte Auge hingegen verliert
das Blickfeld.
309.
Marakara ist ein sehr bedrückender Ort in den niedersten Schichten der
Feinstofflichen Welt. Es ist schwierig, sich dort aufzuhalten, weil Prana fast
nie bis dorthin vordringt. Dennoch ist es manchmal notwendig, in diese
satanischen Schichten vorzudringen.
310. Nachdem
ein Angriff bemerkt wurde, gibt es immer eine Verbesserung der Lage. Der Feind
spricht das Urteil und sucht es zu verkünden, doch wenn die angekündigte
Zerstörung nicht stattfindet, senden viele umgebende aufmerksame Augen neue
Kraft.
311. Der
Lehrer bestätigt, dass man einen vollständigen Sieg erwarten kann, wenn man sich
nur im Bewusstsein vereint. Man kann keinen Erfolg erwarten, wenn es den
geringsten Argwohn gegenüber dem Lehrer gibt. So ist es notwendig, in dem Wissen
zusammenzuarbeiten, dass alles ausgeführt wird, was nach den Gesetzen des
Universums erlaubt ist.
Wer wird
dann diese Zeit als Erholung betrachten? Niemand, nicht einmal der, der nicht sehr
scharfsichtig ist, wird leugnen, dass es eine solche Zeit noch nie gegeben hat
und dass man sogar im Schlaf ständig auf der Wacht stehen muss.
Der
Lehrer versteht, dass auch eure Herzen bedrückt sind. Jeden Tag wird die Weltlage
komplizierter. Vom Standpunkt Harmagedons aus gesehen ist dies völlig
natürlich, doch ein Bewusstsein, für das Harmagedon Unsinn ist, tobt, weil es den
Weg nicht sieht.
312.
Warum müssen wir die Gesetze des Universums beachten? Natürlich deshalb, weil
sie die Erscheinung Harmagedons für uns lösen. Lassen wir den Faden Harmagedons
los, sinken wir ins Chaos. Und es gibt keinen solchen Pfad des Aufstiegs, auf
dem der Faden nicht nötig wäre. Ihr kennt diese Fäden auf den Felsen des
Aufstiegs.
313. Die Wirkungen
des Beginns der größten Schlacht wirken vor allem auf das Herz der Menschheit. Der
Bestätigung des Herzens bedarf es jetzt besonders, sonst vermag ein unbewusstes
Herz dem Orkan der Verwirrung der Elemente nicht standzuhalten. Betrachtet
deshalb das Herz als das zentrale Prinzip, das uns mit den fernen Welten
verbindet.
Man muss sich
darüber Rechenschaft ablegen, was gerade das Herz am meisten belastet.
Besondere Ereignisse belasten das Herz nicht so sehr wie die Ketten der
winzigen täglichen Staubkörner. Das muss man sich unbedingt merken, denn große
Ereignisse können sogar einen besonderen Zustrom an psychischer Energie
bewirken.
Harmagedon
besteht jedoch nicht nur aus einzelnen großen Ereignissen. Im Gegenteil, bei
ihm erlangt eine Menge kleiner Handlungen Bedeutung, und an diesen Schauer
kleiner Ströme muss das arme Herz sich gewöhnen. Ich sage armes Herz, denn in
seinem Wesen kennt es bereits die erhabenen feurigen Sphären, muss aber
einstweilen an den Felsen der Erde zerschellen.
314. Ihr
wisst, wie sehr Wir am Rande der Feuersbrunst und des Abgrunds wandeln. Ihr
wisst, wann gesättigte Stille die angespannte Schlacht anzeigt. Ihr spürt
Unsere Anspannung. Nur Toren und Egoisten können glauben, dass über ihnen nur
Hymnen erschallen. Wer jedoch seinen Blick der Unbegrenztheit zuwandte,
versteht: je höher, desto angespannter. So bereitet die Menschen auf die
unausweichliche Anspannung vor. Das heißt nicht, dass die Lehre zu Spannung
führt, sondern dass dieser Druck das Gesetz des Daseins ist.
Vielen
erscheint der Rhythmus der Ströme völliger Unsinn zu sein, ihr aber kennt diese
rettenden Einwirkungen. Seid Meiner Nähe gewiss!
315. Ruhe
ist Gleichgewicht der Anspannung. Bewusstseinsvereinigung ist vor allem
Bewahrung der Energie. Diese wichtige Regel wird gewöhnlich vergessen. Wenn
anstatt beschränkter Physiologie Psycho-Physiologie eingeführt wird, wird jeder
verstehen, welche Bedeutung die Wirtschaftlichkeit der Energie hat.
316.
Sogar ein Riese kann durch einen kleinen Gedanken aufgehalten werden, wenn
dieser als Dissonanz wirkt. Wie viele Menschen blicken zurück, zucken zusammen,
ändern ihre Richtung und schenken auf jede Weise flüchtigen Gedanken Beachtung,
ohne überhaupt deren Quelle zu bemerken.
Das
Gesetz der Anziehung und Abstoßung durch Gedanken wird am ehesten von Musikern
angenommen, welche die Konsonanz und die Bedeutung der Dissonanz verstehen,
wenn eine einzige Tonart für ein ganzes Musikstück festgelegt ist. Wer
begreift, was es heißt, ein ganzes vielstimmiges Werk in einer einzigen vorgegebenen
Tonart auszuführen, wird den Grundgedanken rascher verstehen, selbst bei einer
vielgestaltigen Aufgabe.
So hindert
ein Gedanke des Aufbaus das Auftreten vieler Verzweigungen nicht, wenn sie alle
in derselben Tonart sind. Und ein fremder, dissonanter Einbruch wird nicht tief
eindringen, wenn die Grundaufgabe fest ist.
317.
Wahrhaftig, man muss nur Schrecken und Zersetzung vermeiden, denn es gibt keine
solche Situation, die bei Festigkeit der Grundlage nicht in die beste Lösung umgewandelt
werden kann. So sollte man bei völligem Stillstand und Niedergang nicht
schaffen, doch jede ungestüme Bewegung ist schon von einem Gleichklang erfüllt,
der eine Lösung bringt.
318. Ich
denke, dass Menschen, die Visionen haben, von Ärzten sorgfältig untersucht
werden sollten. Dabei würden besondere Symptome des Herzens und der
Nervenzentren festgestellt werden.
Wie die
Kadenz[63] des
alten Indiens weit auserlesener ist als die Harmonie der westlichen Musik, so
wird auch ein Herz, das die Feinstoffliche Welt kennt, unvergleichlich vielschichtigere
Tonmodulationen hervorbringen. Natürlich vermeiden die Ärzte es, gesunde
Menschen zu untersuchen, und lassen so eine wertvolle, in die Zukunft weisende
Seite außer Acht.
Gewöhnlich
werden alle Wunder und Visionen in die Kategorie der Hysterie eingereiht, doch
niemand erklärt, was Hysterie ist. Man sagt, sie sei eine verstärkte Reaktion
des sympathischen Nervensystems, oder weist auf eine Reizung der peripheren
Nervenenden hin. Man findet viele Ursachen und wendet Arzneimittel wie für
Ochsen an, gibt sich aber keine Mühe, darüber nachzudenken, ob diesen
Erscheinungen nicht höhere Ursachen zugrunde liegen.
319. Ein
Wunder ist eine Offenbarung feinster Energien, die in den Schulfächern Chemie
und Physik keine Beachtung finden. Ein Wunder liegt nicht nur in Levitation und
Gewichtsverlust, deren Zeugen ihr wart, vielmehr werden dieselben feinsten
Energien im Leben öfter genutzt, als man denkt, und diese für die meisten
unbegreiflichen Erscheinungen müssen studiert werden. Das ist weder Nekromantie
noch Spiritismus, sondern einfach die Wissenschaft der feinsten Energien.
Vor uns
liegt das menschliche Herz, dieses heilige Schatzkästchen, doch man muss ihm
lauschen und sich diesem höchsten Thron mit reinen Händen nähern. Ihr habt
Beispiele von nachlässigen Ärzten gesehen, die aus dem schönen Beispiel eines
flammenden Herzens keinen Nutzen zogen. Nun zahlen sie für ihre Blindheit.
Es kann
Wunder geben, doch dafür muss man die feinsten Fäden des Herzens vereinen.
Deshalb verweisen Wir auf die Notwendigkeit der Bewusstseinsvereinigung.
320. In alten
Zeiten wurde die Verbindung der Herztätigkeit mit den fernen Welten durch gewisse
mechanische Methoden verstärkt. So hielt man zum Beispiel die gefalteten Hände mit
gekreuzten Fingern über den Kopf – so wurde ein magnetischer Kreis gebildet.
Man legte auch die Hände mit gekreuzten Fingern auf die Stelle des „Kelches“,
so dass das Ende der linken Handfläche dem Herzen zugewandt war. So verstärkte man
die Ströme der magnetischen Wellen.
Heute
aber, wo wir die Erweiterung des Bewusstseins lehren, werden wir natürlich mechanische,
äußere Methoden vermeiden. Es ist weit feiner, durch das innere Bewusstsein zu
wirken. Wir müssen spüren, wie eine Sendung des Bewusstseins das Wesen des
Herzens berührt und eine Bewegung aufwärts auslöst, als zöge sie in die
Unbegrenztheit empor.
Gewiss,
viele unserer Empfindungen hängen vom atmosphärischen Zustand ab. Man kann
Niedergeschlagenheit oder Feierlichkeit verspüren, doch lasst uns erkennen,
dass in diesen Augenblicken das Herz die überirdischen Tore öffnete. Nur
Bosheit und Furcht benutzen unterirdische Gänge.
321. Ein
Bildhauer berührt beim Herausmeißeln seiner Skulpturen einige Stellen nur
einmal, auf andere Stellen aber konzentriert er eine ganze Reihe von Schlägen,
sowohl kräftige als auch zarte. So wird auch in der Lehre oft vermerkt, wie verschiedenartig
man gewisse Thesen ohne Wiederholung berühren muss, denn auch der Meißel des Bildhauers
wiederholt keine Bewegung, sondern hebt nur die nötige Form hervor. Diese
Stellen sind gewöhnlich entscheidend; so richtet eure Aufmerksamkeit ebenfalls auf
jene Stellen, die öfter als einmal hervorgehoben wurden. Sie sind entweder
ungewöhnlich neu für das Bewusstsein oder wurden aus Unachtsamkeit übersehen.
Indessen,
welch entscheidende Bedeutung kann ein zittriger Meißel haben! So wird auch
eine versäumte Gelegenheit der ganzen Aufgabe einen anderen Sinn verleihen.
Wenn Ich
über das Herz spreche, umschließt dieses nicht viele Individuen, die völlig
einzigartige Offenbarungen hervorbringen? Es kann nicht anders sein, denn die
feinsten Energien sind unzählbar in ihrer Brechung und Kreuzung in den verschiedenen
Sphären.
322. Man
muss die Vielfältigkeit der feinstofflichen Erscheinungen ständig bestätigen. Andernfalls
werden die Menschen sich wieder beeilen, sie in grobe Grenzen einzuschließen,
ohne sich zu bemühen, ihre Aufmerksamkeit durch die Methode zu schärfen, den individuellen
Einzelheiten Beachtung zu schenken. Man muss sich wieder gewissen Feuern des
Herzens zuwenden, die manchen purpurn, anderen aber violett oder lila
erscheinen, was vom Zustand der Aura und von der physischen Gesundheit abhängt.
Diese Unterschiede ändern aber nichts am Wesen der Feuer.
323. Für
die Annäherung an feinste Energien ist eine individuelle Methode unerlässlich.
Der Hauptfehler ist, mit alten Maßstäben an das heranzugehen, was über allen
Maßstäben steht. Ein Misserfolg kann nicht zweifelhaft sein, wenn jemand an
eine unwägbare Größe mit Gewichten herangeht. Doch diese höchsten Energien
durchdringen gewiss die gesamte menschliche Natur und verbinden sie mit den höheren
Welten.
Es ist völlig
klar, dass man nach diesen höchsten Zeichen nicht unter Menschen suchen darf,
die mit Krankheiten behaftet sind, sondern nur unter feinfühligen, gesunden
Organismen. Mögen diese verfeinerten Organismen die unerklärlichen, für sie aber
offensichtlichen Erscheinungen in sich wahrnehmen. Mögen sie sich nicht
schämen, manchem lächerlich zu erscheinen, wenn es ihnen nur gelingt,
erfolgreiche Beschreibungen der Erscheinungen der feinstofflichen Energien zu finden.
Seien wir
überzeugt, dass es derzeit besonders zahlreiche Erscheinungen von Ablagerungen
der Feinstofflichen Welt gibt; sie sind allerdings wie Mikroorganismen, die
fast unsichtbar sind, deren Wirkung aber offensichtlich ist.
324. Man
sollte die individuelle Methode nicht als unwissenschaftlich betrachten, ganz
im Gegenteil, sie ermöglicht eine Ansammlung für die Vertiefung einer Formel.
So wurde die Ähnlichkeit gewisser menschlicher Nervenzentren mit denen von Tieren
und anderen Lebensformen auch von den alten Veden* klar bemerkt. Auf diese
Weise lieferten (…) Beobachtungen die ersten Grundlagen für systematische
Einteilungen. Auf die genau dieselbe Weise werden die von aufrichtigen
Beobachtern festgestellten Fakten in ein System gebracht.
Wenn die
menschliche Beobachtung vor kurzem, ungeachtet seiner Gefahr, auf den
Spiritismus gerichtet wurde, ist es doch weit natürlicher, mit Beobachtungen der
Offenbarungen einer Energie zu beginnen, die schon in ihrer grobstofflichen
Form nicht unbekannt ist. So wird die Stellung der Wissenschaft nicht nur nicht
wanken, sondern sich in neue Kreise erweitern.
325.
Gleicht nicht ein Schlag gegen das Herz dem Schlag auf eine Harfe oder eine Zither?
Spricht nicht das Erklingen des Herzens von unsichtbaren Saiten, welche die Ausdehnung
der Nerven in den feinstofflichen Zustand darstellen? Ist es nicht
wissenschaftlich, diese Schläge auf die Aura zu beobachten, wenn entweder das
Auge, das Herz, der Kelch oder der Scheitel ganz deutlich zurückgeworfene
Pfeile empfangen? Es ist aber bemerkenswert, dass das Herz weit stärker
erklingt als alle anderen Zentren. Nicht ohne Grund wird das Herz die Sonne der
Sonnen genannt. Sollten Sendungen auf weite Entfernungen nicht als
feinstofflicher, aber völlig natürlicher Zustand betrachtet werden?
Es ist
notwendig, den Bereich der sogenannten Hysterie in viele Kategorien zu
unterteilen. Gegenwärtig erstreckt sie sich von Besessenheit bis zu
verfeinerter Geistigkeit. Natürlich sollte man es nicht bei solchen
widersprüchlichen Vermengungen bewenden lassen, es ist nämlich
unwissenschaftlich, alles auf einen Haufen zu werfen, nur um das Gehirn nicht
mit Nachdenken zu beunruhigen. Sonst könnte die Heilige Theresia[64] in
den Bereich der Besessenheit geraten und der widerlichste Dämon an den Altar
herangebracht werden. Es ist unstatthaft, der Vermengung verschiedener Zustände
beizustimmen!
326. In
Richtung Wissenschaft zu streben, verpflichtet vor allem zu genauen
Beobachtungen. Kann man einander widersprechende Erscheinungen verallgemeinern?
Im Gegenteil, die Fülle des Bestehenden sollte unsere Gedanken auf eine Vielzahl
von Beobachtungen lenken. Zunächst lasst uns Beobachtungen sammeln und in
unseren Schlussfolgerungen nicht leichtfertig sein. In den Lehren sind genügend
Ratschläge erteilt worden. Jetzt gilt es, über die Verfeinerung unserer
Wahrnehmungen nachzudenken, so nähern wir uns der Grenze der Feinstofflichen
Welt.
327. Die Aufmerksamkeit
zu üben ist eine Bedingung für die Beobachtung von Zeichen der Feinstofflichen
Welt. Man sollte Aufmerksamkeit durch verschiedene Methoden entwickeln. Man
kann aus einer Symphonie eine Stimme wählen und verfolgen, oder man kann
mehrere Harmonien gleichzeitig erkennen. Ebenso nützlich ist es, die Klänge der
Stille festzustellen. Stille hat viele feine Stimmen, und ihren Rhythmus verfolgen
bedeutet, der Feinstofflichen Welt näherzukommen. Doch beim Erforschen der
Stille ist es lehrreich, die Dissonanz zu erkennen, die durch jeden physischen
Einbruch entsteht. Man kann kein besseres Beispiel finden als den Vergleich des
physischen Tones mit dem der Feinstofflichen Welt.
Übrigens
kann man eine solche Gegenüberstellung auch im Bereich des Geruchs bemerken.
Diese Eigenschaft entwickelt sich jedoch weit seltener. Wenn der Geruch in der
Feinstofflichen Welt eine eigene Form von Nahrung ist, ist es verständlich, dass
er in der physischen Welt nicht so hoch entwickelt ist. Wie ihr bemerkt habt,
ist die Feinstoffliche Welt natürlich von Düften erfüllt. Je höher, desto
vollkommener sind diese. Die niederen Schichten jedoch sind voller Verwesung.
Wenn nichtverkörperte Wesenheiten in den niederen Schichten steckenbleiben, tragen
sie eine Hülle der Verwesung. Deshalb ist es sehr nützlich, sich zu Lebzeiten
den Flug in höhere Schichten anzugewöhnen.
328. Die Vorbereitung für höhere Sphären besteht vor allem in
der Reinigung des Bewusstseins und in der Entwicklung des Lebens des Herzens. An
diese Bedingungen muss man sich allerdings erinnern können. Gewöhnlich erinnern
die Menschen sich ihrer nur bei Untätigkeit oder Erholung, doch wenn es
notwendig ist, sie anzuwenden, sind sie vergessen und werden durch Gereiztheit
ersetzt; der Gestank der Gereiztheit ist aber schrecklich.
329. Wer
wird denn an Fortschritt in der Feinstofflichen Welt denken, wenn es nicht
zulässig ist, darüber zu sprechen und nachzudenken? Eine Lehre, welche die
Feinstoffliche Welt nicht kennt, ist nicht wegweisend, denn das irdische Dasein
ist noch nicht einmal der hundertste Teil des Lebens in der Feinstofflichen
Welt. Das heißt, dass es nützlich ist, die Bedingungen der viel länger
währenden Existenz zu kennen. Doch derzeit gibt es in der Astralwelt eine
Schlacht und die Bedingungen sind noch komplizierter.
330. Ein
verfeinerter Zustand des Herzens ruft eine besondere Tätigkeit sämtlicher
Gefühle hervor. Geruch, Gehör, Sehen und Geschmack wirken unausgesetzt.
Es gibt
keine Stille, denn beim Verstummen der irdischen Klänge erreichen einen die Echos
der Feinstofflichen Welt. Es gibt keinen Augenblick ohne Geruch, denn selbst die
reinste Luft ist voller Wohlgerüche. Es gibt keine visuelle Leere, denn die
Lichter der Feinstofflichen Welt verlöschen nicht für das offene und noch nicht
einmal für das geschlossene Auge. Ist nicht der reinste Himmel voller Gebilde?
Gleichfalls kann der Geschmack nicht aufhören, wenn der Mensch selbst das
mächtigste chemische Laboratorium ist. Was den Tastsinn betrifft, so wisst ihr
selbst, wie sehr einen die Feinstoffliche Welt berühren kann.
So macht uns das Herz, ohne dass wir diese Welt verlassen,
zu Teilnehmern an vielen feinstofflichen Erscheinungen. Wenn jemand auf dem
Vorhandensein absoluter Stille besteht, erachtet sein Herz nicht als
verfeinert.
331. Die Verfeinerung
des Herzens gibt einem ein, auf Fleischnahrung zu verzichten. Dabei weist das Verständnis
der Feinstofflichen Welt nicht nur auf den Schaden des Verzehrens verwesender
Produkte hin, sondern zeigt auch auf, welche Nachbarn Verwesung anzieht.
Es ist wahrhaft
schwierig zu entscheiden, worin der größere Schaden besteht: Im Verzehren von
Fleisch oder in der Anziehung von unerwünschten Gästen durch Fleisch. Selbst
getrocknetes und geräuchertes Fleisch, das verhältnismäßig weniger schädlich
ist, zieht gleichwohl durch seinen Geruch Hungrige aus der Feinstofflichen Welt
an; und werden diese gar noch durch abscheuliche Worte begrüßt, so ergibt sich
die schädlichste Gesellschaft. Wie ihr hörtet, nehmen viele die Nahrung
schweigend ein oder begleiten sie mit würdigen Gesprächen. Natürlich, jede
Fäulnis ist unzulässig, selbst Gemüse darf man nicht gestatten, zu verwesen.
Die
Menschen benötigen nicht viel: Zwei Früchte, etwas Getreide und Milch. So kann
man sich nicht nur innerlich reinigen, sondern sich auch von vielen Nachbarn befreien.
Ist es
für Ärzte, die Mittel studieren, Krebs und Lebersteine zu bekämpfen, nicht
erforderlich, diesen primitiven vorbeugenden Mitteln Beachtung zu schenken? Die
Menschen sprechen vom Räuchern mit Weihrauch und Duftstoffen, doch auch bestimmte
Gifte sind wohlriechend und töten das Bewusstsein! Diese Erforschung sollte
nicht vergessen werden.
332. Die
Feinstoffliche Welt enthält vielgestaltige Bestätigungen der irdischen Welt. Selbst
das Urbild der Jahreszeiten durchzieht das Bewusstsein der Feinstofflichen
Welt. Darum sind auch die Gestalten von Pflanzen, Bergen und Wasserflächen der Feinstofflichen
Welt nicht fremd, natürlich in einem verklärten Zustand. Ein Herz, das die
Feinstoffliche Welt kennt, kennt auch die Blumen, die Berge, den Schnee und die
Meere. Die Blumen gedeihen in einer Fülle von Formen, ihre Farben sind jedoch
unsagbar vielschichtiger als die irdischen; der Schnee ist weißer, kristallener
und dichter als der irdische.
Man kann
beginnen, die ganze Struktur der Höheren Welt zu erkennen. So wird ein Mensch,
der sich auf Erden mit einem klaren und wohlwollenden Bewusstsein versehen hat,
auch in der Feinstofflichen Welt ein guter Erbauer sein. Anstelle von
Verunstaltungen wird der Mensch schöne Proportionen und Rhythmen beitragen, die
der Herrlichkeit der Unbegrenztheit entsprechen.
Ist etwa die
Pflicht des Geistes so übermäßig, wenn er das Herz vervollkommnete? Es wird
doch nur ein lichtstrahlendes Bewusstsein des Herzens den feinstofflichen
Körper in höhere Wohnstätten emporheben. So erfüllt ein
jeder, der sein Herz vorbereitet und die Herzen seiner Nächsten erhebt, schon
den Willen dessen, der ihn aussandte.
Wenn man
euch fragt: Ist das Herz nicht ein Ballon, da es emporfahren kann? So antwortet:
Der Scherz ist nicht weit von der Wahrheit entfernt. Die Herzenergie gleicht
tatsächlich so sehr dem Helium und anderen feinsten Gasen, dass es der
geistigen Wahrheit sehr nahekommt, sich eine Himmelfahrt des Herzens
vorzustellen.
333. Wer
könnte in seinem Herzen nicht die Schönheit der Himmelfahrt begreifen? Wer empfindet
nicht im Herzen die Last der Rückkehr in ein zeitliches Haus, in ein bedrohtes
Haus, in ein beengendes Haus? So sollte man die Höhere Welt erkennen, um sich mit
seinem ganzen Wesen dorthin zu versetzen und aufzufahren. Kann man denn aus dem
Fenster des beengten Hauses schauen, ohne an die Höheren Welten zu denken? Und
das Herz führt auf dem Pfad Christi zur Stufe der Verklärung. So öffnen wir die
Türen des engen Hauses. Jede Vereinigung des Bewusstseins bedeutet schon offene
Türen.
334. Fragt einen klugen Menschen, was ihn am häufigsten vor
Gefahr warnte und vor Irrtümern und Abschweifungen bewahrte? Ein ehrlicher Mensch
wird sagen: das Herz. Er wird weder das Gehirn noch den Verstand nennen. Nur
ein törichter Mensch wird auf bedingte, verstandesmäßige Schlussfolgerungen
bauen.
Das Herz ist voller Gefühlswissen. Wir haben diesen Begriff schon
vor langem ausgesprochen, doch jetzt kehren wir auf einer anderen Windung der
Spirale zu ihm zurück. Wir sind schon die Disziplin des Herzens und die
Hierarchie durchgegangen und haben über die Unbegrenztheit nachgedacht. Auf
diese Weise erwies Gefühlswissen sich nicht als eine Art undeutliche Intuition,
sondern als Ergebnis geistiger Disziplin verbunden mit Verständnis für die
Bedeutung des Herzens.
So führt auch die Schüler. Werft zuerst
den notwendigen Begriff wie ein weitreichendes Netz aus, dann zieht die Enden
des Netzes vorsichtig zusammen, um das, was ihr sucht, völlig einzuschließen.
Nicht zufällig wird oft auf das Symbol des Fischers hingewiesen, der ein Netz
auswirft.
Das Herz ist nicht so leicht
einzufangen! Es ist nicht leicht, die Sprache des Herzens als Wirklichkeit
anzunehmen. Es bedarf einer
bestimmten Zeit, der Hingabe und des Strebens, um Verständnis für die Äußerung
des Herzens zu erlangen.
335. Wer
inmitten des Schreckens der Anarchie an das Herz denkt, beweist, dass dieser
Gedanke schon seit langem in ihm wohnte. Ihm kann man in vielem vertrauen, denn
er näherte sich bereits der Erkenntnis und bewahrte so den Geist vor dem Übel
des Verrats. Seid gewiss, dass der Mensch, der den Keim des Verrats in sich
trägt, den Schatz des Herzens nicht kennt. So schichtet das feinste Verständnis
inmitten der Schrecken der Finsternis auf. Das Hören und das Sehen des Herzens sind
groß.
336. Klügelei
steht in einem gewissen Gegensatz zum Verstehen des Herzens. Klügelei ist eine eigene
Art von Magie, Magie ist jedoch das Gegenteil von Segen. Wir müssen sowohl
Magie als auch Klügelei klar erkennen. Sie stehen doch der Persönlichkeit, der
Selbstsucht und, wie man sagt, dem Egoismus so nahe. Klügelei kommt vom „Ich“;
Magie widersetzt sich dem Höchsten. Doch sowohl Herzverstehen als auch Segen haben
nicht Selbstsucht zur Grundlage, mit anderen Worten, das am meisten behindernde
Prinzip.
Ein
Stachelschwein schleudert seine Stacheln von selbst heraus, und es ist
schwierig, von oben an es heranzukommen. Jeder Klügelnde beraubt sich der großen
Verbindung nach Oben.
Verwechseln
wir Vernunft nicht mit bedingter Klügelei. Vernunft führt zu Weisheit, mit
anderen Worten zum Herzen. Aber ein Wurm klügelt, wenngleich er mit Mühe über
den menschlichen Pfad hinüberkriecht. Lasst uns deshalb auf der Errungenschaft
des Herzens bestehen. Dort liegt doch das Schatzkästchen der Begeisterung, die
man mit keinem Gold der Welt kaufen kann.
337. Ihr
habt vor euch das Herz, das auf alle Erscheinungen kosmischer Verwirklichungen
erklingt. Ist das nicht universelles Bewusstsein? Durch diesen Pfad wird nämlich
die Verklärung des Lebens erneut vertieft. Dabei kann man bemerken, wie diese
Erscheinungen allmählich die gewöhnlichen Begleiter auf dem Weg in die Zukunft
werden.
Beachtet,
wie Harmagedon wirkt. Wenn das Erdinnere in Aufruhr ausbricht, darf die Verstärkung
der Verwirrung der Elemente nicht übersehen werden. Wenn Wir zur Vertiefung der
Gedanken aufrufen, bieten Wir ein wertvolles Mittel, um das Chaos ins
Gleichgewicht zu bringen. Der Lehrer hält sein Wissen nicht verborgen, bei erster
Gelegenheit wappnet er einen gegen das Chaos.
Wahnsinnige
versuchen, Uns die Kräfte des Chaos entgegenzustellen, ohne sie selbst lenken
zu können! Man muss verstehen, dass das Chaos nicht nur in physischen Krämpfen der
Feste in Erscheinung tritt, sondern auch in der Welt der psychischen Energien.
Es ist nicht schwierig, psychischen Wahnsinn zu steigern, aber wie lenkt man ihn?
Die Wahnsinnigen erkennen nicht, wie schlecht ihre Verbündeten sind; ihr Wunsch
besteht allein darin, den Pfad des Aufstiegs zu erschweren. Man kann nur staunen,
wie sie alle ihre zerstörerischen Maßnahmen vorantreiben, so als ob sie
unbedingt nichts als Ruinen benötigten!
339. Surya-Vidya[65] – so
wurde manchmal die Lehre des Herzens genannt. Mit dieser Bezeichnung wurde auf
die Feurigkeit, die Sonnenhaftigkeit, die zentrale Bedeutung des Herzens
hingewiesen. Wahrhaftig, jeder, der das Herz erkennen will, darf sich ihm nicht
als Teil des Organismus nähern. In erster Linie muss man die zentrale Stellung
des Herzens verstehen und von ihm ausgehend forschen, aber nicht zu ihm hin.
Der
Solarplexus selbst ist die Vorhalle zum Tempel des Herzens; Kundalini* selbst
ist das Laboratorium für das Herz. Das Gehirn und alle Zentren sind Sitze des Herzens,
denn nichts kann ohne das Herz leben! Sogar das Gehirn kann bis zu einem
gewissen Grad ergänzt werden. Selbst Kundalini kann ein wenig durch eine Offenbarung
von Elektrizität genährt werden, und der Solarplexus kann durch blaues Licht
gestärkt werden.
Der
Wunsch, langjährige Experimente zu organisieren, ist völlig richtig, denn über
sie kann man ein weiteres Band zwischen den Generationen knüpfen.
340.
Manche werden spalten, wir aber werden vereinen, denn durch Vereinigung kommt die
Theorie des Brennpunkts zum Ausdruck. Früher verwiesen Wir auf den Brennpunkt
der Hierarchie, doch jetzt müssen wir uns auf das Herz konzentrieren, als die
Leitung zur Hierarchie.
So wird
niemand sagen, die Hierarchie sei keine Wirklichkeit, weil es keinen Zugang zu
ihr gäbe. Es gibt nämlich einen höchst realen Zugang, wenn das Herz der
Fürsprecher ist – dasselbe Herz, das unermüdlich klopft und schlägt, damit die
Menschen es nicht vergessen; das zarteste, das angespannteste, das so sehr auf
das Nahe und das Fernste erklingt.
341.
Entartung, Verfettung und Erweiterung des Herzens entstehen durch unzulässige
Lebensbedingungen. Herzfehler infolge karmischer Ursachen sind sehr selten.
Herzerweiterung kann von einem guten, aber ungenutzten Potential herrühren.
Herzverfettung ist natürlich eine unentschuldbare Erscheinung, denn jede
Verfettung kann von Beginn an unterbunden werden. Arbeit ist das beste Gegengift
bei Neigung zu Verfettung.
Man
sollte wenigstens eine elementare Herzhygiene befolgen. Bestrebtheit zur Arbeit
ist die beste Stärkung des Herzens. Nicht Arbeit, sondern die Unterbrechung des
Herzstrebens wirkt zerstörerisch.
Natürlich
sind starke feindliche Pfeile ebenfalls schädlich für die Gesundheit, doch für
diese Wunden kennt ihr den Balsam der Hierarchie. Nur muss die Anwendung dieses
Balsams beständig sein. Es ist nämlich ein großer Fehler, das Vorhandensein
eines solchen Heilmittels zu vergessen.
342. Auch
jeder Verrat ist schädlich. Man sollte nicht vergessen, dass offener Verrat manchmal
leichter wiegt als verdeckter. Oft ist einem Verräter noch nicht einmal selbst
bewusst, dass er Verrat begangenen hat. Das Maß für die Bewertung eines solchen
raffinierten Verrates ist höchst kompliziert! Wenn ihm der Verrat bewusst wird,
entlädt der Verräter wenigstens teilweise den von ihm hervorgerufenen Druck. Noch
abscheulicher aber wäre es gewesen, wäre Judas sein Verrat nicht bewusst geworden.
343. Der
feurige Körper kann sich manchmal sogar durch die physische Hülle offenbaren.
So beginnt bei einer bestimmten Anspannung der Manifestationen des Feuers im
Raum der feurige Körper gleichsam mittels kleiner Feuer durch die physische
Oberfläche hindurchzuschimmern. Dieser feinstoffliche feurige Zustand ist
selten sichtbar. Nicht nur ist das Auge unfähig, diese winzigen Lichter wahrzunehmen,
sondern die Energie des Blickes selbst dämpft gleichsam dieses feinste Aufflammen.
Kosmische
Erscheinungen, wie Eruptionen[66] und
andere feurige Erscheinungen, fördern die Phänomene des feurigen Körpers. Diese
Erscheinung hat nichts gemein mit den Feuern der Aura oder mit äußeren Feuern,
wie dem St. Elmsfeuer[67].
Urusvati*
wurde heute mit den Feuern des feurigen Körpers vertraut gemacht. Anstatt
Schmerzen zu erzeugen, lieferten kosmische Zerstörungen Hinweise auf den
feurigen Körper. So vermehren sich die Anzeichen der Verbindung mit kosmischen
Erscheinungen. Eine Eruption kann im Mikrokosmos einen Ausbruch der Drüsen, er
kann aber auch die Feuer des feurigen Körpers hervorrufen.
344. So
kann man die Anzahl der feinstofflichen Erscheinungen allmählich vermehren. Ich
bestätige, wie leicht es ist, zu arbeiten, wenn Einheit herrscht. Die Lehre
ruft oft vergeblich zur Einheit des Bewusstseins auf, denn die Menschen halten dies
für einen idealistischen Aufruf, der nicht anwendbar ist. Indes hat dies eine
ebenso kräftige Wirkung wie viele mächtige Energien. Warum deshalb die feinsten
Energien in Anspruch nehmen, wenn der Mensch mit einer so mächtigen Rüstung gewappnet
ist?!
345. Das
Öffnen des Herzens ist auch deshalb wichtig, weil es die kosmischen Perioden unterscheidet.
Daher werden undeutliche Vorahnungen ohne das Herz niemals in die Gestaltung
von Ereignissen übergehen. So kann man ohne Anteilnahme des Herzens ferne
Ereignisse nicht spüren.
Zum
Beispiel muss sich gerade jetzt die Vernichtung ganzer Strukturen der
Feinstofflichen Welt im Herzen stark widerspiegeln. Diese Vernichtungen sind
nicht ohne Nutzen, denn Auftürmungen dürfen die Vervollkommnung nicht einschränken.
Es ist nicht erstaunlich, dass feinstoffliche Formen vernichtet werden können,
um durch nachfolgende ersetzt zu werden. Doch für solche Erschütterungen ist
die Anwendung von Feuer erforderlich; eine solche feurige Reinigung verwirklicht
eine neue Stufe, für die physische Welt ist sie aber äußerst schwierig.
Dieses
Konzept sollte allmählich erweitert werden, sonst könnten sogar erfahrene
Krieger verwirrt werden. Wir wissen aber um die nie dagewesene Anspannung.
Lasst uns feinfühlig zueinander sein. Nicht ohne Grund haben Wir vor der
besonderen Zeit gewarnt.
346. Man
sollte auch nicht vergessen, dass alle Einzelheiten dieser Tage einen höchst
verworrenen Zustand annehmen. Man darf von den Menschen nicht gewöhnliches Denken
fordern, wenn selbst die Luft ungewöhnlich ist. Man muss die Schwierigkeiten
der Zeit hinnehmen und Standhaftigkeit bewahren. Trost liegt darin, dass wir gedanklich
die Zukunft bejahen können. So haltet durch, denn außer dem Faden des Herzens
gibt es nichts.
347. Für Wissenschaftler
gibt es eine große Aufgabe: Welche Beziehung besteht zwischen einer
vulkanischen Eruption und den Formen der Feinstofflichen Welt? Aber auch dies
wird bald verstanden werden.
348.
Zufriedenheit mit jedem physischen Zustand und unersättliches Aufwärtsstreben
des Herzens ist der Rat eines vernünftigen Arztes. Man sollte nicht annehmen,
vollkommene Ethik hänge nicht mit Medizin zusammen. Man sollte nicht meinen, nur
der Gedanke könne den physischen Zustand bewahren. Das wäre einseitig. Wir
leben in einem chemischen Laboratorium und bilden selbst einen Teil von ihm.
Die Alten
sagten von einem Schwerkranken: „Er muss zum Feurigen Berg getragen werden“.
Damit brachten sie zwei Bedeutungen zum Ausdruck: Die erste erinnerte an den
feurigen Körper, der keine Krankheit kennt; die zweite hatte einen rein physischen
Sinn, denn das Feuer von Eruptionen enthält eine besondere Kombination von
Energien, die bestimmte Nervenzentren anregen kann. Es kann nicht anders sein,
denn die Flamme des Herzens reagiert auf die entferntesten unterirdischen
Feuer.
Inwieweit
die Flamme des Herzens den unterirdischen Strom kontrolliert, muss ebenfalls
erforscht werden. Wenn Organismen eines bestimmten Elementes unterirdische
Gewässer feststellen können[68], so bewahren
feurige Menschen natürlich die Verschmelzung mit dem Feuer. Gerade dieses Element
bedarf so sehr der Beobachtung.
349. Man
sollte auch den Druck der Weltereignisse beobachten. Man kann eine
ungewöhnliche, rasche Progression feststellen. Die Ereignisse fallen in das
ganze Leben ein, und nicht der Krieg, wie man annimmt, sondern der Zusammenstoß
aller Elemente lässt das Leben zu keinem Märchen werden. Genau wie bei früheren
Katastrophen wollten die Menschen die wirkliche Lage nicht bemerken.
350.
Gleichzeitig mit dem Druck kann man eine Art Leere verspüren. Gegenüber diesem
Gefühl sollte man sich sehr behutsam verhalten. Meistens ist dies eine bestimmte
Schutzzone, die das Herz vor zerstörerischen Schlägen sichert, eine Art schützendes
Panzerhemd.
Diesen
Zustand sollte man kennen. Die einen betrachten dieses Gefühl als Abtrennung (…)
und sind unnötig betrübt. Andere nehmen an, dieses Gefühl sei das Ende der
Gefahr und stellen ihre Wachsamkeit ein. Sowohl das eine wie das andere stört nur
den Energiestrom. Ein erfahrener Krieger jedoch schätzt diesen Schild, der
seine Kraft so sehr bewahrt.
Ihr wisst
bereits, dass Schläge auf die Aura für Augen und Ohren besonders schmerzhaft
sind, sie können aber auch als Schnitt- oder Stichwunde empfunden werden. Diese
Gefühle sind in den Schultern, im Hals und im Unterleib besonders schmerzhaft. Dasselbe
kann beim Öffnen der Stigmata-Wunden geschehen, wenn die Herzenergie ein kondensiertes
Fohatteilchen zu einer bestimmten Stelle hinzieht und das Zellgewebe der Haut
verletzt. So stellt die Vereinigung des Herzens mit (… der Energie des) dem Segen
die stärkste Verbindung dar.
351. Das Chaos
wird nicht verstanden: Die einen betrachten es als vom Offenbarten getrennt,
andere verstehen es gewöhnlich als Abstraktion. Doch würden die Menschen
erkennen, auf wie vielfältige Weise das Chaos ins Dasein eindringt, sie würden
die Notwendigkeit der Vorsicht verstehen. Jede Disharmonie, jede Zersetzung,
die nicht augenblicklich bereinigt wird, birgt bereits eine Welle des Chaos zerstörerischer
Elemente in sich. So bedarf es keiner Teleskope, um das Chaos zu beobachten,
vielmehr kann die Menschheit wirkliches Chaos nahe, sehr nahe bei sich selbst studieren
und spüren. Gerade das Herz erbebt, wenn Chaos gegenwärtig ist. So können wir
uns wieder dem Herzen zuwenden.
352. Der
Verfolgte zieht seine Verfolger hinter sich her – so lautet die alte Wahrheit
über die Überlegenheit der Verfolgten. Sie verstehen heißt, den Pfad der
Verfolgten zu betreten. So wandten sich viele Verfolger dem Pfad der von ihnen
Verfolgten zu, denn gerade das Folgen auf einem ganz bestimmten Pfad übte eine
gewisse Anziehung auf sie aus. Deshalb ziehen Wir den Pfad der Verfolgten vor.
353. Das Herz denkt, das Herz bestätigt, das Herz vereint. Man
kann sich immer an die Bedeutung des Herzens erinnern, das so lange vom Gehirn verdunkelt
wurde. Das Herz zuckt als erstes zusammen, das Herz erbebt als erstes, das Herz
erkennt vieles, ehe das Urteil des Verstandes zu überlegen wagt. Wenn wir
den gewundenen Weg des Gehirns aufgeben, können wir die unmittelbarste
Errungenschaft des Herzens nicht verschweigen, den pfeilähnlichen Strahl, der einem
Wunder-Herz gleichkommt.
So kann
man sich dem Herzen anschließen und sich gegen alle Angriffe des Bösen
schützen. Nur mit dem Herzen kann man das braune Gas spüren und rechtzeitig eine
Erstickung unterbinden. So wird auch der Sieg auf dem Feld Harmagedons dem Herzen
zufallen. Daher rate Ich so sehr, das Herz zu behüten, dieses vernichtende
Schwert gegen alles Böse.
354. Von
Unserem Standpunkt aus ist jede Vivisektion[69] am
Herzen unzulässig; ja, sie ist fast ebenso unmöglich, wie im lebenden
Organismus nach Ringse zu suchen.
Man kann
aber bei der Entwicklung des Herzens viele psycho-physiologische Erscheinungen
beobachten. So bringt ein feuriges Herz auf dem oberen Gewebe einen lichten
Fleck hervor, der sich bei Zunahme des Feuers zu einer fast weißen Farbe
steigert. Die Alten nannten diese Erscheinung „heilige Asche“. Dies hat nichts mit
einer Vergrößerung des Herzens zu tun, sondern eher mit seiner Verfeinerung.
Man kann
auch verstehen, warum es unmöglich ist, ein am Herzen von Tieren ausgeführtes
Experiment mit einem am Herzen eines Menschen zu vergleichen. Wenn das
menschliche Herz der Thron des Bewusstseins ist, muss das Herz eines Tieres sich
natürlich in bestimmten Funktionen von ihm unterscheiden.
Darüber
hinaus wäre eine gewaltsame Aufrechterhaltung der Herztätigkeit nach Austritt
des feinstofflichen Körpers ein wirkliches Verbrechen. Jeder künstliche
Herzschlag zieht den feinstofflichen Körper wieder an und bewirkt einen
unzulässigen Akt der Zersetzung und Qual.
355. Die
Rettung des Herzens liegt überhaupt nicht in Vivisektion. Man kann mit einem feinen
Strahl einwirken, der eine Schwingung erzeugt, die sich als eine Art von Vereisung
bekundet. So sollte man mit dem menschlichen Herzen viel zarter umgehen, als es
aufzuschneiden. Natürlich kann es Fälle von Verwundungen geben, doch diese
erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.
356. Es
wird erzählt, wie ein Yogi in einem Moment der Anspannung ein Gefäß mit Wasser
erhob und es zerbrach. Als man ihn fragte: „Warum eine solche Zerstörung?“ sagte
er: „Anderenfalls wäre mein Herz zersprungen.“
Ähnliche
Entladungen gibt es in allen Zuständen. Die Spannung des Herzens kann so groß
werden, dass es unumgänglich ist, im Raum eine bestimmte Handlung zu
vollführen, um den erforderlichen Zustand aus der verdichteten Sphäre zu
befreien (…). Eine solche Verdichtung kann sich von außen durch äußere Ursachen
bilden, sie kann aber auch von innen ausgehen, genauso wie es bei kosmischen Perturbationen
geschieht.
Daher
sollte man die Bekundungen unseres Herzens so aufmerksam verfolgen. Es spürt und widerspiegelt auch unsichtbare Prozesse
derart, dass man ihm folgend eine ganze Geschichte des Unsichtbaren
niederschreiben kann. Ein Vergleich zwischen seismischen Ursachen und den
Kataklysmen der Feinstofflichen Welt ist schwierig, doch das Herz erklingt auch
auf sie.
357. Um ein
aus verschiedenen Gründen angegriffenes Herz wiederherzustellen, verwenden Wir
Schwingungen. Wenn Mahawan* den irdischen Ursachen entsprechen kann, so sind
die Schwingungen der „Silbernen Brücke“[70] bei Perturbationen
in der Feinstofflichen Welt notwendig.
358. Ihr
wisst bereits, wie langsam das Bewusstsein wächst; ebenso langsam verwandelt sich
die Wohnstätte des Bewusstseins – das Herz. Daher
sollte man verstehen, dass der, der nicht an das Herz denkt, auch keine
Fortschritte im Bewusstsein macht.
Es ist
wahr, seinem Wesen nach ist das Herz von den höheren Sphären nicht getrennt,
doch man muss dieses Potential verwirklichen.
Wie viele
Brechungen treten in einem Herzen auf, das nicht durch höheres Denken geläutert
ist! Viele wertvolle Sendungen nehmen hässliche Umrisse an, nur weil das Herz
vernachlässigt wurde. So viele der besten, feinsten Feststellungen und Gefühle
werden in einem verwahrlosten Herzen keinen Platz finden! Wird nicht die
Bosheit in dem schmutzigen Herzen ihr Nest bauen?
Wir
wollen diese Worte nicht als abstrakte Belehrung auffassen, man muss das Herz erziehen. Man kann das Gehirn nicht ohne
Verfeinerung des Herzens ausbilden. Die alte Metaphysik und die moderne
Psychologie versuchen, das Herz zu erreichen, doch wie kann ein Lehrfach das
Herz erreichen, in dem das Wort „Herz“ selbst gar nicht erwähnt wird?!
359. Es sollte ein eigenes Lehrfach „Herzenskunde“ eingeführt
werden. Das einfachste Dienstmädchen versteht, wie süß es ist, vom Herzen zu
sprechen. Für einen Wissenschaftler sollte es umso einfacher sein, diesen
Begriff zu erweitern. Die Geschichte der Menschheit selbst bietet vergleichende
Listen über Schaffende des Gehirns und solche des Herzens. Werden diese Gestalten
von Heldentat und Helden der Selbstlosigkeit nicht die beste Vervollkommnung
des Herzens bieten?
360. Wenn
Ich jetzt vom Herzen spreche, kann man verstehen, warum Wir vor der Schlacht
über die Hierarchie sprachen, während der Schlacht aber das Herz bestätigen.
Wahrhaftig, nur durch das Herz werden wir siegen.
361. Das
Streben der psychischen Energie kann eine Art von Krämpfen der Fingerspitzen
hervorrufen; es ist leicht begreiflich, dass die kochende Lava der psychischen
Energie einem Vulkan gleicht. Deshalb ist äußerste Vorsicht geboten.
Selbst
wenn die Tropfen Meines Schweißes triefen, belastet Mich noch stärker!
362. Wehmut
ist eine Widerspiegelung Harmagedons; die Kraft des Zusammenpralls kann nicht
verfehlen, das Herz zu bedrücken. Schaut euch um, gibt es da viel Erfreuliches?
Man kann sogar beobachten, dass Lächeln seltener geworden ist. Wundert euch
nicht, denn sogar unwissende Gemüter spüren die Bedrückung, ohne aber die
belastende Ursache zu kennen. Viele werden dies mit Worten völlig abstreiten,
dennoch spüren sie im Herzen die Last.
Die Verfeinerung
des Herzens ermöglicht viele feinstoffliche Erscheinungen, zum Beispiel eine Berührung
der Hand im feinstofflichen Körper und auch viele Verhütungen von Schmerzen.
363.
Wenden wir uns erneut der Qualität des Pulses zu. Viele Male und von
verschiedenen Gesichtspunkten aus ist es notwendig, auf diesen unbestreitbaren Beweis
der Betätigung des Herzens hinzuweisen. Nicht so sehr die Messung der Frequenz
des Pulses, als vielmehr die Beobachtung seiner Qualität wird ein Bild der Lebenskraft
des Herzens vermitteln.
Bevor es
gelingt, die Aura zu fotografieren, kann man jetzt schon darangehen, den Puls
nicht bei Krankheit, sondern bei Gesundheit zu beobachten und zu vermerken,
welche Gefühle Veränderungen des Pulses bewirken und genau wie. Wenn die Aura den
Beweis für das Vorhandensein einer Krankheit liefert, so bietet die Qualität des
Pulses die ganze Skala der Reaktionen.
Die Aura
ist allerdings für die meisten etwas Transzendentales, wohingegen der Puls eine
rein physische Erscheinung darstellt. Doch wie sorgfältig und behutsam sollte
man das Studium des Pulses verstehen! Die Ärzte von heute nehmen von der Qualität
des Pulses kaum Notiz. Wir werden noch öfter auf das Studium des Pulses
zurückkommen, wenn wir an Schwingungen denken.
364. Für
Heilung durch Schwingungen ist die (…) Qualität des Pulses eine unabänderliche
Bedingung, worauf sonst könnte die Anwendung verschiedener Schwingungen
basieren? Ihr selbst wisst bereits, wie verschiedenartig Schwingungen sind und
welche Effekte sie erzeugen. Es ist keine Übertreibung, dass das Herz viele
Gefahren mit Hilfe von Schwingungen übersteht.
So
sprechen wir an einem Tag von der psychischen Energie, die das Herz heilt, aber
an einem anderen erinnern wir an physische Erscheinungen, die eigentlich allen
zugänglich sind. Letzteres bezieht sich ebenfalls auf das Herz, auch auf seine
Schmerzen, und diese kann man durch die Verbindung mit dem Herrscher
überwinden.
365. Wenn
ihr einem Scheinheiligen begegnet, wisset, dass er nicht des Herzens ist. Wenn
ihr einem Abergläubischen begegnet, wisset, dass er nicht des Herzens ist. Wenn
ihr einem Ängstlichen begegnet, wisset, dass er nicht des Herzens ist.
Nichtsdestoweniger werden diese ungebetenen Gäste das Wort „Herz“ auf den
Lippen führen. Es ist Zeit, alle Herzensgaukler loszuwerden, damit sie nicht
mit menschlichen Herzen spielen.
Es sollte erforscht werden, wann das Herz durch Eigenliebe
und Grausamkeit verdunkelt ist. So kann man durch Fühlen des Pulses den
wahren Schätzen des Herzens näherkommen. Auf dieselbe Weise kann man
herausfinden, wann das Herz schweigt und Rufe es nicht erreichen.
Viel
Arbeit ist für Gedankenübertragung auf Entfernung aufgewendet worden; auch
dafür kann der Puls nützlich sein. Bei feinster Qualität kann der Puls einen
gesendeten Gedanken sogar bemerken, bevor man sich seiner bewusst wird.
Auf diese
Weise kann man sich erneut davon überzeugen, wie viele höchst feinstoffliche
Möglichkeiten der Organismus enthält, von denen die Menschen sich nur eine körperliche,
grobstoffliche Vorstellung gebildet haben. Diese Verrohung häufte sich bereits
seit Tausenden von Jahren an, und die Leuchte des Körpers entfernt sich vom
Feuer.
366. Wenn
ihr Streben und Erwartung spürt, wendet sie nicht auf die nächsten Tage an. Ihr
fühlt oft, wie die Grundlage auf die notwendige Bestätigung aufgebaut wird.
Dieses Gefühlswissen hat nichts mit dem Erfolg von morgen zu tun, es zeigt im
Gegenteil, dass etwas Größeres bereits eine bestimmte Gestalt annimmt.
Gewöhnlich
leiden die Menschen unter ihrem eigenen Mangel an Angemessenheit. Oft behindern
sie den Strom der sich schon gestaltenden Ereignisse durch ihre vorgefassten Urteile.
Trost liegt nicht im Morgen, sondern in viel schöneren Zeiten. Aber das
Gefühlswissen ist zutreffend.
367.
Würde man alle für Vervollkommnung schädlichen Handlungen in einem Buch sammeln,
könnte man sich leicht davon überzeugen, wie leicht es ist, sie zu überwinden.
Man kann sehen, aus welch kleinen Handlungen sich dieses Übel anhäuft.
Ist es so
schwierig, sich im Leben von unbedeutenden Gewohnheiten zu befreien? Ist es so
schwierig, kleine, den Körper vergiftende Übel zu vertreiben? Schämt ein Kind sich
nicht seines ersten Versuchs zu lügen? Das Herz des Kindes wird nur durch
Gewohnheit verhärtet. Daher nennen wir Gewohnheiten Schwielen der Seele.
Wer versteht nicht, wie das Herz ihn von jeder schlechten
Tat abhält? Diese Handlungen des Herzens sind die besten Rufe, aber die
Menschen gebieten dem Herzen oft, zu schweigen. Das ist ein schweres Verbrechen
– gleich groß wie das Durchtrennen der Leitung, die dem Nächsten Rettung
bringt.
368.
Einigkeit ist das erste Anzeichen dafür, dass die Lehre nicht nur ein leerer
Schall ist. Die Lehre ist Licht auf dem dunklen Pfad. Man muss verstehen, wie
oft man vorsichtig sein muss, weil das Megaphon des Raumes jeden Ton verstärkt.
Zur
Freude der Feinde verwandelt die geringste Gereiztheit sich in einen
Wirbelwind. Der Feind hat eine neue Freude zu verzeichnen: Ungeachtet der Lehre
handeln die Menschen wie gewöhnliche Leute.
369. Ich
sprach bereits von der Bedeutung abgestimmter Arbeit, durch die sogar Maschinen
nicht abgenutzt werden. Man kann sich die wohltätige Energie vorstellen, die
von vereinter Arbeit ausgeht. Man kann erstaunliche Beobachtungen machen, indem
man übereinstimmende Bewusstseine in Gruppen zusammenfasst.
Regierungen
sollten solche Einteilungen der Arbeit entsprechend dem Bewusstsein in Erwägung
ziehen. Eine solche Unterteilung könnte die beste Seite der politischen Ökonomie
bilden. So sollte man sich statt Nachahmung veralteter Dogmen dem Wesen der Tat
zuwenden.
370. Das Kreuz
des Aufbaus wird errichtet, wenn unüberwindliches Streben dem Verständnis für
Rechtschaffenheit entgegenstrebt. Ohne Zweifel erweckt gerade ein solcher Zustand
die Gehässigkeit der Finsternis. Ihr kennt sämtliche Bezeichnungen, mit denen
die Menschheit Kreuzträger belohnt, aber ihr wisst auch, dass dies der kürzeste
Pfad ist. Der Verstand der Menschen sieht dort Eigennutz, wo es Selbstlosigkeit
gibt – genau wie in einigen Zerrspiegeln.
371. Ich
sprach bereits von der Bedeutung der Strahlen und Ströme, die den Raum
durchdringen. Solche Überlegungen sollten eigentlich wissenschaftlich nicht
schwer zu überprüfen sein. Warum nicht eine Atmosphäre erforschen, die von allen
möglichen Strahlen und gewaltsamen Sättigungen durchdrungen wird? Man kann sich
davon überzeugen, dass eine Überfüllung der Atmosphäre möglich ist. Diese
gewaltsame Überfüllung der Atmosphäre muss natürlich anormale Wirkungen hervorbringen.
Der
Mensch kann nicht ständigen Blitzschlägen oder ständigen Schauern von Arsen
oder eines anderen Giftes ausgesetzt werden. Neben medizinischen Überlegungen
sollte man an sich kreuzende Wellen denken. Sogar die einfachste Rotation eines
Gegenstandes erzeugt starke Perturbationen. Wie sehr muss dann die Brechung von
Wellen auf das menschliche Herz wirken! Anscheinend denken die Menschen aber nicht
an das, was größer ist als sie selbst.
Sicherlich
sind viele Krankheiten von der Atmosphäre abhängig, doch Überfüllung und
Vergiftung der Atmosphäre wirken besonders auf das Herz und die Gehirnreflexe.
So sollte man keine Energien hervorrufen, wenn man ihre Verbreitung nicht kennt.
372. Ihr
beginnt schon über Themen wie Astrophysik und Astrochemie nachzudenken. Es scheint
an der Zeit, darüber nachzudenken, wie diese mächtigen Einwirkungen die Natur
der Menschheit beeinflussen. Bald wird man darangehen, die mächtigen Hebel der
fernen Welten für die Verbesserung des Lebens heranzuziehen.
Bei der
ganzen Fülle von Möglichkeiten muss allem aber das Element Herz beigefügt
werden. Die Offenbarung der feinsten Energien des Herzens verwandelt den
Chemismus der Strahlen. Man darf sich kein chemisches Laboratorium ohne die Teilnahme
des Herzens vorstellen. Sobald der menschliche Gedanke das Herz als Antreiber
anerkennt, nicht als egoistischen, persönlichen Apparat, sondern als Teilnehmer
an feinsten Energien, beginnt das Leben sogleich die ihm vom Schicksal bestimmte
Verwandlung.
373. Ist
es nicht wahr, dass Einigkeit schwierig zu erlangen ist, selbst wenn sie als ausschließliches
und für jeden notwendiges Mittel vorgeschrieben ist? Es ist schwierig,
Einigkeit auch nur zeitweilig zu erfassen.
Ist es
nicht wahr, dass man leicht in Gereiztheit ausbrechen kann? Es ist nicht
schwierig, die Epoche Harmagedon und alles Bestehende zu vergessen, nur um die
Galle zu erfreuen[71]. So ist es weit von Gereiztheit
bis zu Astrochemie.
Die Pfeile,
die das Herz durchdringen, sind nicht das Ergebnis einer einfachen
Nervenzusammenziehung, sondern eine weit tiefere Erscheinung, denn sie sind mehr
geistigen Ursprungs. Wie viele menschliche Krankheiten sind auf unzureichende
Zusammenarbeit zurückzuführen! Das Konzept der Zusammenarbeit führt leicht zur
Zusammenarbeit mit den Kräften der Natur. Wo ist die Grenze zwischen den
Kräften der Natur und denen der Vergeistigung? Ein Diener des Geistes muss die Allgegenwärtigkeit
des Geistes erkennen.
374.
Barmherzigkeit, Mitleid, Mitgefühl, Liebe und alle von Uns aufgezeigten,
wohltätigen Bestrebungen, sind sie nicht wunderbare Wege der Verbindung mit höheren
Energien? Man muss sich daran gewöhnen, diese lichten Eigenschaften als
wirksames Mittel zu betrachten, das mit den höheren Welten vereint. Ohne diese
Eigenschaften wird die ganze Astrochemie Astrogift sein.
Seit
undenklichen Zeiten verstanden die Alchemisten die Bedeutung der lichtstrahlenden,
verbindenden Substanz, die vom Herzen ausgeht. Deshalb schaffen die Emanationen
des Herzens dauernd jene lichte Substanz, die wir als eine Art Essenz der
psychischen Energie bezeichnen.
Natürlich
versucht auch die Gegenseite, dieses Problem auf ihre Art zu lösen. Doch
anstelle der lichten Schöpfung des Herzens sucht man nach einer Schöpfung durch
Sperma und versucht auf diese Weise, ebenfalls die verbindende Substanz zu
finden. Ich werde ihren Namen nicht wiederholen. Die Zauberer der ersten drei
Grade benutzen die Spermasubstanz zur Vereinigung mit räumlichen Energien. Es
lohnt sich nicht, zu erklären, dass ihre gewaltsamen Maßnahmen nicht stark
genug und zu langwierig sind. Sie können mit dem Feuer des Herzens nicht
verglichen werden.
375. Ein
euch bekannter Yogi nahm ohne sich zu schaden das stärkste Gift ein, starb aber
wegen einer geringen Verzögerung bei der Anwendung der Herzenergie. Immunität ist im Herzen enthalten. Ein Yogi überträgt
gedanklich die Gifte ins Herz, das ihre Wirkung zunichtemacht, indem es
sich an das räumliche Feuer anschließt. Dazu ist es allerdings notwendig, die
Feuer des Herzens zu erwecken, und ihr wisst, wie viel Zeit dies erfordert!
Natürlich
muss die Einnahme des Giftes allmählich erfolgen. In dem euch bekannten Fall
brauchte es sieben Jahre, um den Organismus an die Koordination mit den Feuern
des Raumes zu gewöhnen. Nur eine Minute Verzögerung verschaffte den Kräften des
Giftes einen Vorteil. Man darf nicht einen Augenblick zögern, das Bewusstsein ins
Herz zu übertragen.
376.
Manche Menschen fühlen das Herz in sich als etwas Abgesondertes. Eine solche Empfindung
kann für die Entwicklung der verbindenden Substanz des Herzens sehr nützlich
sein. Wenn ihr wollt, dass das Herz eine bestimmte Einwirkung umwandelt, müsst
ihr vor allem diese Aufgabe dem Herzen bewusst übertragen; dann werdet ihr klar
bemerken, wie das Herz als etwas Fremdes empfunden wird. Weder Schmerz noch
Druck, sondern das Gefühl eines sich selbst genügenden Apparates wird die
Anwesenheit des Herzens bezeichnen. So muss es sein, wenn das Herz fremde
Einwirkungen in sich aufnimmt, um sie umzuwandeln und die Vergiftung des ganzen
Systems nicht zuzulassen.
377. Ein
Wissenschaftler könnte fragen: Wie soll man es anfangen, die Immunität des
Herzens hervorzubringen? Seine Frage ist berechtigt. Das Herz, bei all seinem unzweifelhaften
Potential, wird sich nicht ohne bewusste Immunität offenbaren. Das
Gleichgewicht zwischen Herz und Bewusstsein setzt die verbindende Substanz in
Bewegung. Auf diese Weise kann der Wissenschaftler die Annäherung auf zweierlei
Art beginnen:
Er kann das
Bewusstsein reinigen, denn materieller Ballast ist dem Bewusstsein nicht
dienlich. Nur ein durch die Kunst gereinigtes und von Knechtschaft befreites
Denken kann das Erblühen des Bewusstseins ermöglichen. Dabei lenke Ich die
Aufmerksamkeit auf die Bedingung der Befreiung von Knechtschaft; man muss sich
nämlich von einer Menge Knechtschaften befreien.
Die
zweite Bedingung für den Wissenschaftler ist: Er muss das Herz als einen selbständigen
Apparat spüren und darangehen, die Reaktionen und Reflexe des Herzens zu
beobachten. Dann werden sich auch die ersten Boten des Erfolgs einstellen,
nämlich leuchtende Sterne, und diese werden noch weitere Beobachtungen lehren.
Auch muss
man ständige Scharfsicht bei allen Arbeiten lernen, diese Beweglichkeit ist für
ferne Wanderer nötig.
378. Alle
Arten von Pranayama* sind ihrem Wesen nach auf das Entfachen der Feuer des Herzens
ausgerichtet. Natürlich, von den vielen, die Pranayama praktizieren, erzielen
nur sehr wenige positive Ergebnisse. Worin liegt der Grund dafür? Gewiss in
einem unbewussten Verhalten gegenüber dem Herzen.
Es geht eine
komplizierte Übung vor sich, und das Bewusstsein strebt nach Abzählen und Wechsel
der Körperbewegungen, mit anderen Worten, nach äußeren, materiellen Methoden.
Doch keine irdischen Berechnungen werden den Talisman[72] des
Herzens entfachen. Ohne Sonne gibt es keine Sonnenenergie, so wird auch das
Herz nicht ohne Streben zu einem Mittelpunkt entflammt. So ist es leichter, das
Herz durch den Impuls zu einem Mittelpunkt zu entfachen, als auf materielle
Berechnungen zu vertrauen.
Gewiss, Pranayama
ist weise als Hilfsmittel zur Beschleunigung von Ergebnissen festgesetzt
worden. Doch sobald das Mantram des Herzens seine Bedeutung verlor, verwandelte
sich auch Pranayama in ein mechanisches Mittel gegen Schnupfen. Deshalb lasst
uns an das heilige Herz denken, diesen Pfad zum Mittelpunkt.
379. Ruhe
des Herzens bedeutet nicht Ausruhen. Ein loderndes Herz kann sich nicht ausruhen.
Ruhe des Herzens bedeutet Festigkeit und Unerschütterlichkeit. Durch dieses
Verstehen kann man die Anspannung erlangen, die zum Nirwana führt. Aber wie
viele Stufen muss man mutig durchlaufen, um die Unerschütterlichkeit des
Herzens zu erkennen. Es ist leicht, bei scheinbarer Ruhe der Umgebung (…) zu
sprechen, man darf aber das Stählen des Herzens nicht in Untätigkeit suchen. Natürlich
bedeutet Tätigkeit nicht, mit den Armen herumzufuchteln, sondern Anspannung des
Herzens.
380. Die
vergangene Schlacht ist natürlich nicht mit der Schlacht von Morgen vergleichbar.
Man darf nicht glauben, Harmagedon sei ein Durcheinander in der Küche. Nein,
die größten Geschütze treten in Aktion und die schnellste Kavallerie wird
eingesetzt. Wenn wir Harmagedon mit dem vergangenen Krieg vergleichen, ist das,
als verglichen wir Europa mit der ganzen Welt. Ich bringe diesen Vergleich,
damit niemand denkt, die gegenwärtige Zeit sei gewöhnlich und leicht. Man muss
die ganze Unerschütterlichkeit des Herzens sammeln, um in den Reihen des Rigden*
zu schreiten. Ihr besitzt ein Bild dieser Schlacht. So sollte man nicht
vergessen, welche Tage wir durchlaufen
Zur Zeit gibt
es keinen Menschen, der nicht des Mutes bedürfte. Nur äußerster Unverstand flüstert,
dass alles von selbst in Ordnung kommen wird – das kann nicht sein! Denn die
Finsteren haben die Grundlagen verschoben, weil sie durch sie nicht herrschen
können; so sollte man in allem vereint voranschreiten. Man muss verstehen, dass
die geistige Spannung dieser Zeit nicht mehr in den Dimensionen der
Feinstofflichen Welt verläuft, sondern schon an die Feurige Welt heranreicht.
Der Lehrer erinnert daran, dass nicht Schrecken, sondern Größe die Herzen der
Krieger Harmagedons erfüllen sollte.
381.
Gedankenübertragung auf Entfernung sowie Heilung durch ferne Ströme sind euch
zur Genüge bekannt. Es ist allerdings notwendig, dies beharrlich zu
wiederholen, weil die Menschen das Unbestreitbare am wenigsten von allem annehmen
wollen. Gewiss, die Übertragung der Gedanken muss empfangen werden, deshalb ist
die Aufnahme der Sendungen über das Herz unerlässlich. Sogar ein
Telegraphenbeamter kann eine mechanische Übertragung in Verwirrung bringen; das
bedeutet, dass die Aufnahme durch das Herz weit feiner sein muss.
Außerdem
wisst ihr, wie leicht ein von außen kommender Gedanke das Bewusstsein durchfliegt
und trotz Klarheit der Sendung vergessen wird. Das Herz muss diese unausgesprochenen
Worte in sein Innerstes aufnehmen.
So können
auch heilsamste Ströme leicht übersehen werden, wenn wir uns ihnen im
Bewusstsein widersetzen. Das ganze Bett kann von Strömen erbeben, doch dieses
Klopfen kann zurückgewiesen werden.
Es ist
auch gut, wenn das Herz mit Wohlwollen begreift, dass eisige Ströme nicht ohne
besonderen Grund Wärme durchlaufen können. Um diese einfachen
wissenschaftlichen Erscheinungen anzunehmen, bedarf es keines blinden Glaubens,
sondern nur eines offenherzigen Wohlwollens.
382.
Allmählich kann man viele feinstoffliche Erscheinungen als gewöhnliche
Lebensbedingungen annehmen. Das ist eine Verklärung des Lebens, und sie kann
zum erhabensten Zustand führen, ohne dass man sich vom Leben entfernt.
Ihr
selbst wisst, wie man auf Entfernung Zwiesprache halten kann, und habt mehr als
einmal eine ganze Batterie verschiedener Ströme erlebt. So wisst ihr auch, wie
die Ströme allmählich zunehmen und wie sogar sehr gefährliche Fälle durch
Unsere Ströme auf Entfernung geheilt werden.
383.
Unter der Vielzahl von Strömen sind die stärksten die äußerst kühlenden und die
feurigen. In Tibet hat Urusvati feurige Ströme erlebt und nachher kühlende.
Für
feurige Ströme verwenden die Lamas eine ganze Prozedur, die vom Lehrer in übertriebener
Weise durchgeführt wird, doch wie ihr seht, kann man auch unmittelbar mit dem
Herzen vorgehen. Der Lehrer lenkt die Ströme, doch das Herz des Lehrers selbst
bedarf manchmal der vereinigenden Substanz, dann ist die Energie des Schülers
von besonderer Bedeutung. Der Lehrer muss sehr dankbar sein, wenn die
geläuterte Energie des Schülers in einer mächtigen Spirale aufsteigt. Das wird
das Rad der Zusammenarbeit genannt. So ist der Lehrer immer bereit, den
Energievorrat zu teilen, doch auch der Schüler muss bereit sein, ein
geläutertes Herz zu haben.
384. Die
Übung mit kühlenden Strömen ist dem Auflegen eines Eisstückes auf den Körper zu
vergleichen. Gewiss, der Rhythmus der Ströme erinnert an eine Art Kühlapparat. Eine
solche schwingende Bewegung bewirkt nicht nur ein äußeres, sondern auch ein
inneres Durchdringen.
385.
Strebt in die Zukunft. Die gegenwärtige Zeit muss als Brücke über einen
tosenden Strom betrachtet werden. Es ist nicht notwendig, das Bewusstsein an verzerrte
Bedingungen zu knüpfen, sie sind nur Gestrüpp auf der Brücke.
Menschliche
Missgeschicke ergeben sich nur durch Verzögerungen aufgrund der Beachtung vorübergehender
Stöße, denen man ausweichen muss. Jeder Führer ist bestrebt, nicht aufgehalten
zu werden.
Natürlich muss man das Geben in seiner
ganzen Gerechtigkeit verstehen. Man darf darunter nicht nur das Spenden von
Geld oder Gegenständen verstehen, die man nicht mehr benötigt; die wahre Gabe erfolgt
mit dem Geist. Möge jedes Herz Ströme von Gaben des Geistes ausgießen. Nicht
ohne Grund sagt man, dass jeder Herzschlag ein Lächeln, eine Träne und ein Goldstück
ist.
Das ganze Leben fließt durch das Herz.
Man muss verstehen, dem Herzen ständig Arbeit zu geben. Nichts anderes vermag
das Herz derart zu verfeinern, wie unbegrenztes geistiges Geben. Gewöhnlich
wird geistiges Geben nicht gewürdigt, wie alles Unsichtbare nicht geschätzt
wird. Doch die Quelle des Reichtums, sowohl des geistigen als auch des materiellen,
ist das Herz. Könnte man es doch
nur in jeden Fall einbeziehen, in dem der Herzschlag wertvoll wäre.
387. Das
Öl des Deodar wurde Balsam des Herzens genannt. Tatsächlich gehören einige
Substanzen zum Herzen der Natur, und ihre edle Eigenschaft bewirkt eine
Läuterung des menschlichen Herzens. So ist es auch bei der Rose, dem Moschus
und dem Bernstein. Ich nenne Substanzen mit verschiedenen Eigenschaften, um die
Ausmaße des Herzens der Natur zu umreißen.
388. Es
ist unmöglich, sich vorzustellen, welch ein Kampf im Gange ist! Oft kann man die
Seinen nicht erkennen, weil das Herz untätig ist. Nicht ohne Grund ist die
Lehre des Herzens für das Leben der Zukunft so unerlässlich. Wie sonst werdet
ihr die Grenzen der Welten überschreiten?
Ein Eremit trat mit einer Botschaft aus
seiner Einsamkeit heraus und sprach zu jedem, den er traf: „Du besitzt ein
Herz.“ Als man ihn fragte, warum er nicht von Barmherzigkeit, Geduld, Hingabe,
Liebe und all den anderen segensreichen Lebensgrundlagen spreche, antwortete
er: „Das Herz allein darf nicht vergessen werden, alles übrige ergibt sich von
selbst.“
Wahrlich,
können wir uns der Liebe zuwenden, wenn es für sie nirgends einen Ort gibt? Und
wo wird Geduld einen Platz finden, wenn ihre Wohnstätte versperrt ist? Um sich
daher nicht mit Segnungen abzuquälen, die keine Anwendung finden, muss man für
sie einen Garten errichten, der sich infolge des Verstehens des Herzens öffnen
wird. Lasst uns fest auf der Grundlage des Herzens
stehen und begreifen, dass wir ohne Herz nur tote Hüllen sind.
390. Wer
Blumen liebt, ist auf dem Pfad des Herzens. Wer das Streben zu den Höhen kennt,
ist auf dem Pfad des Herzens. Wer rein denkt, ist auf dem Pfad des Herzens. Wer
die höheren Welten kennt, ist auf dem Pfad des Herzens. Wer bereit ist für die
Unbegrenztheit, ist auf dem Pfad des Herzens.
So lasst
uns die Herzen zum Erkennen der Quelle aufrufen. Es ist richtig zu verstehen, dass
das Wesen des Herzens sowohl der Feinstofflichen als auch der Feurigen Welt angehört.
Man kann die Welten im Herzen, aber nicht im Verstand erkennen. So ist die
Weisheit dem Intellekt entgegengesetzt; es ist jedoch nicht verboten, den
Verstand mit Weisheit zu schmücken.
391. Das
Gefühl gewinnt immer die Oberhand über den Verstand. Man muss dies als unüberwindliche
Wahrheit annehmen. Wenn wir daher vom Herzen sprechen, bestätigen wir die
Festung des Gefühls. Doch wie weit ist das Gefühl des Herzens von Lüsternheit
entfernt!
Die Lehre
vom schöpferischen Fühlen führt zur Erkenntnis der Schöpfung der Gedanken. Wir
wollen den Bereich des Gefühls nicht zergliedern, denn er ist ein einziges
blühendes Feld. Wir kennen die Saat des Gefühls, doch wo sind die Früchte, die der
Verstand allein hervorbringt? Der Verstand kann nicht schaffen, wenn das
Saatkorn des Herzens nicht gegeben wird. Wenn wir daher vom Herzen sprechen, sprechen
wir vom Schönen.
392. Ich
meine, dass man das bestehende gegenwärtige Leben dem Kanal des Herzens entlang
führen kann,[73] doch nur bei Kenntnis der
grundlegenden Gesetze. So bestätige Ich das Wesen eines festen und schönen
Aufbaus.
393.
Lasst uns über der Lehre den Kampf nicht vergessen. Es ist ungewöhnlich, dass
wir zur Zeit eines großen Angriffs über das schöne Herz sprechen. Man kann
unsere Gespräche eine Verwirklichung der Ruhe nennen.
394. „Am
Abend vertraute er den Gedanken seinem Herzen an, und am Morgen übermittelte er
seine Entscheidung“, so heißt es in den persischen Chroniken über den Alten vom
Berge[74]. Für
viele Menschen ist dies bloß ein scherzhaftes Märchen. Doch mit diesem
Ausspruch wird eine ganze Lehre gegeben, nämlich: „Er vertraute den Gedanken
seinem Herzen an.“ Nirgendwo sonst, als auf dem Altar des Herzens kann der
Gedanke verwandelt werden!
Für viele
Leser des Buches „Herz“ stellt sich die Frage, ob sie etwas Neues und
Anwendbares gelernt haben. Solche Menschen wünschen ein Apothekerrezept, um ihr
Herz mit patentierten Pillen zu erheben. Für sie ist die Weisung, den Gedanken dem
Herzen anzuvertrauen, Unsinn. Und in ihrem verwirrten Bewusstsein ist es
schwierig für sie, einen einzelnen Gedanken auszusondern. Sie können mit ihrem
gewundenen Verstand das Herz nicht finden.
Doch wer
den Altar des Herzens bereits spürte, wird auch die Disziplin des Geistes
erkennen. Wir senden jenen Freunden Rufe über das Herz, die einander auf den
Kreuzwegen des Ostens begegnen. Wir senden jenen Rufe der Einheit, deren Herz
bereits die Musik der Sphären vernahm. Für den, dem die Sphäre Leere bedeutet,
ist das Herz nur ein Blutbeutel.
395. Wem wäre
jetzt nicht ernst zumute, wenn alle denkenden Wesen den Zusammenbruch der alten
Welt erkennen? Tatsächlich, den Zusammenbruch, denn vieles ist noch nicht überwunden.
Doch die (…) nicht entsprechenden Bestandteile werden in einem Schmelztiegel
zusammengeworfen. Und das tödliche Fehlen von Disziplin birgt Zersetzung in
sich. Man muss seinen ganzen Mut aufbringen, um mit dem Gedanken an das Herz
voranzuschreiten. Die Schwingungen erbeben, und man kann unmöglich von Kriegern
Genauigkeit verlangen, wenn Wirren die Augen trüben. Überwindet die Unruhe,
denn die Welt erbebt, doch glaubt nicht, man könne gewöhnlich denken. Denkt nur
an die Zukunft, nur an den Lehrer!
396. Der
Altar des Herzens ist nicht nur symbolisch so benannt, sondern auch deshalb,
weil man, wenn man einen Gedanken dem Herzen anvertraut, im oberen Teil des
Herzens eine Art leichten Druck verspüren kann. Dieses Gefühl ist so zart, dass
jemand, der an feinstoffliche Gefühle nicht gewohnt ist, es gar nicht bemerkt.
Menschen mit verfeinertem Bewusstsein werden diesen Druck der Gedankenenergie aber
genau spüren.
397. Oft
wird eine Willenssendung mit der Herzenergie verwechselt. Man kann einen
Willensbefehl leicht erkennen, bei dem das Gehirn durch das Auge oder durch einen
Strom aus den Gliedmaßen wirkt. Für die Einwirkung des Herzens sind keine
äußeren Verfahren erforderlich.
Man kann
sagen, dass der Westen sich im letzten Jahrhundert die Methoden des Gehirns angeeignet
hat, weil sie offensichtlich und obwohl sie oberflächlich und unvollkommen sind
wie alles, was auf äußere Verfahren angewiesen ist. Der Osten bewahrte trotz vielfachen
Niedergangs gleichwohl die Methoden des Herzens. So lasst uns in allem nach
Verinnerlichung, mit anderen Worten, nach Vertiefung streben.
398. Um
der Methode des Herzens näherzukommen, muss man vor allem die Welt des Herzens liebgewinnen,
oder richtiger gesagt, alles, was mit dem Herzen zusammenhängt, schätzen
lernen. Viele Menschen können sich die unterschiedlichen Wege des Gehirns und des
Herzens gar nicht vorstellen. Diesen „Gehirn-Menschen“ fällt es schwer, die
Höheren Welten anzuerkennen. Sie können sich auch nicht den Vorrang der
Feinstofflichen Welt vorstellen.
Die
Offenbarung der feinstofflichen Sphären entspricht dem Zustand des Herzens. So
kennt ein Herz, das bereits auf den Rhythmus des Weltraumes erklingt, sowohl
den Klang der Sphären als auch den feinstofflichen Wohlgeruch, und die Blumen,
die ebenso erklingen, verneigen sich vor ihm. Blumen der Feinstofflichen Welt
zu sehen bedeutet, sich bereits in die Sphäre des Schönen zu erheben. Man kann diese
geläuterten Bildnisse auch im wachen Zustand schauen, doch dazu bedarf es der
Flamme des Herzens.
Man kann
auch das schöne Feuer des Herzens sehen, wie es über dem Herzen flimmert. Doch
für diese Erscheinungen muss man das Herz entflammen. So
ist das Herz keine Abstraktion, sondern eine Brücke zu den Höheren Welten.
399. Sicherheit
ist noch keine Widerstandsfähigkeit. Alle träumen von der Entfaltung von
Widerstandsfähigkeit. Unempfindlichkeit ist nur ein schwacher Grad von
Widerstandsfähigkeit. Immunität ist im Herzen, doch aktive Widerstandsfähigkeit
ist auch nicht im Gehirn. Nur die Herzenergie macht einen Menschen unverwundbar
und trägt ihn über Hindernisse hinweg. So kann man sich das Herz als eine Waffe
einprägen. Die Waffe des Lichts ist nämlich das Herz!
Doch man
möge Uns nicht als Gegner des Gehirns verdächtigen. Möge das Gehirn, der gute
Ackersmann, seine Saat bearbeiten. Möge es die Saatkörner düngen und einen
durch Kämpfe verfeinerten und geschärften Gedanken hervorbringen. Doch der
gegenwärtige, katastrophale Zustand der Dinge wurde durch das pervertierte
Denken des Gehirns geschaffen.
Wenden
wir uns deshalb wieder dem Herzen zu, dem Richter und Führer. Wer immer seinen
Nächsten hilft, den Pfad des Herzens zu finden, wird auch seine eigene Vervollkommnung
finden.
400. Ihr
habt richtig bemerkt, dass vieles von uns selbst getan werden muss. Das ist der
Grund dafür, dass Hilfe sich erst im letzten Augenblick einstellt, anders
könnte man sich nicht geistig vervollkommnen.
So wäre
es auch unzulässig, den Strom der (…) Energie zu unterbinden, wenn er richtig
fließt. Wie Selbstmord das größte Verbrechen ist, so ist auch jede andere
Unterbindung des Flusses einer strebenden Energie schädlich. Wir sind nur hier,
um unseren Geist zu vervollkommnen. Unterbrechen wir daher die lebendige
Energie nicht. Das Konzept des Santana ist eine weite Verwirklichung des Flusses
der Energie.
401.
Lasst uns Findigkeit aufbieten, um Widerstandsfähigkeit zur verwirklichen. Man
sollte diesen Gedanken dem Herzen anvertrauen, andernfalls wird er nicht zur Erfüllung
gebracht werden. Die Hauptsache ist, dass die Höheren Weisungen nicht ohne
Anwendung bleiben: Gesegnet seien die Gefahren, sie lehren uns Einheit und
Widerstandsfähigkeit. Wenn man diese Zustände durch die Verwirklichung des
Herzens stärkt, ist auch die Rüstung bereit. Die Rüstung des Mars wurde von
Vulkan und Venus[75] vorbereitet und
geschmiedet, so verbindet das Symbol eines weisen Mythos die Konzepte des
Lebens.
Wie
notwendig ist Vereinigung durch Schweigen! Nichts wirkt so sehr auf das Herz wie
angespanntes Schweigen.
402. Ein
Mantram sowie alle Arten von Gebeten können einen äußeren Rhythmus unterstützen
und auch zur Vereinigung mit der Höheren Welt dienen. Viele Menschen können im
Gebet weder einen äußeren noch einen inneren Sinn finden. Die herrlichen Hymnen
der Rigveden[76] erstarben, weil sie nicht
ins Herz eindrangen.
Man kann
diesen Mangel an Rhythmus als Anzeichen der letzten Periode des Kali Yuga
ansehen. Die Finsternis wird nämlich mit allen Mitteln jegliches Ebenmaß stören.
Dissonanz ist das kennzeichnende Merkmal aller zeitgenössischen Künste. Man
kann sogar bemerken, wie Konsonanz und die Dur-Tonart gleichsam zum kennzeichnenden
Merkmal des Veralteten gemacht wurden. Es ist ein gewisser Mut erforderlich, um
weiterhin in Konsonanz und Dur-maestoso zu schaffen.
So muss
man beim gesamten Lebensaufbau die Ablehnung jeder Art von Heldentum feststellen.
Auf der ganzen Welt kennzeichnet feige Boshaftigkeit die Anhänger der
Finsternis und des Chaos. Doch das Herz verlangt nach Aufbau, weil es weiß, wie
ansteckend Chaos ist. Jede Zersetzung gebiert wieder Zersetzung.
403. Man
muss verstehen, wie die Grenzlinie zwischen Licht und Finsternis verläuft. Natürlich,
sie ist gewunden, doch mit dem Herzen kann man Anhänger der Finsternis
unfehlbar erkennen.
Kann jemand
mit finsterem Herzen aufwärtsstreben? Wird er im Leben Lüge und Selbstsucht beseitigen?
Wird er die Furcht vor der Zukunft überwinden? So erkennt: Wer die Zukunft
fürchtet, gehört der Finsternis an. Dies ist der sicherste Prüfstein.
404. Aus
den Aufzeichnungen der Mutter des Agni Yoga könnt ihr sehen, dass Aufruhr sich fast
wie kosmische Erschütterungen auswirkt. Worum geht es? Gewiss, ein Aufruhr, bei
dem Feuer von besonderem Hass auflodern, kann mit den unterirdischen Feuern
verglichen werden. Natürlich kann es ganze blutige Schlachten geben, die mehr aus
Schrecken oder Pflichterfüllung bestehen und auf diese Weise keine besondere
Spannung erreichen.
Kriege sind
selten gleich angespannt; ein religiöser oder revolutionärer Aufruhr kann zu einer
unvergleichlich stärkeren allgemeinen Spannung führen. Spannung wird daher nicht
an der Anzahl der Schüsse oder der Feinde gemessen, sondern am allgemeinen,
bewussten Streben des Herzens. Genau wie gesagt wurde: Die Empörung der Elemente
ist dieselbe, ob sie vom unterirdischen oder vom überirdischen Feuer herrührt. Es
gibt jedoch kein stärkeres Feuer als das Feuer des Herzens.
405. Die Ereignisse
tragen die altersschwache Welt davon. In allen Testamenten wurde auf diese Zeit
hingewiesen. Dennoch denken die Menschen nicht darüber nach, was vor sich geht.
Sie können noch nicht einmal damit beginnen, an die Zukunft zu denken.
So darf
man kein Buch herausbringen, ohne auf die Lehre über die Zeit hinzuweisen, die
bereits angebrochen ist. Man darf nicht denken, irgendetwas werde den Lauf des von
den Menschen geschaffenen Stromes ändern. In den fernen Welten ist man bereits
über die feurige Unvermeidbarkeit entsetzt, die Erde jedoch fährt fort, sich
mit einer finsteren Hülle zu umgeben. Was sonst ein Jahrhundert erforderte,
ereignet sich jetzt in fünf Jahren; der Anstieg der Beschleunigung wirkt dem Gesetz
entsprechend.
Wenn Ich
daher über das Herz spreche, heißt das, dass man diesem Kanal entlang Rettung
finden kann. Hört ihr, Ich wiederhole: Rettung! Weder Diskussion noch Zweifel
noch Schwanken, sondern Rettung wird das Zeichen dieser Stunde sein.
Man muss noch
fester verstehen, wie sehr die alten Maßnahmen bereits fehl am Platz sind. Es verbleibt die Brücke zu den höheren Welten: das Herz. Nähern
wir uns der Quelle der Empfindung des Lichts. Begreifen wir, dass sogar die
Jünglinge im Feuerofen nicht verbrannten[77], als
sie durch das Herz emporstiegen. Die Zeit ist schwer!
Das
werden wir ohne Furcht vor dem Gespött der Unwissenden wiederholen. Sie haben
von der Bedeutung des Herzens gar keine Ahnung.
406. Wenn
ihr gefragt werdet: „Wie verbringt man eine schwere Stunde?“, antwortet: „Nur
in Erwartung; nur im Streben zum Lehrer, oder in Arbeit.“ Sagt: „Wahrhaftig,
durch alle drei Maßnahmen.“ So muss Arbeit wie das Einpacken aller Wertsachen bei
einer weiten Reise sein. Die Qualität der Arbeit öffnet die Tore des Herzens.
407.
Jemand, der von einer schlimmen Krankheit befallen war, versuchte in einem
Anfall von Hass, zum Schaden der Menschheit möglichst viele Gegenstände zu
berühren. So drückt sich die Tatkraft des Bösen aus. Das Böse bedarf keiner
bestimmten Persönlichkeiten, es ist ihm nur nötig, allgemein Schaden zuzufügen.
Würde das
Gute sich doch bloß durch eine noch größere Tatkraft auszeichnen! Würde jeder,
der vom Guten erfüllt ist, es doch mit jeder Berührung aussäen! Wie viele
segensreiche Funken würden in den Raum gesandt werden, und wie leichter würde
der Kampf mit dem Bösen werden! Es ist wahr, dass die menschliche Güte sehr
tief ist, doch es mangelt ihr oft an Tatkraft.
Dies
kommt von fehlender Herzensbildung. Das Potential eines guten Herzens arbeitet
gewöhnlich krampfhaft und ist bei weitem nicht immer in Bereitschaft geöffnet.
Jedoch gerade diese Krampfhaftigkeit ermöglicht viele Angriffe des Bösen, das
gleich einer Kornschwinge[78] in alle
Richtungen hin wirkt.
Man kann
sich nur durch einen undurchdringlichen Panzer des Guten schützen. Es ist nicht
lobenswert, die Rüstung sehr fest am Rücken anzulegen und ausgerechnet das Herz
ungeschützt zu lassen.
408. Die
Erziehung des Herzens muss mit dem zweiten Lebensjahr beginnen.
Vor allem
kann man Mutter- oder Ziegenmilch empfehlen, doch eine angeheuerte Amme ist ein
widerwärtiger Brauch. Außerdem ist Muttermilch oft leichter verdaulich und enthält
bereits Teilchen der Herzenergie. Das ist jedoch bisher nicht bedacht worden. Sogar
die einfachsten Menschen fühlen die Wahrheit stärker als die kalten Dogmatiker.
409. Selbst
ein niedriger Lama versteht, dass man einen tollen Hund mit einem Blick töten
kann. Es ist jedoch unmöglich, den tödlichen Blick im Westen zu zulassen, denn
hier würde ein unzulässiges gegenseitiges Niederschießen einsetzen. So kann das
Herz die Grenzen des Zulässigen eingeben. Indessen kann man schadlos nicht nur
mit Pflanzen, sondern auch mit Insekten und Tieren experimentieren, indem man
ihnen durch den Blick Befehle übermittelt.
Ihr seht
natürlich, dass die Tätigkeit des Herzens nicht so sehr von Hitze herrührt, als
von Strömen (…). Die Empfindung der geringsten Erscheinungen kann einem
verfeinerten Herzen zugänglich sein. Es gibt viel Verrat. Ein verfeinertes Herz
spürt diese Abscheulichkeit besonders.
411. Bei
der Erziehung des Herzens ist vor allem der Begriff Arbeit hervorzuheben. Von den
ersten Jahren an ist Arbeit als die einzige Lebensgrundlage und als Vervollkommnung
festzulegen. Auf diese Weise wird die Vorstellung vom Egoismus der Arbeit
zunichte gemacht und im Gegenteil ein weites Verständnis der Arbeit für den allgemeinen
Nutzen hinzugefügt.
Eine solche
Vorstellung verfeinert das Herz bereits bedeutend; doch in der Folgezeit wird
eine solche Erweiterung des Konzeptes Arbeit unzureichend: Dann wird mit den
Feuern des Herzens die räumliche Arbeit für die Zukunft geschaffen. Dann kann
keine Verneinung den Anstieg der Arbeit behindern. Dann dringt die räumliche
Arbeit bewusst in die höheren Sphären ein.
In diesem
Bewusstseinszustand erhält das Herz eine feste Rüstung, die sogar für die Feurige
Welt brauchbar ist. Lasst uns nach einer Rüstung streben, die überall brauchbar
ist!
412. Selbst
die Höchsten Wesenheiten müssen vom Geist erfüllt werden, um zu wirken. Der
Ausdruck „Erfülltwerden“ ist sehr exakt. Man muss tatsächlich erfüllt werden.
Das heißt, man muss sich mit einem Übermaß an Geist erfüllen. Doch bedeutet das
nicht, mit der Hierarchie in Berührung zu kommen? Nur dieses Schöpfen des Geistes
aus der Höchsten Quelle bewirkt eine Erneuerung und Anspannung der feurigen
Energie. Daher wurde nirgends geboten, sich im Geist zu verschließen, sondern im
Gegenteil von der Macht des Geistes erfüllt zu werden, die zum Licht führt.
Ihr habt
euch zu Recht an das Stehen am Rande des Abgrunds, an der Grenze der Anspannung
erinnert. Nur diese Wellenkämme erheben den Geist zum Angefülltsein. Doch wer
an Selbstsucht, an Selbstbestätigung denkt, wird niemals von dem Ewigen Feuer
schöpfen. So lasst uns unser Streben auf räumliche Maßnahmen richten. Euch, starke
Krieger, kann Ich willkommen heißen, die ihr vom Phönix wisst, der aus der
Asche wiedergeboren wird.
413. Vieles,
was vom Standpunkt irdischer Maßstäbe aus schlecht erscheint, ist tatsächlich
gar nicht schlecht. Wenn es Amphibien gibt, die sowohl im Wasser als auch auf
dem Land leben, warum soll es dann keine Wesen geben, die sowohl auf der Erde
als auch im Feuer leben? So werden in großen Netzen gewaltige Fische gefangen.
414. Phosphoriges
Gewebe ähnelt völlig dem feurigen Körper. Zündet ein solches Gewebe an, und ihr
werdet sehen, wie die Flamme gleichzeitig in viele Richtungen ausströmt. So
lodert der feurige Körper auf, wenn er durch Gereiztheit oder Erschütterung in
Brand gesetzt wird.
415. Jemand
könnte nach dem Erscheinen eines zweiten Buches über das Herz fragen. Sagt: Die
Menschen lesen gern nur die letzte Seite, ohne sich um den Sinn der ersten zu kümmern.
Daher muss man die Lehre in Schichten einteilen. Es ist besonders traurig, mit
anzusehen, wie das sinnlose Verschlingen der letzten Seiten nur Schaden anrichtet.
Das Herz
erfordert Fürsorge und Koordination, andernfalls wird das phosphorige Gewebe in
Brand geraten.
416. So
sehr die Erscheinungen der Feinstofflichen Welt auch verborgen sein mögen, es gibt
doch zu viele und zu verschiedene Menschen, die sie gesehen haben. Weder durch
Séancen noch durch Beschwörungen, sondern durch natürliche Schau kennen viele die
Existenz der Feinstofflichen Welt. Natürlich sieht nur sehr selten jemand die
Feurige Welt, doch ein feinstoffliches Wesen steht unserem Zustand nicht fern.
Viele
reden von diesen Erscheinungen gar nicht, weil sie sie gewohnt sind. Sogar
einfachste Menschen fürchten sie nicht und wissen in ihrem Herzen, dass man sich
nicht zu fürchten braucht. Vor allem Furcht trennt die Menschen von der
Feinstofflichen Welt. So wird die natürlichste Erscheinung gestört.
Die
Menschen wenden auch unzulässige Nekromantie an und vergessen, dass jeder Zwang
gegen die Natur ist und dem Lauf des Gesetzes schadet. Doch bei natürlichen
Erscheinungen ist zu bedenken, dass geistige Schau im Einklang mit dem Herzen
erfolgt. Ein niederer Zustand sieht das Niedrige. Doch geistige Läuterung wird
höhere Schau ermöglichen. So wird der Zustand des Herzens das Bewusstsein über
den üblichen Erscheinungen halten.
417. Das
Neue ist das Älteste, und daher sollte man nicht fürchten, dass etwas unmöglich
sei. Alles ist vorstellbar, weil alles existiert. Man darf keine Dürftigkeit der
Schöpfung vermuten. Es ist erstaunlich, wie leicht die Wissenschaft es sich gestattet,
sich stumpfsinnig zu begrenzen und Antworten auf etwas zu geben, das sie nicht
kennt. Kinder sagen manchmal richtiger: „Ich weiß es nicht.“ Freimütige Unkenntnis
ist anerkannt als die Pforten der Erkenntnis.
418. Wenn
es euch gelingt, die Menschen davon zu überzeugen, dass das Herz an
Barmherzigkeit, Mitleid und Liebe teilhat, bleiben dennoch die anderen Bereiche
des Herzens unverstanden. Wird euch der Verstand nicht tausenderlei unbekannte
Dinge vorsetzen, sobald ihr von Kosmogonie zu sprechen beginnt? Und ohne den
Mut des Herzens werden diese Gespräche von den höheren Regionen abschweifen.
So könnt
ihr ohne Anteilnahme des Herzens nicht von der Qualität sprechen, die allem
Bestehenden zugrunde liegt. Qualität wird vom Verstand verschmäht, doch ihr
seht bereits, wie das Leben scheitert, wenn Qualität nicht verehrt wird. Nur
das Herz freut sich über wahre Qualität. Begreifen wir daher, warum nach komplizierten
Berechnungen Rettung nur durch den Pfad des Herzens verbleibt.
Einer
ungezügelten Flamme, dem Schrecken entfesselten Giftes, kann nur mit dem Herzen
begegnet werden. Dabei muss man mit dem Verstehen des Herzens von den ersten
Stufen an beginnen, denn gestern noch wurde das Herz abgelehnt. Das ist auch
nicht schlecht, denn auf diese Weise können wir gleichsam einen neuen Schatz
erwerben. Die Menschen lieben alles Neue so sehr, und nach den Integralsystemen
(…)[79] ist
es verlockend, ein neues Spiel zu haben: das Herz. Kinder lieben Spiele, die
jenen der Erwachsenen gleichen.
419. Man
kann die Menschen bitten, wenigstens gelegentlich an das Herz zu denken. Zuerst
muss man ein allgemeines Streben entlang diesem Weg schaffen. Es können nicht
nur hundert Herzen den Planeten erhalten. Es ist
notwendig, dass die Menschen wenigstens teilweise das Herz als den Führer des
Lebens annehmen.
420. Man
kann die feurige Rüstung kann nur sehr selten fühlen, genauso wie die Strahlen
der Flügel der Heldentat. Dabei kann man erkennen, wie diese Rüstung einen
schützen kann, andererseits erfordert sie allerdings außergewöhnliche Vorsicht,
wie jede feurige Erscheinung.
Die
Mutter des Agni Yoga weiß, dass eine solche Rüstung gar nicht leicht zu
erlangen ist, weil die irdischen Bedingungen zu weit von den hohen feurigen
Erscheinungen entfernt sind. Doch wenn feurige Handlungen geschehen, wird das
Vorhandensein der feurigen Rüstung spürbar. Gewiss, wenn das Herz feurige Manifestationen
bereits gewohnt ist, kann man an feurigen Schlachten teilnehmen.
421. Eine
harte Zeit erfordert eine starke Rüstung. Man muss dies noch tiefer mit dem
Herzen annehmen. Die Menschen müssen das Ausmaß des weltweiten Kampfes annehmen,
um einander durch gemeinsame Anstrengungen zu ermutigen. Anschuldigungen und
Spott sind besonders fehl am Platz. Sie sollten ihr Herz nach oben öffnen, so
als ob sie sich inmitten der Herrlichkeit eines Tempels befänden. So kann man
dem Verstehen der Ausmaße des Geschehens näherkommen.
422. Nur
schwer nehmen die Menschen wahr, dass Radiowellen die ganze Welt in einem
Augenblick überfliegen; doch die Geschwindigkeit und die Unbegrenztheit des
Gedankens sind dem Bewusstsein nahezu unzugänglich. Die einfachsten und
nützlichsten Wahrheiten werden besonders schwer angenommen.
Selbst die
Methoden der Erforschung solcher Gesetze verdienen oft nur Mitleid. Für die
Beobachtung der Erforschung und Verbreitung von Gedanken werden Anzeigegeräte
und Personen eingesetzt, die für eine solche Wahrnehmung tatsächlich in keiner
Weise geeignet sind. Auf der anderen Seite werden Menschen mit feinfühligen
Herzen nicht befragt.
Das
gegenwärtige Übel besteht darin, dass Menschen sich angeblich im Namen der
Wissenschaft versammeln, die kein Vertrauen verdienen. Man sollte keine Angst
haben, Fehler zu begehen, und die Massen weitgehend befragen. Natürlich wird es
Widersprüche geben, dennoch wird ein ehrlicher Forscher echtes, umfangreiches
Material erhalten.
Die
Sozialwissenschaften müssen sich eingehend mit der Verbreitung des Gedankens
beschäftigen, dieser Grundlage des menschlichen Wohls. So sind im Zeitalter der
Entdeckung von Energien Beobachtungen im Bereich des Gedankens notwendig.
423. Bei
Diskussionen über die Erziehung des Herzens können scheinbare Widersprüche
aufkommen. Die einen werden auf einem behutsamen Verhalten dem Herzen gegenüber
bestehen, andere hingegen werden sich Meiner Worte erinnern: „Belastet Mich stärker!“
Die Offenbarung eines Schildes gegen jede Missetat ist notwendig, doch man muss
im Namen des Großen Dienstes eine größere Last auf sich nehmen. So muss die
Energie für den Dienst erhöht werden, sie wächst bei Druck. Viele beneiden
alles, was von Bedrückung ausgeht, denn für sie ist es besonders ärgerlich, noch
nicht einmal von den finsteren Kräften beachtet zu werden. Doch nicht viele schätzen
Druck als Mittel zur Entwicklung schöpferische Energie.
Gewiss, durch
den Vorsatz zu töten kommt keine Anspannung auf. Bei einem solchen auf
Vernichtung gerichteten Angriff ist eine feurige Rüstung erforderlich. Jeder
Krieger muss eine solche Rüstung erwägen. Das ist kein Zeichen des sich Drückens
vor der Schlacht, sondern weise Vorsicht. Belastung des Herzens und Vorsicht
bedeuten gar keinen Widerspruch. Man muss auf alle möglichen Angriffe vorbereitet
sein, und dafür bedarf es eines beweglichen Denkens.
424. Es
ist gerade keine Feigheit, scharfsichtig Umschau zu halten, besonders wenn ihr
die Beschlüsse Satans kennt. Ein kleines Korn kann sogar gegen einen Riesen geworfen
werden. So werden Schädlinge alle möglichen Maßnahmen versuchen, weil sie nicht
sicher sind, wo das Böse gedeihen kann. In dieser Verschmutzung liegt der
Erfolg der Finsternis. Die Menschen vergessen, dass sie umsichtig sein müssen. Missetat
schleicht sich nicht nur als Tiger ein, sondern auch als Mäuschen.
425. Beim
Beobachten der Herztätigkeit wird ein durchschnittlicher Verstand auf viel
Unverständliches stoßen. So wird es ihm seltsam erscheinen, dass sogar ein verfeinertes
Herz die mächtigsten Ereignisse oft sehr schwach registriert, auf
verhältnismäßig unbedeutende Handlungen dagegen stark widerhallt. Dafür gibt es
viele Gründe, äußere und innere, man muss sie aber weise auseinanderhalten.
Man muss
alle Gegenwirkungen von Strömen in Betracht ziehen. Andererseits muss man aber auch
alle karmischen Bedingungen verstehen, welche die Übermittlung vergrößern oder verkleinern
können. Man sollte nicht bekümmert sein, wenn das Gesetz (…) sich nicht in toten
Buchstaben ausdrücken lässt. Im Gegenteil, die Vielfalt der Nebenumstände erweitert
die Möglichkeit neuer Beobachtungen.
So kann
man sogar an Schulen die Aufmerksamkeit der Kinder üben, die oft viel ehrlicher
und beweglicher sind als Erwachsene. Man muss nur mit dem anziehenden Vorschlag
an sie herantreten, ihren eigenen Empfindungen Beachtung zu schenken.
426. Die
Entwicklung der Beobachtungsfähigkeit führt zu Furchtlosigkeit. Wir dürfen nicht
das fürchten, was uns umgibt. Und genau dadurch, dass wir Beobachtungen
anstellen, werden wir neue Strukturen enthüllen, die gestern noch nicht spürbar
und unsichtbar waren. So kann man sich an das scheinbar höchst Ungewöhnliche
gewöhnen. Was aus Unwissenheit gestern verboten war, wird morgen gleichsam am
Leben teilnehmen und zur Inspiration werden.
427.
Niemand würde glauben, dass ihr so viel von dem jetzigen Geschehen wusstet,
doch es wird auch niemand an die Zeichen glauben, die ihr zu erkennen gewohnt
seid. Soll man aber jenen, die weder verstehen noch annehmen wollen, Beachtung
schenken?
Ihr kennt
viele Anhänger der Höchsten Lehren, wenden sie diese aber im Leben an? Im
Gegenteil, ihre Hartherzigkeit und Eigenliebe sind erstaunlich! Das bedeutet,
dass der Verstand das Herz betäubte.
428. Cor
Bovis[80], mit
anderen Worten Bullenherz, ist ein weit verbreiteter Zustand von
Herzerweiterung. Dafür gibt es viele Gründe, aber nur der Hauptgrund
beschäftigt uns. Herzerweiterung kann durch einen Überfluss ungenutzter
Herzenergie verursacht werden. Man kann sagen, dass Menschen, die an
Herzerweiterung leiden, sich nicht rechtzeitig mit der Erziehung des Herzens beschäftigt
haben. Das Potential ihres Organs war gut, doch die Herzenergie wurde nicht
angewendet. Natürlich ist eine Erweiterung des Herzens ihrem Wesen nach besser
als eine Verfettung.
So kann
das Herz das individuellste Organ genannt werden. Daher müssen die Methoden der
Erziehung des Herzens sehr beweglich sein. Von Kindheit an muss man den Neigungen
und Abneigungen Beachtung schenken. Es ist töricht, Abneigungen, die oft nicht verstanden
werden, als unwissende Torheit zu betrachten. Nicht selten zeigt sich in ihnen
die ganze Struktur des Herzens, und sehr nützliche Schlussfolgerungen können
daraus abgeleitet werden.
Vor allem
muss man sich allerdings vor einem Herzen hüten, das weder Neigung noch Abneigung
kennt. Das bedeutet, das Herz schläft. Es gibt viele solche schlafenden Herzen,
und dieser Zustand führt zum Verfall des Geistes. Daher noch einmal: Das
unbegreifliche Geistige steht mit der physischen Erscheinung in Zusammenhang.
429. Höchst
geistige Probleme können vom Standpunkt äußerst physischer Gesetze betrachtet
werden, und die Vernachlässigung unseres Zentrums – des Herzens – kann
wahrhaftig als unmenschlich bezeichnet werden. Es ist
nicht üblich, den Gefühlen des Herzens Beachtung zu schenken, doch es erklingt entschieden
auf alles.
430. Ein Ausfluss
von Herzenergie kann absichtlich oder unabsichtlich geschehen. Der letztere
Fall kann durch einen Aufruf von außen oder die unbändige Freigebigkeit des
Herzens selbst hervorgerufen werden. Man kann sich vorstellen, wie reichlich
diese freigebigen Gaben sind und wie viel Kraft sie verschlingen, doch die
Freigebigkeit des Herzens ist unermesslich, und ein flammendes Herz kennt
keinen Geiz.
Dasselbe
sollte auch auf Herzsendungen angewendet werden, die von fernen Orten herbeigerufen
werden. An den übermittelten Ruf heften sich auf dem Weg viele ähnliche
Sendungen an, denn Gleiches sammelt sich nach seinem Element. Auf diese Weise
wird der Ausfluss der Energie besonders verstärkt. Natürlich kennt ihr die
Teilbarkeit des Geistes* und versteht diese freigebigen Antworten des Herzens.
Nicht
ohne Grund wird von Sparsamkeit gesprochen; diese ist in allem nötig, sogar bei
Herzsendungen. Es ist eine sehr schwere Zeit!
431. Man
kann bei Menschen einen Mangel an Aufmerksamkeit bemerken, gleichsam eine sonderbare
Zerstreutheit. Dabei nehmen sie ihre Umgebung nicht wahr. Neben Zerstreutheit und
Herzverfettung sollte man viele höhere Gründe nicht abweisen.
Der Geist
kann seine Arbeit zu verschiedenen Zeiten leisten. Er benötigt keine
zeitweiligen Unterbrechungen oder irgendwelche Vorbereitungen – er fühlt entweder
selbst (…) oder man ruft ihn herbei. Er führt seine fernen Beziehungen auf
verschiedene Weise.
Die
Geschichten von Heiligen, die plötzlich gleichsam in einen Dämmerzustand verfielen
und während dieser Zeit viel geistige Hilfe leisteten, haben eine Grundlage.
Oft wird der Dämmerzustand weder von den Anwesenden noch von ihnen selbst
bemerkt. Nur das Übergehen der umgebenden Umstände beweist, dass es eine
völlige Entrückung gab.
Es ist
unmöglich, die Dauer dieser Entrückungen zu beurteilen, denn Zeit gehört nicht
zu den Maßstäben des Geistes. Doch jeder, der an sich selbst ähnliche Entrückungen
kennt, kann sagen, dass etwas jenseits der irdischen Dimensionen vor sich ging.
Man muss
diese Entrückungen beachten. Man kann sogar allmählich ganz zufällig vertraute Einzelheiten
erkennen. Wie ein feuriger Pfeil blitzen die Einzelheiten der geistigen Arbeit auf
und neigen sich nieder wie eine in Gift getauchte Blume. Die große Arbeit des
Geistes ist so weit von den niederen, vergifteten Sphären entfernt!
432. Die
erste Verpflichtung ist, seine eigenen Gefühle zu überwachen. Man darf eine
solche Aufmerksamkeit nicht als Übertreibung ansehen; im Gegenteil, sie soll
dem höchsten Urbild Achtung erweisen.
Es ist
Zeit, die Zufallstheorie aufzugeben. Ihr habt richtig bemerkt, dass noch nicht
einmal das einfachste Experiment wiederholt werden kann. Doch die Individualität
einer Tat kommt nicht vom Zufall, sondern ist das Ergebnis der unumstößlichen
Aufeinanderfolge der Gesetze.
So kann
man lernen, der Wirklichkeit Achtung zu zollen. Ihr habt richtig bemerkt, dass
nur ein neues Bewusstsein die Zukunft festigt. Im Namen der Zukunft wollen wir
uns konzentrieren.
Allmählich,
schrittweise erkennen wir, dass es um uns herum eine Vielzahl von Erscheinungen
gibt, die in die Gesetze der elementaren Physik nicht hineinpassen. Die Erfahrungen
werden zunehmen, und es wird sich eine ganze Sammlung von Empfindungen der
Feinstofflichen Welt bilden. Das wird der sichtbarste Beginn der Annäherung an
die Feinstoffliche Welt sein.
Nach diesen
Empfindungen werden wir beginnen, auch den grobstofflichen Körper an die
besonderen Eigenschaften des nächsten Zustandes zu gewöhnen. Indem wir in das
Wesen der Gesetze der Feinstofflichen Welt eindringen, erlangen wir sogleich
bestimmte Stufen in ihr. Wir erachten es als völlig natürlich, das Bewusstsein
an feinstoffliche Gefühle zu gewöhnen und auf diese Weise auch den Körper
anzupassen.
434. Auf
diese Weise ändert sich die ganze Psychologie des Daseins. Ihr könnt schon
verstehen, dass es keine Langeweile mehr gibt, selbst wenn es euch in
unzugängliche Höhlen verschlagen würde. Ihr wisst bereits, dass es keine Furcht
mehr gibt, selbst wenn ihr in der ersten Schlachtreihe Harmagedons steht. Ihr
kennt bereits die Geduld, selbst inmitten des weltweiten Sturmes. So gehen
schon viele Wesenszüge in euer Leben ein und bringen eine Reihe unzerstörbarer
Aufspeicherungen mit sich. Dies ist der Beginn wahren Reichtums.
435. Vollkommen
berechtigt kann man fragen: Werden psychische Experimente durch den Widerstand
des Willens sehr gestört? Wir antworten: außerordentlich. Nicht nur ein widerstrebender
Wille behindert, sondern auch ein abgestorbenes Herz. Sogar sich äußerst günstig
gestaltende Phänomene werden durch den Widerstand von Gegnern beeinträchtigt.
Man kann weder Levitation noch Schreiten auf dem Wasser erreichen, wenn
entgegenwirkende Kräfte vorhanden sind. Auch das Durchschreiten von Feuer und
der tödliche Blick werden bei entgegenwirkenden Willenskräften nicht vollständig
gelingen.
Deshalb
haben Meine Ratschläge zur Einigkeit besondere Bedeutung. Das ist nicht nur ein
ethischer Hinweis, sondern auch eine praktische Bedingung. Selbst geringer
Widerstand beschädigt bereits das Gewebe. So muss man Feierlichkeit bewahren, denn
dieses Gefühl lässt kleinliche, nichtige Gereiztheit und Zersetzung nicht zu.
436. Die
Theorie des Aufwickelns der psychischen Energie ähnelt natürlich sehr der
Ruhmkorff-Spule[81]. So können viele Geräte, die
für einen gröberen Gebrauch bestimmt sind, ihrem Wesen nach eine Idee für
feinstoffliche Experimente liefern. Doch man muss die Augen offen halten, um sich
nicht zu schämen, unverhoffte Verbündete und Materialien zu gebrauchen.
437. Ganz
besonders beschäftigt die Menschen die Frage: Warum blieben die Begründer
geistiger Lehren von verschiedenen physischen Krankheiten nicht verschont?
Gewöhnlich wird diese Frage gerade von jenen gestellt, die durch Argwohn,
Verurteilung und alle Arten von Widerstand gegen geistige Arbeit zu solchen
Krankheiten selbst am meisten beitragen. Doch bringt einen solchen Fragesteller
in einen vergifteten Raum, und er wird sogleich von hunderterlei Krankheiten
befallen werden.
Man muss
sich natürlich die Anspannung des Organismus bei geistiger Arbeit vorstellen.
Im Wunsch zu helfen, saugt er gleich einem Magneten die umgebenden Zustände
auf. Das Übertragen der Krankheit eines anderen auf sich selbst ist kein
Märchen. Dabei kann man beobachten, dass der Schmerz nicht gleichartig
übertragen wird, sondern die angespanntesten oder die schwächsten Zentren trifft.
Man sollte die in den Lebensbeschreibungen der Glaubenshelden geschilderten
Schmerzen nicht als übertrieben erachten. Im Gegenteil, sie sind genauso
angespannt, entwickelt und verschiedenartig wie die Menschheit selbst.
Was aber erleichtert
diese Leiden? Wenn nicht der Silberne Faden der Hierarchie selbst, dann gibt
das eigene Herz oft das Zeichen für den Einsatz eines heilenden Strahls.
Wir sind
oft erstaunt, dass Ärzte den Menschen, die einen Kranken besuchen, keine
Aufmerksamkeit schenken. Vielleicht würde die Hälfte aller Heilungen nicht von
Medikamenten abhängen, sondern von der Entfernung schädlicher Elemente, die von
Besuchern, die geistige Ansteckung mit sich tragen, so reichlich eingeschleppt
werden.
438. Die Medizin
muss die Frage stellen, welche Menschen reinigen und welche schädigen. Ohne Lösung
dieses Problems kann man keine Rettung vor vielen der neuesten Krankheiten
finden. Man darf nicht vergessen, dass Krankheiten zusammen mit Rassen und
Epochen evolvieren.
Doch
unsere aufgeschriebene Wissenschaft ist noch zu jung, um zu ihr über
vergleichende Methoden sprechen zu können. Sie kennt nur wenige Jahrhunderte,
wo aber bleiben die Dutzende von Jahrtausenden? Wir sind sehr eingebildet
geworden und haben vergessen, was alles uns unbekannt ist. Doch das Herz kennt
die Fristen, und sogar ein unwissendes Herz erbebt beim Herannahen der Feurigen
Welt.
439. Die
Projektion von Gedanken auf einen hochempfindlichen Film ist durchaus möglich,
doch dafür muss man das schärfste Denken konzentrieren. Das Wesentliche ist die
Qualität des Denkens. Ton formt einen Rhythmus im Sand. Auch der Gedanke bewirkt
eine Schwingung, sie ist aber natürlich viel feiner als der Ton. Deshalb kann
er nicht auf schwerfällige Sandkörner einwirken, sondern auf einen äußerst feinen
Film.
Die
Menschen werden eine solche Verfeinerung und Konzentration nicht so schnell
erreichen, sie ersetzen Konzentration durch Zerstreuungen. Doch wurde Verschwendung
angeordnet? Überall wurde auf die Tat verwiesen, nicht auf das Chaos der
Verzettelung.
440. Der
Lehrer sendet Verständnis der Weltereignisse. Ohne Hierarchie verwandelt sich
das Chaos der Ereignisse in zerzauste Nebelschwaden. So wurde richtig bemerkt,
dass die gegenwärtige Zeit ohne Läuterung des Bewusstseins in kein System
gebracht werden kann. Die Bestätigung der wesentlichen Bewegungen der Völker kann
vom Großen Berg aus erfolgen.
441. Wer
wird sich mit der Lehre belasten, wenn sein Herz nicht aufwärtsstrebte? Nicht Gespräch,
sondern die Einführung von Qualität in alle Einzelheiten des Lebens ist
erforderlich.
Jeder Tag
bringt irgendein Wissen sowie Vertiefung des Herzens mit sich. Gerade darin liegt
schon eine Aufspeicherung von Energie. Nur von Langeweile sollte man sich
befreien, die ebenso wie Furcht so vieles unterbindet.
442. „Wünscht
dem Gesegneten nichts Böses“ – so lautet das Gebot der Testamente. In dieser
Weisung ist eine große Weisheit enthalten. Nicht selten werden Yogis der
Rachsucht und der Vergeltung für Böses bezichtigt. Das widerspricht natürlich vollkommen
der Natur eines Yogi, dennoch sind die traurigen Ergebnisse der Beschimpfung
eines Yogi offensichtlich.
Diese
Erscheinung ist nicht schwer zu erklären: Wenn der feurige Magnet des Herzens
Strahlen in ferne Länder sendet, kann man sich die Macht dieser Ausstrahlung vorstellen.
Wenn eine feindliche Sendung mit dieser Macht zusammenstößt, ist ein Rückschlag
unvermeidlich. Es ist sogar eine äußerste Anspannung des Yogi erforderlich, um
die schweren Folgen für den Feind abzuschwächen. Oft hat der Strahl des Yogi jedoch
eine eilige, besondere Bestimmung, und dann muss der Feind sich die Schuld
selbst zuschreiben.
443. Sehr
oft musste man diese Rückschläge sehen. Man kann sie sehr klar dem physischen
Zustand des Feindes gegenüberstellen: Diese Rückschläge treffen die schwächsten
Stellen des Angreifers. Damit erklärt sich auch der Unterschied in den Fristen der
Wirkungen.
Wirklich,
anstatt Arzneien zu schlucken, muss man oft die Spuren der Bosheit zunichtemachen.
So hat das Testament „Wünscht dem Gesegneten nichts Böses“ eine praktische,
nahezu medizinische Bedeutung.
444.
Unter den heiligen Schmerzen gibt es eine bestimmte Art, die man die „Vina[82] des
Schöpfers“ nennt. Wie Akkorde auf einem Musikinstrument ertönen, so durchlaufen
die Schmerzen die Zentren der Kehle, der Schultern, (…) der Gliedmaßen, der
Knie und die übrigen Zentren; so wird das Herz gestimmt.
Ohne Zweifel bleibt die Verbindung des Herzens mit dem
Höchsten die einzige Zuflucht der Menschheit. Die übrigen Yogasysteme hatten
mit anderen kosmischen Bedingungen zu tun. Das Herz wird wie ein Anker im Sturm
ausgeworfen, und es ist nicht schwierig, sich dem feurigen Yoga des Herzens zu
nähern.
Erstens
sollte man die große Schlacht und das drohende Verderben spüren, das sich über
der Erde zusammenbraut; zweitens sollte man sein eigenes Herz als
Zufluchtstätte betrachten; und drittens sollte man in der Hierarchie verankert
sein.
Es scheint,
dass diese Bedingungen nicht schwierig sind, doch so oft ziehen wir Nebenwege
oder sogar Täuschung vor, nur um uns nicht dem einfachsten Mittel zuzuwenden.
Natürlich bedarf es einer Anspannung des Herzens, und nicht ohne Grund nannte
man das Herz den „Großen Gefangenen“.
445. Gewaltige
Vulkane erwachen, das Feuer sucht einen Ausgang. Die Menschen wissen das, geben
jedoch keine einzige Gewohnheit auf. Ebenso schwierig ist es für sie, das
Bewusstsein ins Herz zu übertragen. Man sollte sich mit der besten Rüstung
gegen alle Gifte umgeben.
So erfassen
die Menschen auch die Staatsereignisse nicht, doch die Abfolge der Ereignisse
strebt unvermeidlich voran. Die Schlacht ist nicht leicht; man muss im Herzen
seinen ganzen Mut sammeln, nur so werdet ihr mit Uns Schritt halten.
446. Am
Ende des Kali Yuga werden wirklich alle Prozesse beschleunigt, deshalb sollte
man die Fristen der Vergangenheit nicht als unabänderlich ansehen. Sogar ein
halbes Jahrhundert stellt am Ende des Kali Yuga schon eine nicht unbedeutende Frist
dar. So wird auch Agni Yoga zur Brücke in die Zukunft.
Man
sollte klar verstehen, dass die Entwicklung der Kräfte des Geistes, die bisher
Jahrzehnte erforderte, jetzt über den Weg des Herzens bis zum höchsten Grad
beschleunigt wird. Man kann Agni Yoga als ungestüme Evolution der Kräfte anerkennen.
Wenn man früher ganze Jahre hindurch die Verfeinerung und Stärkung des Körpers
übte, so kann heute das Herz den Geist fast augenblicklich voranbringen.
Natürlich
ist eine Erziehung des Herzens erforderlich, doch diese liegt in der Sphäre der
Gefühle, nicht der Mechanik. So wollen wir uns beeilen, das Herz für den Dienst
an der Neuen Welt aufzurufen.
447. Wir
verstehen, wie sich eine große Zukunft vorbereitet. Natürlich erkennen die Menschen
Unsere Methoden nicht an. Sie schätzen die unabänderliche, führende Eigenschaft
des Bewusstseins nicht. Sie nehmen an, etwas könne durch die üblichen
Lobpreisungen und Geld zum Erfolg kommen, doch nach Unserer Methode wird
Schönheit aus Anspannung geboren.
Lasst uns
nicht herabsetzen, wenn die Wurzeln der Bäume schon wachsen. Deshalb bedarf es
so sehr der Vorsicht, wenn die Spannung unerhört ist.
Das Herz
dem Leben als führendes Prinzip näherzubringen, ist nicht nur eine Wiederholung
früherer Lehren, sondern bewirkt eine wahre Verklärung des Lebens.
448. Die
Menschen anerkennen leicht die Wissenschaftlichkeit des niederen Hatha Yoga,
doch sie versuchen erst gar nicht, höhere Zeichen in den Kreis
wissenschaftlicher Beobachtungen einzuführen. Was sind mechanische Siddhis* wert,
verglichen mit den Offenbarungen des höchsten Herzens? Die Siddhis des Körpers
können nicht oft angewendet werden, während die Tätigkeit des Herzens
ununterbrochen fließt.
Gewiss,
man muss seine Aufmerksamkeit vertiefen, um die feinsten Offenbarungen des
Herzens zu beobachten. Doch ernsthafte Experimente erfordern ebenfalls
Aufmerksamkeit. Ist es nicht besser, sich an Aufmerksamkeit gegenüber dem eigenen
Herzen zu gewöhnen? Diese Experimente der Aufmerksamkeit werden nicht
vergeblich sein. Sie sind besser als alles andere geeignet, um sich der
Feinstofflichen Welt anzunähern.
Wer
einmal seinem eigenen Herzen lauschte, sieht gar kein Ende der Beobachtungen. In
einem einzelnen Haus begonnene Beobachtungen werden das Bewusstsein des
Beobachters unvermeidlich auf die ganze Welt leiten und einen Weg zu den Höheren
Welten weisen.
Wozu eine
Menge Formeln niederschreiben, wenn man sie nicht im Leben anwenden will?! Die Berührung
mit den feinsten Energien verfeinert das ganze Wesen. Wer den feurigen Pfad
betreten hat, versteht, von welcher Verfeinerung, Scharfsichtigkeit und
Wachsamkeit Ich spreche.
449. Es
wurde richtig beobachtet, dass Bhakti Yoga ebenfalls eine Wirkung auf das Herz hatte,
doch der Unterschied liegt darin, dass Bhakti Yoga auf dem Weg des Gefühls der
Liebe wandelte, ohne sich mit den anderen Empfindungen der kosmischen
Erscheinungen und Strahlen zu beschäftigen, die über die Grenzen des Planeten hinaus
führen. Die Wissenschaft kann die Wege des Bhakti Yoga nur schwer verstehen.
Doch
jetzt verrichtet das Herz doppelte Arbeit: Es führt zur Welt der Liebe über die
Runden der Feinstofflichen und der Feurigen Welt.
Feierliche
Liebe führt zu den höchsten Welten empor, andere Arten von Liebe werden ihren
Weg zur Feurigen Welt nicht finden. Doch die Feierlichkeit, die Ich versuche,
euch zu lehren, führt zu den flammendsten Wellen der Errungenschaft. Der Segen,
der sich in feierlicher Hingabe offenbart, ist nicht einfach, doch die Rüstung
der Feierlichkeit ist herrlich.
450. Ein
Rischi schickte Notleidenden und Kranken kleine Stückchen Leinen, Palmenblätter
oder Birkenrinde. Die Empfänger dieser Geschenke spotteten und sagten: „Ist es
nicht töricht, seine Kräfte mit dem Aussenden von leeren Fetzen zu vergeuden?“
Sie ließen eben nur Worte gelten.
Doch die
Weisen unter ihnen legten die gesandten Gegenstände auf die kranke Körperstelle
oder auf das Herz und empfingen Erleichterung. Sie verstanden, dass der Rischi
durch Handauflegen das Gewebe mit seiner psychischen Energie gesättigt hatte.
Ebenso bekannt sind nicht von Menschenhand gefertigte Bilder oder Handabdrücke,
die bei Wärme oder Licht zum Vorschein kommen.
Gewiss, ein
beliebiger Arzt wird den gröbsten Pflastern oder Salben vertrauen, aber nicht
zugeben, dass der Magnetismus von Gegenständen eine Bedeutung hat. Vielleicht
kann man sich mit dem Arzt noch dadurch verständigen, dass man auf
Fettablagerungen hinweist, doch ansonsten zeigt sich ein Hund für höhere Dinge verständnisvoller.
So dringt alles, was die Würde des Menschen erhebt, unglaublich schwer in das
menschliche Gehirn ein.
451. Wir
lieben es nicht, beschränkte konkrete Ratschläge zu erteilen. Vor allem deswegen
nicht, weil die Menschen sie nicht annehmen, um sie zu befolgen. Die Menschen mögen
die Grundlagen der Lehre nicht. Sie bevorzugen immer Fakire und Wahrsager. Noch
nicht einmal diese Lieblingsverfahren werden aber zur Ausführung angenommen.
Gewiss, man hört den Rat an, gibt sich aber keine Mühe, daraus klug zu werden,
und verdreht ihn bis zur Schädlichkeit.
452.
Nicht nur Narren leugnen das, was für sie unsichtbar ist, sondern auch Wissenschaftler
zerstören bei ihrer Suche nach Fakten auf dem Weg viele nützliche Dinge. Ein
voreingenommener Gedanke, der alles bereits vom Schicksal Bestimmte tötet,
wirkt wie eine schwere Last. Es ist auch möglich, dass der Rat für einen
Augenblick befolgt und gerade dann beiseitegeschoben wird, wenn das Samenkorn
sich zu bilden beginnt.
Wer kann
sich die Vielschichtigkeit der fließenden Ströme vorstellen? Ihr wisst, wie die
große Zukunft vorbereitet wird, doch sie kann nicht primitiv sein, und man muss
sich an ein Anwachsen gewöhnen, das für Uns, aber nicht für jedermann sichtbar
ist.
Es gelingt,
die Finsternis zu zerschlagen, und man muss daran denken, dass Feierlichkeit
die beste Stärkung ist.
453.
Wahrhaftig, nichts im Universum wiederholt sich. Dennoch bleibt das Herz des
Menschen das am meisten Individuelle. Wer aber kann diesen Abgrund ermessen?
Und wer wird die Aufgabe auf sich nehmen, die Völker über das Herz aufzuklären
und immer wieder darüber zu sprechen? Weder Rechtswissenschaftler noch Ärzte,
Krieger oder Priester, sondern die Schwestern vom Großen Berg werden die
feierliche Pflicht auf sich nehmen, eine Hand auf das schmerzende Herz zu legen
und mit der anderen auf den unbegrenzten Segen hinzuweisen.
Wer vermag
denn die Feierlichkeit der Liebe zu begreifen, die den Silbernen Faden mit der Festung
des Höchsten Herzens verbindet? Deshalb senden Wir die Schwester zu einer
Heldentat des Herzens aus. Man kann die Unermesslichkeit des Höchsten Herzens dem
Verständnis eines unentwickelten Bewusstseins nicht offenbaren.
Doch euch
muss es bereits gelingen, euch Feierlichkeit anzueignen. Ihr müsst bereits die
Sorgsamkeit entwickelt haben, die Feierlichkeit nicht durch irgendetwas Nichtiges,
Unangemessenes zu verletzen. Auf diese Weise schreiten die Schwestern vom Berg
zum Dienst. So werden sie die Herzen der Völker vor der Abscheulichkeit und dem
Gestank schützen, die durch die Finsternis erzeugt werden.
454. Bei
allen Rassen und zu allen Zeiten gab es den Kult des Herzens. Sogar der Wilde,
der ein lebendiges Herz verschlang, betrachtete es als eine höhere Kraft und
erwies damit auf seine Weise dem Herzen Verehrung. Unsere Zeit aber hat die
Lehre über das Herz völlig vergessen und abgelehnt.
Das Herz
verlangt nach einem neuen Verständnis. Man muss darauf vorbereitet sein, dass
die rein wissenschaftliche Tatsache des Herzens eine besondere Anschuldigung wegen
Aberglaubens hervorrufen wird. Hartnäckige Fachleute werden sich besonders
anstrengen, ihr kümmerliches Dasein zu verteidigen.
Man muss
daher wissen, dass der Kampf um Verständnis für das Herz besonders erbittert
sein wird. So werden die finsteren Kräfte das Gehirn verteidigen und es dem
Herzen entgegenstellen. Dies wird natürlich nur zu Entstellung führen. Der Fuß
hat wichtige Funktionen, es ist jedoch unzweckmäßig, Nahrung mit dem Fuß zum
Mund zu führen. Daher steht Zweckmäßigkeit an erster Stelle.
455. Es
herrscht eine nie dagewesene Verdichtung der Atmosphäre! Man muss schon sehr
abgestumpft sein, um nicht die Phänomene zu spüren, die bei jedem Schritt
offenbar werden. Man kann den Zustand der Welt nicht als normal ansehen. Doch
auch die Atlantier* übersahen vollkommen alles Erstaunliche. Sie gingen sogar
noch weiter und verurteilten jeden zum Tode, der das offensichtliche Unglück
aufzeigte. Eine solche Maßnahme beschleunigte natürlich den Untergang bloß.
Die
Menschen konnten nie freiwillig anerkennen, dass sie selbst die Grundlage der Transmutation
der psychischen Energie sind, und sie scheuten sich nie, den Strom dieser
wertvollen Macht zu verzerren.
456.
Wahrhaftig, die unerschütterliche, unbeirrbare Macht des Herzens schafft eine Abhärtung,
die auch für die Feurige Welt tauglich ist. Nicht spasmisches, krampfhaftes
Streben, sondern ein flammendes Herz führt das Bewusstsein in Übereinstimmung
mit den Höheren Welten. Lasst uns Feierlichkeit offenbaren!
457. Der Strom
der Herzenergie wird oft auf der rechten Seite des Organismus gespürt. Die
Energie trifft den „Kelch“ und reflektiert von dort aus natürlich auf die
rechte Seite des Organismus. Die Schläfen, der Nacken, die Schultern, die Knie
und die Gliedmaßen zeigen ein Gefühl, das stark einem physischen Abfluss gleicht.
Ohne jedes Maß ist die Menge an Energie, die auf diese Weise von einem feurigen
Herzen abgesondert wird. Deshalb sagt der Führer oft: Vorsicht!
Es ist
schwierig, im Voraus den genauen Beginn dieses Abflusses festzustellen, denn
räumliche Magneten und Sympathien erfordern manchmal gleichzeitig Sendungen in
verschiedene Weltteile und Sphären. Könnte man die Anforderungen von
Herzenergie mit einer elektrischen Glocke verbinden, ergäbe sich oft ein ununterbrochener
Ton, der nur in seiner Anspannung variiert.
Solche
Experimente wird man zweifellos durchführen, doch die Forscher werden sich
selten auf die Herzenergie verständigen, sie werden eher eine Art von
Nervenzusammenziehung als Erklärung nennen. Es ist nicht lange her, dass man
für einen solchen Telegraphen auf den Scheiterhaufen kam.
458. Gewiss,
vor gar nicht langer Zeit wurde die Kartoffel als Teufelsapfel angesehen. Wir
wollen nicht in Stolz verfallen, denn die Beispiele für Unwissenheit sind
unzählig. Man kann sogar der Unwissenheit von Wilden den Vorzug geben, denn diese
kann man eher zu den Möglichkeiten der fernen Welten hinführen.
Selbst
die Reinkarnation bleibt eine Kuriosität oder ein Aberglaube. Alle Hinweise auf
die Naturgesetze führten bisher zu keinen bedeutsamen Folgen. Ich wiederhole
das nicht für euch, sondern für die feigen Unwissenden, die Verbrechen mit
Verantwortungslosigkeit zu bemänteln versuchen. Wie sie den Tod fürchten! Im
Übrigen fürchten sie sich auch, an das andere Ufer des Stromes überzusetzen.
Mitunter ist es notwendig, sie in ihrer Unwissenheit aufzurütteln. Schlafende
bedürfen manchmal eines Faustschlages.
459.
Schlafende können leicht verbrennen, weil sie das Feuer neben sich brennen
ließen und es nicht bemerken wollen. Doch auch das sage Ich nicht für euch,
denn ihr wisst bereits, was Wachsamkeit ist.
460.
Nicht nur Schwingungen, sondern auch die Substanz des Herzens ermöglicht
Schöpfung. Dieselbe Energie sollte in den geringsten Lebenserscheinungen
geschätzt werden. Denn das Leben stellt sogar in seinen geringen Offenbarungen
ein Wunder dar, das zahlreiche Bücher verdient. Richtet sich die Aufmerksamkeit
auf die physische Hülle, führt dies unvermeidlich dazu, dass auch der Herztätigkeit
vertiefte Beachtung geschenkt wird. Die Lehre des Herzens ist die Lehre von den
Ursachen der Erscheinungen.
Bei den
Alten begann die (…) Lehre mit dem Auflegen der Hände auf das Herz. Dabei
stellte der Lehrer die Frage: „Hörst du?“. Und der Schüler antwortete: „Ich
höre“. „Das ist das Pochen deines Herzens, doch es ist nur das erste Klopfen an
die Tore des Großen Herzens. Wenn du das Pochen deines Herzens nicht beachtest,
wird dich das Schlagen des Großen Herzens betäuben.“
So wurde
die Hohe Weisung mit einfachen Worten erteilt. So wurde durch Erkenntnis seiner
selbst der Pfad zur Unbegrenztheit gegeben. Doch kann es sein, dass wir über die
Alten nicht hinausgegangen sind und uns den Pfad des Bebens, den Pfad ewiger
Bewegung nicht mehr vorstellen können?
Ihr habt
richtig bemerkt, dass das Potential der Bewegung die Gewähr für Vervollkommnung
ist. Deshalb wird ein statischer Zustand ohne Anspannung und Streben den
Gedanken der Menschheit nicht erheben.
461. Es
ist wertvoll zu erkennen, dass jedes unserer korrekten Urteile den Raum
bereichert, doch dafür ist auch die Verantwortung für jegliche Verschmutzung
groß.
462.
Viele Begriffe und Zustände können nicht in Worten ausgedrückt werden. Nur
mangelnde Achtung vor dem Klang des Wortes lässt Menschen oft zwitschern wie die
Vögel; wenn sie jedoch die Sprache der Vögel studieren würden, wären sie über
ihre Feierlichkeit erstaunt. Es gibt viel mehr Begeisterung in den Worten der
Vögel als in den überdrehten Urteilen der zweibeinigen Erdbewohner.
Nicht
ohne Grund spreche Ich erneut über Feierlichkeit, ist sie doch die Nahrung des
Herzens! Weder durch Verurteilung noch durch Gereiztheit, sondern durch
Feierlichkeit bereiten wir uns auf den großen Marsch vor. Man sollte diesen
Marsch als Dienst an der Lehre des Lebens verstehen.
Ihr seht
selbst, wie die Ereignisse zusammentreffen. Ebenso seht ihr, dass Quantität
keine Bedeutung hat und oft nur eine Last ist. Ihr seht selbst, dass die
Ereignisse zunehmen, denn kosmische Erscheinungen beginnen, sogar Kurzsichtige
in Erstaunen zu versetzen. Doch zählt die Stunden, denn die Zeit ist angefüllt
wie nie zuvor.
463. Die Zerrüttung
der klimatischen Verhältnisse ist unbezweifelbar. Doch die Menschen nehmen die
Sonnenflecken oder die Verschiebung der Erdachse nur oberflächlich wahr. Solche
Behauptungen werden von den Feigsten ausgesprochen, doch auch sie verstehen
nicht, was sie sagen. Das Ende der Zivilisation und das Ende des Lebens, von dem
der Planet öfter als einmal heimgesucht wurde, stieß genau auf die gleichen Klügeleien.
Auch damals wollten die Menschen die Zeichen der Zerrüttung nicht beachten und sprachen
oberflächlich über eine Verlängerung der erschöpften Lebensbedingungen.
So fragen
die Menschen auch heute unter großem Unverständnis: Warum sind beim Studium des
höheren Wissens eine größere Feinfühligkeit und bestimmte Schmerzen
unvermeidlich? Würde man ihnen erklären, dass die Auserwählten ihrer
Sorglosigkeit wegen leiden, würden sie es nicht glauben.
Sie
wollen nicht zugeben, dass sie selbst ein Kondensator und Transmutator von Energie
sind. Sind zahlreiche solcher Apparate beschädigt, ist diese Verteilung von Energie
gestört, und nur wenige feinfühlige Herzen nehmen den Druck auf sich, der auf
die ganze Welt verteilt sein sollte. Die Sonnennaturen nehmen das Gewicht der
feurigen Energie auf sich und müssen für Millionen Schmarotzer Verantwortung
tragen.
464. Wir
tragen Unseren Schülern auf, sowohl die Wüste als auch die Stadtatmosphäre
kennenzulernen. Dabei können sie den Unterschied des Drucks der feurigen
Energie vergleichen.
Es ist
den Menschen untersagt, sich in Massen zu versammeln, solange sie nicht verstehen,
welch wertvolle Gefäße für Energie sie darstellen. Sie lassen den Gedanken über
den Wert ihres Geistes nicht zu. Deshalb ist das Gefühl der Feierlichkeit für
sie das schwierigste. Das Beben der Flügel beim stetigen Aufstieg übersteigt
die Kräfte dessen, der den Wert des Geistes ablehnt.
Es gibt
zweifellos eine Zerrüttung der klimatischen Verhältnisse. Ist nicht der Geist
der Menschheit für diese gefährliche Erscheinung verantwortlich?
465. Der Abdruck
der Aura auf einem Film hängt überhaupt nicht von dem Film selbst ab, sondern
von demjenigen, der aufnimmt und dem, der aufgenommen wird.[83] Ein
guter, gewöhnlicher Film genügt, doch die Qualität der Beteiligten und der
Zeugen ist besonders wichtig. Sogar bei guten Eigenschaften eines Beteiligten darf
man nicht sofortige Resultate erwarten. Man muss zuerst die Vina stimmen, bevor
man Gleichklang erhält. Die Menschen bringen jedoch vor allem für
Vorbereitungsarbeiten keine Geduld auf.
Außerdem
ist eine weitere Bedingung zu erfüllen: Man muss fähig sein, wenigstens einen
einzigen Tag ohne die geringste Gereiztheit zu verbringen. Imperil zerfrisst
die bedeutendsten Energiereflexe. Eine gereizte Person kann man im wahrsten
Sinn des Wortes als leere Hülle bezeichnen. Durch einen einzigen Kristall von
Imperil werden die bedeutendsten Ergebnisse verdunkelt.
Man darf
nicht denken, Imperil sei nur eine Hauspflanze; sein Geruch verbreitet sich
weithin und tötet alle Ströme ab. Wenn Ich daher gegen Gereiztheit spreche,
habe Ich kein Dogma, sondern einen medizinisch heilsamen Hinweis im Sinn. Wie
immer muss auch diese Überlegung ausgeführt werden, angefangen mit dem geringsten.
Für das Fotografieren
der Aura sind auch andere, mechanische Methoden von Wert. Es ist nützlich, vor
der Aufnahme Moschus einzunehmen, der die Energieströme anregt. Es ist nützlich,
eine schwarze, samtene Leinwand zu verwenden und Feierlichkeit zu bekunden,
wenn sie erreichbar ist. Es wäre natürlich töricht, den Raum mit zufälligen,
neugierigen Besuchern zu füllen. Man sollte die ganze Atmosphäre des Raumes
muss mit Eukalyptusöl reinigen. So muss man nicht nur die okkulten, sondern
auch die rein hygienischen Bedingungen in Betracht ziehen.
466. Man
muss die Kette der Weißen Kräfte in allen Gedanken behalten. Keine
Verurteilung, sondern allein der künftige Aufbau ist nötig. Blendend ist der Glanz
der Weißen Kette, die vom Berg des Lichts ausgeht. Es sind bedeutende Zeiten, wenn
sogar der Geringste die Herrlichkeit der Weißen Kette wahrnimmt. Man muss sämtliche
Weisungen befolgen, damit kein Krümchen Imperil die Macht der Weißen Kräfte
behindert. Es ist sogar schön, alle Kleinigkeiten zu verwerfen, wenn Kolosse
erschüttert werden.
467. Hygiene
des Herzens setzt gute Taten voraus, doch in einem weiten Sinn. So zählen zu
den guten Taten nicht die Förderung von Verrat und Missetat oder von falschen
Propheten, Betrügern, Feiglingen und sämtlichen Dienern der Finsternis. (…) Gute
Taten haben das Wohl der Menschheit im Blick. So erwirbt das Herz Feierlichkeit
als den Gleichklang der Sphären. Wahrhaftig, gute Taten zeichnen sich als
wohltätige Heldentaten aus – nicht als hartherzige, sondern als zweckmäßige.
Oft werden gute Taten als die Stumpfheit der Unverantwortlichkeit verstanden;
es ist bequemer, nicht zu überlegen und den Weg einer leichten Abweichung zu
wählen.
468. Das
Herz versteht, wo es Abweichung, wo es Neugierde und wo es den Wunsch nach
Wissen gibt – so unterscheidet jene, die sich nähern. Gebt das Feuer aber nicht
den Leichtsinnigen und vertraut das Zählen der Seiten nicht den Neugierigen an.
Viele Unglücke rühren von Vertrauensseligkeit her, die dort unzulässig ist, wo
Schätze verwahrt werden.
469. Man
muss Licht als eine lebendige Substanz anerkennen. Man muss den Aufstieg als
die einzige uns bestimmte Bewegung verstehen. Es ist schwer, Not als seinen eigenen
Fehler zu erkennen.
470. Möge
man das Wesen des Herzens als untilgbares Substrat erkennen. Der Terminus[84] ist
unwichtig, doch das Wesen des Herzens ist offensichtlich. So muss man sich an
die unabänderlichen Begriffe gewöhnen, die der ganzen Menschheit vertraut sind.
Die Opfer
werden erkennen, warum seit undenklichen Zeiten Osiris[85]
getötet und seine Teile über die ganze Welt verstreut wurden. Ohne diese Tötung
hätten die Boten nicht in alle Welt gesandt werden können. So ist das, was von
einem Gesichtspunkt aus betrachtet Leiden ist, von einem anderen aus nur Verbreitung.
So ist
auch das Lesen von Werken bedeutungsvoll, die in vielen Büchern enthalten sind.
Wer diese studiert, wird nicht darauf abzielen, die Lehre immer nur in derselben
Stimmung aufzunehmen, und auf diese Weise tauchen zahlreiche Gesichtspunkte auf.
Deshalb ist es weise, in jedem Buch, wenn auch nur kurz, das zu berühren, was
früher bereits dargelegt wurde, um eine Aufnahme in derselben Stimmung zu
ermöglichen. Stimmungen sind die Geburt von Gesichtspunkten.
471. Die
Menschen halten die Lehre des Herzens für höchst unbegründet, doch kann man den
Strom der Herzenergie als etwas Okkultes betrachten? Im Gegenteil, es gibt
nichts Genaueres als den Herzschlag. Ein feinfühliges Herz strebt zur Erneuerung
des Bewusstseins. Erweist dem Herzen wenigstens Achtung für seine Arbeit.
472. Ein Vorurteil,
ob negativ oder positiv, ist falsch. Es steht im Widerspruch zu jedem Yoga; es
unterbindet die phänomenale Seite des Aufstiegs. Oft wird Vorurteil mit
Gefühlswissen verwechselt, doch diese beiden Eigenschaften sind einander
vollkommen entgegengesetzt. Vorurteil entspringt dem Verstand, während die
Wohnstätte des Gefühlswissens im Herzen liegt. So darf man die Kinder des
Verstandes nicht mit denen des Herzens vergleichen. Eine solche Annahme ist
nicht nur falsch, sondern schädlich, weil sie die Herztätigkeit herabsetzt.
Man kann
beobachten, wie Platten des Vorurteils sich aufschichten und das ganze Leben sich
in ein selbst geschaffenes Gefängnis verwandelt. Gefühlswissen hingegen betrifft
die kosmische Wahrheit und enthält daher nichts Herabsetzendes. Die
Selbstentfaltung des Gefühlswissens bewirkt Feierlichkeit der Gefühle. So
nähern wir uns durch verschiedene Tore dem Palast der Feierlichkeit.
473. Wer
das heilige Beben der Feierlichkeit nicht erfahren hat, kann den Schaden des
Vorurteils nicht ermessen. Es bildet sich nicht bei großen Taten, sondern bei
jeder geringen Handlung. So erwacht der Diener des Vorurteils, indem er den
Traum verflucht, der in die Beschränkungen seines Wesens nicht hineinpasst. Er
wird den ganzen Tag über verurteilen und verfluchen, weil ihm die Maßstäbe des
Herzens fehlen. Er wird in Verurteilung einschlafen und jene Sphären aufsuchen,
die der Verurteilung angemessen sind.
474.
Sowohl das Aussterben menschlicher und tierischer Generationen als auch die Erschöpfung
der Zeugungskräfte der Natur deuten auf das Ende des Kali Yuga hin. Dieser
Prozess vollzieht sich vor euren Augen, doch nur wenige machen sich die Mühe,
diese kosmische Erscheinung zu bemerken. Sogar ihr seid zuweilen geneigt, die Anzeichen
des strengen Gesetzes dem Zufall zuzuschreiben, das jedoch durch die Menschheit
in Tätigkeit gesetzt wurde.
Es erscheint
unmöglich, die Vorkommnisse der letzten Jahre nicht wahrzunehmen! Gleichwohl
beschwichtigen die Menschen sich mit dem Trost, dass gestern alles in Ordnung
war. Sollten sie aber irgendwo bedrohliche Zeichen wahrnehmen, verfallen sie in
tierische Angst. Indessen beachtet niemand das Wort über das Herz. Seine
erhabene, rettende Substanz bleibt unangewendet.
Ihr wollt
für das Allgemeinwohl Unsere Gespräche sammeln; so sei es, doch die Leser
können an euren Fingern abgezählt werden. Viele werden das Buch durchblättern
und über die kindlichen Ansichten über das Herz, Harmagedon und die Erschöpfung
der Zeugungskräfte lächeln. Genau so geschah es bereits mehr als einmal. So
muss es wieder kommen, und man kann nur wünschen, dass das Ende des Kali Yuga
nicht zum Ende überhaupt ausartet!
475.
Indes bedarf es nicht vieler gefestigter Geister, um die unheilvolle Lage zu
ändern. Wenige flammende Herzen könnten in selbstloser Wache aufstehen und ein
festes Schutznetz weben. Nichts Übernatürliches, nichts Magisches, sondern
einfach flammendes Streben des Herzens vereint die Welten!
Ich sprach
bereits vom Ende des Kali Yuga, doch manche denken an Hunderte von Jahren, die
noch zu verbleiben scheinen. Sie gestehen die Möglichkeit einer Beschleunigung nicht
zu, obwohl einfache chemische Experimente zeigen, wie Reagenzien die Erscheinungen
beschleunigen können.
476.
Sogar dem zartesten, mitleidigsten Herzen darf es nicht an Mut fehlen. Das Herz ist der Felsen, auf dem Festungen erbaut werden. Kann
eine Festung ohne Mut und Feierlichkeit bestehen? In den bedrängtesten
Verhältnissen verleiht Mut dem Horizont Weite und Feierlichkeit strebt zu den
Höhen. Man darf bei der Suche nach Mut und Feierlichkeit nicht ermüden.
Mut kann
entweder unter den Trümmern der Zerstörung verschüttet werden oder gänzlich unterentwickelt
bleiben. Diese Eigenschaft gehört zu denen, die zu entwickeln sind. Jede Art
von Mut ist in der Vergangenheit erprobt worden, daher ist es nicht schwierig,
Mut zu entfachen, wenn seine Klinge bereits kampferfahren ist.
Die
Menschen gebrauchen oft schöne Ausdrücke, ohne ihre Herkunft zu kennen. Sie
sagen richtig: „Das Herz entbrannte“ oder „Der Geist entflammte“. Das bedeutet,
dass sie sich früher einmal an das Feuer des Herzens erinnert haben, jetzt aber
schämen sie sich dieses Feuers. Sie sind zuallererst bereit, ihren eigenen schönen
Ausspruch als Aberglauben, Laune oder Ammenmärchen zu deuten.
Doch lasst
uns in den besten Augenblicken des Feuers, des Mutes und der Feierlichkeit
gedenken. Die Liebe, die reiner Feierlichkeit innewohnt bedarf immer des
Schutzes gegen finstere Beleidiger. Mut erweist sich als Schild, und Feuer vereint
seine Strahlen zu einem flammenden Schwert. Nicht ohne Grund bestätige Ich den Mut,
er festigt den Weitblick.
477. Ein
Panzer kann von verschiedener Art sein. Er verbindet sich oft mit der
Sonnenscheibe über dem Solarplexus. Unter östlichen Rüstungen begegnete man
dieser Struktur besonders oft. Sie wurde manchmal mit dem Mithraskult[86] erklärt,
doch ist sie weit älter. Der Panzer des Solarplexus gab das Muster für diese Rüstung.
Doch der Solarplexus legt seine Rüstung im Kampf an. Jetzt ist der Kampf im
Gange, und der Geist reißt sich natürlich darum, in vorderster Reihe zu stehen.
Kriegerin (…), fest hast du deinen Mut geschmiedet!
478. Mögen
die Menschen Unsere Ratschläge über das Herz belächeln. Am schwersten erfassen
sie die Ausmaße von allem, angefangen mit ihrem eigenen Herzen. Wir aber können
das Verständnis abwarten.
Der
Charakter der Menschen ist uns bekannt, deshalb vertrauen Wir der Kraft der
Geduld. Während Wir den Mut bestätigen, vergessen Wir die Geduld nicht. Es ist tröstlich,
dass Geduld jedwede Gereiztheit überwindet. Bei Anspannung von Geduld wird eine
besondere Substanz erzeugt, die wie ein kräftiges Gegengift sogar Imperil unschädlich
macht.
Allerdings
bedeutet Geduld natürlich nicht Gefühllosigkeit. Bei verbrecherischer
Gleichgültigkeit treten keine segensreichen Reaktionen zutage. Geduld ist
bewusste Anspannung und Widerstand gegen die Finsternis.
480. Wenn
jemand beginnt, sich darüber zu beklagen, dass man die Feinstoffliche Welt
nicht spüren kann, weist darauf hin, wie unrichtig diese Erklärung ist. Die Flügel
der Feinstofflichen Welt berühren die Menschen viel öfter, als man gewöhnlich
denkt. Doch die Menschen selbst vertreiben die unsichtbaren Fliegen und das
unsichtbare Spinngewebe.
Ebenso
oft bekämpfen die Menschen einen sich aufdrängenden Gedanken und wenden sich um
mit der Frage: „Wer ruft mich?“ Viele feinstoffliche, doch vollkommen reale
Empfindungen erfüllen das Leben. Viele von ihnen können aufgrund ihrer
physischen Realität sogar mit relativ groben Instrumenten studiert werden.
Wie ihr
wisst, ist das Gefühl von unsichtbaren Spinnweben im Gesicht lang anhaltend und
kann stark empfunden werden. Für Ärzte, die sich mit Forschungen auf dem Gebiet
psychischer Erscheinungen befassen, sollte diese Empfindung eigentlich sehr
bedeutsam sein. Warum untersuchen sie solche Menschen nicht mittels
verschiedener Apparate auf den Puls, die Beschaffenheit der Sekrete, das Herz
sowie auf die Empfindlichkeit der Haut hin?! Das feinstoffliche Element kann
auch in der Nähe des Beobachteten ein gewisses Beben zeigen.
So kann
man durch Herantasten mit nützlichen Beobachtungen beginnen. Die
Hauptschwierigkeit besteht jedoch darin, dass solche Experimente gewöhnlich nur
sporadisch ohne eiserne, beharrliche Geduld durchgeführt werden. Die
Feinstoffliche Welt erfordert bestrebtes, kein krampfhaftes Vorgehen.
481. Ich spreche
nicht von einer Berührung der Feinstofflichen Welt, wenn man einen Händedruck
oder eine Berührung empfindet, die Aufmerksamkeit auf etwas lenkt. Diese
Erscheinungen können unerwartet eintreten und sich daher der Beobachtung
entziehen. Doch das unsichtbare Spinngewebe und der sogenannte sich
aufdrängende Gedanke können erforscht werden.
Natürlich
nicht in Irrenhäusern, man möge die Feinstoffliche Welt vielmehr gerade an
gesunden Menschen studieren. Besessenheit bietet natürlich eine Reihe von
Erscheinungen, doch die niederen Sphären dürfen nicht offenbart werden, weil
sie schrecklich ansteckend sind!
482. Ist
es nicht eine starke psycho-physische Erscheinung, wenn ein Bett, ein Sessel
und ein Tisch von heilkräftigen Schwingungen erbeben? Es ist nicht
verwunderlich, wenn diese manchmal mit den Erschütterungen eines Erdbebens verwechselt
werden. Skeptiker werden diese Empfindung oft einem Schwindelgefühl zuschreiben.
Das
Auftreten von Schwingungen liefert auch Material für Experimente. Sogar mit primitiven
Apparaten kann man die Schwingungen schwerer Gegenstände beobachten. Von diesen
groben Beispielen kann man zum menschlichen Organismus übergehen, der in allen
Nervenzentren erbebt.
Ihr kennt
diese Schwingungen und nehmt sie als ganz natürlich hin, doch wir wollen uns
nicht der Hoffnung hingeben, dass viele Menschen sie zu kennen wünschen. Dabei
haben alle Lehren sie im Blick und sprechen deutlich von ihnen. Sogar primitive
Lehren messen den Schwingungen eine sehr große Bedeutung bei. So wollen wir,
wenn wir an das Herz denken, uns unbedingt an die mächtige Heilung durch
Schwingungen erinnern.
483. Wenn
Ich allerdings von Vorsicht spreche, habe Ich auch Schwingungen im Sinn, denn
viele sich kreuzende Ströme können giftige Verbindungen schaffen. Deshalb ist
es so wichtig zu wissen, woher die Schwingungen kommen, ehe man sie mit dem
Herzen aufnimmt. Wunderbar ist die Leitung des Herzens, es versteht die Vereinigung
besser als ein Telegraph. Die Erkenntnis der Hierarchie führt ebenfalls dorthin.
Man muss verstehen, was Bewusstheit ihrem ganzen Wesen nach bedeutet.
484. Ein schwarzes
Herz wurde immer als Symbol großer Gefahr angesehen. Nur unerschütterlicher Mut
konnte diesem Unglück widerstehen, doch ein solcher Mut wurde selten gefunden.
Der Grad
des Mutes wird durch die Stärke der Gefahr geprüft. Wahrer Mut wächst entsprechend
der Anspannung der Gefahr. Unsere Kriegerin weiß, von welchem Grad des Mutes
Ich spreche.
Wenn
finstere Horden angreifen, sind die Wirkungen unterschiedlich. Bei Verletzung
des Wesens kommt es zu Besessenheit, während ein geläuterter Geist zwar nicht von
Besessenheit, aber von Krankheit befallen werden kann. Ihr habt gelesen, dass
Unser Bruder, der schon auf einer hohen Stufe stand, aufgrund von finsterem Widerstand
für längere Zeit erkrankte. Eine solche Wirkung muss man im Blick haben, denn
der Kampf ist gewaltig. Gewiss, man kann die Wirkungen finsterer Pfeile
abschwächen, dennoch bedarf es der persönlichen Vorsicht.
Die
gleiche Bestrebtheit muss zur Aufspeicherung von Mut aufgewendet werden, der
ein Heilmittel gegen schwarzes Gift ist. Physische Schwächung bedeutet natürlich
nicht geistige Schwächung. Ganz im Gegenteil, die Ausgabe geistigen Reichtums
ist manchmal grenzenlos.
485. In
der Großen Schlacht muss man sehr vorsichtig sein. Die Hauptbedingung ist die Überzeugung,
dass hinter einem die Gefahr des Schwankens droht, die Verrat hervorbringt.
Man
sollte daran denken, wie allmählich Wir die Eigenschaften des Herzens enthüllt
und für große Taten vorbereitet haben. Man muss sich ein für alle Mal merken,
dass Unsere Weisungen nicht abstrakt sind. Auch muss man verstehen, dass der Yoga
zur rechten Zeit gegeben wird.
Es geht
nicht um Wälzen des Körpers am Boden oder Einnehmen von physischen Giften;
vielmehr nehmen Agni Yogis, wie vor langem gesagt, zur Rettung der Welt
geistiges Gift auf. Schwarze Herzen verstehen diesen Großen Dienst nicht. Für
sie sind physische Gifte weit stärker als geistige. Man muss dies unermüdlich
wiederholen, dann wird Vorsicht sich mit Mut verbinden.
486.
Gefahr droht auch, wenn eine Höhere Weisung nicht unverzüglich ausgeführt wird.
So ist es sogar im täglichen Leben: Wenn wir jemanden bitten, zur Seite zu
treten, wird er stattdessen unweigerlich nach dem Grund fragen, oder sich
bestenfalls umblicken und so zulassen, dass ein Stein auf seinen Kopf fällt.
Dasselbe geschieht mit erfolglosen Schülern. Ihre Herzen schweigen dort, wo es
augenblicklich zu handeln gilt.
Das ist
auch für das Herz selbst schädlich, denn was könnte verderblicher sein als nicht
ausgeführte Befehle des Herzens? Wenn das Herz schweigt, heißt das noch nicht,
dass in seinem Innern das Telegrafenzeichen nicht aufgenommen wurde. Das ist
genauso schädlich, wie das Herz mit dem Verstand zu übertönen! Wie viele Herzen
sind aufgrund der Anspannung wegen unausgeführter Befehle stehengeblieben! Der Konflikt
zwischen Herz und Verstand ist die traurigste Seite der Menschheit.
487. Das
Verzehren des Erdengiftes oder die Kreuzigung erweisen sich als unerlässliche
Bedingung für die Aufwärtsbewegung. Es ist, als ob eine Abrechnung mit der niedrigsten
Materie stattfände. So lernen wir fliegen, indem wir das schwere Schuhwerk
unten lassen.
488. Obwohl
er das erste Buch noch gar nicht durchgelesen hat, fragt mein Freund bereits:
Wann erscheint das zweite? Obwohl er noch keine einzige Weisung ausgeführt hat,
will mein Freund wissen: Wann werden die nächsten Ratschläge gegeben? Obwohl er
kein einziges Geheimnis bewahrt hat, fordert mein Freund, ihm noch weitere
anzuvertrauen. Ihr wisst also, wie es zugeht. Ihr wisst, wie dieser „Schriftgelehrte“,
ohne das Buch gelesen zu haben, versichert, all dies bereits von Geburt an zu
wissen. Ihr wisst, wie dieser dürftige Mensch seine völlige Erneuerung
versichert, ohne eine einzige Gewohnheit abgelegt zu haben. Daher ist seit
undenklichen Zeiten auf den Nutzen der Änderung von Gewohnheiten hingewiesen
worden.
Reisen
durch viele Länder hat unter anderem die Eigentümlichkeit, an alle möglichen
Bedingungen zu gewöhnen. Ein Mensch, der die Herzen vieler Völker verstanden
hat, wird sich in den Menschenmassen der Feinstofflichen Welt nicht verlieren.
Doch das ist natürlich eine der mechanischen Methoden der Erziehung des Bewusstseins,
die grundlegende Stärkung des Bewusstseins erfolgt über das Herz.
489. Wer
im Herzen erkannt hat, wird nicht nach dem fragen, was folgt, ohne das
Vorangegangene gelesen zu haben. So verleiht Herzerkenntnis einen Liebreiz, der
nicht mit Gold erworben werden kann. Die Erscheinung „Anura“, mit anderen
Worten, der Liebreiz des Herzens, wird äußerst geschätzt. Sie gehört zu den
Eigenschaften, die aufgespeichert werden können und unauslöschlich sind. „Anura“
ist der Liebreiz des Herzens oder das königliche Herz. Man kann sehen, wie dieser
Liebreiz sich von Kindheit an manchmal sogar als Belastung für einen selbst erweist,
weil Menschen mit einer anderen Spannung den Rhythmus in Unordnung bringen.
490. Wird
ein Haus zum Vermieten angeboten, werden sogar die gröbsten Menschen jeden
Winkel untersuchen und ihren Gefühlen Ausdruck verleihen. Könnten Wir dann etwa
Unsere Schüler in nicht untersuchten Wohnungen unterbringen?
Man muss
alles um sich herum kennen. Man muss alle Aufschichtungen der Vergangenheit spüren,
bevor man in die Zukunft strebt. Wenn aber die Entscheidung über die Zukunft
heranrückt, fällt die Vergangenheit ab wie der Schatten des verflossenen
Sonnenuntergangs und nur die Morgenröte des Sonnenaufgangs erleuchtet die
Stirn.
Ohne
Grund verdächtigen manche Menschen Uns der ungenügenden Kooperation. Unsere
Besorgtheit um sie ist weit größer als ihre Gedanken an Uns. Würde man die
vielen verpfuschten Ratschläge und unvollendeten Bauten aufzählen, könnte man
sich vorstellen, wie schwierig es ist, die Abgründe zuzuschütten! So kann man
sogar jetzt schöne Festungen errichten!
Bereits einen Monat lang führen Wir euch
auf dem feierlichen Pfad des Aufstiegs. Trotz des Kampfes versammeln wir uns in
Feierlichkeit. Wir haben alles Untergeschobene zurückgewiesen und einen Vorrat
an Gutem gesammelt. Über allen Errungenschaften des Herzens erstrahlt die Feierlichkeit.
Zu ihr rufen Wir auf, auf sie weisen Wir hin!
492. Vermehrt die Feierlichkeit zehnfach! Vermehrt sie, wie
ihr die Anzahl der Gebetsampeln vermehrt! Wenn wir auf dem Pfad des Aufstiegs
voranschreiten, legt eure Hand in die Unsrige. Eilt zum Gipfel des Herzens.
Bald werden wir uns mit den „Feurigen Zeichen“[87] beschäftigen,
jetzt wollen wir die Eigenschaften des Herzens verwirklichen und im Leben
beweisen. Spannt eure Energie zu Ehren der Herrscher feierlich und mutig an!
493. Ist
es nicht eine wunderbare Erfahrung, wenn ihr die Herzenergie auf gewaltige
Entfernungen hin anwendet und das große Werk fördert? Man kann die Fristen überprüfen
und absolute Genauigkeit erreichen. Deshalb ist es so wichtig, die wesentlichen
Erscheinungen und Empfindungen niederzuschreiben. Auf diese Weise kann man den
Unsinn bekämpfen, der behauptet, es herrsche überall nur Zufall und
Zusammentreffen. Für solche Leute gibt es keine bewusste Anwendung der
wichtigsten Energien, woraus Schaden nicht nur für sie selbst, sondern auch für
alle anderen entsteht.
Es gibt
nichts Schlimmeres als chaotisches Denken und das Unterbrechen von
Energieströmen. Jeder ist außer sich, wenn ihm sein Öllämpchen vor der Nase ausgeblasen
wird, doch gerade die Unterbrechung der Herzenergie kann als Ausblasen eines
Öllämpchens bezeichnet werden. Werdet nicht müde, dies zu wiederholen.
Bei einem
starken Abfluss von Energie ist es besonders schädlich, den Rhythmus durch höchst
alltägliche Gereiztheit zu stören. Ihr wisst nie, wofür eure Energie gebraucht
wurde, deshalb ist Feierlichkeit der sicherste Schutz vor Unterbrechungen und Scharten.
Besonders zur Zeit Harmagedons muss man auf die üblichen Methoden verzichten.
Ich bestätige die große Zeit, der nur Feierlichkeit entsprechen kann.
494. Ihr
wollt Rettung und Erfolg, dafür müsst ihr aber euer Handeln in Übereinstimmung
bringen. Man muss verstehen, wie verderblich jede Zerstörung des Rhythmus ist.
Ein Jahrzehnt lang habe Ich diese Stunde der Schlacht vorbereitet. Sagt den
Ungehorsamen, dass eine Verletzung des Fadens einem Abfall vom Herrscher
gleichkommt. Gerade jetzt wollen wir uns das ein für alle Mal merken.
Jetzt muss
man eiligst viele Brücken überschreiten und darf den Schatz darf nicht
vergeudet! Wir verlangen wenigstens jetzt, dass diese Zeit als besonders
erkannt wird, andernfalls kann man, anstatt einen glänzenden Sieg zu erringen, in
den Ruin getrieben werden.
Wir
führen euch zum Sieg, und niemand hat das Recht, Uns daran zu hindern! Die finsteren
Kräfte werden jetzt durch nichtige Kleinigkeiten wirken, doch gerade an ihnen
kann man leicht die Feierlichkeit stählen.
495. Die
Menschen sind zuweilen bereit, die Macht des Gedankens anzuerkennen, doch sie
wenden dieses Zugeständnis nicht auf sich selbst an. Sie träumen von erhabenen
Gedanken und bringen die unbedeutenden nicht in Ordnung.
Man wird
fragen: Wie soll man einen Gedanken in die Tat umsetzen? Man muss mit der
Disziplinierung der unbedeutendsten Gedanken beginnen und erst danach einen
Gedanken formen, der Berge versetzt. Der Rat über das Ordnen unbedeutender
Gedanken ist der Beginn der Gesundung des Herzens.
Verlasst
euch nicht auf verschiedene äußere Pranayamas. Der Weg des Agni Yoga führt über
das Herz, man muss aber dem Herzen durch Ordnen der Gedanken helfen.
Ungeordnete Gedanken sind wie Läuse und Flöhe, sie verletzen die feinstoffliche
Substanz. Oft tragen sie tödliches Gift heran.
Besonders
die unbedeutendsten Gedanken sind wahnsinnig, und daher bilden sie das
Haupthindernis für die Annäherung der feinstofflichen und der grobstofflichen
Welt. Wie soll man die Freunde davon überzeugen, unverzüglich das anzunehmen
und auszuführen, was über unbedeutende Gedanken gesagt wurde?! Das erfordert doch
nur geringe Aufmerksamkeit sowie das Bewusstsein der Verantwortlichkeit.
496. Wenn
der Sonnenaufgang im Kampf erglüht, sind Gedanken an die Zukunft sowie an das Allgemeinwohl
besonders notwendig. Die Scala furioso[88] wird
ein Herz nicht berühren, das durch den Gedanken an den Dienst gefestigt ist.
497. Ihr
werdet auf die Frage treffen: Warum stellt sich Hilfe erst am Rand des Abgrunds
ein? Dafür gibt es viele Gründe: Karma und der Wunsch nach
Selbstvervollkommnung, obgleich andererseits der Grund in der Anspannung der
Herzenergie liegt. Für Zusammenarbeit mit den Höheren Kräften bedarf es der
Anspannung des Herzens, diese entsteht jedoch gewöhnlich erst, wenn die Anspannung
ihren äußersten Grad erreicht hat. Das bedeutet: Würde die Herzenergie sich so
offenbaren, wie es sein sollte, käme die Zusammenarbeit früher zustande.
So
gelangen wir wieder zur Frage der Ausbildung der Herzenergie. Erneut erinnern
wir daran, dass diese Ausbildung bei den geringsten Empfindungen und den
gewöhnlichsten Tätigkeiten beginnen sollte.
Dieser
Umstand erschwert die Sache, weil die Menschen gewöhnlich zu sagen pflegen: „Lasst
mich mit einem Riesen kämpfen, verschont mich aber mit Flöhefangen“. Riesen
sind jedoch selten, wogegen es unzählige Flöhe gibt. Durch diese finsteren Horden
muss man hindurch und das Haus vor ihnen bewahren. Das von einem Riesen
herbeigetragene Gift ist geringer als das von einem Floh. Die Erscheinung eines
Riesen ruft ungewöhnlichen Mut hervor, doch gegen Fliegen und Flöhe ist auch
Mut vonnöten, und für gewöhnlich haben die Menschen unter Fliegen zu leiden,
nicht unter Riesen.
498. Zurückweisung
der Lehre kann auf vielfältige Weise erfolgen: Manche können die Lehre
überhaupt nicht erfassen, genauso wie sie keinerlei weise Ratschläge annehmen. Viel
gefährlicher ist es jedoch, wenn jemand den Wert der Lehre versteht, ihr aber
bewusst widerspricht, weil er dann bereits im Dienst der Finsternis steht.
So ist es
auch mit Menschen, die mit scheinbar bereits offenbarten Bestrebungen auf
einmal brechen. Dies geschieht durch einen Mangel an Herzensbildung. Dieses
Thema muss man sowohl in der Familie als auch in der Schule behandeln. Man
sollte das nicht als ein Experiment ansehen, vielmehr sollte es entschieden zur
Entwicklung des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit, der Geduld und des
Wohlwollens führen, und schließlich sollte es die Beobachtung auf die Empfindungen
des Herzens lenken.
So wird
die Grundlage für Feierlichkeit und Liebe zum Schönen gelegt. So wird die
Grenze von Licht und Finsternis bestimmt. Kinder lieben Licht!
499. Das
Böse schafft eine Substanz, die an Dichte dem Guten ähnelt. Natürlich ist es
unmöglich, im Raum Brutstätten von Gift zu unterhalten, denn ist das Gesetz
nicht gerecht, wonach der Säer ernten, mit anderen Worten, seine Ausgeburt
umwandeln muss? Es wäre ungerecht, alles Böse den guten Geistern aufzubürden.
Gewiss, ein großer Geist absorbiert eine Menge Böses und wandelt es um, doch
sogar ihm fällt es nicht leicht, das Gift der Welt aufzunehmen. Ihr wisst, wie
schwierig es ist, das Böse aus allen Teilen der Welt umzuwandeln! Ihr wisst,
welchen Preis der Abfluss von Herzenergie hat.
500. Das
Herz galt immer als Mittelpunkt des Lebens. Dann erkannten die Menschen in
ihren Herzen den Yoga der Hierarchie, mit anderen Worten, die Verbindung mit
dem Höchsten. Jetzt wurde der Yoga der Feinstofflichen und der Feurigen Welt eingeführt;
diese Mitwirkung des Herzens erweist sich als ein neuer Umstand im Bewusstsein
der Menschen. Wir dürfen nämlich nicht in den Grenzen einer abstrakten Ethik
verharren. Die Ereignisse und unbestreitbaren Umstände führen die Menschheit
auf neue Wege; deshalb raten Wir so sehr, sich vom Joch der Gewohnheiten zu
befreien und unsere besondere Zeit zu verstehen.
Moses
vertiefte sich in die Wissenschaft Ägyptens, überflügelte sie jedoch durch die
Zehn Gebote. So wirkt der Yoga der Hierarchie. Jetzt raten Wir den
Wissenschaftlern: Ihr müsst das Herz mit allen euren Verfahren beobachten, und
ihr werdet auf Erscheinungen stoßen, die euch unklar sind.
501. Wir
schlagen den Ärzten vor, alle unerklärlichen Erscheinungen der Feinstofflichen
Welt zuzurechnen, dann wird es keine Irrtümer geben. Mögen sie nur beginnen, die
sogenannten gesunden Herzen zu messen und zu vergleichen. Ich denke, man muss verstehen,
wie ungewöhnlich diese Zeit ist, und man muss sich an sie gewöhnen. Man muss
auch immer an die gerade ablaufende Schlacht denken.
502. Ist
es möglich, dass die Menschen die besonderen Eigenschaften der Hitze, Gewitter
und Wirbelstürme nicht bemerken? So beweint ihr mit Recht die Natur, die durch den
menschlichen Wahnsinn erkrankt ist.
503.
Erleuchtung ist ihrem Wesen nach durch Streben erreichter Segen, daher sollte sie
nicht todbringend sein; das Leben zeigt jedoch genau das Gegenteil. Woher kommt
dieses entgegengesetzte Ergebnis? Natürlich nicht von den Lichtträgern selbst,
sondern von der verbrecherischen Verseuchung der umgebenden Atmosphäre.
So zeigt sich
wieder einmal im Leben, wie wenig die von den Menschen geschaffenen Zustände
den schönen Möglichkeiten entsprechen. Deshalb lasst uns eifrig Rufe in den
Raum senden, um die Bewusstseine zu erneuern! Zahlreich sind die von Uns angewendeten
Bestrebungen, um die Aufmerksamkeit der Menschen auf den verbrecherischen
Wahnsinn zu lenken, der maßlos wächst. Sie wollen das Gesetz des Universums missachten,
doch in erster Linie ist es notwendig, die versäumten Möglichkeiten in dem
Wissen zu erkennen, dass alles wiedergutgemacht werden kann.
Wir
träumen von neuen Rassen, doch lasst uns zunächst erwägen, wozu diese neue
Rasse nötig ist und wie jeder dazu beitragen kann, dass sie Wirklichkeit werden.
In erster Linie durch Tatkraft. Es ist notwendig, Kinder diese beschwingte Tatkraft
zu lehren.
504.
Wahrhaftig, bald werden wir genötigt sein, uns vor der Unordnung der Elemente
zu retten. Doch sogar dieses Unglück kann man durch Erziehung des Herzens bedeutend
mildern.
Wir
bitten die Ärzte der verschiedenen Länder, sich mit der Erforschung des Herzens
zu befassen. Es gibt viele Sanatorien für alle möglichen Krankheiten, doch es
gibt kein Institut für das Herz. Dies kommt von der ungenügenden Erziehung des Herzens.
Denn noch nicht einmal Unwissende betrachten das Herz als zweitrangig. Indessen
übersteigen Herzkrankheiten zahlenmäßig Krebs und Schwindsucht.
Es muss
Sanatorien für das Herz geben, an denen man sich mit dringend nötigen
Beobachtungen befassen kann. Natürlich müssen diese Sanatorien in verschiedenen
Klimazonen und unterschiedlichen Höhen liegen. Man kann sehen, dass sich ein
ganzes Heer mit den notwendigen Forschungen im Zusammenhang sowohl mit
geistigen Problemen als auch mit landwirtschaftlichen und anderen Spezialfragen
beschäftigen kann.
Das Institut
des Herzens wird der Tempel der künftigen Rasse sein. Das Institut des Herzens
wird natürlich in die Gemeinschaft der Kultur eingehen, denn die Konzepte des
Herzens und der Kultur sind untrennbar.
505. Die mangelnde
Beobachtungsfähigkeit der Menschen ist erschütternd! Versucht, ein Zimmer
allmählich mit Rauch zu füllen, und beobachtet, wer von den Anwesenden ihn
zuerst spürt. Gewöhnlich verwandelt ein Zustand der Selbstzufriedenheit sich sofort
in Verzweiflung. Der Schrecken liegt darin, dass Verzweiflung an die Stelle von
Selbstzufriedenheit tritt. So haltet unrhythmische Schwingungen für das größte
Unglück. Bei Uns wird die Aufmerksamkeit in erster Linie auf die Beobachtungsfähigkeit
gerichtet, die bei der Harmonisierung der Zentren hilft.
506. Es
ist vor allem notwendig, einfach Achtung vor der psychischen Energie zu haben. Man
muss eine Energie achten, die gleich Feuer den ganzen Raum sättigt und sich in
den Nervenzentren kondensiert. Mögen sogar Kinder verstehen, dass jeder
Händedruck und jeder Blick diese verbindende Energie ausstrahlen. Das Bemühen,
Achtung zu empfinden, wird auch Behutsamkeit gegenüber diesem Schatz des
Herzens lehren.
Achtung ist
für jeden denkenden Menschen angebracht. Man braucht sich nicht zu schämen,
über Achtung zu sprechen, denn sie wird von der Menschheit verschwendet. Wie
kann man eine Offenbarung der Herzenergie erwarten, wenn man sie nicht achtet?
Die Energie tritt nur mit ihrer Erkenntnis in Erscheinung. Wenn das Gesetz der
Gerechtigkeit gilt, muss man alles, was emporführt, achten.
507. Ein
erfahrener Herrscher legt seine Hand oft auf die Schulter oder die Hand seines
Gesprächspartners. Manche tun dies bewusst, die meisten hingegen unbewusst. Doch
sogar jene, die dies bewusst tun, wissen nicht immer, wie man diese Methode
nutzt. Sie nehmen an, dass die Hand ausreichend ist und die Handfläche schon
die Macht des Gedankens überträgt; sehr selten allerdings erkennen die
Menschen, dass die Fingerspitzen eine stärkere Ausstrahlung haben.
Dabei
müssen, wenn ein Gedanke eingegeben wird, die Fingerspitzen zusammengedrückt
werden. Will man jedoch eine Reaktion des Gesprächspartners erlangen, sollten
die Fingerspitzen gespreizt werden. Auf diese Weise erreicht man eine größere
Anregung einer Reihe von Zentren.
Wie viele
Möglichkeiten sind in jeder Handlung verborgen! Man muss sie nur bewusst
anwenden. Man kann Bewusstheit und Unbewusstheit mit Schwimmen mit oder ohne
Erfahrung vergleichen. Gewiss, mancher kann sofort schwimmen, doch das ist äußerst
selten.
So ist es
in allem notwendig, die Hierarchie zu befolgen, die unser Bewusstsein sichtbar
und unsichtbar erfüllt. Es ist traurig, wenn das Bewusstsein als etwas
Abstraktes und nahezu Übernatürliches dargestellt wird. Jeder Herzschlag
erfüllt uns sowohl mit dem Bewusstsein unserer Existenz als auch mit wahrem
Verstehen des Daseins.
Nebelhafte
Gedanken resultieren allein aus mangelnder Achtung gegenüber dem Bewusstsein.
Diese Worte sollten an jeder Schule niedergeschrieben werden. Kinder könnten fragen:
Wie kann man sich vor tödlichen Gewohnheiten schützen? Dann kann man auf die Niederschrift
über die Achtung hinweisen.
508. Man
wird fragen: Wie kann man den Einfluss der Lehre im Alltag spüren? Antwortet: Bei
den kleinsten Dingen, bei jeder Tätigkeit, bei jeder Berührung.
Verneinung
und tägliche Gewohnheit berauben manche Schüler um vieles.
509. Wo
also ist jenes Gefühl, jene Substanz, mit der wir den Kelch des Großen Dienstes
füllen können?
Lasst uns
dieses Gefühl aus den besten Schätzen sammeln. Lasst uns seine Bestandteile in
der religiösen Ekstase finden, wenn das Herz vom Höchsten Licht erbebt. Lasst
uns seine Bestandteile im Gefühl der herzlichen Liebe finden, wenn die Träne
der Selbstverleugnung erglänzt. Lasst sie uns in der Heldentat eines Heroen finden,
wenn die Macht sich im Namen der Menschheit vermehrt. Lasst sie uns in der
Geduld eines Gärtners finden, wenn er über das Geheimnis des Samenkorns
nachdenkt. Lasst sie uns in dem Mut finden, der die Finsternis durchdringt.
Lasst sie uns im Lächeln eines Kindes finden, wenn es sich dem Sonnenstrahl
entgegenstreckt. Lasst sie uns inmitten aller Flüge finden, die uns in die
Unbegrenztheit forttragen.
Das
Gefühl des Großen Dienstes ist unbegrenzt, es muss das Herz erfüllen, das für
immer unerschöpflich ist. Möge das heilige Beben nicht zu einer Alltagssuppe
werden. Die besten Lehren verwandelten sich in eine seelenlose Hülle, als das
Beben sie verließ. So denkt inmitten der Schlacht an den Kelch des Dienstes und
schwört den Eid, dass das heilige Beben euch nie verlassen wird.
510. Man
muss das Herz erziehen. Man muss den „Kelch“ anfüllen. Man muss dem Klang der „Glocke“[89]
zustreben. Man muss die flammenden Flügel der Feurigen Welt entfachen. Vom
Herzen wollen wir zum Feuer gehen –und wir werden bald hingehen!
511.
Wieder darf man sich nicht wundern, dass ihr im Geist gute Taten vollbringt,
ohne sich ihrer im Körper zu erinnern. Ein freigebiger Spender zählt seine
Gaben nicht. Es ist unmöglich, die Gaben des Geistes mit Worten aufzuzählen.
Viele von ihnen können noch nicht einmal mit Worten ausgedrückt werden, so
feurig sind sie! So erfasst das weltliche Verständnis das Feinste und Höchste nicht.
Man muss daran erinnern, dass ein feuriges Herz jede Stunde das schafft, was
die Menschen Wunder nennen. So kann man im Einklang mit den Gesetzen des
Universums schaffen. Wendet diese Fähigkeit feierlich an.
512. Wenn
ein Naturmensch sich an etwas erinnern will, wird er unweigerlich den Kopf
schütteln. In dieser Bewegung verbirgt sich der alte Gedanke über die Stofflichkeit
von Ideen. Um die verborgene Erinnerung herauszubringen, ist sogar eine
physische Bewegung erforderlich, so als müsste man liegende Gegenstände verschieben.
Jetzt, wo
wir von verschiedenen Kristallablagerungen wissen, erscheint uns dieser
Instinkt nicht fremd; wir sollten im Gegenteil die Bewegungen der
ursprünglichen Völker studieren. Wir werden unter ihnen nicht nur Äußerungen
des kosmischen Rhythmus erkennen, sondern auch Erscheinungen, die mit dem
Wissen über die Nervenzentren verbunden sind. So weiß ein Mensch seinem Wesen nach
vieles, was aus der ersten Schicht des Gedächtnisses verschwunden ist.
Auch
Reisen und Wechsel des Lebensortes tragen dazu bei, die Erinnerung zu wecken;
wie ein Kaleidoskop neue Konstellationen hervorbringt, so werden in der
Erinnerung viele kleine Samenkörner geweckt, die ein großes Potential enthalten.
So kann eine
Bewegung den Beweis für eine völlig verfeinerte Stofflichkeit liefern. Dafür
muss man fühlen, dass man sich der Höchsten Hierarchie hingeben soll, damit
unser Wesen für die kosmische Bewegung von Nutzen ist. Natürlich, die Bewegung
mag überhaupt keine körperliche, sondern eine geistige sein, denn ihr wisst,
dass es zwischen diesen Bereichen keine Grenzen gibt.
513. Ich
sage so viel, wie möglich und notwendig ist. Man muss die Weisung wie einen
Befehl in der Schlacht annehmen. Derzeit bedarf es der Hilfe, sie darf nicht
nur aus Einheit und Feierlichkeit bestehen, sondern auch aus dem Anspannen des
Herzens zu Uns. Man muss alle nebensächlichen Gedanken verbannen, damit Wir
leichter senden können.
Die Bedeutung
eines flammenden Herzens ist groß, es ist tatsächlich ein Kosmischer Magnet*.
Am schwersten von allem geben die Menschen ihre kosmische Bedeutung zu. Jeder
würde gern in den Himmel davoneilen, doch auch hier (…) ist seine Bedeutung
groß!
514. Wenn
eine einfache Bewegung eine Erinnerung wecken kann, so sind für Erleuchtung
besondere Bedingungen der Feinstofflichen Welt erforderlich. Mit Staunen kann
man bemerken, dass augenblickliche Erleuchtungen nicht von verstandesmäßigen
Bedingungen abhängen. Erleuchtung senkt sich in ganz unverhofften Augenblicken
hernieder.
Man kann
sogar eine Reihe der seltsamsten Bewegungen, Bedrückungen und Gedanken
wahrnehmen, die anscheinend von außen kommen. Psychiater sollten diesen Zustand
erforschen. Man kann wertvolle Beobachtungen sammeln, die uns helfen, den
Bedingungen der Feinstofflichen Welt näherzukommen.
Ein
feinfühliges Herz wird diesen Zustand der Erleuchtung natürlich durch die
Beschaffenheit des Pulses bemerken. Das Offenbarwerden von okkultem Wissen hat
nichts mit Somnambulismus[90] und
Spiritismus gemein; Erleuchtung ist ein ganz natürlicher Zustand. Man muss
diese Feuer der Vergangenheit und der Zukunft nur bemerken. Auch in der
Feinstofflichen Welt muss man das Bewusstsein verfeinern. Daher ist jede
Erziehung des Herzens ein Tor zu den Höheren Welten.
Wir
befürchten, dass diese dringenden Ratschläge ihren Platz Alltäglichkeiten
überlassen werden. Jemand sagt: „Dies wissen wir seit langem“ und begibt sich
auf den Basar. Dann fragt hinter ihm her: „Warum sinnst du noch nicht einmal
über das Herz nach und denkst nicht an das Feuer?
515. Es
ist gefährlich, keine Verantwortung zu fühlen. Ein zeitweiliger Wanderer zu
sein, ist ebenfalls gefährlich, wir sind nämlich alle zeitlose, dem Aufstieg
zustrebende Wesen, wie dahinrasende Himmelskörper.
Daher ist
jede Abtrünnigkeit ebenso widernatürlich wie Verbrechen und Böses. Jeder steigt
entsprechend seiner Natur auf, und Verantwortung erweist sich nicht als Last,
sondern als Flügel. Doch sobald jemand ins Wanken gerät, wird dieselbe
Verantwortung zum Mühlstein um seinen Hals. Ohne Verantwortung aber können wir
auch nicht auf dem Ozean der Elemente schwimmen. Das ist keine Moral, sondern
ein Rettungsring.
Abschied
ist nur eine neue, willkommene Wiederbegegnung. Wir sind keine vorübergehenden,
sondern unendliche Wesen.
516. Ein Abfluss
unsichtbarer Energie bei körperlicher Schläfrigkeit ist ein echtes Zeichen für eine
Teilnahme am Zurückschlagen der Finsternis. Wir können jederzeit zur Schlacht aufrufen,
weshalb man einem unverhofften Anflug von Schläfrigkeit besondere Beachtung
schenken muss. Auch sollte der Fluss der Energie nicht unbemerkt bleiben. Er
nimmt viel Herzenergie weg, deshalb ist es nur verdient, dieser Energie zu
ermöglichen, sich wieder anzusammeln. Es ist nicht weise, sie versiegen zu
lassen, deshalb mahnen Wir zur Erholung in Form eines Wechsels der Arbeit.
517. Beobachtungen
der Blumen der Feinstofflichen Welt sind sehr bezeichnend; sie weisen darauf
hin, dass die Schöpfung der Feinstofflichen Welt einem flammenden Herzen
zugänglich ist. Wahrhaftig, für einen bewussten Geist ist es dort leicht. Er
kann ohne Anstrengung schaffen und die irdischen Gestalten in eine bessere Form
bringen. Diese Schöpfung ist jedoch nicht einseitig, durch denselben Prozess werden
auch auf der Erde bessere Gestalten geschaffen.
518.
Nicht zufällig sprechen Wir oft über die Schöpfung der Feinstofflichen Welt.
Bewusstheit und Aufmerksamkeit bereiten uns ein weites Feld für Schöpfung. Man
kann bemerken, dass dieses Schaffen nicht ermüdet und es unerschöpflich ist – so
vollzieht sich die Zusammenarbeit zwischen den Welten. Wir können die Formen
der Feinstofflichen Welt verfeinern. Daher muss jeder Vorrat an Verfeinerung
wie ein Schatz gehütet werden.
Das Herz nutzt
sich weniger ab, wenn die Umgebung diese Verfeinerungen nicht behindert.
Deshalb sind Wir so sehr gegen Unwissenheit, die den Aufstieg des Herzens am
meisten stört. Unwissenheit ist natürlich ein Verbündeter der finsteren Kräfte.
519. Das
Festhalten eines Eindrucks im dritten Auge ist wahrhaftig die Grundlage der Schöpfung.
Nicht nur die alten Buddhisten, sondern auch die Testamente aus uralten Zeiten forderten
die Ausbildung der Beobachtungsfähigkeit. Ein Herz, das des Schatzes der
Beobachtungsfähigkeit beraubt ist, verschwendet dort eine Menge an Energie, wo
es nur gilt, große Behutsamkeit walten zu lassen. Ein Lehrer muss die
Beobachtungsfähigkeit anhand der schönsten Gegenstände entwickeln.
Besonders
unverzeihlich bei einem Menschen ist ein flüchhtiger Blick, der nichts bemerkt und
nichts gibt. Wird der Chemismus des Blickes für einen wahren Wissenschaftler nicht
eine wohltätige Aufgabe sein?
520.
Nachdem man das Pulsieren der Welt gespürt hat, sind die Beben der menschlichen
Herzen nicht furchterregend. Man muss daher überall einen großen Prüfstein
anwenden, denn anders ist es nicht möglich, zu existieren, weil man in einem Tümpel
der Niederträchtigkeit versinkt.
Wo Harmagedon
tobt, bedarf es des Maßes des gesamten Universums. Trost liegt in
Angemessenheit. Man muss seine ganze Beobachtungsfähigkeit aufbieten, um die
Substanz der Schlacht zu erwägen. Dennoch verstehen die Menschen unter der
Schlacht oft nicht mehr als einen Straßenkampf und vergessen, dass das Gefecht
im Briefkasten, im Lächeln einer listigen Lüge sowie in der Behinderung des
Lichts geführt wird. Die Schlacht ist weitaus dramatischer als die Spießbürger
annehmen.
Wenn Ich
über Behutsamkeit spreche, versteht sie ebenfalls auf siebenfache Weise.
521. Ich
rate, im Herzen bereit zu sein, den Befehl des Lehrers auszuführen. Manchmal
bedarf es einer Bewegung, die nicht enthüllt werden kann. Auf Bergpfaden kann
man weder rechts noch links vorankommen, sondern nur geradeaus. Man kann weder
in den Abgrund hinunterspringen noch die steile Felswand hinaufklettern – es
gibt nur einen Pfad, und von oben wird das Ziel gesehen.
Meine
Ratschläge gleichen den väterlichen Geleitworten für einen scheidenden Sohn.
Der Reisekoffer muss Gegenstände für alle Lebenslagen enthalten, doch das Herz wurde
in ein Versteck gelegt, und lange Zeit werde Ich dir nachrufen: „Hüte vor allem
das Versteck!“
522. Die
Sprache der Feinstofflichen Welt bedarf keiner Worte, obgleich sie diese
beherrscht. Ihr Ausdruck besteht im Gefühlswissen, in der Übermittlung feinster
Gefühle. So darf die Feinstoffliche Welt die Sphärenmusik nicht durch
unordentliche Töne stören. Wir dürfen darüber nicht erstaunt sein, denn sogar
in der grobstofflichen Welt übermitteln gleichklingende Herzen sich gegenseitig
vieles durch die Sprache des Herzens. Möge diese Sprache eine ständige
Erinnerung an die Möglichkeiten der Feinstofflichen Welt sein.
523. Man
muss verstehen, was ein kleiner Gedanke ist. Wie ein Insekt untergräbt er die
besten Absichten. Der festeste Charakter kann durch die Stacheln kleiner
Gedanken zerrüttet werden. Das scheint eine Wiederholung und langweilig zu
sein, doch naht der Zeitpunkt der Tat, überschütten die Menschen sich mit einer
Wolke von Splittern kleiner Gedanken. Die edelsten Beschlüsse werden unter einer
Schicht schändlicher Gedanken ausgelöscht.
Eine
Heldentat wird in erster Linie nicht so sehr durch Zweifel verhindert, als
durch formlose Gedanken, die durch alte Gewohnheiten hervorgebracht werden. Ich
bestätige, dass es nicht schwierig ist, sich von Gewohnheiten zu befreien, wenn
wir das Bewusstsein ausreichend in die Zukunft übertragen.
Oft messen
die Menschen die Zukunft an der Gegenwart und beschneiden so die neuen Flügel.
Sogar Vögel kennen den Wechsel des Gefieders und fügen sich den entsprechenden Bedingungen.
In der Mauser entfernen sie sich ins Gestrüpp, um erneuert wieder aufzufliegen.
So wollen wir uns an diesen jüngeren Brüdern ein Beispiel nehmen. Sie können
uns ein vortreffliches Lied des Herzens singen.
524. Die
Menschen wollen sich nicht vorstellen, wie viele Gefahren sie umgeben. Wie oft haben
Höhere Kräfte und Teilnehmer aus der Feinstofflichen Welt sie gerettet! Doch die
Menschheit glaubt, dass, wenn ein Tag (…) vergangen ist, nichts sie bedrohte.
Ein
solches Denken stumpft das aufkommende Gefühl der Dankbarkeit ab, ohne dieses
Gefühl kann die Menschheit aber nicht fortschreiten. Anstelle von Dankbarkeit
kommen Ansprüche auf und dann Drohung. Man kann jedoch weder mit Drohung noch
auf Brennnesseln durchkommen. Erbärmlich sind Drohungen gegen die Höheren
Kräfte! Es gibt nichts Zersetzenderes als Drohungen. Vom Staub von Drohungen
vertrocknet das Herz.
525. Ihr
wisst, wie sehr Wir gegen alle herkömmlichen Gewohnheiten sind; man muss allerdings
zwischen einer Gewohnheit und dem Eintauchen in ein rettendes Gefühl
unterscheiden.
So wird
der Widerschein der Feierlichkeit nicht ohne Grund als strahlend betrachtet.
Vor einer Reise muss man sich mit allem Notwendigen versorgen. Unsere Freunde
bringen den Wanderern die besten Blumen. Feierlichkeit erblüht in Purpur – so lasst
uns Girlanden des Herzens sammeln.
526. Wir
senden den Menschen oft deutliche Warnungen, doch ihre Taubheit ist
erstaunlich. Selbst das, was sie vernehmen, entstellen sie bis zur
Unkenntlichkeit. Man kann sich nicht genug darüber wundern, dass die Menschen
so schwerfällig sind, selbst wenn es um ihre eigene Rettung geht, so als ob sie
nur die Höheren Kräfte beleidigen wollen.
Ich
bitte, die abscheulichen Beschlüsse der Satanisten nicht zu vergessen und daran
zu denken, dass das Böse durch vereinte Kräfte besiegt wird. Daran muss man
sich als einen Befehl der Herrscher erinnern. Man sollte nichts bedauern, denn
zur Zeit der Schlacht gilt es allein, der Zukunft zuzustreben.
527.
Beachtet, wie ferne Ereignisse erst auf den „Kelch“ und dann auf das Herz
einwirken. Diese Reihenfolge wurde selten vermerkt. Gewiss, wenn der „Kelch“
gefüllt ist, muss man Herzmittel einnehmen, dennoch spannt der „Kelch“ sich zuerst
an. Der „Kelch“ bedarf der Feierlichkeit, um ihn gleichsam bis zum Rand zu
füllen.
Ich weiß,
wie schwierig es für einen Riese ist, in die Höhle eines Zwerges zu geraten! So
sehr verdichtet der Druck bereits die niederen Schichten. Gewiss, die glühende Hitze
kommt nicht von der Sonne und die Verwirrung nicht von der Feinstofflichen
Welt, sie werden vom Willen der Menschheit erzeugt.
528. Ein
altes chinesisches Märchen erzählt von einem Riesen über den Wolken und einem
spottenden Zwerg. Der Riese wird als mit dem Kopf über den Wolken stehend dargestellt,
und der Zwerg spottet darüber, dass der Riese die irdische Welt nicht sieht.
Doch der Riese erduldet das ganze Gespött und spricht: „Wenn ich wollte, könnte
ich auf der Erde kriechen, du aber wirst nie imstande sein, über die Wolken hinaus
zu blicken.“ So lasst uns Riesen im Geiste sein!
Wenn wir
das ganze große Gute ersehnen, wird es für jeden einen Platz geben. Die größten
Beispiele werden dem Bewusstsein neue Ausmaße verleihen. Außerdem wird die Verwandtschaft
mit den Riesen helfen, über die Wolken hinaus zu blicken.
529. Die
Menschen ersteigen Gipfel, um kosmische Strahlen zu erforschen. Wahrscheinlich
haben sie die Zusammensetzung des Berges selbst nur wenig in Betracht gezogen.
Und wahrscheinlich trugen sie zum Experiment nicht durch die Erforschung ihrer
eigenen Energien bei. Man kann das Experiment entweder stärken oder durch eine
ungeordnete Zusammensetzung der Beobachter beinahe stören.
Ich
staune, wie sehr die Menschen sich auf tote Apparate verlassen und dabei die
Einwirkung ihrer eigenen Lebensenergie vergessen. Die Schwankungen (…) von
genauesten Apparaten in verschiedenen Händen sind der Beobachtung wert. Sogar
die empfindlichsten Zeitmesser arbeiten in verschiedenen Händen
unterschiedlich.
Etwas
derart Offensichtliches erweckt natürlich den Spott von Zwergen. Ist es
möglich, dass sie eine so geringe Meinung von sich selbst haben, dass sie keine
ihrer eigenen Ausstrahlungen zugeben? Scheinbar betrachten sie sich nicht als
Ebenbild Gottes! Doch sogar Schweine haben Ausstrahlungen!
530. Der
Strahl des Planeten kann natürlich unermesslich offenbart werden, wenn
Maßnahmen zur Reinigung der Atmosphäre getroffen werden und die Teilnehmer am
Experiment zueinander passen. Einfacher gesagt, das Laboratorium des Menschen
ist weit mächtiger, als man gewöhnlich annimmt. Versteht es daher, den Faden zur
Hierarchie zu hüten, und gewöhnt euch an das sogenannte Unverhoffte. Außerdem
möchte der Lehrer euch zu einer Tat im Kampf aufrufen.
531. Die
Wellen der Wehmut rühren überhaupt nicht von den scheinbaren Ursachen her,
sondern vom Kampf. Es ist höchst nötig, wie Krieger zu Uns zu streben, die das Banner
nicht aus den Augen lassen.
Manche
werden fragen: Warum gleichen Unsere vor fünfzig Jahren geschriebenen Briefe[91]
nicht Unseren heutigen Schriften? Doch sogar das Buch „Der Ruf“ gleicht nicht
dem Buch „Herz“, denn damals gab es Harmagedon noch nicht. Man möge begreifen,
dass Harmagedon viele Lebensbedingungen verändert. Es ist unmöglich, in
Kriegszeiten friedliche Maßnahmen zu ergreifen; das bedeutet, es bedarf eines Panzerhemdes
und vor allem des Strebens zu den Herrschern.
532. Ohne
Grund denken die Menschen, dass jeder Verrat sowie Böswilligkeit keinen
Rückschlag hervorrufen. Manchmal mag der Schlag nicht sofort erfolgen, und oft schneidet
er ohne sichtbare Folgen Möglichkeiten ab. Doch das Gesetz des Gleichgewichts
ist unabänderlich. Man muss am Zünglein der Waage ein Herz abbilden, weil es
der Richter des Gleichgewichts ist. Daher sind alle Warnungen vor Böswilligkeit
nicht allein ethisch, sondern auch als Heilmittel wertvoll.
533. Ohne
Grund nehmen die Menschen an, ein Hoher Geist wäre einem geringen Verrat
gegenüber unempfindlich; im Gegenteil nimmt die Feinfühligkeit mit der
Läuterung des Herzens zu. Natürlich wächst zusammen damit auch die Macht des
Herzens, doch die Feinfühligkeit kann der Vergiftung durch die umgebende Bosheit
gewiss nicht entrinnen. Also kann der Pfad der Läuterung nicht als Abstumpfung
bezeichnet werden. Man muss erkennen, wieviel leichter der Zugang zu einem
geläuterten Herz ist.
Deshalb
war eine der Fragen bei den Mysterien: „Verstehst du es, Schmerz nicht zu
fürchten?“ Das Herz kennt den Schmerz der Welt, es kennt aber auch die
überirdischen Strahlen. Es ist nicht leicht, diese Strahlen zu offenbaren, doch
dafür können Wissenschaftler die besonderen kosmischen Strahlen spüren, die sich
um ein geläutertes Herz sammeln.
Nicht
ohne Grund wird ein geläutertes Herz als Gipfel bezeichnet. So kann man das
geläuterte Herz für viele Experimente nutzen, natürlich darf man dabei aber ein
solches kostbares Gefäß nicht zerbrechen. Man kann sagen, dass das Karma der
Herzensbrecher sehr schwer ist.
534. Die
Menschen irren, wenn sie den Folgen von Gereiztheit und Aufregung beim Essen keine
Beachtung schenken. Bei dieser unvernünftigen Handlungsweise bilden sich sehr
starke Gifte. Viele Tage müssen verstreichen, bis dieses Gift sich auflöst. Man
muss daran erinnern, dass es weit nützlicher ist, zu hungern, als schädliche
Nahrung zu sich zu nehmen.
Bei
Gereiztheit und Aufregung empfehle Ich Milch in jedweder Form als
gebräuchliches Gegengift. Soda verstärkt die Wirkung der Milch.
Die
Fähigkeit, sich der Aufregung bewusst zu sein, ist bereits ein bedeutender
Schritt zur Erziehung des Herzens. Wenn es zu Aufregung kommt, sollte man fähig
sein, sie unschädlich zu machen.
Oft wird
Aufregung mit allerdings Müdigkeit verwechselt, dann lasst uns Moschus,
bestimmte Phosphorarten oder die Substanz des sogenannten Samenöls nicht
vergessen, sowie Lebertran und frischen Kumyss[92], die
von Nordländern angewendet werden.
Denkt
auch daran, in welchem Maß der Lehrer des Nachts Strahlen sendet, doch sogar
diese Strahlen wirken weit mächtiger, wenn sie erkannt werden.
Das
Schweigen der Alten während der Mahlzeit hatte eine heilige Bedeutung. Das
Konzept der Heiligkeit schloss aber auch Heilung ein. So kann man das Herz und
die Nerven immer wieder durch zweckmäßige Nahrungsaufnahme stärken.
Wir sind
keine Jünger Lukulls[93],
aber jede lebendige Verrichtung muss zweckmäßig sein. Viele Tatmenschen haben
sich selbst vergiftet. Die Chinesen haben zuweilen ihren Feinden die Leber
eines gereizten Hahnes zu essen gegeben – so erfinderisch sind die menschlichen
Ränke. In der Neuen Welt jedoch muss alles auf das Gute ausgerichtet sein.
535.
Beobachtungen über das Herz sollten von Kindheit an beginnen. Auf diese Weise
kann man gewisse Perioden herausfinden, in denen der Geist vom Körper
allmählich Besitz ergreift. Gleichfalls kann man durch ständiges Beobachten erkennen,
wie die Annäherung von Wesenheiten der Feinstofflichen Welt auf das Herz
einwirkt. Viel grundloses Herzklopfen hängt natürlich mit der Einwirkung der
Feinstofflichen Welt zusammen. Oftmaliges Aussetzen des Pulses kann an die
Gefahr von Besessenheit mahnen. Häufige Pulsschwankungen sind gerade vom
siebenten Lebensjahr an charakteristisch, sie sind der Abschluss des Eintritts
des Geistes.
Solche Anzeichen
sollten den Ärzten seit langem bekannt sein, doch statt zu beobachten, beginnen
sie alle möglichen Narkotika anzuwenden und legen damit die Grundlage für eine erste
Zerstörung des Intellekts.
Man darf
dem Herzen nicht solche groben, unkundigen Maßnahmen zufügen. Man sollte daran
denken, dass, wenn das Herz der Mittler zu den Höheren Welten ist, die Methoden
für die Erhaltung des Herzens verfeinert sein müssen. Es ist unklug, die
Verrohung der Menschheit zu bedauern und die Fürsorge für ihr Hauptorgan zu vernachlässigen.
Das Herz
der Menschheit ist krank. Man muss natürlich zuerst die Sphäre des Herzens
heilen, wenn die Menschen einer Katastrophe entgehen wollen.
536. Von
den Feuern des Herzens ist die Flamme der Selbstaufopferung die leuchtendste. Diese
Rüstung wehrt nämlich feindlichen Pfeile ab und schafft die berühmte Unverletzlichkeit.
Das Feuer des Mutes ist nur ein Teil der Flamme der Selbstaufopferung. Gewiss, Selbstaufopferung
bedeutet nicht unbedingt, sich selbst als Opfer darzubringen, doch sie
entspricht der Bereitschaft, für das Werk der Höheren Welt den Sieg zu erringen.
Bei der
geringsten Abweichung von der Hierarchie kann man schon ein Abnehmen der Feuer
wahrnehmen. Wie ein Wirbelwind Fackeln auslöscht, so zerstört das Abweichen in
den Abgrund des Chaos die Feuer des Herzens.
Ist es
nicht seltsam, die Abtrünnigen und jene, die zum Sieg schreiten, an einem Tisch
zu sehen? Sie beenden scheinbar gemeinsam und auf die gleiche Weise die
irdische Mahlzeit, doch ihre Geister sind schon in gegensätzlichen Bereichen. Ein
geläutertes Herz spürt diese Gegensätze. Oft fällt es dem Herzen schwer, nach dem
Äußeren zu urteilen, doch das Wesen ist ihm klar.
537. Ein reines
Herz verwirklicht die Hierarchie mühelos, und der Aufstieg eines solchen Herzens
ist wie eine Manifestation von Adamant*. Nichts wird jemals den Pfad eines
reinen Herzens verdunkeln, und sogar vom medizinischen Standpunkt aus wird ein solches
geläutertes Herz eine bessere Zukunft haben
538. Ich
bestätige, dass die Lehre von vielen als der beste Pfad des Lichts angesehen
wird. Man sollte sich daran gewöhnen, dass der Gebende nicht sieht, wohin der
Tropfen des Segens fällt; so wie eine Regenwolke nicht weiß, wohin der Tropfen
fällt. So ist es auch heute. Deshalb ist das Wichtigste: Grämt euch nicht und
urteilt nicht kurzsichtig
539. Ihr
wisst bereits, warum ein Magnet über den Scheitel gehalten wurde, doch man
sollte die altertümliche Heilung des Herzens mittels eines Magneten nicht
vergessen; ebenso wenig die Stärkung der Nerven und die Fähigkeit, sie dem
Strom der Nervensubstanz entsprechend zu magnetisieren. Man sollte diese alten
Heilmittel genau ansehen; sie entsprechen in höchstem Maß dem Beginn der
Erkenntnis der Strahlen und der Ströme.
Natürlich
üben nicht nur die magnetischen Eigenschaften von Metallen einen mächtigen Einfluss
aus, vielmehr sprechen auch viele andere Eigenschaften auf die mineralische
Grundlage unseres Organismus an. Das Auflegen von Metallen auf den Körper ruft
eine starke Reaktion hervor.
Gewiss,
man sollte die besonderen Eigenschaften der verschiedenen Hautarten in Erwägung
ziehen. Fette Hautablagerungen können feinstoffliche Einwirkungen stark
behindern; deshalb hat man sich im Altertum bemüht, die Fettablagerungen abzubauen.
Natürlich haben pflanzliche Öle zum Einreiben nichts mit Fettablagerungen des
Körpers zu tun. Im Gegenteil, Pflanzenöl löst Fett mitsamt seinen Giften auf.
So kann
man bemerken, dass im Altertum die Hygiene des Körpers zuweilen auf einer
höheren Stufe stand als heute. Die Alten unterschieden die mineralischen Bestandteile
des Wassers, das sie für Waschungen benutzten, doch gegenwärtig schenkt man dem
nahezu keine Beachtung. Auch wird man heute darüber lachen, wenn daran erinnert
wird, dass für den Scheitel, den Bereich des Herzens und die Gliedmaßen ganz
unterschiedliche Düfte verwendet wurden. Ein verfeinertes Verständnis für die
Bedürfnisse des Körpers schützte viele Generationen.
Man kann
beispielsweise daran erinnern, wie behutsam die Ägypter sich gegenüber dem
Zustand der Schwangerschaft verhielten. Heutzutage untersucht man die
Geschmäcker oder die seltsamen Bedürfnisse der Schwangeren nur selten. Früher
bestimmten die Tempelärzte zu Beginn der Schwangerschaft, den astrologischen
Daten gemäß, die notwendigen mineralischen und pflanzlichen Einwirkungen,
dadurch wurde die Entbindung selbst beträchtlich erleichtert.
Heute hingegen
greift man statt weiser einleitender Maßnahmen zu groben Narkotika und will
nicht begreifen, dass die Bindung (…) zum Kind noch nicht aufgelöst ist. Das
Herz der Mutter ist zuweilen sehr angespannt, und jedes Narkotikum wirkt auch auf
die Milch – so bedarf die Natur einer ihr entsprechenden Einwirkung.
540. Es
darf euch nicht seltsam erscheinen, dass die jetzigen Hinweise über das Herz
mit medizinischen Ratschlägen enden. Das Herz wurde lange vernachlässigt, daher
muss man ergänzend zu den geistigen Einwirkungen auch irdische Mittel bereithalten.
In jedem
Fall aber muss man bei Anspannungen des Herzens die Richtung der Gedanken ändern.
Wie ein Gebirgsstrom ändern Gedanken den Rhythmus der Umgebung. Es ist nicht
weise, bei Anspannung des Herzens von völliger Ruhe zu sprechen, vor allem weil
es gar keine Ruhe gibt. Im Gegenteil spürt ein angespanntes Herz kosmische
Wirbel umso mehr und kann durch Schwingungen erschüttert werden. Doch ein
Wechsel der Gedanken kann wie Moschus wirken und den Fluss der Nervensubstanz
kräftigen.
Ihr wisst
bereits, wie sehr sich der Rhythmus der Ströme ändert und dass bei
atmosphärischer Spannung die Schwingungen der Ströme übermäßig sind und sogar beißend
werden. So gewinnt das alte Sprichwort „Gleiches mit Gleichem zu heilen“ an
Bedeutung.
Natürlich
rate Ich aber nicht, einen Kranken mit dem Kopf nach unten zu lagern. Eine waagerechte
Haltung ist nützlich. Die Fähigkeit, (…) eine ungezwungene Haltung zu
vermitteln, entspricht auch einem zweckmäßigen Wechsel der Gedanken.
Als ein großer
arabischer Mathematiker fast ohne Herzensregung darnieder lag, war sein Freund
erfinderisch genug, von der Lösung eines algebraischen Problems sprechen,
worauf das Herz des Mathematikers wieder zu Kräften kam. Ich erwähne dieses
Beispiel, damit man nicht denkt, nichtige Gedanken könnten den Zustand des
Herzens ändern.
541. Ich
bestätige, dass jede, selbst die geringste Bewegung im Namen der Zukunft die Schicht
der angespannten Atmosphäre durchdringt. Der angehäufte Abfall der
Vergangenheit wird durch das Schwert der Zukunft zerschlagen. Der Schild der
Zukunft ist der zuverlässigste und heilsamste. Man darf nicht denken, die
Zukunft wäre unzugänglich, denn sie wird unermüdlich geschaffen – so ist das
Herz die Gewähr der Zukunft.
542. Viele
Informationen werden übermittelt, doch man muss sie anwenden. Weder in Niedergeschlagenheit
noch in Zweifel noch in Argwohn, sondern in Freude über die Zukunft sind diese Informationen
anzuwenden. So muss man vor allem darauf bedacht sein, auch nicht den kleinsten
nützlichen Grashalm zu verwerfen. Wenn sich sogar die Kleinen aus der
Feinstofflichen Welt zur Zusammenarbeit nähern, vertreibt sie nicht, sie können
den Pfeil des Bösen abwehren. So erwarten die Menschen gewöhnlich große
Zeichen, aber die kleinen Helfer werden nicht wahrgenommen.
543. Ein
Mensch, der ein Buch mit der festen Absicht zu lesen beginnt, es nicht zur
Kenntnis zu nehmen, bietet einen schändlichen Anblick. Daher rührt die
Bemerkung „ich weiß alles, es ist alt“. Die einfachsten Ratschläge blieben
jedoch unangewendet. Man kann sogar sehen, wie gerade die notwendigsten Beobachtungen
missachtet wurden, um dadurch die Lehre herabzusetzen. Man kann leichtsinnig
spotten, darf aber keine einzige Weisung vernachlässigen.
Wir
sprechen jetzt über die Erziehung des Herzens, doch werden wir nicht von den
Dümmsten zu hören bekommen, dass sie diese seit langem kennen? Dabei denken sie
mehr an das Schneiden ihrer Fingernägel als an das Herz. Gerade Herzanfälle werden
vor allem durch mangelndes Denken an das Herz hervorgerufen. Man ist eher
bereit, sich allen möglichen Ausschweifungen hinzugeben, als unserem eigenen Herzen,
dem Zentrum des Daseins, Achtung zu erweisen.
544. Ihr
handelt richtig, wenn ihr die Besonderheiten Harmagedons beachtet. Man kann
sich über die Vorgehensweise der Finsteren leicht eine Vorstellung machen. Auf
dieselbe Weise kann man auch die Waffe zur Verteidigung finden. Besonders muss
man alle Willensschwachen bedauern, die hin und her schwanken wie Gras im Wind.
545. Das Gesetz
des freien Willens erlaubt es nicht, die Entstehung eines Verbrechens zu
unterbinden. Das Gesetz der Gerechtigkeit bietet aber die Möglichkeit, die Ausbreitung
des Schadens zu verhindern, wie unten, so oben. Man kann die Entstehung
verbrecherischer Gedanken nicht abwenden, (…) doch das Herz kann einem
eingeben, wo die Verfolgung des Bösen möglich ist.
Daher
bestehen Wir so sehr auf der Lehre des Herzens. Kein anderes Zentrum vermag das
Wesen des Herzens zu ersetzen. Die Aufspeicherungen von Jahrhunderten im „Kelch“
stehen dem Herzen zur Verfügung. Die Rettung der Menschheit besteht doch nicht
in besonderen Siddhis*, sondern in dem zentralen Antreiber – dem Herzen. So
muss man über alle Unterteilungen hinweg zur Wurzel der Bewegung gelangen.
546.
Jedes Stück Brot des Nachbarn wird vom Gesetz geschützt, aber das Verschlingen
und Rauben der Kräfte des Geistes ist nicht verboten. So werden aus
Unwissenheit verschiedene Arten von Vampirismus zugelassen. Man kann wahrhaftig
entsetzt sein, zu beobachten, wie Kräfte geraubt werden, ohne sie für das Heil
aufzuwenden. Vampire aller Art rauben die Kräfte nicht für gute Taten,
bestenfalls saugen sie die Kräfte für egoistische Zwecke aus, doch nachher
folgt das ganze finstere Verbrechertum. Es ist unmöglich, die Missbräuche
wertvoller Kräfte aufzuzählen.
Wenn Wir jedoch
den Rat zur Vorsicht geben, wird dies als Untätigkeit verstanden. Und wenn Wir über
die Bedeutung des Herzens sprechen, wird das als Aberglaube erklärt. Indessen
werden weder das Gehirn noch der Solarplexus noch Kundalini ein Zeichen über den
Raub der Kräfte geben. Allein das Herz gibt unaufhörlich Zeichen, und die
Menschen wollen gewöhnlich nichts von ihnen wissen. Es ist unstatthaft für
unser Zeitalter, die vielfältige Tätigkeit des Herzens dermaßen geringzuschätzen.
Außerdem ist es an der Zeit zu verstehen, dass ohne Erkenntnis sämtliche
Zeichen des Herzens vergeblich sind.
547. Eine
Heilung gegen den Willen des Patienten raubt die Kräfte maßlos. Sogar wenn kein
Widerstand geleistet wird, wird (…) eine Menge Kraft verbraucht. Dennoch kann
sogar diese erschöpfende Heilmethode trotz des Unverständnisses des Patienten erfolgreich
sein. Man kann viele Beispiele anführen, wo Eingeweihte nach einer erzwungenen
Heilung schwer erkrankten.
Natürlich
sind in den heutigen Tagen die Anspannung und der Kräfteverschleiß ungewöhnlich.
Wenn ihr daher Abgespanntheit oder Ermüdung verspürt, schämt euch nicht, euch
hinzulegen. In einer Zeit unerhörten Kampfes muss man das Herz schonen. Dieser
Rat gilt für alle. Man sollte sich die ganze rauchige Erdoberfläche
vergegenwärtigen, um die Unerlässlichkeit eines Schutzpanzers zu begreifen.
548. Wenn
man aufgeregt ist, sollte man vor allem wenig essen sowie Baldrian und
natürlich Milch mit Soda einnehmen. Man muss das Herz entlasten. Es ist ein
Fehler, bei Narkotika oder Alkohol Zuflucht zu nehmen. Gewiss, durch Erlernen
von Yoga sollte Aufregung in Begeisterung verwandelt werden. Wenn Wir die
Ursachen, die Wirkungen und die Möglichkeiten sehen, ist es dann nicht eine
große Möglichkeit, durch Herzenergie zu heilen? Doch wie ein kostbarer Tropfen
möge diese Energie nicht durch eine unnötige Erscheinung verausgabt werden.
Daher
wiederhole Ich, wie sehr beim Heilen beiderseitige Bewusstheit notwendig ist. Man
kann sich gar nicht vorstellen, wie sehr der Funke der Bewusstheit die rettende
Lösung näherbringt. Man muss das Herz dazu erziehen, sich Bewusstheit bei allen
Handlungen anzueignen. Betrachtet dies als ein Gesetz.
Es ist unzulässig,
dass ein Mensch sich unter den trüben Wellen von Tamas* wie ein Grashalm biegt.
Was gestern noch nicht überwunden werden konnte, muss heute bewusst beseitigt
werden. Man muss auf sich achtgeben und die schwierigsten Aufgaben als ein
läuterndes Gewand willkommen heißen – so muss man immer handeln, umso mehr in
den Tagen Harmagedons.
549. Auf
die Familie wird in allen Lehren als auf die Säule der gesamten Zukunft hingewiesen.
Wahrhaftig, neben allen anderen Bedeutungen ist die Familie eine Brutstätte
karmischer Bindungen. So wäre die Lehre unvollständig, würde sie die Bedeutung
der Familie nicht bestätigen. Man sollte die Familie als Herd der Bewusstheit
und der Zusammenarbeit ansehen. Die Menschheit kann sich in Zusammenarbeit
begegnen, und diese Eigenschaft wird zur Erkenntnis der Hierarchie führen.
Man
sollte die karmischen Gesetze nicht unberücksichtigt lassen. Mögen diese für
Schieläugige oft nicht sichtbar sein, wird ein ehrlicher Beobachter doch täglich
davon überzeugt, wie karmischen Bindungen wirken. Ihrem Wesen nach jedoch müssen
diese Bindungen Flügel sein. Das Gesetz hat Freude und Fortschritt vorgesehen,
keine Ketten. So muss man das Gesetz der Lebensgrundlage verstehen.
Was aber,
wenn nicht das Herz, mahnt uns an die karmischen Fristen? Das Herz zieht sich nämlich
zusammen, erbebt und öffnet sich, wenn es die Flügel des Gesetzes spürt.
Deshalb lasst uns erneut das Herz ehren.
550.
Christus selbst übertrug durch Seine Berührung Heilkraft. Er spendete im Leben Linderung
durch das Herz. So muss man daran denken, dass nach dem Gesetz der Herrscher
alle erzwungenen Beschwörungen fehl am Platz sind. Das Gebet des Herzens verläuft
unmittelbar und benötigt noch nicht einmal einen herkömmlichen Kanon. Bei
Beschwörungen sehen wir, dass dieselben Worte sowohl an Gott als auch an Satan
gerichtet werden. Nicht die Worte, sondern das Gefühl des Herzens bewirkt das
Wunder.
So kann
man sogar in den Tagen Harmagedons Fortschritte machen. Umso mehr muss man alles
Behindernde beiseite werfen. Jeder, der die Lehre liest, kann mit dem Herzen
verstehen, wo sein Weg liegt.
551. Der
Mensch kann seine inneren Absichten nicht verbergen. Mögen diese sich auch in
irdischen Worten nicht widerspiegeln, so gibt es doch bei feinstofflichen
Gefühlen keine Geheimnisse. Gewöhnlich wissen die Menschen nicht, wie man
Gefühle der Feinstofflichen Welt wahrnehmen kann. Doch dann empfinden sie etwas
wie Unruhe, Verwirrung oder Freude, so als läge ein geheimes Schreiben vor
ihnen, dessen Bedeutung sie bereits fühlen, bevor sie es entsiegelt haben.
Bei Erziehung des Herzens jedoch kann man menschliche
Absichten verstehen, ohne dass dies Zufall wäre. Dabei kann man nicht nur
den Sinn von Gedanken beurteilen, sondern auch ihren Inhaltsreichtum.
Ist es
nicht wahr, dass das Herz sehr oft die Absichten der Menschen deshalb nicht widerspiegelt,
weil sie entweder überhaupt nicht bestehen oder vom Wind verwehtem Flaum
gleichen? Fragt euren Gesprächspartner, was er will; die übliche Antwort wird
eine Offenbarung von Verwirrung sein. Er hat seine Bestrebungen überhaupt nicht
kristallisiert, und ein solches Herz wird in der Feinstofflichen Welt in Verwirrung
geraten.
Die Lehre
ist kein Luxus, sie lehrt das Minimum dessen, was von den Inkarnierten nach
Millionen von Jahren erwartet werden sollte. Wir werden leichtfertiges Denken durch
nichts erschweren, aber es ist unumgänglich, das Erkennen des Herzens zu
gebieten.
552. Es
ist an der Zeit, wissbegierig über das Feilschen und Betrügen hinaus zu blicken.
Der Untergang der Menschheit steht vor Unseren Augen. So sollte man verstehen,
dass an Harmagedon alle schuld sind und deshalb niemand sich drücken kann.
553. Wenn
ihr in Asien seid und von Ermüdung wegen der Teilnahme an Arbeiten in Amerika
sprecht, wird niemand das verstehen oder glauben. Es ist Zeit für die
Menschheit, zu lernen, vor einem geistigen, erweiterten Bewusstsein Achtung zu
haben. Ohne jede Magie wirken wir auf weite Entfernungen. Wir geben Gedanken
ein, wir schreiben Briefe, und auf diese Weise arbeiten die Menschen mehr
miteinander zusammen, als angenommen wird.
Umso mehr
muss man jedem böswilligen Beginnen ausweichen. Man muss ein besserer Mensch
werden, indem man das universelle Gute versteht. Man muss sein Herz an Wirksamkeit
des Guten gewöhnen. Man muss wie ein erfahrener Krieger die Kraft des Guten anerkennen.
Keine böse Kraft kann das Gute besiegen. Betrachten wir es nicht als klug, Schlauheit
ist nicht Klugheit und wohnt gewiss nicht im Herzen. Wir bestätigen den Pfad
des Wissens, wollen aber das Gute als schöpferisches Prinzip nicht mit
Schweigen übergehen.
554. Ein Wilder
bittet in seinem Gebet vor allem um Gnade für sich selbst, während weise
Einsiedler um Segen für die Welt beten; darin liegt der Unterschied zwischen einem
Wilden und den Weisen. Dies sollte man allen Gedanken zugrunde legen. Es ist
weder angebracht noch nützlich, für sich selbst zu bitten. Nur ein grobes Herz
hält sich selbst für das wichtigste. Doch viel weiser ist es, für die Welt zu
bitten, in der auch ihr einen Tropfen des Heils finden werdet. Besonders jetzt
ist es notwendig, den großen Pfad zu beschreiten, denn nur so kann man das Herz
finden.
555. Es
ist betrüblich, dass sogar viele, die von Harmagedon gehört haben, weiter nach
dem Maßstab von gestern leben. Warnt die Freunde erneut davor, sich die Methoden
Harmagedons anzueignen. Die Blinden wünschen, dass alles bleibt wie zuvor, doch
das wäre, als ob man Blumen auf Eis legen würde.
556. Ihr
werdet über Meine Bestätigung, dass schwarze Magie ungewöhnlich zunimmt, nicht
erstaunt sein. Gewiss, sie ist eine der Waffen der Gegner des Lichts. Sie
sammeln bewusste und unbewusste Mitarbeiter. Beschwörungen, Grimoires[94] und
alle Aufspeicherungen der Finsteren werden weit angewandt. Außer den euch
früher aufgezeigten finsteren Zentren entstehen viele kleine Zirkel, die oft
auf den primitivsten Ritualen beruhen; doch der allgemeine Schaden ist groß.
Gewiss, die
weiße Magie besitzt die stärksten Formeln, doch über allen Formeln steht die
Energie des Herzens. Alle Formeln und Beschwörungen setzen mechanische Vorbereitungen
voraus, die in den Grenzen der niederen Lehren bleiben. Jetzt aber, wo die Kräfte
der Finsternis ins Feld gezogen sind, stellen die Kräfte des Herzens sich ihnen
entgegen. Man kann bemerken, dass die Rituale der weißen Magie allmählich zu
den höheren Konzepten des Feuers und des Herzens hingeführt wurden. Die
Finsteren verfügen nicht über diese Festungen.
Nur ein
reines Herz kann wirken. Nur die Verbindung mit der Hierarchie des Lichts kann
die unauslöschlichen Feuer entzünden. So wird der Widerstand des Herzens gegen
alle finsteren Kräfte ein Zeichen des Sieges sein. Ich bestätige die Macht des
Herzens, und ihr wisst aus eigener Erfahrung, wie nahe und stark diese Waffe
des Lichts ist. Man kann sich der feurigen Sphäre nicht nähern, ohne im Herzen
entflammt zu sein. Die Einweihung durch Feuer steht nur einem reinen Herzen
bevor.
557. Die
Zeit ist vorbei, in der man sich eine Schlacht mit Engelsposaunen vorstellte.
Ihr versteht bereits, dass die Finsternis die nicht offenbarten Kräfte des
Chaos hervorruft – darin besteht der eigentümliche Magnet der finsteren Kräfte.
Um dem entgegenzuwirken, muss man alle Strahlen und Ströme verstärken. Ihr
fühlt diese Verstärkung schon. Man muss gleichsam grobe Ströme anwenden, die
das Chaos durchdringen können.
Wenige
können diesen Unterschied erkennen, denn ihre Aufmerksamkeit geht nicht in
diese Richtung. Sogar äußerst grobe Erscheinungen sind dem Bewusstsein
unzugänglich, wenn sie dem menschlichen Gehirn entgehen. Wie leichter wäre die
Schlacht, wenn die Menschheit den wesentlichsten Grundlagen des Daseins Folge
leisten könnte.
558.
Furcht und Gereiztheit werden die Tore zur Finsternis genannt. Die Diener der
Finsternis senden vor allem Furcht, um den Geist zu verwirren. Jede Beschwörung
kann die Gefahr bergen, dass im Moment der Beschwörung Schrecken eindringen
kann – so kann die genaueste Magie sich in höchste Gefahr verwandeln. Daher
muss man sich auf ein sichereres Mittel stützen.
Ein ausgebildetes
Herz wird zuerst die Furcht ausmerzen und den Schaden der Gereiztheit verstehen.
So ist das Herz gerade jene Waffe des Lichts, welche die Winkelzüge der
Finsternis beschämt. Wie bestätigt wird, ist das Herz ständig bereit, die
Finsternis zu schlagen und das Chaos zu bändigen. Es ist besonders betrüblich,
dass viele nicht über die Macht des Herzens nachdenken wollen. So stürzen sie
nicht nur sich selbst herab, sondern schaden auch ihren Nächsten. Jeder nicht erkannte
Schatz versinkt im Chaos und stärkt so die Finsternis.
559. Er, der sagte: „Wir sehen mit den Augen des Herzens“, hatte
kein Symbol im Sinn, sondern ein physikalisches Gesetz. Ein vertieftes oder
befreites Bewusstsein offenbart eine Umwandlung aller Gefühle. Die lebhafteste
Farbe wird unsichtbar, die lauteste Symphonie unhörbar, die stärkste Berührung
unfühlbar und die heißeste Speise nicht spürbar; so wirklich ist das Reich der
Gefühle im Herzen.
Man
sollte diese Eigenschaft nicht als abstrakt erachten. Im Gegenteil, sie
beinhaltet eine weitere Annäherung an die Feinstoffliche Welt. Wir lassen
Unsere Schüler diese Transmutation der Gefühle üben, die eine der bedeutendsten
Verfeinerungen des Herzens darstellt. Durch einen ganz gewöhnlichen Befehl des
Herzens kann man sich zwingen, weder zu hören noch zu sehen. So kann man lernen,
an den ganzen Schrecken der niedersten Sphären vorüberzugehen. Man muss diese
Eigenschaft erwerben, andernfalls werden große Teile des Sperrnetzes* unnötigerweise
zerstört.
Der
Erhalt der wertvollen Substanz ist ebenfalls eine Aufgabe eines Yogi. Ihr könnt
Aufspeicherungen, die viele Mitmenschen berühren, nicht vergeuden.
Zusammenarbeit gründet vor allem auf gegenseitiger Verantwortung.
560.
Diese Gegenseitigkeit wird besonders in einer Stunde der Anspannung offenbar.
Man muss jede Berührung verfeinern. Man muss die zarteste Besorgtheit zeigen.
Man muss jede Last des Nächsten herzlich annehmen – so wird ein unbesiegbares
Bollwerk geschaffen. So schreitet voran!
561. Es
ist ein großes Gesetz, das Herz von einer ethischen Abstraktion in einen
wissenschaftlichen Antreiber zu überführen. Die
Evolutionsstufe des Verständnisses des Herzens sollte in den Tagen Harmagedons
anbrechen, denn sie ist die einzige Rettung der Menschheit.
Warum
wollen die Menschen ihr eigenes Herz nicht fühlen? Sie sind bereit, in allem
Nebelhaften zu suchen, lehnen aber das Nächstliegende ab. Mögen sie das Herz
auch als Maschine bezeichnen, wenn sie nur alle Eigenschaften dieses Apparates
beobachten würden.
Wir wollen nicht auf der moralischen Bedeutung des Herzens
bestehen, sie ist unzweifelhaft. Doch jetzt wird das Herz als rettende Brücke
zur Feinstofflichen Welt gebraucht. Man muss bestätigen, dass die Erkenntnis
der Eigenschaften des Herzens die lebenswichtigste Stufe (…) der Welt darstellt.
Niemals zuvor wurde dies zur Rettung
gesagt.
Wer taub
bleibt, möge alle Folgen auf sich nehmen! Man muss verstehen können, dass gerade
das menschliche Herz jetzt ungewöhnliche Möglichkeiten für Beobachtungen bietet.
Der katastrophale Zustand der niederen Sphären des Planeten wirkt sich auf die
Herztätigkeit aus. Nicht die früheren Epidemien sollte man fürchten, sondern
die ganze Reihe von Leiden, die mit einer falschen Prophylaxe des Herzens verbunden
ist.
Das
schlimmste wäre dies anzuhören wie unklare Prophezeiungen. Nein! Man muss diese
Schlussfolgerungen annehmen, als kämen sie aus dem präzisesten Laboratorium. Man
muss aufhören, wie die Katze um den heißen Brei herumzugehen. Man muss die
Grundlage des Herzens annehmen und die Bedeutung des Brennpunktes begreifen.
Umherirren ist nicht angebracht, und Zweifel sind nur dort gestattet, wo der
Mensch noch kein Verständnis des Herzschlages erreicht hat.
Möge
jeder bedeutungsvolle Tag von einer Mahnung an das Herz, an das
Unaufschiebbarste begleitet sein.
562.
Jeder Heerführer wird sagen, dass es besser ist, auszuweichen als eine Niederlage
zu erleiden. Dieselbe Besorgtheit muss auch in Bezug auf die Herzenergie
überall geübt werden. Aus derselben Besorgtheit heraus vereinigen Wir die Geistkörner
der im Geist Vereinten, damit durch die gemeinsamen, vereinten Anstrengungen
kein einzelner Krieger belastet wird.
Wenn Wir
euch bitten, alle Kräfte in eine Richtung voranzutreiben, heißt das, dass ihr
wie ein Bogen gespannt sein müsst. Man muss in Bereitschaft leben können, und diese
Eigenschaft erfordert ebenfalls nicht wenig Übung.
Versucht aber
nicht, die Herzenergie für Rache aufzuwenden, das ist unzulässig. Außerdem
kennen die Hüter des Karma den Lauf des Gesetzes. Wir wollen auch nicht vergessen,
dass das Herz es versteht, selbst dem Aufbau zuzustreben – Zerstörung
entspringt nicht dem Herzen.
Westliche
Wissenschaftler wenden bei Suggestion manchmal auch Herzenergie an, gewöhnlich
ohne sich dessen bewusst zu sein; dann wird die Hypnose sogar ohne
Einschläferung besonders mächtig sein. So muss man beim geistigen Kampf allem
einen Tropfen Herzenergie beifügen. Man muss dies bewusst tun.
Man kann
das Herz überzeugen, zu handeln. Man sollte diese Gespräche mit dem Herzen
nicht als etwas Kindisches betrachten. Wie ein Gebet wirkt, wenn es bewusst
ist, so können wir das Herz dazu bewegen, Energie zu konzentrieren – das wird
der gespannte Bogen sein. Wenn das Feuer des Herzens strahlt und bei jeder
Berührung auflodert, kann der Ruf an das Herz auch schweigend erfolgen. Bei der
anfänglichen Ausbildung des Herzens müssen wir jedoch Zuflucht zum Gespräch mit
unserem Zentrum nehmen – so kann man das Herz mit Recht bezeichnen.
563. Man
kann aus dem Altertum eine ganze Liste von Pflanzen anführen, die verschrieben
wurden, um die Herzenergie zu höheren[95] Einwirkungen
anzutreiben. Doch außer Strophanthin[96]
möchte Ich jetzt keine von ihnen nennen, um keinen Missbrauch hervorzurufen.
Strophanthin reguliert nicht nur die Herzenergie, sondern konzentriert sie auch;
daher kann es auch ohne sichtbaren Bedarf alle zwei Wochen ohne Schaden eingenommen
werden. Man nehme drei Tage nacheinander sechs Tropfen einmal täglich am Abend.
Bei Herzerschütterungen kann man es natürlich zweimal täglich einnehmen.
564.
Astrologisch befinden sich die beiden Welten in einem annähernd gleichen Verhältnis.
So ist Harmagedon natürlich auf den Hauptpfaden vorgesehen. Man darf sich nicht
bei einzelnen Handlungen aufhalten. Das irdische Harmagedon steht mit der
Feinstofflichen Welt in enger Verbindung. In bestimmten Fällen mag es sich weniger
günstig entwickeln, sein allgemeiner Verlauf aber ist seit langem vorgesehen. Das,
was von größter Bedeutung ist, wird in der Feinstofflichen Welt bestimmt. Die irdischen
Ereignisse sind der Widerschein der unsichtbaren Kämpfe.
Daher
lenke Ich eure Aufmerksamkeit so sehr auf die Feinstoffliche Welt. Man sollte
nicht nur an sie denken, sondern muss auch von ihrer Bedeutung für die nahenden
Ereignisse durchdrungen sein. Wenn erbarmungslose Feinde auftreten, sollten man
sie dort suchen; wenn wir wahre Freunde suchen, werden wir sie dort finden.
Diese Welt sollte als Realität vor uns stehen!
565. Es
geschieht weit mehr Wundersames als wir gewöhnlich denken. Man könnte einige
historische Beispiele anführen, wie bedeutende Persönlichkeiten verschwanden,
ohne Spuren zu hinterlassen. Jene aber, die sich aus verschiedenen Gründen
nicht verbergen konnten, starben zum Schein und ordneten an, sie dicht (…) zu einzuschließen
und über und über mit Blumen zu überschütten. Des Nachts kamen unbekannte
Personen, tauschten den Körper aus und verschwanden mit dem scheinbar Toten.
Man kann auf mehrere Fälle in Asien, Ägypten und Griechenland hinweisen, wo die
Ereignisse eine solche Verwandlung erforderten. Die Geschichte stellt diese
Ereignisse natürlich völlig verkehrt dar. Leere Gräber und geheime
Einäscherungen könnten an vieles mahnen, das dem Spießbürger unbekannt ist.[97]
Man muss große
Maßstäbe anlegen. Man darf nicht denken, dass etwas begrenzt sei. Materia
Lucida* genügt für alle Errungenschaften. Nach großen Maßstäben kann man
nämlich auch große Verantwortung entwickeln. Es gibt viele Wege – und wenn Wir
jetzt auf dem kürzesten bestehen, heißt das, dass die Ereignisse ihr volles Maß
erreicht haben. Es ist richtig, die Ursachen und den Verlauf der Ereignisse zu
betrachten, doch nur wenige fühlen Verantwortung für das Geschehen. Ich kann
bestätigen, dass jede aufgezeigte Situation ihre eigene, unmittelbare
Bestimmung hat.
Seit
alters her war es üblich, den Grad der Beobachtungsfähigkeit des Schülers zu
prüfen. Dafür wurde eine scheinbar abstrakte Formel ausgesprochen und
beobachtet, ob der forschende Verstand fähig ist, sich umzuschauen, um für das Gesagte
eine Anwendung zu finden. Die Lehre kann die Fähigkeit vertiefen, Verständnis
durch Beobachtung zu erlangen.
566. Ich
rate zu besonderer Vorsicht bei mechanischen Experimenten mit der Aura. Die
Wirkung einer verdreifachten Aufnahmefähigkeit des Auges kann zu Atrophie[98] des
Sehnervs führen. Natürlich sind, wie bei allem, allmähliche Entwicklung und
lange Vorbereitung erforderlich. Man kann leicht das Herz verbrennen, dann wird
es aber kein lebendiges Experiment ermöglichen. Sogar Gifte können bei
entsprechender Assimilation unwirksam sein, doch das braucht Zeit und Beständigkeit.
567. Die aufgezeigten
Versuche mit Fotografie kann man geduldig beginnen, doch muss man alle
Einzelheiten aufzeichnen. Dies ist auch nützlich, wenn man Beobachtungen für
die Erforschung der Feinstofflichen Welt macht. Doch denkt daran, dass bei der Aufnahme
der Fotografierende das Aufzunehmende nicht ansehen darf. Vergesst den
Chemismus des Blickes nicht.
568.
Träume und Visionen von früheren Leben haben immer eine Bedeutung. Es blitzt gleichsam
eine Seite aus dem Astralen Archiv[99] auf
und erinnert an eine gleiche Stimmung in der gegenwärtigen Zeit. Ich nehme als
Beispiel die letzte Vision. Sie kam in einer Stunde der Ermüdung wegen der
Menschen, doch die erste Not, die gesehen wurde, zwang dazu, sofort Hilfe zu
leisten. Das ist auch der Pfad des Bodhisattva*, wenn wir die Müdigkeit und uns
selbst vergessen, um zu helfen. Wahrhaftig, gewaltig ist die Energie, die so
hervorgebracht wird, sie wird überall Nächstenliebe genannt. Eine solche Liebe berechnet
nicht, sondern handelt ohne Verzug.
So
tauchen aus den Tiefen der Feinstofflichen Welt Bilder der Vergangenheit auf. Es
gab eine bedeutsame Einzelheit dieser Vision, als der Diener einer Versüßung
des Lebens den Pfad der Heldentat behinderte, doch nichts das Streben aufhalten
konnte.
Ebenso
wurde erneut auf Duldsamkeit gegenüber vielen Spießbürgern hingewiesen, denen man
öfters begegnete. Duldsamkeit und Geduld sind ebenfalls der Pfad des Bodhisattva.
Dieser Pfad befindet sich nicht in den Wolken, sondern auf Erden; der Dunst hier
ist groß, auch deshalb ist der Pfad des Bodhisattva nötig. Gerade weil dieser Dunst
unmenschlich und nichtig ist, schneidet er ins Herz wie Salzwasser.
Nutzt
Höhenluft, ermüdet euch nicht, selbst ein Taucher darf nicht tauchen, wenn er
müde ist. Man kann den Abstieg in den menschlichen Abschaum nämlich mit der
Arbeit eines Tauchers vergleichen. Er ist bereit, dem Ertrinkenden zu helfen, benötigt
aber selbst Zugang zu Luft. Ich übertreibe nicht, ihr braucht Luft in der Zeit
des Harmagedon. Prana ist wie Nahrung für das Herz. Man darf euch nicht auf irgendeine
niederträchtige Art und Weise helfen, die Mittel müssen der Aufgabe entsprechen.
Oft jedoch
erkennen die Menschen die Sprache des Herzens überhaupt nicht an, dann ist eine
Anspannung der Herzenergie erforderlich, mit anderen Worten, eine Verausgabung geistiger
Schätze. Viele von ihnen wurden bereits in die Welt hinaus geworfen, dem Gesetz
des Daseins zufolge vermehren sie sich, doch das erleichtert das Herz nicht.
Daher lasst uns behutsam sein und an den Taucher denken.
569. Die
wissenschaftliche Grundlage der Einwirkung des menschlichen Blickes gibt
Gelegenheit für weitere Forschungen. Nach Erforschung der Einwirkung auf den
menschlichen Organismus sollte man natürlich den Ablagerungen des menschlichen
Blickes auf unbelebten Gegenständen Beachtung schenken. Wenn ein Blick einen
giftigen Zustand erreicht, kann er eine ähnliche Aufschichtung auf Wasser und
allen Arten von Gegenständen bewirken.
Die
Beschwörung von Wasser hat ihre Bedeutung, die natürlich nicht im Rhythmus der
Worte liegt, sondern im Blick. Gewiss, diese Einwirkung kann sowohl schlecht
als auch wohltätig sein. Wie immer kann die böse Bedeutung weit leichter
gefühlt werden, ebenso wie im Fall von Imperil; doch nachdem man das Böse
entdeckt hat, wird auch das Gute gefunden werden.
So kann
man an die Erforschung verschiedener gegenseitiger Einwirkungen herantreten.
Ist es nicht spannend, mit den derzeitigen Apparaten die Einwirkungen auf
verschiedene Gegenstände zu beobachten? Die alten Überlieferungen über Kelche
des Friedens oder gesegnete Stoffe erhalten eine andere, vernünftige Bedeutung.
Man muss jedoch den Beobachtern raten, nicht auf der ersten Stufe stehenzubleiben,
mögen sie jetzt das Feld der Experimente erweitern.
Wird die
Beobachtung des Durchdringens der Atmosphäre durch den menschlichen Blick oder
den Gedanken nicht viele Schlussfolgerungen nach sich ziehen? Oder wird nicht
lehrreich sein, die Einwirkung derselben Energie auf verschiedenen Höhen zu
beobachten? Man kann mit groben Erscheinungen beginnen, so wie es mit dem bösen
Blick getan wurde. Doch besser ist es, die Beobachtung des guten Blicks nicht
hinauszuschieben. Man kann die segensreichsten Ergebnisse entdecken, auf diese
sollte man sich konzentrieren.
570. Der Geruch
von Balu[100] wird euch an die
heilsame Reinigung des Raumes erinnern. Während die niederen Schichten
verunreinigt sind, bergen die Emanationen der Höhen Teilchen der Ablagerung von
Prana. Man kann Prana nicht künstlich herstellen, aber seine natürlichen
Ablagerungen reinigen den Raum.
571. Es
ist nützlich, überall die Spuren von Disziplin zu beobachten. Betreffend
kollektive, bewusste Disziplin sollte man den japanischen Zen-Klöstern
Beachtung schenken. Es ist selten, dass Hierarchie und Zusammenarbeit ohne
Zwang bewahrt werden. Man sollte Disziplin als organisierte, freiwillige
Zusammenarbeit verstehen.
Unter den
Methoden der Herzensbildung hat die freiwillige Organisation von Zusammenarbeit
Bedeutung. Solange sich aber irgendwo Zwang verbirgt, kann es weder vernünftige
Zusammenarbeit noch die erhofften Resultate geben. Doch beeilen wir uns,
Zusammenarbeit zu verstehen. Wo es Uneinigkeit gibt, kann man unmöglich
Gedeihen und Sieg erhoffen. Lasst uns diese Wahrheit als Höhere Weisung
annehmen.
572. Man
kann eine bestimmte Periode des menschlichen Bewusstseins beobachten, in der
auf die Frage: „Was ist nötig?“ die Antwort folgt: Geld. Solange diese Begrenzung
auf Geld nicht überwunden ist, kann keine geistige Hilfe geleistet werden. Das
Bewusstsein muss Werten zustreben, die bedeutsamer sind, dann wird sich auch
Hilfe einstellen, sogar materielle. Das Gesetz der höchsten Werte wird im
gesamten Dasein bestätigt. So bestimmt unser eigenes Bewusstsein das
Wohlbefinden, das wir verdient haben.
573. Das
rechte Maß des Gebens ist das Maß der Liebe und der Verantwortung. Zu wenig zu
geben, widerspricht der Liebe, nicht besser ist es aber, zu viel zu geben. Geiz
ist unwürdig, doch eine Gabe, die zu Verrat führt, ist unzweckmäßig. Wie
unzureichende Nahrung zu Hunger, so führt übermäßige zu Vergiftung. Man kann
ohne Übertreibung bestätigen, dass die Zahl von Verraten infolge übermäßigen
Gebens beträchtlich zugenommen hat.
Ein
Lehrer, der gibt und vertraut, muss eine Vielzahl von Bedingungen in Erwägung
ziehen. Er muss nicht nur die persönliche Würdigkeit des Empfängers berücksichtigen,
sondern auch die Eigenschaften der ihm nahe Stehenden sowie die karmischen und
astrologischen Verhältnisse.
Ein verfeinertes
Herz gibt einem ein, wie man sich in diesem komplizierten Strom von Bedingungen
zurechtfinden kann. Deshalb schätzen Wir dieses Maß des Herzens so sehr. Der
Pfad des Bodhisattva umfasst das Wesen dieses Maßes. Keine Überlegung wird den
Gebenden vor Übermaß bewahren, das Herz aber kennt dieses himmlische
Gleichgewicht.
574. Achtet
aufmerksam darauf, ob der Lehrer genötigt ist, etwas zu wiederholen. Ihr wisst,
dass Wir keine Wiederholungen lieben, was bedeutet, dass es dafür einen Grund
gibt. Vielleicht erscheint nach dem äußeren Urteil eine Wiederholung
überflüssig, doch wenn wir in die Tiefen des Herzens hineinschauen, sehen wie,
wie notwendig diese ist.
Oft bemerken
gerade diejenigen Wiederholungen nicht, die sie hervorgerufen haben. So muss man
Wiederholungen wie Medizin anwenden, wenn sie noch kein Bild in das Gehirn eingeprägt
haben. Wer die Lehre des Lebens in sich trägt, muss für eine wiederholte
Bestätigung bereit sein, wenn er die Grundlagen schwanken sieht. Man muss akzeptieren,
dass vor allem das Gesetz der Grundlagen erfüllt werden muss. Man kann die
Grundlagen nicht durch Einzelheiten ersetzen.
575. Erörterungen
über Kindererziehung sind richtig, doch auch in diesem Fall wird die Frage des
Herzens übersehen. Dabei steht der Herzschlag der Aufmerksamkeit von Kindern
sehr nahe. Gerade Kindern kann man besonders leicht vom Schatz des Herzens erzählen.
Ich meine, dass dieses Gespräch, als ein erster Aufstieg, für das ganze Leben
haften bleibt.
576. Die Stehaufmännchen
aus Kork eines bekannten elektrischen Experiments erinnern mehr als anderes an
Menschen ohne Herz. Unter der Einwirkung von Strömen sind sie bereit,
vorübergehend zum Leben zu erwachen und sich sogar aufzurichten, doch sobald
der Strom unterbrochen wird, erlangt das Wesen des Korks die Oberhand und sie erstarren
wieder leblos. Doch soll Menschlichkeit etwa nur unter der Einwirkung eines
Stromes herabsteigen? Das Herz drängt einen nach oben, wenn es geöffnet ist.
Wir sind keine
Nekromanten, die seelenlose Körper wieder beleben wollen. Der Strom des Herzens
muss ständig und selbständig emporstreben, dann wird der Funke, der durch die Begegnung
mit dem Hierarchischen Strom entsteht, segensreich sein.
Es ist
wahr, für einzelne Taten muss man manchmal sogar Korkmännchen beleben, dies
wird aber nur eine vorübergehende Tat sein, ohne Folgen für den wahren
Aufstieg. Es ist traurig, die Korke springen zu sehen und ihr lebloses Hinfallen
vorauszuahnen. Es ist bedauerlich, zu wissen, dass die Mühe, sie aufzurichten,
vergeblich ist, doch ein Herz in all seiner Unbegrenztheit ist jedem gegeben.
So vieles wurde bereits gegeben, so vieles bereits erlebt, dass es schrecklich
ist, zum Hin- und Herwerfen von Kork zurückzukehren!
So lasst
uns wieder einmal an den feierlichen, unablässigen Aufstieg denken, wenn man einer
solchen Zusammenarbeit voll vertrauen kann. Nur bei einer solchen gemeinsamen
Arbeit kann man sich an die Verschiedenartigkeit der Erscheinungen gewöhnen und
sie liebgewinnen. Nur wenige können dies verstehen, denn die kosmische Verschiedenartigkeit
erschreckt ein ungestähltes Herz. Wie sollten wir uns aber vor einer solchen
erstaunlichen Vielfalt verschließen? Wie werden wir sie liebgewinnen und für
immer mit der Begrenzung des einengenden Denkens Schluss machen? Stellen wir
das Herz wie einen Schild entgegen. Der Schild wurde doch in der linken Hand
getragen. So lasst uns das Herz als eine Rüstung verstehen.
577. In
den Schriften alter Einsiedler kann man die Bemerkung finden: „Das Gute ist Wohlgeruch,
das Böse giftiger Gestank“.[101] Natürlich
wird diese Bemerkung für gewöhnlich symbolisch verstanden, ein nachdenklicher
Physiologe wird jedoch verstehen, dass in dieser Definition auch ein
lehrreiches, chemisches Experiment liegt.
Die Umwandlung
von Energie in Duft ist eine sehr deutliche Tatsache. Wenn man den Wohlgeruch
von Freesien oder Veilchen bemerkt, kann man die Nähe der physischen oder
feinstofflichen Energie eines Segensreichen Beginnens vermuten. Dagegen umgibt
der Gestank der Verwesung alles Niedere, sowohl auf der physischen als auch auf
der geistigen Ebene.
Das
bedeutet: Man kann diese chemische Reaktion erfassen und so einer
transzendentalen, physiologischen Entdeckung noch näherkommen. So muss man es nämlich
verstehen, sich einer kosmischen Erscheinung bewusst zu nähern.
Wir
betrachten Geruch und die Läuterung seiner Auffassung als einen sehr verfeinerten
Zustand. Unter den Sinnen ist der Geruchssinn eines der nächstliegenden Mittel,
um alles, was sich nähert, zu bestimmen.
Viele verstehen
nicht, dass das Herz der Antreiber für die Verfeinerung des Geruchssinnes ist.
In einem flammenden Herzen ruft die Annäherung eines jeden Wesens einen eigentümlichen
Gebrauch des inneren Geruchsempfindens hervor. Erstickungen des Herzens sind
oft auf solche Annäherungen zurückzuführen. Weder Wind noch die Reinigung der
Luft helfen dort, wo die Energie des Bösen selbst einen Trichter bildet, natürlich
bewirkt aber das Gute Erleichterung.
Ebenso
ist das Gefühl in den Fingerspitzen nicht nur ein Schutz, sondern auch ein Empfänger
für feindliche Sendungen. Unermüdlicher Kampf verursacht Aussetzungen des Herzschlags,
daher ist jede Vorsicht von Nutzen.
578.
Unwissende werden fragen: „Wie wirkt sich denn Harmagedon aus, wenn alle Spelunken
des Bösen bestehen bleiben wie zuvor?“ Man muss aber sagen, dass alle Menschen
den Kampf gefühlt haben, wenn auch jeder auf seine Weise. Gerade die Anspannung
in den Spelunken weist auf jede Verstärkung des Wesens des Strebens hin.
Deshalb
muss man sich menschlichem Schaukeln gegenüber sehr feinfühlig verhalten. Taubstumme
vollführen manchmal seltsame Gebärden, weil sie infolge ihrer Beschränktheit keine
anderen Ausdrucksformen finden können. Sind aber Menschen, die das Herz nicht
kennen, nicht ebenso beschränkt? Man sollte sich über diese Armseligkeit nicht lustig
machen, sondern sie unauffällig und geduldig zu einer würdigen Ausdrucksform hinleiten.
Die gleiche Duldsamkeit muss man allen Missbildungen gegenüber an den Tag
legen.
Die
gegenwärtige Zeit erfordert andere Bedingungen im ganzen Alltag. Aus den
übersetzten Mahatma-Briefen kann man sehen, wie weit Unsere Führung, die nach
dem höchsten Plan vor sich ging, von allen irdischen Handlungen entfernt war.
Das Gesetz des freien Willens lässt es nicht zu, auf die unmittelbarsten Handlungen
eines anderen Einfluss zu nehmen. Jetzt aber haben die Bedingungen des Planeten
sich geändert, die Normen des Gesetzes sind angespannt. Wir müssen nach
Maßnahmen enger Führung suchen, wobei wir das Wesen des freien Willens
vorsichtig anspannen. Dadurch wird die Aufgabe viel komplizierter. Sogar die
geringste Verletzung des freien Willens zieht die verzweigtesten Folgen nach
sich.
Das
Erteilen von Aufgaben mit den karmischen Bedingungen zu verbinden, kann mit dem
Schreiten auf einem Seil verglichen werden. Dieses Seil muss man jedoch aus den
gegensätzlichsten Materialien winden. Welche Aufmerksamkeit ist erforderlich,
um die Fäden der Farbe und dem Rhythmus gemäß zu verbinden!
Man kann
doch durch einen einzigen unbeherrschten Ausruf eine langwierige Arbeit
unterbrechen, daher rate Ich zu besonderer Vorsicht. Es gibt ein Sprichwort
über das Sammeln aller Stricke für die Reise. In der Stunde der Anspannung wisst
ihr nicht, welcher Faden gebraucht wird. Deshalb haltet alle Möglichkeiten
bereit, ohne zu beurteilen, ob sie groß oder klein sind.
Für einen
Lehrer ist es wichtig, die entschiedene Gewissheit zu haben, dass jede seiner kurzen
Weisungen verstanden und ausgeführt wird. So nähern wir uns der Sprache des
Herzens, die nicht vieler Worte bedarf.
579.
Prägt euch für immer ein: Das sogenannte Geschenk des Unterscheidungsvermögens
ist gar kein Geschenk, sondern das Ergebnis von Arbeit und Erfahrung. Das unsinnige
Wort „Intuition“ drückt nichts anderes aus als Begrenzung. Nicht durch
Intuition, sondern durch viele Aufspeicherungen kann man
Unterscheidungsvermögen erwerben. Zu behaupten, Unterscheidungsvermögen hätte
keine Ursache, gleicht der Behauptung, dass Vorstellung keine Widerspiegelung
früherer Erfahrungen sei.
Die Zeit
ist gekommen, wo scheinbar höchst Abstraktes in die Kette der Ereignisse eintritt.
Der Mensch hat viele Situationen erkannt und so sein Urteil verfeinert. Seid
sicher, dass jemand, der über kein Unterscheidungsvermögen verfügt, früher ein grobes
Dasein geführt und keine Anstrengungen unternommen hat, um sich daraus zu
befreien; so beraubte er sich selbst des Wertes der Erkenntnis mit Hilfe des
Herzens.
Das Herz
des Menschen ist nicht jung, denn sein Wesen ist unaufhörlich. Mancher wird
sich über diese Unaufhörlichkeit freuen, darin liegt das Verstehen des ewigen
Lebens. Mancher wird sich darüber freuen, dass auch das Bewusstsein seiner Verantwortung
unterliegt. So treten die Gesetzestafeln der Wahrheit ins Leben.
Werdet
nicht müde, die Lehre des Lebens zu lesen, wie sie in allen Zeitaltern
erschienen ist. Ein offenes Herz wird sich über die Aufeinanderfolge des
Rhythmus freuen. Auf solchen Fundamenten werden wir auch begreifen, dass die
Bewegung, welche die Menschheit leitet, im alltäglichen Leben nicht sichtbar
sein kann. Nach diesem weiten Ausmaß werden wir auch den Pfad der Freude
finden.
580. Bei Belehrungen,
die sich an die Allgemeinheit wenden, wollen wir verstehen, dass es eine Art
von Leuten gibt, die sich bei der Erwähnung des Herzens vor Lachen krümmen. Für
sie ist es entweder Kinderei oder, noch schlimmer, sie glauben, dass
ausschließlich sie das Recht haben, das Herz zu beurteilen, woraus sich ergibt:
„Es ist unser Herz, nicht eures“. Auf diese Weise wird das unaufhörliche, universelle
Herz zum Privatbesitz. Daher lasst uns verstehen, wo wir nicht anklopfen sollten.
Jede Lästerung des Herzens ist eine Schmähung des Geistes der Wahrheit.
581. Man kann
augenblicklich den Zustand eines höheren Bewusstseins erlangen, wenn genügend
Aufspeicherungen vorhanden sind. Inmitten der Arbeit wollen wir aber nicht nach
den höchsten Maßstäben suchen. Der menschliche Geist entwickelt sich langsam, denken
wir daran. Daher ist Geduld allein nicht ausreichend, lasst uns vielmehr
freudig Geduld üben. Denken wir daran, dass nicht jede augenblickliche
Erleuchtung anwendbar ist. So werden wir uns davon überzeugen, dass die
Erziehung des Herzens unermüdliche Arbeit verlangt.
582. Die Barmherzigen
Brüder[102] betraten die schlimmsten
Pesthöhlen, ohne sich anzustecken, weil sie ihr Bewusstsein unwiderruflich und
ungeteilt Christus übertragen hatten. Ein solcher Austausch des Bewusstseins
bewirkte das Auflodern des Feuers der unerschütterlichen Läuterung. Ein solches
westliches Beispiel kann an viele ähnliche ungeteilte Taten erinnern, die das
Feuer der Anspannung des Herzens hervorrufen.
Ihr kennt
natürlich den alten Brauch, sich in einer Stunde, die eine Anspannung des Bewusstseins
erfordert, an die Brust zu schlagen. Einsiedler schlugen weder ohne Grund noch
allein um sich Schmerz zuzufügen mit einem Stein an ihren „Kelch“. Mit einer solchen
primitiven Methode entzündeten sie das Feuer des Herzens.
Alle
Geißelungen und Reizungen der Haut durch härene Gewänder gehören zu den
gleichen primitiven Methoden der Anspannung des Herzens, bei denen das ganze
Wesen durch Schmerz in eine Richtung hin angespannt wurde. Wir aber werden
natürlich nicht zu solchen primitiven Mitteln greifen, wenn wir wissen, dass
der höchste Schutz und der Aufstieg in der Ungeteiltheit des Strebens liegen.
Mit Hilfe
des Herzens kann man sein Bewusstsein der Hierarchischen Kette entlang
übergeben, womit man sich unverwundbar macht und seine Kraft vermehrt. Das
heißt, dass für eine solche wesentliche Errungenschaft drei Elemente notwendig
sind: das Herz, die Hierarchie und das Konzept der Ungeteiltheit.
Gewöhnen
wir uns daran, das Herz ständig zu fühlen. Darüber hinaus lasst uns nicht
vergessen, das Bildnis des Lehrers im dritten Auge zu behalten, und verstehen
wir, was Ungeteiltheit des Strebens bedeutet. Letzteres kann oft am
schwierigsten sein.
Die
Menschen sind nicht gewillt, die sie umgebenden Fledermäuse der Abscheulichkeit
zu verjagen, und so zerschlagen sie sogar ihr aufkeimendes Streben; das
Ergebnis ist ein zottiges Knäuel von Bestrebungen ohne Fortschritt. Man sollte die
kümmerlichen Triller nicht wiederholen, die den Raum verunreinigen und die Vereinigung
mit der Hierarchie verhindern.
Ein guter
Wissenschaftler schreibt über Immunität, übergeht aber das Zentrum des Herzens,
den Mittelpunkt der feinen Energien. Unverletzlichkeit liegt im Herzen. Man
kann sich sogar an den „Kelch“ schlagen, wenn es an feierlicher Bestrebung
mangelt. Ich rate allerdings nicht, zu dieser primitiven Methode zu greifen; es
ist besser, sich die drei notwendigen Konzepte zu merken und sie in ihrer ganzen
Lebenskraft anzunehmen.
583. Das
Beste vom Schlimmsten zu wählen, gehört ebenfalls zur Aufgabe eines Archaten*.
Oft wird der Abgrund des Schlimmsten euch bereits umgeben, selbst dann aber muss
man die Selbstbeherrschung aufbringen, das Beste zu wählen. Es ist nicht
leicht, im Ozean die beste Welle herauszusuchen, doch es ist gleichwohl möglich.
584. Vieles,
was so nahe liegt, bleibt unerforscht. Sind Schweiß und Speichel erschöpfend
erforscht worden? Wir lesen von giftigem Speichel, wir kennen den segensreichen
Speichel. Wir hörten von den verschiedenen Eigenschaften des Schweißes, und
dennoch sind diese beiden Ausscheidungen nicht erforscht worden. Der Schweiß
der Arbeit und der Schweiß des Überessens sind nicht ähnlich, der Speichel des
Zorns und der Speichel der Hilfe sind verschieden, doch diese Symptome sind primitiv.
Jeder
menschliche Zustand erzeugt eine besondere chemische Reaktion. Wenn man diese wahrhaft
kosmische Mannigfaltigkeit des Mikrokosmos studiert, kann man zu einer
Erklärung sowohl der physischen als auch der geistigen Welt gelangen.
Bei einem
entwickelten Menschen sind die Reaktionen vielfältig. Man kann erkennen, wie
der Schweiß des Gebets und des hohen Herzstrebens sich vom Schweiß des
Eigennutzes unterscheidet. Der Schweiß von jemandem, der zu Hilfe kommt, ist
völlig verschieden von dem eines anderen, der zu einem Mord eilt. Beim
Vergleich solch entgegengesetzter Reaktionen kann man den Produkten der
psychischen Energie auf die Spur kommen. So nahe liegen weitere Erfolge.
Natürlich
sollte ein Forscher selbst genügend Feinfühligkeit offenbaren. Er muss die
verschiedenen Emotionen unterscheiden und durch ehrlichen Vergleich viele
verworrene Begriffe klären.
Der
Zusammenhang zwischen Ausscheidungen und Veränderungen der Aura wird das
Experiment ebenfalls bereichern, wobei Vivisektion und andere Quälereien überhaupt
nicht notwendig sind. Der Forscher kann alle möglichen Räume menschlicher Offenbarungen
aufsuchen und natürliche, unerzwungene Erscheinungen sammeln.
Am
schwierigsten von allem ist die Erforschung der Produkte des Gebetes und des
höheren Strebens, anders gesagt, der bedeutsamsten Äußerungen. Auch bei diesen
Erscheinungen wird aber jemand, der es wünscht, wahre Schätze finden. Ihr habt
Schweißausbrüche in Verbindung mit der Bewegung des Herzens bemerkt, gerade diese
Reaktion ist ein seltenes Beispiel für das Streben des Herzens.
Ratet also
jungen Ärzten und Wissenschaftlern, ihre Aufmerksamkeit auf die Dringlichkeit dieser
Beobachtungen zu lenken, inmitten der feurigen Erkrankungen, von denen Wir
bereits gesprochen haben. Diese Beobachtungen werden überaus nützlich sein.
Man
sollte die kommenden feurigen Epidemien nicht vergessen. Viele weitverbreitete Mahnungen
durchziehen die Geschichte der Menschheit. Besonders jetzt, wo die Nutzung
unerforschter Energien bedeutende Ausmaße annimmt, muss man an die Möglichkeit
eines Rückschlages erinnern. Die Wissenschaftler sollten ihre Aufmerksamkeit
auf die Eigentümlichkeit vieler Krankheiten richten. Man kann sie nicht mit der
Kondensierung des gesellschaftlichen Strudels erklären. Die Ursachen liegen
weit tiefer, und Unser Ratschlag, das Herz zu erziehen, kommt genau zur rechten
Zeit.
585. Denkt
nur darüber nach, dass nichts die Aura und die Zusammensetzung der Sekretionen nachmachen
kann. Die Menschheit eignet sich eine solche einfache Überlegung schwer an.
Sogar unter den Prüfungen von Archaten haben solche Fragen ihren Platz.
Nichts
sehen, nichts hören, aber dennoch glauben bis zum höchsten Grad der Erkenntnis –
das ist auch eine Eigenschaft eines Archaten. Die Bekundung von Herzstreben ist
auch eine Eigenschaft eines Archaten. Die Fähigkeit, sich zurechtzufinden, im
Großen wie im Kleinen, ist auch eine Eigenschaft eines Archaten. Haushalten mit
der Grundenergie ist auch eine Eigenschaft eines Archaten. Ständiger Wunsch
nach dem Heil ist auch eine Eigenschaft eines Archaten. Mut und Geduld sind ebenfalls
Eigenschaften eines Archaten.
Es ist unsinnig,
das Wesen des Archaten als unirdisch zu verstehen. Er formt sich auf Erden als
Leiter der Herzen. Er stellt sich als Brennpunkt für Neugestaltungen zur
Verfügung. Sein Bewusstsein nimmt alles wahr, alle scheinbar unerträglichen
irdischen Bedingungen, aber sein Herz versteht, wie man diese Hindernisse
umwandeln kann.
Die
Kleinen im Geist haben ständig Angst vor dem Kampf, oder richtiger gesagt, vor dem
Zustand, den wir Kampf nennen. Aber keine andere Definition deckt den Zustand des
Ringens und Fortschreitens so ab wie Kampf. So kann man auch für den Gegner
einen Platz finden, als Schleifstein zum Schärfen des Schwertes. Ich meine,
dass man dem Lehrer beim gemeinsamen Kampf verstärkte Bestrebungen zusenden
kann.
586. Die Bürgschaft
der Führerschaft kann jene kollektive Kraft verleihen, die ein Feldherr auf dem
Schlachtfeld zu geben vermag. Ein erfahrener Krieger wird durch die
Schwankungen des Erfolgs nicht verwirrt. Pulsieren ist in jedem Wachstum enthalten
– einen ausgeglichenen Zustand gibt es nur bei Mangel an Bewegung. So kennt das
lebendige Herz keinen ausgeglichenen Zustand. Bei kosmischer Anspannung kann man
dem Herzen aber nahelegen, sich nicht zu überanstrengen. Die Verbindung des einzelnen
Herzens mit dem kosmischen Puls ist ganz offensichtlich. Man kann dem
Universellen Herz mittels Laboratoriumsmethoden auf die Spur kommen.
587. Ein
Eremit, der die Sprache der Tiere verstand, bemerkte während des Gebetes, dass eine
kleine grüne Schlange begann, sich um ihm herum zu schlängeln – dies setzte sich
einige Tage fort. Schließlich fragte er die Schlange: „Was bedeutet dein
seltsames Benehmen?“ Die Schlange antwortete: „Rischi, deine Konzentration ist gut,
wenn du bei deinem Gebet auch alle meine Bewegungen bemerkst!“ Darauf sagte der
Eremit: „Listiger Wurm, urteile nicht nach dir selbst. Zuerst erfolgt die
irdische Konzentration, dann die feinstoffliche und schließlich die feurige, wenn
das Herz sowohl das Himmlische als auch das Irdische umfasst.“
Dieses
Gleichnis möge vielen erzählt werden, die Windungen der Schlange sind so
häufig! Die Menschen haben sich den Schlangen angeglichen und können etwas, das
über ihren kriechenden Zustand hinausreicht, nicht ertragen. Sie sind bereit,
Zeit und Kraft zu verschwenden, nur um irgendetwas aufzuspüren, das ihrer
Meinung nach herabsetzend ist. Eine solche Denkweise entspricht den Ausmaßen
eines Wurmes. Wer sich bemüht zu behaupten, dass die Errungenschaften eines
Yogi nicht existieren, ist wahrhaftig ein listiger Wurm!
Es ist aber
notwendig, durch Verfeinerung des Herzens alle Einzelheiten des Yoga zusammenzufassen
– so werden die Errungenschaften des Altertums in den Strahlen der Neuen Welt
erneuert. Warum sich auf irdische Errungenschaften beschränken? Warum sich
gewaltsam von karmischen Zuständen losreißen? Durch die Feurige Taufe* kann man
auch hier eine Vereinigung mit der Feinstofflichen Welt erlangen. So kann man
sich im Verstehen des Herzens festigen und jene segensreichen Ströme empfangen,
die ihr physisch fühlt.
588. Wohlhabenden
Propheten gegenüber verhaltet euch besonders vorsichtig – in Wirklichkeit gibt
es sie nicht. Gewiss, Wir können Unsere Boten nicht Hungers sterben lassen,
möge aber irdischer Wohlstand mit all seinen Lasten nicht der Drache auf der
Schwelle sein. Erinnern wir uns daran, dass Apollonius [von Tyana]* wohlhabend
war, aber nur, um seinen Reichtum wegzugeben. So tragen auch Unsere Karawanen
keine Goldlast, kommen aber dennoch voran; so lasst uns zusammen sein.
589.
Oftmals habe Ich vor Angst und Verrat gewarnt; man muss sich dies vom
evolutionären Standpunkt aus merken. Alle Substanzen der Angst sind dem Feuer
entgegengesetzt. Wer den Keim der Angst in sich verbirgt, möge sich nicht dem
Feuer nähern. Alle Produkte der Angst werden durch Feuer verascht, daher muss das
Streben zur feurigen Energie das Lossagen von jedweder Angst bedeuten.
Man muss
sich jene kühnen Herzen zum Vorbild nehmen, die vor den feurigen Drachen nicht
nur nicht fliehen, sondern sich ihnen furchtlos nähern. Merken wir uns diese
Vision vom 13. September; sie kennzeichnet so lebendig, wie es nur möglich ist,
das Ungestüm des Nahens der feurigen Elemente und weist darauf hin, dass die
Mutigen sie willkommen heißen werden. Jede Vision hat Bedeutung.
590. Von
Verrätern muss man schmerzerfüllt sagen: Sie sind für immer gestorben. Das
Geisteskorn hält die Last des Verrates, diese Abscheulichkeit, nicht aus.
591. Jede
Verzweiflung ist eine Grenze. Das Herz ist Unbegrenztheit.
592.
Selbstmord ist eine Entweihung des Herzens und ein Höchstmaß an Unwissenheit.
Auch eine böswillige Tötung widerspricht dem Herzen.
593. Schönheit
liegt aber in jeder Teilnahme am Aufbau der Neuen Welt. Dies ist das wahre Gebiet
des Herzens. Diese ersehnte Läuterung des Lebens verleiht jene Feierlichkeit,
die wie ein unauslöschliches Licht ist.
594. Wer
einmal die Feurige Lehre berührt hat, verändert sein gestriges Wesen.
595. Gewöhnen
wir uns daran, den Menschen nicht nur als Ausdruck des höchsten Geistes zu
verstehen, sondern auch als eine ewig reagierende, chemische Verbindung. So
werden wir uns daran gewöhnen, die besondere Bedeutung der Konstellationen menschlicher
Beziehungen zu verstehen.
Ein
Archat ist verpflichtet, mit dem Herzen sowohl geistig als auch chemisch die
Entsprechung der herannahenden Konstellationen zu spüren. So lassen sich viele
unnötige Reibungen vermeiden. Ein entflammtes Herz kann spüren, wo wahre Entsprechung
oder gegenseitiges Ergänzen liegt. Solche Ansprüche sollten man an jeden Führer
stellen. Er muss ein sowohl für den Himmel als auch für die Erde offenes Herz
haben.
Festigen
wir uns darin, zu allen Menschen freundschaftliche Beziehungen herzustellen.
Eine der Daseinsbedingungen ist Aufrichtigkeit, anders gesagt, Herzlichkeit.
Ist diese Grundlage nicht ausreichend entwickelt, kann man sie stärken, indem
man sich dem Herzen zuwendet.
596. Ihr
beendet die erste Aufzeichnung über das Herz, weshalb an einige Grundlagen
erinnert werden muss, auf die Ich bereits öfter hingewiesen habe. Die Hauptbedingung
für die Anwendung der Herzenergie ist das Verständnis, dass physische
Anstrengung dabei nicht nötig ist. Bei einem Befehl mit dem Gehirn und dem
Willen wirken auch die physischen Nervenzentren, eine Sendung des Herzens aber wird
ohne äußere Anspannung vollzogen. Das Herz kann nur bei geistiger Befreiung von
physischen Anspannungen wirken.
Lasst uns
nicht vergessen, dass die westliche Schule gewöhnlich den Weg über das Gehirn verfolgt,
während der Osten, wo die Grundlage noch nicht verloren gegangen ist, seit
jeher weiß, dass die Macht im Herzen liegt. Obwohl Heilen mittels des Herzens eine
Berührung mit der Hand vorsieht, sind es weder die Hände noch die Augen,
sondern die Emanationen des Herzens, die Erleichterung bringen. Entfernung hat
beim Heilen über das Herz keine Bedeutung, während eine Sendung über das Gehirn
Beschränkungen durch verschiedene fremde Ströme hinnehmen muss.
Das Üben
des Herzbefehls erfordert die geringste Anstrengung und Anpassung. Reines
Denken, Beständigkeit und Wohlwollen setzen die Herzenergie in Tätigkeit. Karmische
Verdienste mögen die Anspannung und Verfeinerung des Herzens steigern, doch
jedes Streben zur Hierarchie öffnet das Herz der eigenen Kraft gemäß.
Man muss fest
im Gedächtnis behalten, dass es nur einen einzigen Weg der Rettung gibt – den über
das Herz. Die Bestätigung des Gesetzes des Herzens durchzieht die ganze
Menschheitsgeschichte. Man kann beobachten, wie die Menschen nach einigen
Jahrhunderten sich wieder dem einzigen Weg zuwenden.
597.
Denken wir nicht, dass uns wenig gegeben wird, überlassen wir diesen Zweifel
den Toren. Vieles wurde gegeben, das Herz wurde wieder gestärkt, und auch die
Annäherung an die Hierarchie und die Feinstoffliche Welt in vollem Bewusstsein wurde
ermöglicht. Nur das Herz aber führt einen zur Feurigen Welt. Treten wir ohne
Schrecken an sie heran; wir können nicht sagen, ohne Erbeben, denn dieses Schlagen
des Rhythmus ist unvermeidlich, es wird aber kein Schrecken, sondern
Feierlichkeit sein.
598. Ich
beauftrage euch, mit Uns durch Freud und Leid zu schreiten; nur in dieser
zweifachen Flamme wird Bewusstsein geschaffen. Die Übung des Bewusstseins ist
der Yoga des Herzens. Ohne das Leben ist diese Übung nicht möglich, doch kann
man sie, wie ihr wisst, auch in der Feinstofflichen Welt fortsetzen – so werden
wir uns der feurigen Erkenntnis annähern.
599. Eine
Legende der Uiguren[103]
erzählt von einem Riesen, der einen Schwarzen Drachen gefangen nahm und ihn mit
vielen Ketten fesselte.
Der Riese
überließ die Obhut des Drachens seiner Schwester und eilte an alle Enden der Welt,
um seinen Sieg zu verkünden. Doch als der Riese ferne Länder erreichte, vernahm
er einen Ruf seiner Schwester und begriff, dass der Drache seine Ketten
zerriss. Der Riese eilte zurück, doch beim Anblick der Meere erkannte er, dass
er auf diesem Weg zu spät kommen würde. So beschloss der Riese, Meere, Wälder
und Sümpfe zu meiden und von einem Berg zum anderen zu gehen; nur so traf der
Riese rechtzeitig ein. Und als der Schwarze Drache seine letzte Kette zerriss, legte
der Riese ihn erneut in Fesseln.
Lasst uns
dieses Gleichnis im Gedächtnis behalten, und eilen wir über die Gipfel. So
werden wir leichter all denen begegnen, die in verschiedenen Ländern und in
verschiedenen Gewändern durch das eine Herz leben. So wollen wir an die
Feurigen Tore herantreten.
600. Man
kann auch eine weitere Aufzeichnung über das Herz geben, doch zunächst mögen Freunde
und Feinde sich in der jetzt beendeten Aufzeichnung festigen. Jeder möge auf
seine Art, freundlich oder feindlich, aus den Ratschlägen über das Herz
schöpfen. Doch selbst wenn er sich nur an den Wert des Daseins erinnert, hilft
er sich schon selbst.
Bevor wir
uns der Grundlage der Feurigen Welt zuwenden, lasst uns allmählich lernen, uns
in Feierlichkeit und Freude zu nähern.
Weitere Textstellen
Die deutsche Übersetzung
folgt der von Helena Roerich besorgten Pariser bzw. Rigaer russischen
Erstausgabe, siehe den Artikel „Quellen“. Änderungen oder Ergänzungen, die in der
neuen, kritischen Ausgabe des Rigaer Verlages „Uguns“, in der englischen
Ausgabe oder in den Büchern des Spirale-Verlages enthalten sind, werden im
Folgenden mitgeteilt.
Sie sind im Text mit (…)
gekennzeichnet. Wenn es in einem Paragraphen mehrere ergänzende Textstellen
gibt, sind diese ihrer Reihenfolge nach nummeriert: (1), (2) usw.
So bleibt der ursprünglich
gedruckte Originaltext erhalten, bis eine allgemein anerkannte kritische
Ausgabe vorliegt. Die Änderungen und Ergänzungen, die seriös erscheinen, sind
trotzdem dem deutschen Leser zugänglich. Eine vollständige Erfassung aller Abweichungen
in den anderen Ausgaben steht noch aus.
35. von Energie (englischer
Text)
38. der Hierarchie (englischer
Text)
48. Gestern begannen wir, über einen neuen Zugang zum
Zeitalter Maitreyas zu sprechen. (englischer
Text und Uguns)
74 (1) des Intellekts (englischer Text)
(2) des Gehirns (englischer
Text)
94. negativen (englischer
Text)
117. der Höheren Welt (englischer Text)
140. früheren (englischer
Text)
170. dem Übergehenden (englischer Text)
189. im Herzen (englischer
Text)
206. der Ereignisse (englischer Text)
210. so (englischer
Text)
245. für weiteres Voranschreiten (englischer Text)
296. der Erforschung (englischer Text)
324. individuelle (englischer
Text)
350. (1) von der Wirklichkeit (englischer Text)
(2) der Energie [des Segens] (englischer Text)
356. , die diesen zurückhält (englischer Text)
364. Kenntnis der (englischer
Text)
379. schöne Worte (englischer
Text)
395. der Zukunft (englischer
Text)
400. eigenen (englischer
Text)
410. von Energie (englischer
Text)
418. der Philosophie (englischer Text)
425. , das die Reaktion des Herzens bestimmt, (englischer Text)
431. die Notwendigkeit, tätig zu werden, (englischer Text)
444. der Ellbogen (englischer
Text und Uguns)
460. Vermittlung der (englischer Text)
467. Zu den guten Taten zählen nicht schmachvolle
Nachlässigkeit und absichtliches Verbergen. (englischer
Text, Uguns und Spirale Verlag)
477. und Mutter (englischer
Text)
513. auf der Erde (englischer
Text)
524. ohne Zwischenfälle (englischer Text)
529. der Anzeigen (englischer
Text)
539. der Mutter (englischer
Text)
540. dem Patienten (englischer
Text)
545. wohl aber ihre Entwicklung unterbinden. Ein
gebildetes Herz kann … (englischer Text
und Uguns)
547. einfach durch Mangel an Verständnis (englischer Text)
561. des Fortschritts (englischer Text)
565. in einen Sarg (englischer
Text)
Anmerkungen
*: Mit einem Stern sind
erläuterungsbedürftige Namen und Begriffe gekennzeichnet, die häufiger in der
Lehre vorkommen und daher in einem besonderen Glossar erklärt werden.
[1] Elohim (hebräisch,
Plural): Die Göttlichen Kräfte oder Göttlichen
Wesen. In der hebräischen Bibel Bezeichnung für den Gott der Israeliten. Das
Wort ist verwandt mit dem arabischen „Allah“ Im ersten Satz der Bibel „Am
Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ steht im Hebräischen statt „Gott“ „Elohim“
[2] Perturbation (lateinisch): Verwirrung,
Unordnung, Sturm, Umwälzung
[3] Banner der Herrscher: Gemeint ist das
Friedensbanner (3 Kugeln in einem Kreis), hier gedeutet als zwei physische und
das dritte Auge
[4] George Washington
(1732 - 1799): Erster
Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
[5] Zitat aus der Bibel: Und Enoch wandelte mit
Gott. (1. Mos 5, 22)
[6] Gemeint ist wohl: Hören ohne hinzuhören und nur mit
den Augen lesen, ohne das Gelesene zu verstehen, so auch der englische Text
[7] Jeanne d’Arc:
Johanna von Orléans (1412-1431), französische Heerführerin und Nationalheldin,
wurde nach ihrer Auslieferung an die Engländer zum Tode verurteilt und
hingerichtet
[8] Auftürmung ist ein
Ausdruck der Lehre für negative Aufspeicherungen oder Ansammlungen, siehe zum
Beispiel AUM 598: Auftürmungen sind nichts anderes als Abfallhaufen.
Irgendwann wird man sie wegräumen müssen.
[9] Paracelsus (eigentlich Theophrastus Bombastus
von Hohenheim, 01.05.1493 - 24.09.1541): In der heutigen Schweiz geborener
Arzt, Alchemist, Naturforscher, Astrologe, Mystiker, Laientheologe und
Philosoph
[10] Accelerando (italienisch):
Musikalische Vortragsbezeichnung, die eine allmähliche Beschleunigung des
Tempos vorschreibt
[11] (…): Weitere Textstellen finden sich am Ende des
Buches nach § 600
[12] Ketub ist einer der Namen der psychischen
Energie. (HR II/2, 398; Brief vom
01.10.1937)
[13] In der russischen Erstausgabe steht „Ursubstanz“,
später von Helena Roerich selbst in „Urenergie“ verbessert
[14] Andere Möglichkeit der Übersetzung: „So ist das
Streben der Energie nach oben unvermeidlich durch die Unterdrückung des
Strebens nach unten bedingt.“ In diesem Fall würde man auch im übernächsten
Satz statt „Druck“ „Unterdrückung“ wählen
[15] Grundlage:
Der englische Text übersetzt das Wort mit „warp“: Das ist der Kettfaden beim
Weben, der zur Vorbereitung des eigentlichen Webvorgangs auf den Webstuhl
gespannt wird und damit die Grundlage der eigentlichen Arbeit des Webers
ist
[16] Schimnik
(sprich S-chimnik): In der Askese bewährter Mönch, der das Große Schima, das
sogenannte Engelsgewand, die höchste Mönchsweihe empfangen hat
[17] Siehe die Bibel:
Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie
sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid
ihr denn nicht viel mehr denn sie? (Mt 6, 26)
[18] Gemeint sind die Zentren oder Chakren. Das „Auge
Brahmas“ ist das dritte Auge, die „Flügel“ ist das Schulterzentrum
[19] Urukaj (sanskrit aus „ur“ - Licht und „kaija“
- Körper): Lichtkörper, feinstofflicher Körper hochentwickelter Geistwesen.
Urukaj ist auch einer der esoterischen Namen von Helena Roerich
[20] Drache der
Schwelle (auch „Wächter der Schwelle“): Gemeint ist die Entwicklungsstufe
des Schülers, bei der seine aufgespeicherten negativen Eigenschaften an die
Oberfläche kommen und überwunden werden müssen. Erst wenn in diesem inneren
Kampf zwischen niederem und höherem Selbst das letztere gesiegt hat, wird die
nächste Stufe des Aufstiegs zugänglich. Vor dieser nächsthöheren Stufe steht
der „Drache“, der überwunden werden muss.
[21] Zerreißen des
Schleiers: Der Schleier ist ein esoterisches Symbol einerseits für die
Grenze zwischen der grobstofflichen und der Feinstofflichen Welt, andererseits
für den Schutz und das Verbergen des höheren, okkulten Wissens: Der Lehrer
lüftet den Schleier (siehe BGM II, 251)
und übermittelt solches Wissen erst, wenn der Schüler dafür reif ist
[22] Konsonanz: Wohlklang.
Unter Konsonanz versteht man
einen Zusammenklang von Tönen (Akkorde, Intervalle), deren Schwingungen in
einfachen Zahlenverhältnissen zueinander stehen, so z.B. bei der Oktave im
Verhältnis 2:1, bei der Quinte 3:2 und bei der Quarte 4:3. Sie werden als in
sich ruhend und nicht auflösungsbedürftig empfunden. Der Gegensatz von
Konsonanz ist Dissonanz
[23] Dominante: In
der Harmonielehre die 5. Stufe der Tonleiter, eine Quinte oberhalb des
Grundtons (Tonika)
[24] Dissonanz: Missklang.
Unter Dissonanz versteht man in
der Harmonielehre einen Akkord oder ein Intervall, das sich durch Reibung und
Schärfe auszeichnet und im Gegensatz zur Konsonanz Spannungscharakter aufweist
und auflösungsbedürftig erscheint, z. B. Sekunden, Septimen sowie übermäßige
und verminderte Intervalle
[25] Öffnen der
Feuer: Gemeint ist wohl Öffnen der Zentren, die auch „Feuer“ genannt werden
[26] Wohl eine Anspielung auf den „ungläubigen Thomas“,
der nur glauben wollte, was er berühren kann, siehe die Bibel Joh 20, 24-29
[27] Möglicherweise ist gemeint: Die ersten Rassen der
Menschheit auf der Erde hatten ätherische, feinstoffliche Körper (siehe Heft 4
„Das Evolutionsgesetz“ der „Einführung in Agni Yoga“, zu finden bei www.lebendige-ethik-schule.de/hefte.htm). Mit zunehmender Verstofflichung ging in späteren
Rassen die natürliche Spiritualität verloren, deren Organ heute das Herz ist
[28] X-Strahlen:
Röntgenstrahlen; heute noch englisch als X-rays bezeichnet
[29] Ampel:
Öllampe, die in Russland traditionellerweise vor Heiligenbildern aufgehängt
wird
[30] In der russischen Erstausgabe steht „cокружающими”, also „zerstörerischen“, wohl ein Druckfehler,
richtig anscheinend „окружающими”,
also “umgebenden”
[31] Transmutation (lateinisch): Umwandlung
[32] Verkehr: Das
russische Wort общение (oder auch
сообщение oder
сношение) bedeutet nicht nur
„Verbindung“, sondern auch „Verkehr“ im Sinne von „Kommunikation“ oder
„Gespräch“. Gemeint ist eine Unterhaltung eines inkarnierten Menschen mit einem
Lehrer in der feinstofflichen Welt durch Übertragung von Gedanken, wie sie in
den Tagebüchern von Helena Roerich und den Büchern des Agni Yoga zum Ausdruck
kommt
[33] Hierophant: Hoher Priester
[34] Tonikum: Kräftigungsmittel
[35] Es geht um den Brauch, Tierfelle, Geweihe und
dergleichen aufzuhängen, so der englische Text
[36] Nekromantie:
Totenorakel: Praxis der schwarzen Magie; Weissagung durch Schlaf auf Gräbern
oder Beschwörung Verstorbener
[37] Nach dem englischen Text geht es hier um die niederen
Schichten der Feinstofflichen Welt, die chaotisch sind
[38] Nach dem englischen Text ist hier die Abbildung der
Aura auf einem Film gemeint
[39] Stele: aufrecht stehende Steinplatte mit
Inschriften und Reliefs, dient z. B. als Grabmal
[40] Gefäße: nach dem englischen Text sind
Blutgefäße gemeint
[41] Rupien und Annas: Währung in Indien, Pakistan
und Sri Lanka. 100 Annas = 1 Rupie
[42] Pentagramm:
Fünfwinkliges Zeichen, auch Drudenfuß oder Alpfuß genannt, seit der Antike
gebräuchliches magisches Zeichen, wird z.B. zur Abwehr von bösen Geistern oder
Hexen (Druden), die Alpdrücken verursachen sollen, auf die Türschwelle gemalt.
Auch ein esoterisches Symbol für den menschlichen Organismus
[43] Gemeint ist wohl das Kehlkopfzentrum
[44] Über die Teilnahme von Urusvati (Helena Roerich) an
irdischen Schlachten im feinstofflichen Körper berichtet Br II, 136
[45] Leuchtende
Stadt: „Das Gebiet der Leuchtenden
Stadt“ ist der Name der angeordneten neuen Stadt, der Stadt der sechsten Rasse.
(HR II/2, 398; Brief vom 01.10.1937)
[46] Neophyt: Neu in eine spirituelle Gemeinschaft
aufgenommenes Mitglied
[47] Khatak: Sie fragen nach dem Begriff „Khatak der
Mutter der Welt”. „Khatak” ist die heilige Seidenschärpe, die Mongolen und
Tibetaner allen geistigen Vertretern und besonders geachteten Persönlichkeiten
als Zeichen der Verehrung überreichen. In buddhistischen Schreinen sind alle
Heiligenbilder mit diesen Seidenschärpen verhüllt oder darin eingehüllt, deren
Länge von einem bis zu fünf Yard reicht und die eine Breite von einem Viertel
bis zu einem Yard aufweisen. In Tibet sind die Schärpen weiß und gelb und in
der Mongolei blau und gelb. Manchmal sind sie mit Heiligenbildern oder
Glückszeichen durchwirkt. Der Khatak ist ein Symbol des Schutzes und der Hilfe.
Auf den heiligen Gemälden Tibets und der Mongolei, den sogenannten Tankas oder
Bannern, kann man vielfach bildlich dargestellt sehen, wie ein Heiliger aus der
Feinstofflichen Welt einem Sünder in den niederen Sphären einen Khatak
hinunterreicht, auf dem der Sünder aufsteigt. (HR I/2, 156, Brief vom 08.08.1934)
Siehe auch das Gemälde „Madonna Laboris“ von Nikolaus Roerich, in dem einer Seele ein solcher Khatak zum
Aufstieg gereicht wird
[48] Mutter des Agni Yoga: So nennen die Mahatmas
Helena Roerich
[49] Phönix: Mythischer Vogel der Ägypter,
verbrennt sich selber und geht verjüngt aus seiner eigenen Asche hervor („wie
Phönix aus der Asche“); Symbol der Auferstehung und der Unsterblichkeit
[50] Arzt L.: Felix Denissowitsch Lukin
(1875-1934), Gründer und langjähriger Leiter der Lettischen
Roerich-Gesellschaft (siehe auch FW I,
132, 137)
[51] nach dem englischen Text ist grobes Vorgehen ohne
Rücksicht auf die Details gemeint
[52] Devas und
Asuras: Die Kämpfe zwischen Devas
(Götter, die Kosmische Ordnung, das höhere Selbst) und Asuras (Chaos, Dämonen,
böse Geister, niederes Selbst) sind Bestandteil der indischen Mythologie, siehe
z. B Bhagavad Gita XVI. Gesang. Deva (sanskrit): Gott, Halbgott oder
himmlisches Wesen (siehe lateinisch „deus“). „Asuras sind exoterisch die
gefallenen oder bösen Götter, aber esoterisch das Gegenteil. So wird dieser
Ausspruch in den Rig-Veden für den Höchsten Geist gebraucht. Asu bedeutet Atem,
und Prajati (Brahma) schafft durch seinen Atem die Asuras. Erst in späterer
Zeit, als der Anfangsbuchstabe „A“ als negatives Präfix gebraucht wurde,
bezeichnete der Ausdruck Asuras „Nicht-Götter“; allein die Bezeichnung Sura
blieb mit dem göttlichen Element verbunden. Aber genaugenommen sind in den
Veden die Suras immer mit der Sonne in Zusammenhang gebracht und als kleinere
Götter betrachtet worden. Näheres über die Asuras können Sie der „Geheimlehre“
entnehmen.“ (HR II/2, 398; Brief vom
01.10.1937)
[53] Feste: Das
russische Wort твердь meint eine feste
Grundlage oder Stütze für den Menschen. Es kommt in der Lehre auch mit Zusätzen
als „Erdfeste“ oder „Himmelsfeste“ vor
[54] Starez, Plural Starzen: (russisch): Wörtlich „der Alte“ oder „ehrwürdiger
Greis“. Fester Begriff der russisch-orthodoxen Kirche für einen geistigen
Lehrer, der lange in der Einsamkeit gelebt und größere Gottesnähe erreicht hat.
Nicht unbedingt mit einem kirchlichen oder klösterlichen Amt verbunden. Berühmt
und instruktiv ist die begeisterte Schilderung des Starzentums in Dostojewskijs
Buch „Die Brüder Karamasow“
[55] Viele vedische Götter personifizierten die Natur, z.
B. Feuer, Wind, Sonne, Mond oder Himmel
[56] Triade:
Gemeint ist wohl die „höhere Dreiheit“, die drei ewigen Körper des Menschen
(Manas*, Buddhi*, Atma*), die ewige Individualität (in der christlichen
Terminologie die Seele, im Agni Yoga der feurige Körper), im Gegensatz zur
„niederen Vierheit“, den vier sterblichen Körpern. Zu den Einzelheiten siehe
Heft 11 „Die feinstoffliche Konstellation des Menschen“ der „Einführung in Agni
Yoga“, zu finden unter www.lebendige-ethik-schule.de/hefte.htm
[57] Dordje: Dordje hat die gleiche Bedeutung wie
Swastika. (HR II/2, 398; Brief vom
1.10.1937)
[58] Swastika (sanskrit
„Glücksbringer“): Hakenkreuz. Uraltes Symbol vieler Völker in Asien, Europa,
Afrika und Amerika. Im Hinduismus und Buddhismus wird die Swastika noch heute
als religiöses Glückssymbol verwendet. Zu diesem Symbol schreibt Helena Roerich: Die Kanten zur Sonne biegen bedeutet eine Vorwärtsbewegung, wohingegen
die Kanten in die Gegenrichtung biegen Verzögerung bedeutet; letzteres Symbol
wird von den Schamanen verwendet. Bei den Druiden galt ein Ritual, nach dem
alle Anwesenden genau auf die Sonne gerichtet um die Opferstelle oder den Altar
schreiten mussten, die Hierophanten hingegen schritten der Sonne
entgegengesetzt, so ihr höheres Wissen symbolisierend. Wirklich, nur ein
Hierophant kann der großen Kraft standhalten, und allein eine solche Anspannung
kann Funken höchsten Wissens verleihen. Wie Sie sehen, wurde der eigentliche
Sinn der Symbole vermischt und verflochten. (HR II/2, 398; Brief vom
01.10.1937)
[59] Uriel: einer
der Erzengel
[60] Michael: Haupt
der Erzengel, mehrfach in der Bibel
erwähnt, u.a. Offenbarung 12, 7. Laut
Agni Yoga identisch mit dem Mahatma Morya
(HR II/1, 101; Brief vom 28.12.1935).
Ich muss Sie auch daran erinnern, dass alle Erzengel
und Engel die menschliche Evolution durchschritten haben. Und der Erzengel
Varahael oder Uriel war und ist
ein MENSCH. Ebenso wandelte auch der Erzengel Michael, obwohl er seinen Platz inmitten der Höchsten Erzengel
einnimmt, nichtsdestoweniger auf unserer sündigen Erde, Rettung bringend.
Hätten diese größten Geistwesen, die in der Dämmerung unserer irdischen
Menschheit den Antrieb zur Schöpfung und Entwicklung des Denkens gaben, die
Evolution nicht fortgesetzt und das menschliche Bewusstsein in der langen
Zeitspanne dieses schwierigen Prozesses nicht vorangetrieben, so würde unsere
irdische Menschheit bis heute im Zustand des Höhlenmenschen verblieben sein. Genau
gesagt, die großen Erzengel sind die Sieben Kumaras* - einschließlich des
Höchsten unter Ihnen -, von denen in den östlichen Schriften und in der
Geheimlehre gesprochen wird. Sie kamen von den höheren Welten und brachten
durch die Inkarnation als große Begründer von Religionen, Königreichen und
Philosophien an jedem Wendepunkt in der Geschichte unseres Planeten die größten
Opfer, um die Evolution der Menschheit zu beschleunigen. So hütet der Erzengel
Michael jetzt das Schicksal unseres Planeten. Ihm ist es bestimmt, die letzte
Schlacht mit dem Fürsten dieser Welt auszutragen (dies ist auch in der Bibel
festgehalten) (HR I/2, 242, 243; Brief vom 12.12.1934)
[61] Stigmata:
Wundmale Jesu, die bei späteren Menschen (bekanntestes Beispiel: Hl. Franz von
Assisi) erscheinen. Auch im übertragenen Sinne für ein auffälliges, meist
negatives Merkmal („Schandfleck“) verwendet
[62] Gemeint ist: beim Tod des physischen Körpers
[63] Kadenz:
Akkordfolge, mit der ein Musikstück abgeschlossen wird (Schlussformel). Auch
improvisierter, reich verzierter Teil eines Solokonzertes, der vom Solisten
allein ausgeführt wird und dessen Virtuosität demonstrieren soll
[64] Gemeint ist die heilige Theresa von Avila
[65] Surya-Vidya (sanskrit): Sonnen-Wissen, also
höheres, geistiges Wissen
[66] Ausbrüche:
Möglicherweise sind Vulkanausbrüche gemeint, so der englische Text
[67] Elmsfeuer: Büschelförmige Feuererscheinung,
hervorgerufen durch elektrische Entladungen an aufragenden spitzen Gegenständen
(Blitzableitern, Masten, Kirchtürmen, Bergspitzen, Gipfelkreuzen) bei hohen
elektrischen Feldstärken, insbesondere bei Gewitter
Helena
Roerich schreibt über das St.
Elmsfeuer: Nun etwas über die St.
Elmsfeuer. Dieses Leuchten ist eine Begleiterscheinung der Entladungen
atmosphärischer Elektrizität. Es tritt gewöhnlich bei einem Gewitter auf in
Form von kleinen Lichtern über scharfgespitzten Gegenständen wie Kirchtürmen,
Schiffsmasten. Diese kleinen Feuer rufen Zischtöne hervor - eine Art Knistern.
Die Seeleute des Mittelmeers erwählten den heiligen Elm zu ihrem Patron und
sahen in diesen kleinen Feuern ein sichtbares Zeichen seines Schutzes. Obwohl
die Feuer des heiligen Elm über kosmische Elektrizität verfügen, als gemeinsame
Grundlage mit den Erscheinungen des sogenannten nichtversengenden Feuers, ist
die Eigenschaft des letzteren gänzlich andersartig. (HR II/1, 140, 141; Brief
vom 22.02.1936)
[68] Feinfühlige Mensch können mit Hilfe einer
Wünschelrute die Ausstrahlungen von unterirdischen Wasseradern erspüren
[69] Vivisektion: Forschungszwecken
dienende Operation am lebenden, betäubten Tier
[70] Schwingungen
der „Silbernen Brücke“: Das ist der
Name der vom Lehrer dem Schüler gesandten Schwingung zur Stärkung des müden
Herzens. Diese Schwingung stärkt das Band zwischen Schüler und Lehrer. Dieser
silberne Strahl kann mit dem geistigen Auge gesehen werden. (HR II/2, 410;
Brief vom 23.10.1937)
[71] Die Galle
erfreuen: Wohl gemeint im Sinne von sich Gereiztheit oder Gehässigkeit
hingeben
[72] Talisman: Kleiner Gegenstand, dem
zauberkräftige, Glück bringende Eigenschaften zugeschrieben werden
[73] Nach dem englischen Text ist gemeint, dass man
die dringenden Probleme des gegenwärtigen Lebens durch die Führung des Herzens
lösen kann
[74] Alter vom Berge:
Volkstümliche Bezeichnung für den Herrscher von Schambhala*
[75] Es geht um die römischen Götter Mars, Vulkan und
Venus. Vulkan ist der Gott der Schmiedekunst, der die Waffen und Rüstungen der
Götter schmiedete. Er war mit Venus verheiratet. Diese hatte eine außereheliche
Beziehung mit Mars, aus der viele Kinder hervorgingen
[76] Rigveden (Singular
Rigveda): ältester Teil der Veden (siehe Anmerkung zu AY 90)
[77] Jünglinge im Feuerofen: siehe die Bibel,
Buch Daniel 3, 22 ff
[78] Kornschwinge (Worfel):
Flacher Korb, dessen Inhalt aus gedroschenen Körnern in die Luft geworfen wird,
wonach der Wind die nicht erwünschte, leichtere Spreu davonträgt, während das
schwerere Getreidekorn gereinigt in den Korb zurückfällt (Verfahren der
Windsichtung)
[79] Integralsystem der Philosophie: Möglicherweise
ist die Integrale Theorie, auch „integrales Denken“ oder „integrale Weltsicht“
gemeint, eine Schule von Weltanschauungen, die sich um eine umfassende Sicht
des Menschen und der Welt, oft auch des Geistigen und Göttlichen bemüht. Es
handelt sich um einen Versuch, im Rahmen eines weltweit wachsenden, offenen
Diskurses verschiedene natur-, human- und geisteswissenschaftliche Denkansätze
zu integrieren. Elemente prämoderner, moderner und postmoderner, östlicher und
westlicher Weltsichten, sowie rationale und spirituelle Gedanken sollen in
einen kohärenten Zusammenhang gestellt werden.
[80] Cor Bovis (lat.): Bullenherz
[81] Ruhmkorff-Spule: Induktionsspule,
Funkeninduktor; historisches Gerät zur Erzeugung von Hochspannungsimpulsen
[82] Vina: Saiteninstrument
[83] Siehe hierzu Helena Roerich: Was das Fotografieren von Ausstrahlungen betrifft, meine ich, dass es
ratsam wäre, es mit verschiedenen Filmen zu versuchen. Manche können mit ganz
gewöhnlichen Filmen gute Ergebnisse erzielen, selbst ohne besondere
Vorbereitung und bei Tageslicht. Freilich, wie in allem müssen Geduld und
Disziplin aufgewendet werden. Die beste Art ist, die Aufnahmen in einem mit der
Aura des zu Fotografierenden gesättigten Raum zu machen. Oft kann das
Experiment schon dadurch gestört werden, dass in den Raum andere Gegenstände
hineingebracht werden. Darüber hinaus sollten die Auren beider, des Fotografen
und auch des zu Fotografierenden, völlig harmonieren. (HR II/2, 399; Brief vom
01.10.1937)
[84] Terminus (lateinisch): Begriff, Bezeichnung,
z. B. Terminus Technicus: Fachbegriff, Fachausdruck
[85] Osiris: altägyptischer Gott der Fruchtbarkeit,
der Wiedergeburt und der Toten. Nach dem Osirismythos wurde er von seinem
Bruder Seth ermordet, zerstückelt und über die ganze Erde verstreut. Seine
Schwester/Frau Isis sammelte die Leichenteile ein und belebte sie wieder, so
dass sie von ihm ihren Sohn Horus empfangen konnte. Seither ist Osiris in der
Unterwelt Richter und Herrscher der Toten
[86] Mithras:
Indischer und persischer Licht- und
Sonnengott, dessen Verehrung später auch in das römische Reich gelangte
(Mithraskult)
[87] Gemeint sind wohl die drei Bücher Feurige Welt I, II und III, die nach dem vorliegenden Buch
„Herz“ kommen
[88] Scala furioso (italienisch): wütende Treppe oder Leiter;
nach dem englischen Text ist die dunkle Hierarchie gemeint
[89] „Glocke“:
Gemeint ist das Glockenzentrum
[90] Somnambulismus:
Schlafwandeln
[91] Gemeint sind wohl die Mahatma-Briefe
[92] Kumyss:
Gegorene Stutenmilch
[93] Lukull:
Lucius Licinius Lucullus (ca. 117 bis 57 v. Chr.), römischer Politiker (74
Konsul) und Feldherr, schlug Mithridates und Tigranes. Nach seinem Rückzug aus
der Politik führte er ein luxuriöses Leben al Schlemmer und Gourmet,
sprichwörtlich ist das „lukullische Gastmahl“
[94] Grimoires: Zauberbücher der schwarzen Magie
mit Beschwörungen und Zaubersprüchen
[95] in der russischen Erstausgabe steht statt
„höheren“ „äußeren“, wohl ein Druckfehler; wie hier Uguns und der englische
Text
[96] Strophanthin: Einige Arten von Strophanthus,
einer Gattung immergrüner Sträucher und kleiner Bäume, im tropischen Südafrika
und Asien heimisch, enthalten das Glykosid Strophanthin, ein wichtiges
Herzmittel. Siehe die Broschüre "Soda - Baldrian - Moschus - Eukalyptus -
Pfefferminze - Strophantin" (http://www.lebendige-ethik-schule.de/liste.htm)
[97] Zu dieser Stelle siehe Helena Roerich: Es gibt
tatsächlich leere Gräber. Denn nach Vollendung seiner Mission wurde für einen
unter den Menschen lebenden Adepten* beim Nahen des Abschiedstermins oft eine
glaubwürdige Beerdigung durchgeführt, so dass er das Bollwerk im physischen
Körper erreichen konnte. Manchmal ist nach der Beerdigung der sich in
Starrkrampf befindliche Körper weggeschafft worden, und in manchen Fällen ist
ein Ersatzkörper beerdigt worden, wie es zum Beispiel beim Hinübergang des
Meisters R. der Fall war. Doch sind Fälle von Dematerialisation des physischen
Körpers äußerst selten. Auch die sterblichen Überreste Buddhas sind verbrannt
worden. (HR II/2, 387; Brief vom 02.09.1937)
[98] Atrophie
(griechisch): Abmagerung, Schwund, Schrumpfung
[99] Astrales Archiv: Gemeint ist die Akascha
Chronik
[100] Balu: Die
Essenz Moru oder Balu wird aus
einer Pflanze hergestellt, die überall an den Berghängen des Himalaja in einer
Höhe von 8000 Fuß (ca. 2600 m) und darüber zu finden ist. Sie gehört zur
Familie der Rhododendren. In Tibet wird sie zum Räuchern in Tempeln und Heimen
verwendet.“ (HR I/3, 155; Brief
vom 24. Juni 1935)
Morua ist
eine Pflanze, die in unserer Gegend wächst. Sie ist eine Buschpflanze und ihr
Aroma erinnert sehr an Eisenkraut. Ich werde Ihnen ein Zweiglein senden, aber
nicht jetzt im Winter. Versehentlich verwendete ich beim Schreiben des Namens
dieser Pflanze einen Großbuchstaben und dies könnte wirklich viele Leser
verwirren. (HR II/1, 110, Brief vom 17.01.1936)
[101] Der feinfühlige Beobachter stellt fest, dass gute
Menschen einen Wohlgeruch um sich herum verbreiten, während böse – selbst wenn
sie sorgfältig gewaschen sind – auf eine eigene, feinstoffliche Art stinken
[102] Barmherzige
Brüder: Vom Heiligen Johannes von
Gott gegründeter Orden, der sich vor allem der Krankenpflege widmete