
Blätter aus
dem Garten Moryas
1925
Erleuchtung
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Übersetzungsrecht beim Autor
Blätter aus dem Garten Moryas
II
(Erleuchtung)
Ein Gruß
den Suchenden!
Ein Gruß
den Trägern des Allgemeinwohls!
Ein Gruß des
Ostens.
BAND
ZWEI
Man fragt:
„Wer gab euch die Lehre?“ Antwortet: „Ein Mahatma des Ostens!“
Man fragt:
„Wo lebt Er?“ Antwortet: „Die Wohnstätte des Lehrers soll nicht nur nicht bekannt
gegeben, sondern darf noch nicht einmal ausgesprochen werden. Eure Frage zeigt,
wie weit ihr vom Verständnis der Lehre entfernt seid. Selbst vom menschlichen
Standpunkt aus müsstet ihr begreifen, wie schädlich eure Frage ist.“
Man fragt:
„Wann werde ich brauchbar sein?“ Sagt: „Von dieser Stunde an und auf ewige
Zeiten!“
Man fragt:
„Wann soll man sich auf die Arbeit vorbereiten?“ Sagt: „Verliert keine Stunde!“
„Wann erfolgt
der Ruf?“ Antwortet: „Seid selbst im Schlaf wachsam!“
„Wie soll
man in dieser Zeit arbeiten?“ Sagt: „Indem man die Qualität der Arbeit
steigert.“
*****
Man muss Disziplin
des Geistes offenbaren, ohne sie könnt ihr nicht frei werden. Für den Sklaven
wird sie ein Gefängnis sein, für den Freien ein herrlich-heilsamer Garten.[1]
Solange
die Disziplin des Geistes eine Fessel ist, bleiben die Tore verschlossen, und in
Fesseln kann man die Stufen nicht emporsteigen.
Ihr könnt
die Disziplin des Geistes als Flügel verstehen.
Wer die Disziplin
des Geistes als Erleuchtung der zukünftigen Welten versteht, ist schon bereit.
Wer über die
Evolution erleuchtet worden ist, wird behutsam an sie herangehen und heiter die
Staubkörner vom Weg entfernen. Das Wichtigste ist, in ihm wird keine Furcht sein.
Und indem er Überflüssiges wegwirft, wird er Einfachheit erlangen.
Es ist
begreiflich, dass das Bewusstwerden der Evolution immer herrlich ist.
Wieder
wird man fragen: „Warum wird zu Beginn des Pfades viel Angenehmes gegeben und
vieles verziehen?“ – „Weil am Anfang alle Feuer entfacht werden und der
Gerufene wie eine Fackel voranschreitet. Es hängt von ihm ab, die Qualität
seines Feuers zu wählen.“
Wer die Disziplin
des Geistes versteht, erkennt die Richtung[2] des
Feuers und gelangt zur Kooperation für das Allgemeinwohl.
Das Ende
des Pfades kann von Tausenden von Feuern des Allgemeinwohls erleuchtet sein.
Diese Tausende von Feuern entzünden den Regenbogen der Aura. Eben deshalb ist die
Disziplin des Geistes Flügel!
TEIL
EINS
V
[1] 1. Einst
hielt man hundert Krieger bereits für eine Macht.
Später
waren tausend schon ein Heer.
Mit der
Zeit haben Hunderttausende die Welt erobert.
Dann
erhoben sich Millionen, doch auch sie haben die Bahn des Geistes nicht
verändert.
Also
werde Ich 1.000.000.000 unter dem Banner des Geistes sammeln: Das wird das Zeichen
Meines Heeres sein.
Überlegt,
wann dieses Zeichen sich erfüllen und sieben Banner aufgestellt werden!
[2] 2. Der
Geist ist nur vollkommen, wenn er sich des Kosmos bewusst wird. Das geschieht
oft, doch wir verstehen es nicht, im Bewusstsein den Verkehr mit der Wahrheit zu
festigen.
Und der
Himmel erscheint lebendig, und wir sagen: „Fliegen schwärmen umher“ – so erklärt
man die besten Berührungen durch unsichtbare Flügel.
Die Leere
ist die Schatzkammer des Ursprungs, doch ihr spürt den Pfad des Ursprungs.
[3] 3. Denkt
jeden Tag darüber nach, wie ihr Mein Werk vollenden könnt.
Unterrichtet
die Nachfolger – lehrt Schönheit. Festigt ihr Auge.
Wozu
Jahre, wenn man in Wochen vollenden kann?
Ein einzelnes
Brüllen ist leichter zu ertragen, als die Gedanken verschimmeln zu lassen.
Deshalb
sage Ich: Gehen wir, daher werde Ich eure Kräfte vermehren.
[4] 4. Ich
sende diesen Meinen Willen – arbeitet!
Berührt
das Irdische behutsam. Wenn man auf dem Pfad ist, braucht man kein üppiges Mahl[3].
[5] 5. Mögen
sie für die innere Arbeit den Schild der Lüge verkaufen.[4]
[6] 6. Ich
will vom Karma* sprechen, das rein und behutsam durchschritten wird:
Berührt vorsichtig
die geteerten Knoten des Schicksals.
Es ist
viel gefährlicher, bereits verhärtete, vergangene Ereignisse zu berühren, die sich
hinter euch herziehen. Deshalb warne Ich: Nichterfüllung
der Weisungen und Missachtung der Hierarchie schaden mehr, als es scheint.
Den Strom
des Karma kann man mit dem Eis des Verstehens verhüllen. Doch hütet euch davor,
diese Bedeckung durch Unvernunft oder Grausamkeit zu zerstören, denn dies ist auf
Unserem Schild verboten.
Ich
wiederhole: Bleibt auf dem vorgegebenen Pfad.[5]
[7] 7. Zu
wem soll man sprechen? Ein Maultier kann einen Karren ziehen,
kann dann der Geist des Menschen nicht den Körper
zwingen, sich an der Arbeit zu erfreuen?
Das Maultier
trägt den Reiter zu einem Schutz vor Unwetter, kann dann der menschliche Geist
sich durch den Strom des Karma beunruhigen lassen?
[8] 8. Man
soll sich an die Erscheinung des Lehrers erinnern. Man muss den Schild rein
halten.
Ich sende
den vollen Schutz, Ich sende alle Möglichkeiten, doch haltet die Leitung fest.
Inmitten
der törichten Menge verhüllt das Feuer des Geistes. Lest Mein Buch und lasst
euch nicht durch die Stimmen des Elends erschrecken, denn ein Blinder sieht
nicht das, was euch gezeigt wird.
Doch zu
eurem Nutzen sage Ich: Erinnert euch öfters an Meinen
Namen.[6] Denkt
ihr, es ist ein Vergnügen, abgestorbene Länder zu sehen? Doch bemerkt den
Absturz der Welt der Lüge.
Lüge,
Lüge, Lüge – geh‘ zugrunde!
[9] 9. Man
soll die Lehre besser verstehen, man muss die Lehre findig anwenden.
Lächelt
den kleinen Steinen zu.
VI
[10] 1.[7] Der
Lehrer gibt einen Hinweis: Versteht es, die Fäden zu fühlen, die euch durch die
Offenbarung von Wundern verbunden haben.
Mit
wunderbarem Bast sind eure Schuhe für einen langen Weg umbunden.
Wie die
Vergangenheit, so wird auch die Zukunft sein.
Man kann Begegnungen nicht ausweichen, die vom Schicksal bestimmt
sind, und man kann nicht alle Sendungen auf die Seiten des Lebens
berücksichtigen.
So wurde
es vorbereitet, aber zerreißt Mein Gewebe nicht.
Der
Wirbelwind der Unvernunft trägt die besten Zeichnungen davon, die von Mir
gesandt wurden. Man soll die Schätze nicht verstreuen, die für die Welt hingegeben
wurden.
Minderjährigkeit
ist keine Entschuldigung.
Es ist
besser, nach der ersten Schlacht einen Sieg zu feiern, als unter der Erde
umherzuirren.
Deshalb
sage Ich: Geht zusammen und deckt euch mit dem einen Schild.
Möge
jeder seinen Atem reinigen, ohne Staub des Ärgers zu erzeugen. Und indem er die
Blumen der Hingabe sammelt, versteht er die Nützlichkeit Meines Pfades.
Führe Ich
euch mit Zwang? Zwang ist für Uns nicht charakteristisch.
Doch wenn
wir zusammen gehen, wie sollte man da keinen Rat erteilen!
Deshalb
sage Ich, deshalb sage Ich noch einmal: Denkt besser nach und stolpert nicht.
[11] 2.
Auf Unseren Waagen wiegt das Streben des Geistes am schwersten
von allem.
Der
Erfolg im Leben festigt sich nur durch die Elektrizität des Gebetes der
Heldentat*.
Die Lehre
des Geistes bildet einen Panzer für den Körper.
Die
Blitze der Welt verspürend, legt den neuen Grundstein für ein Buch für den
Winter.
Ich
lehre, weise die Zukunft zu verstehen.
Der Erfolg
muss Meinen Leuten folgen.
Ihr könnt
weise Meine Meilensteine anwenden.
[12] 3.
Opfer, Opfer, Opfer! Dann das Empfangen und danach der Triumph des Geistes.
[13] 4.
Jeder hält an einem Ziel fest. Ich sende die Tore, die für den Geist geeignet sind;
durch sie kann man ein verklärtes Universum betreten, wo die Vernunft in allen Welten
eine Wohnung erhält.
Der Geist
lernt fliegen, wenn Kummer die Sehkraft schärft.
Der
Strahl des Bewusstseins der Unbegrenztheit erleuchtet das gesandte Heil.
Es gibt
einen Weg der Erde und einen Weg der Flügel; untersuche und wäge ab.
[14] 5.
Ringsum sind dunkle Wolken, doch der Morgenstern geht auf.
[15] 6.
Jede Minute, in welcher der Geist Verständnis zeigt, legt einen Diamanten in
die Schatzkammer der Möglichkeiten.
[16] 7.
Durch Krankheit werden oft Errungenschaften verstärkt.
Der
heilige Franziskus[8] und die heilige Theresa[9] waren
oft krank. Pythagoras[10] war
herzkrank. So verloren die besten Lauten ihre Saiten.
[17] 8.
Die Weisheit der Mütter sieht die okkulten Bedingungen bei der Geburt eines
Kindes voraus. Der Geist der Mutter weiß, wie der Feind versucht, dem neuen
Wanderer zu schaden. Während der Übergangszeit der Schwangerschaft ist es
leichter, Gift zu senden. Es ist leicht, den Ärger der Mutter zu schüren und
das Heim mit dem Staub der Unzufriedenheit zu füllen.
Die
Mütter versuchen weise, ihre Augen auf die Antlitze der Heiligen zu richten
oder sich durch den Anblick der Natur zu trösten.
[18] 9.
Indem wir geben, erhalten wir. Indem wir Besitz geringschätzen, empfangen wir
himmlische Kleidung.
[19] 10.
Die Form wird vom Inhalt belebt und dieser wird nicht vergessen.[11]
[20] 11. Dorinossimo[12],
kühn ergreift euren Schild.
Um eines
bitte Ich euch: Schwächt eure Kraft nicht durch Gold. Meine Lehre liebt Gold
nicht.
[21] 12.[13] Es
kann keine Gnade geben, wenn das Karmagesetz bis zum letzten Punkt erfüllt
werden muss.
Karma
holt einen ein, doch seine Qualität kann durch ein freiwilliges Opfer für
unbekannte Menschen geändert werden.
[22] 13.
Säet besser, Säer! Bald wird die Erde bereit sein! Wenn der Welt nicht durch
eine besondere Offenbarung geholfen wird – wird die Feste[14]
nicht standhalten.
[23] 14.
Ich rufe jene in Mein Haus, die Ich nahen sehe.
Ein hängendes
Schwert erfüllt den Geist mit Schmerz.
[24] 15.
Verrichtet erfolgreich das Mir angenehme, für euch günstige Werk; das
freundschaftliche Werk, das Mein Haus vorbereitet.
Sammelt Bilder
der Liebe. Durch Liebe werdet ihr das Verständnis dafür erlangen, wie Mein Haus
besser auszuschmücken ist. Fragt beim Guten an, welche Einrichtung Meinem Haus
gebührt.
Durch
Ehrgefühl erkennt ihr Mein reines Haus, das sich in Schönheit offenbart.
Die
Offenbarung eurer Arbeit gleicht Blumen.
Ich werde
keinen Obolus[15] annehmen, doch werde Ich
zehnfach, hundertfach vergelten.
VII
[25] 1.
Sogar eine einfache Hausfrau sagt: „Beschmutzt die Stufen nicht, sonst werdet ihr
euren Kehricht selbst wegräumen müssen!“
Auch
jene, welche die Aura des Lehrers und der mit Ihm verbundenen Menschen durchbohren,
fügen ihrer eigenen Aura Löcher zu; nicht durch Bestrafung, nicht durch Rache,
sondern durch den rückschlagenden Funken.
Deshalb
hüte man sich davor, Unsere Werke anzugreifen, besonders gegenwärtig, wo die
Elektrizität angespannt ist.
Denen und
anderen, die nicht glauben, dass es bei Sonnenschein Donner gibt, möge man
sagen: „Berührt lieber nicht!“
Doch jene
werden gesegnet sein, die den Panzer der Aura verstärken.
[26] 2.
Eine Antwort kann man nur reinen Herzen geben.
Versteht
es, die Macht der Liebe mit einem Donnerwetter[16] zu
verbinden.
[27] 3. Das
Heil und die Gesundheit liegen im Vertrauen; das Nötige wird immer vom Strahl
bereitgestellt.
Irrtum
zerreißt das Gewebe des Körpers.
[28] 4. Ein
Zugeständnis an böse Hände sollte man nicht als
Schaden betrachten.
Ein
Anhänger der Weisheit liebt es, weit vorauszublicken.
Gebietet
üblem Geschwätz mit einem Lächeln und ohne Gereiztheit Einhalt.
Der Erfolg
erschöpfter Menschen gleicht dem Strahl eines kleinen Springbrunnens, doch ein weiser
Hausherr leitet Wasser mühevoll aus dem Ozean heran und ergötzt sich an der
ewigen Frische des Springbrunnens.
[29] 5. Hört
auf, über die Feinde zu sprechen, wenn eine Heldentat ein großes Licht
entzünden kann.
Einsamkeit
übermittelt die Botschaft besser als das Gerede der Massen.
[30] 6. Der
Waschkübel der Welt ist mit Bazillen überfüllt. Das Gewebe, das ihn bedeckt,
bebt, doch die zauberhafte Blume muss auf der Erde mit menschlichen Händen
gepflückt werden.
Ich bin
mit euch, doch wenn Ich still werde, bedeutet dies, dass Ich mit dem Schild die
euch gesandten Pfeile auffange.
Blickt in
Einigkeit auf den Tag der Offenbarung, wenn das Wissen in Mein Haus eintritt. Die
Träger des Wissens sind bereits geboren.
VIII
[31] 1.
Ich spreche von fremden Brücken und Toren.
Auf dem
Weg trifft man fremde Brücken. Man soll sie eilig überschreiten, ohne
hinunterzublicken, mit dem einen Wunsch, rasch das Ufer zu erreichen.
Zögert
auch nicht vor fremden Toren, sondern fordert Durchgang, ohne euch in eurer
Ruhe stören zu lassen, denn euer Weg ist festgelegt.
Mit
reinen Gedanken muss man die Poren vor schlechter Luft verschließen.
Wenn ihr
es aber schwer habt, wiederholt: „Ich gehe dennoch zu dem Herrlichen Garten,
ohne die festgesetzten Tore zu fürchten.
Warum
schwebt der Schild über mir? – Um mich zu schützen.
Wenn neue
Sperren sich erheben, werde ich sie überschreiten, denn ich fürchte mich nicht!“
[32] 2.
Warum sich in die astrale Welt versenken?
Jene, die
gelitten, im Geist entflammten und gearbeitet haben, freuen sich. Doch hier
sind die Säer und dort die Schnitter.
Eine
reiche Ernte wird von allen irdischen Samenkörnern hervorgebracht.
Der Kern
wächst; das Verständnis erobert neue Ausmaße künftiger Samenkörner.
Warum also
die astrale Welt befragen!?
[33] 3.
Nun über den Boten:
Wie ihr im
Leben dem Briefträger entgegeneilt, so müsst ihr auch die Hand nach Unserer
Sendung ausstrecken.
Eine
Front stacheliger Hindernisse behindert Unsere Boten, doch ihr habt eine
wunderbare Schere, um die Sperre zu durchschneiden. Helft durch eine klare Aura,
dass ihr erreicht werdet.
Für eine
Taube ist es schwer, im Nebel zu fliegen.
Ich führe
euch den schnellsten Pfad und bin bereit, in einem Moment der Verwirrung einen
Boten zu senden, doch öffnet ihm die Türen; es ist hart, im Regen anzuklopfen.
Liebt die
Einsamkeit des Gedankens, wenn Funken des Verstehens einen Kranz der Erkenntnis
flechten.
Wie Ich
Mich für euch verbürge, so sollt ihr euch Mir anvertrauen. Mit mächtiger Hand
bestätige Ich den Pfad zu den Höhen.
Empfangt
das Heil, wenn Meine Boten die Nachricht überbringen: „Er ist gekommen!“
Es wurde
die Stunde des Glücks gegeben, und am Weg sind Blumen.
Was habt
ihr mit Langfingern, mit Hunden und Tigern zu tun? Schafft das erhabene Werk
des lebendigen Gottes!
[34] 4.
Der Sinn ist geordnet, wenn ihr vom Berg herabblickt.
Man muss
die Funken bemerken, bald werden sie beginnen, zur Flamme eines neuen Verständnisses
der Grundlagen zu verschmelzen.
Einen Bogen
zwischen den Wegen des völligen Niedergangs und des Aufstiegs zu errichten, ist
nicht leicht.
Die
Träger des Geistes erkennen einander nicht.
Horcht
auf die Stimmen der seltsamen Gestalten auf eurem Weg und schreibt sie nieder.
Danach fasst diese Mitteilungen zusammen und zeigt damit eine Leiter
praktischer Möglichkeiten auf.
Das
Messer der Aufmerksamkeit wird geschärft und die Verbindung wird fester, wenn fähige
Funken eure Macht in Wachsamkeit versetzen, ohne Karma zu verletzen.
[35] 5.
Ich will erklären, warum es wichtig ist, die gegebenen Worte und Bilder zu
beachten:
Für Unsere Schüler ist es eine Gedankenübung, wenn ihnen aus
einer ganzen Mitteilung nur ein Teil oder ein einziges Wort gegeben wird. Indem
er die Richtung des Gedankens spürt, fügt jeder entsprechend seinem Verständnis
das hinzu, was er als das ihm Nächstliegende erfühlt. So wird mit der Zeit das
persönliche Bewusstsein von einem gemeinsamen verdrängt, und aus einem einzigen
Wort wird ein vielschichtiger Aufbau errichtet – wodurch man eine Chiffre[17] des
Geistes erhält.
[36] 6.
Okkult gesehen ist der Kreis eine Personifizierung des durch Möglichkeiten
erweiterten menschlichen Organismus. Die im Mittelpunkt stehenden Figuren
übernehmen die ehrenvolle Funktion des Herzens.
Das
Wachstum des Organismus und seine Verletzungen wirken sich auf das Herz aus. Schwingen
der Arme ruft Müdigkeit hervor, mehr noch Nichterkennen des Ziels der Bestrebungen.
Ihr kennt
bereits das Gleichnis vom Reigen[18] und
den Schilden. Ihr wisst bereits, dass Sieben die beste Zahl für einen Kreis
ist. Fünf steht für die Gliedmaßen des Körpers. Ergänzungen können nur
besondere Funktionen oder die Ablösung einer karmischen Bedingung beitragen.
Es ist
schwer, einen Kreis zu bilden, doch noch schwerer ist es, Veränderungen
vorzunehmen; denn man kann das Herz nicht durch eines der Gliedmaßen ersetzen,
und man darf keinen ungeordneten Geist einführen.
Für
diesen Fall gibt es nahe Zeugen, welche die Arterie des entfernten Herzens
nicht belasten werden.
[37] 7.
Nun über Karma:
Wenn man
zu der erratenen Last die Bindungen von Karma hinzufügt, wie schwer ist es
dann, das ganze ungeordnete Denken zu ertragen.
Man kann
dies erleichtern, indem man behutsam oberhalb des nervlichen
Empfindungsvermögens berührt.[19] Doch
das menschliche Denken wirft so leicht Gewichte auf die Waage, und wenn es nur dazu
ist, das Gewicht abzuwerfen, das zur Erde zieht.
Aber bei
jeder Bewegung der Hand schmerzt das arme Herz.
[38] 8.
Schwer ist die Aufgabe, zur Zahl der Feinde keinen hinzuzufügen.
Man muss
die Steine an der Schwelle kennen, doch man soll sich nicht über sie grämen.
[39] 9.
Nicht ein, nicht zwei, sondern viele Herzen sind auf euch gerichtet, und ein
Netz von Möglichkeiten wird von geschickten Händen gewoben. Zerreißt nur die
Netze nicht. Achtet auf die Ereignisse eines jedes Tages.
Der Luxus
muss euch verlassen.
Findet
ein besonderes Antlitz, geht selbst durch die Natur Meines Landes.
Bis in
den letzten Winkel des Gehirns müsst ihr euch in das Bewusstsein Meiner
Möglichkeiten vertiefen.
Es gehört
sich für niemandem, missmutig zu sein.
[40] 10.
Mücken behagt Luftzug nicht; sie können weder heranfliegen noch stechen.
Ihr
braucht keine neuen Feinde. Diejenigen, die euch bestimmt sind, werden von selbst
kommen.
[41] 11.
Nur die Harmonie der Batterie[20] kann
die Kraft kontrollieren. Der Strahl kann seine Bedeutung nur offenbaren, wenn
ihr gemäß der Weisung handelt.
[42] 12.
Wenn ihr in Meinem Namen sprecht, so sagt: „Die Hand des Schöpfers ist immer in
Bewegung, deshalb bewegt sich alles.“ Ihr seht auf dem Ring zwei Spiralen: Wie
man auf der einen aufsteigen kann, so kann man auf der anderen absteigen. Selbst
ein Archat kann durch den Missbrauch eines Wunders absteigen.
Seid
nicht nur während des Verkehrs[21] mit
Mir standhaft, sondern auch dann, wenn es euch überlassen ist, selbst tätig zu
werden, denn nur so wird die Findigkeit des Geistes gestählt.
Wenn man euch
der Liebe zu Uns verdächtigt, reinigt euch durch Meinen Schild.[22]
Ich sende
sieben Gelegenheiten, um Findigkeit zu offenbaren. Viele Fensterscheiben können
zerbrechen, doch ein Haus ohne Dach ist schädlich.
Durch den Willen der Hierarchie könnt ihr den anvertrauten
Schatz bewahren.
Umgebt
euch mit dem nötigen Wunsch, und wiederholt, indem ihr auf den Ring seht: „Ich
werde nicht absteigen!“
IX
[43] 1.
Seht die Begeisterung als eine große Macht auf dem Weg zu Uns an.
Das Alte
den Alten. Mein Zeichen sollte man in einem neuen Buch bewahren, in einem neuen
Geist und in einer neuen Tätigkeit.
[44] 2.
Wenn Regentropfen ans Fenster klopfen – ist das Mein Zeichen!
Wenn ein
Vogel flattert – ist das Mein Zeichen!
Wenn
Blätter vom Wirbelwind hinweggetragen werden – ist das Mein Zeichen!
Wenn die
Sonne das Eis schmilzt – ist das Mein Zeichen!
Wenn
Wellen die Trauer der Seele hinwegspülen – ist das Mein Zeichen!
Wenn ein Flügel
der Erleuchtung die verwirrte Seele berührt – ist das Mein Zeichen!
Zählt die
Stufen, wenn ihr zum Tempel geht, denn jede siebente Stufe trägt Mein Zeichen!
Wenn ihr
für Mein Zeichen ein neues Verständnis zeigt, werdet ihr den Glanz des
Wetterleuchtens der Welten wahrnehmen.
Ich habe
euch die Tür geöffnet, doch eintreten könnt ihr nur selbst.
[45] 3.
Unverbrüchlich sage Ich: Solange ihr bei Mir seid, solange ihr ohne Gereiztheit
und solange ihr ohne Zweifel seid, sind die Ströme der Möglichkeiten unzählbar.
Unaussprechlich
sind die Höheren Kräfte, die euch dienen.
Diejenigen,
die den Stein[23] tragen, strahlen Sterne
des Heils aus. Täglich werden neue Möglichkeiten[24] gegeben.
Flechtet
Körbe, um die Sterne einzusammeln. Breitet die Leinwand der Prunkzelte aus, um
die Gaben aufzufangen – so führe Ich!
[46] 4.
In den Morgenstunden arbeitet, am Abend erfreut euch Meines Namens. Auf zum
neuen Weg!
[47] 5.
Mein Strahl – ist euer Atem.
Meine
Hand – ist euer Banner.
Mein
Schild – ist euer Stolz.
Mein Haus
– ist eure Zuflucht.
Mein Berg
– ist euer Wunder.
Mein
Wunsch – ist euch Gesetz.
Mein
Erscheinen – ist euer Glück.
Möge der
Geist Unserer Bruderschaft mit euch sein.
[48] 6.
Während man durch die Lehre in das Wesen des gesandten Glücks eindringt, muss
man festen Schrittes gehen, in dem Wissen, wie die größte Hoffnung der
Menschheit aufersteht, die auf den Stein gegründet ist.
Lasst uns
betend unser Los erwarten.
[49] 7. Hinterlistige
Stimmen versuchen, zu verschmutzen, doch erinnert euch daran, dass Gereiztheit
nicht besser ist als Staub, geht ihr darum aus dem Weg!
Ich lehre
durch die Erscheinungen des Lebens. Ich gebe täglich Zeichen.
Wie
Rosenblätter fallen die Zeichen herab, denn die Zeit ist nah.
Denkt an
die Neue Welt, denkt an die Prozession der Völker.
[50] 8.
Ich bezahle hundertfach, doch was verloren ging, schleppt sich hundertfach hinter
euch her.
O Ball
des Schicksals! Wohin wirst du fallen und wohin zurückprallen? Das Licht ist
dir vorgezeichnet – beeile dich, Ball, damit du es erreichst! Verhindere eine böse
Wendung!
[51] 9.
Wenn ihr an der Klagemauer steht, erinnert euch daran: die Freude wird kommen!
Ich sage
euch: Wendet euch gen Sonnenaufgang, erblickt Meine Morgenröte!
Wie schön
ist das Salböl, mit dem man sich rechtzeitig versorgt hat!
Kostbar
ist die Blume, die zu Meiner Stunde gepflanzt wurde!
Verschüttet
den Kelch Meiner Stunde nicht!
Ein
Wunder kommt! Tretet das Erbe an, Wartende!
Das Gefäß
aus alten Zeiten ist zurückgekehrt!
[52] 10.
Warum wundert ihr euch über die gegebenen Fristen? Wir erraten nicht, sondern
Wir sehen.
Ihr
fragt, wie ihr euch versammeln sollt? Ich sage: Kommt betend zusammen.
Schweigt
besser, klappert nicht mit Gegenständen und schreit nicht, denn die Flügel des
Geistes wachsen in der Stille.
Betend
weiht eure Zeit dem Verkehr mit Uns, denn Wir tragen das Beste für den Verkehr
bei.
Die Leitung
des Verkehrs verbindet durch eine wunderbare Leiter mit den höchsten
Offenbarungen des Schöpfers – durch die Leiter des Geistes.
Ihr könnt
im Leben kämpfen und ihr könnt herausfinden, wann es Zeit ist, Meine Hand herbeizurufen.
[53] 11.
Wie soll man die Entwicklung der Werke abwarten?
Wie
Wellen ihren Rhythmus haben, so wachsen die Werke in maßvollem Aufstieg und in
Erwartung eines gleichmäßigen Anwachsens.
Versteht
die Stunde der Trommel und erfasst den Gang des Lebens.
In
Augenblicken der Stille legt die Lehre in das Regal der Erfahrung.
Wie soll
man die Schriften der Weisen lesen? Man muss sich in die Einsamkeit
zurückziehen und das Gelesene seinen verschiedenen Stimmungen anpassen.
Nun bin
ich neu geboren,
nun bin
ich ein alter Mann,
nun bin
ich ein Verbannter,
nun bin
ich ein Herrscher,
nun bin
ich blind,
nun bin
ich einer, der die Welten erkannt hat.
Bei jedem
Beginnen wendet die erkannte Größe des Lotus an.
[54] 12. Seid
nicht zimperlich, schreitet wie Löwen einher.
Das Gute
schmückt eure Rüstung.
Ich werde
euch die Offenbarung eines Anglers senden und die Hand in das Rad der Drohungen
stecken.
Ich denke,
man sollte aus den Beispielen der Angriffe lernen.
Das Feuer
der Erde will durchbrechen.
Meine
Weisung an die Schüler lautet und Meine gesetzmäßige Bitte ist: Schreitet
streng einher, aber ohne Gereiztheit.
Gereiztheit
macht euer Gefäß gläsern und zerbrechlich.
Ein
silberner Kelch eignet sich besser für den Stein.
Ich halte
den Hagel der kleinen Pfeile ab.
Jetzt ist
die Zeit so nah, wo die alte Bürgschaft sich erfüllt.
[55] 13.
Durch den Geist bewahrt die geistige Lehre, nur der Geist kann das Reich Gottes
auf die Erde bringen.
Ebenso einfach
wie Meine Worte nähert sich das Reich des Geistes.
Ebenso
einfach werden die trockenen Blätter des vergangenen Winters weggefegt.
Es gibt
keine Vergangenheit, es gibt das Licht der Zukunft – mit ihm schreitet voran.
Ich rief
euch weg vom Abgrund des Lebens.
Ich, Ich,
Ich schärfte eure Zähne.
Ich legte
vor euch die Farbe des Banners.
Versteht
die Lehre mit ganzem Flügelschlag.
Zu Mir
führt nur der höhere Pfad; auf dem niederen Weg kommt ihr nicht ans Ziel.
Haltet
Meine Weisungen unter weisem Verschluss.
Erhebt
euch durch die kühnsten Gedanken, denn Ich habe den Vorhang eures Prunkzeltes
mit einem Blitz hochgehoben.
Durch den
Geist vergesst die Nichtigkeiten.
Groß ist
das vom Schicksal bestimmte Licht!
So
schreitet voran.
[56] 14.
Reine Gedanken werden durch unbegründete Ansichten der örtlichen Bevölkerung beschmutzt.
Jenseits der Wälder kann man schlecht hören.
Man muss Meine
Gesetze bei den von euch geliebten Werken verteidigen.
[57] 15.
Ich will euch sagen: Schreitet mit der ganzen Kraft des Geistes mutig voran.
Die Fesseln der Erde hindern euch nicht. Erfolg leitet die Mutigen.
Wie es
Gebirgsblumen schwer fällt, auch nur eine Nacht im Sumpf zu verbringen, so habt
auch ihr es nicht leicht.
Ein
feindlicher Schlag lässt die Saiten klirren, doch mit Krallen kann man keine
Symphonie komponieren.
Mein
Schild hat viele Speere von euch abgelenkt.
[58] 16.
Leicht ist es, eine Grube auszuheben, aber schwer, ein Haus zu erbauen.
Fremder
Spott verschmutzt die Ecken.
Doch mit
einer Feder eures Flügels werdet ihr den Staub hinwegfegen, deshalb hütet euren
Flügel.
[59] 17.
Mein Zeichen kann euch ans Ziel bringen.
Haltet euch
Mein Haus vor Augen. Nur durch diese Heldentat werdet ihr das Ziel erreichen.
Euer Los
ist es, die Massen zu meiden, ihnen aber den höchsten Segen zu senden.
Rein ist
das Silber der Berge; man muss nur den Weg zu ihm[25]
finden. Doch der Schmutz dieser Tage ist nichtig im Vergleich mit dem zukünftigen
Licht.
Man kann beunruhigten
Gedanken verstehen, wenn man den menschlichen Atem betrachtet: Wie Rauch trübt
er die Luft.
Qual wird
durch die Wellen des Äthers übermittelt.
Vor der festgelegten
Frist darf die Erde die von den Menschen selbst geschmiedete Kette nicht
zerbrechen.
[60] 18. Groß
ist das Licht, das durch Unsere Lehre gegeben wurde.
Den Neuen
nur Neues.
X
[61] 1. Es
genügt, den Zeichen zu vertrauen, um eine Welle der Kraft zu schaffen; so
helfen wir uns gegenseitig bei der Offenbarung des Lichts.
Tragt den
herrlichen, erleuchteten Gedanken in euch, Unser Haus zu erblicken.
Wenn ihr
die Offenbarung einer Heldentat spürt, erinnert euch daran: Es wird ein wunderbarer
Faden entzündet.
Leicht
erkennt Meine Seele, dass niemand euch aufhalten kann.
Ich sende
euch Freude, zeigt Aufmerksamkeit. Zeigt Ruhe, der Krampf geht zu Ende.
[62] 2.
Bei Leichtsinnigen rollt das Urteil wie ein Rad.
Der Kühne
bittet um einen Bogen und erlegt den Vogel selbst.
[63] 3.
Erfolg muss man großziehen wie eine Blume.
[64] 4.
Mein Auge – ist euer Licht!
Meine
Hand – ist euer Schutz!
Mein Herz
– ist euer Anker!
Allein
die Liebe hält den Faden der Errungenschaft des Geistes fest.
Der Abgrund
wird das Feuer nicht verschlingen.
[65] 5.
Ein Geschoss fliegt nach vorn, es kennt keinen Weg zurück.
[66] 6.
Erfolg offenbart Flügel.
Suchende
der Heldentat, Ich beschütze euch auf dem Wellenkamm und stelle euch über den
Abgrund, wie auf einen uneinnehmbaren Turm.
[67] 7.
Wer einem anderen Böses wünscht, erlischt selbst.
Finster
sind die Zeiten. Haltet den Schild fest.
Wie ein
Wasserspritzer wird der Abtrünnige zerstreut.
[68] 8. Zeigt
einen festen Schritt. Hütet das Herz, denn ein Gefäß, das die ganze Welt
umfasst, muss behutsam getragen werden. Schreitet einfach voran, ohne auszuschlagen[26].
Indem ihr
die Gereiztheit bändigt, schafft ihr eine neue Hülle für den Geist.
Selbst ein
Ross läuft besser, wenn es nicht schäumt.
[69] 9.
Wie Funken Ozon erzeugen, so webt die Arbeit der Geistwesen ein Netz der Hilfe.
Öffnet
nur ein reines Fenster, und Hilfe wird herbeifliegen.
XI
[70] 1. Die
unsichtbare Belehrung geht ununterbrochen vor sich.
Den
Unterschied des Geistes erkennt man nur an den Grenzen der Stufen.[27]
Das Wachstum
des Geistes erkennt man durch einen unsichtbaren Gradmesser.
[71] 2.
Man muss Mut fassen, um wie Löwen einherzuschreiten: so wächst die Heldentat.
Bedauert nicht das Vergangene und seid zu jeder Stunde bereit, den Schild zu
erheben.
[72] 3.
Ich gebiete den ganzen Mut: Möge selbst eine Taube zum Löwen werden. Nicht Wir benötigen
euren Mut, sondern ihr.
Mit einem
Lächeln haltet die Zerstörung des Tempels auf. Nur mit Mut könnt ihr den Flug
bewältigen.
Alles geschieht
zur rechten Zeit.
Erratet, dass
man wiederholen soll: „Mut und Geduld“. Möge man die Arbeit des Polierens eines
Steines betrachten: Wie fest und vorsichtig bewegt sich die Hand des Arbeiters,
und das alles für einen Tageslohn. Unvergleichlich wertvoll ist die Arbeit
eines Schöpfers.
[73] 4. Und
Wissen kommt nur bei Bereitschaft des Geistes.
Befehl
und Angst sind nur für die Feinde.
[74] 5.
Ich gebe jedem nach seinem Verdienst: Wer mehr opfert, erhält mehr. Ich versilbere
jede Selbstaufopferung. Ich bändige jede Vergesslichkeit. Ich schenke Freude!
Für wen
der feurige Weg gefährlich ist, für den ist es besser, mit den Küchenschaben zu
erfrieren.
Gebt euch
mit dem Strom des wunderbaren Segens zufrieden, denn schmerzlich trifft der
Hagel – besser ist es, Meinen Strahl zu empfangen.
[75] 6.
Wer der Neuen Welt folgt, erhält einen silbernen Stab.
[76] 7.
Ich sage: Jedem ist eine Aufgabe gestellt. Wer fürchtet sich nicht, sich zu Uns
zu erheben?
[77] 8.
Wir können den Faden geben, doch die Nadel müsst ihr selbst schärfen; das
Material ist gegeben, doch durchstechen müsst ihr selbst.
Geht den
höchsten Weg.
Das Segel
soll schneeweiß sein.
[78] 9. Schreitet
durch Feuer, durch Rauch, durch Wunder und durch Glauben voran!
Strahlt
jugendlichen Geist aus, möget ihr höchst jung und beweglich sein.
Das Segel
der Heldentat ist am festesten.
[79] 10.
Nur mit einem jubelnden Geist überquert man die leuchtende Brücke.
Ich säe Zeichen – sammelt sie findig auf.
XII
[80] 1.
Eure Macht wird wachsen; nur wenn ihr die Flamme bedeckt, werdet ihr eure Hände
verbrennen. Möge die Flamme des Glaubens frei leuchten.
Der
Lehrer verfolgt jeden Gedanken und ist bereit, die besten Körner des einen Geistes
auszuwählen.
[81] 2. M:.[28] und
das Begreifen der Lehre Buddhas führen zum lebendigen Verstehen des Gesetzes,
das auf dem Berg des Lichts erdacht worden ist.
Sein
Gesetz ist eine große Hilfe auf dem Pfad zum Wissen.
Seine
Lehre ist Meine Freude. Meine Hand führt zum Wissen.
Lächelt,
wenn geistig Arme Wissenschaftler genannt werden.
Lächelt,
wenn über das Verständnis des Geistes respektlos gesprochen wird, wenn
verfälschte Bücher gelesen werden und wenn reine Gedanken Kleinmütige erschrecken.
[82] 3.
Lernt es, eine Höhere Weisung für unabänderlich zu halten.
Seid
erstaunt, wenn die Wellen des Volkes die Bürgschaft des Altertums emporheben.
[83] 4.
Krankheiten des Geistes sind ebenso ansteckend wie solche des Körpers[29] –
das ist eine einfache wissenschaftliche Überlegung.
Schlage
auf den Tisch, und die Gegenstände werden erzittern – umso mehr erschüttert ein
Schlag des Geistes die Nerven.
Ihr könnt
alte Sachen dann berühren, wenn ihr im Bewusstsein die schädlichen Aufschichtungen
vertreibt.
TEIL
ZWEI
I
[84] 1.
Schmiedet in Liebe den Gipfel der Fähigkeit, euch selbst zu beherrschen. Der Unverstand
fremder Verleumder kann Meine Lehre nicht schmälern. Ich sehe, wie sie sich
heftig den Kopf zerbrechen, doch gebt ihnen Zeit.
Was
bedeutet uns der Schmutz der Schwelle, wenn wir uns den Geboten Christi und
Buddhas nähern? – eine Austernmuschel ohne Inhalt.
[85] 2. Zeigt
Eile. Es ist schwierig, verlorene Körner einzusammeln.
[86] 3.
Lernt, das Wunder auf die Lehre auszurichten,[30] um
den Schild auf allen Wegen zu offenbaren. Ich spüre jeden Augenblick, der für
euch nützlich ist.
Unsere
Front steht wie eine Mauer; bei jeder erfolgreichen Bewegung eurerseits huscht ein
Lächeln wie ein Wetterleuchten über alle Gesichter.
Wie ein
Gärtner zulässt, dass sich der Garten mit Knospen bedeckt, indem er die
Finsternis des Unkrauts[31]
vertreibt, so beobachten auch Wir die Bewegung der Hände der Auserwählten.
Erfreulich ist jede Findigkeit, denn der Schild wird von beiden Seiten
geschmiedet.
Umfangreich
ist Mein Werk, allen ist ein Platz zugeteilt. Durch einen weiten Blick werdet
ihr euren Anteil ermessen. Unerhörte Möglichkeiten gibt es hinter den Toren.
Gebt Uns Grund zur Freude!
[87] 4.
Es ist gut, in der Sonne zu sein, doch der Sternenhimmel trägt ebenfalls zur
Harmonie der Nerven bei. Der Mond hingegen ist nicht für uns. Das reine Licht
des Mondes zersetzt das Prana*. Der Magnetismus des Mondes ist beträchtlich,
doch für Ausruhen ist er nicht gut. Oft ruft der Mond Bedrückung hervor, wie
die Leute, die unsere Lebensenergie verschlingen. Die Offenbarung von Wunderkraft
wird bei Mondschein verstärkt.
Reines
Prana muss der Anziehung entsprechen, sonst gibt es kein Wunder, sondern eine Zerstörung
des Lebensschatzes. Während des Ausruhens ist es gut, zu lachen, denn die
Schilddrüsen werden durch Lachen gereinigt. Die Reinigung der Drüsen ist das
wichtigste.
[88] 5. Schambhala*
ist der unentbehrliche Ort, wo sich die geistige mit der materiellen Welt verbindet.
Wie es beim Magneten einen Punkt der größten Anziehung gibt, so stehen in der
Wohnstätte in den Bergen die Tore zur geistigen Welt offen. Die Höhe des Gaurisankar[32]
verstärkt den magnetischen Strom.
Die
Jakobsleiter[33] ist das Symbol Unserer
Wohnstätte.
(…)[34]
[89] 6.
Aberglauben kann man nur durch Achtung vor den angeborenen Kräften des Menschen
vertreiben.
Man muss
wissen, wie sehr die Menschen Mein Kommen erwarten. Ihr Wunsch schmiedet eine
neue Sprosse für die Leiter.
[90] 7.
Die Dichte der Materie behindert jedes Experiment des Geistes. Dies betrifft
sowohl die Menschen als auch die ganze Natur.
Um Zugang
zu erhalten, muss man die Materie schmelzen. Beim Schmelzen erhält man ein
besonderes Gas, das sich der Substanz des Geistes angleicht. Beim Menschen
sondern die Nervenzentren bei jeder Ekstase von Glück oder Unglück ein Gas ab.
So erhält man eine Werkstatt des Geistes. Deshalb nennt man ein Missgeschick
eine Heimsuchung Gottes. Jedes schläfrige Leben aber ist der Tod des Geistes.
In der
Natur zeigen sich Ekstasen als Gewitter, Erdbeben, Vulkanausbrüche und Fluten. Dieselbe
Werkstatt des Geistes beginnt zu arbeiten, deshalb sind alle Funken der Ekstase
gesegnet. Wenn sie geschmolzen ist, lässt sich die Materie verbessern und ermöglicht
neue Formeln. Anstelle von langwierigen Forschungen genügt es, die Elemente in Unseren Spiegeln zu reflektieren und neue Formeln anzusammeln.
Dann
verbleibt noch der zweite Teil der Arbeit: Die Formeln geduldig und zur rechten
Zeit den Menschen zu übergeben. Über die Feuer der Ekstase wandert Unser Strahl
und klopft beim Herzen an: Wo ist das Glück oder das Unglück, das den Zutritt eröffnet?
Indem ihr die geschmolzene Materie berührt, fühlt ihr den Puls der Erde, und
das Herz muss die Schwerkraft aushalten. Jene, die an dieser Arbeit teilnehmen,
müssen ihr Herz schonen.
Deshalb
sage Ich: Schützt das Herz, alles andere ist leicht zu reparieren. Es stellt
die Materie dar, während die Nerven dem Geist unterliegen. Auf das Klopfen des
Geistes öffnet sich die Tür des Sonnengeflechtes. Doch jeder Schlag der Materie
trifft das Herz. Jeder, der mit der Formel der Materie in Berührung kommen
will, muss sein Herz schonen. Unsere Medizin lehrt, wie man durch Atemübungen
das Herz panzern kann, doch darüber ein anderes Mal.
[91] 8.
Die Emanation der Nerven ist unwägbar, geruchlos und unsichtbar, denn sie kommt
vom Geist. Das Produkt des Herzens ist das Blut, mit allen seinen irdischen Dimensionen.
Wenn daher gesagt wird: „Man muss mit dem Herzen fühlen“, bedeutet das, man
muss dies auf der irdischen Ebene anwenden.
Die
einzige Brücke zwischen dem Verstehen des Geistes und der Annahme der Erde sind
die weißen Blutkörperchen. Doch ihr wisst, welcher Kampf ihre Existenz
begleitet. Erscheinen euch die weißen Blutkörperchen, die den Kräften der Erde
unterworfen sind und das Wissen des Geistes tragen, nicht wie die Weißen
Brüder? Deshalb ist Harmonie auf Erden so schwierig. Doch für Arbeiten an einem
Ort, wo der Geist in die Materie hinabgestiegen ist, müssen die Bedingungen
beider Ebenen gegeben sein. Man soll sich vom Irdischen nicht entfernen und
dennoch im Geist verharren.
Für die
Überwindung der irdischen Formeln muss man einen dauerhaften Kanal des Herzens
besitzen, denn die Widerspiegelung der irdischen Zeichen führt gefährliche
Funken mit sich. Doch für die Erde muss alles auch auf der irdischen Ebene vollbracht
werden. Das ist der Hauptgrund für das Vorhandensein der Bruderschaft hier.
Deshalb
muss man über die Erde zu Uns gelangen und Uns entdecken wie Silbererz, das
Beste unter der Erdkruste.
[92] 9.[35]
Jetzt erwächst ein großes Verständnis für die offenbarte Lehre aus den Bergen.
Es ist
gut, den Besitz von Dingen ohne das Gefühl des Eigentums zu verstehen. Es ist
gut, Dinge zu besitzen, um sie zu bewahren und sie mit einer guten Aura zu
erfüllen, mit dem Gedanken, sie an andere weiterzugeben. Die schöpferische Hand
ist dort zu Hause, wo man nicht am Eigentum haftet, und das Verbesserte trägt
die Freude[36] weiter. Und das Zeichen
der gebenden Hand wird fortwährend aufrechterhalten – darin liegt die
Rechtfertigung der Dinge. Mit diesem Verständnis wird das äußerst schwierige Problem
gelöst.
Ich
spreche für die Welt, denn das Hauptübel auf der Erde rührt vom Haften an nicht
existierendem Eigentum her. Dies dem neuen Volk mitzuteilen bedeutet, es von
der Angst vor dem Altern zu heilen.
Besitz
ohne Eigentum eröffnet allen den Weg ohne die übliche Vererbung. Wer fähig ist
zu verbessern, möge besitzen. Das bezieht sich auch auf Land, Wälder und
Gewässer; sämtliche Errungenschaften der Mechanik und die verschiedenen Arten
von Erfindungen unterliegen demselben Prinzip. Man kann sich leicht vorstellen,
wie die Schöpfung des Volkes zu wirken beginnt, besonders wenn man weiß, dass
nur der Geist die beste Lösung bringt. An den Herd des Geistes sind die Fragen
zu richten, wie etwas besser gemacht werden kann. Und das Schwert des Geistes
wird alles Böse besiegen. Wahrlich, es lohnt sich, es besser zu machen. Das
Gesetz ist einfach, wie alles im Geist.
[93] 10.
Die Ereignisse haben sich so aufgetürmt, dass die Hüllen feinfühliger Menschen
erbeben. Man muss die Erschütterung der Nerven den kosmischen Perturbationen[37]
zuschreiben.
Man darf
nichts in den Regen hinausstellen, doch danach erstrahlt die Sonne besonders
hell.
[94] 11.[38]
Geldalmosen müssen abgeschafft werden: Hilfe sollte durch Arbeit oder durch
Sachen gegeben werden. Sobald das Volk sich auf den geistigen Pfad begibt, wird
es keine Arbeitslosen mehr geben. Unser Werk ist es, die Vollendung des Guten aufzuzeigen
– nicht für die unsichtbare Welt, sondern für euch selbst. Wir rufen auf Unseren Weg.[39]
[95] 12.
Sammelt die unglücklichsten und unbekanntesten jungen Schüler und offenbart ihnen
die Gabe, die Menschheit zu beschenken. Gebt ihnen den Rat, die Satzung im
Tempel zu schreiben. Schon lange hat die Welt keine Versammlungen im Tempel mehr
gesehen.
Und Christus
wird seine Gnade denjenigen schenken, die erkennen. Wir wollen den Tempel schön
und lebendig sehen. Und niemand wird die zum Licht Schreitenden verjagen, denn
das wäre sein Untergang. Wunder werden auf den Gesetzestafeln[40] des
Wissens empfangen.
Möge
jeder, der vom Geist erleuchtet ist, mutig in den Tempel gehen. Denn Unser Pfad
ist die Umwandlung der Erde in einen Palast. Es gibt keine Armen. Wer ist nicht
gewillt, Reichtum zu empfangen?
[96] 13.
Ich freue Mich zu sehen, wie ihr die Details Meiner Anweisungen versteht. Wenn
Ich ein Ereignis vorbereite, bedenke Ich alle Einzelheiten. Handelt ebenso, wir
werden uns dann leichter treffen.
Man darf das
viele, das einem bestimmt ist, nicht in den Wind schlagen, doch wenn man scharfsinnig
ist, muss man den Weg nicht ändern. Wichtig ist gespannte Aufmerksamkeit. Ein
wacher Geist schreitet dem Verstehen voran. Mein Strahl ist bereit, das
Wetterleuchten des Gedankens zu entzünden.
So
durchschreiten wir alle Gefahren, und Misserfolg verwandelt sich in Erfolg.
(…)
II
[97] 1.
Maitreya* sendet Mut. Maitreya nimmt das Geschenk an. Maitreya spürt dessen Liebe.
Maitreya segnet freudige Arbeit. Maitreya sendet Arbeit zur Erde im Namen des
Wunders. Schreitet heiter voran!
Es ist
Mir eine Freude, Lächelnde zu führen. Nehmt die Lehre des Lichts in jeder
Erscheinung wahr. Findigkeit ist eine Eigenschaft Meiner Schüler.
[98] 2.
Ich zeige euch, wie man das für die Völker notwendige Wunder sehen kann. Erkennt,
wie man die Herzen der Menschen erreichen kann.
Wie der
Arm nur von der Schulter her bewegt werden kann, so wird das Bewusstsein vom
Gehirn bewegt. Man muss das Gehirn sprengen, dann wird das Bewusstsein wie aus
einer Kanone vorwärts geschleudert.
Die Lehre
fliegt auf den Flügeln der Ereignisse. Sagt: „Ich will heute abwarten, denn
auch ohne mich kommt der morgige Tag, daher muss man sich stärken“. Wie kann man
sagen, wann man welches Gerümpel auf dem Markt verkaufen soll? Wir zeigen es
nicht an, wenn wir ein neues Kleid anlegen. Möge man denken, wir hätten nichts
anzuziehen. Noch nicht einmal die Schlüssel der Truhe sollten klirren. Wir
ziehen Gardinen vor die Fenster.
[99] 3.
Das Gesetz des Überganges in die Welt des Geistes ist nicht kompliziert. Man
kann keinen Zustand mit einem anderen gleichstellen. Wie der Staub eines
Vulkans, so unzählbar sind die Geistwesen, die in die geistige Welt
zurückkehren.
Natürlich,
Materie ist ein Zustand des Geistes, doch Blut oder sein Äquivalent unterscheidet
sich so sehr vom Geist, der von Prana genährt wird, dass die Grenzen in allen
Welten eingerissen sind. Der Geist begreift mit Mühe das Zurücklassen der
Materie. Der erdgebundene Geist hüllt sich in einen Astralkörper, der ihm hier,
am Herd der Begierden und Gewissensbisse, die Illusion der Erde verschafft. Der
Geist hingegen, der nur mit Streben nach oben hinausfliegt, kann die astrale
Ebene meiden, denn der Astralkörper ist nur überflüssiger Abfall. Je weniger
Kehricht, desto reiner das Bewusstsein.
Auf der
Erde ist es schwierig, sich vorzustellen, wie man die Materie verlassen kann,
ohne sie zu verachten, indem man sie für neue Formen aufgibt. Doch in der Abgabe
beliebiger Gegenstände habt ihr das beste Beispiel. Der beste Schenker wird das
beste Geschenk ersinnen. Darum bietet die Materie, die einen hohen Geist bekleidet
hat, den besten Nutzen, weil nichts verloren geht.
Natürlich
ist ein bewusster Verkehr für höhere Geister erreichbar, wenn der Umgang genügend
von Fragen der Materie und des Blutes befreit ist. Ein von Prana genährter Geist
ist nicht mit Blut zu vereinen; daher kann man die Welt nach dem Niveau des
Blutes unterscheiden; es existiert keine andere Scheidelinie.
Das
Geisteskorn setzt das Leben ununterbrochen fort, und der Luftballon der Nervenemanationen
trägt den Geist auf die von ihm geschaffene Höhe. Es ist daher eine tiefe
Wahrheit, von der Unsterblichkeit als von einer wissenschaftlichen Tatsache zu
sprechen. Der letzte Gedanke beim Zurücklassen der Materie gleicht einem Pfeil.
Dieser Augenblick bestimmt die Richtung des Fluges, das Übrige ergibt sich nach
dem Wunsch von selbst.[41] Lasst
uns zu wünschen verstehen. Bauen wir einen Regenbogen, der die Stufen des
Aufstiegs des Geistes verbindet.
[100] 4. Lasst
uns über den Tod sprechen.
Der Tod
bedeutet nicht mehr als ein Schneiden der Haare, bei dem ebenfalls Materie
abgegeben wird. Die Frage der Führer wird durch dasselbe Gesetz von Anziehung
und Abstoßung gelöst. Das Prinzip des Gebens und des Helfens ist stark in der
geistigen Welt, deshalb ruft jeder Anruf eines in der Materie verkörperten
Geistes eine Antwort hervor. Es geht darum, wer fragt. Man
kann hohe Kräfte herbeiziehen und um sich herum festhalten. Aber auch die
niedrigsten Geister können sich festsetzen. Man erhält das, was man wünscht. Sobald
die Menschen die Nützlichkeit des reinen Gebens verstehen, werden sie
Reichtümer erhalten.
Der Geist
ist das Licht der Schönheit der Sterne. Doch wenige Geister vereinigen sich mit
dem Licht, die meisten von ihnen verbleiben im Astralkörper. Es ist besser, wie
ein Stern zu leuchten, indem man das Wissen und die Möglichkeit bewahrt, auf
die Planeten zurückzukehren, um zu helfen. Man kann ein besseres Schicksal
wählen: Hat denn nicht der Gebende offenbare Möglichkeiten?
Man kann
aufwärts zum Licht streben, um Hilfe zu erweisen, dann gibt es keinen Abschied.
Wenn die Zurückbleibenden die Abgeschiedenen als welche betrachten würden, die gesandt
wurden, um zum Licht zu gehen und um erleuchtet zu werden, wäre der Verkehr
besser. Je höher der Geist, desto mehr sieht er – das hängt vom Geist ab.
Ein hoher
Geist spürt, wohin er streben soll, er fliegt wie ein Pfeil. Ein finsterer treibt
sich hinter dem Ofen herum. Deshalb ist der kühne Wunsch zu suchen wertvoll,
denn jeder, der sucht, findet. Wenn die Wünsche des
Geistes erhaben sind, kann er hohe Bilder finden, und indem er verwirklicht, trägt
er zur Vervollkommnung bei.
[101] 5.
Das Gesetz des Anfüllens des Raumes gleicht dem Zement. Legenden,
Prophezeiungen und verschiedene Zeichen sind nicht für einzelne Personen von
Bedeutung, sondern für das Zementieren des Raumes *.
Unsere Gespräche
enthüllen das Buch über das Wachstum des geistigen Verständnisses. Nicht durch
Wunder, sondern durch die tägliche Lebensweise arbeiten Wir. Ich bezeuge, dass
man vom Laich[42] lernen kann. Der Laich
trägt in sich einen fertigen Organismus. So sättigt auch die verschiedenfarbige
Hülle des Gedankens den Raum.
[102] 6.
Eine Wolke ist kein Wunder, Abscheulichkeit ist keine Heldentat und Zerstörung
nicht vernünftig, doch ein erwachter Geist erfasst das Verständnis
augenblicklich. Deshalb hat die Bruderschaft es aufgegeben, Wunder zu offenbaren.
Zeichen können Ereignisse nur wie Banner begleiten. Man muss auf das Wunder als
Mittel zum Überzeugen verzichten, denn Wunder haben niemals überzeugt.
Jemand spricht
von seinem persönlichen Verkehr, doch die Luft ist für alle da, obwohl viele
ihren Nutzen nicht verstehen wollen – gerade ihren Nutzen.
Neue Bestrebungen
können auf den Gräbern der alten Vorurteile bestehen – das wäre noch eine
Errungenschaft.
Ich habe zu
euch bereits über das Verständnis des Geistes gesprochen. Wenn
der Strahl den Schüler mit dem Lehrer vereint, wird das wesentliche
Verständnis durch das Empfinden des Geistes mitgeteilt. Und weder ein Brief
noch ein Zeichen, sondern das unabänderliche Wissen des Geistes leitet die
Taten der Schüler. Dieses unabänderliche Wissen ist die schnellste Leitung: Nämlich
keine verstandesmäßige Entscheidung, sondern Wissen des Geistes.
Ich sende
euch Pfeile für einfache Errungenschaften. Der einfachste Pfad ist nicht allen
zugänglich, doch wenn ihr ihn erfassen könnt, Heil euch!
[103] 7. Und
der Ruf der Mutter wurde gehört! Nicht durch Magie, sondern mit dem Geist
werdet ihr durchkommen. Kann denn Magie den Stein[43] festigen?
Auch das Volk kann sich nicht auf Magie gründen. Wenn aber jeder versteht, dass
der Weg des Geistes einfach ist und den Ruf der Mutter der Welt* heranbringt, dann
wird jeder die Tore offen finden.
Ohne
Wehklagen und Aufrufe kann jeder den Apparat des Lebens berühren, nicht mit dem
Verstand, sondern mit dem Geist. Die Hände werden ausgestreckt, nicht um zu flehen,
sondern um aufzusammeln.
Der Ruf
der Mutter wird die Tore weisen, durch die es Zeit ist, einzutreten – gerade
der Ruf der Mutter. Wenn die Schrullen der Kindheit vergessen sind, kann nur
die Mutter aufrufen.
Das Mahl
ist bereit, die Stunde ist gekommen, wo ein neuer Tisch bereitet ist! Tretet heran, bevor das Geschirr zu heiß wird! Viele
werden das heiße Mahl nicht herunterschlucken können, doch die Kühnsten werden,
wie der Märchenprinz, das Feuer der Welt aufsaugen. Und der Pfad des Feuers
wird den nächstliegenden Weg beleuchten.
[104] 8. Wir
denken über euch nach. Wir senden die Lehre, wie man die steile Felswand
durchsteigt und sie in ein herrliches Tal verwandelt. Die Menschheit spürt,
dass man auf der Schneide eines Schwertes nicht gehen kann, und durch das
Aufzeigen der Tore wurde die letzte Möglichkeit gesandt.
Erfolg
ist nur ein Zeichen dafür, dass die Richtung richtig ist. Erfolg ist nur das
Verständnis des Momentes. Die Lehre ist nur das Hochziehen des Theatervorhangs.
Wie wunderbar ist es, Ausführer der Weltmysterien zu sein!
Schreitet
heiter voran! Die geschlossene Kette ist von Wert.
Meine
Hand offenbart die Strahlen von den Bergen. Wir werden die neue Ära
unverzüglich beginnen. Ich lehre, nicht zu träumen, sondern dem Lauf der
Ereignisse zu lauschen.
[105] 9. Über
Gedächtnis und Bewusstsein.
Wenn das
Gedächtnis für die Vergangenheit ist, dann ist das Bewusstsein für die Zukunft.
Deshalb ersetzen wir Gedächtnis durch Bewusstsein. Mit dem Gedächtnis kann ich
nicht in den Bereich der Sonne eindringen, doch das Bewusstsein öffnet die
Tore. Museen und Bibliotheken ersetzen Uns das Gedächtnis, und deshalb sollte
der Schüler sich den Verlust des alten Gedächtnisses nicht zum Vorwurf machen.
Es wird einfach eine kleine Sache durch eine große ersetzt.
Das Bewusstsein
gleicht dem Verständnis des Geistes. Es wächst, indem es das ganze Wesen wie eine
Flamme umfasst. Bei diesem Prozess behindern die Splitter des Gedächtnisses wie
Schlacken die Entflammung.
Wissen
bedeutet nicht, sich zu erinnern. Wer ein Ziel erreichen will, eilt, ohne sich
umzusehen. Die Menschheit hat den Punkt erreicht, wo man die Umwandlung des
Bewusstseins anmahnen muss.
Woher
kommen die Kräfte Unserer Erfahrungen? Aus dem Sonnenbewusstsein, das sich als
Prana ergießt. Oberhalb der Schichten der irdischen Gedanken fließen die Ströme
der Weisheit der Sonne, und in diesen Bereichen beginnt die große gebotene
Lehre. Wir rufen dazu auf, die Welt zu erfassen. Doch nur das Instrument des
Bewusstseins ermöglicht neue Erfahrungen der Verschmelzung von Geist und
Materie.
Karma
kann einen harmonischen Körper nicht verkomplizieren. Daher ist der Pfad des
Aufstiegs von praktischem Nutzen.
[106] 10.
Jenseits der Wurzeln der ewigen Wahrheit gibt es viel Staub. Die Zeit ist
gekommen, die Auswüchse zu entfernen.
[107] 11.
Man muss Mein Buch besser verstehen. Die Lehre, wie man auf der Erde schreitet,
wurde denen offenbart, die den Himmel als lebendig verehren.[44] Ein
Lehrer ist, wer fest auf der Erde gehen kann.
Ich wiederhole,
wie sehr man die Offenbarung im Leben verstehen muss, ohne die Erde zu
verlassen. Feinfühlig soll man in die alltäglichen Erscheinungen eindringen.
Wenn die Frist gekommen ist, kann sogar eine Ameise als Bote herbeikommen.
III
[108] 1.
Während man sich in die Höhen des Kosmos versenkt, muss man ein Verhältnis zur
Erde finden. Wir sind in jedem Moment bereit, alles Irdischen aufzugeben, gleichzeitig
lieben Wir jede Blume. Weisheit liegt darin, woran man eine Erinnerung mitnimmt:
An eine Krone oder an den Wohlgeruch der Freesien[45], an
Siegesrufe oder an Hirtengesänge. Das Liebste, das, was uns am wenigsten
gehört, ist das beste Reisegepäck. Gesang bringt uns Gesundheit und Blumen[46] heilen
Wunden. Deshalb sage Ich: Glücklich sind jene, die den Klang und die Blumen verstehen.
Seit
jeher kamen Propheten mit dem Klang und dem Blühen in Berührung. Die alte Lehre
über das Glockenläuten hat ihre volle Bedeutung. Kränze und Girlanden erinnern an
das Verstehen der Heilung. Jeder wird gemäß der Farbe seiner Ausstrahlung von Blumen
angezogen. Weiß und Lila sind mit Violett verwandt, Blau mit Blau, weshalb Ich rate,
mehr von diesen Farben in den Räumen zu halten. Man kann sich auch an lebende
Blumen halten. Nach Farben ausgesuchte Pflanzen sind heilsamer. Ich rate zu
mehr Freesien. Unser silberner Strahl erinnert sehr an weiße Blumen. Blumen und
Klänge sind Unser bestes Mahl.
[109] 2. Ein
Wirbelsturm, der durch Verbrechen hervorgerufen wurde, erstickt die alte Erde.
Kohlendunst treibt umher und verdunkelt den Verstand. Die eiserne Dusche ist
unerträglich. Man muss sich vorsichtig schützen: Erfolg liegt nicht in Hast,
sondern im Verstehen der Zeiten. Die Hand des Schicksals führt zu den unvermeidlichen
Fristen. Wünscht die Offenbarung der Neuen Welt herbei. Wir erschüttern die
Staaten nicht, sondern räumen nur das Verfaulte weg.
Es ist
wichtig, den Takt der Gezeiten zu verstehen: Entweder die erhabene Freude des Verständnisses
oder Untergang.
[110] 3.
Weder Traktate noch der Verstand, sondern der Kanal des Geistes bringt die
Wahrnehmung des Kosmos. Ihre derzeitige Lebensweise hat die Menschheit von
jedwedem Verständnis der weltweiten Macht entfernt. Eine klare Sicht in die
überirdischen Sphären bekundet sich nur in dem Moment an der Grenze des Schlafes.
Wer
diesen heiligen Moment zu schätzen weiß, hat bereits den Schleier gelüftet.
Nicht Vision, sondern Bewusstsein ist wichtig. Nicht das durch Training
Erzwungene, sondern das durch den Willen Enthüllte ist wertvoll.
Die herannahende
Zeit muss jedem feinfühligen Geist einen Dreifuß der Pythia[47] zur
Verfügung stellen: eine Art Demokratisierung der Merkmale der Aristokratie.
Doch ein jeder trägt unvermeidlich eine Waage in der Brusttasche, deren Täuschung
unmöglich ist. Jeder wiegt augenblicklich den Anteil ab, den er verdient. Dies
entspricht der Neuen Ära und erreicht leicht die Psychologie des Volkes. Wenn
man den Lauf der menschlichen Gedanken versteht, ist es leicht, die Wirkungen
zu beurteilen.
[111] 4. Versteht
es, Angriffe in Nutzen zu verwandeln. Wünscht euch viele Feinde, aber schafft
sie euch nicht.
Lasst uns
das gestern Begonnene beschließen: Die Vergeltung guter und schlechter Taten
muss beschleunigt werden. Die erste Bedingung einer Religion muss sein, eine
praktische Lösung für das Leben zu geben. Die himmlische Belohnung ist zu
abstrakt, man muss die Belohnung zur Erde bringen. Das Volk kann jetzt das spürbare
und der Welt zugängliche Wunder der Erneuerung der Möglichkeiten verstehen. Daher
die Hand des Unsichtbaren Freundes – oder ein scharfes Schwert. Und indem es an
den Nutzen sofortiger Vergeltung denkt, wird das Volk einen neuen Pfad zum
Tempel finden.
Man
sollte nicht die Gottheit um etwas bitten, sondern selbst die beste Tat
beitragen.
[112] 5. Die
Erhabenheit des Kosmos lässt keinen Raum, Überlegungen anzustellen, sie
überwältigt und erhebt vielmehr. Geistwissen begreift man durch Wissen des
Geistes.
Wendet die
Aufmerksamkeit dem Silbernen Faden zu, der mit dem Geist des Führers und bis hin
zum Regenten des Planeten verbindet. So entsteht gleichsam
eine Kette[48], die eine Leitung zum Höchsten Geist
verleiht. Eine höhere Individualität fürchtet Einheit nicht und sendet
Gaben von Entdeckungen über den Silbernen Faden bis zu den Höchsten Sphären. Dasselbe
kann geschehen, wenn bei der Geburt eines Menschen ein Hoher Geist seine
Leitung sendet.
Merkt
euch, dass in der Welt des Geistes jedes Ereignis möglich ist. Nicht durch eine
erdachte Formel, sondern durch die unbeschreibliche Macht des Geistes werden
neue Möglichkeiten geschaffen. Das ist schwierig, das ist wunderbar!
[113] 6.
Ich freue Mich über die prophetischen Möglichkeiten, denn nur durch sie ist in
Zukunft eine bessere Evolution gewährleistet. Kenntnis der Vergangenheit ohne das
Prinzip der Voraussicht führt nicht voran.
[114] 7.
Die Reinigung der Religionen setzt eine neue, unmittelbare Beziehung zur
geistigen Welt voraus. Christus, Buddha und ihre engsten Helfer wandten keine
magischen Formeln an, sondern wirkten und schufen in völliger Vereinigung mit
dem Geist. Deshalb müssen bei der neuen Evolution die früheren, künstlichen
Methoden aufgegeben werden. Ursache und Wirkung. Die Mechanik des Yogitums entspricht nicht mehr der Erneuerung der Welt. Ein
Lehrer, der unter einem Baum sitzt und Verbote erteilt, entspricht nicht den Bedürfnissen.
Woher
nehmt ihr Kraft und Überzeugungskraft? Indem wir uns mit dem Großen Geist vereinen
und die Ursache sowie den Beweggrund erkennen, schaffen wir eine unverzügliche Wirkung.
Wir rufen jene, die früher den erhabenen Pfad der persönlichen Erkenntnis und
Verantwortlichkeit gegangen sind. Und Unsere Anrufe erreichen sie durch
Tausende von emporgehobenen Händen.
Weder
Forderungen noch Schrecken sind notwendig, nur Vereinigung bewegt Massen. Indem
wir das Heil wünschen, nehmen wir das Erbe der Großen Träger des Heils an. Wir lassen
das geistige Gefäß offen für den Empfang segensreicher Hilfe. Und nichts Böses
wird uns berühren, denn wir wünschen das vom Geist bestätigte Heil. Behutsam tragen
wir die mit Spinngewebe bedeckten Schriften ins Lager, denn wir gehen zu den
Quellen.
Bereit zu
sein, entsagend zu sein, empfindlich zu sein, verletzt zu sein, freudig zu
sein, jubelnd zu sein, schweigend zu sein, bringend und gebend zu sein, und in
diesem Leben vom Licht der Sonne gelehrt zu sein – so wollen Wir euch sehen,
und als solche senden Wir euch aus. So hat euer Geist den Auftrag angenommen.
Nicht
durch königliche Macht, nicht durch einen Keller der Alchimie und nicht durch magische
Beschwörungen, sondern aus dem Leben kommen wir und gehen wir zu Euch hinein,
Ältere Brüder und Schwestern, um die von Euch bewahrten, von uns angehäuften Schätze
in Empfang zu nehmen, denn wir treten in den einfachen Tempel des Großen Geistes
ein. Und wir werden zu Euch zurückkehren, denn so wolltet Ihr uns sehen. Und
die Last, die Ihr uns auferlegt habt, tragen wir als den Kelch der
Unsterblichkeit.
[115] 8.
Teile von Gestirnen fliegen nicht zufällig in benachbarte Sphären; sie sind
eine eigene Art von Kommunikationswegen. Diese Zeichen werden von der heutigen
Wissenschaft vernachlässigt. Es geht nicht darum, dass ein Meteorstein Karate
von Brillanten enthalten kann, sondern um seine Bedeutung als Psychomagnet. Auf
diesem Weg können die Völker die Sphäre der Kommunikation erweitern. Bei der
zukünftigen Koordinierung der Materie ist diese Eigenschaft des Psychomagneten wichtig.
Die Materie muss doch schließlich mit dem Geist verschmelzen; so wie Glas schmiedbar
werden kann.
Zu Beginn
einer neuen Stufe[49] der Evolution kann man
neue Heilverfahren anwenden, indem man die Menschen nach den Strahlen der
Gestirne einteilt. Über die Grenzen des Planeten hinaus zu gelangen ist die
nächste Entdeckung. Der Mensch ist nicht nur ein Betrachter der Welten, sondern
ein bewusster Teilnehmer, und sein Weg führt nicht durch Pfützen, sondern durch
das Leuchten der Sphären.
Man muss bloß
spüren, warum man das Licht suchen soll. Der Geist kennt es, es ist ihm
zugänglich, es ist ihm bestimmt. Wozu sonst ist die Leiter Unserer Bruderschaft
da? Sie stützt sich auf die Erde und verliert sich in den himmlischen Sphären.
[116] 9.
Haltet mutig den fürchterlichen Angriffen stand. Euer Geist muss sich an jeder
Tat erfreuen. Wenn die Hühner gackern, gibt es Regen und eine gute Ernte. Auf
der Tenne gibt es viel Staub, aber aus der Tenne kommt das Brot.
[117] 10.
In der Wiederholung liegt eine Kraft, die in der Religion nicht richtig
angewendet wird, doch im Leben ist dieser Panzer notwendig.[50] Man
muss sich wiederholt einhüllen.
[118] 11.
„Wem es gelingt, auf die Stimme seines Geistes zu hören, wird sich über den
Abgrund erheben.“ So sprach Sergius*. „Wer sich in den Wald zurückzieht, kann
die Reden der Leute nicht hören, und wer auf dem Lager einschläft, hört die
Vögel, die Boten der Sonne nicht. Wer bei der Offenbarung eines Wunders
schweigt, verzichtet auf seine Augen. Und wer zur Hilfe für den Bruder schweigt,
zieht den Splitter nicht aus seinem eigenen Fuß.“ So sprach Sergius.
Über
Sergius muss man erzählen, das Volk möchte von Ihm erfahren. So legen wir Farbe
auf das Bild des Sergius, indem wir es ausschmücken und von Seinem Leben und Seinen
Aussprüchen erzählen.
[119] 12.
Lasst uns über die Aura sprechen:
Eine
eiförmige Aura ist dem Astralkörper eigen. Die ganz gewöhnliche Aura ist schmal
und strahlt entlang des ganzen Körpers in einer Breite von ungefähr zwei Zoll[51]. Entsprechend
dem Grad der Geistigkeit beginnt sie, von den oberen Zentren aus zu wachsen. Zunächst
ausgehend vom Sonnengeflecht erweitert sie sich zum Gehirnzentrum und formt die
so genannte Sonnenaura.
Blutandrang
ist für die Verschiebung* der Aura charakteristisch, als ob der Strom der
Spannung seinen Druck verschiebt. Sogar Ohnmachtsanfälle sind möglich.
Schließlich schwindet die Strahlung der niederen Extremitäten und sammelt sich zu
einem Kreis. Während er sich mitten im Leben befindet, wird der Organismus äußerst
empfindungsfähig, besonders für Töne und Farben. In dieser Übergangszeit ist möglichste
Ruhe erforderlich. Die Sonnenaura kann zehn bis fünfzehn Zoll[52] groß
sein. Natürlich nehmen ihre Ausmaße weiter zu.
Ungeachtet
der Unbequemlichkeit des Übergangs der Aura kann man den beglückwünschen, der
die obere Ausstrahlung erlangt hat. Vorsichtig sollte man eine Möglichkeit zur
Ruhe schaffen. Danach bildet sich gleichsam ein neuer Panzer, und die Nerven
der Haut gehen in einen festen Zustand über.
Man kann
das Physische und das Geistige nicht gleichmäßig aufteilen. Die Waage schwankt,
und Wellen durchlaufen den Organismus. Man kann dies nicht als Krankheit
bezeichnen, doch man soll dem Organismus in jedem Moment behilflich sein, sich
in dem neuen Zustand zu festigen.
[120] 13.
Wie man früher die Einsamkeit spürte, so muss man jetzt das Wissen des Geistes
fühlen. Ein Geleitwort für jede neue Stufe: Lasst dem Geist seinen Willen. Übt
Umsicht, indem ihr alles mit dem geistigen Bewusstsein konfrontiert. Fragt
euch: „Was will der Geist?“
Die Stufe
des geistigen Wissens ist wichtig. Wenn man sich ihr nähert, scheint es, als sei
der Geist weit entfernt, doch das ist nur scheinbar so – im Gegenteil klopft
der Geist kräftig an. Es ist wichtig, das Wissen des Geistes zu ergreifen und
unmittelbar zu handeln. Wie er wünscht, so soll man handeln. Dies auf die Details anzuwenden ist besser, als bei großen
Dingen ein Risiko einzugehen.
[121] 14.
Wir wollen nun das Wissen des Geistes und den Befehl des Willens vergleichen.
Wissen erblüht, indem es Schutz gibt und die Grundlagen beleuchtet. Der Befehl
des Willens strebt in fremde Sphären, die er erobert und annektiert. Der Befehl
ist gekennzeichnet durch das Symbol des Schwertes und des Pfeiles. Das Symbol
des Wissens des Geistes ist die Blume.
Ein
Befehl kann dem Schüler von außen her durch eine eilige Sendung erteilt werden.
Dagegen erblüht das Wissen des Geistes von innen heraus und kann mit keinem
Kommandostab hervorgerufen werden. Wie eine Blume erblüht nämlich Wissen zur festgesetzten
Zeit.
Wie kann
man eine Blume fördern? Stellt sie an einen ruhigen Platz, gebt ihr Sonnenlicht
und verbietet, sie zu berühren und ihre Blätter abzureißen. Ohne das Wissen des
Geistes ist es nicht möglich, das Wissen auf die Höhe zu bringen, die der Menschheit
bestimmt ist.
[122] 15.
Das Anwachsen der Werke gleicht den Lilien. An einem Zaun hat sich die weiße Schwester
verborgen. Sie hat keine Freundinnen, doch die Stängel tragen bereits die
Offenbarung neuer Knospen.
Eine
Inkarnation in Blumen ist nicht häufig. Andere streben die viel umfangreichere
Form der Bäume an, doch der Liebreiz der Blumen ist nicht immer erreichbar, um sich
ihnen zweimal zu zuwenden. Es kann kein Verbot geben, eine der tierischen
Verkörperungen durch eine pflanzliche zu verkürzen. Ich sage nicht, dass das
Bewusstsein vieler Insekten jenes schöner Blumen übertrifft. Es ist weise,
einige Inkarnationen als Blumen vorübergehen zu lassen. „Beeilt euch nur,
beeilt euch nur, ich warte unter einem schönen Dach, um euch zu überholen.“ So
verkürzt der Pfad der Schönheit den Weg.
[123] 16.
Dem, der euch betrügt, sagt: „Wie nützlich ist dein Betrug für mich.“
Dem, der
euch bestiehlt, sagt: „Offensichtlich ist die Zeit für mich gekommen, neue
Sachen zu erhalten. Dennoch ist es wahrlich besser für dich, meine Sachen nicht
zu berühren. Schmähung und Diebstahl werden einen Blitz auf dich herabstürzen.
Dein Messer wird stumpf durch den unsichtbaren Panzer, und du wirst deine
stärkste Waffe selbst verderben. Und wohin wirst du gehen, wenn du ausgezehrt
und ausgebrannt bist?“
Ich
sprach zu euch über Lächeln und Stärke. Und denen, die mit Mir schwimmen, kann
ich am jährlichen Gedenktag[53] ein
Schwert überreichen. Das Gesetz des Gebens triumphiert, und jene, die geben,
werden empfangen.
Warum geht
ihr mit Ihnen? Es ist leicht und nützlich, mit Ihnen zu gehen. Schnell wie der Flug
des Falken, unerwartet wie die Verwandlung des Jonas[54] und
unerschöpflich wie die Flamme!
Gebt nur
ab im Geist, und ihr werdet auf Erden zum Licht und zur Wahrheit gelangen. Unerschöpflich
ist diese Quelle! Auf der Erde, inmitten der Angst, der Hilfe beraubt und scheinbar
niedergeworfen, geben sie, bieten sie an, beschenken sie und folgen sie dem
Stern. Und deshalb freuen Wir Uns in der jährlichen Nacht. Sie schreiten nicht
nur voran und erleuchten ihre Aura, sondern haben sich entschlossen, unaufhaltsam
weiter fortzuschreiten, und deshalb freuen Wir Uns.
[124] 17.
Wir beenden den Feiertag und beginnen mit der Arbeit. Bestimmen wir: Was ist zu
tun? Handeln. Aus dieser ewigen Tätigkeit besteht Unser Feiertag. Doch auch ihr
sollte nach Unserem Beispiel ohne Verdruss tätig sein. Habt den Wunsch, in Ruhe
zu wirken, in dem Wissen, dass Unsere Quelle in euch unaufhörlich strömt.
Und wenn
ihr denkt: „Wo sind Sie, die Versprechungen gegeben haben?“ Wir stehen hinter
euch. Wir freuen Uns und messen das Wachstum der Blume eurer Aura. Denn das ist
Unser Garten. Jenseits der fernen Grenze vereint das
Licht die Herzen.
[125] 18.
Visionen sind ebenso real wie Bildtelefonie. Man kann sie für wirklicher halten
als die physische Welt. Die Frage ist nur, aus welcher Quelle sie kommen, doch
das kontrolliert der Geist. Auf eine gute Anfrage wird eine gute Antwort
erfolgen.
Ich will
etwas sehr Wichtiges sagen: Die Menschen erforschen Visionen zu wenig. Nach dem
Charakter der Visionen kann man nämlich die beste Geschichte des Intellekts
schreiben.
Selbst
wenn wir grobe Monumente von Visionen studieren, sehen wir bestimmte Perioden.
Natürlich haben die Visionen von feinfühlenden Geistern charakteristische
Formen.
Als man anfing,
aus Christus ein unerreichbares Idol zu machen, begann eine Periode von
Christus–Visionen in den lebendigsten Formen. Er zeigte sich als Nahestehender,
indem er ins Leben eintrat. Kurz gesagt, auf jeden allgemeinen Irrtum erfolgt ein
Korrektiv. In den Tagen der Erniedrigung der Frau kann man das Erscheinen der Göttlichen
Mutter verfolgen.
Jetzt, wenn
die ununterbrochene Fortdauer der Kette zwischen Erde und Himmel aufgezeigt
werden muss, zeigen Visionen die Einheit der Erscheinungen auf den
verschiedenen Ebenen.
Nach
Augustinus[55] begann die Kirche in die
Dunkelheit des Mittelalters zu versinken, und Christus fand sich hinter goldene
Gitter gesperrt vor. Um diese zu brechen, stieg Christus sogar in niederen
Gestalten herab, nur um wieder die Größe der allgemeinen Einheit zu offenbaren.
Die Weisheit des Altertums verstand die Wellen der Bedürfnisse der Welt gut.
Natürlich
gibt es nur einen Weg aus der Einen Quelle. Wie die höchsten Geister, so kennen
auch feinfühlige irdische Apparate diese Einheit. Und die Welt der Höheren
Realität schimmert auf am Fenster des Wirbels der Rotation des Planeten, der
Teile des Geistes herbeizieht.
Bei Gleichgewicht
zwischen Geist und Materie[56] wird
man in Zukunft eine klare Sicht erreichen. Derzeit aber sind nur Splitter wahrnehmbar.
Deshalb schützten die Alten dieses natürliche Teleskop so behutsam. Und die
stärksten Teleskope waren Frauen. Und die erste Bedingung für ihre Erhaltung
war Ruhe.
[126] 19.
Hier übermittelt der Gesegnete[57]: „Alles
ist für alles und für immer da.“ Merkt euch vier Gesetze: Das Gesetz der
Aufnahme, das Gesetz der Furchtlosigkeit, das Gesetz der Nähe und das Gesetz des
Heils.
Die
Gesetze der Furchtlosigkeit und des Heils zu erläutern, ist nicht notwendig; leicht
ist das Gesetz der Aufnahme zu verstehen, doch das Gesetz der Nähe muss man
erklären:
Wenn man sich zu den festgelegten Zeiten den Heiligenbildern[58] nähert, entsteht eine besonders
gesättigte Atmosphäre, als ob Rauchwolken Himmel und Erde bedeckten. Was einem soeben
erst klar erschien, beginnt auseinanderzufallen, wie wenn es sich in einem
Wirbel auflösen würde. Sogar körperlich ist diese Periode schwer. Doch werden
dazu einige Fristen bekanntgegeben, die als Wegweiser dienen.
Weil wir
jedoch wissen, dass vom Schicksal bestimmte Menschen an unverrückbare Fristen gebunden
sind, müssen wir diese Periode ruhig durchschreiten, so als ob wir uns an neue
Gase akklimatisieren. Denkt daran, dass in dieser Zeit nicht nur der Lehrer,
sondern auch die ganze Bruderschaft beobachtet, und wenn vereinzelte Stimmen zu
euch gelangen, sollt ihr nicht überrascht sein. Es ist gut, in dieser Zeit
Blumen um sich zu haben. (…)
[127] 20.
In alten magischen Büchern kann man den Terminus „Illuminatio
Regale“ finden, was „Königliche Erleuchtung“ bedeutet. Das ist ein so wichtiges
Prinzip, dass Hermes[59] sein
Traktat mit den Worten beschloss: „Gesegnet sind jene, die den Pfad der
Erleuchtung gewählt haben!“
Das
Symbol der Salbung der Könige hat dieselbe Grundlage. Alle Kenner der Geheimen
Kräfte sind sich entschieden einig in der Bestätigung, dass die höchste
Harmonie in der Offenbarung der Macht der Erleuchtung liegt. Deshalb ist der gesalbte König ein Symbol, weil er, ohne
sich von der Erde zu entfernen, den Willen des Himmels ausdrückt. Über den
konventionellen, unter einer Kruste von Vorurteilen erstarrten Formeln gibt es ein
Wissen, das gleichsam in der Luft ausgegossen ist.
Errichte
einen Blitzableiter und ziehe den himmlischen Pfeil an. Für den einen ist er
gefährlich, für den anderen die beste Bewaffnung. Und die ganze Zukunft gründet
auf der Beherrschung der Erleuchtung. Das schwierigste Telefon wird sich in den
Händen des Menschen befinden.
(…)
IV
[128] 1.
Nicht im Scherz werden die Planeten jenseits von Uranus erwähnt – oft kann sich
der Geist, von einem kosmischen Wirbel erschüttert, sich nicht eingewöhnen und
beobachten, doch dies ist nur eine Frage der Zeit und der Technik. Unsere langwierigen
Experimente bereiten auf vieles vor, so auch auf langwierige Arbeit. Viele
Unserer Experimente laufen über Jahrhunderte. Wenn ihr also die Endlosigkeit
der Arbeit verspürt, kennt ihr schon eines Unserer Gefühle – jede Zeit ist
ausgefüllt.
Töne und
Blumen sind für weitere Flüge unerlässlich. Die Töne des Lebens der Sphären und
die lebendige Emanation der Blumen gehen wahrhaftig in das Rezept von Amrita*
ein.
Es ist
wertvoll, sich dem Höheren Pfad zu nähern, ohne ein Medium zu sein und ohne das
Leben zu verlassen. Wo der Verstand herrscht, wo Furcht herrscht, wo Vorurteil
sich zu regen beginnt, dort haben es die weißen Blumen schwer. Seid einfach,
einfach, einfach und glaubt an Liebe, Mut und Bereitschaft. Dies ist nicht die
Zeit für aufgeblähte Blasen; Hochmut ist unangebracht, wenn Jesus den Fischern
die Füße gewaschen hat.
In der
Einfachheit des Lebens und im Bewusstsein der Würde des Dienstes für die Neue
Welt öffnet die Liebe zum Würdevollen die Tore.
[129] 2. (…)
So, wie Wir über euch wachen, so verfolgen Wir auch eure Entwicklung; Wir beobachten
die Kinder der ganzen Welt von der Wiege an und erwägen ihre besten Gedanken.
Natürlich, kommt der Geist nicht oft zur Entwicklung, und die Zahl der
Abgefallenen ist groß, doch Wir freuen Uns über einen reinen Gedanken wie über
einen schönen Garten.
Wundert
euch deshalb nicht, wenn ein Großer Lehrer einfache Sätze wiederholt. Indem Wir
diese Gedanken fixieren, ermöglichen Wir manchmal einer ausgezeichneten Blume
des Geistes, sich zu stärken. Deshalb ziehen Wir zugleich mit großen kosmischen
Entdeckungen und Weltereignissen auch Blumen des Geistes behutsam groß. So
vielseitig ist die Arbeit Unserer Bruderschaft.
Es gibt
einen Gedanken, der ins Innere führt, und die Oberfläche des Geistes schwankt
nicht. Ein anderer Gedanke fliegt wie eine Kanonenkugel mit explosiver Ladung
in den Raum. Ein Strahl begleitet die fliegende Kanonenkugel. Jeder Geist weiß,
wann ein Gedanke wie ein Bumerang fliegt.
Besonders
erwünscht ist es, dass der Gedanke seine eigene Farbe erhält; doch nur geöffneten
Zentren geben dem Gedanken keine Farbe, sondern umhüllen ihn mit der Farbe des denkenden
Menschen – dann beginnt die wahre Individualität. Nicht der Inhalt des
Gedankens färbt ihn, sondern alles Gesandte wird von der Farbe der
Individualität durchdrungen. So wird physisch ein Strahl gebildet.
Der Regenbogen
ist das beste Zeichen. Jede Andeutung eines Regenbogens weist auf die
Entwicklung des dritten Auges hin.
[130] 3.
Christus sprach: „Nicht im Tempel, sondern im Geist werdet ihr beten.“
Wahrhaftig, religiöses Vorurteil ist die bitterste Vulgarität. Oft bringen sogar
religiöse Ekstasen mehr Schaden als Nutzen mit sich. Die Masse schuf aus ihnen
vulgäre Prozessionen, deshalb ist es wichtig, die Lebenskraft derer
aufzuzeigen, die auf allen Stufen der Leiter standhaft
sind.
Es ist an
der Zeit, die Brillanten wegzuwerfen, die das heilige Bild entweihen. Es ist an
der Zeit, die Reliquien zu verbrennen und dem Vermächtnis Christi zu folgen. Es
ist an der Zeit, in den Tempel des Geistverstehens einzutreten und die Kräfte
der Vervollkommnung des Wissens über die wahre Macht des Geistes zu weihen.
Nicht in fernen
Laboratorien, nicht in Klosterzellen, sondern im Leben werdet ihr echte
Aufzeichnungen sammeln; dort, wo Christus, nicht in den Falten eines Chitons[60],
sondern in der Schönheit der Arbeit, die Sucher nach
der Freiheit des Geistes sammelt.
Oftmals
mussten Heilige auf die Erde zurückkehren, weil sie der Menge zu viel von ihrer
Verzückung statt vom Aufbau des Lebens übermittelt hatten.
Wir sind
entschieden gegen Klöster, die Antithesen zum Leben darstellen; nur
Pflanzstätten des Lebens, Gemeinschaften, in denen beste Arbeit geleistet wird,
finden Unsere Unterstützung. So freuen Wir uns, wenn
Wir euren Aufbau sehen, und wissen, dass das Experiment in treuen Händen liegt.
Gerade aus
dem Leben heraus muss man ans Ziel gelangen. Die allgemein übliche Religiosität
ist nämlich nicht nötig. Nötig sind die Tatsachen, die aus dem bewussten
Verkehr mit der Wohnstätte des Lichts entstehen. Daher wollen wir Nutzen
beitragen sein und bewusst, ohne Magie, zur praktischen Quelle
vorwärtsschreiten.
In dieser
Einfachheit liegt das ganze folgende Geheimnis, das Menschen unerreichbar ist, die
sie sich bis zum Gürtel in Vorurteilen dahinschleppen. Es ist ihnen unmöglich,
Einfachheit, Schönheit und Furchtlosigkeit zu verstehen.
(…)
[131] 4.
Furchtlosigkeit ist Unser Führer. Schönheit ist Unser Strahl des Verstehens.
Einfachheit ist Unser Schlüssel zu den geheimen Türen des Glücks.
Ihr könnt
besonders über Einfachheit schreiben, denn nichts behindert den Weg so sehr wie
wohlbeleibte Aufgeblasenheit. Es ist nötig, mit allen Kräften jede Regung von
Eigendünkel zu vertreiben, ohne in Scheinheiligkeit zu verfallen. Das scheint
eine alte Wahrheit zu sein, die man heutzutage aber immer wieder wiederholen
muss. Jeder muss selbst erkennen, wo es ihm an Einfachheit mangelt.
(…)
[132] 5.
So segensreich Selbstvertrauen bei der Tätigkeit ist, so verderblich ist
Eigendünkel. Eigendünkel ist der Feind der Einfachheit. Sogar große Geister
waren dieser Krankheit ausgesetzt und mussten ein weiteres Mal zur Arbeit zurückkehren,
bis diese Hülse beseitigt war. Der Mangel an Einfachheit ist ein hindernder
Umstand. Man kann Bastschuhe tragen, ohne einfach zu sein. In Einfachheit kann
man den größten Tempel errichten.
Einfachheit,
Schönheit und Furchtlosigkeit – Christus und Buddha haben über nichts anderes
gesprochen. Und es ist ein Segen, wenn der Geist von diesen Vermächtnissen
erbebt.
Bemerkt,
dass Wir Uns ebenfalls bemühen, mit den einfachsten Worten zu sprechen, und sei
es nur, um den Sturz der Babylonischen Türme[61] zu
beschleunigen. Und so sagt: Wir werden die Wörterbücher verbrennen, wenn sie
aus den von Christus geprägten Worten einen Haufen tierischer Begriffe machen.
Es wurde ganz einfach gesagt: „Betet nicht auf beliebige Weise, sondern im
Geist!“
Buddha ging
in Frieden durch die Welt – und wurde vergessen. Jesus litt – und wurde
vergessen. Jetzt möge man sein Schwert über sich erheben, jeder nach seinem
Verlangen.
Es wühlt
das Volk in seinen Lumpen, für alle liegt ein weißes Kleid bereit. Das
Affengewand geben wir in den Zirkus – dorthin, wohin auch die aufgeblasenen
Dummköpfe gehören. Ja, ja, ja.
Es ist besser,
bei Wilden zu sein, als in einer Apotheke mit falschen Arzneimitteln. So
sprecht.
[133] 6. (…)
Da Unsere Schüler den Mikrokosmos der Bruderschaft in
sich tragen, gibt es kein gleichgültiges Verhalten ihnen gegenüber. In ihnen zeigen
sich schrittweise die Einzelheiten Unserer Lebensweise: Die Endlosigkeit der
Arbeit; das Fehlen des Gefühls der Vollständigkeit, selbst in Bezug auf Wissen;
die Einsamkeit und das Fehlen eines Heimes auf Erden; das Verständnis für
Freude im Sinn des Bewusstseins der Möglichkeiten, denn die besten Pfeile
erreichen so selten das Ziel. Wenn Wir die Herzen der Menschen sehen, die zu
demselben Garten hinstreben, wie soll man da keine Freude offenbaren!
Furchtlosigkeit
vor endloser Arbeit ist besonders wichtig. Es ist wahr, durch das Bewusstsein
der endlosen Möglichkeiten des menschlichen Apparates wird dies leichter.
Die
Schlange des Sonnengeflechts hilft, die Unruhe der Zentren zu überwinden; deshalb
war die Schlange das Symbol des Königs.
(…) Wenn
die Ringe der Schlange sich zu winden beginnen, wird der Organismus besonders
empfindlich. Blumen übermitteln ihre Lebensausstrahlung durch Fasern des
Gewebes der weißen Blutkörperchen, welche die Zitadelle der Schlange schützen. In
der Natur lieben Schlangen Blumen, ebenso nährt sich auch die Schlange des
Sonnengeflechts von ihnen.
Auch
Schweine treten auf Blumen herum, doch ohne Resultat. Deshalb kann man, wenn
man die Lebensemanation nicht (…) gebraucht, an den besten Heilmitteln vorübergehen.
Daher kommt der Wunsch, Blumen ungepflückt zu sehen.
(…)
[134] 7.
Die Brechung der Strahlen – diese Klänge gehen in das Orchester der
Sphärenmusik ein. Man kann sich die Kristallität der
Feinheit mit der Macht eines Wirbelwindes vorstellen.
Im Gehirn
gibt es ein Zentrum, das „Glocke“ genannt wird; wie ein Resonator nimmt es die
Symphonie der Welt auf und kann die tiefste Stille in einen donnernden Akkord
umwandeln. Es wurde gesagt: „Wer Ohren hat, der höre“[62].
So wird
auch das Rückenmark „Lanze“ genannt, denn wenn wir Schläge abwehren wollen,
müssen wir diesen Kanal anspannen. Die Zentren der Schultern werden „Flügel“
genannt, denn bei einer selbstlosen Heldentat verstärken sich die Strahlen. Die
Legende von den Flügeln ist sehr deutlich, ebenso wie der Wunsch der Alten, auf
der Brust ein rundes Metallschild zu tragen.
Der
Scheitel wird „Brunnen“ genannt, weil die Wellen fremder Einflüsse aus dieser
Richtung eindringen. Überall sehen wir im Altertum bedeckte Köpfe, die mit dem
Symbol des Priesters zusammenhängen, das heute durch Namen von Firmen ersetzt wird
– so geistig glatzköpfig sind die Menschen geworden.
Lasst Uns
mit einer Botschaft an die Neuankommenden schließen: Es gibt für euch so viel
zu lernen, um die Weisheit der Ruhe und der Tat zu erlangen. Man muss die Gesichter
hinter der Maske erkennen und es verstehen, Meinen
Namen zur Rüstung jeder Tat zu machen.
Ich werde
in das vorgeschriebene Land kommen – und man darf das Licht dieser
Morgendämmerung nicht verschlafen; lernt es deshalb, feinfühlig zu sein. Versteht
es auch, ein lichtes Gewand bei euch zu behalten. Wenn ihr aber müde werdet, erinnert
euch daran: Wir kennen keine Untätigkeit. Seid bemüht, euch dieselbe Gewohnheit
anzueignen, und liebt Blumen und Töne.
Schreitet
wie Löwen einher, doch beschützt die Kleinen, denn sie helfen euch, Meine Tür
zu öffnen. Habt Verständnis!
[135] 8.
Wenn viele irdische Apparate wegen ihrer Schädlichkeit vernichtet werden müssen,
kommt die Zeit, die Menschheit durch einen natürlichen Apparat heranzuführen.
Ein
Apparat ist die erste Stufe. Die wahre Errungenschaft ist es, wenn der Geist alle
Apparate ersetzt. Den Menschen auszurüsten ohne eine einzige Maschine – wird das
nicht eine Errungenschaft sein?!
Ein Buchstabengelehrter
kann nur auf der Oberfläche der Erde, ein Gelehrter des Geistes kann jenseits der
Grenzen wirken.
Der
Aufbau neuer Weltkombinationen geht nicht leicht vor sich. Die abgeschafften Zentren
versuchen, die Anstrengungen der neuen zu erschweren.
Wir
werden das Gewitter und den Platzregen überleben. Unser Spiegel ist klar.
[136] 9.
Es war ein feines Gefühl, dass man allen Mut sammeln muss, um ans Ziel zu
gelangen. Es gibt langweilige und gefährliche Übergänge, die man nur im
Vertrauen zum Führer ertragen kann. Er muss einen ans Ziel bringen, ohne die
Kräfte zu überanstrengen. Würde Er die Kräfte überfordern, womit sollte Er sie
ersetzen?
Die hohe
Mission der Frauen muss von der Frau offenbart werden. Und im Tempel der Mutter
der Welt muss die Frau weilen.
Die
Offenbarung der Mutter der Welt wird die Einheit der Frauen schaffen. Heute ist
es nämlich die Aufgabe, eine geistig–königliche Stellung für die Frau zu
schaffen. Und der unmittelbare Verkehr mit den Höheren Mächten
muss der Frau als psychologischer Anstoß übertragen werden. Natürlich wird durch
die neue Religion die unabdingbare Ehrerbietung kommen.
Ich
fühle, wie angespannt die Strömung und wie angefüllt[63] die
Atmosphäre ist, doch bald wird der Druck der Sterne sich ändern. Sogar die
Annäherung des freundlichen Planeten[64] ist
schwierig, denn neue Strahlen durchschneiden neue Schichten der Atmosphäre.
Natürlich sind sie besser als der Mond, doch der neue Druck ist noch nicht
richtig verteilt.
[137] 10.
Mit einem tiefen Symbol wies Christus auf die Kinder hin. Ebenso einfach werden
wir zu den Toren des Großen Wissens gelangen.
Wahrhaftig,
Wir stellen komplizierte und genaue Formeln auf, doch die Methode des Auffindens
liegt im geistigen Bewusstsein. Mit dem Bewusstsein finden Wir nämlich neue
Wege, um dem Zugang des Denkens neue Sphären der Welten zu erschließen – bis zu
den Grenzen des Denkens. Denn wie in einen bodenlosen Ozean versenkt sich das
Bewusstsein, wenn es neue Sphären erfasst. So groß und mächtig ist die
Schöpfung des Kosmos.
[138] 11. Urusvati[65] – es ist an
der Zeit, dies zu sagen, nennen wir den Stern, der sich unaufhaltsam der Erde
nähert. Von jeher war er das
Symbol der Mutter der Welt, und die Epoche der Mutter der Welt muss beginnen,
wenn Ihr Stern sich in nie dagewesener Weise der Erde nähert.[66]
Die große
Epoche beginnt, denn Geistverstehen ist mit der Mutter der Welt verbunden.
Sogar für jene, die den Termin kennen, ist es wunderbar, die physische
Annäherung des uns vom Schicksal Bestimmten zu erblicken. Sehr wichtig ist der
Anbruch dieser großen Epoche, die das Leben auf der Erde wesentlich ändern wird.
Eine große
Epoche – Ich freue Mich so, wenn Ich sehe, wie neue Strahlen die Masse der Erde
durchdringen. Wenn sie auch anfänglich schwer sind, bringen ihre Emanationen
doch neue Elemente ein, die für einen Anstoß so notwendig sind. Neue Strahlen
erreichen die Erde das erste Mal seit ihrer Entstehung.
Heute beginnt
das weibliche Prinzip zu erwachen, denn die neue Welle hat uns heute erreicht,
und neue Herde wurden entzündet, denn die Substanz der Strahlen dringt tief
ein.
Es ist
freudvoll, die Annäherung der Neuen Epoche zu spüren.
[139] 12.
(…) Das Erfordernis zu lügen[67]
nötigt die Priester der alten Religionen, die Völker in einen Abgrund der
Finsternis zu stoßen. Ja, man kann sie am Fuß des Berges zurücklassen, wie
Moses es tat, doch die Gesetzestafeln muss man offenbaren.
Wie schien
doch alles vergänglich zu ein! Unsere Schüler, die zum letzten Mal auf der Erde
erscheinen, empfinden ein Gefühl der Einsamkeit und Abgeschiedenheit. Nur mit diesem
Bewusstsein verstehen wir den Wert der Erde, doch nichts zwingt uns,
zurückzuschauen, wenn der Geist sein Schatzkästchen bereits gefüllt hat.
Die
Hauptsache ist die Modifikation des menschlichen Gefühls der Freude. Was kann es
denn für eine Freude sein, wenn du die Unvollkommenheit des Lebens erkennst?
Doch wenn der Geist die Ausmaße des Kosmos berührt, wird diese Freude durch das
Bewusstsein der Möglichkeiten ersetzt.
Und als
Ich flüsterte: „Deine Freude wird vergehen“, hatte Ich den Übergang der
menschlichen Freude in ein kosmisches Konzept im Sinn, gleichsam den Eintritt
in einen luftleeren Raum. Die Strahlen des neuen Lebens hüllen einen besser ein
als ein Moskitonetz, und es ist nicht nötig, sich zur Erde hin anzuspannen: Die
Harmonie liegt darin, dass wir für die Erde arbeiten. Für Außenstehende
erscheint das als Unsinn, doch ihr versteht, wie man jeden reinen irdischen
Gedanken erfassen und entwickeln kann, ohne das Zeitgenössische zu berühren.
(…) Nur wenn
vom Christus bis zum Grashalm eine Linie gezogen wird[68],
wäre der Raum mit Arbeit bedeckt[69]. (…)
Groß ist
das Wissen vom Nichtvorhandensein des Todes. Alle haben es vergessen, sonst
würden sie anders leben.
[140] 13.
Die Erzählung Maria Magdalenas[70]:
Ihr kennt
meine Lebensweise, wie man uns nachts kannte und sich am Tag abwendete. Auch zu
Christus ging man des Nachts, doch am Tag wandte man das Gesicht ab.
Ich
dachte: „Hier bin ich, die Niedrigste, und man schämt sich meiner bei Sonnenschein,
doch auch dem Höchsten Propheten wich man am Tag aus. So werden das Niedrigste
und das Höchste in gleicher Weise gemieden.“
Und so
entschloss ich mich, Ihn zu finden und Ihm am Tag die Hand zu reichen. Ich
legte mein bestes Gewand und das Halsband aus Smyrna an und parfümierte meine
Haare; so ging ich, um den Leuten zu sagen: „Bei Tageslicht treffen sich die
von euch Gemiedenen, das Niedrigste und das Höchste.“
Und als
ich Ihn inmitten von Fischern sitzend sah, nur mit einem Sackleinen bekleidet,
blieb ich auf der anderen Straßenseite stehen und konnte mich nicht nähern.
Zwischen uns gingen die Leute vorbei und mieden uns beide gleichermaßen.
So wurde
über mein Leben entschieden, denn Er sagte zu Seinem Lieblingsjünger: „Nimm
eine Prise Staub und bringe sie jener Frau, damit sie dafür ihren Halsschmuck
eintauscht. Wahrlich, in dieser Asche ist mehr Licht als in ihren Steinen, denn
aus Asche kann man Steine machen, aber aus Steinen nur Staub“.
Das
übrige wisst ihr bereits, denn Er richtete mich nicht, sondern wog nur meine
Ketten, und die Ketten der Schande zerfielen in Staub.
Er
entschied einfach, und es fiel Ihm nie schwer, den einfachsten, das ganze Leben
entscheidenden Gegenstand zu senden. Er rührte diese Sendungen an, als ob Er
sie vergeistigte.
Sein Weg
war einsam, denn das Volk lief eilig auseinander, nachdem es von Ihm eine Gabe
erhalten hatte. Und als Er die Hände auflegen wollte, war es leer um Ihn.
Als Er
bereits verurteilt war, liefen die Furien der Schande hinter Ihm her und
winkten zum Schein mit Zweigen. Der Preis des Räubers war der Menschenmenge
würdig.[71]
Wahrlich,
Er sprengte die Ketten, denn Er übermittelte Wissen, ohne eine Belohnung anzunehmen.
[141] 14.[72] Wie
verschieden verlaufen die Pläne des Aufbaus! Einst sagten Wir: „Gib alles ab“.
Jetzt gehen Wir weiter und sagen: „Nehmt alles, doch betrachtet es nicht als euer
Eigentum“.
Ein
einfacher Verstand begreift, wie unmöglich es ist, irdische Dinge mitzunehmen[73]. Und
doch sind sie durch die Mitwirkung des Geistes geschaffen worden, weshalb man sie
nicht verachten sollte.
Wie kann
man an den Blumen der Natur vorübergehen? Doch die Schöpfungen der Arbeit[74] sind
ebenso Blumen – nämlich Blumen der Menschheit. Wenn ihr Duft und ihre Farben unvollkommen
sind, sollte man das bedauern.
[142] 15.
So findet jeder nützliche Gedanke Billigung. Ein Schlag auf eine Saite ruft
Gleichklang hervor. Eine klare und mutige Formulierung des Gedankens ist sehr
nützlich.
Uns kann
sowohl eine mittelalterliche Laute als auch Wagners „Walküre“[75]
erfreuen. Gut ist auch das alte chinesische Kristallinstrument. Die Reinheit
seines Tones entspricht der Reinheit der Farben. Es wird „Regenbogenharfe“
genannt. Seine Strahlen erzeugen ausgezeichnete Posaunenklänge und seine
wirbelförmigen Ringe sind unersetzlich wie ein Saitenakkord.
Wahrlich,
mit solchen Perspektiven lohnt es sich, zu leben.
[143] 16.
Entsprechend dem Rhythmus der Weltbewegung ist eine Wiederholung des Anwachsens
notwendig.[76] Die Offenbarung von Hast steht
dem weltweiten Aufbau entgegen. Der Aufbau der Kristalle und Blumen zeigt, wie
Vollkommenheit wächst.
[144] 17.
Trübe glüht die Verbindung zwischen Christus und Buddha im menschlichen Verständnis.
[145] 18.
Über die Anwendung Meiner Heilmittel:
Sämtliche
Kräfte des Pflanzenreiches müssen auf das eine ausgerichtet werden, wofür sie
existieren: auf die Stärkung der Lebenskraft. Man kann alle Krankheiten heilen,
indem man ihnen die Lebenskraft entgegenstellt.
Einige
Pflanzen sind wie ein Reservoir von Prana. Tannennadeln sammeln es wie elektrische
Nadeln. Und wie eine Verbindung zwischen dem Himmel und dem Inneren der Erde
ist der Planet mit lebendigen Fühlern[77] angefüllt,
welche die wahre Erneuerung des geistigen Gewebes sammeln und speichern.
Unwissenheit
kann eine Krankheit verbergen, doch es ist besser, sie im Feuer des Lebens zu
verbrennen. Nicht durch künstliche, entkräftende Reizmittel, sondern durch die
Lebenskraft wird das Gleichgewicht wiederhergestellt.
Man
sollte nicht unter den Mineralien zu suchen, denn sie sind schon lange jeder
Einwirkung von Prana beraubt. Sie haben eine andere Bestimmung. Aber die Sonne
spendet Leben.
Es ist
wahr, der Mineralboden gewährt eine ähnliche Lebensgrundlage, doch dies ist nur
ein Pedal, das ohne Saiten nutzlos ist.
So ist
Meine Apotheke nur auf das Wesen gerichtet, das allen Menschen gemeinsam ist;
sie stärkt die Lebenskraft, ohne zu töten, denn Pflanzen gehen leicht in den nächstfolgenden
Zustand über.[78]
Impfungen
sind gut, wenn die Lebenskraft ihnen entspricht[79],
sonst sind sie wie ein zerstörendes Pflaster. Ein Wesen, das (…) Lebenskraft
besitzt, benötigt keine Impfungen, denn es besitzt die so genannte Sonnen–Immunität.
In
Dörfern gibt es wenig Lebenskraft, denn Prana hilft nur, wenn es bewusst
aufgenommen wird. Die Ernährung des Geistes kann nur bewusst vor sich gehen.
Den
Anweisungen über die Heilmittel wäre noch hinzuzufügen, dass in Lemurien* die
Häute von Moschustieren geschätzt wurden. Auch spielte bei den Ritualen der
Königsweihe im alten Chorasan[80] ein
Kelch mit Zedernharz eine Rolle. Bei den Druiden[81]
nannte man den Kelch mit Zedernharz auch „Kelch des Lebens“. Erst später, in
der Zeit des Verlustes des geistigen Bewusstseins, wurde es durch Blut ersetzt.
Das Feuer
des Zoroaster*entstand durch Verbrennung von Harz in einem Kelch.
[146] 19.
Der halbe Himmel ist von einem ungewöhnlichen Zeichen eingenommen. Rund um ein
unsichtbares Gestirn erstrahlte ein scheinbar unermesslicher Ring, und an
seinem Rand verliefen Strahlen.[82]
Die
Furien des Schreckens, erstickt vom Leuchten dieses Zeichens, haben sich in
Höhlen versteckt. (…)
Das Volk
verfügt über die besten Fähigkeiten.
Die
gebende Hand lebt weise. Und mögen die (…) Orte ruhen.
Wem soll
die neue Erde übergeben werden? Dem, der eine Prise des alten Wissens bringt.[83]
Der
Knoten der Völker ist an einem leeren Ort befestigt.
Mögen die
Abgeschiedenen wiederkehren.
Wenn Meere
Berge bedecken und Wüsten an die Stelle des Meeresbodens treten können, ist es
dann wirklich unmöglich, sich das Wunder der Besiedlung der Wüsten
vorzustellen? Der Ackermann, der einfache Siedler gönnt dem Boden Erholung,
indem er ihm erlaubt, sich dicht mit Unkraut zu bedecken. Genau so müssen auch beim
Plan (…) die Erntestellen gewechselt werden. Dem Neuen gebührt ein neuer Ort.
Ich fühle
es, der menschliche Geist erhebt sich, doch nehmt auch die Unglücklichsten mit:
„Kommt herbei ihr Nackten, wir werden euch bekleiden; kommt herbei ihr Kleinen,
wir werden euch großziehen; kommt herbei ihr Stummen, wir verleihen euch
Sprache; kommt herbei ihr Blinden, denn bei uns erblickt ihr das
vorherbestimmte Reich.“
Wessen
Hand streckt sich nach dem Riegel Meines Hauses? Wanderer, du hast nichts, was
dir gehört, daher magst du eintreten.
So
gelangen wir ans Ziel.
[147] 20.
Es ist an der Zeit, die Unvollkommenheit der Materie zu beseitigen. Dafür muss
das Volk sich des Geistes bewusst werden; sonst wird der allgemeine Zustand die
individuellen Möglichkeiten gleichsam an sich angleichen, so wie die Wellen des
Ozeans einen gemeinsamen Rhythmus beibehalten.
Daher ist
es an der Zeit, die Völker durch das Schwert oder den Blitz zu erheben, allein
um den Schrei des Geistes zu wecken.
[148] 21.
Wenn ihr das Klischee der ersten Schöpfungen sehen könntet, würdet ihr entsetzt
sein. Die Hauptschwierigkeit liegt darin, dass man auf Materie nur durch
Materie einwirken kann. (…) Die Leute wiederholen wie Papageien die bemerkenswerte
Formel: „Der Tod wird durch den Tod überwunden“, denken aber über ihre
Bedeutung nicht nach.
Es ist
beschlossen worden, das künftige Schicksal an die Lebensbedingungen der
Kooperation des Geistes zu knüpfen. Die Schwierigkeit liegt in einer neuen Aufteilung
der Menschheit. Die frühere primitive Einteilung nach Kasten, Klassen und Berufen
ist durch die vielschichtige Unterscheidung nach Licht und Schatten ersetzt
worden. Diese wird wie ein geläuterter Kommunismus die besten Schichten der
Menschheit auswählen. Man muss, ohne Details zu beachten, eine allgemeine Unterscheidung
nach Licht und Schatten durchführen, wie eine Einberufung zu einer neuen Armee.
Wie
schwierig ist es, auszuwählen, ohne besondere Maßnahmen zu ergreifen!
(…)
V
[149] 1.
Die Wellen der Ströme wachsen spiralförmig an. Das Prinzip des spiralförmigen
Wirbels ist in allem vorhanden.
[150] 2.
Die Mutter der Welt erweist sich als das Symbol des weiblichen Prinzips in der
neuen Epoche, und das männliche Prinzip gibt den Schatz der Welt freiwillig an
das weibliche Prinzip ab.
Wenn die
Amazonen das Symbol der Kraft des weiblichen Prinzips warn, so ist es jetzt unabdingbar,
auf die geistige Vervollkommnung des weiblichen Aspektes hinzuweisen.
Im Namen
Christi sind große Verbrechen begangen worden, deshalb kleidet Christus sich heutzutage
in andere Gewänder. Man muss alle Ausschmückungen läutern. Ich spreche nicht
von leicht verschönten Schriften, doch selbst in die Bände des Origenes* haben
sich Berichtigungen eingeschlichen. Deshalb ist es an der Zeit, den Zustand der
Welt zu ändern.
Die Triebfedern
können nicht vor der Frist wirken, Beschleunigung hieße, an den Saiten zu sägen.
[151] 3.
Wir kennen die Grenzen der Möglichkeiten für Eroberungen des Geistes nicht. Das
Geisteskorn ist autark, doch entsprechend der Aura kann man die Richtung
bestimmen.
Es gibt
nach innen gewendete und vom Potential des Geistes absorbierte Gedanken. Es
gibt Gedanken, die auf dem irdischen Plan nicht in Erscheinung treten.
[152] 4.
Man kann Städte errichten, man kann besseres Wissen übergeben, doch das
Schwierigste von allem ist, das wahre Bild Christi reinzuwaschen. Denkt darüber
nach, wie man den Leib Christi reinigen kann.
Wenn man Bruchstücke
über den Retter des Volkes sammelt und den Chiton in ein Arbeitskleid
verwandelt, kann man Erleuchtung finden.
Der
Tempel muss mit menschlichen Händen errichtet werden.
[153] 5.
Der Stern von Allahabad[84] wies
Uns den Weg, und so besuchten Wir Sarnath[85] und
Gaya[86].
Überall fanden Wir Lästerung der Religionen. Auf dem Rückweg, bei Vollmond,
erfolgte ein denkwürdiger Ausspruch Christi.
Während
des nächtlichen Übergangs verlor der Führer den Weg. Nach einigem Suchen fand
Ich Christus auf einem Sandhügel sitzend, wie Er in den vom Mond beschienenen
Sand blickte. Ich sagte zu Ihm: „Wir haben den Weg verloren, Wir müssen die
Stellung der Sterne abwarten.“
„Rossul Morya, was bedeutet Uns ein Weg, wenn Uns die ganze
Erde erwartet?“
Er nahm
einen Bambusstab, zeichnete ein Quadrat um den Abdruck Seines Fußes und sprach:
„Wahrlich, Ich sage: mit einem menschlichen Fuß.“
Dann
drückte Er Seine Handfläche in den Sand, umschloss sie ebenfalls mit einem
Quadrat und sprach: „Wahrlich, Ich sage: mit einer menschlichen Hand“.
Zwischen
den beiden Quadraten zeichnete Er etwas wie eine Säule und überwölbte sie mit
einer Art Halbkreis.[87] Er
sagte: „O, wie wird Aum in das menschliche Bewusstsein eindringen! Hier fertigte
Ich einen Blütenstempel und darüber einen Bogen und legte somit das Fundament in
vier Richtungen hin fest. Wenn durch menschliche Füße und menschliche Hände der
Tempel errichtet wird, in dem der von Mir ausgelegte Blütenstempel erblüht, mögen
die Erbauer Meinen Weg beschreiten. Warum warten Wir auf einen Weg, wenn er vor
Uns liegt?“ Und Er stand auf und löschte die Zeichnung mit dem Stab[88].
„Wenn der
Name des Tempels ausgesprochen wird, wird dieser Entwurf in Erscheinung treten.
Meines Sternbildes gedenkend, werden ein Quadrat und neun Sterne über dem
Tempel leuchten. Das Zeichen der Füße und der Hände wird auf den Eckstein gezeichnet
werden.“ – So sprach Er selbst am Vortag des Neumondes. Die Hitze in der Wüste war
groß.
„Gebt Uns
den Gewölbebogen, durch den Wir eintreten können!“
[154] 6. Eine
Berührung des Strahls der Bruderschaft steigert die Scharfsichtigkeit der
Wahrnehmung; deshalb muss man jede Wahrnehmung in Betracht ziehen.
Sowohl
kleine als auch wichtige Ereignisse schlagen auf die Aura wie auf Saiten. Das
Anwachsen der Aura hat seine Vorteile, vielfältig erklingen diese Äols–Flügel[89]. Die
Last der Erde spielt ihre Symphonie auf ihnen. Man kann nicht sagen, ein Mensch
mit einer erleuchteten Aura sei bewegungslos. Die äußere Hülle der Aura wogt
wie ein Meer. Welch eine Aufgabe für einen Wissenschaftler, die Ernährung der
Aura von innen und die Widerspiegelung von außen zu verfolgen. Wahrlich, es
gibt eine weltweite Schlacht!
Das Symbol für die Last der Welt ist ein Mensch, der die
Erdkugel trägt.[90] Alle
vielschichtigen Empfindungen steigern sich bis zum Schmerz. Man kann den
Eindruck erhalten, man sei zwischen Hammer und Amboss geraten.
Deshalb
ist die Errungenschaft der Regenbogen–Aura so nützlich, denn sie hat die
Fähigkeit, das gesamte Dasein zu assimilieren. Selbst die besten einfarbigen
Auren müssen Brände selbst löschen, indem sie aus ihrem eigenen Ozean schöpfen.
Dagegen ist es für die Regenbogen–Aura leicht, Strahlen widerzuspiegeln und aufzunehmen.
Deshalb ist die nützlichste Tat – die Heldentat.
(…)
[155] 7. Wenn
ihr etwas nicht verstehen könnt, setzt euch schweigend zusammen und denkt ein
und denselben Gedanken. Ihr werdet bald verstehen, wie praktisch ein solcher schweigender
Rat ist. Wir leiten die Kraft des Geistes in einen einzigen Kanal. Es ergibt
sich eine ungewöhnliche Entladung, die durch den Magneten verstärkt wird und
mit dem Rhythmus übereinstimmt. Es ist ein Gesetz, dass zwei übereinstimmende
Gedanken die Kraft siebenfach verstärken. Das ist keine Magie, sondern eine
praktische Erwägung.
[156] 8.
Versteht es, den Wellen (…) in Schönheit zu begegnen. Nicht der Empfang süßer Piroggen[91],
sondern das Schmieden eines Schwertes. Nicht gezuckerte Finger, sondern die
mächtige Hand des Geistkämpfers. Dem Feind entgegenzugehen, ohne ihn
anzuerkennen, und die Tore zu erreichen, ohne sich umzudrehen: Das ist Unser Weg.
Wir
kennen den Schritt der vom Schicksal bestimmten Sieger. Wesentlich ist, dass
ihr auf dem Weg nicht herumhüpft. Wesentlich ist, dass Wir über die Unbesiegbarkeit
eures Schrittes entzückt sein können.
Schicklicher
für den Strahl ist es, die Wandernden zu erleuchten, als Herumhüpfenden hinterher
zu springen. Vieles vermochten die Menschen, doch selten konnten sie es in
Schönheit beenden. Bei der Morgen– oder der Abenddämmerung, beim Vormarsch oder
beim Rückzug, beim Flug oder beim Untertauchen denkt an Uns, die Wir euch
beobachten. Das wird schön und auch würdig sein.
Muss man
wirklich die Geschichtsbücher öffnen, um zu sehen, wie Riesen das Überqueren
eines Baches schwerfiel? Wie Leichtes durch Hässliches verdunkelt wurde und der
Verstand schwankte, weil er das Urteil über die Schönheit verlor? Komplizierte Aufgaben
bedeuten für den Mathematiker bloß Freude. Dann bleibt die Macht des Schweigens,
von der bereits gesprochen wurde.
[157] 9.
Feuer versengt unvollkommene Gedanken. Wie könnte man sonst einen Korb voll echter
Errungenschaften sammeln? Sehr wichtig ist das Experiment, den Gedanken durch
den Strahl hindurchgehen zu lassen[92].
Jeder drückt das Wesen seiner Aura aus, doch die einzelnen Gedanken sind in
ihrem Wert verschieden, je nach ihrer geistigen Konsistenz. Dann kann der Körper
des Gedankens durch einen besonderen Strahl geprüft werden. Das Vorhandensein
innerer Geistigkeit erleuchtet den Gedanken mit der Farbe der Aura; wenn aber
der Gedanke niedrig ist, verbrennt er unter dem Strahl. So ergibt sich nicht
nur eine Prüfung des Gedankens, sondern auch eine Desinfektion des Raumes.
Man kann
sich vorstellen, wie der Strahl den Raum durchdringt und schöne Schätze findet
– aber auch rote und orangene Feuerchen, die wie verbrecherische Vergifter sind. Wie sollte man die Schichten über der Erde
nicht reinigen, wenn sie sogar dem Auge als orangefarbener Dunst erscheinen?
Die
Hauptsache ist, die Bazillen niederer Gedanken zu vernichten, die ansteckender
sind als alle Krankheiten. Nicht über ausgesprochene Worte, sondern über
Gedanken sollte man besorgt sein. Bei einem einzigen Wort werden zehn Gedanken
geboren.
[158] 10.
Es ist notwendig, über die Wahrhaftigkeit der Grundlagen zu sprechen. Ihr habt bemerkt,
dass Wir die astrale Welt als eine Auftürmung[93]
bezeichnen. Wir unterstreichen, wie Wir sie meiden.
Ihr wisst
bereits, dass Astralkörper einen Umfang und ein Gewicht haben und viele
Besonderheiten des irdischen Lebens mitnehmen. Die Relativität des irdischen
Wissens ist bekannt. Natürlich nehmen die Astralkörper keinen geringen Teil der
Relativität mit sich, doch wenn sie sich von der irdischen Hülle befreien,
erlangen sie die Schöpfung des Geistes.
Ihr könnt
euch aber vorstellen, wie die Relativität des Wissens sich in diesen Strukturen
widerspiegelt. Neben einem erdachten Olymp[94] kann
man einer missgestalteten Fabrik begegnen, die auf Erden nicht verwirklicht wurde.
Es gibt auch harmonische Oasen, doch im Allgemeinen herrscht ein phantastischer
Friedhof menschlicher Sorgen vor.
Es ist
unmöglich, sich in das astrale Klischee zu versenken, denn dann wird nur eine
falsche Vorstellung folgen. Deshalb sind die gewöhnlichen Medien schädlich.
Wir
wollen die Folgen des Dunstes der irdischen Küche nicht aufzählen, denn es ist
wichtiger, zu verstehen, wie man die Folgen der Relativität vermindern kann.
Man kann sie mit wirklicher Wahrhaftigkeit verringern; doch Wahrhaftigkeit kann
man nur durch Geistigkeit erkennen; deshalb ist die Erweckung der Geistigkeit
eine kosmische Bedingung.
[159] 11.
„Freude ist eine besondere Weisheit“, so sprach Christus.
Nichts
speichert die Essenz von Prana so sehr wie Pflanzen. Sogar Pranayama* kann
durch den Umgang mit Pflanzen ersetzt werden. Und es ist nützlich, zu verstehen,
wie aufmerksam der Blick in den Aufbau der Pflanzen eindringen sollte. Die
Poren der Pflanzen erweitern sich nicht nur durch neue Blätter und Blüten,
sondern auch durch das Entfernen der abgestorbenen Teile. Das Gesetz der
Ernährung der Erde durch die Fühler der Pflanzen[95] gibt
die Möglichkeit, aus diesem Reservoir durch Riechen und Sehen die wertvolle
Eigenschaft der Lebenskraft, die so genannte „Naturovaloris“[96], zu
schöpfen, die bei bewusstem Streben erlangt werden kann.
Wie
lebende Pflanzen wertvoll sind, die ihre Lebenskraft nicht verloren haben, so können
auch Präparate von in der Sonne getrockneten Pflanzen nützlich sein. Doch muss
man das Stadium der Verwesung vermeiden, denn sie ist in allem dieselbe und
zieht die unvollkommensten Geistwesen an. Deshalb sollte man den Zustand von
Schnittblumen beachten. Man muss den Geruch der Zersetzung spüren – nicht das
Äußere, sondern der Geruch ist das Merkmal.
Wenn es nicht
die Zeit für Blumen ist, ist es nützlich, kleine Nadelbäume zu halten. Sie speichern
Lebenskraft wie eine elektrische Maschine und übertreffen noch richtiges Atmen.
Und anstatt durch rituelle Atemübungen kann man so einen höchst kondensierten
Vorrat von Prana erlangen. Gewiss, auch ein Zustand der Ruhe verstärkt die
Wirkung.
Ein
lebendiges Verständnis der Mächte der Natur führt ohne Magie zu einer Auffrischung
der Möglichkeiten.
[160] 12.
Man kann die Bedingungen der Erde nicht von der Umgebung trennen, denn die mentale
Welt hat keine engen Grenzen.
Wieder
muss gegen die astrale Welt gesprochen werden, denn in Zukunft ist es
erwünscht, dieses Stadium bedeutend zu verkürzen. Zur Zeit ist sie
unvermeidlich, doch bei Entwicklung des Geistes wird die Offenbarung des
mentalen Körpers näherkommen.
Devachan*
ist ein Ort angenehmer Bewusstseine, doch zugleich auch gefährlich, weil ein
schwacher Geist sich von einer solchen angenehmen Station nicht trennen will
und weil sie den höchsten Unwillen erzeugt, sich wieder zur Arbeit zu begeben. Und
wenn die Zeit naht, diese Walhalla[97] zu
verlassen, drängt der Mentalkörper zur Heldentat, während der Astralkörper[98]
diesen Ort als angenehm für sich empfindet.
Gerade der
Geist gestattet jedoch kein Stehenbleiben, denn irgendwo in seinem Inneren erinnert
er sich an die herrlichen Welten. Jenseits aller Erinnerungen lebt ein
unaussprechliches, festes Bewusstsein der Möglichkeit der Rückkehr zum Licht,
von wo der Funke ausgegangen ist.
Wie kann ein
feinfühliger Geist einen Anfall von Weltschmerz verhindern? Es ist noch nie
vorgekommen, dass ein Mensch sich im Geist vom irdischen Plan löste, ohne dass die
Zentren sich zusammenzogen. Ähnlich verspürt ein mutiger Flieger, der sich von
der Erde löst, ein einmaliges Zittern im Herzen.
Das Ziel und
der Sinn des Daseins liegen darin, über die Grenzen des Bekannten hinaus nach
oben zu streben und einander zu helfen.
Wenn wir
uns ohne jede Mechanik an das Gefühl erinnern, auf einem Felsen vor einem
Phänomen der Natur zu stehen, zieht sich da nicht auch das Herz vor Entzücken
zusammen? Nach diesem Stadium kommt das Gefühl, die Unermesslichkeit zu
umfassen.
Einige
geben sich mit dem Prunk der astralen Welt leicht zufrieden, doch ihr findet
dort nichts, was euch entspricht; nur die[99] Mönchszellen
des Wissens eröffnen den Weg.
[161] 13.
Ihr habt bemerkt, dass jeder Große Lehrer von der ununterbrochenen Fortdauer des
Lebens sprach. Man kann auch feststellen, dass gerade dieser Hinweis aus allen
Lehren getilgt worden ist, denn der Materialismus muss sich schützen. Auf der
Erde ist dieser Umstand besonders bedeutsam.
Man muss
wissen, dass die irdische Materie sehr grobstofflich ist. Auf Planeten, die niedriger
als die Erde stehen, ist die Materie sehr grob; auf denen, die höher als die
Erde stehen, harmoniert die Materie mit dem Geist. Daher erweist sich die Erde
als Wendepunkt.
Auf höheren
Planeten gibt es Unvollkommenheiten, doch keinen Widerstand der Materie. Dort
kann man leichter suchen, ohne seine Kräfte in unnötigem Kampf zu vergeuden.
Dort wird die Materie untrennbar vom Geist, ohne jede Gegensätzlichkeit.
Niemand
verneint den Wert der Materie, aber man kann nicht begreifen, warum die Räder
einer Lokomotive mit dem Dampfkessel streiten sollen. Je besser der Dampfkessel
arbeitet, desto leichter haben es die Räder, sollte man meinen. Doch der Chef
der Räder meint, sie seien der wichtigste Teil dieses Organismus, und lädt alle
ein, auf Rädern zu fahren, verschweigt aber, dass die Räder ohne Antrieb nur
bergab rollen können.
Die
Struktur von Materie und Geist enthält im Grundsatz keine Feindschaft. Warum
sollte man das Fortschreiten in die herrliche Unbegrenztheit aufhalten? Wozu sollte man illusorische Dämme um die Erde herum auftürmen?
Man kann
die unnötig aufgehaltenen Wanderer bedauern, denn diese irdischen Stationen
werden ihnen über eine bestimmte Dauer hinaus nichts nützen.
Wozu
Hunderte von Wiederverkörperungen, wenn man mit zehn die Schwelle überschreiten
kann?
Man soll
sich des letzten Großen Lehrers erinnern, der den
schmachvollen Tod für etwas auf sich genommen hat, was der Menschheit scheinbar
schon längst bekannt war!
[162] 14.
Man sollte daran denken, dass verfeinerte Materie eine absorbierende
Eigenschaft hat.[100]
Wenn sich jemand der Materie wegen ihres gegenwärtigen Zustandes nähert,
erlangt er keine Immunität des Geistes und versinkt in sogenannte Maja*, denn
ohne Vervollkommnung des Wesens der Dinge wird ihre Hülle giftig.
[163] 15.
Das Wachstum des Verständnisses des Geistes zieht auch die Mitarbeit der kleinen
Wesenheiten herbei, welche die Luft besiedeln. Deshalb kann man die Feindseligkeit
der Materie bedauern. Man könnte schon früher eine bewusste Zusammenarbeit mit
der Materie erreichen.
Es ist
verlockend, unverzüglich einen materiellen Vorrang zu erhalten. Auch ein kluger
Mensch ist nicht abgeneigt, einen Titel in Empfang zu nehmen, ohne die Folgen
zu erwägen. Der Friedhof ist voll von hohen Titeln, dies ist das Denkmal für den
Zaun, der die Materie isoliert.
Die
Materie ist gewiss sehr bedeutsam, doch nur wenn Geist vorhanden ist, erhält
sie ihre heilige Bedeutung. So wie der größte Bewunderer
der Materie ohne Geist unharmonisch[101] ist, so ist es auch ein Adept* ohne
Intellekt. Doch im Geist kann man immerhin fliegen, während die Materie
keine Flügel hat. Denn Geistigkeit auf der Erde kann die Hohen Tore öffnen.
Und wenn
der Mensch sicher vor Furcht ist, kann er den Ursprung der Wirklichkeit
erkennen.
[164] 16.
Die Qualität der Strahlen ist unendlich verschieden, doch zwei Kategorien von
Strahlen kann man leicht unterscheiden: Die einen, die der gegenwärtigen
Menschheit eröffnet werden können; die anderen umfassen Strahlen, die von den
Menschen ein geistiges Verständnis fordern, und ohne diese Eigenschaft können
diese Strahlen zerstörerisch sein.
(…)
Jeder
Strahl kann nur im Bereich der Farben seiner Gattung Schutz bieten.
Wenn für einen
violetten Strahl sogar ein höheres Gelb unangenehm ist, wie wird dann erst die
Gattung der Roten die äußere Hülle der Aura beschädigen! Bei Vervollkommnung tritt
ein neuer Schutz in Erscheinung, bei dem wir verschiedene Strahlen begreifen, indem
wir sie mit dem eigenen Strahl absorbieren. Wir beschirmen uns gleichsam vor
Ermüdung, die durch die verschiedenen Aufflammungen unserer
Farbenskala entsteht.
Zum
Beispiel: Jemand, der eine violette Aura besitzt, beginnt alles in Wellen von
violetter und blauer Farbe zu sehen; das bedeutet, dass sich sein Schild
festigt. Das bedeutet, dass er anstelle von Stichen und Wunden alles mit seinem
eigenen Ozean überschwemmt und fremde Farben gleichsam in den Aufspeicherungen
seiner Aura versinken. Die Schwierigkeit bei diesen Aufspeicherungen besteht allerdings
darin, dass sie nicht von außen zugesandt, sondern nur von innen hervorgebracht
werden können. Deshalb ist es ein gutes Zeichen, wenn das Feuer des Geistes in der
eigenen Farbe strahlt.
Jede
einfarbige Aura enthält drei Wellen, die den drei wesentlichen Naturen
entsprechen: der körperlichen, der astralen und der mentalen.
[165] 17.
(…) Wir sehen das Fortschreiten der vom Schicksal bestimmten Ereignisse und das
Erscheinen von stillen Gestalten, die gleichsam außerhalb des Lebens wandeln, obwohl
Wir sie nach ihrer Heldentat einschätzen. Doch ihr Leben verläuft zwischen einer
gewissen Absonderung und Heldentat, die sich offenbart wie ein Funke in der
Dunkelheit.
Die nachfolgenden
und die früheren Ereignisse fließen vollkommen unbemerkt dahin. Ob es sich um
einen Thron, eine Klosterzelle oder den Arbeitsplatz eines Schusters handelt,
ist ohne Bedeutung, die früher aufgespeicherte Aura begleitet diesen letzten
Weg. Gewiss, sie wächst weiter und bedeckt gleichsam eine nie dagewesene Feinfühligkeit,
doch ihre Qualität ändert sich nicht mehr; und von früher Jugend an kann man diese
einzigartigen Kinder unterscheiden, die ihre eigene Welt der Manifestation des
Geistes in sich tragen.
Sehr selten,
fast nie beschränken sie sich auf ein spezielles Fachgebiet. Gerade das Fehlen
einer Spezialisierung ist charakteristisch für sie, und es ist, als ob die Hände
nach dem Kelch ausgestreckt sind.
Wenn man ihre
früheren Leben überblickt, kann man Repräsentanten von Religionen,
Königreichen, Wissenschaften, Kunst und Technik sehen, die warten und sich reisefertig
machen und zu jeder Stunde bereit sind, ohne Bedauern abzureisen.
Die Kombination
von richtiger Bewertung der Schönheit der Materie mit der Bereitschaft, sich in
die Errungenschaften des Geistes zu vertiefen, bringt die Heldentat gleichsam zur
Reife. Der Wirrwarr des Lebens wirkt nicht mehr anziehend, und schließlich wird
einem bewusst, dass es so nicht weitergehen kann.
Eine
Heldentat kann entweder verhältnismäßig kurzzeitig oder augenblicklich sein.
Das Erfassen der Notwendigkeit, eine bestimmte Tat zu vollbringen, wird von
weither herangetragen, und ganz einfach wird dieser Lebensschritt getan.
Also ist es
das Schwierigste, Begeisterung sowohl für die Materie als auch für die
Offenbarung des Geistes zu fassen. Und wie viele herrliche Forschungen sind aus
Bedauern über die Materie oder durch geistige Absonderung aufgehalten worden!
Manchmal kann man sich die Verwandtschaft des Geistes mit der Materie leicht
vorstellen; in diesem Fall muss man die Ursache in vergangenen, ausgewählten
Leben suchen.
Der erlesenste
Einsiedler, der die Schönheit der Welt verdammt, verschließt sich selbst die
Tore. Auch der Wissenschaftler, der die Höhere Quelle vergisst, beraubt sich
der Flüge in das Reich der Eroberungen. Kinder begreifen diese einfache
Bedingung, doch die Erwachsenen lehnen sie als Dummheit ab.
Nur auf den
besonderen Wegen des Verkehrs kann man auf der Fahrt der Heldentat vorwärtskommen. Und das zu erwarten, was der
Geist erwägt und wofür er weiß, dass die Zeit gekommen ist, ist so schmerzhaft,
als ob die Zeit stehen geblieben wäre und ein Brand den angesammelten Reichtum
vernichtet hätte. (…)
Wahrlich,
Christus sagte: „Ihr kennt weder Stunde noch Tag.“[102] Er
enthüllte auch eine andere Formel, indem er sagte: „Warum hast Du mich
verlassen, Herrscher?“[103] Er
meinte damit das Wissen des Geistes, denn im letzten Moment, bevor wir eine
irdische Runde beenden, tauchen wir gleichsam in einen luftleeren Raum ein, um dann
mit allen angesammelten Feuern aufzuflammen. Indem wir das Bewusstsein der
Vergangenheit zurückhalten, wird der Sprung über den Abgrund vollführt.
(…)
[166] 18.
Sogar irdische Gegenstände bewahren eine besondere Atmosphäre um sich herum. (…)
Bereits vor dem Lesen könnt ihr von dem Wesen der Art eines Dokumentes durchdrungen
sein. Die Lehre wird bedeutend tiefer eindringen, wenn man vor allem das Wesen der
Offenbarung übermitteln kann. Ich bürge dafür, dass man sich mit Hilfe eines feinfühligen
Apparates sehr rasch damit vertraut machen kann. Das Gespür entfaltet sich
normal durch Zulassung des Geistes.
Sehr oft
sagen die Leute: „Wir wundern uns über nichts mehr“, und dann sind sie
überrascht beim ersten unerklärlichen Geräusch.
Nun
werdet ihr fragen, wozu die Einsamkeit der letzten Verkörperung erforderlich
ist. Das ist eine Bedingung, die vom irdischen Standpunkt her sehr schwer zu
erklären, gleichwohl aber unabänderlich und einfach ist, wenn ihr die Grenzen
des irdischen Daseins überschreitet. Sogar bei der gewöhnlichen Annäherung an
einen Hafen kann man eine ähnliche Erscheinung beobachten: Das Leben auf dem
Schiff hört auf, die Reise geht dem Ende zu, die Passagiere sind mit dem
Ausladen beschäftigt, und die nicht lange zurückliegenden gemeinsamen
Beschäftigungen scheinen schon nicht mehr zu existieren.
Wieviel stärker
ist das Gefühl eines Organismus, der sich vollkommen veränderten Bedingungen
nähert! Es ist das Gespür für den Strom des Strebens zu dem Mittel, um die letzte
Handlung auszudrücken.
(…)
[167] 19.
Es kommt auch vor, dass vor dem Hinscheiden alle Stimmen verstummen, und selbst
wenn man dieses Gesetz kennt, wird einem angst und bange.
In den
ägyptischen Mysterien gibt es einen Moment, wo der Einzuweihende in
vollkommener Dunkelheit vor eine Schwelle gestellt wird und ins Unbekannte
treten muss, ohne den Schritt zu verlangsamen.
Besonders
jetzt, da Christus auf Wunder verzichtet hat, soll dieser Moment des Eintretens
ins Unbekannte auf besondere Weise verlaufen, denn die kommende Epoche muss die
Grenzen zwischen den Welten auslöschen. Und die ägyptischen Mysterien haben
sich in die Formel verwandelt: „Mit
menschlichen Füßen.“
[168] 20.
Ein Sperrnetz* muss den Körper umgeben. Es ist sehr wichtig, dass die Aura in
einem Netz von lebenskräftigen Funken endet; deshalb müssen selbst lila und blaue
Auren einen Umkreis von rubinfarbenen Funken haben.
Die Offenbarung
nur solcher Farbtöne, die vom Irdischen weit entfernt sind, macht den Besitzer allzu
sehr empfindlich gegenüber irdischen Erscheinungen. Die Breite der Aura wächst
oft, wodurch die irdischen Zeichen verdrängt werden. Teros* und Tamas* müssen
wie Brüder arbeiten, denn die Vertreter von Tamas und Teros müssen
unzertrennlich sein.[104]
Der Geist
füllt [die Aura] mit Ausstrahlungen, doch das Sperrnetz macht sie kompakt.
Durch das Bewusstwerden des Sperrnetzes kann man die Ausstrahlungen schützen;
man kann das Netz aber nicht ohne Teros ausdehnen, dessen Strahl wie ein Scheinwerfer
Einbruchstellen ausfindig machen muss. Daraus kann eine mangelnde Entsprechung
beim Kontakt mit der äußeren Welt entstehen. Diese einfache Bestimmung muss man
sich besonders zu eigen machen. Denn das Sperrnetz wird vom gewöhnlichen
Bewusstsein und dem Befehl des Willens reguliert.
Auf den
ersten Blick erinnern die springenden Funken nur an die Bewegung eines
Apparates, doch sie erweisen sich als Wächter, die bereit sind, den Feind zurückzuschlagen.
(…)
VI
[169] 1.[105] Man
kann jetzt sagen, weshalb beschlossen wurde, auf Wunder zu verzichten. Der Weg
der Wunder ist von Harmonie zu weit entfernt. Entweder geht das Wunder
verloren, dann ist es einfach schädlich; oder es zieht den Menschen auf eine
Stufe hinauf, die er in der umgebenden Atmosphäre nicht halten kann; oder aber es
fällt in die Augen von Neidern und ruft Böses hervor.
Mutig die
Möglichkeit erkennen, in das volle Licht einzudringen, und bewusst ungewöhnliche
Erscheinungen verdecken – das bedeutet, Harmonie näher zu bringen. Den Weg der Erweiterung
des Bewusstseins zu gehen – das bedeutet, sich wirklichen Taten anzunähern.
Der
Strahl des Verstehens der uns bestimmten, unermesslichen Macht kann bereite
Seelen vereinen, doch ohne diese Bereitschaft verwandelt sich jegliches Wunder
in Neugierde.
Man kann
über Kräfte verfügen, aber nicht um sie zu demonstrieren, sondern für
fortschrittliche Taten. Wenn das Wesentliche für die Masse nicht sichtbar ist
und keine Aufmerksamkeit erweckt, weil es durch die Wirkungen verdeckt wird,
wird dieses Wesentliche in das Bewusstsein des Volkes eindringen und es an die Fakten
gewöhnen, die von Hand geschaffen werden. Auf diese Weise wird höhere
Geistschöpfung von Hand vollbrachten Taten bewirken. Dem Geist gebührt es, im
Geist zu verbleiben. Möge die Hand die irdische Richtung weisen, denn Schöpfung
von Hand erregt keinen Hass.
Im
Altertum verhüllte man bei der Übermittlung der Gebote Gottes das Antlitz;
später ging man daran, die Materie durch die Verkündigung von Kräften zu
überwinden, die man sich noch gar nicht angeeignet hatte. Natürlich rief das
die Inquisition ins Leben. Das Wesen der Inquisition besteht in der Verfolgung
des Ungewöhnlichen.
Wenn man
als Wirkung von Kooperation das Ungewöhnliche zum dem uns Bestimmten macht, zwingt
das sogar die Dümmsten dazu, es anzunehmen. Deshalb mögen die Wunder nur im
Bewusstsein der wenigen verbleiben, die fähig sind, in die Unbegrenztheit zu blicken.
So ergibt
sich das Gegenteil wie im Altertum: Früher haben die Priester die Wunder für
die Massen gehütet, heute sind die Wunder nur noch für die Priester da.
Das Streben
nach einer wahren Kooperative ist die Grundlage der Evolution. (…) Den Weg der Unwissenheit
kann man nur durch Erweckung der schöpferischen Tätigkeit beseitigen. Mögen
ihre Formen auch ungeheuerlich sein, möge in Hinterhöfen aus Kleinholz eine
Sonne geschaffen werden, es bricht doch der schäumende Strom durch die Mauern der
Materie. Neue Entdeckungen werden das Sammeln verstärken. An die Stelle von Börsenspielen
möge das Streben nach Entdeckungen treten, unterstützt von Kooperativen.
(…)
(…)
[170] 2. (…)
Das Chaos der Splitter kann durch Schönheit begriffen werden. Welcher andere
Maßstab könnte sonst für die Zusammengewürfeltheit
der Gedankenschlacken angewendet werden? Wenn ihr einen Haufen von Güte,
Bereitschaft und Beweglichkeit findet, könnt ihr nur mit der Schaufel der
Schönheit an ihn herangehen. Ein wunderbares Feuer ist im Verkehr mit dem Volk
enthalten.
(…)
Mit nichts zufrieden zu sein bedeutet nur Wissen um
Möglichkeiten. (…) Zufriedenheit ist der Tod des Geistes. (…)
[171] 3.
Dorthin, wo das Volk wartet, senden Wir Unsere
Auserwählten.
Über den
irdischen Strahlen leuchten die Strahlen des Geistes. Verbrennt die Kleider des
vergangenen Tages. Ein Maulwurf ist kein Weggenosse. Ich
glaube nicht, dass bis zur Offenbarung alle Maulwürfe der Welt eine Grube
gegraben haben werden.[106] Hände weg, Hände weg, Hände weg!
Unser
Schild wird von irdischen Händen geschmiedet. Die offenbarte Macht kommt durch
die Menschen. Es ist nicht nötig, dass Engel mit Posaunen die Ohren betäuben,
wenn sich menschliche Hände finden, die fähig sind, den Kelch in Empfang zu nehmen.
(…)
[172] 4. [107]Ein standardisiertes
Leben muss man klug umgehen. Die besten Menschen sind der mit dunklen Wolken
überlasteten Welt immer voraus gewesen.
Wer das
Neue Land erreichen will, muss nicht nur alle Vorurteile ablegen, sondern auch einen
neuen Weg betreten.
Man muss
die Verwirklichung des Lebens auf Anpassung an die örtlichen Bedingungen aufbauen.
Wenn es irgendwo hundert Sprachen gibt, muss man hundert Psychologien
verstehen. Ein Ausdruck für alle gleicht der Säule eines Gefängnisses.
Einheit
in der Vielfalt ergibt das Ergebnis der Ernte.
Die
Frucht muss durch Veredeln der neuen, erforderlichen Ströme wachsen; deshalb
werden Wir oft vom Neuen Land sprechen, das ist am dringendsten.
[173] 5.
Wir wandern vom Kleinen zum Großen, vom Alltäglichen zu den Welten, und niemand
wird das als unbedeutend bezeichnen, und niemals wird sich das Ergebnis als
unrichtig erweisen.
Jemand
fragt: Warum wird die Lehre wie Körner ausgestreut? Antwortet: Nur aus
verschiedenen Fäden kann man ein vielschichtiges Muster schaffen.
Man wird
fragen: Warum gibt die Lehre keine vollständigen Verordnungen? Antwortet: Weil
Vollständigkeit Tod bedeutet.
Man wird
fragen: Warum kann man die Teile der Lehre nicht logisch verbinden? Antwortet:
Weil es hässlich wäre, nur einen Kopf oder nur eine Hand wachsen zu lassen.
Man wird
fragen: Warum wird nicht zuerst die Formel für den Himmel ausgesprochen und dann
die Beschwörung der Erde? Antwortet: Weil jeder Faden des Gewandes der Mutter
von oben nach unten verläuft und umgekehrt.
Man wird
fragen: Warum darf man das, was vom Schicksal bestimmt ist, nicht auf einmal
offenbaren? Antwortet: Die Säulen eines Hauses werden der Reihe nach errichtet.
Und wenn die Arbeiter sagen: „Lasst uns sie alle gleichzeitig aufstellen“, wird
der Erbauer sagen: „Ihr beabsichtigt, zu zerstören!“ So enthält ein Tropfen eine
ganze Welt.
Die
Offenbarung der unbegrenzten Möglichkeiten gibt euch die Ruhe für die Aufnahme.
Wie wirkt
sich ein Erdbeben auf das Existierende aus, wie verschiedene Winde, wie
Gewitter? Wie wirken die verschiedenen Auren der Menschen auf Pflanzen? Man
könnte ein ganzes neues Institut errichten.
Wahrlich,
man kann den Faden der kosmischen Koordination finden, wenn man den Puls der
einzelnen Elemente vergleicht. Daran ist nichts Neues, doch die Bedeutung der ganzen
weltweiten Zusammenarbeit kann man anschaulich sogar für jene Leser manifestieren,
deren Geist den Schaben gleicht, die sich in den Winkeln festsetzen.
Näht sät weiter
als weit![108] Setzt in den Schulen
eine Belohnung für die größte Anzahl vorgeschlagener Fragen aus! Bisher wurde
man für Antworten belohnt, jetzt für Fragen.
[174] 6.
Bevor der Astralkörper austritt, gibt es ein Fließen[109] aus
der Wirbelsäule. Einzelne Zentren entwickeln sich verschieden, und es kommt die Zeit, wo man dieses unterschiedliche
Wachstum durch Ruhe normieren muss; genauso wie man ein gestimmtes Klavier
eine Zeitlang nicht berühren und nicht mit einem Metallgegenstand darauf
schlagen sollte.
Ein ganzer
Felsen bekommt einen Riss, wenn man mit einem anders gestimmten Metall darauf
klopft. Obwohl diese Erscheinung gut bekannt ist, ist es schwer, sie sich für
den menschlichen Organismus vorzustellen. Nur durch Erfahrung kann man spüren,
inwieweit ein Geflüster unerträglicher sein kann als eine Explosion. Dabei muss
man bedenken, dass die Kombinationen der Nerven so unterschiedlich sind, dass
es schwierig ist, die Wirkungen durch Gesetze zu bestimmen.
Der
physische Zustand ist derart mit dem Geist verbunden, dass nur persönliche
Erfahrung zeigen kann, wie man die wahre Annäherung der Feuer behüten soll. Die
Feuer sind die Quellen der Strahlen.
[175] 7.
Der Weltgedanke übermittelt eine weltweite Botschaft[110],
und der Aufbau des Neuen Landes kann sich nur durch weltweites Verständnis
vollziehen.
Benötigen
Wir etwa Beredsamkeit? Der Weg der Verbindung mit dem Geist ist viel mächtiger.
Wenn ihr seht, wie mit einer einzigen Geste große Entscheidungen herbeigeführt werden,
wird klar, dass der Wert der Worte weder in ihrer Menge noch in ihrer äußeren
Form, sondern in ihrem inneren Wesen liegt.
Man muss
sich noch kürzer fassen. Der Schmied soll nicht mit dem Hammer klirren. Die
Lehre Christi kann auf eine Handfläche geschrieben werden.
(…)
[176] 8.
Der Flug des Geistes wird nicht nach Stunden berechnet; wenn der Geist zwischen
Planeten dahineilt, geschieht dies außerhalb der Zeit; es ist nur ein
Augenblick, der nicht verlängert werden kann, sonst gibt es einen Riss zwischen
dem verdichteten[111] und
dem mentalen Körper. Doch man muss bedenken, dass der Geist, der außerhalb der
Zeit wirkt, auch ohne Zahl[112] begreift.
Und der Geist kann bis zum vierzehnten Grad des Gehörsinns begreifen, während er
in der irdischen Sphäre nur den neunten erreichen kann.[113]
Die Grade
des Gehörsinns erlauben dem Menschen, verschiedene Elemente zu seinen
Mitarbeitern zu machen. Auch das Geräusch des Regens ist nicht ohne Bedeutung.
Viele Wege bereichern die irdische Schöpfung.
[177] 9. Man
kann die Finsternis zerstreuen, indem man die Richtung der Gedanken ändert.
Nicht Worte, sondern die laufenden Gedanken weben die Aura.
Wir
möchten Unsere Werke im geistigen und im materiellen Sinn gewinnbringend
gestalten. Ich bestätige, dass die Qualität der Gedanken dafür von großer
Bedeutung ist.
Man soll
die wohltuende und nützliche Einheit unterstreichen, und dass Wir Dummheit gut einschätzen
können. Natürlich findet bei einem großen Werk auch die Dummheit einen Platz, aber
nicht im obersten Stockwerk.
Leben
kann jeder, doch die künftige Welt verlangt Erleuchtung des Bewusstseins, nicht
das Murmeln erhabener Aussprüche.
Wir
schätzen eine finanzielle Geschäftsabrechnung mehr als sinnlose, flockige
Aussprüche. Man muss an die Welt denken und praktische Gedanken offenbaren.
Am
Vorabend der Errichtung des Neuen Tempels muss man Findigkeit zeigen und die
Menschen durch Scharfsinn in Staunen versetzen. Es ist unbequem, in Windeln zu
gehen.
[178] 10.
Ich bürge dafür, dass es leichter ist, Berge zu überqueren, als eine
menschliche Schleppe zu entfalten.[114]
Unser Strahl ist in vollem Suchen bestrebt.
Man muss
Unseren Schild begreifen. Wahrlich, Mut ist notwendig.
[179] 11.
In einer vernünftigen Religion gibt es keine Verwirrung.
(…)
[180] 12.
Jene, die Gott ablehnen, haben Ihn nicht gesehen. Doch wie sieht der Gott der
Kneipenbesitzer aus? Groß ist die Bestechlichkeit Christi, der für eine Kerze
jeglichen Verrat verdeckt![115]
Es gibt
nichts Schlimmeres als eine Kerze der Gemeinheit. Christus braucht solche
Verehrer nicht, denn ihre Kerzen verrußen sein Gewand. Die Spuren solcher Geschenke
können weder mit dem Wasser des Jordans noch des Urdars[116]
weggewaschen werden.
(…)
[181] 13.
Eine Legende über Buddha:
Ein reiner
Mensch wollte Buddha sehen und hielt seine Aufmerksamkeit an den
verschiedensten Gegenständen fest. Seine Hände ergriffen die weisen Bilder
nicht, seine Augen durchdrangen nicht die Gegenstände der Verehrung, und die
Erscheinung trat nicht ein.
Endlich,
als er sich im Gebet verneigte, spürte der Suchende, wie der Faden eines
Spinngewebes sich auf seine Stirn herabließ. Er wischte ihn weg. Da ertönte
eine klare Stimme: „Warum verjagst du Meine Hand? Mein Strahl folgt dir,
gestatte Mir, dich zu umarmen.“
Darauf erzitterte
in dem Menschen die Sonnenschlange[117],
und er fand den weggeworfenen Faden. In seinen Händen verwandelte sich dieser
in vierzig Perlen, und jede trug das Antlitz Buddhas. In der Mitte befand sich
ein Stein, und auf ihm stand geschrieben: „Kühnheit, Verzweiflung[118],
Freude.“
Der
Nachfolger Buddhas empfing die Freude, denn er kannte den Weg zu ihr.
*****
Ich denke
an Flügel. Die Werke sind wahrlich beflügelt. Die Rosse durcheilen den
irdischen Raum, und mit dem Wind jagen die schöpferischen Bestrebungen. Auf in
den Kampf, auf in den Kampf, auf in den Kampf!
Wahrlich,
majestätisch ist das Bild des Ozeans des Geistes! Es erschallt und erklingt der
Ton des Rufes, und jene, welche die Waffe des Geistes in Empfang genommen
haben, streben zum Thron, denn die Jungfrau der Welt hat ihr geistiges Kleid
vollendet.
Auf in
den Kampf! Auf in den Kampf! Auf in den Kampf! Ich höre den Ruf und neige das
Haupt vor dem Gebot des Gesegneten Herrschers.
[182] 14.
Es ist notwendig, über jene etwas zu sagen, die Mich stören und bedrohen.
Leichtsinnig ist es zu hoffen, dass ein Riss im Gewebe der Welt leicht zu stopfen
sei. Selbst ein einfacher Laut ruft ein unerwartetes Echo aus der Ferne hervor.
Um wie viel tiefer durchdringt eine Sendung des Geistes den Raum! Und diese
Wunden sind fast unheilbar.
Die Hand,
die dem Plan der Herrscher eine Wunde zufügt, weist den Schild zurück. Man kann
ein Haus zerstören, man kann einen Baum zerhauen, aber den Plan der Herrscher
behindern?!
Ich
spreche keine Drohung aus, sondern eine einfache Wirkung. Wenn der Mensch mit
dem kosmischen Wirbelwind in Berührung gekommen ist, zieht jede Abweichung die
nächste Welle nach sich. Unter diese zu fallen, ist wie unter die Fußsohlen
eines Giganten zu geraten.
Wir
bitten im Guten, weist die Führende Hand nicht zurück, sonst wehe den
Zurückbleibenden.
Und
welche Ehre bedeutet es denn, Mir eine Wunde zuzufügen? Zuerst gib alles
zurück, was du von Mir erhalten hast. Doch das gelingt dir nicht, selbst wenn
du die Leber und das Herz hinzufügen würdest.
Wie
kannst du den schlagen, der dir Talent verliehen hat? Wo wäre dann der
Unterschied zu einem Räuber? Beschmutze nicht die Hand des Gebenden, denn
dieser Schmutz wird sich in deinen Aussatz verwandeln. Deshalb verehrt Unsere
Bruderschaft das Bewusstsein der Dankbarkeit.
Daher
begreife deinen Nutzen!
(…)
[183] 15.
Euch wurde bereits eine Belehrung über das Opfer gegeben. Opfer ist Macht.
Macht ist Möglichkeit. Das bedeutet, jedes Opfer ist vor allem eine
Möglichkeit.
Es ist an
der Zeit, die Heuchelei aufzugeben, dass Opfer eine Entbehrung sei. Wir nehmen
keine Entbehrungen an, sondern gewähren Möglichkeiten.
Lasst uns
sehen, welche Möglichkeiten aus sogenannten Opfern entstehen. Wo ist ein wahres
Opfer, das erniedrigen kann? In Unserer Schatzkammer gibt es eine große
Sammlung von Opfern, und jedes war dem von Nutzen, der es gebracht hat. Wir
sprechen nicht von Opfer, denn ein Opfer ist eine höchst gewinnbringende
Unternehmung.
Kleinkrämer
lieben es, über die Ausgaben zu jammern und sich als übervorteilt darzustellen.
Doch ein wirklicher Kaufmann des Lebens betrachtet jede Ausgabe als Gewähr für ein
Geschäft. Ihr habt nicht durch opfern verloren, sondern durch rauben.
Christus
hat geraten, geistige Reichtümer auszuteilen. Doch da die Schlüssel dazu so
weit entfernt sind, haben die Menschen diesen Rat auf die Verteilung von
geraubtem Geld übertragen. Zunächst wird geraubt, dann unter Tränen abgegeben,
und schließlich ist man noch über seine Güte entzückt. Gerade so, als ob der
Lehrer Stühle und alte Pelzmäntel im Sinn hatte, als er vom Verteilen sprach!
Der Lehrer wies auf den unwägbaren Reichtum hin. Nur eine geistige Gabe kann
die Waagschale bewegen.
Lasst uns
die Reihen der Mitarbeiter untersuchen: Ist jemand um etwas beraubt worden?
Nein, alle sind bereichert worden. Ist es denn keine Bereicherung, zum Herrscher
eines Neuen Reiches zu werden? Dieses Reich ist so wohlhabend, dass man ohne
besonderen Schaden auch einen Teil des Geschirrs zerschlagen kann. Die Hände
werden entschieden immer größer, und man kann ein ganzes Buch der Dankbarkeit
durchblättern.
Ich rate
den Kaufleuten des Lebens, für alle Posten Vertreter bereitzuhalten.
Bei
großen Unternehmungen beruht das Werk auf dem Werk und nicht auf einer
Persönlichkeit.
Wer kann
behaupten, dass er abgegeben hat? Wir schlagen Unsere Handelsbücher auf und weisen
nach, wie viel jeder erhalten hat. Und deshalb ist es gar nicht so leicht, zu
opfern, da das Opfer eine Möglichkeit ist; und die Möglichkeit ist ein Nutzen;
und der Nutzen ist eine vernünftige Zusammenarbeit; und Zusammenarbeit ist der Alatyr–Stein[119],
der entweder auferstehen lässt oder verbrennt.
Selbstlosigkeit
kann die Tore des Verstehens öffnen, doch ein abgenutztes Opfer von nicht
benötigten Sachen wird mit der Eigenliebe auf demselben Ast schaukeln.
[184] 16.
Jede Wiedergeburt steht mit einem bestimmten Charakter in Verbindung, der die
engste Verbindung zur gegenwärtigen Zeit aufweist.[120]
Das
Wissen über vergangene Auftritte kann einem wachen Geist behilflich sein, doch für
den schlummernden ist es nicht nützlich. Das lunare Leben[121]
muss ausgelebt werden.
[185] 17.
[122]Über
die Unabänderlichkeit und die Beweglichkeit des Planes.
Diese
Bedingungen lassen sich besonders schwer vereinen, obwohl ihre Grenzen sich durch
das Verstehen des Strahles des Sonnen-Bewusstseins klar abzeichnen. Zur
Durchführung des Planes im Leben muss man zu jeder Stunde bereit zu Beweglichkeit
sein.
Wie oft machten
Wir Uns nach Ägypten auf und fanden Uns in der Mongolei wieder. Wie oft fanden
Wir eine Handschrift und schlossen sie wieder ein. Wie oft begannen Wir, Mauern
zu errichten, und legten sie in Schutt. Wie oft haben Wir das bereits heimwärts
gelenkte Pferd wieder in die Dunkelheit der Nacht gejagt, denn hätten Wir zu
Hause übernachtet, hätten wir den Plan der Unabänderlichkeit beraubt.
Die
scheinbare Veränderlichkeit ist nichts anderes als das Vibrieren des Lebens. Die
Wege zu den Meilensteinen der Unabänderlichkeit atmen und wogen wie Wellen.
Indem Wir
den Plan bestätigen, ist Unser Wesen schon für den kürzesten Weg bereit.
Obwohl
Wir eben europäische Kleider angelegt haben, sind Wir bereit, auch den
mongolischen Kaftan[123]
hervorzuholen. Kaum haben Wir einen Wohnsitz festgelegt, sind Wir auch schon
bereit, wieder abzufahren.
Eine solche
Beweglichkeit kann nur aus dem Bewusstsein der Unabänderlichkeit des Planes
geboren werden.
Unser Weg
ist nicht der eines ewigen Wanderers, sondern der eines bestrebten Eilboten.
Die Unabänderlichkeit des Planes erleuchtet das Bewusstsein durch die Offenbarung
von Kräften. Wir überschreiten alle Hängebrücken, wenn das Licht des Planes
klar ist. So muss man die Unabänderlichkeit des Planes verstehen, damit nichts ihn
verdunkelt. Jener Plan ist unabänderlich, der allen nützlich ist.
Wir sehen
niemanden, für den der Plan des Neuen Landes nicht nützlich wäre, und deshalb
schreiten Wir selbst in der Dunkelheit scharfsichtig voran. Wenn der Lehrer
sagt: „Eile durch den Strom“, so heißt dies, dass für einen Fußauftritt
vorgesorgt ist, doch trete mit dem Fuß auch auf den Stein.
Der eine
beginnt eine Brücke zu bauen, der andere wird einen Schwimmer anheuern, ein
dritter wird sich hinsetzen und Niedrigwasser abwarten. Doch es wird sich jemand
finden, der einen Silbernen Faden des Geistes webt und auf ihm schwerelos hinübergeht,
denn Ich werde seine Last auf Mich nehmen.
So leben Unabänderlichkeit
und Beweglichkeit unter einem Dach: zwei Schwestern der Heldentat.
Schönes
Streben führt zum Höchsten Licht.
[186] 18.
Er, der alle Religionen verstanden hat, Er, der alle Völker durchwanderte,
erklärt: „Ich teile jedem nach seiner Entwicklung zu. Jeder webt seinen
Geldbeutel. Jeder, der sich fürchtet, wird Mir die Rechnung begleichen müssen. Ein
Lächeln für Meinen Feind wird sich in eine Grimasse verwandeln, darum überlasst
Mir Meine Feinde.[124]
Wer über
seinen Bruder falsch denkt, hängt sich einen Pud[125] an
seine Füße. Unkraut lässt den Geist erstarren. Ich kann Golddukaten nicht in
Nesseln streuen. Einen Garten von Beleidigungen anzulegen, ist keine große
Ehre. Wer besser sieht, wird eine reife Ernte haben.
Ihr, die
ihr Mir begegnet seid und geantwortet habt, überlasst Mir Meine Sorgen und
Meine Freuden über euch. Durch die Kraft Christi, durch die Kraft Buddhas,
durch die Kraft des Messias, der von den Propheten der Wahrheit bestimmt wurde,
richtet die Waage ein.
Zeigt Uns
all das Große und seid beschämt über den kleinen Wurm, der das richtige Maß
verdirbt. Wer gibt, kann empfangen.
Rechnet
nach, wie viel jeder gegeben hat. Lasst uns richtig rechnen.
Links:
Angst, Eigenliebe, Eigennutz, Misstrauen, Herabsetzung, Selbstbemitleidung,
Missdeutung der Lehre, schmutziges Geflüster, Verrat durch Tat und in Gedanken.
Rechts: Geben,
Mitleid mit anderen, Kühnheit, Furchtlosigkeit, Hingabe, Unanfechtbarkeit, Scharfsichtigkeit,
Beweglichkeit, das Bewusstsein des Schildes, der Pfad und das Licht der
Heldentat, Verherrlichung des Tempels des Geistes, Gerechtigkeit im Verstehen
und Lobpreisen des Heils.
Links:
Verlust und Bezahlen. Rechts: Empfangen.
Jeder misst
sich selbst zu, denn Wir sehen und hören. Denn es gibt weder Tag noch Nacht,
und der Bote sattelt bereits das Pferd.
Ich sende
euch Meine Kraft zum Erfolg, die jahrhundertelang verschlossen war, haltet den
Schlüssel dazu sauber.“
So
verkündet es.
[187] 19.
Das Gleichnis vom Fragenden:
Dgul Nor zählte zu den größten Weisen. Er hatte das Glück,
einen Lehrer aus dem Heiligen Unterirdischen Land zu erhalten, der aber der Sprache
und der rechten Hand beraubt war.
Der
strebsame Schüler stellte eine Frage, und der Lehrer nickte mit dem Kopf. Nun
stellte der Schüler zwei Fragen, und der Lehrer nickte zweimal. Bald stellte
der Schüler ununterbrochen Fragen, und der Lehrer nickte unaufhörlich. Die
Befragung dauerte drei Jahre, und drei Jahre lang nickte der Lehrer.
„Das
heißt, Deiner Erfahrung nach ist alles möglich?“
Und der
Lehrer nickte nicht nur, sondern verneigte sich bis zum Boden, öffnete die
Kleidung an der Brust und zeigte das Bild des Gesegneten[126],
der mit beiden Händen gab.
So wurde die
Weisheit bestätigt und die Schöpfung des Lebens gepriesen.
Wahrlich,
in einem einzigen Seufzer begreifen wir den Raum. Und kein Wort kann das Unermessliche
übermitteln. Und kein Gedanke kann das Licht erfassen.
Doch wenn
man sich bei Sonnenaufgang der Sonne zuwendet und den Strahl mit dem
Sonnengeflecht[127] aufnimmt, kann man den
Sieg über den Ozean spüren, denn durch Licht kann man das Licht des Geistes
berühren. Doch dieses Bewusstsein ist nur in einem Geist vorhanden, der sagen
kann: „Ich habe alles abgegeben, um alles zu empfangen.“
So hat
nicht die Verneinung, sondern nur die Bestätigung die Hand Buddhas über sich. (…)
[188] 20.
Es gibt zwei Arten von Flügen des leichten Körpers[128]: Entweder
er fließt aus den Füßen und wandert ziellos umher, oder er geht durch die
oberen Zentren und fliegt in geistiger Mission – im Nu setzt er sich über Meere
hinweg, lehrt Menschen und sättigt Auren.
Es muss
gesagt werden, dass nur außergewöhnliche Strebsamkeit und Findigkeit den
feinstofflichen Körper dazu bewegen können, sich auf die Berührung mit einem
physischen Gegenstand zu konzentrieren; denn Geist ist gewöhnlich bestrebt, auf
Geist einzuwirken, wobei er übersieht, dass Gegenstände ausgezeichnete Leiter
sein können.
Nicht nur
der Astralkörper, sondern auch der Mentalkörper ist tätig. Natürlich tritt auch
der Astralkörper aus, doch Wir schätzen die Tätigkeit des Astralkörpers nicht;
für Uns ist das Bewusstsein des Mentalkörpers wichtiger. Die Spitze der Kraft noch
zuzuspitzen, ist nicht so einfach.
[189] 21.
Zufriedenheit und Wachsamkeit sind zwei Begleiter Unserer Werke. Wenn die
Menschen nur die Wirkungen ihrer Unzufriedenheit sehen könnten; wenn sie nur begreifen
könnten, dass Schläfrigkeit Tod bedeutet – sie würden diese beiden Hauptmitarbeiter
der Finsternis meiden. Der böse Stachel der Unzufriedenheit dringt sogar in die
besten Orte ein. Dumpfe Schläfrigkeit trübt den Kopf des Siegers.
Wenn ihr die
Fürsorge für euch kennt, könnt ihr sie etwa durch Unzufriedenheit verbrennen,
die große Werke gespaltet und den Blitz auf den Sender herabgerufen hat?
Merkt
euch, bei Uns gibt es keine Unzufriedenen. Und auch keine Schläfrigkeit, mit
der die dunklen Mächte euch besprengen.
Ist in
diesen giftigen Aromen nicht Erstarrung verborgen? Schläfrigkeit ist nicht Unsere Schwester. Jene, die das Licht berührt haben, werden
sich nicht mit Unzufriedenheit durchbohren und nicht versteinern.
Schläfrigkeit
und Staub muss man meiden. Die Offenbarung des Schildes muss man schätzen.
Ich wiederhole
das noch einmal, doch mehr kann Ich nicht tun, denn das Gesetz verbietet eine
Wiederholung für Taube.
(…)
VII
[190] 1. Sagt
den Neuen: Man muss die Verantwortung für seine Gedanken erkennen.
Früher
war man für die Tat verantwortlich, dann erkannte man die Bedeutung des Wortes,
und jetzt ist es Zeit, das Feuer des Gedankens zu kennen. Versteht es besser, zu
schweigen und die Gedanken zu reinigen.
Kann etwa
das Knurren eines Tigers schlimmer sein als verräterisches Denken? Nicht nur
durch ihr Handeln, sondern auch durch ihr Denken sammelt die Menschheit ein
schweres Karma an. Wegen des Gedankens erleidet der Geist Qualen, denn zwischen
Worten und Gedanken besteht kein Unterschied.
Ein Tor
ist, wer diese Warnung als Drohung auffasst. Es gibt keine Drohung, Wir haben
nur Beispiele und Fürsorge zu bieten. Jedem steht es frei, in den Abgrund zu
springen, doch warnen muss man ihn.
Ich denke,
nun ist es nicht mehr notwendig, die Bedeutung des Gedankens zu wiederholen.
Auch wenn
die Zeit schmutzig ist, wollen wir lieber an die Zukunft denken.
[191] 2.
Jeder teilt sich selbst zu. Man kann aus dem besten Plan einen Hühnerstall
machen.
Gold und
Silber abzumessen ist nicht Unsere Beschäftigung. Man
muss alle Bedingungen vergessen, dann entflammt das Licht. Jeder freudige
Verlust ist ein unermesslicher Gewinn.
Die
Kühnheit der Verzweiflung ist Selbstverleugnung. Die höchste Kühnheit erwartet jedoch
keine Belohnung. Verzweiflung erwartet keine Belohnung.
In
Unserer Sprache ist Verzweiflung die Bezeichnung für eine Grenze. Nahe dieser
Grenze liegt die Heldentat. An ihrem Haus kann man einen eisernen Bügel
befestigen.
Ich hämmere
im Regen, warum soll man nur den Blitz fürchten?
Manchmal gibt
der Bettelsack eines Bettlers Anlass zu größerer Furcht.
[192] 3.
Ein Gleichnis über Christus:
Der Abend
war angebrochen. Christus saß auf der Schwelle. Ein Schriftgelehrter trat
herbei und fragte: „Warum sitzt Du im Durchgang?“ Christus antwortete: „Weil Ich
die Schwelle zum Geist bin. Wenn du eintreten willst, so trete durch Mich ein.“
Ein neuer
Schriftgelehrter fragte: „Ist es wahr, dass der Sohn Davids auf dem Platz der
Hunde sitzt?“ Christus antwortete: „Wahrlich, du schmähst David, Meinen Vater.“
Es wurde
dunkel, und ein dritter Schriftgelehrter fragte: „Warum sitzt Du da, als ob Du dein
Haus fürchten würdest?“ Christus antwortete: „Ich warte, bis die nächtliche
Dunkelheit mich von deinem Anblick befreit. Wahrlich, möge die Finsternis in
die Finsternis verschwinden.“
Dann
stand Er auf und wies auf den Berg Morya, wo der Tempel stand.[129] „Mein
Großvater ließ den Tempel aus Stein errichten, doch Er sitzt unter einem Zelt
aus Leinen.“
Der
Schriftgelehrte sprach: „Ein Wahnsinniger, er zählt
Salomon[130] noch zu den Lebenden.“
Und sie gingen
in Unwissenheit.
Da trat
Maria aus dem Haus, und als sie Christus sah, sprach sie: „Lehrer, teile unser
Abendbrot!“
Christus
antwortete: „Die Gabe des Herzens strahlt in der Dunkelheit.“
[193] 4.
Ein Gleichnis über Christus.
Ein Mitglied
des Synedrions[131] fragte Christus: „Würdest
Du zu uns kommen, wenn wir Dich riefen?“ Christus antwortete: „Ich gehe lieber
auf den Friedhof, denn dort gibt es keine Lügen.“
Das
Mitglied des Synedrions fuhr fort: „Warum erkennst Du uns nicht an, wenn sogar
Dein Vater von einem unserer Mitglieder vermählt wurde?“
„Wartet,
bis euer Haus einstürzt, dann werden Wir kommen.“
„Wozu werdet
Ihr kommen, um zu zerstören oder aufzubauen?“
„Weder
zur Zerstörung noch zum Aufbau, sondern zur Reinigung, weil Ich nicht in das
Elternhaus zurückkehre.“
„Dann
verehrst Du Deine Vorväter nicht?“
„Zum
Festmahl reicht man neue Gefäße; um den Großvater zu ehren, trinkt man nicht
aus seinem Kelch.“
[194] 5. Gleichnisse
über Buddha.
Ein Hirte
sah unter einem Baum einen Menschen sitzen, der in Betrachtung versunken war. Er
setzte sich an die Seite des Mannes und versuchte, es ihm gleichzutun und
nachzudenken. Er fing an, seine Schafe zu zählen und in Gedanken den Gewinn
ihrer Wolle abzuschätzen.
Beide
saßen schweigend. Schließlich fragte der Hirte: „Herr, worüber denkst Du nach?“
Dieser sprach: „Über Gott.“
Der Hirte
fragte: „Weißt Du, worüber ich nachgedacht habe?“ „Auch über Gott.“ „Du irrst,
über den Ertrag aus dem Verkauf der Wolle.“
„Wahrlich,
ebenfalls über Gott, nur hat Mein Gott nichts zu verkaufen, dein Gott aber muss
zuerst auf den Basar gehen. Doch es kann sein, dass er am Weg einem Räuber
begegnet, der ihm behilflich ist, zu diesem Baum zurückzukehren.“
So sprach
Gautama.
Geht auf
den Basar. Denkt schneller nach, damit ihr zurückkehrt.
*****
Auf einem
Schiff reiste ein Affenhändler. In seinen Mußestunden lehrte er seine Affen,
die Matrosen nachzuahmen, wie sie die Segel setzten. Es erhob sich aber ein
Sturm, und die Matrosen eilten, die Segel zu reffen. Die Affen, die nur
wussten, wie man die Segel aufzieht, folgten ihnen und hissten wiederum die
Segel. Das Schiff ging unter, weil der Lehrer nur an schönes Wetter gedacht
hatte.
So sprach
Buddha, der Erneuerer des Lotus des Lebens.
[195] 6.
Ihr fragt, warum Ich gegen Magie spreche, wenn Ich selbst auf das Zementieren
des Raumes hinweise, auf die Bedeutung der Einwirkung des Kreises und auf
andere Gegebenheiten, die an Magie gemahnen?
Der
Unterschied liegt jedoch darin, dass Magie ein Surrogat[132] für
das Leben darstellt, während Wir lehren, das Dasein zu verbessern und von den
Möglichkeiten auszugehen, die das Leben selbst bietet.
[196] 7.
Es ist gut, darauf hinzuweisen: „Lest die alten Weisungen besser.“ Ich lehre
das Neue, wenn das Alte angewendet worden ist. Ich lehre das Nützliche, sobald
ihr zu der durchdachten, aufgezeigten und angenommenen Zusammenarbeit gelangt seid.
Den
besten Erfolg beim Verzinnen erzielt man, wenn das Feuer den Gegenstand nicht verbrennt.
Der Erfolg wird „verzinnt“, wenn seine Hülle im Geist vollendet wurde.
Der
Hammer arbeitet, die Ketten klirren, und die grauen Menschen finden weiter ihre
Befriedigung im Becher der Unzucht. Und sie wissen nicht, dass der Uhrzeiger unmerklich
vorgerückt ist, dass morgen die Türen ihrer gekünstelten Vergnügungen
geschlossen sein werden und dass Mein Torhüter ihnen sagen wird: „Im
Morgengrauen wurde der Altar für den Herrscher der Weisheit errichtet“. Und die
Grauen werden davongehen.
Streng
und unbeugsam steht Meine Wache; man kann den Stahl ihrer Helme nicht mit dem
Gold der Grauen vergleichen.
[197] 8.
Die Trennung geht der Begegnung voraus, die Begegnung geht der Trennung voraus,
daher ist es weiser, sich über die Trennung zu freuen.
Eine
Weisung an alle Kämpfer: „Wenn jemand ausscheidet, marschiert weiter in die
bisherige Richtung. Wenn das Banner gehisst ist, fliehen die Soldaten nicht. Wenn
die Lagerfeuer brennen, drängen die Krieger sich nicht zusammen und nehmen nicht
den Platz eines anderen ein. Wenn das Signal zum Nachtmarsch gegeben wird, beklagen
die Krieger sich nicht, sondern marschieren vorsichtig.“
Vor jeder
Offenbarung habt ihr gleichsam einen Augenblick der Leere oder der kosmischen
Stille bemerkt. Vom Kleinen bis zum Großen ist dieser Augenblick proportional [zur
Offenbarung]. Es ist begreiflich, dass die physische Welt auf der Hut ist, wenn
sie eine geistige Entladung durchlässt. Deshalb ist es eine schwierige Aufgabe,
die physische Welt aus ihrer Trägheit herauszuführen.
[198] 9.
Unser Ideal ist es, nicht Lehrer, sondern Mitarbeiter zu sein. Doch dazu bedarf
es des festen Bewusstseins, dass beiderseitig entschieden alles zum Nutzen beigetragen
wird. Wenn Anzeichen eines solchen Beitrages in Erscheinung treten, wird die Herrschaft
über die physische Welt errichtet.
In den
irdischen Kirchen ruft man Christus an und wundert sich über Sein Schweigen;
indessen fühlt ihr, wie man Ihn im irdischen Leben wiederbeleben kann, ohne
Bußgewänder anzulegen und ohne den Raum durch Unzufriedenheit zu erschüttern.
So werden Pläne geschmiedet.
[199] 10.
Wie verschiedene Meere unterschiedliche Wellen aufweisen, so muss auch die
Anziehungskraft des Raumes durch verschiedene Mittel gefestigt werden. Nicht nur
durch den Inhalt, sondern auch durch die Anwendung wird vieles verstärkt.
[200] 11.
Am schrecklichsten ist es zu sagen: „Wir haben bereits alles erreicht.“ Der
Lehrer selbst wird diese zerstörerische Formel niemals aussprechen. Wir kennen den
Plan und verstehen unermüdlich die Einzelheiten.
[201] 12.
Warum spüre ich den Geist der Berge? Der Lehrer sendet Seinen Schild.
Der
Lehrer will euch einen Berg errichten sehen.
Der
Lehrer träumt davon, zu sehen, dass nichts euch in Verwirrung bringt.
Der
Lehrer spürt, wie mutig ihr voranschreiten müsst.
Der
Lehrer gibt einen Hinweis, wenn ernste Gefahr droht.
Der
Lehrer rät, Mut bereit zu halten.
Der Lehrer hilft, die böse Hand zu überwältigen.[133]
Der
Lehrer wiederholt nicht ohne Grund längst bekannte Gedanken.
Der
Lehrer blickt voraus.
Der
Lehrer ordnet an, den Geist unerschütterlich zu bewahren.
Der
Lehrer wünscht, dass ihr die Angst vertreibt.
Der
Lehrer will, dass ihr euer Urteil ruhig fällt.
Der
Lehrer bewahrt euch vor Kummer.
Der
Lehrer rät, kühne Vorhaben zu ersinnen wie bisher.
Der
Lehrer ist um eure Gesundheit besorgt.
Der
Lehrer schickt euch auf den Weg.
Der
Lehrer hat genug gewarnt.
[202] 13.
Indem ihr über das Opfer lernt, erhaltet ihr Macht. Dem Opfer folgt Erfolg.
Seine[134]
Lehre ist dauerhaft, denn sie beruht auf dem Opfer. Erfolg ist nichts anderes
als der Rückschlag des Opfers.
Erfolg
kann leihweise vor dem Opfer gesandt werden, doch grausam ist das Los des
Schuldners. Wenn man heute noch mit wenig zahlen kann, wird die Zahlung in einem
Jahr ansteigen. Bevor ein Jahr vergeht, wird der Schuldner krumm werden.
Ich will
ein Gleichnis anführen:
Ein Häftling
hielt das Geständnis seines Verbrechens zurück, doch zu Hause hatte er Reichtum
zurückgelassen, der ihm unerwartet zugefallen war. Das Geräusch jeden Schrittes
erinnerte ihn an die Begnadigung. Er sandte Boten, um dem Richter seinen
Reichtum zu opfern. Dabei hätte ihn ein einfaches Geständnis befreit und ihm
seinen Reichtum bewahrt.
Doch es
ist leichter für einen Menschen, im Gefängnis zu sitzen, als das rettende Geständnis
auszusprechen. Wenn der Richter freisprechen soll, muss er das rettende „ja“
hören. Habt den Wunsch, zu opfern.
[203] 14.
Über die Ringe der Scharfsicht und des Hörens.
Der erste
Ring betrifft nahestehende Personen und Offenbarungen der Zukunft. Der zweite beschränkt
sich auf die Angelegenheiten der Gegenwart und der nahen Zukunft. Der dritte ergreift
die Vergangenheit, die die uns Nahestehenden berührt. Der vierte umfasst vergangene
Ereignisse. Der fünfte liegt in den Grenzen der gegenwärtigen Welt. Der sechste
offenbart den künftigen Weltenlauf. Der siebente umfasst alle Zeichen.[135]
Man kann
stark sein im ersten Ring ohne die Möglichkeit, die folgenden zu beherrschen. Daher
ist es am besten, den siebenten Ring zu entwickeln, denn ihm sind alle
Offenbarungen zugänglich, jedoch ohne die persönliche Anziehung, ohne
Einschränkung durch die persönliche, ziemlich enge Sphäre. Es ist besser, wenn
man nach einem persönlichen ein Zeichen über die Bewegung der Länder oder einen
Schimmer der kosmischen Ordnung erhalten kann.
Man muss wissen,
dass das Bewusstsein der Schönheit sehr selten inmitten von Geistigkeit lebt.[136] Ein
vernünftiges Verständnis der Schönheit[137] erweist
sich als die seltenste Eigenschaft, die von den Herrschern höher als vieles
andere geschätzt wird.
Es ist besser,
unter Schwierigkeiten an etwas Großes heranzugehen, als etwas Kleines leicht zu
beherrschen.
Durch
eine Reihe geschichtlicher Ereignisse zeigen Wir den Weg der Evolution.
[204] 15.
„Zustand der geöffneten Schätze“ nannte man es in den alten Kulten, wenn eine
Priesterin im achten Stockwerk wohnte, wohin der Zutritt verboten und die
Treppen mit Leopardenfellen belegt waren, damit kein Laut durchdringen konnte.
Der „Zustand
der geöffneten Schätze“ wurde dermaßen verehrt, dass eine Ruhestörung als
religiöses Vergehen bestraft wurde.
Alles
Unharmonische ist besonders schädlich, deshalb ist ein Donnerschlag weniger
gefährlich als das Quieken eines Neugeborenen. Diese einfache Wahrheit wurde
nie niedergeschrieben. Theoretisch kann man für das Harmonische überhaupt keine
Grenze ziehen, denn die Tonalität der Struktur der Geistigkeit ist individuell.
Die
Menschen des Altertums wussten, dass „die Schätze“ nicht wiederholbar sind, und
bewahrten sie vor Zufälligkeiten. Beim Öffnen der Schätze beobachtete der
Älteste des Tempels, welche Tonleiter am meisten berührte. Der Ton wurde von
einer bestimmten Farbe begleitet, so fand man die Bedingungen für jeden
einzelnen Fall heraus.
[205] 16.
Das Lächeln der Entschlossenheit ist der beste Führer. Man soll das Ziel
erkennen und einen Beitrag für den Plan des Lehrers des Lehrers leisten.
Jeder Wunsch
ist schädlich, doch Streben zur Heldentat ist notwendig. Wünschen ist keine Heldentat.
Heldentat ist das Bewusstwerden der Notwendigkeit. Ein Wunsch kann wachsen; auf
einen Wunsch kann man verzichten oder ihn ändern. Der Strom eilt nicht nach
Wunsch, sondern nach unausweichlicher Notwendigkeit.
Der Geist
weiß, wo der Anreiz des Wunsches und wo der Fels der Notwendigkeit ist. Ich
sehe, wie der Strom der Wahrheit dahineilt, nichts kann seinen Lauf versperren.
Wie oft hilft
der im Glauben ausgesprochene Name des Herrschers, eine Brücke der Hilfe zu
errichten.
Bei weitem
nicht alles, was Wir sehen, ist schön. Bei der Arbeit für die Menschheit muss
man sich oft die Hände waschen.
Und wenn es
euch schwer wird, bezieht das nicht auf euch, sondern denkt an die Wellen weltweiter
Einwirkungen.
Nur im
Bewusstsein der unbedingten Notwendigkeit werdet ihr hinüberschwimmen.
Hier ein Muster
für das Vorgehen der Finsteren: Zuerst säen sie Unglauben, dann heizen sie
Wünsche an und blähen diese zu Verbrechen auf – so ernten sie doppelt.
Denkt
darüber nach, wie ihr euch der Menschheit besser verständlich machen könnt.
Bei Uns
gibt es über die heilige Sprache[138] hinaus
die Sprache des Schweigens. Die verfluchte Sprache der Ablehnung
und Verneinung zerreißt den Saum des Kleides.
[206] 17.
Wenn Ihr euch nach rechts wendet, seid auch bereit, nach links zu gehen; und
wenn ihr am Ufer anlegt, seid auch bereit, wieder fortzusegeln, denn jede Höhere
Weisung dient dem Heil und der Beschleunigung. Wenn ihr Stille spürt, haltet
den Atem an, denn es könnten Schritte erklingen.
Besser
einige Unannehmlichkeiten, aber dafür das Herannahen von Ereignissen. Besser eine
kurze Müdigkeit, aber dafür ein enges Herantreten an den Lehrer. Besser
quälende Wege, aber dafür Herantreten an den Lehrer. Besser in den Staub versinken,
aber dafür den Geist reinigen. Besser auf herkömmliche Maßnahmen verzichten, aber
dafür das Licht ergreifen. Besser Bedauern über einen Strahl, aber dafür das
Licht Christi. Besser anderen geben, aber dafür großes Entzücken des Geistes.
Besser den Geist der Höheren Weisung unterwerfen, aber dafür zum Lehrer selbst
gelangen. Wahrlich, versteht es, zu hüten und zu bewahren.
Und wenn
ihr ein wunderbares Märchen spürt[139], spricht
euer Geist die Wahrheit. Und wenn ihr die Grundzüge des künftigen Lebens aufzeichnet,
leuchtet Unser Spiegel. Und wenn ihr die Teile der Welt zählt, flattert Unser
Banner. Und wenn ihr mit Adleraugen durch den Raum blickt, klopft das Licht an
Meinen Turm.
Wenn ihr
daher an gemeinsamen Besitz oder an die Heilung der Menschheit denkt, spüren
Wir Flügel.
Vertreibt
kleinliche Gedanken, sie sind bedrückend für Uns.
[207] 18.
Ihr könnt beim Kartenspielen die besten Karten erhalten, doch es hängt von euch
ab, sie am besten anzuwenden.
Ich
spreche von den Bildern der Zukunft. Entsprechend den Eigenschaften der Auren
sind diese Bilder real und gehen in eine bestimmte Richtung.
Gewiss, ein
böser Wille kann den Wanderer in eine andere Richtung stoßen, und dann sieht er
Zeichen anderer Art.
Wenn man
daher Bilder der Zukunft empfängt, ist es wichtig, sich zu erinnern, bei
welchem Geisteszustand sie gegeben wurden. Dem Strahl wird eine entsprechende
Möglichkeit gegeben[140],
sonst wäre die Gerechtigkeit verletzt. Ebenso sollen auch die Fristen
verstanden werden.
Für
kosmische Fristen werden offenbarte Gefäße verwendet[141],
und diese bringen eine Kette von Mitarbeitern mit; deshalb wird der Ersatz von
Mitarbeitern gemäß der Erklärung der Auserwählten vorgenommen.
Wenn Wir
das Lahmen eines Mitarbeiters wahrnehmen, ersetzen Wir ihn trotzdem ohne Wunsch
der Älteren nicht. Wenn der Geist der Auserwählten einen Verrat am Werk
erkennt, mögen sie sich mit folgenden Worten an Uns wenden: „Du, unser Bürge,
ersetze den Mitarbeiter.“ Das heißt, dass ein Glied der Kette sich gelöst hat
und das Bewusstsein der Auserwählten sich von den Wirkungen der Aura des
Scheidenden befreit. Dieser nimmt sein Schicksal auf sich, denn jedem steht es
frei, sein eigenes Haus zu bauen.
Wir
können aufrufen, Wir können Bilder der Zukunft mit der entsprechenden Richtung
zeigen, doch die Anwendung Unseres Rufes bleibt dem guten Willen überlassen.
Nur Hingabe
und die Erkenntnis der Vernunft des Planes gewährleisten die Realität der
Bilder der Zukunft.
Von den
Bergen hat man einen weiten Ausblick, doch das Verlangen, sich in eine Grube zu
verkriechen, kann man nur beweinen.
In
vergangenen Zeiten warf man den Schuldner in eine Grube, die Gehenna[142]
genannt wurde; warum denn freiwillig dort hineinkriechen?! So lasst uns die
Ausführungen über Lebenswichtigkeit der Fristen und die Spiegel der Zukunft beenden.[143]
Ich
möchte alle auf ihren Plätzen sehen – mit mehr Verständnis für die Heldentat
und ohne persönliche Vorteile zu erwarten. Ist es möglich, einen Krieger einen
Helden zu nennen, der voller Erwartung auf eine Belohnung in den Kampf geht?
In
vergangenen Zeiten war der Lehrer Mohammed gezwungen, den Kriegern des Islam
Freuden im Paradies zu verheißen; soll Ich etwa das Funkeln von Rubinen
versprechen? Man muss ohne Erwartung vorwärtsschreiten, sonst ist es schade um
die verlorene Zeit der uralten Evolution.
[208] 19.[144] Nun beenden Wir das Gesetz der Angemessenheit*.
Ein Erbauer
muss wissen, wie stark er die Säulen eines Hauses belasten darf.
Durch mangelnde
Angemessenheit entstehen Zerstörung, Lästerung, Lüge, Verrat und viele andere
hässliche Erscheinungen.
Kann denn
ein Bau Bestand haben, bei dem man dem Floh die Eigenschaften eines Giganten
zuschreibt, den Schürhaken öfter sucht als den Herrn und den Wirbelwind mit
einem Mückenflug vergleicht?
Eine
Bedingung der Bruderschaft[145] ist
die vollständige Entsprechung von Gedanken und Ausdruck: Das ist das Bollwerk
der Wahrheit der Schönheit. Man kann sich leicht im
Leben üben, ohne stillzuschweigen oder zu übertreiben.
Aufmerksam
beobachten Wir Unsere Mitarbeiter, damit ihre
Ausdrücke der Bedeutung entsprechen. Nur auf diese Weise können
unterschiedliche Wesen zusammenarbeiten.
Das beste
Urteil ergeht der Schönheit gemäß, denn es ist unschön zu sagen: „Ich sperre den
Riesen in ein Kästchen“ oder: „Der Adler schwebt wie ein Huhn“.
Wie oft
werden die besten Apparate durch mangelnde Angemessenheit zerstört, was durch
ein wenig Aufmerksamkeit leicht vermieden werden könnte.
[209] 20.
Wenn ihr die empfohlenen Bücher lest, werdet ihr Funken finden. Legt die Bruchstücke
der Verehrung Maitreyas in eine Schatulle, so wie von Mir Bruchstücke des Einen
Steines über das Antlitz der Erde ausgelegt worden sind. Ein neues Wunder wird
die Völker sammeln! Unser Strahl wird den Zweifel vertreiben.
Die Bande
der Heldentat gleichen der Arbeit in einem Laboratorium. Die Hand zittert
nicht, wenn sie Flüssigkeit für Versuche abmisst, denn der Forscher weiß, dass
ein verschütteter Tropfen das Haus in die Luft sprengen kann. Nur Glaube und
Kühnheit halten die Hand des Forschers ruhig.
VIII
[210] 1.
Der Strahl Christi ist genauso wissenschaftlich wie der Strahl der Sonne, doch
für die Masse bedeutet bereits das einfache Auffinden eines Gegenstandes ein
Wunder. Ist etwa der Rassenwechsel ein Wunder? Ist etwa das Kommen der Großen
Lehrer ein Wunder? Ist etwa die Erscheinung Christi ein Wunder? Prophezeit man
nicht Wunder Jahrhunderte zuvor? Ein Wunder stört die Harmonie, wogegen die
kosmischen Ereignisse nur die Evolution verwirklichen.
Auch
Träume und Visionen sind keine Wunder, sondern ein Faden des Lebens, nämlich
das Bewusstwerden des Wesens des Kommenden, das nur so weit offenbart wird, dass
Karma nicht verletzt wird. Wenn die Menschen die Träume und das Bewusstsein ohne
Vorurteile annehmen könnten, könnte der Pfad verbessert werden.
Neue
Bilder spiegeln sich oft missgestaltet. Der Spiegel vergrößert entweder oder er
zieht zusammen, als ob seine Oberfläche durch einen ungewöhnlichen Druck
erzittern würde.
Gegenüber
sogenannten Alpträumen, die eine wichtige Bedeutung haben können, soll man sich
vorsichtig verhalten.
[211] 2.
Nun sage Ich etwas sehr Wichtiges. Der höhere Kanon „Mit deinem Gott“ ist die
Grundlage der Neuen Welt. Früher las man: „Mein Geist frohlockt über Gott,
meinen Erlöser“. Nun aber sagt: „Mein Geist frohlockt über Gott, deinen Erlöser.“
Feierlich
sage Ich: Darin liegt Erlösung. „Es lebe dein Gott!“ So sagt es einem jeden;
und indem ihr eure Götter austauscht, werdet ihr zu dem Einzigen gelangen.[146]
Dort, wo
man steckenzubleiben droht, kann man zart auftreten, wenn man ohne Verneinung
ist. Dort, wo man zu ersticken droht, kann man hindurchgehen, indem man „Deines
Gottes“ gedenkt. Dort, wo es Verehrung der Materie gibt, könnt ihr nur durch
sie hindurchschreiten, indem ihr die irdische Materie zum Kosmos emporhebt. Das
Wichtigste ist, dass man sich nicht nur an der Erde binden darf.
Warum
gibt es eine Legende über den Abstieg Christi in die Hölle? Der Lehrer wandte
sich an die niederen Ebenen der astralen Welt und sprach: „Warum soll man sich
durch irdische Gedanken ewig an die Erde binden?“ Und viele
wurden aufgerührt und rafften sich wieder auf.
So findet
den Gott eines jeden und preist Ihn. Man kann das mit dem Verstand, wichtiger
aber mit dem Lächeln des Geistes verstehen. Wenn das Schwierigste leicht wird
wie der Flug der Vögel, vereinen sich sogar Steine zu einem Gewölbe, und
Christus, der Maurer, wird einem jeden erscheinen.
[212] 3.
Die Synthese der Geistigkeit ist die seltenste Gabe, gerade sie entzündet das
Licht der Welt. Mit dem Licht der Welt ist nichts zu vergleichen. Das Licht verbrennt,
doch sein Strahl wird gesucht.
[213] 4.
Macht euch keine Feinde – das ist ein Vermächtnis für alle. Kennt eure Feinde,
hütet euch vor ihnen und macht ihrer Tätigkeit ein Ende, doch seid nicht
boshaft. Und wenn ein Feind freiwillig unter euer Dach kommt, erwärmt ihn, denn
euer Dach ist groß, und der Neuangekommene wird euren Platz nicht einnehmen.
Und sollte es euch schwerfallen, die Kraft eines tiefen Gefühls zu überwinden,
überdeckt sie mit dem Lächeln des Lichts.
Das
Gefühl der alten, erdichteten Rechnungen ist dem Plan der Herrscher wahrhaftig
nicht angemessen. Denn wenn wir die Dinge in ihrer ursprünglichen Form und die
Erdichtungen auf die Waage legen, die mit den Kräften des Hasses ausgedacht
wurden, werden die Erdichtungen schwerer wiegen.
Im Namen
der Angemessenheit muss man für die Menschen die richtige Stelle finden, sonst
werden wir mit derselben Stimme über das Zentrum des Planeten und über einen
Tintenfleck sprechen. Ein Musikstück, das in einer einzigen Tonart gespielt
wird, ruft Abneigung hervor; deshalb rufen Wir auf, die Nützlichkeit der Angemessenheit
zu verstehen.
Wenn ihr
ein langes Gespräch über eine leere Schale bemerkt, lenkt die Aufmerksamkeit
des Gesprächspartners auf die Unzweckmäßigkeit des Nichtigen. Für viele Leute
ist diese Disziplin dringend nötig.
Fürchtet
euch nicht, wenn man euch als Verrückte bezeichnet, denn euch wurde der Pfad eröffnet.
Vergesst nicht, die Feinde zu loben.
Damit
wollen wir das Gespräch über die Feinde beenden.
[214] 5.
Nun über die Unangemessenheit von Fristen.
Neben den
Wellen des Ozeans treten kleine Bächlein von Ereignissen in Erscheinung. Kann
man ein Bächlein mit dem Ozean verwechseln? Doch auf Erden beeilt man sich
immer, das Persönliche mit dem Weltweiten zu vermengen. Wie die Hand die Stärke
eines Gewebes fühlt, so muss auch der Geist die Tiefe der Ereignisse
unterscheiden.
Ein
Moment der Zufälligkeit, des Schweigens oder des Unwohlseins darf nicht der
Welle zugeschoben werden. Wenn ein Wanderer auf dem Weg Rast macht, bedeutet das
nicht, dass er von seinem Pfad abgekommen ist.
Eine Hauptwelle
steigt augenblicklich empor, doch vor jeder Welle stockt das Boot. Das
empfindlichste Boot zuckt am stärksten zusammen, denn der Staub des Ausbruchs erfüllt
bereits die Atmosphäre.
Deshalb
darf die Angemessenheit von Fristen und Ereignissen nicht vergessen werden.
Vor allem
eine Beschleunigung des Stromes kann den Organismus beeinflussen. Die Kompliziertheit
der Ereignisse zerschneidet sogar manchmal gleichsam den Faden, das ist aber nur
zeitweilig, und zwar so lange, bis der Organismus die doppelte Portion des Weltstromes
verdaut hat. Die Komplexität der physischen Bedingungen kann die physischen
Empfindungen verstärken – man sollte sich nicht ermüden, denn von den Wellen
des Ozeans kommt schon die nächste an die Reihe.
[215] 6. [147] Der
Erfolg einer Beschleunigung geht ebenso wie eine Verzögerung wellenartig vor
sich. Wenn man daher eine Welle der Beschleunigung wahrnimmt, muss es einem rechtzeitig
gelingen, so viele Samenkörner wie möglich in sie hineinzuwerfen.
[216] 7.
Die Gesetze über das Erscheinen der Lehrer sind mit dem Plan der ganzen Kultur verknüpft.
Karma wickelt sich ab wie eine Rolle, und die Zeichen der abtretenden irdischen
Macht beginnen, zu flackern.
Denen, welche
die Zukunft kennen, fällt es schwer, dieses abtretende Flackern zu beobachten.
Wie der gestrige Tag ist das Morgen. Und der Schritt wird nicht in Fuß[148],
sondern nach Dreijahreszeiträumen gemessen; so ergibt sich ein Schritt von
Giganten, die sich nicht fürchten, durch ganze Jahrhunderte hindurchzuschreiten.
So sickert die Psychologie des Geistes auf die Erde durch.
Für
irdische Hüllen gleicht jedes Jahrhundert einer Bedrohung. Doch die Brücke des
Geistes verleiht Flügel der Wahrheit.
Jenen,
die in Dreijahreszeiträumen voranschreiten, scheint es manchmal, als lebten sie
nicht. Ein besonders schneller Ball scheint manchmal bewegungslos zu sein, weil
seine Trägheit der Umgebung nicht entspricht.
[217] 8.
Wer das Wissen um die Zukunft in sich trägt, kann sogar auf schwankenden
Steinen mutig voranschreiten.
Erfolg
ist, wenn das Ende schön ist. Erfolg ist, wenn man sich auf einen neuen Weg begeben
kann.
Der
Wunsch ist bereits ein Teil der Erfüllung. Geht kühn dem Licht entgegen!
Trennung
ist die Schwelle zum Wiedersehen. Und Sergius sprach: „Man muss fortgehen, sonst
kann man sich nicht treffen.“
[218] 9.
Ich will an den Kult der Hohepriesterinnen erinnern. Es gab eine Gruppe unter
ihnen, die mittels chemischer Präparate, und eine andere, die durch magnetische
Ströme in einen hohen Zustand versetzt wurde, es gab auch niedrige Grade von
Beschwörung und mechanischen Drehbewegungen. Dann begann die Selbstversenkung
an der Schwelle des Schlafes oder durch Vertiefung in einen glänzenden
Gegenstand. Man hielt das Wissen für das höchste, das ohne alle sichtbaren
Bedingungen aus dem Inneren kommt.
Der Weg
der weltweiten Evolution, wie er sich vor euren Augen vollzieht, ruht auf anderen
Bedingungen, und es kommt die Zeit, wo man die psychischen Kräfte zugunsten des
Geistes stark verringern muss. Im letzten Jahrzehnt haben die niederen Schichten
der Natur von den niederen psychischen Kräften in so hohem Maß Besitz
ergriffen, dass Gefahr für die Evolution entsteht.
Nicht
durch die niederen Schichten der Trugbilder und Auftürmungen, sondern nur durch
Kooperation mit den Höheren Ebenen kann man vorankommen[149].
[219] 10.
Und nun über die Ringe der Aufnahmefähigkeit.
Wenn die
Kreise der Scharfsicht zentrifugal vor sich gehen, verlaufen die Ringe der
Aufnahme zentripetal. Von Symbolen und verschwommenen Umrissen streben sie
spiralförmig zum zugespitzten Faktum: Hellrufen, Hellsehen, Hellhören, Hellverstehen,
helle Heldentat und Hellwissen.
Man muss
begreifen, dass ein Faktum nicht in die Kategorie des Rufes eingeht, weil in
dieser Kategorie eine zugespitzte Tat nicht verstanden werden und die Gefahr
nur verstärken könnte.
Ich
möchte über jene, die einen Ruf benötigen, nichts Nachteiliges sagen, doch ein
Faktum in ihren Händen würde das gleiche bedeuten, wie ein geladenes Gewehr in
der Hand eines Waffenunkundigen.
Gewiss,
die Grenze des Rufes ist sehr relativ, doch wenn man in den Ring des Verstehens
übergehen kann, freuen Wir Uns sehr.
Jeder
Kreis ähnelt einer Karawane. Natürlich besteht eine Karawane aus mehr als einem
Pferd, doch dafür kann ein einziges Pferd die ganze Fortbewegung aufhalten. Scheuen
oder ein Fehltritt können den Marsch in Verwirrung bringen. Deshalb sind die
Begriffe Heldentat und helle Heldentat sehr unterschiedlich. Man kann das
Aufflammen einer Heldentat zum Stillstand bringen, das Feuer einer hellen
Heldentat aber nicht.
Die Flamme
der hellen Heldentat mag von kosmischen Wirbeln flackern, doch man kann sie nicht
vom Kopf herunternehmen. Versteht also, warum ein Symbol bis zu einem
bestimmten Grad als herkömmliches Zeichen notwendig ist, während es später
unerträglich wird und beginnt, wie eine Hülle abzufallen.
Wie
Sphärenmusik erklingt das Dasein auf den Wegen der Unübersehbarkeit und der Unwiederholbarkeit.
Wie ein
Vogel sich zunächst schüttelt und dann fliegt, so sprüht das Wort aus Unserer
Esse und kann nachher nur bestätigt werden. Okkult betrachtet ist der erste
Augenblick wichtiger, denn ein einzelnes Wort sofort aufzunehmen ist wichtiger,
als eine Wiederholung zu hören[150].
Doch wenn man das Sieden der Esse erfassen kann, glänzt es mächtiger als ein
Befehl.
[220] 11.
Ich sagte euch bereits, dass die Mutter der Welt Ihren Namen verbirgt. Ich
zeigte euch bereits, wie die Mutter der Welt Ihr Gesicht verhüllt. Ich gedachte
bereits der Mutter Buddhas und Christi.
Gewiss, jetzt
ist es an der Zeit aufzuzeigen, dass die gemeinsame Mutter beider Herrscher
kein Symbol ist, sondern die Große Offenbarung des Weiblichen Uranfangs, der
die geistige Mutter Christi und Buddhas darstellt.
Sie ist
es, die Sie belehrte und für die Heldentat weihte.
Seit jeher
sandte die Mutter der Welt zur Heldentat aus. In der Geschichte der Menschheit
legt Ihre Hand einen unzerreißbaren Faden.
Am Sinai
erklang Ihre Stimme. Sie nahm die Gestalt der Kali[151] an,
Sie ist die Grundlage von Isis[152] und
Ischtar[153]. Nach Atlantis*, als dem
Kult des Geistes ein Schlag zugefügt wurde, begann die Mutter der Welt, einen
neuen Faden zu weben, der jetzt erstrahlt.
(…)
Man kann
viele Beispiele anführen, wo selbst hohe Magier unerwartete Wirkungen und den
Wunsch hinterließen, in den niederen Schichten der Materie Unterstützung zu
finden.
Eine
solche Entstellung kann man als Kanal des Intellekts bezeichnen; sie kann den
Verkehr mit den anderen Welten für lange Zeit aufhalten.
Heute sucht
man mechanisch das, was bereits geistig bestimmt ist.
Die Lehre
der künftigen Epoche wird die Vereinigung des Geistes mit dem Intellekt sein.
Der Lauf
der Planeten gestattet es, den Verkehr zwischen den Welten zu beschleunigen,
und die Entwicklung des menschlichen Geistes verläuft auf neuen Wegen.
Die Gestirne
gestatten die Beschleunigung des Weges der Menschheit.[154]
[221] 12.[155]
Jetzt noch etwas über die Mutter der Welt.
Die
Mutter ist Schönheit, die Welt ist Selbstaufopferung. Gerade durch diese beiden
Grundlagen werden die Tore geöffnet.
Die
Brücke zwischen den Planeten und die Verkürzung der Rassenrunden beruhen auf
diesen beiden Grundlagen.
Wozu ein schrittweiser
Weg, wenn eine einzige Erleuchtung über die Grenzen erhebt?
Wer auf
dem Weg zu den fernen Welten ist, trifft nach dem Verlassen der Erde gewöhnlich
einen Boten. Diesem Boten sagt der Befreite, ob er es vorzieht, einen neuen Weg
zu nehmen oder erneut der Erde zu helfen. Natürlich ziehen viele einen neuen
Weg vor, doch es gibt welche, die sich für den Weg hier entscheiden.
Wahrlich,
es ist besser, im Pflanzenreich abzuwarten und dem Insektenreich auszuweichen.
Man kann sogar einen ganzen Planeten überspringen.
[222] 13.
Jetzt, in den schweren Tagen der Annäherung des Mars, wo niedere, vergangenen
Ströme beunruhigen, denken Wir nur an die Zukunft.
Nie
dagewesene Abweichungen der Planeten unterstützen das Erwachen des
Bewusstseins. (…) Der Raum wird verdichtet und der Strahl des Mars wird vom
Licht der Mutter der Welt überflutet.
[223] 14.
Heiler, sage den Kranken: Der Genuss von Wein reduziert den Erfolg um die
Hälfte und die Einnahme von Narkotika raubt Dreiviertel der Lebenskraft.
Selbstverständlich
gehören in Meine Apotheke keine Narkotika. Bevor man Arzneien verwendet, sollte
man drei Jahre inmitten von Prana verbringen.
(…)
[224] 15.
M:.
hat viele Magnete auf der Erde zurückgelassen, daher sage Ich: Meinen Weg kann
man leicht beschreiten. Die Arbeit an der Vereinigung mit höheren Planeten erfordert,
dass auf den Planeten Geister existieren, die in bewusster Arbeit harmonisiert
sind. Gewöhnlich kommt die Anfrage von unten und die Antwort von oben. Je höher
man gelangt, desto größer ist die Vereinigung.
Die
bestehende Isolierung (…) muss (…) schließlich in den vom Schicksal bestimmten
Kreis hineingeführt werden. Sonst werden nicht nur die Erde, sondern auch der
Mars und der Saturn in ihrer Entwicklung zurückbleiben.
Warum
gehen nur so wenige auf den Jupiter, wo doch die Atmosphäre der Erde vollkommen
überfüllt ist?
Man
möchte sagen: „Liebe Wanderer, seht in die Höhe, und wenn ihr, anstatt an den
Illusionen der Erde festzuhalten, weiterfliegen möchtet, dann werden auch
Flügel wachsen. Stattdessen habt ihr die ganze astrale Ebene mit armseligen
Hütten überschwemmt. Die gleiche Verleumdung und der gleiche trügerische Rauch
finden sich auch dort, ihr aber habt vergessen, dass von euren Gespenstern auch
noch Qualm ausgeht. Die Strahlen der Sonne verblassen durch eure stumpfsinnigen
Gelage. Leere Hüllen schaffen leere Hüllen.“
Doch stellt
euch vor: Wenn die Gespenster danach trachten würden, eine wunderschöne
Bewegung zu erschaffen, würden die Strahlen sich von Sanitäterstrahlen
in Lichtstrahlen verwandeln[156].
Der
Gedanke schafft nämlich jenseits der Grenzen der Erde. Deshalb lernt, die
Gedanken zu beherrschen.
[225] 16.
Für einen bewusst entwickelten Geist könnte sich der Aufenthalt auf der
Astralebene auf einen Zeitraum von vierzig Tagen beschränken, doch verschiedene
irdische Bedingungen haben diese Zeit bis zur Unendlichkeit verlängert. Unglückliches
Bedauern bindet jene, die von der Erde weggetragen werden.
Am besten
wird diese Auswirkung in der Legende von Lot[157]
vorgestellt. Sie verließen die Stadt, um ein neues Leben zu beginnen, und nur
eine Bedingung wurde ihnen gestellt: nicht zurückzublicken. Doch Lots Frau sah
sich um und band sich an die Erde.
Die Religion sagt: Wer sich zu den Vätern begibt, wird bei
ihnen wohnen; wer zu den Engeln geht, wird bei diesen wohnen; und wer zu Gott
geht, wird bei Ihm wohnen. Das heißt: Wer sich für den größtmöglichen
Fortschritt bestimmt hat, erlangt die höchste Errungenschaft. Daher wird
das beste Geleitwort für den von der Erde Scheidenden sein: „Beeile dich und
blicke nicht zurück“.
Wie
verhält es sich nun mit den Nahestehenden? Je höher du aufsteigst, desto besser
und näher wirst du sie sehen. Natürlich wird man gewöhnlich von den letzten
Nahestehenden aufgehalten. Deshalb hängt die Verkürzung des Aufenthaltes auf
der astralen Ebene von der richtigen Kooperation ab.
Je höher,
desto angenehmer ist der Aufenthalt, und an der Grenze zur Mentalebene kann der
Geist ausruhen, denn dort unterliegt er bereits einer höheren Anziehung. Doch die
niederen Schichten muss man bewusst meiden. Es ist notwendig, dass der Ausbruch
des Bewusstseins das Geisteskorn so weit wie möglich über sie hinauswirft.
Darum ist der Augenblick des Übergangs so wichtig, um sich selbst in eine hohe Schicht
zu befördern. Wenn man einmal in den niederen Schichten hängengeblieben ist,
ist es sehr schwierig, danach aufzusteigen.
Wenn der
Geisteszustand es zulässt, ist es viel besser, das letzte Aufflammen der Emanation
der Nerven für den Flug zu nutzen, so wird die niedere Schicht durchlässiger
werden.
Es ist
wichtig, die Atmosphäre der niederen Schichten aufzulösen, die dann nicht länger
auf die Erde drücken wird. Die Kooperation zwischen oben und unten ergibt die
schnellste Wirkung.
Es wurde
bereits richtig das unbewusste Hinübergehen vermerkt. Dem kann man leicht
abhelfen: Wenn der Wunsch nach einem hohen Flug schon vorher gestärkt wurde,
wirkt die Emanation der Nerven fast automatisch.
Sehr gut
sind Gebete für umherirrende Seelen, aber eines ist unrichtig bei ihnen: Sie
sprechen immer von Ruhe, doch richtiger wäre zu wiederholen: „Beeile dich!“
Jeder
sollte dies lesen und es sich merken: Man hilft damit nicht nur sich selbst,
sondern auch dem Weltenplan.
IX
[226] 1.
Arbeit für die Zukunft wird die Gegenwart umgestalten. Wenn die Menschen verstehen
würden, dass nur die Zukunft existiert, würde die Kooperation näher heranrücken.
Es gibt
zwei Arten von Wissen: Das eine lässt sich in Worten ausdrücken, das andere,
exakte, wird vom Geist verstanden, aber nicht in Worte gekleidet. Man kann noch
nicht einmal durch Worte erklären, wie dieses Verstehen zustande kommt, doch
ist es wahrlich herrlich.
Unsere Experimente
und Flüge bringen Gefühlswissen herbei. Und wenn der feinstoffliche Körper den
Geist hindert, weiter als in bestimmte Sphären vorzudringen, berührt eine Erleuchtung
des Geistes ein viel weiter entferntes Strahlen des Kosmos.
Es wäre
töricht und grob, das Licht des Wissens mit rauen Worten zu übergeben. Das wäre
ebenso lächerlich wie die unsinnigen, herkömmlichen Bezeichnungen.
Eines
kann Ich euch zuflüstern: Es ist richtig, dass Urusvati* sich[158] gegen
Herabsetzungen auflehnt, da sie die Möglichkeit des Wissens durch das Fenster
persönlicher Flüge vorausahnt.
[227] 2.
Ich denke, dass man das Wunder der Elementargeister[159]
erklären kann. (…) Ihre Form hängt von den Bedingungen ihres Strebens ab; wenn
sie in den Fokus des Blickfeldes der Menschen gelangen, werden sie von der
menschlichen Form absorbiert. Der Mensch sieht sie in menschlicher Form und die
Tiere sehen sie als Tiere, denn sie haben keine Hüllen.
Ich
versichere, dass schreckliche oder herrliche Formen vom Reflex der Nerven
abhängen. Das Potential der Elementale ist immer bereit, durch Vertiefung einer
Widerspiegelung zu antworten und Unsere Sendung in einer bestimmten Richtung zu
verstärken.
Man soll
nicht glauben, dass Elementargeister Unsere Ausgeburt sind. Genauer ist es, ihre
Manifestation einen Funken zu nennen, der bei Berührung mit einem Reservoir
angespannten Dynamits zustande kommt, und das Bewusstsein dieses Funkens flammt
durch die Berührung mit einem menschlichen Geist auf. Natürlich gibt es
verschiedene Grade von ihnen, ebenso wie die Spannung der Energie des Dynamits
verschiedenartig ist.
Man kann
die Spannung dieser Energie mechanisch hervorrufen, doch sind Wir gegen diese
Art von Magie, weil sie die Regelmäßigkeit der elementaren Wellen stört und
voll von Rückschlägen ist. Man kann diese Energie außerhalb der üblichen irdischen Bedingungen nutzen.
Strahlen
können die Wellen der Elementale ins Gleichgewicht bringen. Natürlich nutzt ihr
sie auch, doch solange diese Einwirkung vom Geist kommt, ist sie weniger
gefährlich.
Es ist
leicht, viele Fabriken in Fokusse der Magie zu verwandeln.
Natürlich
ist es schwierig, die Kooperation der Elementale in gewöhnlichen Worten
wiederzugeben. Auf diese Weise haben der Dynamo und der magische Zirkel eine
wissenschaftliche Grundlage. Gewiss, derzeit arbeiten die Menschen so eifrig in
den Bergwerken des Bösen, dass es unmöglich ist, ihnen den Zutritt zu naheliegenden
Möglichkeiten zu gewähren.
Der
Zusammenstoß der beiden Uranfänge ist unvermeidlich, und je früher er kommt,
desto besser.
[228] 3.
Elementargeister streben zur Vereinigung mit dem Menschen. Sie durchlaufen das
Bewusstsein von niederen Formen in den Elementen, daher sind seltene Fälle des
Wachstums bis zum menschlichen Bewusstsein möglich. Ebenso kann auch der Mensch
in Ausnahmefällen einen ganzen Planeten überspringen. Doch wenn man streng
plant, kann man natürlich die Hauptmasse (…) in die ursprünglichen Formen
einreihen.
Ihr
wisst, wie verschieden die Evolutionen sind. Man kann ein weiteres Verständnis annehmen.
Man kann
den Elementalen ein eigenes Gespräch widmen – dieses
Gebiet ist sehr schön.
[229] 4.
Der Weg des Aufbaus nimmt einen ganz in Anspruch, doch kann dafür gebürgt
werden, dass die Stufen der Selbstverleugnung auch Freude bringen. Es ist
gerade die Schönheit des Kosmos, die dem Bewusstsein die Selbstverleugnung
näherbringt. (…)
(…) Das Bewusstsein
der kosmischen Einsamkeit ist nur das Bewusstsein der direkten Wege, denn nur
mit diesem Bewusstsein kann der Mensch in andere Welten fliegen, um anderen nur
um ihretwillen zu helfen.
[230] 5. Mögen
Wirbelstürme die Luft verdunkeln, aus ihren Schlacken glänzt das entstehende
Silber, das die Farben der Erde vergeistigt.
Unter dem
Vorstoß der Verwirrung kann es schwere Minuten geben, denn der Vulkanausbruch
eines ganzen Teiles der Welt ist mächtig.
Seit alten
Zeiten riet man, in einer Stunde der Verwirrung wiederholt eine kurze Anrufung
auszusprechen und durch die Schläge der Wiederholung die Welle der Einwirkungen
abzuwehren. Später artete diese Maßnahme in eine sinnlose Wiederholung
religiöser Worte aus –nichtsdestoweniger bleibt das Prinzip. Doch manchmal
verlangt unser Geist nach bestimmten Wiederholungen oder Aufzählungen.
In den
besten Zeiten des Priestertums wählte man die Worte: „Adonai“[160], „Ischtar“,
„Halleluja“ und „Aum“ aus. Auch nutzte man die Wiederholung des Alphabets oder von
Zahlen. Natürlich liegt die praktische Kraft nicht in den Worten selbst,
sondern im Schaffen von Wellen[161].
Es geht
darum, dass man durch einen Aufruf des Geistes manchmal eine nützliche Welle schaffen
kann. Doch Gewohnheiten sind gleich Erstarrung, und sogar ein kräftiges Mittel
verliert seine Wirkung.
Zuweilen
kann man zu Zeiten von Wirbelwinden seine eigene, unschädlich machende Welle schaffen.
Wenn ein
giftiger Atem einen zu berühren droht, ist es am besten, (…) auszuatmen. Ebenso
kann man durch den Willen gleichsam einen schützenden Schleier schaffen.
Während der Mysterien hüllten sich die Priesterinnen derart in einen
unsichtbaren Schleier, dass sie weder sehen noch hören konnten, als ob der
Faden des Daseins durchtrennt wäre; dies war eine eigene Art von Reinigung,
wenn die Atmosphäre voller Verwirrung war.
Ich
erinnere an das Mysterium der schützenden Welle, denn es hatte seinen Ursprung
in Asien.
Die
Menschheit benötigt neue Wege, und das Fenster zur Astralwelt muss geöffnet
werden. Dem Weisen ist kalt auf der rauen Erde.
[231] 6.
Ich habe gesagt, Ich sage und Ich werde sagen: „Helft, Mein Land aufzubauen!“
Und gedenkt dieser Unserer Bitte nicht bei Wärme und Zufriedenheit, sondern bei
Kälte und im Moment der Bedrückung.
Es wurde
gesagt, dass Ereignisse eintreten werden, die Mut erfordern, und dass es steile
Abgründe geben wird, die man nur im Namen des Lehrers überschreiten kann.
Man wird
sagen: „Am Feuer ist es warm“. Antwortet: „Ich eile in die Kälte.“
Man wird
sagen: „Der Pelz ist vortrefflich“. Antwortet: „Zum Gehen ist er zu lang.“
Man wird
sagen: „Schließt die Augen“. Antwortet: „Auf der Wache ist das nicht erlaubt.“
Ihr könnt
die Brücke durch unbeugsame Kraft überqueren, und im Moment der Bedrückung gedenkt
Unserer Bitte, denn der Große Plan ist herrlich wie der Glanz der Elemente.
(232)[162] Die
Elemente sind räumliche Materie, weder wägbar noch messbar, halbamorphe
Kristalle in Form von sogenannten elementaren Erscheinungen. Die Substanz des
nicht offenbarten Geistes sättigt die Materie des Raumes.
Vom
Menschen sagt man: Er wird geboren und stirbt; von einem Elementargeist kann
man sagen: Er flammt auf und erlischt. Wie ein Pfeil bohrt sich das Bewusstsein
des offenbarten Geistes in die Materie der Elemente hinein und sammelt wie ein
Magnet die geschmolzene Substanz. Die Geburt eines Elementargeistes ist bedingt
durch die Berührung mit einem offenbarten Bewusstsein. Wahrhaftig, die
Kooperation ist unübersehbar!
Die
Qualität, die Erscheinung und die Dynamik eines (…) Geistes hängen vom Geist des
Schöpfers ab. Daher wird schlechtes Denken als Urvater des Hässlichen
verurteilt. Die Kraft des Bewusstseins ruft einen entsprechenden Reflex in der Materie
des Raumes hervor. Und die aufflammenden Brennpunkte des Raumes bleiben in der
Nähe des Erzeugers. Ein unbedeutendes Bewusstsein wird verlöschende Funken
hervorrufen, doch ein potentiell anwachsendes Bewusstsein kann Giganten
entstehen lassen. Das ist eine Fabrik des Guten und des Bösen, daher ist die
Qualität der Gedanken so wertvoll.
So haben Wir
ein Bild der Evolution des Lebens des Raumes herausgemeißelt und können die
Menschheit nur bitten: Werdet besser und beschmutzt nicht die Wellen des
wunderbaren Lichtes.
Die
Sphären der Elemente sind von blendender Schönheit, und sie zu beschmutzen
kommt dem Vernichten einer wunderschönen Blume gleich. (…) Und der Zustand der Materie
des Raumes, der von Kombinationen neuer Strahlen durchdrungen wird, erlaubt
einer Neuen Ära zu beginnen. Man soll alles Heil sammeln.
[232] 7. (233)
Der Gesegnete erzählte folgendes Gleichnis über das Rad des Gesetzes:
Zu einem
geschickten Schreiber kam ein ehrenwerter Mann und beauftragte ihn, einen Anruf
an Gott abzuschreiben, wozu er genügend Pergament mitbrachte.
Gleich
danach kam ein Mann mit dem Auftrag, einen Brief voller Drohungen abzuschreiben,
übergab dem Schreiber ebenfalls ein Pergament und drängte, die Arbeit bald
fertig zu stellen.
Um ihn
zufriedenzustellen, änderte der Schreiber die Reihenfolge und beeilte sich mit
dessen Auftrag, wobei er in der Eile das Papier des ersten Auftrags ergriff.
Der Auftraggeber mit den Drohungen zeigte sich sehr zufrieden und eilte davon,
um seinen Zorn auszulassen.
Dann kam
der erste Auftraggeber, sah auf das Pergament und fragte: „Wo ist das Papier,
das ich dir gab?“ Als er erfuhr, was sich zugetragen hatte, sagte er: „Das Papier,
das für die Gebete bestimmt war, trug einen Segen, der zu ihrer Erfüllung
beitragen sollte, wogegen das für den Drohbrief bestimmte Papier diese Wirkung
nicht hatte. Unzuverlässiger Mensch, indem du das Gesetz der Fristen verletzt
hast, hast du einem Gebet die Kraft entzogen, die einem Kranken helfen sollte.
Nicht genug dessen, du hast Drohungen zur Wirkung gebracht, die voll unerhörter
Folgen sind. Die Arbeit eines Archaten, der mein Papier segnete, war vergeblich.
Vergeblich war die Arbeit des Archaten, die dem Bösen seine Kraft entziehen
sollte. Du hast einen boshaften Fluch in die Welt gesetzt, der unweigerlich auf
dich zurückfallen wird. Du hast das Rad des Gesetzes vom Weg gestoßen, und
dieses wird dich nicht vorwärts führen, sondern deinen Weg durchkreuzen.“
Schreibt
Gesetze nicht auf totes Pergament, das der erstbeste Dieb davontragen kann.
Tragt die Gesetze im Geist, und der Atem des Heils wird das Rad des Gesetzes
vor euch hertragen und euren Pfad erleichtern.
Die
Unzuverlässigkeit eines Schreibers kann eine ganze Welt ins Unglück stürzen.
[233] 8. (234)
Mein Strahl offenbart das Zeichen des Geistes und spürt eine grausame Schlacht.
Man kann
sich die Neue Welt als das Los des Geistes vorstellen; man kann sie an der
Bedeutung erkennen, die dem Wissen gegeben wird. Die Triebfeder des Geistes bringt
Gesundheit. Die Jahre eilen dahin und geben dem Geist eine Grundlage. Der Geist
ruft und verwandelt das Zeichen des Priesteramtes in geistige Verwunderung angesichts
des Schicksals des Menschen.
[234] 9. (235)[163] Freunde!
Legt euren Taten vier Steine zugrunde. Erstens,
die Verehrung der Hierarchie. Zweitens,
das Bewusstsein der Einheit. Drittens,
das Bewusstsein der Angemessenheit. Und viertens die Anwendung des Kanons „Mit deinem Gott.“[164]
Zur Verwirklichung des ersten Steines ruft eure ganze Liebe hervor. Erinnert euch aus eurer
Kindheit an die schönsten Lächeln, an die leuchtend-sten
Sonnenstrahlen und an das erste Lied der Vögel vor dem Fenster.
Für den zweiten Stein legt
die Waffen des Tages an, holt die Rüstung eurer Taten hervor und erfrischt eure
Wahrnehmung mit einem Schluck kühlen Wassers.
Für den dritten Stein wählt
in eurem Arbeitszimmer die längste senkrechte Linie und macht sie zum Maßstab
des Großen Planes. Legt gedanklich eure ganze Unzufriedenheit, Gereiztheit und Müdigkeit
neben den Maßstab des Weltenplanes, und wenn ihr vergleicht, werdet ihr nicht einmal
den kleinsten Platz für illusorische Stimmungen finden.
Für den vierten Stein stellt
euch die Unendlichkeit der Sternenwelt vor. Wahrhaftig, Gottvater hat viele
Häuser, welches von ihnen werden wir beflecken? Erinnert euch an den gegebenen
Kanon und stellt euch vor, wie ihr aus einem verschlossenen Haus ans Licht heraustretet.
So wird alles zu euch kommen, dessen ihr bedürft.
Zeichnet
auf den ersten Stein eine Taube,
auf den zweiten einen Krieger,
auf den dritten eine Säule und
auf den vierten die Sonne.
(…)
[235] 10.
(236) Ihr mögt in Meinen Weisungen etwas Unverständliches
oder bestimmte Worte bemerkt haben, die am heutigen Tag unklar sind. Denkt an
die Bedingung, dass Führung Karma nicht verletzen darf.
Das Gespür
für das Wohl muss einem eingeben, wie die Meilensteine entlang des Pfades zu
setzen sind.
[236] 11.
(237) Am besten ist, zu streben: Jeder hat seinen eigenen Pfad. Es ist
nützlich, den Organismus für die Aufnahme der Lehre des Lehrers einzustimmen.
Unser Strahl
arbeitet ununterbrochen, doch notwendig ist Konzentration des Geistes. Am
besten ist es, die Weisungen des Lehrers in den verschiedenen Erscheinungen des
Lebens zu suchen. Es ist gut, wenn man zu beten versteht. Ein Gebet oder ein geistiges
Gespräch sind die höchste Offenbarung, doch dafür sind geistige Verfeinerung
und geistige Festigkeit notwendig.
Die
Kenntnis des Höheren Verkehrs ist gefährlich und kann eine Schwächung des
Organismus nach sich ziehen, wie durch Narkotika.
[237] 12.
(238) Den Menschen fehlt es oft an Disziplin des Geistes und an dem Gefühl für
das Maß. Der Schlüssel zur nächstfolgenden Errungenschaft ist die schwierigste
Stufe auf dem Pfad. Deshalb betrachten viele Anfänger den Weg des Adepten als Schinderei.
Das ist eine wenig schmeichelhafte Ansicht, doch Ich bevorzuge die Strenge der
Weisung des Geistes.
Die
Verzweiflung der geistigen Leere vor der Salbung war denen, die in das
Mysterium der Isis eingeweiht wurden, gut bekannt. In der Nacht vor der Salbung
wurde der Einzuweihende in einen besonderen Raum gesperrt, wo er den ganzen Kelch
seiner Verzweiflung leerte, seine Kleider zerriss und im Geist Todesqualen
erlitt.
Vor
Sonnenaufgang fiel er in eine besondere Erstarrung, und bei Sonnenaufgang, als
die Sonne die Pylonen des Tempels beschien und die Priester das Morgengebet
anstimmten, sperrte der Hohe Priester die Tür auf, weckte den Einzuweihenden und
führte ihn in einen blendend hellen Raum; dort erhielt er einen neuen Namen und
wurde neu geboren für die Begeisterung des Geistes. (…)
X
[238] 1. (239)
Auf bestimmten Stufen ist ein reiner Aufenthaltsort unerlässlich. (…) Hygiene
des Geistes bedeutet auch Hygiene des Körpers. Die menschlichen Ausdünstungen
sind für einige Seiten des geistigen Lebens schädlich. (…)
Rituelle
Waschungen müssen sowohl buchstäblich als auch symbolisch verstanden werden.
Der
höchste und letzte Akt aller Mysterien zeichnet sich durch das Fehlen eines Rituals
aus. Oft sprach der Einweihende zum Neophyten: „Da bist du zu Mir gekommen, gerüstet
mit dem Geheimnis, doch was kann Ich dir noch geben, wenn die Krone der
Vollendung in dir selbst bewahrt ist?! Setze dich, öffne die letzten Tore, und
Ich will dir den letzten Aufstieg durch Mein Gebet erleichtern“.
[239] 2. (240)
Mögen die besten Krieger des Heiligen Grals[165] sich
zur Heldentat versammeln. Über allen Freuden steht das Lächeln der Heldentat. Lächelnd
empfangt die Taufe der Heldentat. Lächelnd sprecht den strengsten Befehl aus.
Der Lehrer geht hinter euch. Im Kampf unterstützt er eure Hand und im Rat weist
er die Lösung.
Überall gehen
Wächter hinter euch. Die Zeit fliegt dahin, beeilt euch, euch Wissen zu sichern.
Freudig nehmt die Strenge der Heldentat an!
[240] 3. (241)
In der Stunde vor Sonnenaufgang erbebt die Luft vor Freude – in der Stunde, zu
der Buddha die Größe des Kosmos erkannte und der Herrscher Christus im Garten
Gethsemane betete[166].
[241] 4. (242)
Es gibt wenig Arbeiter. Auf der Jagd nach Wundern verloren die Menschen die
Führende Hand. Wir gehen wieder in die Welt. Wieder erbringen Wir den Beweis
für den Geist.
(…)
[242] 5. (243)
Es ist besser, die Schwächen der Menschheit zu kennen, als sich von Bildern zu nähren,
die durch Gedanken geschaffen wurden. Die Wahrheit ist schwer zu ertragen, doch
ist es an der Zeit zu wissen, dass die Welt von Schatten besiedelt ist. Vor einer
Katastrophe sind immer nur die Schatten unterwegs. Der Hammer ist erhoben,
entsetzlich ist der Tanz der Schatten, die den Geist vergessen haben.
Die Schatten,
die nicht wissen, die Schatten, die (…) verloren haben, kennen die Neue Welt
nicht. Ich spüre, das feindliche Lager wird fallen. Ich spüre, wie das Gold
ihres Schmuckes dunkel wird. Ich spüre, wie der Vergnügungstempel verhasst sein
wird. Hell ist Unser Weg.
[243] 6. (244)
Der menschliche Mechanismus ist kompliziert: eine besondere, bewusste Evolution.
Vom Augenblick des Entstehens des Bewusstseins an gibt es keine gemeinsame
Evolution mehr. Alles ist auf einer unendlichen Mannigfaltigkeit der Arten
aufgebaut. Es ist schwierig, allgemeine Gesetze aufzustellen. Sogar grundlegende
(…) Gesetze, wie das Gesetz der Vervollkommnung und das Gesetz des Ausgleichs[167],
können nicht in einer einzigen Formel ausgedrückt werden.
Erklärungen
in Büchern sind in der Praxis nicht so einfach, nur ein besonders erleuchteter
Verstand kann in den Aufbau der Evolution des Menschen eindringen. Viele Lanzen
sind über dieser Frage zerbrochen worden. Man kann anklopfen.
[244] 7. (245)
Heute ist es schwierig, sich den Fall Alexandrias[168]
vorzustellen. Es ist auch besser, nicht an die Jahre dieser Übergangszeit zu
denken.
Entsetzen
ergreift einen angesichts des religiösen Aberglaubens dieser Zeit. Origenes
schritt auf den noch heißen Kohlen der alten Welt. Er kannte die Vermächtnisse
Jesu und litt, als er das Unverständnis der Massen sah. Er kannte die
Geheimnisse der alten Mysterien und litt, als er das Unverständnis gegenüber
der Einen Quelle sah. Er kannte die Einfachheit der Lehre Jesu und litt, als er
die Errichtung von Kirchen sah.
Er
arbeitete einsam und litt unter den zu großen Widersprüchen des (…) Geistes. Bei
ungewöhnlicher Klarheit und Einfachheit seiner geistigen Erkenntnisse war sein ganzes
Wesen ungewöhnlich vielschichtig.
Origenes
sühnte in sich selbst den Sturm des frühen Christentums. Da er ein eifersüchtiger
Hüter des Wissens war, empörte ihn der Verfall des Wissens innerhalb der
Priesterschaft.
[245] 8. (246)
Ich wiederhole: Die Sorglosigkeit der Welt ist verbrecherisch. Ist es möglich,
dass man die Gefahr nicht erkennt? Feuerzungen künden den nahenden Sturm des
Geistes an, doch die Menschen wollen Unser Signal nicht begreifen.
[246] 9. (247)
Die Ereignisse überstürzen sich. Ich bemühe Mich, den Wahnsinn im Zaum zu halten.
Wenn ihr
alle Verbrechen sehen könntet, die begangen werden! Doch Wir werden dem Panther
nicht ermöglichen, zu springen. Wer den Geist sucht, erhält eine Führende Hand.
Wer Wissen sucht, erhält Belehrung. Wer im Leid verweilt, empfängt Trost. Wer
das Schwert erhebt, wird geschlagen.[169] Wer
spottet, wird entfernt. Wer Böses anrichtet, wird niedergeschlagen. So gebiete
Ich.
(248) Es
ist erstaunlich, wie die Welt zerstört wird! Die Zerstörer und jene, die zerstörbar
sind, werden hinweggefegt. Neue, Neue kommen. Von reinen Orten her werden Neue
erscheinen: Der Nomade und der Pflüger, die Waisen und die Vagabunden, der Mönch
und der Sträfling, der Wissenschaftler und der Sänger – mit einem Wort, alle, die stark im Geist sind, eine Legion eigener Art mit
geistigem Verständnis.
Man muss
wissen, dass sich unter den verstoßenen Menschen echte Perlen befinden.
Empfangt jeden, der zu euch kommt und ein Wort über den Geist spricht. Sogar in
den verhärteten Augen eines Räubers leuchtet bisweilen der Gedanke an Heldentat.
Und selbst ein Gefangener versteht es, auf der Wacht ein Opfer zu bringen.
Ich
möchte eure Truppen als wahre Heimstätten für starke Geister sehen. Denkt dabei
daran, dass Christus unter Räubern betete und Buddha das Sakrament einem Räuber
enthüllte. (…) So schreibt es nieder.
(249) (…)
XI
[247] 1. (250)
Ich freue Mich über ein vollständiges Verständnis[170] der
Bedeutung der Zukunft. Jetzt ist eine besonders wichtige Zeit. Die alten
Vorurteile offenbaren einen Berg von Unverständnis. Die Wege der Menschen sind
finster. Wahrlich, nur Unsere Anstrengung kann den Lauf der Ereignisse ändern.
Tierische Gewohnheiten füllten die Freizeit der Menschheit aus.
Christus
lehrte Mitleid, doch das Gesetz der Liebe wurde niedergetreten.
Gautama,
der Buddha genannt wird, betete um Mut und Energie, doch Seine Nachfolger gaben
sich der Trägheit hin.
Konfuzius[171]
lehrte ein geordnetes Staatswesen, doch Seine Nachfolger gaben sich der
Bestechlichkeit hin.
Es ist
schwer zu sagen, welches Verbrechen schlimmer ist. Deshalb darf man nicht über
Völker sprechen, sondern nur über Persönlichkeiten. Trägheit ist entsetzlich
und kann an Verbrechen grenzen. Es ist schwer, die Folgen der Trägheit
anzusehen, sie macht den Menschen zum Vieh.
Ich sage:
Sie ist eines der hauptsächlichen Hindernisse auf dem Pfad. Manchmal ist ein
Mörder auf der geistigen Ebene beweglicher.
Auch
Bestechlichkeit beraubt den Menschen des Vertrauens der Bruderschaft, denn der
Verrat dieser Leute ist groß. Auch das Fehlen von Mitleid macht einen Menschen
ungeeignet zur Heldentat; denn diesen Seelen fehlt Mut.
[248] 2. (251)
Gewiss, das ganze Universum besteht aus verschiedenartigen Uranfängen. Unter „Uranfang“
verstehe Ich eine Reihe von Grundelementen.
Als Urelemente
bezeichnen Wir die Elemente, die sich in einem freien Zustand befinden, das
heißt jene Elemente, die noch keine Verbindung miteinander eingegangen sind.
Eines der Hauptcharakterzüge der Schöpferkraft ist die Notwendigkeit von
Verbindungen.
Für Uns
ist der universelle Uranfang das grundlegende Gesetz des Kosmos, das nur
teilweise erforscht werden kann. Gewiss, das ist schwer, doch die Möglichkeit
besteht. Viele von Uns haben dies geistig begriffen, doch ist es unmöglich, es
durch eine allgemeine Laborformel auszudrücken, solange es noch unerforschte
Zyklen gibt.
Der
Kosmos spielt wie ein Kristall mit vielen Facetten. Der Verstand vermag nur
eine der glitzernden Facetten des Kristalls zu erfassen. Das ist nicht traurig,
sondern freudig. Selbstverständlich können Fleischer die ganze Feinheit der
Begriffe nicht übermitteln.
[249] 3. (252)
Man vergisst die Erholung und beginnt, in seiner Torheit herumzufaseln.
Es gibt wenig Vorstellungsvermögen, wenig Verständnis, wenig Wissen und wenig
Gefühl für das Maß; es gibt keine Schönheit, keine Heldentat und keine Wünsche,
bequemen Gewohnheiten zu entsagen.
Seid
bereit, auch komische Figuren zu sehen. Man muss verstehen, zu führen – man
muss, man muss, man muss.
Wenn ihr
wüsstet, wie oft Wir gezwungen sind, Sandhaufen zu loben und sie als Schlösser
zu bezeichnen. Gewiss, es freut Uns, wenn der Erbauer über Unser Lob vor
Begeisterung entflammt und bereit ist, neue Haufen zu errichten. Erinnert euch
daran.
[250] 4. (253)
Disziplin ist der Anfang von allem.
XII
[251] 1. (254)
Wir wollen über den Herrscher Buddha sprechen.
Die
Menschen erfassen die Grundlage der Lehre des Gesegneten nicht. Die Grundlage
ist Disziplin.
Geistig
und körperlich strebte der Mönch der Gemeinschaft danach, auf dem Pfad zu
bleiben. In den ersten Jahren ertrug er schweren Gehorsam. Es war ihm
untersagt, sich durch die Übungen eines Styliten[172] abzutöten,
doch war es ihm vorgeschrieben, den Kampf allein nach dem Prinzip des Geistes
zu führen. So streng lehrte Buddha die Schüler. Wahrlich, sie kannten Freude nur
am geistigen Kampf, deshalb spricht man von den Dornen des Pfades.
Erst als
der Wille des Glaubenskämpfers löwenähnlich wurde und der silberne Zügel des
Geistes auf den Gefühlen des Schülers glänzte, lüftete der Herrscher ein wenig
den Schleier und gab eine Aufgabe.
Erst dann
wurde der Schüler allmählich in die Geheimnisse des Wissens eingeweiht.[173]
[252] 2. (255)
Der Gesegnete sprach: „Wahrheit ist die einzige Quelle des Mutes.“ Richtig
verstandene Wahrheit ist das herrlichste und weiseste Kapitel im Buch des
Kosmos.
[253] 3. (256)
Devachan ist kein obligatorischer Zustand. Devachan gleicht einem
Kräftereservoir, in dem sich eine Erneuerung des Geistes vollzieht. Doch viele
Seelen verfügen über einen großen Vorrat an Kräften und bedürfen seiner nicht –
sie erwarten den Zeitpunkt einer neuen Inkarnation. Deshalb ist es wichtig, die
wahre Lehre über die Skandhas* zu begreifen.
Das
Gesetz der Fristen ist genauso wichtig wie das Karmagesetz. Das Gesetz der
Fristen steuert die Verbindung der Skandhas.
Der Geist
kann Mängel des physischen Körpers ausgleichen – das Wesentliche ist der Geist.
Es gibt
kein ungeheures Gedächtnis, sondern nur die Fähigkeit, Tatsachen und Bilder
hervorzurufen.
Die
Astralebene ist noch voll irdischer Möglichkeiten, doch weiter oben herrscht
geistiges Wissen vor; Bewusstsein existiert nur in der irdischen Hülle. Im
Astralkörper gibt es noch einen Rest persönlichen Bewusstseins. Doch Bewusstsein
ist nicht Wissen des Geistes.
Das
Bewusstsein ist eine Verbindung von Skandhas.
Bewusstsein ist eingeschlossenes Wissen des Geistes. Das Wissen des Geistes
besitzt die Klarheit der Vorstellung, doch es kann sich nur dann aktiv offenbaren,
wenn es in eine Verbindung von Skandhas eintritt und
das Bewusstsein dieser gegebenen Verbindung befruchtet.
Dabei
habe Ich die ganze Zeit die Geistwesen im Sinn, die Karma und dem Gesetz der
Fristen unterliegen. Die Evolution der freien Geistwesen ist eine andere.
Wir werden
noch näher auf die Frage des Einflusses von Karma auf das Wesen des Geistes in
anderen Sphären eingehen. Das ist wichtig zu wissen, man muss den Unterschied zwischen
Bewusstsein und Wissen des Geistes erfassen.
[254] 4. (257)
Ich sage: Groß ist die Vielfalt in den anderen Welten. Nennt Mir einen
Menschen, und Ich werde euch seine Evolution sagen, doch ein allgemeines Gesetz
aufzuzeigen, ist fast unmöglich.
Stolz des
Geistes ist eine Stufe zur Heldentat. Wenn alle Menschen Könige des Geistes
wären, gäbe es nur halb so viel Schaden.
[255] 5. (258)
Nun über Fristen:
Das
Karmagesetz und das Gesetz der Fristen gleichen dem doppelgesichtigen Januskopf[174]: eines
lässt das andere entstehen.
Karma trägt
die Frucht der Taten und ruft die Frist der Offenbarung hervor.
Merkt
euch: Persönliches Karma, Gruppenkarma und kosmisches Karma müssen sich verbinden,
dann ist die richtige Frist gekommen. Oft zieht die Entwicklung des
persönlichen Karma das Gruppenkarma nach sich. Einige Geistwesen werden
gänzlich von Karma gelenkt, das heißt, dass das Wissen des Geistes gering ist –
dann stellt Karma die einzige Möglichkeit der Evolution dar.
[256] 6. (259)
Neue, Neue, Neue – für Alte gibt es keinen Platz beim neuen Aufbau. Warum sich
an die Alten wenden, wenn das Wetterleuchten der Neuen Welt bereits den
Horizont erleuchtet? Wenn der Reisende das Pferd antreibt, um das Ziel zu
erreichen, und sogar Wir auf die Uhr der Evolution schauen, legen Wir das Ohr
auf den Wüstensand und hören ferne Stimmen: Sie sprechen über eine noch nie
dagewesene Epoche.
[257] 7. (260)
Im Kosmos gibt es keine Beständigkeit. Selbst ein einfacher Gegenstand erweist
sich in zwei aufeinander folgenden Augenblicken als verschieden.
TEIL
DREI
I
[258] 1. (261)
Ein eigener Kahn, selbst wenn er durchlöchert ist, ist natürlich besser als ein
fremdes Schiff. Wir schätzen nur das Fahren im eigenen Boot.
[259] 2. (262)
Gewiss, das Leben ist schön, doch bisher urteilte man nach tierischen
Instinkten, weswegen es nicht möglich war, die Schönheit des Lebens zu zeigen.
Ägypten war
eine hohe Kultur, doch man kann nicht sagen, dass die heutige Kultur niedriger
ist. Die Kultur war im Norden Indiens konzentriert, doch nur vereinzelte
Menschen besaßen Wissen. Die Kasten behinderten die Kultur – törichter Moder. Der
Herrscher Buddha wollte gerade diesen Standesunsinn verbannen. Freudvoll war
die Lehre des Herrschers.
[260] 3. (263)
Wahrlich, der Herrscher Buddha könnte sich offenbaren. Der Herrscher ist auch
vielen erschienen, doch wollte Er Seine Lehre zur einzigen Quelle machen und
gab deshalb Sein persönliches Erscheinen auf.
Anbetung gab
es nicht in der Lehre des Herrschers, sondern nur Wissen und persönliche
Heldentat. Gerade dies war der charakteristische Zug der Lehre des Herrschers. Gerade
deshalb war der Löwe Sein Symbol. Wir nennen den Herrscher oft den König des
Gedankens!
Ihr habt
die Unwirklichkeit der euch umgebenden Welt richtig verstanden. Wenn Ich euch
sagte: Geht den Höhenpfad des Lebens, so wiederholte Ich die Worte des
Herrschers. Wie ihr seht, erkannte der Herrscher die Wirklichkeit der
umgebenden Welt für den gegenwärtigen Zyklus an und lehrte Seine Schüler ihre
Pflicht.
[261] 4. (264)
Schließt die Visiere fest. An der Grenze der Ereignisse herrscht Schweigen. Am Vorabend
der Schlacht bereitet still die Waffe vor.
Während
man früher unter Zurufen des Volkes durch die Städte schritt, werden wir diese
jetzt still im Morgengrauen passieren. Während früher die Begrüßung lärmte, ist
jetzt die Zeit der Heldentat.
Uns ist eng
durch die menschliche Verehrung.
Güte und
Strenge ist ein und derselbe Begriff. Früher sandten Wir den Friedenszweig[175]. (…)
Früher war die Taube Unser Symbol, jetzt ist es der Kelch der Heldentat.
Ja, jedes
Zeitalter hat sein Symbol.
[262] 5. (265)
Die Epoche des Handeltreibens für persönliche Zwecke ist vorüber. Die kleinen
Räuber wird es nicht mehr geben. Es ist besser, an den Nutzen des Volkes zu
denken.
Ich liebe
es nicht, über Belohnung für Arbeit zu sprechen, doch der Ausgleich wird nicht
auf sich warten lassen. Ich spreche über die Freude an der Arbeit. Ein
kooperativer Aufbau ist die einzige Rettung.
[263] 6. (266)
Schätzt die Weite des Gedankens. Ich lehre euch, die Giganten des Willens zu schätzen.
Um euch
herum knüpfe Ich ein unsichtbares Heiliges Band.
Unsere
Weisung ist: Schultert die Aufgabe, Meine Ankunft zu bezeugen. Erhebt den
schweren Schild gemäß dem festen Willen eures Bewusstseins. Lasst uns sagen: „Herrscher,
ich will Deinem Land helfen, mein Geist ist in den Panzer der Furchtlosigkeit gekleidet.
Hell leuchtet Dein Stern auf dem Schild. Ich fange alle Pfeile Deiner Gegner
mit dem Schild auf. Ich will Dir helfen.“
[264] 7. (267)
Ich möchte von zwei Feldherren Akbars* erzählen.
Der eine
erhielt sehr ausführliche, der andere nur höchst unvollständige Weisungen.
Schließlich
wandte sich der zweite an Akbar und sagte: „Warum habe ich keine ausführlichen
Weisungen verdient, wo ich so viele Siege errungen habe?“ Akbar antwortete: „Deine
Verständigkeit hielt den Strom der Worte zurück. Möge jeder Augenblick, der durch
dich erspart wurde, mit der besten Perle gewürdigt werden.“
Daher ist
die Freude jener groß, die verstehen können und dadurch einen Trank aus der
Quelle ersparen.
Das Wesen
der Lehre kann man mit der Anforderung bestimmter Momente eines Kampfes
vergleichen. Ich will nicht verheimlichen, dass nach einem Erfolg immer
finstere Informationen durchsickern; man muss diesen Geschossen Zeit lassen,
vorüberzufliegen, vor allem dann, wenn die Festung auf der Landkarte des
Feindes eingezeichnet ist. Aber wenn die Geschosse den Boden ringsherum
aufwühlen, wird er für die künftigen Fundamente besser vorbereitet sein. So
kann derjenige, der Geduld hat, die künftigen Grundlagen legen.
Wenn wir
in Stille sitzen[176],
wird die Verbindung gefestigt.
Die
Offenbarung eines neuen Wachstums kennzeichnet eine neue Stufe, und wir[177]
kennen bereits die raffinierten Feinde. Doch hinter uns[178] wurden
neue Kräfte aufgerufen, und deshalb brauchen wir keine alten Wege.
[265] 8. (268)
Der Hauptfehler ist, dass die Fragen und die Bedürfnisse des Lebens nicht
formuliert werden; dabei kann ich in jedem Augenblick fragen, doch was versäumt
wurde, wird nicht wiederholt. Es wurde gesagt: „Ihr kennt weder Tag noch
Stunde.“[179]
Ich
bitte, den Gedanken wie ein Schwert zu schärfen. Lernen kann man endlos.
Wenn Ich bitte:
„Helft, Mein Land aufzubauen“, so wende Ich mich nicht an Skelette, sondern an
lebendige, schöpferische Geistwesen. Jedem ist sein Opfer bestimmt. Das Symbol
der offenen Augen ist so wichtig.
[266] 9. (269)
Helft, Mein Land aufzubauen. Das Zittern der alten Welt will man nicht sehen.
Nicht Strenge, sondern Besorgtheit um den schönen Plan zwingt Mich zu
Wiederholungen. Und warum aus Amrita* eine Linsensuppe machen?
Wiederholt
jede Stunde: „Nichts kann mich aufhalten, zum Lehrer zu eilen. Ich habe tausend
Augen und meine Kraft wächst nur bei Beweglichkeit.“
Beweglichkeit
und Findigkeit sind unzertrennlich.
[267] 10.
(270) Ihr kennt bereits den magischen Zirkel, ihr wisst um seine
wissenschaftliche Bedeutung. Der Plan hat die Besonderheit, dass beschlossen
wurde, den Schutz dieses Zirkels aufzuheben, da er sich als ein kosmisches
Hindernis erweist.
Aus einer
eigenen Art von Ängstlichkeit haben die Menschen sich mit verschiedenen
künstlichen Zirkeln umgeben. Nun ist es an der Zeit, die herkömmlichen Formeln hinter
sich zu lassen. Es ist an der Zeit, der Erde und dem Himmel mit einem erwachten
Geist zu begegnen. Es ist an der Zeit, mit offenen Augen den Ausgeburten der
Elemente zu sagen: „Ich fürchte euch nicht! Denn ihr könnt den mir gewiesenen
Weg nicht versperren!“
Es ist an
der Zeit, zum Licht zu sprechen: „Ich komme als dein Helfer und strecke meine
Hand nach der Sonne selbst aus. Und solange der Silberne Faden unversehrt ist,
werden die Sterne selbst mein Panzer sein.“
So
einfach ist der dem Menschen gebotene Weg. Und schließlich werden die Idole der
Symbole durch den Strahl des Lichts ausradiert. Und es wird Uns erlaubt sein,
nicht Götter, sondern Mitarbeiter zu sein. Das ist das Gebot der Einfachheit.
II
[268] 1. (271)
Scheut euch nicht, die Rüstung eures Bruders näher zu untersuchen. Nur durch
sorgfältiges Abtasten jedes Ringes des Panzerhemdes kann man feststellen,
welche Seite des Bruders am wenigsten geschützt ist. Eine Rüstung, die nur
außen glänzt, hält noch nicht einmal dem leichtesten Pfeil stand.
Wenn ihr
daher einen schwachen Ring bemerkt, könnt ihr sagen: „Bruder, im Namen des
Lehrers, prüfe dein Panzerhemd und vollende seine Härtung, sonst ist es besser,
ohne Panzer zu kämpfen.“
So prüft
vor jedem Kampf die Waffe. Schrecklich ist das Los dessen, der nur den Griff in
den Händen hält.
Wir
freuen Uns besonders, wenn die Größe des Planes sich in Einfachheit ausdrückt.
Merkt euch, Einfachheit besitzt eine anziehende Kraft. Dieser Magnet wird dem neuen
Haus gerecht.
Denken wie
Rindvieh erlaubt den Vögeln nicht zu singen, doch Mein Marsch geht nur mit
Gesang vor sich.
[269] 2. (272)
Man wird euch fragen: „Was ist euer Himmel?“ Sagt: „Ein Himmel der Arbeit und
des Kampfes.“ Aus Arbeit entsteht Unbesiegbarkeit und aus Kampf Schönheit.
Ja, Ich
sagte heute bereits: Ich gehe Selbst! Meine Pfeile fliegen nämlich in Mein
Land, und bunte Triebe erwarten die Gärtner.
An den
Wänden sind Meine Zeichen und im Flüstern ist Mein Atem.
Mögen die
Büsche wild wachsen – es ist leichter, sie auseinander zu schieben als sie anzupflanzen.
Fürchtet nichts, Unsere Blumen sind verschiedenartig, doch durch die Stimme der
Herrscher werdet ihr Ordnung schaffen.
Beachtet,
wie Unser Feld zuwächst. Die notwendigen Triebe sind grün, die trockenen fallen
ab und werden schwarz. Man kann bereits eine Karte des neuen Kampfes zeichnen.
Ihr werdet Kampfgebiete des Geistes hinzufügen und die Berge des früheren
Stolzes schwärzen.
Wie Ich
schon sagte: Es ist besser, unter Landstreichern als unter Heuchlern zu sein.
Gewöhnt euch daran, das Feuer des Geistes in den Augen wahrzunehmen.
Dem Frack
fehlt der Stern des Kampfes, der an Kaftanen leuchtet.
So wollen
wir uns heute merken: Ein Himmel der Arbeit und des Kampfes.
[270] 3. (273)[180] Neben
der Angemessenheit muss man die Notwendigkeit verstehen. So wird die letzte
Prüfung die der Notwendigkeit sein; mit anderen Worten, jeder Prüfling muss
sagen, was er für das Notwendigste hält. Entsprechend der Qualität der
sofortigen Antwort wird sein Bewusstsein bemessen.
[271] 4. (274)[181] Der
Grad der Nützlichkeit kann sich ändern. Die Grade der Nützlichkeit sind doch so
zahlreich wie die Blätter eines Baumes.
Wenn wir
uns nach dem baldigen Advent sehnen, müssen wir ohne Verzug die Wege reinigen.
Man muss sich daran gewöhnen, Tag und Nacht die Weisungen zu erfüllen und von
den Statuten durchdrungen zu sein.
Ich missbillige
jede Scheinheiligkeit. Möge der Strahl die Heldentat erleuchten. Wohin soll Ich
den Strahl senden, wenn anstelle des Schildes nur nasser Mull vorhanden ist? Die
Hauptsache ist Raschheit und Festigkeit der Hand beim Schlag.
So, wie
Ich euch jeden Schild sende, so sollt auch ihr jeden Moment nutzen. Ihr
schreitet doch nicht des Lohnes wegen und nicht aus Furcht voran, sondern wegen
des Bewusstseins der kosmischen Schönheit.
[272] 5. (275)[182] Ich
will euch erzählen, wie die Differenz zwischen Buddha und Devadata[183]
entstand.
Devadata
fragte: „Womit soll man jede Tat beginnen?“ Der Gesegnete antwortete: „Mit dem Allernötigsten,
denn jeder Augenblick hat seine Notwendigkeit, und diese nennt man die
Gerechtigkeit der Tat.“
Devadata
fragte weiter: „Wie wird die Notwendigkeit erkennbar?“ Der Gesegnete
antwortete: „Der Faden der Notwendigkeit zieht sich durch alle Welten, doch wer
ihn nicht begriffen hat, bleibt in einer gefährlichen Schlucht ungeschützt vor
den Steinen.“
So konnte
Devadata die Linie der Notwendigkeit nicht erkennen, und diese Dunkelheit
verhüllte ihm den Pfad.
Deshalb
spürt ein kühnes Pferd sogar mit der Spitze seines Hufes, auf welchen Stein es
zuerst treten muss. So spürt man auch die Reihenfolge der Beweglichkeit, der Angemessenheit
und der Notwendigkeit.
Viele
Unserer geschichtlichen Aufzeichnungen werden für Aufschriften alter
Gesetzgeber gehalten.
Oft
erschwert sogar der Name Christi oder Buddhas die Leichtigkeit der Aufnahme,
doch Schriftzeichen auf einem unbekannten Stein ziehen leichter aufrichtige
Aufmerksamkeit auf sich.
Ist es
denn notwendig zu erklären, dass das beste Ergebnis dann erzielt wird, wenn der
Funke des Geistes aufflammt? Daher muss man wissen, ob es besser ist, einen
Namen zu erwähnen, oder nützlicher, das Wesen eines Testamentes aufzuzeigen. Erinnert
euch daran, wenn ihr euch auf verschiedenen Pfaden befindet.
[273] 6. (276)
Da haben Wir sieben Diener auf den Markt gesandt, um Weintrauben zu holen.
Was sehe
Ich? Der erste verlor das ihm gegebene Geld. Der zweite tauschte es gegen
berauschenden Wein ein. Der dritte versteckte es. Der vierte übersah, dass die
Trauben unreif waren. Der fünfte zerdrückte bei der Prüfung der Reife den ganzen
Zweig. Der sechste wählte klug aus, stieß jedoch irgendwo an und verschüttete
sie aus Unachtsamkeit. Der siebente brachte einen reifen Zweig und fand noch
Blätter, um ihn zu schmücken.
So gingen
die Sieben einen Weg zur gleichen Zeit.
Haltet
die Satzung der Neuen Welt ein. Bringen wir den Geist und den Körper dar, denn
es gibt keine schönere Heldentat. Ich denke, dass wir jetzt die komplizierteste
Zeit durchleben. Die Reflexe der Ereignisse drängen sich vor den Toren.
Ihr
wisst, wie ein Schiff auf einer Welle voranstrebt. Daher ist es Recht, nicht
das Gehör, sondern den Geist zu nähren.
[274] 7. (277)
Über das Auslegen von Magneten.
Ein
Magnet schmiedet eine Projektion der Evolution der Planeten. Ein Magnet
offenbart Unabänderlichkeit. Ein Magnet bestätigt den menschlichen Weg.
Es gibt
verschiedene Arten von Magneten. Entweder ist er der ungeteilte Körper eines
führenden Planeten; oder er ist ein Teil des Körpers, der mit den übrigen
Teilen verbunden ist; oder er ist ein fremder Gegenstand, der durch Berührung
mit einem Magneten Verbindung erhalten hat.
Der
Magnet bleibt entweder unsichtbar, während er den Lauf der Ereignisse anzieht;
oder er dient als Zentrum einer bewussten Tat; oder er erleuchtet den Menschen,
der ihn fand.
Man kann
in der Geschichte der Menschheit sehen, wie ein Netz von Magneten gleich einem
wegweisenden Feuer aufflammte.
Wie
arbeitet nun ein Magnet? Er setzt die Ideen des Raumes in die Tat um. Viele
Magnete liegen unter den Fundamenten von Städten. Viele wurden gefunden.
Ich
wiederhole: Das Symbol von Brillanten in einem aus dem Raum gesandten Meteor muss
wissenschaftlich aufgefasst werden.
Man muss
jede Minute nutzen, morgens und abends. Das spießbürgerliche Leben ist zu Ende,
die Morgenröte der Heldentat ist angebrochen. Das Schicksal ist bereit, für
alle Lasten die Verantwortung zu übernehmen, doch nehmt sie auf euch.
Der
Strahl kann durchs Fenster scheinen.
[275] 8. (278)
Die Eigenschaft, unsichtbar zu sein, ist oft die Rettung. Die Eigenschaft, schweigsam
zu sein, ist oft die Rettung. Die Eigenschaft, ein Träger von Geheimnissen zu
sein, ist ehrenvoll. Die Eigenschaft, Vertrauen zu erhalten, ist ehrenvoll.
Durch die
Macht des betenden Zustandes wächst der Geist.
[276] 9. (279)
Ich denke, man muss alle Signale entzünden und die Zeichen leicht verstehen.
Jedem Gerufenen werde Ich Zeichen geben, doch man muss sie annehmen. Ich kann
sagen, dass man manchmal zu übermäßigen Zeichen greifen muss. Doch sie können
nicht immer benutzt werden.
Ich
erinnere Mich: Einmal gelang es, einen Menschen aus einer Feuersbrunst zu retten,
doch er beachtete die Zeichen nicht und brach sich deswegen immerhin ein Bein. Um
jemanden vor einer verderblichen Unterschrift zu bewahren, musste ein anderes
Mal neben der geistigen Einwirkung eine so große Muskelkraft aufgewendet werden,
dass die Hand des Betreffenden für lange Zeit lahm war. Um jemanden vor einem
gefährlichen Tier zu retten, war es erforderlich, ihn vom Gehweg zu stoßen.
So sollte
man keine außerordentlichen Einwirkungen erzwingen, sondern feinfühlig die rettende
Strömung erfassen.
[277] 10.
(280) Man muss einen geistigen Aufstieg ermöglichen. Bei Uns verehrt man den
Lehrer durch die Tat. Bei Uns lebt man mit einem wunderbaren Traum. Unser Weg
ist mit Hufeisen der Heldentat übersät. Über Unseren Zelten leuchten die
Strahlen des Mutes. Es ist Uns eine Freude, von der Flamme der Wahrheit
versengt zu werden. Unser Weg ist dreifach verlängert.
Bedeutet
es etwa kein Glück, gegen die leblose Materie anzukämpfen und mit der Lanze des
Geistes Funken des schöpferischen Geistes zu entzünden?
Der
Lehrer, der Lehrer, der Lehrer schreitet mit dem Pfeil der Weisung voran.
Niemals würde
Ich die ruhige Wasserfläche annehmen, (…) Ich nehme den ganzen Donner an, und
Meine Schriftenrollen werden mit Blitzen das Gewölbe des Weltalls verwandeln.
Ich sende eine Taube als Boten, doch Ich selbst werde als Adler herabsteigen!
So möge
jeder Meiner Kämpfer seine Rüstung vorbereiten!
[278] 11.
(281) Ihr wisst bereits von den beiden Feldherren Akbars, nun wollen wir etwas
über einen dritten hinzufügen. Dieser fragte: „Warum wird es in gleicher Weise
getadelt, wenn man zu spät oder zu früh kommt?“ Akbar antwortete: „Mein Freund,
es gibt keine gleichen Werte. Wenn Voreiligkeit Findigkeit enthält, ist ihr
Wert größer, denn Verspätung ist nur mit Tod verbunden. Voreiligkeit wird
gerichtet, doch Verspätung ist bereits verurteilt.“
[279] 12.
(282) Meine Weisung lautet: Versteht die Bedeutung dessen, was vor sich geht. Wie
Ich versprochen habe, heute eine Weisung zu geben, so seid auch ihr zur Tat
bereit.
Wenn Ich
sehe, dass ihr auf Kamelen reiten sollt, reitet!
Wenn Ich
sehe, dass ihr fliegen sollt, fliegt!
Wenn Ich
sehe, dass ihr segeln sollt, segelt!
Wenn Ich
sehe, dass ihr euch in eine Höhle verkriechen sollt, verkriecht euch!
Wenn Ich
sehe, dass ihr zur Mitternacht erscheinen sollt, erscheint!
Wenn Ich
sehe, dass ihr vor Sonnenaufgang eintreffen sollt, kommt rechtzeitig!
Wenn Ich
sehe, dass ihr das Heiligtum mit einem Schild bedecken soll, bedeckt es!
Wenn Ich
sehe, dass ihr nicht einschlummern sollt, schlummert nicht ein!
Wenn Ich
sehe, dass ihr Mir vertrauen müsst, vertraut!
Euer
Mantram möge sein: „Im Namen der Mutter der Welt und meines Vaters will ich
helfen, Dein Land aufzubauen!“
Wir stärken
unsere Kraft mit dem Feuer der Bereitschaft und schreiten auf goldenem Sand
voran, denn wir gehen zu den Herrschern.
[280] 13.
(283) Ihr solltet lieber über Meinen Wunsch berichten, alle bei der Arbeit zu
sehen.
Man muss
die Aura anspannen, anders kann sie nicht wachsen.
Man muss klar
verstehen, wie nutzlos himmlische Strahlen sind, wenn ihnen keine Emanationen
aus den Nervenzentren entgegenkommen.
Ich
sprach bereits über das Verstummen der Sprache und über gebrochene Hände – das
sind die Folgen einer himmlischen Einwirkung ohne irdische Antwort.
[281] 14.
(284) Ich möchte Kooperation nicht auf dem Papier und in Beteuerungen sehen,
sondern in der Tat. Richtig ist es, nicht über Liebe zu sprechen, sondern sie
durch die Tat zu zeigen. Richtig ist es, die Beteuerung von Hingabe
abzuschaffen, sie offenbart sich in der Tat. Richtig ist es, keine überflüssigen
Worte zu äußern, sie werden bei der Tat benötigt. Es ist kläglich, wenn Krieger
während eines Angriffes die Reihen verlassen, um den Führer ihrer Liebe zu
versichern. Wahrlich, jetzt ist die Zeit des Angriffs, und jeder Stein muss mit
einer gelungenen Bewegung ergriffen werden. Sendet geschickt eure Pfeile ab.
Ich
sprach vorhin über die Nutzlosigkeit von Strahlen bei mangelnder Entsprechung der
Emanationen. Müdigkeit und Gereiztheit können einen einer notwendigen Botschaft
berauben. Man muss verstehen, jenseits von Gefühlen zu Uns zu gelangen.
[282] 15.
(285) Nun wenden Wir Uns von den kosmischen Plänen ab und dem Tragen von Steinen
zu, und auf jeden zeichnen Wir das Symbol des Kreuzes.
Ich erinnere
daran, wie Buddha Schüler für eine Heldentat auswählte:
Wenn die
Schüler bei einer Beschäftigung Müdigkeit überfiel, stellte Buddha eine ganz
unerwartete Frage und erwartete eine sofortige Antwort. Oder er stellte den einfachsten
Gegenstand vor sie hin und verlangte, diesen mit nicht mehr als drei Worten
oder mit nicht weniger als hundert Seiten zu beschreiben. Oder er stellte den
Schüler vor eine verschlossene Tür und fragte: „Womit wirst du sie öffnen?“
Oder er rief Musikanten unter das Fenster und ließ sie Hymnen mit vollkommen
gegensätzlichen Inhalten singen. Oder wenn er eine lästige Fliege bemerkte,
veranlasste er den Schüler, Worte zu wiederholen, die unerwartet ausgesprochen
wurden. Oder Er ging vor den Schülern hin und her und fragte, wie oft Er vorübergegangen
sei. Oder wenn Er Furcht vor Tieren oder Naturerscheinungen bemerkte, stellte
Er die Bedingung, dies zu überwinden.
So
härtete der mächtige Löwe die Klinge des Geistes.
Merkt
euch das und wendet es an!
[283] 16.
(286) Man kann die Uschas[184] der
Neuen Morgendämmerung offenbaren. Schon verbrennt die Kraft des Lichts die
Finsternis. M:. ist ein
unerschütterlicher Geist.
Mein
Geist weiß, wie Macht geschmiedet wird. Ich schlage vor, Mich nicht anzubeten,
sondern herbeizurufen. Und Meine Hand wird nicht zögern, zur Zeit des Kampfes
zu erscheinen.
Wie
durchquerten Wir die Wüsten? Wie konnten Wir den schwarzen Pfeilen ausweichen?
Wie konnten Wir auf ungezähmten Pferden reiten? Wie konnten Wir mit einem
Verräter in einem Zelt schlafen? Wie konnten Wir angesichts des Feuers des
Federgrases[185] Unser
Schicksal verbessern? Wie konnten Wir die Steine des Stromes überwinden? Wie
konnten Wir in der Dunkelheit der Nacht den Weg finden? Wie konnten Wir
unverständliche Wünsche begreifen? Wie konnten Wir den Pfad des Lebens
erkennen? Wahrlich, durch Wachsamkeit des Geistes!
Jede
Minute sind Wir bereit, demjenigen das Brot des Lebens zu reichen, der den
gleichen Pfad der Wachsamkeit des Geistes wählt.
Mein
Strahl kann die Taten des Geistes erleuchten.
Meinem
Strahl gehorchen die Wesen, die sich in den schützenden Purpur des Mutes gekleidet
haben. Wo sich der staubige Schimmel der Angst zeigt, verwandelt sich das
Schwert des Strahles in eine Geißel.
[284] 17.
(287) Ihr wisst, wie schwer es ist, die Herzen der Menschen zu erreichen. Der
Geist dringt nicht durch und die Hülle verdichtet sich. Umso mehr soll man jene
willkommen heißen, die gleich einem Adler umherblicken und für die der Dunst
der Zukunft klar wie ein Spiegel ist!
Obwohl
die Ereignisse des Kampfes gewaltig sind, kann Ich den Treuen eines versprechen:
Wir werden in jeder Lage ihre Würde behüten. Diese feindlichen Ströme werden
Wir in Nutzen verwandeln.
Eine
Weisung an Meine Krieger wird nicht zweimal ausgesprochen. Lasst uns lieber
Unsere Wege bauen und die Möglichkeiten bezeichnen.
Wir
wollen uns nicht ängstigen, wenn diese Möglichkeiten auf den ersten Blick zu
sehr auseinanderlaufen. Gras wächst auch nicht augenblicklich; glücklicherweise
aber sehe Ich junge Köpfe, die würdig sind, sich der gelockerten Saiten anzunehmen.
Ihr müsst
euch auf das Unbekannte und das Unsichtbare verlassen.
[285] 18.
(288) Wenn Menschen abreisen, fühlen sie zweierlei: Entweder, dass sie lange an
diesem Ort lebten, was bedeutet, dass ihre Aura gleichsam mit den Gegenständen
verwachsen ist. Oder sie haben das Gefühl, als ob alles um sie herum zu Ende gekommen
ist, was bedeutet, dass die Aura sich strebend emporschwingt.
Es ist
sehr wichtig, diese zwei Arten von Menschen zu unterscheiden. Oft kann man anhand
eines äußeren Zeichens über die grundlegendste Einteilung urteilen.
Wer sind denn
Meine Leute? Wer sich an keinem Ort zuhause fühlt; wer nicht an die Kostbarkeit
der Dinge denkt; wer es liebt, in die Berge zu gehen; wer den Gesang der Vögel
liebt, wer die Luft der Morgenstunde zu schätzen weiß; wer die Tat mehr würdigt
als die Zeit; wer Blumen versteht; wer Furchtlosigkeit zeigt, ohne es zu
bemerken; wer keinen Klatsch liebt; wer Freude an Schönheit schätzt; wer das
Leben jenseits der Grenzen des Sichtbaren versteht; wer spürt, wann man einen
Teil von Amrita aufnehmen kann; wer sich beeilt, eine Weissagung zu erfüllen.
Diese Meine Leute können Meine Macht in Anspruch nehmen.
Als König
im Land der Wirbelwinde kann Ich ihnen einen Tautropfen vom Baum Elgario[186]
senden, der das Leben der Zukunft erschließt.
[286] 19.
(289) Ich will euch berichten, wie Timur[187]
einen seiner größten Siege errang. Er setzte die Steppe hinter seinem Heer in
Brand und gab den Gefangenen tausend Pferde, um sich zu retten. Diese flohen entsetzt
zum Gegner und verbreiteten dort Angst. Ihnen nach jagten die Horden Timurs und
überrannten, da sie keinen anderen Ausweg sahen, den Feind schneller als die
Flammen.
Ein
unvernünftiger Führer entzündet hinter dem Feind einen Brand, doch ein weiser
entfacht Feuer hinter den eigenen Reihen.
Ähnlich
war es auch, als die ersten Auswanderer Asien verließen. Sie vernichteten
hinter sich Brücken und Übergänge, damit ihnen keine Rückkehr in den Sinn kam.
(290) Es
gibt ein orientalisches Rätsel, das lautet: „Was möchte gern vergraben werden?“
Antwort: „Das Samenkorn.“
Der Keim
eines Planes muss nämlich unter dem Boden liegen, doch wenn er zu leben
beginnt, wächst er nur nach oben.
Der
Lehrer sieht neue Möglichkeiten, und der Steppenbrand jagt die Reiter nur in
eine Richtung.
[287] 20.
(291) Unter den staubbedeckten Gänseblümchen erhebt sich die Lilie des Himmlischen
Purpurs. Es ist besser, neben der Himmlischen Blume zu leben, denn irdische
Blumen sind die einzige lebendige Verbindung zwischen Erde und Himmel.
Bei der
Bildung von Blütenstaub lagern sich gleichsam Kristalle von Prana ab. Ohne zu
scherzen, kann man sagen, dass sich in den Blumen der Himmel auf der Erde
niederlässt.
Wenn die
Erde keine Blumen mehr hätte, würde die Hälfte ihrer Lebenskraft verloren gehen.
Genauso wichtig ist Schnee, und die Schneeberge stehen da als Leuchttürme der
Rettung.
III
[288] 1. (292)
Wenn man an Größe zunimmt,[188] knacken
der Fußboden und die Zimmerdecke. Die Menschen verstehen nur sehr schwer den
Unterschied zwischen „es kann sein“ und „es wird sein“. Es scheint ihnen, dass
was sein kann, auch sein wird. Doch wo ist die Heldentat und wo der Wunsch,
alle Mauern zu übersteigen?
[289] 2. (293)[189] Stellen
wir uns die Erde voll von drahtlosen Stationen vor. Nur wenige werden von hoher
Spannung sein. Nur sie werden das Leben des Planeten lenken. Genauso gibt es
Geistwesen von hoher Spannung, die ihre Akkumulatoren in vergangenen Existenzen
aufgeladen haben. Der Wesenszug, der sie von anderen
unterscheidet, ist das feste Bewusstsein der Unauflöslichkeit ihres inneren
Ich, wodurch der Begriff einer höheren Freiheit entsteht. (…) Und an die
Stationen hoher Spannung schließt sich ein Netz kleinerer Stationen an, die von
ihm ständig Wellen aufnehmen. So speist ein Geist mit hoher Spannung seine
Umgebung und gleicht einem einsamen Turm, der über den Raum herrscht. Daher werden
die Menschen schon in jungen Jahren zu solchen Magneten hingezogen und belasten
sie sogar.
Heldentat
ist kein Verzicht, sondern Aufnahme und Bewegung. Wenn Ich also sagte: „er hat verzichtet“,
muss man dies verstehen als: „er hat aufgenommen“. Man kann unmöglich das Wesen
des Verzichtes darstellen, denn neben ihm nistet das Verbot, doch Aufnahme
weist auf bewusstes Verständnis hin.
Wie
entsagte die Herrscherin den Welten? Weil Sie die Größe des Aufbaues der
Zukunft erfasst hat, kann nichts das Wachstum des Geistes aufhalten.
Treue ist
die Eigenschaft eines Geistes von hoher Spannung, und die Offenbarung von
Aufnahme macht die wahre Heldentat zu einem freudigen Empfang. So kann sich die
Heldentat entwickeln, denn ein heller Empfang führt den nächsten nach sich.
Man hat
die Glaubenskämpfer richtig als Schwimmer dargestellt. So trägt die Welle der
Weltenenergie jene, die sich in ihren Strom gestellt haben.
Wieder
muss man an den Unterschied zwischen Drohung und Fürsorge erinnern. Als Ich
einen berühmten Reiter mahnte, er möge es lernen, von einem galoppierenden
Pferd abzuspringen, meinte er, dies sei gegen die Gebräuche seines
Steppenlandes. Doch als ein rasendes Pferd ihn zu einem steilen Ufer brachte,
musste er ungeschickt abspringen und blieb danach lahm.
Doch es
ist leicht, sich durch Treue der Welle der Welt anzuschließen. Wir streben nur
nach Freude.
[290] 3. (294)[190] Strebt
am Ruß der Gegenwart vorbei in die Zukunft.
[291] 4. (295)[191] Beherrscht
dies: Man muss nicht zerstören, sondern mehr Geduld aufbringen.
Es ist
schrecklich zu sehen, wie klein die Zahl derjenigen ist, die ohne Ausreden und
ohne Klagen dem Aufruf folgen. Man kann den Menschen das Kostbarste geben, doch
in der Stunde des Aufrufs vergessen sie alles, was sie schon erhalten haben.
Wie kann
man an die Neue Welt denken, wenn sie die alte noch nicht begriffen haben? Ein
Igel hat viele Stacheln, doch diese machen ihn nicht zu einem König.
Die Hilfe,
auf die wir hingewiesen haben, kann erblühen, wenn sie von jenen angenommen
wird, denen sie gesandt wurde. Es freut Uns, wenn die Hand nicht zurückgewiesen
wird.
[292] 5. (296)[192] Lebt
nicht von Einkünften aus Geldanlagen. Dieser Profit ist unsauber.
Der beste
Umsatz von Gütern besteht im Tausch von Waren; im äußersten Fall kann man einen
Tausch gegen Geld zulassen, wenn dieses unmittelbar zurückgetauscht[193]
wird.
Seid
nicht unzufrieden, außer mit euch selbst. Lasst nicht andere tun, was ihr selbst
tun könnt – so zerstört ihr die Sklaverei der Diener. Wiederholt nicht zweimal,
was ihr einmal sagen könnt. Geht nicht immer denselben Weg, denn selbst der
Stein der Schwelle nutzt sich ab. Schwimmt nicht, wo man fliegen muss. Seht
euch nicht um, wo man sich beeilen muss. Zerreißt euch nicht den Mund mit
schlechten Reden, wo man schweigend vorübergehen sollte. Bedeckt euch nicht mit
Strahlen, sondern mit dem Stahl der Heldentat. Ein Sattel ist nicht nötig, wo
Flügel wachsen. Nicht die Faust, sondern der Hammer schlägt den Nagel ein. Nicht
der Bogen, sondern der Pfeil erreicht das Ziel. Nicht mit Meinem Gott, sondern mit
deinem. Schirmt euch nicht mit einer Linie[194] ab,
sondern mit dem Feuer des Gedankens.
[293] 6. (297)
Denkt darüber nach, dass nichts euch gehört, umso leichter wird es euch fallen,
Dinge nicht zu beschädigen. Denkt darüber nach, wie ihr am besten jeden Ort
verschönern könnt, umso mehr werdet ihr euch vor Schmutz bewahren. Denkt
darüber nach, wie jede neue Sache besser als die alte sein muss, dadurch verwirklicht
ihr die Leiter des Aufstieges. Denkt darüber nach, wie schön der morgige Tag
ist, dadurch werdet ihr euch daran gewöhnen, euch nach vorne zu wenden.
Denkt
darüber nach, wie grausam das Dasein der Tiere ist, dadurch werdet ihr beginnen,
das Niedrigere zu bemitleiden. Denkt darüber nach, wie klein die Erde ist,
dadurch verbessert ihr euer Verständnis der Verhältnisse. Denkt darüber nach,
wie schön die Sonne ist, die sich hinter der Sphäre der Erde verbirgt, dadurch
könnt ihr euch vor Gereiztheit bewahren. Denkt darüber nach, wie weiß die
Tauben im Licht erstrahlen, dadurch stärkt ihr die Hoffnung. Denkt darüber
nach, wie blau der Himmel ist, dadurch nähert ihr euch der Ewigkeit. Denkt
darüber nach, wie schwarz die Finsternis ist, dadurch werdet ihr euch vor der
Kälte des Abfallens bewahren.
Denkt
mutig über die Höheren Antlitze nach, dadurch legt ihr eine Linie der Einheit
an. Denkt darüber nach, welch ein Glück es ist, auf der Erdkruste zu wandeln
und sie mit dem Bewusstsein des Geistes zu sättigen. Denkt darüber nach, welch ein
Glück es ist, unter den Strahlen der Gestirne zu wandeln und der Mittelpunkt
zehntausend Jahre alter Strahlen zu sein.
Denkt an
Unsere unermüdlich Führende Hand, dadurch werdet ihr euren Lebensfaden in die Länge
ziehen.
[294] 7. (298)
Wenn jemand deinen Weg versperrt, tritt schweigend zur Seite, wenn du deinen
Weg kennst. Wenn du ein Nachtlager finden musst, halte eine gute Botschaft für
den Wirt bereit. Wenn die Stunde des Abschieds naht, finde einen Gruß für die
Zurückbleibenden, wenn dein Weg breit ist.
Wenn am
Weg ein Baum blüht, reiße ihn nicht nieder, er könnte auch Nachkommende noch
erfreuen. Wenn du den Ruf eines Grußes vernimmst, versalze ihn nicht. Wenn du
einen Vogel singen hörst, schüttele nicht den Baum. Wenn du Kinder siehst, die
sich nähern, sage: „Wir haben euch erwartet.“
Wenn du
zum Mahl eilst, tritt auf trockene Steine. Wenn du daran denkst, dich auszuruhen,
festige den Zustand deiner Gedanken. Wenn du etwas Angenehmes erhältst, trage
es nicht in dein Notizbuch ein. Wenn du an Kränkung denkst, sieh dich um, wo
Schmutz auf dem Boden ist.
[295] 8. (299)
„Es ist besser, eine notwendige Botschaft entgegenzunehmen, als sich vor dem
Boten zu verbergen. Es ist besser, auf einer staubigen Straße die Tore nicht grell
anzumalen. Es ist besser, ein Pferd in den Gemüsegarten zu lassen, als auf
Steine[195]. Es ist besser, dem Wachtmeister
zu verzeihen, als einen Prozess mit dem Vorgesetzten zu führen. Es ist besser, sich
Karotten entgehen zu lassen, als sich der Erbsen zu berauben. Es ist besser,
auf einem Brett zu schlafen, als auf einem Ameisenhaufen.
Es ist
besser, einen tüchtigen Tadel zu erhalten, als über Sirup zu grinsen[196]. Es
ist besser, mit einem Esel befreundet zu sein, als auf einen Fuchs zu hören. Es
ist besser, einen Arzt zu rufen, als einen Dämon zur Ader zu lassen. Es ist
besser, über die Qualen der Vergangenheit zu erschrecken, als über die Zukunft
im Zweifel zu sein. Es ist besser, am Morgen zu urteilen und am Abend zu
verzeihen. Es ist besser, am Tage zu denken und in der Nacht zu fliegen.“
So steht
es in dem Buch „Die Perle der Träume“, das in China geschrieben wurde.
[296] 9. (300)
Die Lehre über die neuen Möglichkeiten des Lebens zieht praktisch veranlagte Köpfe
an. Und wenn eine Erscheinung möglich wird, wird sie angenommen werden, wie die
Fotografie auf Entfernung. Es ist erfreulich zu erkennen, wie sich die beiden
Welten unter den Augen der Menschheit vereinigen. Die Bedingung der geistigen
Reinheit wird als materielles Verstehen des Lebens anerkannt werden. Und
wieder, wie zu den ältesten Zeiten der Priesterschaft, doch diesmal zur Anwendung
für das Volk, erglänzt das Feuer der Erkenntnis. Das Wichtigste ist: Man muss
die Kräfte der sichtbaren Natur und die Macht der Unsichtbaren Quellen ins
Gleichgewicht bringen.
Man kann
leicht einen Apparat der sichtbaren Wissenschaft mit den Leitungen der Höheren
Welt in Einklang bringen. Zum Beispiel kann Hellhören leicht als ein drahtloses
Telefon verstanden werden, das bald eingeführt werden wird. (…) Doch gerade dann
wird man die Aufmerksamkeit auf die unterschiedliche Qualität der Nachrichten lenken,
und wenn man die Besonderheiten der Vermittler vergleicht, wird man die Nützlichkeit
der Geistigkeit verstehen.
Wie
Fotografie niemals Schöpfung ersetzen kann, so wird ein physischer Apparat
niemals Geistigkeit ersetzen.
Ein kann in
Phänomenen besonderen Schaden finden, denn die Entladung von zwangsweise
zusammengeknüllter Materie ruft die hasserfüllte Atmosphäre aufgewühlter Elektronen
hervor. Nichts beschädigt den Organismus so sehr wie nutzlose Phänomene.[197]
[297] 10.
(301) Ich freue Mich zu sehen, wie Blitze der Erleuchtung über das Wohl des
Volkes in euren Gedanken aufleuchten. Man muss diese Gedanken in den Raum werfen.
Wenn ihr doch jeden Tag eine halbe Stunde der Zukunft widmen würdet! Wahrlich,
das Leuchtfeuer eurer Vorhaben wird von Uns willkommen geheißen.
Mögen die
Dinge des Alltags verschwinden, doch möge das Land der Zukunft in Gedanken
Gestalt annehmen.
Was
reinigt den Geist besser als Gedanken an das Wohl der Mitmenschen! Was stählt
den Panzer der Festigkeit besser, als der Wunsch, andere zum Licht zu führen!
Was ruft ein schöneres Lächeln hervor, als das Bewusstsein, das allerletzte
Kind lachen zu sehen! So bitte Ich, an die Zukunft zu
denken und jeden Tag dem Halsband der Mutter der Welt eine Perle hinzuzufügen.
So denkt kurz und ungeklügelt darüber nach, wie ihr
den Herd der Welt verschönern könnt.
Man soll
keinen Vergleich mit der Vergangenheit ziehen, denn die Furche der
Vergangenheit ist gewöhnlich ein Nest voller Fehler. Man kann an fremden Ufern
vorüberschwimmen; sich weiden soll man nur an der Welt des Lichts, das allem,
was lebt, gegeben ist. Das Licht ist die beste Brücke zwischen dem Sichtbaren
und dem Unsichtbaren.
Wenn man fähig
ist, nicht beim Abendfeuer, sondern bei Sonnenschein an die Zukunft zu denken, werden
Tautropfen von Prana die denkende Stirn erleuchten.
[298] 11.
(302) Mögen auch die neuen Länder die Macht der Anrufung eines reinen Herzens
begreifen. Mögen sie verstehen: Verlogenheit des Denkens hindert daran, die Anrufung
des Geistes zu erlangen.
Sagt
allen, die daran denken, mit Uns zu sein, dass sie auf ihre Gedanken achten
sollen. Eine Heldentat wird durch reine Gedanken geboren. Keine angeberische Tat
wird Früchte tragen, wenn sie nicht von den Flügeln regenbogenartiger Gedanken
emporgetragen wird.
Ich
verstehe, wie schwer es ist, Gedankenflöhe einzufangen. Deshalb wiederhole Ich:
Lüftet die Gehirnwindungen, damit die kleinen Hüpfer keine Möglichkeit haben,
ihre Nachkommenschaft anzusiedeln. Eine Anlage für zottiges Denken bringt die
kleinen Insekten hervor und schneidet die besten Wege ab. Mit Ungeziefer
behaftete Körper bewirken, dass man einen Menschen meidet; wie viel mehr muss
ein mit Ungeziefer behafteter Geist abstoßen!
Wenn die
Gedanken breit fließen, kann sogar ihre unangenehme Richtung nicht endgültig
schädlich sein. Doch wenn das Denken dem Inhalt eines Tropfens sumpfigen Wasser
gleicht, gibt es keine Möglichkeiten, das Gesicht der Neuen Welt zu offenbaren.
Man muss
das Denken festigen und sich die vier gegebenen Regeln genau merken. (…) Man
muss sich daran erinnern; man muss verworrene Gedanken meiden.
Ich bitte
sehr, die Schönheit des Himmels hervorzuheben und sie mit Gedanken an die
Zukunft zu verbinden.
[299] 12.
(303) Man kann die Fristen (…) der Völker an den Wellen des Verstehens der
Religion erkennen. Dort, wo offensichtlicher Unglaube herrscht, ist die Ernte
des Herren bereits nahe. Dort, wo heuchlerische Pracht regiert, steht das
Schwert bereit. Das Beispiel des Saulus[198]
sollte eine Lehre sein.
Heute, am
Fest des Jahrestages[199],
verstehen wir[200], wie der zerlumpteste
Landstreicher eine Heldentat offenbaren und ein Chiton stinkende Geschwüre
verbergen kann. So sehen wir die neue Einteilung der Welt. Man kann einem Landstreicher
viel verzeihen, doch die Blindheit der goldenen Paläste kann die Waagschale der
Gerechtigkeit nicht senken.
[300] 13.
(304) Schreibt die Legende (…) auf: Ich habe schon darüber gesprochen, dass man
eine Sprache durch das innere Bewusstsein verstehen kann. Diese Fähigkeit wurde
durch die Hohepriesterin verkündet und zeitigte glänzende Ergebnisse.
Botschafter aus fremden Ländern redeten zu ihr in ihrer eigenen Sprache, und
sie verstand sie. So entstand die Legende von der ewigen Sprache (…).
Doch das
Volk wünschte sich in Massen von dieser Auffassung zu überzeugen. Es wurden
viele Ausländer herangebracht, und die Hohepriesterin wurde ungeachtet ihrer Proteste
aus dem achten Stockwerk herbeigeholt. Doch vor dem Volk wurde nichts offenbart,
und die Fremden wiederholten vergeblich ihre Reden.
So wurde
eine der besten Möglichkeiten zunichte gemacht. Doch diese Möglichkeit kann man
anwenden, indem man die Beschaffenheit der Aura studiert, denn diese ist eine
Brücke sowohl zum Segen als auch zur Ansteckung.
Die
Fähigkeit, selbst die Muttersprache zu verstehen, hängt nicht vom Ohr ab,
sondern von der Berührung mit anderen Zentren über die Aura. Deshalb ist es
besser zu sagen, „ich habe verstanden“, als „ich habe gehört“.
Bezüglich
der Aura ist daher weniger ihre Farbe als ihre innere Spannung von Bedeutung.
[301] 14.
(305) (…)
Meine
Hand wird nicht müde, zu führen, so schreitet auch ihr voran, ein jeder durch die
ganze Kraft. Es ist richtig, die Kraft für das Schwere aufzuwenden, denn alles
Leichte ist der Zukunft nicht angemessen.
Was sagt
eine Mutter dem Sohn vor dem Feldzug: „Stehe selbst für dich ein!“ So verstehen
auch Meine Krieger, wie man auf sich allein gestellt kämpft.
Wenn auch
die Kette des Kreises Erleichterung bringt, so wird doch Findigkeit dadurch
erprobt, dass man auf sich allein gestellt ist.
[302] 15.
(306)[201] Selten
bevorzugen Wir Wasserwege. Das Element Wasser steht im Gegensatz zum
Magnetismus der Berge. Die Pfeile von Blitzen durchdringen Wasser ohne eine
Zunahme der Wirkungen. Wir sind bemüht, jeden Strom zu isolieren.
Metalle
sind nicht nach ihrem Preis einzuschätzen, sondern nach ihrer Festigkeit. Man
soll keine kupfernen Gegenstände tragen. Die Alten wussten, wie viel nützlicher
Bronze ist. Auch Zink sollte nicht mehr im Haushalt verwendet werden. Durch
Berührung mit einem Metall ist nicht nur Ansteckung möglich, sondern der Kanal
des Metalls überträgt auch Krankheiten, deshalb sollten Kupfermünzen
abgeschafft werden. Am besten ist Kleingeld aus Silber.
Verbrecherische
Spekulation muss beharrlich verfolgt werden, denn die Erde krankt an
Spekulationen. Jede Epoche hat ihre Krankheit – die heutige Krankheit ist
Spekulation. Man soll nicht denken, dass die Menschheit schon immer an dieser
Krankheit litt. Sie ist ein Merkmal der vor sich gehenden Zeitenwende, denn sie
kann nicht allmählich vorübergehen; vielmehr ist ein Paroxysmus[202] der
Evolution notwendig, um die Seuche auszumerzen.
IV
[303] 1. (307)
Gebet ist das Bewusstwerden der Ewigkeit. Gebet birgt in sich Schönheit, Liebe,
Wagnis, Mut, Selbstverleugnung, Standhaftigkeit und Streben. Wenn ein Gebet
jedoch Aberglaube, Furcht und Zweifel enthält, gehört eine solche Beschwörung zu
den Zeiten des Fetischismus.
Wie also soll
man beten? Man kann Stunden in Bestrebung verbringen, doch es gibt auch ein
blitzschnelles Gebet. Damit stellt der Mensch sich ohne Worte augenblicklich in
die ganze, ununterbrochene, bis in die Unbegrenztheit reichende Kette.
Wenn ein
Mensch entschlossen ist, sich mit der Unbegrenztheit zu vereinen, atmet er gleichsam
Emanationen von Äther ein und erhält ohne mechanische Wiederholungen die beste
Schließung des Stromes. So kann man im Schweigen, ohne Zeit zu verlieren, einen
Strahl der Erfrischung erhalten.
Nur
entwickelte Geistigkeit kann durch einen einzigen Seufzer das menschliche
Bewusstsein erheben. Doch Wir müssen wiederholt über das Gebet sprechen, weil
danach gefragt werden wird.
Es sind
keine Beschwörungen erforderlich, es ist kein Flehen erforderlich, der Staub
der Demut ist nicht erforderlich und auch keine Drohungen, denn wir versetzen uns in die fernen Welten, in die Schatzkammer der
Möglichkeiten und des Wissens. Wir spüren, dass sie für uns bestimmt sind, und wagemutig
nähern wir uns ihnen.
So erinnert
euch an das Testament: „Betet nicht auf beliebige Weise, sondern im Geist!“
[304] 2. (308)
Wenn wir uns daran machen, Materie zu zerlegen, sehen wir, wie die
freiwerdenden Atome beginnen, sich ihrem Grundton nach zu ordnen; und indem sie
in den Äther entweichen, bilden sie einen Regenbogen, der als Sphärenmusik erklingt.
Wenn sich
ein ganzer Planet auflöst, wird das Ergebnis natürlich ein Regenbogen sein. Man
kann dies bei der Zerlegung jeder sichtbaren Materie beobachten.
Unser
Strahl sendet Myriaden von gereinigten Atomen, die einen Menschen einhüllen,
wenn sich in seiner Nähe kein astraler Wirbelwind befindet. Das ist die
Grundlage der Ruhe des Geistes, andernfalls werden Reste von Karma den
Gegenstand der Sendung verdecken.
Und niedere
Geister zerreißen den Strahl gleich Affen, indem sie ohne jeden Nutzen das
wertvolle Gewebe zerreißen, denn die Atome der Materie sind für aufgewühlte Hüllen
ungeeignet.
Daran
muss man sich erinnern, wenn man den Geist im Gebet mit der Unbegrenztheit vereint.
[305] 3. (309)
Jetzt merkt euch nur, dass ihr euch im Falle der Gefahr zuerst mit dem
Bewusstsein der persönlichen Unverwundbarkeit umgürten und dann das Bewusstsein
Meinem Strahl entgegensenden müsst.
Stellt
euch in Gedanken vor, wie euer Funke zu Meinem Strom hineilt. Eine solche Gegenseitigkeit
stärkt den Strom und ist gut bei Ermüdung. Es kann auf dem Pfad verschiedene Fälle
geben, bei denen ein wechselseitiger Strom besonders nützlich ist. Es ist am
besten, jede Möglichkeit zu verstärken.
[306] 4. (310)
Bedrängt und bedroht sprach Akbar zu seinen Feldherren: „Je weniger sich die
Substanz erregt, desto klarer ist die Widerspiegelung der Gipfel.“
Nach der
Besichtigung seiner Armee sagte Akbar: „Ein Viertel [des Erforderlichen] wurde
durchgeführt, ich sah satte Leute – das übrige werden wir sehen nach einem
heißen Tag, nach einem Regentag und nach einer schlaflosen Nacht.“
[307] 5. (311)
Nun, wenn ihr gefragt werdet: „Erkennt ihr die Astrologie an?“, antwortet: „Verneint
ihr etwa die Medizin?“
Wenn man
euch fragt: „Besteht Ihr auf dem Leben des Geistes?“, antwortet: „Verneint ihr etwa
die Entwicklung der Materie?“
Wenn man
fragt: „Warum kümmert ihr euch um längst verweste Lehrer?“, antwortet: „Ist es
möglich, dass die Wissenschaft für euch noch unzugänglich ist?“
Wenn man
euch fragt: „Es scheint, ihr seid nicht abgeneigt, Pergamente zu lesen!“, antwortet:
„Geht wieder in die Schule, danach können wir darüber sprechen.“
Wenn man
euch fragt: „Wie stellt ihr euch das Weltall vor?“, antwortet: „Wie einen Tropfen
Wasser.“
Wenn man
euch fragt: „Warum habt ihr selbst den Lehrer anerkannt?“, antwortet: „Weil Er
Selbst sich an uns wandte, um unser Wissen zu entwickeln.“
[308] 6. (312)
Ich will die Eigenschaften aufzeigen, die das Allgemeinwohl verlangt:
Erstens:
Beständigkeit im Streben. Zweitens: die Fähigkeit, aufzunehmen, denn schlecht ist ein Gemeindemitglied[203], das verneint; wer aber nach der Wahrheit
sucht, ist des Allgemeinwohls würdig. Drittens: die Fähigkeit zu arbeiten, denn
die Mehrzahl kennt den Wert der Zeit nicht. Viertens: der Wunsch, ohne
Vorurteile und Eigennutz zu helfen. Fünftens: Verzicht auf Eigentum und die
Annahme der Früchte der Schöpfung anderer zur Verwahrung. Sechstens: Vertreiben
der Furcht. Siebtens: Wachsamkeit zu zeigen inmitten der Finsternis.
Dies muss
man jenen sagen, die von Furcht ergriffen sind und sich mit Verneinung bedecken.
Man muss
darauf hinweisen, dass Millionen von Menschen auf das Öffnen der Tore warten. Ersetzt
nicht die Fesseln der Mühsal durch die Ketten der Angst! Angst kann mit Aussatz
verglichen werden, beide bedecken den Menschen mit dem Rauhreif
der Widerwärtigkeit.
Die graue
Dämmerung der Erniedrigung ließ ein zerzaustes Verständnis des Lebens
entstehen. Doch jetzt muss dieses in Gewitter und Sturm zu Ende gehen.
[309] 7. (313)
Kein Hellsehen kommt dem Wissen des Geistes gleich. Die Wahrheit kann durch
dieses Wissen kommen. Das Verständnis für die Bedürfnisse der Zeit kommt nur
auf diesem Weg.
Der
prophetischen Ekstase fehlt die Genauigkeit der Zeit und des Ortes, doch das
Wissen des Geistes sieht die Qualität eines Ereignisses voraus. Und der Weg des
Wissens des Geistes erblüht ohne sichtbare Merkmale, er gründet vielmehr auf dem
Öffnen der Zentren.
Bei den
Priestern (…) zählte man das Wissen des Geistes zu den höchsten Offenbarungen,
denn es konnte durch keinerlei körperliche Übungen erreicht werden, sondern bildete
sich durch Aufspeicherungen aus früheren Leben.
Daher
drückt sich die Pflege des Wissens des Geistes nicht durch Übungen aus, sondern
durch die Verbesserung der Lebensbedingungen der Blutgefäße, welche die Nerven
nähren. Die Hauptaufmerksamkeit muss man dem Blutdruck zuwenden, denn wenn die
Nerven die Emanationen der weißen Blutkörperchen aufsaugen, empört sich
besonders die entgegengesetzte Polarisation.
[310] 8. (314)[204] Man
wird weiter fragen: „Wer ist größer, Christus oder Buddha?“ Antwortet: „Es ist
unmöglich, die fernen Welten zu messen. Wir können nur durch ihren Glanz
entzückt werden“. Der Strahl Christi nährt die Erde ebenso, wie der Regenbogen
Buddhas die Bestätigung des Gesetzes des Lebens bringt.
Die Neue
Welt offenbart die Verwirklichung kühner Erkenntnis. Hier werden die Gestalten
der Lehrer als Freunde ins Leben eingehen. Die Weisung der Lehrer wird auf dem
Regal der Lieblingsbücher stehen.
In der
Zeit der Abschaffung des Geldes ist es notwendig, dessen Macht durch die
Verwirklichung geistiger Hilfe zu ersetzen.
Wissen
muss schließlich auf wissenschaftlichem Weg eine Brücke des Strebens zum Geist
errichten.
Der
schändliche Zustand der Gesellschaften für Psychische Forschung muss durch ein kühnes
und wahrhaftes Urteil ersetzt werden.
Wie kann
man mit Scheinheiligen und Schwindlern zusammensitzen, die nur ausgezeichnet
ihren eigenen Geldbeutel hüten?!
Heldentat
muss offenbart und vom Staub der Vorurteile befreit werden.
Kann sich
ein anständiger Mensch mit Heldentat beschäftigen? Der Platz auf seiner Brust
reicht nicht aus, um alle irdischen Auszeichnungen anzubringen. Er weiß nicht, wie
er alle großväterlichen Bräuche aufnehmen soll. Aber Gewohnheit macht
gewöhnlich.
Deshalb
bitte Ich euch, zum Himmel zu blicken, als wäre es das erste Mal.
Ich bitte
euch, euch über den Schmutz der Städte zu entsetzen, als wäre es das erste Mal.
Ich bitte
euch, an Christus und Buddha zu denken, als wäre es das erste Mal.
Ich bitte
euch, euch selbst anzusehen, als wäre es das erste Mal.
Ich bitte
euch, euch die Neue Welt vorzustellen, als wäre es das erste Mal.
Das
winzigste Staubkorn des Eigentums des vergangenen Tages wird zu einem Mühlstein
am Hals.
[311] 9. (315)
Unerwartetheit ist die Schwester der Beweglichkeit.
Beweglichkeit ist die Schwester der Heldentat. Heldentat ist der Bruder des Sieges.
Denn jede Heldentat schließt einen Sieg in sich ein, vielleicht einen
unsichtbaren, doch einen, der tiefe Räume bewegt.
[312] 10.
(316) Was leidet am meisten? Natürlich die Angemessenheit!
Ich habe
schon oft über sie gesprochen, doch es ist notwendig, erneut zu dieser alten
Spur zurückzukehren. Selbst die wenigen, welche die Bedeutung der Angemessenheit
spüren, erinnern sich ihrer nur in besonderen Fällen. Wenn man zu ertrinken
droht, erinnert man sich an die besten Regeln. Weit bedeutsamer ist es, sich
ihrer im Alltagsleben zu erinnern. Die kleinsten Gedanken werden vom Wirbelwind
eines richtigen Urteils fortgetragen. Gut oder böse, nützlich oder schädlich klärt
sich von selbst, denn dort, wo große Bäume wachsen, sieht man das Gebüsch nicht.
Wenn man
seine Anstrengungen darauf verwendet, staubige Scherereien in eine schöne
Heldentat zu verwandeln, wird sich der knorrige Dornbusch sogleich in einen Hain
von Masten verwandeln. Wenn wir den Gedanken bis an die Grenzen des Wunderbaren
treiben können, werden wir nicht lange über eine durchlöcherte Schuhsohle
sprechen.
Ich rate
dringend, Klatsch auszurotten, dadurch kann man einen vollen halben Tag freiräumen.
Die Tasse Kaffee oder das Glas Bier bleiben allein.
Die Zeit
für Essen sollte abgekürzt werden, um ein menschenähnliches Gesicht zu bewahren.
Es gibt keine schlimmere Unangemessenheit, als bei Tisch über Nichtigkeiten zu
schwatzen. Es gibt keine schlimmere Unangemessenheit, als mit Kleinigkeiten zu
verleumden. Es gibt keine schlimmere Unangemessenheit als eine Tat, zu der man
gerufen wurde, hinauszuschieben. Es gibt keine schlimmere Unangemessenheit, als
beleidigt zu sein wie ein kleinlicher Krämer. Es gibt keine schlimmere
Unangemessenheit, als sich einer Verantwortung zu entziehen. Es gibt keine
schlimmere Unangemessenheit, als das Denken an die Schönheit einzustellen. Angemessenheit
ist wie eine Säule, die das Haus trägt.
Wenn wir
mit dem Ausmalen eines Raumes beschäftigt sind, zerstören wir dann die Säule
des Gewölbes? Eignet euch Angemessenheit gründlich an.
[313] 11.
(317)[205] Wenn
man die Angemessenheit nicht beachtet, wird auch die Entschlossenheit zerstört.
Unsere Entschlossenheit geht bis zur äußersten Grenze.
Es ist
nicht jene Entschlossenheit, die bequem einhergeht und den persönlichen
Gewohnheiten entspricht. Es ist nicht jene Entschlossenheit, die für den Körper
nützlich ist. Unsere Entschlossenheit ist nur durch die Grenzen des Geistes beschränkt.
Deshalb ist es unmöglich, Unser Streben zu versperren. Krieger und Sammler[206] schreiten
mit Unserer Entschlossenheit voran.
Wenn Ängstlichkeit
hindert, ist es besser, die überschrittenen Brücken zu verbrennen. Wenn Geiz
hindert, ist es besser, die Geldbörse über den nächsten Fluss zu werfen. Wenn
Stumpfsinn hindert, ist es besser, die Rosse selbst laufen zu lassen. Wenn
Rachsucht hindert, ist es besser, ein ausgestopftes Abbild des Feindes zwischen
den Ohren des Pferdes aufzuhängen. Nur Schönheit kann die Entschlossenheit
fördern. Dann erscheint es als kindliche Laune, an den Geldbeutel und an den
Feind zu denken.
Wie die Mitte
eines Magneten anzieht, so ist die Grundeigenschaft der Entschlossenheit
Unbesiegbarkeit. Gewiss, die Unbesiegbarkeit der Entschlossenheit ist
überzeugend und erweist sich als eine unabänderliche Bedingung der wahren
Mysterien. Das Mysterium muss als eine führende Handlung des Lebens betrachtet
werden. So ist Unsere Entschlossenheit mit dem führenden Begriff verbunden.
Wendet Entschlossenheit an!
[314] 12.
(318) Entschlossenheit bedingt das Gesetz der okkulten Facetten.
Sogar ein
Stein wird zur Offenbarung des inneren Feuers in Facetten geschliffen. So wird
auch der Pfad zum Licht durch deutliche Linien unterteilt. Natürlich kann man
anstatt Facetten auch Haufen kleinen Schotters errichten, doch das wäre
beklagenswert.
Ein
vernünftiger Weg zerfällt in Teile von je ungefähr eintausend Tagen. Diese
dreijährigen Perioden, die äußerlich ähnlich sind, unterscheiden sich vollkommen
in der Qualität des geistigen Bewusstseins. Je klarer die (…) Linie, desto
planmäßiger der Weg.
Gewöhnlich
dient das erste Jahr dieser dreijährigen Periode der Vorbereitung, das zweite
der Tat, und das dritte ist eine dunkle und mühsame Schwelle.
Lasst uns
mit einer neuen Facette beginnen. Man kann sie „irdische Heimatlosigkeit“
nennen. Man muss alle bisherigen Erwägungen verwerfen und sich in die Wüste der
endlosen Stille stürzen, wo Gewitter und Wirbelwinde einen mit einer leuchtenden
Kuppel umgeben. Inmitten der Gewitter wird dann ein neues Kleid gewoben.
Möge die
zukünftige Facette „die Lichtbringende“ genannt werden – so werden wir sie
aufbauen.
Lasst uns
die Rosse mutig in den Dunst der Wüste lenken. Das Prinzip des heimatlosen
Wanderns muss durchlebt werden. (…) In derselben Weise sind alle Suchenden
vorangeschritten.
Man kann
diese Facette, bei der sich die Grenzen der Länder verwischen, willkommen heißen.
[315] 13.
(319) Über okkulten Mord.
Es gibt unvergleichlich
mehr unsichtbare als blutige Morde. Aus Hass, Unwissenheit und Furcht senden
die Menschen giftige Pfeile aus, deren Kraft groß ist. Eines der besten
Verteidigungsmittel ist das Konzept des okkulten Zirkels. Doch die beste Arznei
muss nach genauen Anweisungen eingenommen werden.
Die Macht
eines Zirkels ist so groß, dass selbst etwas, was die Zeichen der Gestirne sagen,
geändert werden kann. Es ist bekannt, dass ein Zirkel Tod und Krankheit abgewendet
hat.
Die
Offenbarung der Bedeutung des Zirkels muss geschützt werden, wie jedes
gestimmte Instrument. Man darf nicht vergessen, dass jede Handlung unter den
Mitgliedern eines Zirkels umsichtig sein muss. Jeder Nutzen kann sich in
Schaden verwandeln, wenn zugelassen wird, dass in den Gemüsegarten eines
Bruders Steine geworfen werden.
Wie kann man
wissen, wo ein unvernünftig geworfener Stein einschlägt? Oft lenkt der Zustand
der Aura den Stein ab, und anstatt den Fuß trifft er die Schläfe.
Daher ist
es unerlässlich, Steine aus dem Verkehr zu ziehen und mit allen Kräften den
Schatz des Zirkels zu hüten. Ich habe gewarnt.
[316] 14.
(320)[207] Über
die Eigenschaften der Tat.
Wenn eine
Tat klein ist, bedarf sie der Hilfe verschiedener, von Menschenhand
geschaffener Sachen. Wenn eine Tat ein großes Ausmaß annimmt, benötigt sie
keine irdischen Dinge. Das ist der erste Prüfstein der Tat.
Wenn ein
Magier von einer ganzen Apotheke spricht, heißt das, dass es sich bei seiner
Tat um ein sehr kleines Vorhaben handelt.
Die zweite Eigenschaft der Tat ist ihre Beweglichkeit. Gleich dem Wirbelwind
der Urmaterie muss eine wahre Tat von Möglichkeiten erbeben. Nur ein Flug kann
den lichtbringenden offenbarten Gedanken vollenden.
Die dritte Eigenschaft der Tat ist ihre Unerwartetheit.
Jede Handlung, die den Verstand verblüfft, ist die Folge eines unerwarteten Gedankenganges.
Die vierte Eigenschaft der Tat ist ihre Unfassbarkeit. Nur diese Eigenschaft schützt
die Tat vor verderblichen Angriffen.
Die fünfte Eigenschaft der Tat ist ihre Überzeugungskraft. Wie jeder Blitz unser[208]
Bewusstsein mit dem Kosmos verbindet, so muss jede Tat einschlagen, wie das
Aufblitzen eines Schwertes.
Die sechste Eigenschaft der Tat ist ihre Gesetzmäßigkeit. Nur das Bewusstsein
der Grundlagen der Evolution der Welt treibt die Tat bis zur Unabänderlichkeit
voran.
Die siebte Eigenschaft der Tat ist ihre reine Ausführung. Auf diese Art kann
man Schweres bewältigen, ohne zu ermüden.
Man muss
die Tätigkeit des Körpers und die des Geistes gleichermaßen begreifen. Denn
nach allem, was gesagt wurde, wird gleichwohl die Tätigkeit der Gedanken nicht
geschätzt.
Ich
möchte Mich gerade an jene wenden, die an die Materie glauben. Eure Gedanken
sind mit den Emanationen der Nervenzentren gesättigt und ihrem spezifischen
Gewicht nach schwerer als viele Mikroorganismen. Ist euer Gedanke etwa keine
Materie? Wie genau müssen wir unsere Gedanken abwägen! Wir sind für sie ebenso
verantwortlich wie der Mensch, der Kohlenmonoxyd missbraucht.
Es ist
einfacher, von der Materie her zu denken, denn wo sind ihre Grenzen? So wird
die Lehre des Geistes neben jener der Materie stehen. So werden jene, die den
Geist verneinen, auch die Materie verneinen.
[317] 15.
(321)[209] Über
die Eigenschaften der Erwartung.
Die
höchste Erwartung ist die Erwartung der Evolution der Welt. Die gewöhnlichen
Erwartungen teilen sich in dunkle, schläfrige und wachsame. Das Chaos der
dunklen bringt dem Raum nur Schaden. Schläfrige Erwartungen sind wie glühende
Kohlen. Wachsame Erwartungen äußern sich in der Bereitschaft, zu jeder Stunde Neues
anzunehmen.
Ich sagte
bereits: „Versteht zu wünschen“, und so sage Ich auch: „Versteht, zu erwarten“.
Versteht es, die Eigenschaft der Erwartung zu läutern. Tragt die Erwartung wie
eine unauslöschliche Fackel durch den Sturm!
Die innere Eigenschaft der Erwartung ist ihre Zunahme.
Womit könnte man dieses Merkmal besser in Verbindung bringen als mit der
Evolution der Welt?! Eine solche Erwartung muss unser ganzes Leben
durchdringen. Sie muss unsere Arbeit mit dem Beben der Tat erfüllen. Denn in
dieser Vereinigung liegt das Beste und Schönste.
Wenn ihr
das Haus von ruhelosen Menschen betretet, sagt ihnen: „Erwartet die Evolution
der Welt!“
V
[318] 1. (322)
Man wird fragen: „Wie könnt ihr von einem Schöpfer sprechen, den ihr nicht
kennt?“ Antwortet: „Geschichtlich und wissenschaftlich kennen wir die Großen
Lehrer, welche die Qualität unseres Bewusstseins geschaffen haben.“
„Schränkt
ihr nicht eure Freiheit ein, wenn ihr den Einfluss der Ideologie der Lehrer
anerkennt?“ Antwortet: „Die Eigenschaft der Freiheit ist bemerkenswert; wenn
sie besteht, kann nichts sie begrenzen.“
Man kann
den Körper fesseln, doch nichts kann das Bewusstsein schmälern, außer
Hässlichkeit. Wenn wir die Höhen der Freiheit berühren, müssen wir uns vor
Hässlichkeit schützen. Wenn wir die Materie rühmen wollen, müssen wir weise an die
Schönheit denken.
In
Schönheit offenbart sich die Unbegrenztheit. In Schönheit erstrahlen die Lehren
der Sucher des Geistes. In Schönheit fürchten wir uns nicht, die Wahrheit der
Freiheit zu offenbaren. In Schönheit entzünden wir das Strahlen eines jeden
Wassertropfens. In Schönheit verwandeln wir Materie in einen Regenbogen.
Es gibt
keine Hässlichkeit, die nicht in den Strahlen des Regenbogens der Zerlegung untergeht.
Es gibt keine Fesseln, die sich nicht in der Freiheit der Schönheit lösen.
Wie
können wir Worte finden, um das Weltall zu berühren? Wie sollen wir über die
Evolution der Formen sprechen? Wie können wir das Bewusstsein zum Studium der
Grundlagen erheben? Wie können wir die Menschheit zur wissenschaftlichen Erkenntnis
der Welten antreiben? Jede Erkenntnis wird in Schönheit geboren.
Versteht
es, klar und strahlend zu denken, dann wird nichts Erschreckendes euch
berühren. Merkt euch: Bei Uns gibt es keine Verbote.
[319] 2. (323)
Es wurde gesagt: „Schmähung des Geistes ist schlimmer als alles andere, denn
wer gegen den Geist spricht, erweist sich als Unwissender!
Es ist
über Heilige gesprochen worden, doch wer kann mit diesem unerklärlichen Begriff
bezeichnet werden?
Diejenigen,
die Wunder vollbringen, sind wissenschaftliche Magier. Diejenigen, die auf ihr
Leben achten[210], sind praktische Menschen.
Nur wer
bewusst dem Persönlichen entsagt und sein Bewusstsein in den Begriff der Weltevolution
übertragen hat, kann nach Unserem Verständnis als Glaubenskämpfer bezeichnet
werden. Es ist unerlässlich, dass sich dieser Prozess bewusst und außerhalb der
zufälligen äußeren Bedingungen vollzieht.
Es ist
unmöglich, eine neue Religion gewaltsam einzuführen, sie würde zu einer lästerlichen
Missgestalt.
Der Weg
der Abkehr von den Hässlichkeiten des Lebens ruft den
Geist zu wahrem Suchen auf. Dann wird die offensichtliche Verbindung der Welten
untereinander zu wissenschaftlichen Überlegungen zwingen.
Dieser
unaussprechliche Gedanke erweist sich als der Beginn der geistigen Disziplin.
Dieses Suchen ohne jedes persönliche Element erweckt den Reflex der Tat – es
wird Heldentat genannt.
Überhaupt
ist es besser, das Wort „Heiliger“ durch die genau definierte Bezeichnung „Glaubenskämpfer“
zu ersetzen.
Die Heldentat
wird nicht aufhören, sich im Leben zu manifestieren, und ohne Heuchelei sind
Wir imstande, ihre offensichtlichen Offenbarungen festzustellen.
Man muss die
Heldentat im Leben mit menschlichen Händen schaffen.
[320] 3. (324)
Ein Prophet ist ein Mensch, der geistige Weitsicht besitzt. So wie es auf dem
physischen Plan Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit gibt, ebenso einfach muss
man die Eigenschaft der Weitsichtigkeit des Geistes auffassen.
Es wäre völlige
Unwissenheit, Prophezeiungen abzulehnen.
Es wäre
sehr dumm, Propheten zu tadeln.
Wenn wir
wissenschaftlich und unvoreingenommen die Prophezeiungen untersuchen, die zufällig
erhalten geblieben sind, was sehen wir? Wir finden Menschen, die – entgegen dem
persönlichen Nutzen – einen Blick auf die nächste Seite der Geschichte geworfen
haben, sich entsetzten und dem Volk eine Warnung gaben.
Unter den
sogenannten Prophezeiungen werdet ihr keine persönlichen Absichten, keinen
verbrecherischen Eigennutz und keine Verleumdung finden. Die Symbole der
Darstellungen erklären sich durch die Färbung der Fernsicht-Linsen.
Wann
werden die Wissenschaftler Zeit finden, Prophezeiungen wissenschaftlich zu
untersuchen und sie mit geschichtlichen Ereignissen zu vergleichen? Das wäre
ein schönes Buch für einen jungen Wissenschaftler!
Ja, Freunde,
es ist an der Zeit zu lernen, vom Standpunkt der Kultur an offensichtliche
Erscheinungen heranzugehen. Sonst werden die künftigen Errungenschaften sich für
die Menschen wie Elektronen für Säuglinge in der Wiege darstellen. Eure Uniformen
und Togen verdecken eure furchtsame Kindlichkeit nicht.
Ihr fragt,
wer eure Ränge und Titel und geschaffen hat. Wahrlich, ihr würdet entsetzt
sein, die Urheber eurer Zufriedenheit zu sehen. Die Zwerge des Eigennutzes haben
versucht, die Giganten des Allgemeinwohls zu verdrängen.
Aus euren
Orden kann man nicht nur Strumpfbänder[211],
sondern auch Leinen für Haustiere flechten – und ihr setzt euch auf die Leinen!
Und das Strahlen der Neuen Welt dringt nicht in eure Höhle ein! Doch möge der Wirbelwind die Wurzeln hinwegfegen, die das Morgenrot
verdecken!
Es gibt
nichts Schöneres als einen Sonnenaufgang, und die Sonne geht von Osten auf!
[321] 4. (325)
Ist es möglich, dass es euch schwerfällt, die Bedeutung der Astrologie zu
verstehen?
Wenn es
euch an Wissen mangelt, schlage Ich vor, einen Versuch zu unternehmen: Man nehme
vier Organismen: Eine Pflanze, einen Fisch, einen Vogel und ein Tier. Sagen
wir, eine Lilie, einen Karpfen, eine Taube und einen Hund. Nehmt nun von jedem
sieben Exemplare und errichtet für jede Gruppe einen Raum ohne Tageslicht, durchdrungen
von farbigem elektrischem Licht. Die Glasscheiben müssen den Farben des
Regenbogens so nahe wie möglich kommen. Des Nachts sollte man den Grad des
Lichts nur abschwächen. So kann man ungefähr vier Monate hindurch Beobachtungen
anstellen.
Nach
dieser Zeit wird selbst ein Blinder die unterschiedlichen Folgen verstehen
können. Es fehlt dabei nämlich noch die Hauptbedingung: Die Strahlen der
Gestirne, deren chemische Zusammensetzung. Es ist unmöglich, die Bedeutung der
physischen Einwirkung der Planetenkörper nicht zu begreifen.
Die
Aufmerksamkeit und die Erwartung der Menschheit sollten auf die fernen Welten gerichtet
werden. Deshalb muss alles, was dieses Thema betrifft, ohne Vorurteile
untersucht werden. Wenn man genaues Wissen benötigt, kann die Astronomie es
liefern und damit in Erstaunen versetzen.
[322] 5. (326)[212] Man
kann Weisungen geben, Versprechungen machen und einschüchtern, doch nur
Verständnis bringt einen vorwärts. Was kann das Bewusstsein ersetzen, dass Verständnis
anwendbar ist?
Man wird
sagen: „Wie schön! Wie mächtig! Wie erhaben!“ Doch alle diese Ausbrüche
gleichen Irrlichtern über einem Sumpf und verlöschen so leicht[213],
wie sie entstehen. Reine, aber oberflächliche[214]
Gedanken gleichen den regenbogenartigen Stäubchen: Der erste Wind trägt sie in
den Raum hinaus. Der Wert dieser Staubteilchen ist nichtig.
Wir
schätzen den Gedanken, der eine Entscheidung bringt. Die Entscheidung wird nach
der Qualität ihrer Anwendbarkeit bewertet. Die Anwendbarkeit wird vom Wissen
des Geistes beurteilt, und dann ergibt sich eine Tat, über die man sich freuen
kann. Wer sich freut, glaubt auch. Sogar der Glaube muss begründet werden – so
kann die Lehre leben[215].
Wir
überlegen gut, Wir wenden mit fester Hand an. Wenn man euch beschuldigt,
berechnend zu sein, weist dies nicht zurück. Denn Berechnung ist das Gegenteil von
Unvernunft, und Unvernunft ist das Gegenteil von Wissen des Geistes. Und
welchen Kreis auch immer wir für uns festgesetzt haben, wir kehren trotz allem
zum großen Wissen des Geistes zurück.
Ich fühle
nicht, sondern ich weiß! Das ist kein Aberglaube, sondern Unabänderlichkeit.
Wenn wir mit Unabänderlichkeit in Berührung kommen, berühren wir gleichsam den
Magneten des Planeten: Dann stehen wir fest.
[323] 6. (327)
Meidet Einförmigkeit sowohl des Ortes als auch der Arbeit. Einförmigkeit
entspricht nämlich dem größten Irrtum – dem Begriff des Eigentums.
Ein
Sklave des Eigentums verliert vor allem die Beweglichkeit des Geistes. Ein solcher
Sklave hört auf zu verstehen, dass jeder Tag der Arbeit mit einer besonderen Qualität
des Geistes gefärbt werden sollte. Ein solcher Sklave kann den Ort nicht
wechseln, denn sein Geist ist ständig an sein irdisches Heim gebunden.
Fragt
euch selbst: Fällt es euch leicht, an einen anderen Ort zu ziehen? Fällt es
euch leicht, die Art der Arbeit zu wechseln? Wenn es euch leichtfällt, bedeutet
dies, dass ihr den Wert des Allgemeinwohls verstehen könnt.
Wenn euch
jede Reise zwingt, euer geistiges Testament zu machen, und euch ein Wechsel der
Arbeit unglücklich macht, bedeutet dies, dass man ein Heilmittel anwenden muss.
Dann muss man euch die gefährlichsten Reisen und einen Wechsel der verschiedenartigsten
Arbeiten verordnen. So entwickeln sich Mut und Findigkeit, denn der Hauptgrund des
Problems ist Furcht.
Der Keim
des Gefühls des Eigentums ist ebenfalls Furcht: Man möchte sich wenigstens
durch irgendetwas an die Erde binden! Als ob eine elende Hütte ein genügender
Anker für den Geist sein könnte! Als ob ein Haufen eigener Sachen vor dem Blitz
schützen könnte! Periodisch wurden der Menschheit die schädlichen Spielsachen
des Eigentums weggenommen, doch der Vater der Lüge, die Furcht, webt bereits
wieder ihre Spinngewebe, und es werden neue Schrecken ersonnen. Schaffen wir
daher die Furcht ab. Mit ihr verschwinden auch Eigentum und Langeweile.
Wie viel neue
Gesundheit liegt im Wechsel des Ortes und der Arbeit!
[324] 7. (328)
Nirwana* ist die Eigenschaft der Aufnahme aller Taten, die Sättigung mit dem
All–Umfassenden. Durch das Beben der Erleuchtung strömt wahres Wissen ein. Die
Sprachen haben für diesen Prozess keine genauere Definition. Ruhe ist nur ein
äußerliches Merkmal, welches das Wesen des Zustandes nicht zum Ausdruck bringt.
Buddha
erwähnte die Ruhe, doch nur diese äußerliche Bedingung wurde von den Hörern
aufgenommen. Denn schließlich waren die Zuhörer Menschen, und diesen liegt Ruhe
nahe. Die Tat als Verdienst wird wenig verstanden.
Ihr liebt
einen wissenschaftlichen Aufbau – Wir auch. Wenn ihr von der Theorie der
Wirbelringe, der Theorie der Wellen, der Theorie des Magnetismus, der Anziehung
und Abstoßung gehört habt, müsst ihr verstehen, dass es auf der Erde Orte von sehr
verschiedener Bedeutung gibt. Selbst Dummköpfe haben über das merkwürdige
Schicksal vieler Städte nachgedacht. Die Kombination eines Physikers, eines
Astrochemikers, eines Biologen und eines Astrologen würde die beste Antwort ohne
jede Mystik ergeben. Die Errichtung großer Städte muss genau geplant werden. Die
geringste Bedeutung von allem hat die gegenwärtige Politik, denn dieser Begriff
ist der Wissenschaftlichkeit und der Schönheit beraubt.
Wenn ihr
die Bedingungen einer zukünftigen Stadt ermesst, lasst euch nicht durch einen
scheinbar weiten Begriff täuschen, Kleinigkeiten sind oft charakteristischer.
Auch bei
der Wahl von Mitarbeitern richtet die Aufmerksamkeit auf die Einzelheiten bei
kleinen Handlungen.
Wenn Wir
das Wesen eines Menschen durch die Pupille seines Auges feststellen, kleiden Wir
ihn in die Gewohnheiten seiner kleinen Taten[216].
Die geringste Bedeutung von allem messt den Worten zu, die wie Wasser fließen.
Die kleinen Taten, die das ganze Leben durchziehen, kennzeichnen die Natur eines
Menschen am besten – aus ihnen erwachsen größere Taten. Wir halten nicht viel
von zufälligen Heldentaten. Eine mutige Tat kann man auch aus Angst
vollbringen.
Bewusste
Taten sind nötig, sie allein führen zum Nirwana.
[325] 8. (329)
Stellen wir uns einen Menschen vor, der sich den Gedanken angeeignet hat, dass
seine Augen verschieden sehen. Natürlich wird er Recht haben, doch durch diesen
einen Gedanken zerstört er sein Sehvermögen. Die Koordination der Reflexe ist
schwierig, doch nur sie gewährleistet die Arbeit des Apparates. Die Verschiedenheit
der Augen ergibt die Wölbung des Bildes[217].
Ebenso
können zwei verschiedene Wahrheiten in einem gesunden Organismus zusammenwachsen.
Jemand, der von dem Gedanken an verschiedene Wahrheiten ergriffen ist, gleicht
einem Menschen, der über die Verschiedenheit seiner Augen nachsinnt: Er
verliert die Wölbung der Vorstellung.
[326] 9. (330)
Draußen vor dem Fenster ertönte ein Ruf. Ein Arbeiter winkte ab: „Störe mich
nicht, ich bin beschäftigt!“ Ein zweiter versprach zu kommen, vergaß es aber.
Ein dritter kam nach der Arbeit, doch der Ort war bereits leer. Der vierte
erbebte beim Ruf, legte sein Werkzeug beiseite und ging unverzüglich hinaus: „Hier
bin ich!“ Das nennt man das Erbeben der Feinfühligkeit.
Nur
dieses Erbeben, das durch das Bewusstsein tags und nachts erleuchtet wird,
führt zum Wissen des Geistes; über den Verstand hinaus öffnet das Erbeben die
Tore, das sogar von menschlichen Apparaten hörbar ist.
Wenn ihr
das Erbeben der Feinfühligkeit in euch nicht unterdrücken könnt – Heil euch!
[327] 10.
(331) Fragt einen Komponisten, ob er einstimmige Chöre und Symphonien liebt. Er
wird eure Frage unsinnig nennen, weil es in Einstimmigkeit keine Symphonie gibt.
Für einen neuen Klang ist der Komponist bereit, ein höchst unerwartetes
Instrument heranzuziehen.
Ebenso
sollt ihr euch bei der Bildung von Gruppen über die scheinbare Verschiedenheit
der Mitglieder nicht wundern. Nicht durch Herkunft, nicht durch Gewohnheiten,
nicht durch Fehler, sondern durch den Geist sind sie verbunden. Durch den
unwägbaren, unsichtbaren, unhörbaren Geist vereinigen sie sich zu einem Chor. Deshalb
macht niemandem wegen des Timbres[218]
seiner Stimme Vorwürfe – wichtig ist ihre Qualität.
Es ist erfreulich
zu erkennen, dass die Qualität ständig verbessert werden kann, wenn Disziplin
des Geistes vorhanden ist.
[328] 11.
(332)[219] In Religionen
und Gesetzen werden Verrat, Verleumdung und Beleidigung getadelt, doch wird
nicht darauf hingewiesen, warum diese Handlungsweisen ihrem Wesen nach schädlich
sind. Daher haben diese Tadel den Anschein von Verboten. Doch jedes Verbot ist
relativ und nicht überzeugend.
Schaden
und Nutzen müssen ihrem Wesen nach erklärt werden. Den Schaden des Verrats, der
Verleumdung und der Beleidigung kann man leicht an einfachen Fällen erklären.
Gewiss, der Schaden wird nicht den Verratenen, sondern den Verräter treffen.
Die ganze
Welt wird aufgeteilt entlang einer Grenze zwischen dem persönlichen und dem
Allgemeinwohl. Wenn wir in der Sphäre des Allgemeinwohls in aufrichtiger
Absicht tätig sind, steht ein ganzes Reservoir kosmischer Aufspeicherungen
hinter uns. Dieser Kelch der besten Heldentaten beginnt über einen unsichtbaren
Strahl zu wirken.
Stellt
euch vor, dass eine mit Bosheit erfüllte Kerze euch zu verbrennen versucht: Ihr
habt noch keine Maßnahmen ergriffen, da nähert sich hinter euch bereits eine
mächtige Harzfackel. Führt diesen Versuch durch, und ihr werdet sehen, wie die
Kerze schmilzt, verkohlt und verlischt. Das ist keine Bestrafung, sondern eine
den Naturgesetzen gehorchende Wirkung.
Man
verrät, verleumdet und beleidigt die Träger des Allgemeinwohls, doch das Los
dieser versengenden Feuer ist nicht beneidenswert. Daher sind Verrat,
Verleumdung und Beleidigung nicht nützlich.
Daher denkt
nicht an Rache; denn bereits die Alten sagten im bildlichen Sinn: „Die Rache
ist mein, ich will vergelten“[220]. Wird
denn das Leben eines Verräters leicht sein?
Genauso
wurde in Religionen und Gesetzen gegen Diebstahl gesprochen, doch klingt dies
ebenfalls wie ein Verbot. Es sollte hingegen darauf hingewiesen werden,[221]
dass Diebstahl als ein Begriff schädlich ist, der das Gefühl des Eigentums noch
verstärkt. Diebstahl ist für die Evolution der Welt schädlich, und das Los
derer, welche die weltweite Evolution schädigen, ist nicht beneidenswert. Sie werfen
sich selbst weit zurück.
Es ist unwichtig,
dass irgendein Gegenstand in andere Hände übergeht, wichtig ist jedoch, dass
zwei Menschen einen Anfall[222] des
Gefühls des Eigentums empfinden.
Das
Gesetz über den Diebstahl ist unvollkommen, denn gegen die wichtigsten Diebstähle,
die des Wissens und der schöpferischen Ideen, kann nicht vorgebeugt werden.
Diebstahl
wird ausgerottet durch das Verschwinden des Privateigentums.
[329] 12.
(333)[223] In
Religionen und Gesetzen wird Unmäßigkeit sehr verurteilt, doch wiederum ohne Erklärung.
Die Nützlichkeit von Mäßigung beim Essen und Reden kann man im Verlauf einiger
Monate wahrnehmen. Natürlich sind Wir seit jeher gegen Fanatismus und
Quälereien; der Körper kennt das Maß des Brennstoffes. Über geschlechtliche Mäßigung[224] muss
ausführlicher gesprochen werden, dieser Frage wird vom gegenwärtigen Denken viel
zu viel Raum eingeräumt.
Die uralten
Mysterien sagten: „Der Lingam[225] ist
das Gefäß der Weisheit“, doch mit der Zeit wurde dieses Wissen in hässliche
phallische Kulte umgewandelt, und die Religionen begannen etwas zu verbieten,
ohne zu wissen warum. Indessen sollte man einfach sagen: Die Tatsache der Zeugung
ist so wunderbar, dass man nicht mit gewöhnlichen Maßstäben an sie herangehen
darf.
Man kann [den
Samen] wiegen, man kann ihn in ganz kleine Teile zerlegen, doch trotzdem bleibt
noch eine unfassbare und unaussprechliche Substanz übrig, die genauso
unersetzlich ist wie die Lebenskraft eines Samenkorns. Wir werden zur gegebenen
Zeit die Aufmerksamkeit auf einige erstaunliche Eigenschaften dieser Substanz
lenken, die gesehen werden kann, doch jetzt muss man beipflichten, dass eine derart
außergewöhnliche Substanz sehr wertvoll ist und einige wichtige Eigenschaften
aufweisen muss – das wird sogar ein Dummkopf verstehen.
Der beste
Beweis ist natürlich das Experiment. Wenn wir zwei Individuen vergleichen, von
denen einer die Lebenssubstanz vergeudet, wohingegen der andere sie bewusst
bewahrt, werden wir erstaunt sein, wie viel feinfühliger der Apparat des
Geistes des zweiten sich entwickelt. Die Qualität der Arbeit wird eine ganz
andere sein, und die Zahl seiner Vorhaben und Ideen wächst. Die Zentren des
Sonnengeflechts und des Gehirns werden gleichsam von einem unsichtbaren Feuer
angefacht. Daher ist Mäßigung keine pathologische Entsagung, sondern eine
vernünftige Tat. Leben geben bedeutet nicht, den ganzen Vorrat an
Lebenssubstanz wegzuwerfen.
Wenn die Menschen
als ersten Schritt an den Wert der Lebenssubstanz dächten, würde dies die
Notwendigkeit von Verboten bedeutend vermindern.
Verbote
müssen widerrufen werden; dies ist das Gesetz des Strebens. Aber ein
unersetzlicher Wert wird gehütet werden, das ist das Gesetz der Erhaltung[226]. Lasst
uns die Dinge wahrheitsgetreuer betrachten: Alles Unersetzliche wird an erster
Stelle der Erhaltung stehen.
Können
wir wirklich eine Kostbarkeit in den Raum hinauswerfen? Gewiss wird sich diese
Kraft an die Elemente anschließen, aus denen sie mit so vielen Schwierigkeiten
herausgezogen wurde; anstatt einer Zusammenarbeit mit der Evolution ergeben
sich Abfälle, die der Umarbeitung unterliegen.
So wollen
wir uns Mäßigung als Flügel vorstellen!
[330] 13.
(334) Die beiden Merkmale der Echtheit einer Lehre sind: Erstens Streben zum
Allgemeinwohl und zweitens Annahme aller früheren Lehren, die dem erstgenannten
Merkmal entsprechen.
Man muss anmerken,
dass die ursprüngliche Form einer Lehre keine verneinenden Bestimmungen enthält.
Doch abergläubische Anhänger beginnen, anstelle des Heils die Testamente mit
Verneinungen zu umzäunen. So erhält man die verderbliche Formel: „Unser Glaube
ist der beste“, oder „Wir sind die Gläubigen, alle anderen sind Ungläubige.“
Von hier ist es nur ein Schritt zu den Kreuzzügen, zur Inquisition und zu den
Meeren von Blut im Namen Derer, die Mord verurteilen. Es gibt kein schädlicheres
Tun als das Aufzwingen eines Glaubens.
Wer mit
Uns gehen will, muss vor allem die Verneinung vergessen und ein erneuertes Leben
führen ohne Zwang auf andere auszuüben. Die Menschen werden durch Schönheit und
leuchtendes Wissen angezogen. Nur eine Lehre, die von Hoffnung erfüllt ist, das
Leben verschönert und Taten offenbart, kann zur wahren Evolution beitragen. Das
Leben ist doch kein Markt, wo man günstig den Eintritt ins Himmelreich erkauft.
Das Leben ist doch kein Grab, wo man vor der Gerechtigkeit eines Unbekannten
Richters zittert!
Die Wissenschaftler
haben einen, ihrer Meinung nach, scharfsinnigen Trost angeboten: „Der Mensch
beginnt vom Moment der Geburt an zu sterben“ – ein dürftiger, trauriger Trost.
Wir aber sagen: Der Mensch wird ewig geboren, besonders im Moment des
sogenannten Todes.
Die
Diener verfälschter Religionen ermutigen ihre Zöglinge zum Ankauf von Plätzen
auf dem Friedhof, wo sie bei frühzeitiger Vorsorge günstiger und ehrenvoller
liegen werden als andere, die ärmer sind und daher keine längeren Gebete verdienen.
Der Weihrauch für diese Armen wird nicht echt sein und die Sänger werden sehr
schlecht singen.
Sagt schließlich,
welche echte Lehre hat diese Missbildung angeordnet?! Wahrlich, es ist genug der
Gräber, Friedhöfe und Einschüchterungen!
Man muss
wissen, wie heiter die Lehrer auf den Übergang zu künftigen Offenbarungen geblickt
haben; am wenigsten sorgten sie sich um einen Platz auf dem Friedhof.
Die
Einstellung zum Tod ist ein sehr wichtiges Zeichen für den Charakter einer
Lehre: in ihr ist das Verständnis für die Wiedergeburt enthalten.
Ich bitte
darum, sich gegenüber der Wiedergeburt streng wissenschaftlich zu verhalten.
Wenn ihr einen
anderen Aufbau des Weltalls vorschlagen könnt, werden Wir für euch den
Lehrstuhl eines Professors im Seminar bereithalten und versprechen außerdem,
euch erster Klasse zu bestatten, denn ihr seid in den Augen der Gebildeten tatsächlich
im Begriff, zu sterben.
Lest
aufmerksam die von euch gedruckten Schriften der Lehrer, und ihr werdet euch
wundern, wie einmütig sie zu allen Zeiten über den Wechsel des Lebens gesprochen
haben.
Der Weg
des Lichts zeigt sich, wenn ihr es wagt, wissenschaftlich und ohne Vorurteile
zu sehen.
Die
Mutigen sind mit Uns – Freude den Mutigen!
[331] 14.
(335) Die Tätigkeit des Geistes ist unberechenbar schnell. Der Gedanke ist ein
Reflex des Geistes, und daher ist die Bewegung des Gedankens unglaublich
schnell.
Nur über
viele Stufen beginnt auf einer Skala der Langsamkeit die Berechnung der
Lichtgeschwindigkeit.
Wenn die
Bedeutung des Geistes groß ist, welchen Wert hat dann das Kind des Geistes: der
Gedanke? Welche Bedeutung der Gedanke hat, zeigt sogar ein unkomplizierter
Apparat für das Studium des Spektrums der Aura. Die Aura ändert ihre Farbe
nicht nur durch bewusste Gedanken, sondern im selben Maß wirken auch
umherschwirrende Fliegen aus dem Reservoir unseres Geistes, die den Verstand
und das Gedächtnis nicht erreichen.
Überall
wird über die gleich große Bedeutung des Gedankens und der Tat gesprochen; das
kann man leicht feststellen. Nehmt die Wirkung des Gedankens an einen Mord oder
des Mordes selbst auf das Spektrum der Aura: die Folge wird dieselbe sein. Es fällt
den Menschen schwer zu lernen, dass ein Gedanke dieselbe Einwirkung aufweist
wie eine Tat. Wer an der Evolution der Welt teilnehmen will, muss die Bedeutung
des Gedankens verstehen.
Wenn ein
Gedanke in physische Farben transformiert wird, ist seine Einwirkung auf Entfernung
ebenso offensichtlich wie die der Strahlung von Lichtwellen. Man muss wissenschaftlich
an die Theorie der Kraft der Gedanken herangehen. Man soll dies nicht auf
außergewöhnliche Persönlichkeiten beziehen, dieses Gesetz gilt für alle.
Die wichtigste
Folge wird die Unzweckmäßigkeit von Lüge und Heuchelei sowie Behutsamkeit gegenüber
seinem Nächsten sein.
Selbst
wenig schlaue Wissenschaftler wissen, dass durch einen einzigen vorüberfliegenden
Gedanken die ganze Aura physisch gefärbt wird. Ein Gedanke ist scheinbar ganz
geheim, doch seine Folge ist eine physische Färbung, die wissenschaftlich
festgestellt ist.
Ein
Messapparat für die Aura wird den Unwissenden den besten Beweis liefern.
Mit
zivilisierten Unwissenden müssen Wir wie mit Kindern umgehen. Ein verbrannter
Finger lehrt sie den Umgang mit Feuer. Wir sprechen über Vorurteile, doch nicht
einmal jeder Minister weiß, was für eine Bestie das Vorurteil ist. Gehen wir zur
Freude über!
[332] 15.
(336) Es wird gesagt, dass Arbeit ermüdend sein kann und sogar schädlich für
die Gesundheit ist. So sprechen faule und unbewegliche Menschen.
Versteht:
Richtig eingeteilte Arbeit kann ihrer Natur nach nicht ermüden. Man muss nur verstehen,
wie man die Gruppe der arbeitenden Nerven richtig wechselt, dann wird keine Ermüdung
eintreten. Versucht nicht, Erholung in Untätigkeit zu finden. Untätigkeit ist
nur die Mikrobe der Müdigkeit. Es kann sein, dass nach einer Anspannung die
Muskeln schmerzen, doch wenn ihr in Untätigkeit versinkt, werdet ihr den ganzen
Schmerz spüren. Wenn ihr aber die entgegengesetzten Zentren in Tätigkeit
versetzt, könnt ihr dem Reflex der vorangegangenen Anspannungen vollkommen
entgehen. Gewiss, damit ist eine große Beweglichkeit gemeint, die sich durch
bewusste Erfahrung entwickelt.
Wenn ein
Arzt eine abwechslungsreiche Behandlung verschreibt, findet man die Zeit und die
Möglichkeit, diese durchzuführen. Ebenso kann man eine vernünftige Abwechslung
der Arbeit finden – das betrifft alle Arten von Arbeit.
Schlimm
ist es, in Unbeweglichkeit des Verstandes zu geraten, welche die Tätigkeit der
höheren Zentren stört.
Man muss
sich merken, dass bestimmte Körperstellungen vermieden oder wenigstens
gewechselt werden sollten. Eine gebückte Haltung bei getreckten Beinen stört
das Sonnengeflecht. Zurückwerfen des Kopfes stört das Gehirnzentrum. Nach vorn
ausgestreckte Hände belasten das Zentrum der Aorta. Liegen auf dem Rücken stört
das Kundalini–Zentrum*, kann es aber auch anregen.
Klares
Denken kommt ungestüm, wenn man die Position des Lichts ändert. Man braucht
sich nur dem Licht zu oder sich von ihm abwenden, und die Einwirkung wird
spürbar sein.
Merkt
euch vor allem, dass jede Stellung ihren Vorteil hat, doch wenn man sich in
eine Wetterfahne für fremden Wind verwandelt, wird das System des Aufstiegs
gestört.
[333] 16.
(337) Der Erfolg wird die Strebenden nicht im Stich lassen, denn es ist schwierig,
einen Pfeil im Flug zu treffen. Wie schnell kommen die Fristen für das vom
Schicksal Bestimmte heran, doch muss man den gestrigen vom morgigen Tag durch
den erzielten Fortschritt unterscheiden.
Völker
haben sich erhoben, Könige sind abgetreten – ist das etwa Zufall? Nur ein
Blinder nimmt den Fortschritt der Evolution nicht wahr. Jedes junge Herz erbebt
im Vorgefühl der neuen Formen. In diesen Momenten ist jede neue Form, sei sie
auch unvollkommen, wertvoller als eine aufpolierte alte.
Um sich
Sonnenträger nennen zu können, muss man die Finsternis vergessen.
Wie
sollte man die zur Sonne Strebenden nicht unterstützen? Es ist leicht, ihnen
die Bedeutung von Sonnenprana zu erklären. Der
Sonnenstrahl wird ihnen neue Tiefen beleuchten – man muss ihn nur aufnehmen.
Jeder Gerufene
erhält den ganzen Kelch. Wenn er den Boten nicht empfängt, erhält er einen Teil
des für ihn Bestimmten. Wenn er diesen Teil nicht aufnehmen kann, wird ihm ein
Teilchen dieses Anteiles gegeben – so misst sich ein jeder seinen Anteil zu.
Denen,
die ein Teilchen ihres Anteiles gewählt haben, muss man sagen: „Selbstverkleinerer, ihr habt euch durch die Gewohnheit der
Leichtfertigkeit selbst aus dem Garten vertrieben! Spürt, wie leicht es gewesen
wäre, den Boten des Kelches zu empfangen. Zusammen mit ihm hättet ihr einen kleinen
Baum der großen Freiheit gepflanzt. Wie schwer ist es jetzt, in die Augen der
Vorübergehenden zu blicken und den zu suchen, der bei euch anklopfte! Was heute
leicht ist, ist morgen unerreichbar. Rüstet euch daher mit aller Wachsamkeit!“
Man kann
eine Weisung wiederholen, doch man darf die Augen nicht mit Gewalt öffnen. Möge
der Schläfer schlafen! Aber kann man denn beim Funkeln des Himmels und beim
Beben der ganzen Erde schlafen?!
[334] 17.
(338) Wir wollen uns einiger Vorfälle erinnern, die sich viele Male in
verschiedenen Leben wiederholt haben. Man erwartete den Boten zehn Jahre lang,
aber am Tag vor Seinem Kommen verschloss man die Tür. Oder man wählte ein Teilchen
des Anteiles und bildete sich ein, alles sei zugelassen und erlaubt. Oder,
nachdem man ein Teilchen gewählt hatte, verfiel man in seliges Nichtstun und
wunderte sich, warum das Teilchen immer kleiner wurde. Oder, nachdem man ein
Teilchen gewählt hatte, entschied man, die alten Gewohnheiten beizubehalten, so
als ob man an der einen Brust einen Teil des Guten und an der anderen
liebgewordene Küchenschaben bewahren könne. Oder, nachdem man ein Teilchen gewählt
hatte, entschloss man sich, gerade nur für eine Minute aus dem Zug zu springen,
und vergaß, dass ein solcher Sprung in voller Fahrt einen schädlich zurückwirft.
Oder, nachdem man ein Teilchen gewählt hatte, entschied man sich, einen Bruder zu
verleumden, und vergaß, dass Verleumdung schmerzhaft auf die Stirn schlägt.
Ihr fragt:
„Wie soll man denn handeln, um das erwählte Teilchen nicht zu beschmutzen?“ Ich
kann den Rat geben: Nehmt statt eines Teilchens den ganzen Kelch des
Allgemeinwohls an. Diese Annahme schützt euch vor jeglicher Unsauberkeit. Statt
ängstlich zu zögern, entschließt euch als ein Experiment, für sieben Jahre den
Plan des Allgemeinwohls anzunehmen. Wenn Mein Rat schlecht ist, könnt ihr wieder
eure Küchenschaben einführen.
Wem der
Kelch des Allgemeinwohles schwer erscheint, dem sagen Ich: Die Lehre ist keine
gezuckerten Zirbelnüsse[227],
die Lehre ist kein silbernes Mikadospiel. Die Lehre
ist ein mächtiges Silbererz, eingesetzt und bewahrt. Die Lehre ist heilkräftiges,
enthülltes und bestrebtes Harz.[228]
Den
Schwankenden sage Ich: Hütet euch davor, Verräter zu werden, denn das Schicksal
selbst eines kleinen Verräters ist entsetzlich!
Denen,
die sich mühen, sage Ich: Eine kleine Kraft heranzuziehen bedeutet bereits ein
großes Verdienst, aber eine große Kraft heranzuziehen ist schon eine leuchtende
Errungenschaft. Für jene, die sich wahrhaft mühen, ist der Kelch des
Allgemeinwohls nicht schwer!
Wenn ihr
nach Mitarbeitern sucht, lasst euch nicht verwirren. Arbeitshände können den
Boten verbergen; die Hautfarbe kann von den Schneebergen herrühren. Der Bote
der Wahrheit wird nicht auf dem Markt schreien.
So
sammelt die Vorzeichen, die Zeit ist nah!
[335] 18.
(339) Nachdem wir uns mit den Merkmalen des Boten vertraut gemacht habt,
bringen Wir die Merkmale der Mitarbeiter in Erinnerung: Sie sind ohne
Vorurteile, beweglich im Handeln, jung im Geist und fürchten den Abgrund nicht.
Gut ist es, die Unbekannten und die Waisen nicht zu vergessen.
Jetzt ist
es an der Zeit, über die Merkmale des Pfades zu Uns zu sprechen. Vor allem:
Nehmt ihr klar die Existenz der Lehrer an?
Wenn ihr
davon lest, dass Dinosauriereier gefunden wurden, nehmt ihr die Information leicht
an. Genauso leicht nehmt ihr die Information über eine neue Art von Affen, über
die Lebensfähigkeit von Samen in Pyramidengräbern, über ein unbekanntes Metall
oder einen neuen Stamm von Nachkommen Schiffbrüchiger an. Eine ganze Reihe von Informationen,
die aus eurem Alltag herausfallen, nehmt ihr leicht an.
Warum ist
es aber so schwer anzunehmen, dass eine Gruppe, die auf dem Weg beharrlicher
Arbeit Wissen erworben hat, sich im Namen des Allgemeinwohls zusammenschließen
kann? Auf Erfahrung gegründetes Wissen half dabei, einen geeigneten Ort zu
finden, wo die Strömungen einen leichten Verkehr in verschiedene Richtungen
gestatten.
Ihr habt
gewiss die Berichte von Forschungsreisenden über das Auffinden unbekannter
Yogis in Höhlen gehört. Wenn ihr diese Tatsache in Richtung eines weiten,
tatsächlichen Wissens ausdehnt, gelangt ihr leicht zur Wahrnehmung der Gruppe der
Lehrer des Wissens.
Wie kann
man den Weg zu Unseren Laboratorien finden? Ohne
gerufen zu werden, wird niemand dorthin gelangen. Ohne Führer wird niemand
durchkommen! Gleichzeitig ist persönliches unbezähmbares Streben und die
Bereitschaft erforderlich, die Schwierigkeiten des Weges auf sich zu nehmen.
Dem
Brauch entsprechend muss der Ankommende einen bestimmten Teil des Weges allein durchschreiten.
Sogar solche, die bereits in unmittelbarem Verkehr mit Uns standen, hören vor
dem Eintreffen nichts mehr von Uns – so muss es sein nach menschlicher Art.
Die
allein Ankommenden werden, außer bei tieferliegenden Gründen, in zwei Gruppen
geteilt: In persönlich Strebende und in solche, die wegen eines Auftrages herangerufen
wurden.
Niemand
wird ohne besonderen Hinweis jene erkennen, die bei Uns waren.
Wenn Unser
Bote nicht auf dem Markt schreit, so verstehen auch jene, die bei Uns waren, das
Allgemeinwohl zu schützen.
Das wichtigste
Anzeichen für einen Ruf von Uns ist, wenn euch etwas wie Flügel unwiderstehlich
trägt. So nehmt Unsere Gemeinschaft des Wissens und der Schönheit an. Und seid
überzeugt, dass man alle Bergschluchten durchsuchen kann, ein ungeladener Gast
den Weg aber nicht finden wird.
Wir haben
eure Städte oftmals besucht, man kann Uns nicht als welche bezeichnen, die die
Welt verlassen haben. Auch ihr errichtet doch eure Observatorien außerhalb der
Städte und sorgt dafür, dass die Wissenschaftler Ruhe haben. Nehmt Unsere Überlegung
an und klagt nicht über das Fehlen einer genauen Adresse.
Denkt an
jene, die für das Allgemeinwohl arbeiten!
[336] 19.
(340) Unvermeidlich werdet ihr einer bestimmten Art von Menschen begegnen, die
bei Erwähnung der Lehrer in Wut geraten. Sie sind bereit, an unverschämte
Börsenspekulationen zu glauben und jeden beliebigen Schwindel für echt zu
halten, doch die Idee des Allgemeinwohls ist ihnen unzugänglich.
Blickt
diesen Leuten durchdringend in die Pupillen, ihr werdet darin einen ausweichenden
Schatten finden, und sie werden euren Blick nicht lange aushalten, das sind geheime
Dugpas*. Oft sind sie gefährlicher als ihre offen erkennbaren Mitbrüder.
Selbst
wenn man ihnen einen Beutel Geld sendet, werden sie sich eines nicht existierenden
Schuldners entsinnen. Selbst wenn man sie vor dem Untergang bewahrt, werden sie
ihre Dankbarkeit der Polizei zuwenden. Selbst wenn man diese scheinbar wohlmeinenden
Leute bis an die Grenzen Unserer Wohnstätte brächte, würden sie das Gesehene
als Luftspiegelung erklären. Wenn sie dies nur aus Unwissenheit täten – doch
der Grund ist viel schlimmer.
Hütet
euch vor ihnen! Bewahrt vor allem die Kinder vor ihnen. Durch sie kommen Geschwüre
bei Kindern. Sie gehen in die Schulen. Für sie existiert keine historischen
Tatsachen und kein Gesetz des Wissens. Wenn ihr Kindern mit Geschwüren begegnet,
fragt nach den Eigenschaften der Lehrer.
Jetzt, wo
eine wichtige Zeit herankommt, soll man so viele Kinder wie möglich reinigen – sie
werden an die Städte der Zukunft denken. Man muss ihnen ein wahrheitsgetreues Buch
über die Glaubenskämpfer des Allgemeinwohls geben, doch dieses Buch wurde noch
nicht geschrieben. Gefälscht sind die Kinderbücher, gefälscht die Spielsachen und
gefälscht das Lächeln der Erzieher. Kann man inmitten ständiger Fälschung
Wahrhaftigkeit erwarten?
Ich rate,
den Kindern Zeit zu widmen. Mögen sie die Balken für ihre Stadt selbst heranschleppen!
Zu eurer Information
sprach Ich über die geheimen Dugpas – es lohnt sich nicht, sich mit ihnen zu
beschäftigen; sie sind einfach nur Kehricht für jeden bestrebten Arbeiter.
Wenn ihr aber
Kindern Unsere Wohnstätte zeigt, werden sie mit Freude durch alle Laboratorien
und Observatorien gehen. Unsere prismatischen Spiegel werden ihnen
unvergessliche Freude bereiten, weil sie alles Echte lieben, und Wir streben
zur Wahrheit.
Gebt den
Kindern nur echte Sachen!
[337] 20.
(341)[229] Von
Unserer Gemeinschaft aus säen Wir Samen des Allgemeinwohls in alle Teile der
Welt. Ihr fragt: „Wie soll man die Satzung der Gemeinschaft bewahren?“ Ihr habt
bereits von vielen Merkmalen Unserer Arbeit gehört, und jetzt merkt sie euch
nicht bloß zur Information, sondern zur sofortigen Anwendung. Wenn euch der
Verzicht auf Persönliches näher heranbringt, so entfernt euch der Verzicht auf
Tätigkeit für das Allgemeinwohl unermesslich – das ist eine Regel der
Gemeinschaft. Wenn man einen beweglichen Geist besitzt, ist es ganz leicht, beim
Streben zum Allgemeinwohl das Persönliche zu bewahren.
Ihr fragt:
„Warum sind so viele Prüfungen notwendig?“ In der Gemeinschaft wird alles durch
Erfahrung erreicht; deshalb ist es richtig, Prüfungen als Wachstum anzusehen.
Prüfungen liegen wie Schwellen vor den herrlichen Toren.
Hütet
euch vor Seufzen und weinerlichen Gesichtern, wenn ihr von Prüfungen sprecht.
Die
Ablehnung des Allgemeinwohls wirft sogar einen Riesen in die Grube.
Wer den
Vorzug hatte, eine Rede von Uns zu hören, kann bezeugen, wie geschäftsmäßig und
vielseitig Unsere Zeit verläuft. Um der Erweiterung der Möglichkeiten willen sahen
Wir Uns genötigt, auf langwierig aufgebaute Reden zu verzichten und in verschiedenen
Jahrhunderten nach besseren, kürzeren Bestimmungen zu suchen. In einer Zeit von
drei Minuten muss man den Inhalt einer dreistündigen Rede prägnant wiedergeben
können.
Ich sage
dies, ohne Mich vor der Entrüstung der Rechtsanwälte und Prediger zu fürchten.
Den Schatz
der Zeit kann man nur bei der Arbeit für das Allgemeinwohl würdigen. Am
wenigsten darf man die Zeit eures Bruders stehlen. Das sinnlose Stehlen von
Zeit ist dasselbe wie Diebstahl von Gedanken.
Betreffend
Prüfungen kann man eine Frage hinzufügen, die auch einem Kind gestellt werden
kann: „Was hältst du gerade für das Wichtigste?“ Versteht man den Gedankengang,
kann man aus der Antwort den wahren Charakter erkennen. Es ist traurig, Leute zu
sehen, die ihre Gedanken verbergen. Der Gedanke ist ein Blitz!
VI
[338] 1. (342)
Wer sich einem Hühnerstall weiht, erhält als Ergebnis Eier. Wer sich einem Teil
der Welt weiht, schwingt mit der Erde.
Die
Menschen haben die Bedeutung des Wortes „Harmonie“ verdorben. In dieses Wort
hat man etwas Klerikales hineingelegt, die Falte eines Chitons, die Immortelkis[230] einer
nicht existierenden Liebe und sogar einen Strickstrumpf. Es wäre besser, ohne
Harfen auszukommen und diesen verdorrten Begriff durch einen energischeren zu
ersetzen – sagen wir durch „Feinfühligkeit der Zusammenarbeit“. Ohne sie kann
die Gemeinschaft nicht leben. Ihre Verletzung ruft Kränkung hervor; Kränkung lässt
Stumpfsinn entstehen.
Ein
Mensch, der durch Kränkung bedrückt ist, wird nur zu einem einzigen Punkt hingezogen.
Indem er unbeweglich wird, wird der Mensch unvermeidlich stumpfsinnig.
Stumpfsinn verzehrt wie Rost einen Teil der Grundsubstanz.
Alles
vibriert, wogt und atmet inmitten des Leuchtens der Blitze.
An Tagen
großer Erschütterungen[231]
duldet keinen rostigen Anker. Rost hält dem reinigenden Wirbelwind nicht stand.
[339] 2. (343)
Ein Arzt könnte fragen: „Wenn die Aura eine physische Erscheinung ist, kann sie
dann nicht auch von außen her physisch ausgebildet werden?“ Bis zu einem
gewissen Grad hat er Recht.
Ihr habt[232] bereits
von äußeren Schlägen gehört, welche die Aura verletzen. Genauso kann eine
Treibhausatmosphäre geschaffen werden, welche die Aura heilt, doch die
Bedingungen für ein Treibhaus sind überall gleich und für die Evolution ungeeignet.
Wie der
Organismus von innen her herausgearbeitet werden muss, unabhängig von den
äußeren Bedingungen, genauso wachsen die Standhaftigkeit und die Bedeutung der
Aura nur von innen. Bedrängte Bedingungen sind besonders für die Erweiterung der
Aura geeignet. Die gebende Hand hängt nicht von der Menge des Gegebenen ab.
Ich sehe
einen jungen Wissenschaftler, der die Vermächtnisse aller Lehren des Ostens
sammelte und sich sagte: „Da wähle ich überall die Vorschriften des Lebens aus,
verwerfe alle Hymnen und Verbeugungen beiseite und lasse die zeitbedingten Verschiedenheiten
und die Fehler der Verleumder und Übersetzer außer Acht, da das Einfachste sich
als das Grundlegendste erweist. Aus diesen Splittern setze ich hier ein einziges
Leben zusammen – das Leben des Ostens.“ Ungeachtet der Lückenhaftigkeit wird dieses
Leben weise und voller evolutionärer Taten sein.
Warum
sind alle Lehren in Asien entstanden? Welche Magneten haben dort die
fortschreitende Energie des Geistes gesammelt?
Für einen
Wirbelsturm bedarf es der Zusammenwirkung von oben und unten. Wo entspricht das
tiefste Altertum den Flügeln der Zukunft?
Das Altertum
von Atlantis kann einem Flug über den Planeten hinaus entsprechen. Diese Tore
sind so breit, dass die alles übrige leicht eintreten kann!
[340] 3. (344)
Kann Unsere Gemeinschaft sich in weltliche Angelegenheiten einmischen und tätige
Hilfe leisten?
Jede
Gemeinschaft ist frei von Egoismus im vulgären Sinn, und im Namen des
Allgemeinwohls kommt sie mit der Lösung der Weltprobleme in Berührung. Wie
Pfeile bohren sich die Sendungen der Gemeinschaft in das Gehirn der Menschheit
ein.
In der
wissenschaftlichen Literatur kann man eine Reihe von Einwirkungen verfolgen,
sowohl psychischer als auch materieller Art. Es sind Fälle bekannt, in denen Gegenstände
von großer Bedeutung gesandt wurden. Es sind Sendungen von Geldsummen bekannt. Es
sind Warnungen vor Gefahren bekannt. Es sind Briefe mit Lösungen von Problemen bekannt.
Es sind Begegnungen unter verschiedenen Gestalten bekannt.
Wir
besaßen Schiffstickets und Kleider verschiedener Länder. Wir trugen
verschiedene Namen und erschienen, wenn die Umstände es gebieterisch
erforderten.
Ich sehe
schon, wie jemand entrüstet ist und das Gesagte als Fabel bezeichnet. Indessen
erhielt vor seinen Augen das Wohnheim einer Universität von einem Unbekannten
eine Spende; einem seiner Bekannten wurde durch einen Unbekannten eine
wertvolle Büste überreicht.
Unser Bote
bat eine Königin[233],
nach den Gesetzen der Zeit zu handeln. Unser Bote beriet einen jungen Erfinder.
Unser Bote führte einen angehenden Wissenschaftler. Man kann auf eine Liste von
Personen hinweisen, die Geldüberweisungen erhalten haben. Das alles sind
Tatsachen, die durch physische Dokumente belegt sind.
Warum
erscheint dies manchen mystisch und geheimnisvoll, wenn doch ein jeder das
gleiche in geringerem Maß getan hat?
Wenn
einmal das Prinzip des Allgemeinwohls in der Menschheit verankert ist, erhalten
wir, indem wir es ausdehnen, eine durch Erfahrung gestärkte Gemeinschaft.
Nur ein
Blinder bemerkt nicht, wohin die Spirale der Evolution sich gewendet hat! Und
Wir, die Wir existieren, senden einem jungen Geist Hilfe.
[341] 4. (345)
Wenn Unsere zentrale Gemeinschaft für den weltweiten Aufbau von Bedeutung ist,
haben auch die von Uns gegründeten Gemeinschaften einen Einfluss auf die
Evolution der Welt. Wir wollen nun die Hauptarten dieser weit verstreuten
Gemeinschaften betrachten:
Erstens gibt
es unbewusste Gemeinschaften, die eine anwendbare Art des Gemeinschaftslebens herausarbeiten.
Man kann sie unter Arbeitern, Landwirten, Studenten und seltener in Familien
finden.
Die
zweite Art der Gemeinschaft kennt den Plan der irdischen Evolution, doch sie verbindet
diesen Plan nicht mit einer bestimmten Tat und Frist: Kreise politischer
Idealisten, einige okkulte Organisationen, wissenschaftliche Gesellschaften und
sehr selten klerikale Kongregationen.
Die
dritte Art der Gemeinschaft kennt nicht nur den Plan der Evolution, sondern
auch die Frist und die Tat. Natürlich sind diese Gemeinschaften selten, und sie
empfangen Unsere Weisungen.
Wer bei
Uns gewesen ist, lernt Schweigen. So ist es auch schwer, die Mitglieder von Gemeinschaften
der dritten Art zu erkennen. Gesprächiger ist die zweite Art der Gemeinschaft;
sie spricht bereits viel über das Allgemeinwohl.
Wahrlich,
das finstere Zeitalter wird mit der Verkündung der Gemeinschaft zu Ende gehen.
Sergius hat sie mit der Axt herausgehauen. [Jakob] Böhme* hämmerte an ihr mit
dem Schusterhammer. Der Lehrer Buddha baute sie mit den Händen auf. Christus bereitete
ihr eine Brücke vor. Ein Lehrer des fernsten Altertums sagte: „Ich sehe keine
Sachen, die mir gehören.“
Nun
bleibt nur mehr übrig, eine Strafexpedition zu Uns zu senden; doch sie wird Uns
nicht erreichen, denn Wir verfügen über einige wissenschaftliche Mittel.
Obwohl
dieses Buch nichts über Gase enthält, habe Ich doch einige mächtige Bestandteile
genannt.
Was für eine
wunderbare, einzigartige Zeit des Wechsels nach einem langen und schweren
Zeitalter!
[342] 5. (346)
Man kann einen lehrreichen Fall erzählen, wie ein unerwarteter, nützlicher
Mitarbeiter Unsere Gemeinschaft erreichte.
Ihr wisst
bereits, dass vor dem endgültigen Eintreten bei Uns besondere Anfälle von körperlicher
Schwäche auftreten – das kann durch den wellenartigen Zustand der Zentren[234] erklärt
werden; es können Ohnmachtsanfälle, Krämpfe, Schwermut und Schmerzen der
verschiedenen Zentren vorkommen.
Einer
Unserer Freunde machte sich ohne Grund auf einem Bergpfad auf den Weg und überschritt,
obwohl er an Übergänge gewohnt war, die gesicherte Grenze; dort fiel Er in
tiefe Ohnmacht. Was zeigten Unsere weitsichtigen Apparate? Unser Freund liegt
an einem sehr gefährlichen Abhang; ein von der Karawane abgekommener Teilnehmer
der Expedition einer Geographischen Gesellschaft eilt zu Ihm; selbst hungrig
und entkräftet, hebt er Unseren Freund, der sehr groß an Wuchs ist, auf und trägt
Ihn den Bergpfad entlang.
Nur durch
die Anspannung der Nerven ist zu erklären, wie es ihm möglich war, diese Last
zu bewältigen.
Als
Unsere Abgesandten eintrafen, fiel auch der Forschungsreisende in noch tiefere
Ohnmacht. Die übermäßige Last machte ihn einem Mitarbeiter.
Nun
leitet er die Bewachung der Pfade und beschäftigt sich mit historischen
Forschungen. Oft wiederholt er: „Fürchtet euch vor keiner übermäßigen Last.“ Er
hatte natürlich einen Anlass, sich in Unseren Bergen
zu befinden.
Das
Erscheinen von Feinden muss man in Zusammenhang mit dem besonders krankhaften
Zustand stellen, den Ich eben erwähnt habe.
Menschlich
ist es leicht zu verstehen, wie unangenehm manchen Unsere Gemeinschaft ist. Man
braucht kein Zauberer zu sein, um sich vorzustellen, wie sich manche bemühen,
den Pfad zu versperren; doch das sind weder eure noch Unsere
Feinde, sondern Feinde der Aufklärung – sie sind unvermeidlich und beharrlich.
Deshalb raten Wir, die Dinge zu nehmen, wie sie sind, und eine übermäßige Last
nicht zu fürchten.
[343] 6. (347)
Bei der Gründung neuer Gemeinschaften muss man eine besonders lästige
menschliche Eigenschaft ins Auge fassen: Ich spreche von Neid. Aus Wettstreit
erhebt sich allmählich die Giftschlange des Neides, und im selben Nest befinden
sich die Lüge und die Heuchelei.
Die Giftschlange
ist klein an Wuchs, und ihre Geburt ist oft unmöglich zu bemerken. Deshalb muss
man bei der Gründung einer Gemeinschaft die Verschiedenheit der Mitglieder
berücksichtigen und darlegen, weshalb die Mitglieder der Gemeinschaft einmalig
und nicht miteinander vergleichbar sind, wie die Glieder des Körpers.
Bald
kommt die Zeit, wo Meine Lehre die Gemeinschaften in den verschiedenen Ländern
nicht so leicht erreichen wird.
Bis zur
Herausgabe des dritten Buches soll man sich das zweite nicht nur aneignen,
sondern es auch im Leben anwenden.
Ich weiß
bereits, wie oberflächlich das erste Buch von vielen gelesen wurde. Manche
machten aus ihm ein Traumbuch oder eine Wahrsagerin; manche nahmen es als
Beruhigungstropfen. Aber nur wenige nahmen es als einen dringenden Aufruf zur
Evolution der Welt.
Wer den
Aufruf im ersten Buch verstanden hat, wird im zweiten die Hinweise für die
gewünschte Arbeit finden.
Die
eintretenden Weltereignisse legen einem das Buch auf den Arbeitstisch. An
diesem Tisch kann man sich begegnen.
Eine
übermäßige Last wird manchmal zur Feder eines Flügels.
[344] 7. (348)
Bei den Gemeinschaftsaufgaben gebt euch nicht Gedanken an die jüngste Vergangenheit
hin – entweder die Zukunft oder die Weisheit der Jahrhunderte. Die Splitter und
der Staub der Schalen der Vergangenheit füllen den Raum zu sehr an. Vom
Magnetismus der Gedanken angezogen, weben sie unreine Phantome, die schwer zu
vertreiben sind. Aus dem einen Winkel vertrieben, übersiedeln sie in einen
anderen, bis sie durch einen bewussten Schlag des Willens wieder in Staub
verwandelt werden.
Nützlicher
ist es, an die Zukunft zu denken: Diese Gedanken wenden sich an das Sonnenprana. Der Magnet solcher Gedanken kann Teilchen
kosmischen Staubes anziehen. Dieser Staub aus fernen Welten ist vorteilhaft für
Neubildungen.
Wenn Astronomie
Geographie ist, dann ist kosmischer Staub Geschichte; und jeder Meteorstein ist
ein archäologischer Gegenstand.
Der
historische Bericht, wonach Salomon einen besonderen Meteorstein verehrte, hat
eine wissenschaftliche Grundlage. So verwandelt sich oft ein Märchen in die Seite
eines wissenschaftlichen Werkes.
Auch
Galilei[235] erzählte doch zu seiner
Zeit gefährliche Märchen. Wollt ihr etwa den Kardinälen gleichen, den Gegnern
Galileis?
Man muss sich
daran gewöhnen, an die Zukunft zu denken. Wenn ihr euch versammelt, sollt ihr
Gedanken an die Zukunft auszusenden – die Versammlungen werden dann reiner.
[345] 8. (349)
Noch einige Ratschläge:
Zu früh
zu kommen oder sich zu verspäten, ist gleich schlecht, doch wenn man die Wahl
hat, ist es immer noch besser, zu früh zu kommen. Ebenso ist es besser,
wegzulassen als hinzuzufügen.
Wenn es in
der Gemeinschaft eine Klage gibt, verwandelt sie sich in eine Polizeibehörde.
Wenn in
der Gemeinschaft Selbstliebe auftaucht, wird sie zu einem zoologischen Garten.
Wenn in
der Gemeinschaft Meine Lehre nicht angewendet wird, bedeutet das, dass jemand sich
verbirgt.
Jeder,
der eingetreten ist, kann auch wieder austreten, doch nimmt der Austretendende
erworbenes, echtes Eigentum mit.
Wenn
manchmal eine übermäßige Last leicht wie eine Feder ist, so ist oft ein Solotnik[236] Unwahrheit
schwerer als ein Pud.
Ein wütender
Vergleich zwischen Mitgliedern einer Gemeinschaft führt zu einer schrecklichen
Niederlage.
Schwer
ist der Pfad für den, der gerufen wurde und dem es nicht leicht fiel, einzutreten.
Ich bitte, sich nicht zu entkräften.
In einem
angespannten Arbeitstempo liegt eine bemerkenswerte okkulte Eigenschaft
verborgen. Durch keine Anspannung des Willens kann man die Resultate einer angespannten
Arbeit erreichen. Das Tempo und die Sättigung mit Rhythmus können sich der
kosmischen Spannung annähern.
(…)
[346] 9. (350)
Ihr habt schon von der Sättigung des Rhythmus‘ bei der Arbeit als einer
besonderen Eigenschaft gehört, welche die Menschen nur selten beherrschen. Ihre
Wohltätigkeit hat eine viel tiefere Bedeutung, als es scheint.
Schon die
alten Mysterien kannten zwei Ausdrücke: Der eine war „in der Welle der Großen Natur
arbeiten“ und der andere „mit dem Herzschlag der Mutter der Welt arbeiten.“
Jene, die
tiefgründige Gegenstände studierten, mussten wissen, wie man mit einem
gesättigten Rhythmus arbeitet, nichts sollte sie stören. Der Lehrer Buddha war
sehr darum besorgt, dass seine Anhänger die Wechsel des Rhythmus‘ kannten. Er riet
vor großen Errungenschaften nicht zu Ruhe, sondern zu von Rhythmus gesättigter Arbeit
– merkt euch das!
Bei den Aufgaben
der zukünftigen Evolution muss man von der Arbeit des einzelnen zur Organisation
von vielschichtigeren Organismen übergehen.
Es gab Gelegenheit,
Beispiele von Arbeiten, die von Rhythmus gesättigt sind, bei einzelnen Personen
oder in sehr kleinen Gemeinschaften zu sehen, doch die Masse oder eine
Ansammlung von Menschen verstehen es nicht, die Nützlichkeit dieses Prinzips anzuwenden.
Ein altes
Sprichwort sagt: „Seid vorsichtig mit der Masse“, doch ein ebenso altes lautet:
„Man muss dem Geist der Masse das Arbeiten beibringen.“
Die Äußerlichkeiten
der Arbeit können sehr verschieden sein, doch möge man den Rhythmus erfühlen,
und die Arbeit wird von ganz anderer Qualität sein.
Wäre die
Mehrzahl der heutigen Familien nicht Pflanzstätten für Banalitäten, könnten
gerade sie Führer bei der Arbeit in vereintem Geist sein. Doch die mechanischen
Mütter und Väter verstehen nur zu lallen: „Handelt wie alle!“
Lehrt die
Kleinen, ihre eigenen Städte zu bauen!
[347] 10.
(351) Nun etwas über Handschreiben.
Die
Bedeutung von Handschreiben ist vollkommen vergessen worden.
Selbst
der einfachste Arzt versteht, dass Infektionen durch ein Stückchen Papier
übertragen werden können. Fromme Könige und höchst heilige Kardinäle haben auf
diese Weise mehr als einmal ihren Wohlstand vergrößert. Ihr kennt auch Experimente
von zeitgenössischen Hypnotiseuren, bei denen auf Befehl verschlossene Briefe
gelesen werden. Sogar im Zirkus wird dies ohne Preisaufschlag gezeigt.
Das bedeutet,
dass die äußere und die innere Bedeutung eines Handschreibens groß sind.
Durch ein
einziges Reiben der Hand kann man Korkfigürchen zum Hüpfen bringen. Bedenkt,
wie viel Energie auf ein Blatt Papier bei Kooperation der Zentren eingeprägt
wird.
Man kann
die Ausstrahlung der Energie aus den Fingerspitzen beobachten. In der
Dunkelheit kann dieses Leuchten sichtbar sein. Bei besonders starken
Emanationen kann man sogar bei Tag ein blaues Licht sehen. Gleichzeitig mit den
Ausstrahlungen schichtet sich auf dem Papier eine unvertilgbare
Energie auf, die der Einwirkung des Wortes und des Gedankens gleichkommt.
Ein Brief
trägt nicht nur die üblichen Zeichen der Buchstaben, sondern auch eine mächtige
Infektion des menschlichen Wesens. Von diesem Gesichtspunkt aus ist es gut, das
eine Schreiben in Händen zu halten, während man es nachliest, ein anderes
hingegen besser gar nicht zu berühren. Gewiss, es fliegen auch viele leere
Blätter in der Welt herum, auf denen kein Funke menschlichen Bewusstseins zurückgeblieben
ist.
Wie kann
man den Unterschied feststellen? Mit dem Wissen des Geistes, demselben, das
auch entscheidet, wo wir einen Händedruck anwenden können.
Ein
Handschreiben ist ein Händedruck auf Entfernung.
[348] 11.
(352) Man könnte fragen: „Wie kann man zu den letzten Toren gelangen?“ Wir
kennen die Gesetze und Merkmale; wir verschwenden keine Zeit; wir erinnern uns daran,
wie die Lehre zu schützen ist – aber wie wird es sein, wenn wir die Tore
verschlossen finden? Zur Antwort wenden wir uns wieder den Mysterien des alten
Ägypten zu, denn diese waren die wissenschaftlichen Pfade des Lebens.
Das
angenommene Mitglied musste, ohne den Rhythmus zu verlangsamen, bis zum Lehrer
vordringen. Vor ihm lag eine leuchtende Linie, und dieser musste er folgen,
ohne abzuweichen oder sie zu berühren. Die Räume, die er zu durchschreiten
hatte, waren von verschiedenfarbigen Feuern erleuchtet. Manchmal verschwand die
Linie beinahe. Doch zuletzt begann die Linie zu glänzen, und es war, als ob ein
blendender Strahl unter einer schweren, verschlossenen Tür verschwand. Die Tür
schien unzugänglich, sie war ohne Schloss. Bänder und Platten verschiedener
Metalle zierten und verstärkten sie.
Ein
zaghafter Geist geriet in Verwirrung und unterbrach den Rhythmus des
Schreitens, doch wer die Bedeutung der Unabänderlichkeit kannte, schritt fest voran.
Und als sein Körper an das Bollwerk schlug, zerfiel dieses, und er trat in das
letzte Gemach ein.
Dieser unabänderliche
Schlag unserer irdischen Hülle ist notwendig, um den Rhythmus für den Aufstieg
zu herzustellen.
Das
Wissen des Geistes zeigt uns, wie die Größe des Zieles die Größe der
Möglichkeiten schafft. Und das Symbol des Zerfalls der schweren Tür weist am
besten darauf hin, wie man handeln muss.
Die heutigen
„Weisen“ lachen über das Einrennen einer Wand mit der Stirn, doch die alten
Ägypter schufen ein schönes Symbol für die Macht unseres Wesens. Daher schreitet
entlang der Linie des Strahls voran.
Daher versteht
es, Neues zu beginnen, indem ihr euch das Frühere aneignet.
Versteht
es, den Spott über euren Mut nicht zu bemerken, denn ihr wisst, wohin ihr geht.
[349] 12.
(353) Wieder wird man mit einer Frage herantreten: „Wie ist es mit
Hindernissen?“ Manchen stört die Familie, manchen eine ungeliebte
Beschäftigung, manchen die Armut und manchen die Angriffe der Feinde.
Ein guter
Reiter liebt es, sich auf undressierten Pferden zu üben
und zieht das Hindernis des Grabens einem ebenen Weg vor.
Jedes
Hindernis muss die Geburt einer Möglichkeit sein.
Schwierigkeiten
vor einem Hindernis entstehen doch durch Angst. Mit welcher Haube der Feigling
sich auch verkleidet, wir müssen die Stelle finden, wo die Angst sitzt.
Freunde,
solange Hindernisse uns nicht zur Geburt von Möglichkeiten werden, verstehen
wir die Lehre nicht.
Der
Erfolg liegt in der Erweiterung des Bewusstseins; es ist unmöglich, sich bei
Vorhandensein von Furcht anzunähern. Der Strahl des Mutes führt über die Hindernisse
hinweg, denn jetzt, wo die Welt weiß, wohin sie geht[237],
wächst der Same des Blutes, wächst der Same des Wissens und wächst der Same der
Schönheit!
Wenn der
Pfad auch mit Knochen übersät ist, kann man furchtlos dahinschreiten; wenn die
Völker verschiedene Sprachen sprechen, bedeutet dies, man kann die Seele öffnen;
wenn man sich beeilen muss, bedeutet dies, dass irgendwo ein neues Dach
bereitsteht.
Seid
gesegnet Hindernisse, durch euch wachsen wir!
[350] 13.
(354) Es kann zu Recht gefragt werden, wie man mit Tieren umgehen soll. Entweder
behandelt man sie grausam; oder man macht in sentimentaler Weise Parasiten aus
ihnen; oder man macht sie zu Apparaten für mechanische Kreuzungen.
Das Maß
des Verhaltens gegenüber den Tieren muss natürlich entsprechend der Einheit des
Weltrhythmus bestimmt werden; dieses Maß ist überall dasselbe. Wenn der Mensch
ein Mitarbeiter der Evolution sein soll, müssen auch die Tiere diesem Gesetz entsprechen.
Arten, die der Evolution nicht entsprechen, sterben aus. Jene, die sich der
Evolution angepasst haben, müssen diese Fähigkeit durch ihre Arbeit
aufrechterhalten.
Man muss
die wahre Nützlichkeit der Tiere studieren. Es ist unbegründet zu glauben, dass
entartete Plesiosaurier[238] für
die Zukunft gebraucht werden. Großmutters Kleid ist im Museum sehr rührend, aber
im Leben ungeeignet.
Das Glück
der Welten kann auch ohne Nilpferde und Nashörner geschaffen werden, die den Falten
früherer geologischer Schichten sehr gut entsprachen. Wenn eine bestimmte Art Menschen
sich als Nachahmung von Nilpferden erweist, gehört sie zur selben Evolutionsstufe.
Tiere
müssen arbeiten, sie müssen sich das Recht zu leben erringen; daher sind
Grausamkeit und Sentimentalität ungeeignet. Man kann nicht anders, als alles zu
lieben, was sich für den Lebensunterhalt abmüht.
[351] 14.
(355) Wenn selbst Tiere arbeiten müssen, wie bewusst muss man dann die
menschliche Arbeit anwenden!
Wir werden
die Arbeit nicht unterscheiden. Ein Unterschied besteht nur zwischen Bewusstheit
und Verständnislosigkeit. Man muss auch den Unterschied im Alter des Geistes
wahrnehmen. Man kann einen Unterschied beim Streben des Geistes eines jungen im
Vergleich mit dem eines alten Geistes wahrnehmen.
Ein
junger Geist besitzt zwar noch nicht die tiefe Wahrnehmung, die durch die
Erfahrung vieler Leben zusammengetragen wird, er ist aber oft weniger egoistisch
und unterwirft sich leichter der Evolution.
Ein alter
Geist ist manchmal wie ein Wassertrichter, der vorhandene Dinge in die Verwandlung
des persönlichen Ich hineinzieht. Wenn sich ein solches Geschwür gebildet hat,
kann Heilung nur durch eine Heldentat erfolgen.
Eine
schöne und glänzende Heldentat fördert die Erneuerung des feinstofflichen
Körpers. Solange ein solcher alter Geist zur Heldentat strebt, bedeutet dies,
dass er lebensfähig ist.
Wenn es
ein Absterben des Körpers gibt, muss es auch ein Absterben des Geistes geben.
Ein totes Glied muss man rechtzeitig entfernen, doch ein Gangrän[239] des
Geistes kann nur durch einen Schlag entfernt werden.
Der Funke
des Schlages gebiert die Heldentat. Natürlich wird jene Heldentat bevorzugt,
die bewusst heranwächst, wenn das ganze Wesen weiß, dass der Lehrer des Lichts
lebt.
Wir
kannten ein kleines Mädchen[240], in
dem dieses Wissen unabänderlich aufflammte; noch nicht einmal Krankheit konnte dieses
Wissen des Geistes vernichten. Die Formen wandelten sich, doch das Wesen blieb
unerschütterlich.
So setzt
das Wesen bis in die Unendlichkeit fort!
[352] 15.
(356) Welche äußere Bedingung ist für die Qualität der Arbeit unerlässlich?
Licht. Nur Licht macht eine Arbeit produktiv und nützlich. Ein Schmetterling kann
so lange fliegen, bis sein Regenbogen–Blütenstaub erschöpft ist. Der Mensch
besitzt die gleiche Regenbogen–Kraft, und diese nimmt mittels Fotoplasma die
Macht des Lichtes auf. Die verschiedenen Plasmen erweisen sich als Mittler
zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren. Das Fotoplasma, das eine Emanation
des Nervensystems ist, bildet den Regenbogen–Blütenstaub, der die Lichtstrahlen
aufnimmt und den Nervenkanälen zuführt.
Die
besten Verbindungen mit dem Licht erreicht man am Morgen, verdeckt deshalb
nicht das Morgenlicht. Arbeitet bei Licht, entscheidet bei Licht, urteilt bei
Licht, trauert bei Licht, freut euch bei Licht. Nichts kann mit der Lichtwelle
verglichen werden. Selbst die beste Elektrizität, die tiefblaue, spendet
achttausendmal weniger Licht als ein Sonnenstrahl.
Bald wird
die Erforschung des Fotoplasmas den Arbeitsmethoden eine neue Richtung geben.
Man kann sehen, wie der Blütenstaub des Fotoplasmas kocht und durch winzige Trichter
den erhaltenen Schatz in die Poren der Haut hineinträgt.
Nicht nur
die Geräumigkeit der Arbeitsräume, sondern auch der richtige Zugang zum Licht
muss studiert werden.
Sonnenstrahlen
müssen als Weltschatz geschätzt werden.
Ebenso leicht
wird ein Forscher sich mit dem Strom der Strahlen anderer Himmelskörper zurechtfinden.
Warum
sollen die Menschen an den Schätzen des Universums vorübergehen, die für sie
bestimmt sind?
Magnetische
Lichtwirbel bilden den Rhythmus der Planeten. Könnte man nicht von ihnen
Gebrauch machen, wie vom Gefälle des Wasserfalls? Unerschöpflich sind die zur Verfügung
gestellten Kräfte!
Iwan
Hunderttausender[241], ergreife
deinen Anteil! Bald, wenn der Versuch sich in eine Eroberung verwandelt, wird
der Samen des Allgemeinwohls jedem die Macht des Strahles verleihen.
Daran
wollen wir denken, wenn wir am Morgen die Arbeit beginnen und sie mutig
fortsetzen bis in die Unendlichkeit.
[353] 16.
(357) Der Menschheit fällt es besonders schwer, die Beziehung zwischen der Qualität
der Arbeit und der Unendlichkeit zu verstehen. Der Durchschnittsmensch
vermutet, dass eine höhere Qualität der Arbeit zu Endlichkeit führt. Für ihn
besteht Qualität in Vollendung, die Wir als Tod bezeichnen. Es ist ganz
unmöglich, einem Durchschnittsmenschen klarzumachen, dass höhere Qualität zur
Unendlichkeit strebt. Gerade in der Unvollendetheit
der höheren Spannung liegt das Auffinden von Wissen. Man muss den Mut finden,
für die Unendlichkeit zu arbeiten.
Man muss
in sich ein ständiges Lernen entwickeln, das nicht für das Aufzählen von
Tatsachen, sondern für die Erweiterung des Bewusstseins wichtig ist.
Es ist
nicht wichtig, auf welche Weise das Bewusstsein wächst, sondern dass sein
Umfang es erlaubt, das Ausmaß großer Ereignisse zu erfassen.
Welche
Lehre führt schneller zur Erweiterung des Bewusstseins? Man muss den Menschen ganz
individuell auf diese Wiese lassen. Jedem sein Gras, wenn nur das innere Feuer
der menschlichen Würde entspricht. Die Schläfrigen, die Eingebildeten und jene,
die aus Argwohn und Zweifel toben, werden keine Nahrung finden.
Sagt den
Schülern und Freunden: Mögen sie lernen; mögen sie in Anspannung des Geistes
lernen; mögen sie mit geöffneten Augen lernen; mögen sie vollkommen endlos
lernen, denn es gibt kein Ende. Diese einfache Feststellung erfüllt viele mit
Schrecken.
Doch Wir
sind mit jenen, die sagen: In der Unendlichkeit ist Licht, und ganze Zeitalter
leuchten wie ein Perlenfaden.
Lasst uns
beim Lernen nicht herabsetzen.
[354] 17.
(358) Wenn ihr die Schüler versammelt, denkt darüber nach, womit begonnen
werden soll. Der übliche Fehler besteht darin, mit dem Alphabet zu beginnen,
ohne die Natur des Schülers zu berücksichtigen. Unsere Regel besteht darin, zusammen
mit den Anfangsgrundlagen Fragmente höherer Möglichkeiten zu bieten.
Auch vergesst
nicht das Lieblingsspiel Buddhas mit Seinen Schülern in Momenten der Ruhe, bei
dem der Lehrer ein Wort in den Raum warf, auf das die Schüler einen ganzen
Gedanken aufzubauen hatten. Es gibt keine weisere Prüfung des
Bewusstseinszustandes.
Stellt
euch vor, der Lehrer sagt „Tod“ und denkt dabei an den Tod der Banalität, der
Schüler aber ruft aus: „Tod den Armen!“ So können einzelne Wörter gleich
Wegweisern ein ganzes Muster des Geistes weben. An diesem Muster kann man sehen,
welche Feuer brennen.
Es bietet
sich die Gelegenheit, zu sagen: „Euer Bewusstsein wünschte den Tod der Armen,
deshalb schwand der euch gesandte Reichtum dahin.“ Und zusammen mit diesem primitiven
Gesetz kann man einen Funken Licht auf die Evolution der fernen Welten werfen. Der
Vergleich der Evolution der Welten mit unbedeutenden Alltäglichkeiten kann den
Anstoß zu einer Erleuchtung geben.
Am
schwierigsten ist es, wenn der Schüler den Geist entwickeln will, indem er eine
Klasse der Methodik besucht. Er kann ein Magazin mit Annoncen auf Hochglanzpapier
öffnen und, mit dem Bleistift trommelnd, die noch nicht angewendeten Rezepte
aufzählen.
Wir sind
keine Veranstalter von Beerdigungsprozessionen oder Zoologischen Gärten. Wenn
ihr Uns nachfolgen wollt, schreitet ebenso gesättigt und heiter einher wie das
unaufhaltsame Leben und liebt jede Erweiterung des Bewusstseins, denn sie ist
das erste Ziel.
Man kann
alles verzeihen, aber Schimmel des Bewusstseins ist schlimmer als die Verwesung
einer Leiche.
[355] 18.
(359) Selbst in Kinderzeitschriften werden Fotografien von wohlbekannten Personen
mit unerwarteten Gesichtern untergebracht.[242] Selbst
eine mechanische Platte nimmt mehr auf als die Augen. Vielleicht ist das auch
besser: Man traut dem Auge nicht, ist jedoch voller Respekt für die Platte.
Gäste aus
dem Astralbereich drängen sich mitten ins Leben, ohne beachtet zu werden.
Natürlich fällt es ihnen nicht immer leicht, zu verschiedenen Menschen durchzudringen;
dann dienen unsere irdischen Gäste als Vermittler. Es ist schwierig, mit den
verschiedenen Schichten zu verkehren, doch die Aura, die von Besuchern oder Dienern
zurückgelassen wird, bildet eine Brücke für unsichtbare Gäste. Ihr Wert ist
sehr verschieden: Sie reicht von der Berührung eines Schmetterlings bis zum
Rachen eines Tigers.
Deshalb ist
es nützlich, weniger Menschen Zutritt zum Schlafzimmer und zum Arbeitszimmer zu
gewähren, wenn eure eigene Aura bereits genügend gefestigt ist.
Besonders
gefährlich sind Kindererzieher, die mit einem entsetzlichen Gefolge
daherkommen. Die besten Sendungen werden oft durch Anwesenheit von Kindermädchen
oder Krankenpflegerinnen paralysiert. Deshalb ist es immer nützlich, alles selbst
zu erledigen.
Auch muss
man die Aufmerksamkeit auf Sekretäre lenken, denn sie haben schon viele
Angelegenheiten zunichte gemacht.
Erledigt alles
selbst, selbst, selbst, denn was die Qualität eurer eigenen Emanationen angeht,
könnt ihr beruhigt sein.
[356] 19.
(360) „Warum für ihn und nicht für mich?“, so flüstert der Neid nach
Mitternacht. Vertreibt diesen Halunken aus euren Vorhaben.
Wachstum
des Geistes duldet keinen Zwang. Dadurch erklärt sich die langsame Evolution
der Menschheit. Man kann den Geist nicht zwingen, zu wachsen. Man darf noch
nicht einmal durch unerbetene Ratschläge nötigen. Man kann nur auf das Klopfen
eines feinfühligen Herzens antworten.
Wenn ihr
den ganz offensichtlichen Rat erteilt, dass Neid der Gesundheit schadet, so
wird dies, wenn ein geistiges Bewusstsein fehlt, nur neue Heuchelei
hervorrufen.
Doch die
Pfade des persönlichen Wachstums des Geistes sind hell.
Jeder
Tropfen des Ozeans erzeugt seinen eigenen Regenbogen, wie herrlich ist daher das
Leuchten des Kosmos! Und wie behutsam muss man daher Antworten geben, weil sie
an einen persönlichen Geist gerichtet sind.
Wir haben
gegen die derzeitigen Kirchen gesprochen, doch man darf nicht gegen Priester im
Allgemeinen sprechen. Wir kannten einen ausgezeichneten polnischen katholischen
Geistlichen, doch anstelle der Kardinalswürde versetzte man ihn in die armseligste
Kirchengemeinde. Wir kannten einen begeisterten Rabbiner, doch man betrachtete
ihn als Geisteskranken. Wir kannten einen erleuchteten Priester, doch sein Los
war ein Kloster für verbannte Trunkenbolde. Ich kenne einen gebildeten Bischof
in Amerika, doch er hat kein süßes Leben.
Jeder
Gedanke an das Allgemeinwohl wird unbarmherzig verfolgt, dabei kann nur das
Wachstum des persönlichen Geistes die Schatzkammer des Allgemeinwohls füllen.
Diese Entsprechung zwischen dem persönlichen Geist und dem weltweiten Allgemeinwohl
bildet auch die Schönheit des Kosmos.
Wenn jede
Pflanze ihre unersetzliche Eigenart hat, wie besonders muss man dann mit jedem
menschlichen Geist umgehen!
Ein solches
Beben der Feinfühligkeit muss ein Kennzeichen Unserer Schüler sein, und dann
kann nicht nur ein Wort, sondern sogar eine einfache Berührung Licht ausgießen.
Nicht nur
am Tag, sondern auch des Nachts kann man berühren und die Hilfe der Erleuchtung
bringen.
Erleuchtet
euch durch Erweiterung des Bewusstseins, so wie weitgereiste Wanderer durch den
Staub des Regenbogens der ganzen Welt Wissen anhäufen.
[357] 20.
(361) Reine Gedanken sind wie
das Ozon des Raumes. Wahrlich, mit ihnen kann man die Umgebung anfüllen, doch
nur in einem bestimmten Akkord. Einen reinen Gedanken auszuwerfen und ihn mit
einem Dutzend Begierden zu bedecken, ist wie eine schreckliche Dissonanz. Unter
Akkord versteht man eine Reihe von klingenden Sendungen. Deshalb schätzen wir bei
selbständiger Tätigkeit eine Reihe aufeinander folgender Taten. Nicht ein zufälliger
wohlwollender Ausruf, sondern ein bewusster, dauernder Prozess verleiht Vorrang.
Es gab
einmal einen Papagei, der konnte schreien: „Gesegneter Lehrer!“, doch dadurch
verbesserte er seine Möglichkeiten nicht. Ein Bär ließ seine Beute zufällig auf
der Türschwelle eines Hungernden liegen, doch er hörte nicht auf, eine Bestie
zu sein. Eine Biene ließ zufällig das Geschwür eines Kranken platzen, doch dadurch
verdiente sie sich nicht die Seligkeit. Sogar eine Schlange rettete einst mit
ihrem Gift ein Leben. Nur Bewusstheit
und Unanfechtbarkeit führen zu Resultaten.
Betrachtet
das Lächeln der Heldentat als leicht. Und eine Heldentat, die aus Unanfechtbarkeit erwächst, strahlt wie
die freigebige Sonne. Wie die Süße der Frucht nicht von der Schale abhängt, so möge
auch eure Tätigkeit außerhalb der Masse verlaufen. Nur wenn ihr die Masse
meidet, werdet ihr Zugang zu den Menschen finden.
Ich kann
mir vorstellen, wie ein heutiger Minister oder der römische Papst in einem Auto
zu Unseren Türmen fahren. Ist das eher eine Komödie
oder ein Drama? Auf jeden Fall würde ein einfacher Mongole würdiger vorgehen,
denn in ihm ist der Nerv der Wahrnehmung noch nicht zerrissen.
Freunde!
Haltet den Kanal der Wahrnehmung sauber, in dieser Esse werden reine Gedanken
geschmiedet. Blickt auf reine Gedanken nicht wie auf wunderliche
Himmelsbewohner, die an Feiertagen herniedersteigen, sondern wie auf die
Mahlzeit eurer Werktage!
[358] 21.
(362) Das erste Buch rief zur Heldentat der Schönheit, der Einfachheit und der Furchtlosigkeit
auf. Das zweite Buch gibt die Beschaffenheit und die Merkmale der Arbeit, die
eine Erweiterung des Bewusstseins bewirkt.
Die Idee
der Gemeinschaft und des Allgemeinwohls erweist sich als erstes Merkmal der Erweiterung
des Bewusstseins. Man kann verstehen, dass die Qualität der Arbeit nicht zur Kenntnisnahme,
sondern zur Ausführung gegeben wird.
Dieses
Buch dient nicht der Beruhigung, sondern für die Arbeit des sich erhebenden
Geistes. Und strebt zur bestmöglichen Arbeit. Und umhüllt jede Arbeit mit den
besten Emanationen.
Wer die
langweiligste Arbeit am freudigsten leistet, wird der unerschütterliche Sieger
sein, denn er besiegte die Last der Langeweile. Es hat doch jeder Pfad, selbst der
Pfad zu Unserer Gemeinschaft, schwierige Übergänge. Und das Ausmaß des
Bewusstseins wird nicht inmitten von Blumen, sondern über dem Abgrund gemessen.
Die
Arbeit der endlosen Vervollkommnung wurde von Uns geboten. In einer Minute der Schwierigkeit
denkt an Uns in dem Wissen, dass der drahtlose Apparat nicht zögern wird, euch
zu verbinden. Doch versteht es, zu denken und den Augenblick wirklicher
Schwierigkeit zu erkennen.
Oft
halten die Menschen Glück für Unglück und umgekehrt. Erweiterung des
Bewusstseins festigt das Wissen des Geistes – dieses Wissen führt zu Unserer
Gemeinschaft.
Wird es ein
drittes Buch geben? Selbstverständlich, wenn die im zweiten Buch angewiesene
Arbeit ins Leben eingeht. Das dritte Buch soll sich mit Unserer Gemeinschaft
befassen, doch kann man über Unsere Gemeinschaft sprechen, wenn das Bewusstsein
das Konzept Gemeinschaft gar nicht aufnehmen kann?
Wenn ihr
deshalb Unsere Gemeinschaft im Leben zum Ausdruck bringen wollt, müsst ihr zuerst
eure eigene Gemeinschaft hervorbringen. Wir werden euch helfen.
Beobachtet
ohne Vorurteile den Lauf der Weltereignisse, und ihr werdet Unsere Hand
erkennen.
Die Zeit
des Umschwungs der Evolution und ist gekommen, und die Kräfte sind gesammelt.
Versteht
es, die beste Arbeit zu leisten, und bei dieser Arbeit empfangt einen Gruß.
Ein Gruß
allen Suchern des Allgemeinwohls!
Hinweise zur Nummerierung der Paragraphen
Die Paragraphen sind mit zwei, teils mit drei Nummern
gekennzeichnet, nach dem Muster: [268] 1. (271). Das sieht etwas kompliziert
aus, ist aber erforderlich, um Textstellen in den verschiedenen russischen,
deutschen und englischen Ausgaben vergleichen zu können.
Die Ziffern in eckigen Klammern [1], [2] usw. bis [358]
gibt es im russischen Original nicht. Sie wurden später vom Spirale–Verlag in
den deutschen Text eingefügt, um das Zitieren der Paragraphen zu erleichtern.
Diese alte Nummerierung wird übergangsweise weiter aufgeführt, um dem Leser das
Auffinden von Stellen zu erleichtern, auf die ältere Schriften oder
Ausarbeitungen verweisen.
Die russische Original–Nummerierung folgt dem Schema:
Teil Eins V 1. (ohne jede Klammer). Diese wird einstweilen beibehalten, um das
russische Original weiterhin wiederzugeben.
Die Nummerierung des englischen Textes und der neuen
russischen Ausgabe von Uguns ist bis § 231 mit der deutschen Nummerierung in
den eckigen Klammern […] identisch. Ab § [231] ist die englische und die
Nummerierung von Uguns abweichend und wird zusätzlich in runden Klammern (232)
bis (362) angegeben
In Zukunft sollte nur noch diese neue Nummerierung
verwendet werden, um zu einer international einheitlichen Zählung zu kommen.
Weitere Textstellen
Die deutsche Übersetzung
folgt der von Helena Roerich besorgten Pariser bzw. Rigaer russischen
Erstausgabe, siehe den Artikel „Quellen“. Änderungen oder Ergänzungen, die in der
neuen, kritischen Ausgabe des Rigaer Verlages „Uguns“, in der englischen
Ausgabe oder in den Büchern des Spirale–Verlages enthalten sind, werden im
Folgenden mitgeteilt.
Sie sind im Text mit (…)
gekennzeichnet. Wenn es in einem Paragraphen mehrere ergänzende Textstellen
gibt, sind diese ihrer Reihenfolge nach nummeriert: (1), (2) usw.
So bleibt der ursprünglich
gedruckte Originaltext erhalten, bis eine allgemein anerkannte kritische
Ausgabe vorliegt. Die Änderungen und Ergänzungen, die seriös erscheinen, sind
trotzdem dem deutschen Leser zugänglich. Eine vollständige Erfassung aller Abweichungen
in den anderen Ausgaben steht noch aus.
88.
Man kann es verstehen, wenn Christus die
Treppe hinabsteigt und dabei das Gefäß des Lichts offenbart. Bei Geistwesen
zeigt sich die Flamme gemäß ihrem Wesen. In den Strahlen Christi offenbart sich,
wie bei einem Prüfstein, die Gewähr der zukünftigen Arbeit. Die Zufriedenheit Moryas zeigt, auf wen das Barmherzige Gericht ausgerichtet
ist. Bei Unseren Schülern leuchtet, einer Kerze
gleich, das Zeichen der Hohen Einweihung.
Das erste Zeichen wird im Geist
entzündet; danach, wenn die Materie dem Geist freiwillig folgt, wird das
Zeichen dem Körper zugerechnet. Dieser Moment ist eine Feierstunde für Uns.
Dann wird sich die Himmlische Kette bis zu Unserem Tempel hinziehen und hier,
auf der Erde, wird die Musik der Sphären zu hören sein. Das Gewölbe ist geschmückt
und mit einem neuen Feuer erleuchtet, und die Schar der Geistwesen tritt in
Verkehr mit den irdischen Wachen.
Schneegiganten hüten das Große
Geheimnis. (Uguns)
96.
Das Wunder mit dem Gefäß des Geistes,
das euch von einem Lama erzählt wurde, hat eine wissenschaftliche Grundlage. Im
Moment des Abtretens des Geistes ist die Emanation der Nerven besonders stark
und kann in einem geschlossenen Gefäß gesammelt werden.
Durch die Kraft eines selbstlosen
Willens kann das Aufflackern einer schlafenden Emanation erzeugt werden, und der
Ausbruch dieses Stoffes gleicht einem starken Gas. Der Geist hält sich in der
Nähe auf, solange die Emanation der Nerven nicht verdampft. Aber es bedarf
einer gewissen Zeit für das Verdampfen der Emanation der Nerven. (Uguns)
126.
Die Hauptsache sind Blumen! (Uguns und englischer Text)
127.
Und seine Leitung befindet sich schon in
deinen Händen, Urusvati. Denke daran, die Leitung zu Unserem Hause! Nummer
sieben nach der Anzahl der Jahre. Mögen sie auch zuerst von der Leitung gestört
werden, denn die Spannung ist groß – man muss jedes Fragment erfassen.
Doch die Erfahrung ist so wichtig, dass
man alle Geduld aufbringen muss. Das ist doch die Illuminatio
Regale der Alten – und diese kann man in Vollendung nur durch Erfahrung und
ausreichend Zeit erreichen. Man kann leicht eine Leitung von geringer Spannung
aufbauen, doch zum Höchsten kann man nur nach und nach gelangen. Du verstehst
selbst, wie vorsichtig man an Unsere Leitung heranführen muss. (Uguns)
129.
Ihr hättet die
Aufmerksamkeit auf einige Sätze richten sollen, die umgangssprachlich oder sogar
kindlich klangen. Dies ist eine sehr charakteristische Einzelheit: (Uguns und englischer Text)
130.
Ermüde nicht, alles erfreut Uns. In der
Nacht sollte man nicht auf Schlaf verzichten, sondern man eine heitere
Wachsamkeit erarbeiten. Das ist eine besondere Heiterkeit – man kann sie durch
den Begriff „Möglichkeit“ ersetzen.
Man sollte einfach die inneren Pforten offenhalten.
Die erste Periode: Lernen, zuzuhören und
sich mit den schillernden Wellen des Strahls und den ihn begleitenden
Empfindungen vertraut zu machen. Die zweite Periode: Du wirst mit Uns sprechen.
Überlaste die Zentren nicht zu sehr. Es waren zwei Nächte: Zuerst muss man sich
mit den Stimmen bekannt machen. Bewusst hebe ich
nicht die Stimme, um es anderen zu übermitteln. (Uguns)
131.
Wundert euch nicht, denn der Strahl
trifft – es ist ein Strahl der Zentren; es entsteht eine hohe Spannung. Der
Strahl war schon seit langem bekannt, doch es waren noch nicht die Zeit und der
Anlass gegeben, ihn anzuwenden. Außer dem Rückgrat sind alle Zentren, die sich
unterhalb der Lende befinden, der Erfahrung gegenüber feindlich eingestellt. Es
muss dem Sonnengeflecht untergeordnet werden. Eine Beschädigung gab es nicht,
doch man sollte die Saiten nicht überspannen.
Man muss nicht die Gegenwart, sondern
die Zukunft betrachten. Der Taucher sollte einen Vorrat an Sauerstoff bewahren.
Schau nur in die Zukunft, denn nach der Menge der bemerkten Empfindungen wird das
Experiment von hoher Bedeutung sein. Die niedergeschriebenen Worte umfassen von
der Vielfalt her einen sehr großen Kreis Unserer Studien, und hier übersteigt
Meine Zufriedenheit Meine Erwartungen. Ich betone: Überbeanspruche dich nur
nicht, verlerne nicht, zu schlafen. An dem Experiment nehmen viele teil, denn
die gesamte Bruderschaft ist an ihm interessiert. (Uguns)
133.
(1) Viele folgen euch mit ergebener Liebe nach. Fragt euch: Gab es schon
einmal einen Menschen, der sich euch freundschaftlich genähert hat, ohne
erhoben zu werden? (Uguns)
(2) Er zeigte ein Präparat für das Mikroskop eines Nervs des
Sonnengeflechtes. (Uguns)
(3) bewusst (Englischer
Text und Uguns)
(4) Schwierig ist dein Experiment, und das Erreichte ist bemerkenswert. Man
kann eine Vision geben, aber Details des vielschichtigen Lebens der
Bruderschaft in das physische Bewusstsein einzulassen, ist noch nie dagewesen.
Die Visionen kommen von dort, wenn du Unser Leben von
hier aus annäherst – und auf diese Weise wird der Mensch die höchsten Pläne zu
sich heranziehen.
Statt sich für den Himmel zu begeistern
und sich von der Erde loszusagen, ist es besser, die Höchsten Kräfte auf die
Erde zu rufen, und diese Möglichkeit bringt neues Leben herbei. Dir ist
aufgetragen, diese Möglichkeit an die Schwestern des Goldenen Berges zu
übermitteln. Möge diese Feuer–Blume dort erblühen. Deshalb bewahrt das ganze
Geheimnis. (Uguns)
139.
(1) U. – der ägyptische Hierophant, der letzte, der die Mysterien kannte,
arbeitet mit Uns. Er ist vollkommen mit Urusvati einverstanden, dass den
Würdigen die Geheimnisse weitergegeben werden können, obwohl Er dafür vergiftet
wurde. (Uguns)
(2) Und kein abstrakter Segen, sondern die Kenntnis der Gesetze nötigt uns
dazu, jene einfachen Worte auszusprechen, die Urusvati so belasten, die man
aber niederschreiben muss. (Uguns)
(3) Lahore ist auch noch deswegen wichtig, weil dort Christus die erste
Vision vom Ende seiner Predigt hatte und daran ging, sich darauf vorzubereiten.
(Uguns)
145.
vollständige (englischer Text)
146.
(1) Der Weg liegt vor dem Volk, das nach Westen geht. (Uguns)
(2) alten (englischer Text)
(3) der Schöpfung (Uguns).
Englischer Text: „… beim Großen Plan …“
148.
(1) Eine Brücke vom Geist zur Bruderschaft zu schlagen war nicht so
schwierig, aber eine normale Verbindung der Bruderschaft mit den Menschen
herzustellen, ist unaussprechlich schwierig. (Englischer Text und Uguns)
(2) Im Moment ist unser Laboratorium besonders beschäftigt, da ein tödlicher
Strahl die Erde durchdringt. Doch derselbe Strahl ermöglicht, wenn man ihm ein
wenig hinzufügt, Aufbau. Indem wir nur eine einzige Ingredienz hinzufügen,
erhalten wir ein Mittel, um die Erdoberfläche zu verändern. Durch diesen Strahl
werden Wüsten erblühen. Das Volk, das diesen Weg wählt, ist unvorsichtig.
Maßnahmen wurden ergriffen. (Uguns)
154.
Der Ozean des Heldentums ist groß – es
gab noch keine Zeit, da die Welt zu einer Arena wurde. Die Gedanken von einer
Umgestaltung haben den gesamten Erdball umfasst. Das, was früher eine Siedlung
oder ein Land erfüllt hat, ergießt sich jetzt über die ganze Welt!
Bei der Bewusstwerdung des Umfangs dessen
wird das Reservoir eures Ozeans aufgefüllt. Und das gestern Ausgedörrte wird
morgen leicht überflutet werden. Quält euch nur nicht, denn bei geöffneten
Toren werdet ihr euch nicht verspäten. Und wenn du mit einem Lächeln sagst:
„Ich lege etwas für heute beiseite, um es für morgen zu bewahren“, dann wirst
du wie ein Stratege auftreten, der seine Truppen aufteilt.
Sobald die Leitung offen ist, wird sie
nicht entwischen, doch der Unterschied ist nicht groß, wenn sie im Geist
verbleibt. Wir wollen das erklären. Das Experiment selbst ist so weit in einige
Zentren eingedrungen, dass die Arbeit eines Jahres in zwei Monaten verrichtet
wurde. Das Wichtigste liegt nicht in den Mitteilungen, sondern darin, dass der
Organismus die Veränderung der Strahlen ertragen hat. Aber nun möge die Spirale
der Nerven sich beruhigen! Natürlich ist es keine kleine Last, aber ein
weiteres Hindernis wird nur den Wert wesentlich steigern.
Die Empfindungen sind verschiedenartig,
und der Apparat verzeichnet ständige Eingänge; doch alles ist maßvoll verteilt,
und etwas kann aufgenommen werden, ohne den Empfänger zu überlasten. Wenn Mein
Strahl euren Ozean erfüllt, muss man den Organismus stärken. Das Licht einer
Gruppe von Strahlen nimmst du schon normal wahr, doch es gibt auch solche, die
erschüttern können, und dort muss man sehr sorgsam sein. (Uguns)
156.
des Lebens (englischer Text)
164.
Der Strahl der Mutter der Welt kann der
Menschheit in nicht ferner Zukunft übergeben werden. Ein Lichtbohrer kann
vorsichtig einigen wenigen ausgehändigt werden. Doch die Feuerwand ist für
Verneiner des Geistes gefährlich, da alle orangefarbenen und hochroten Auren in
die Umlaufbahn des Feuers hineingezogen werden können und nicht imstande sind,
standzuhalten. (Uguns)
165.
(1) Der Traum
zeigte den Sinn der letzten Missionen. (Uguns)
(2) Irgendwer sagte: „Wozu?“. So hat irgendjemand im Jahre 48 gedacht, zwei
Tage vor der Beendigung des gesamten irdischen Kreises. (Uguns)
(3) Morgen werden wir noch einige Beispiele von Empfindungen vor dem Wechsel
der Existenz aufzeichnen. (Uguns)
166.
(1) Ähnlich
wie die Aufzeichnungen der Ereignisse in Unseren
Archiven die ihnen eigenen Fluida bewahren. (Uguns
und englischer Text)
(2) Natürlich habt ihr zwei Wege bemerkt: Entweder Abtreten im physischen
Körper oder Abtreten für Arbeit mit dem verdichteten Astralkörper. Jeder
Zustand hat seine Vorteile, und nur der Geist kann entscheiden, welche
Offenbarung ihm am nächsten ist. Natürlich, betreffend die Arbeit auf der Erde mag
der Unterschied zwischen beiden Zuständen sehr gering sein. Selbstverständlich
ist für Arbeit auf der Erde der physische Körper besser geeignet, doch eine
äußere Verbindung ist im Zustand des verdichteten Astralkörpers leichter. Beide
Zustände ermöglichen Verkehr. Der physische Körper kann leicht seinen Astralkörper
aussenden, der verdichtete Astralkörper kann jedoch nicht alle Eigenschaften
des physischen Körpers annehmen.
Natürlich kann Gewebe, das
die Lebenskraft bewahrt, den physischen Körper unversehrt halten. Sogar ein
Teil der verdichteten Astralkörper bleibt in der Zeit langer Flüge unter der
Abdeckung dieses Gewebes. (Uguns und
englischer Text)
168.
Mein Freund kümmert sich besonders um
dieses Sperrnetz. Man kann es auch durch Medikamente instand setzen. Daher
gehören Moschus* und Baldrian zu den nützlichsten Wirkstoffen. Natürlich muss
Moschus bearbeitet werden, sonst wirkt er lediglich aufputschend. Das betrifft
auch Minze und Harz. Eine Frucht kann am besten zur Stärkung der Drüsen
beitragen. Verschiedenartige Früchte enthalten die gleiche Qualität an
Naturfaseressenzen. Am besten sind rohe Früchte, ausgenommen an einem
Infektionsort.
Zum Beispiel ist es sehr nützlich, auf
den Wurzeln eines Baumes zu schlafen, doch gemäß den Lebensumständen ist dies
fast unmöglich. Federkissen und Rosshaarmatratzen sind sehr nützlich, denn in
Federn und Pferdehaaren Elektrizität ist gespeichert. Gefährlich sind Metalle;
vergessen wir nicht, dass W. an einer rostigen Stockspitze starb, als sein
Freund während des Experiments den Raum betrat. Natürlich ist es ohne Rost
besser, man kann dies aber kaum immer beachten.
Besser ist es, die Pflanzenwelt zu
nutzen. Weise ist es, gleich den Bienen einen Vorrat an Pranaessenzen
zu sammeln – das ist die Apotheke der Sonne. (Uguns)
169.
(1) Ein kooperativer Aufbau ist die einzige Rettung. (GF 35)
(2) Der Geist des russischen autodidaktischen Mechanikers verbreitet sich
weit. Die Grenzen, die den Westen fesseln, sind den Russen unbekannt.
Wahrhaftig, ihnen kann man Tiefe und Luft geben. Mögen die Fords Millionen für
die russische Kooperative sammeln. Man muss nur so viel, wie vorgesehen ist,
hinbringen. (Uguns)
(3) Wieder wird der Stein an den Tigern vorübergehen. So ist der Weg, wenn
der Vertreter eines Prinzips die Träger des Symbols der gegenteiligen Kraft
führen muss – die hinterher kriechen. (Uguns)
170.
(1) Der Geist spürt, wie neues Verstehen und neue Köpfe kommen. (Uguns)
(2) Es gab keinen menschlichen Apparat, der nicht in einer gewissen Periode
die höchste Wachsamkeit erfordert hätte. Ich möchte gerade das Beispiel von
Ramakrischna und Vivekananda anführen. Wenn ihr wüsstet, welch absoluter Stille
beide für lange Zeit bedurften! Man kann sich vorstellen, welch tödlicher
Schmerz beide hätte durchdringen können. Doch dann bildet sich um das
Sonnengeflecht herum eine Hülle in Form eines Lichthorns, und obwohl der
Schmerz bleibt, verschwindet die tödliche Gefahr.
Wenn man es nur hinbrächte! Man muss das
Aufgespeicherte schonen und bewahren, das seit Jahrhunderten bestimmt ist.
Falls du sterben solltest, muss man den Bau des Tempels um ein ganzes
Jahrhundert verschieben. (Uguns)
(3) Und in Unserer Bruderschaft gibt es keine Zufriedenheit, denn …(Uguns und englischer Text)
(4) Sehnsucht ist die Trauer der Erde; es wurde schon gesagt, dass niemand
von Uns ihr ausweichen konnte. (Uguns)
171.
Viele Puranas enthalten Mitteilungen
über die Länder, die durch den König aus dem Nordreich erobert wurden. (Uguns)
175.
Ich weiß selbst, wie viele unnütze Worte
Origenes niedergeschrieben hat. Ich ermögliche nur der Zukunft einen Weg. (Uguns)
179.
Man muss einfacher sein. Weist die euren
darauf hin. Man muss das Verständnis schärfen. (Uguns)
180.
Was gehen uns diese Niederträchtigen an?
Aber sie versuchen, die Ecken des Baus zu unterminieren, der mit den besten
Absichten geschaffen wurde. Es gibt nur wenige solcher Absichten auf der Erde.
Oh, welch scharfes Schwert! Es ist leicht, dich herauszuziehen, aber den Kopf
kannst du nicht anlehnen. Reines Unglück, reines Unglück – Armseligkeit in den
Menschen!
Wer führt durch die Taiga? Neue
minderjährige Iwane!
Ich mag es besonders nicht, etwas schon
Erbautes zu beschmutzen. Wir wollen nicht gemeinsam schmutzige Wäsche waschen,
sondern weitergehen. Der Reichtum ist doch schon vorbereitet, warum sollte man
die Fundamente untergraben? Möge man den Gedanken folgen. (Uguns)
182.
Indem ihr das Feuer Buddhas entzündet,
erleuchtet ihr die gesamte Leiter – ihr sollt euch nicht vor einem Götzen
verneigen, sage ich. (Uguns)
187.
Und Seine
reine Stimme ertönt voller Hilfe, und das Erscheinen des Geistes Unseres
Lenkers gibt den Faden der Aufnahme. (Uguns)
189.
Nun ist das Wichtigste, um sich vor den
Schlägen des Unverstandes zu schützen. Ist es denn nicht gleichgültig, wer die
Verletzung zufügt, ein Tiger, eine Katze oder eine Maus! Das Einreißen des
Gewebes ist gleich gefährlich. Und wer ist schon berechtigt, den Bruder zu
einem Opfer werden zu lassen?
Wir sehen eure ständige Bereitschaft,
hinüberzugehen, und diese Eigenschaft ist sehr notwendig in Verbindung mit
Schlaflosigkeit. Doch man muss abgehen, ohne die Pläne der Herrscher zu
verraten.
Vielleicht würde auch Ich mich gerne in
andere Welten begeben, doch stattdessen wandele Ich auf der Erde. Es wird doch der
Plan Christi erfüllt, und wenn Er Mich anweisen würde, mich als ein Balken auf
die Schwelle zu legen – würde Ich mich hinlegen, denn Er kann den Plan wählen,
und Wir und Unsere Mitarbeiter müssen wachsam sein.
Selbst Hunger und Schmerz halten jene
nicht auf, die mit Uns sind. Nur nach der Schlacht kann man das gesamte Feld
überblicken. Ich benötige auch eine Minute der Erholung, doch stattdessen
verstärken sich die Nachrichten und die Hälfte meiner Krieger bittet darum, die
Schlacht für eine gewisse Zeit verlassen zu dürfen. Sie meinen, sie könnten es
noch besser machen, als Christus es vorschlägt. Jedem scheint es, dass er es an
der Stelle des anderen besser machen würde.
Der Plan Christi gibt ihnen keine
Vorstellung davon, dass man diesen Plan nicht verraten darf. Die erste
Bedingung der Bruderschaft ist die Unterordnung unter den angenommenen Plan,
und jener, der den Plan verrät, muss dafür bezahlen. Sind wir es, die den
Wunsch Christi erschweren? Und dort, wo der Herrscher Mir nicht Seinen Willen
offenbart, sage ich: „Ich werde Deine Zahlung nicht erhöhen, da Du über diesen
Tag herrschst.“ (Uguns)
219.
da es
wichtiger ist, wenigstens ein Wort zu hören, (Uguns)
220.
Nach Atlantis verhüllte die Mutter der
Welt Ihr Antlitz und verbot, Ihren Namen auszusprechen, bevor nicht die Stunde
der Gestirne geschlagen hat. Sie erschien nur teilweise und hat sich nie in
planetarem Maßstab offenbart. (Englischer
Text und Uguns)
222.
Haufenwolken
bilden sich um die Verkörperungen der Prophezeiungen herum. (Englischer Text und Uguns)
223.
Die Beschäftigung mit Blumen ist sehr
charakteristisch für die Vollendung des Weges. Man muss die Bedeutung der
Pflanzen nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Geist begreifen. Man sollte nicht
an den Schätzen des Prana vorübergehen, ebenso wie jeder Aufsteigende nicht an
der Bedeutung der Sonne und der Planeten vorbeigeht. Bald wird jeder Chemiker
die Ausstrahlungen der Gestirne nutzen. (Englischer
Text und Uguns)
224.
(1)der Erde (Englischer
Text und Uguns)
(2) enden und (Englischer
Text)
227.
Ihre Haupteigenschaft ist ihre Elastizität. (Englischer Text und Uguns)
228.
der Elementargeister (Englischer Text)
229.
(1) Aber
dieses Bewusstsein wird erneuert werden. (Uguns)
(2) Doch die
Flamme deines Geistes verlischt nicht, im Gegenteil, sie wurde noch silberner.
Dein Geist kann Gott nicht tadeln, denn die Schönheit wird von dir so deutlich
gefühlt. Du hast dich in keiner Hinsicht geirrt. (Uguns)
230.
kräftig (Uguns)
231.
(1) Elementar- (englischer Text)
(2) Ich spüre,
wie die Lehre reiner Gedanken in das Volk eindringen kann. „Der Aussäer des Gedankens sammelt die Ernte ein“ muss man an
die Türen der Kooperative schreiben. Daher ist die alles sehende Kooperation
untrennbar mit der Mutter der Welt verbunden. (Englischer Text und Uguns)
234.
Niemals werden wir das russische Volk im
Stich lassen. Neue wunderschöne Seelen steigen auf die Erde nieder. Man muss
ihnen die Augen öffnen. Wie leicht saugen sie die geistige Nahrung auf! Freudig
helfen wir ihnen. Selbst ein unrechter Kopf ist bereit für die neueste Idee.
Nur der Mut der Heldentat! Der Geist
muss die Materie durchdringen bis zu einem brauchbaren Donnerschlag. Ich
verbürge mich für eine nie dagewesene Schönheit der Heldentat. Eine nie
dagewesene! Jede ist unwiederholbar und unbegrenzt.
Helft Mein Land zu erbauen! Man sollte
jeden Tag an den Weg der Heldentat erinnern.
In vollem Lauf eilt den neuen
Ereignissen entgegen. Scheut keine Arbeit. Wer abfällt, verurteilet sich selbst.
Denkt an das Werk, die Rollen werden dabei vergessen. Die Kleider des Lichts
warten. Wir bitten, geht ruhig und heiter. Damit vergrößert ihr Unsere
Möglichkeit.
Auf den Bergen werdet ihr den Geist des
russischen Herzens erkennen. Die über dem Brief vergossene Träne ist wertvoll.
Tatsächlich, wie soll man sie im Stich lassen? Arbeit kann man dem Volk
bringen.
Besser schlafen, als Zeit zu vergeuden.
Ich denke, wie einzigartig die vom Schicksal bestimmte Zeit ist. Ich sage den
Kriegern: Haltet heiter Wache. Die russischen Füße tragen weit. (Uguns)
237.
Ein Geheimer
Bruder hat den Neophyten im Verlauf von sieben Wochen unterrichtet. (Uguns)
238.
(1) Unsere Aschrams zeichnen sich durch Reinheit aus. (Englischer Text und Uguns)
(2) Viele von Uns, die eine sehr sensible Hülle besetzen, sind nicht in der
Lage, die Ausdünstungen der Welt zu ertragen. (Englischer Text und Uguns)
241.
Aber jetzt beschließen wir den Sieg auf
den Schlachtfeldern und in den Laboratorien der Wissenschaftler. Der Mensch
zuckt zusammen, wenn sich über ihm ein Schwert erhebt und eine Stimme schreit:
„Erwache!“
Die Zeit der Vorträge ist vorüber, nun
ist Arbeit in den Laboratorien vonnöten. Wissenschaftlich beweisen wir vieles.
Unser Erscheinen ist bedrohlich; die
Barrieren der Welt stürzen ein. Durch Feuer offenbare ich Meine Gesandten, denn
Ich führe Selbst! (Englischer Text und
Uguns)
242.
alles (Englischer
Text)
243.
und unabänderliche (Englischer
Text und Uguns)
244.
eigenen (Englischer
Text)
246.
(1) Natürlich
werdet ihr nach dem urteilen, was ihr seht. (Englischer Text und Uguns)
(2) Lasst uns über einen empfindlichen Apparat sprechen.
Stellt euch eine feine Nadel von
ungewöhnlicher Sensibilität vor, die auf alle Veränderungen in der Umgebung
reagiert. Die Nadel ist mit einem besonderen Apparat verbunden, der die
umgebenden Ströme anzeigt. Die Nadel vibriert bei allen Strömen, allen Tönen
und allen Darstellungen, und der anzeigende Apparat zeichnet alles Empfangene
auf. Seine Empfindlichkeit ist so hoch, dass sogar ein Gedanke registriert
wird.
Für die Genauigkeit der Arbeit ist
Beständigkeit der Umgebung unabdingbar. Ein überwiegender Strom erzeugt so
etwas wie Beständigkeit, das heißt, der Apparat passt sich dem Strom an. Wenn
man einen Strom durch einen anderen ersetzt, bleibt der Apparat oft sogar stehen,
vor allem, wenn die Ströme nicht harmonisch sind. (Englischer Text und Uguns)
261.
Heute
diskutieren wir das Muster auf der Waffe. (Englischer
Text und Uguns)
277.
stattdessen nehme ich alle Wirbelwinde an. (Englischer Text und Uguns)
289.
Urusvati kennt
dieses Bewusstsein von jungen Jahren an, denn sie hat es durch viele
Aufspeicherungen geschaffen. (Uguns)
296.
Oder ein über
eine Distanz geführtes Gespräch wird als Telegraph verstanden. (Uguns)
298.
Zeichnet zwei
sich kreuzende Pfeile und zwischen ihnen vier der gegebenen Bilder: eine Taube,
eine Säule, eine Sonne und einen Krieger. (Englischer
Text und Uguns)
299.
des Schicksals (Englischer Text)
300.
(1) über den Turmbau zu Babel (Englischer Text
und Uguns)
(2) Babylons (Englischer Text und Uguns)
301.
Der Lehrer,
der Lehrer, der Lehrer weist an, dass ihr besser an die Zukunft denken und
nicht das wiederholen solltet, was gestern gewesen ist. Das Gewebe der Aura
wird sehr in Mitleidenschaft gezogen.
Es kommt die Zeit, da die Unversehrtheit
der Aura sehr wichtig ist. Der Lehrer spürt, wie notwendig die Schilde der Aura
für euch sind. Sobald das Purpur der Absperrung[243]
von der scharlachroten Flamme verschlungen wird, ist der Kreis des
Mentalkörpers ungeschützt.
Mutig muss man alle Hindernisse
durchschreiten, ansonsten verwandelt sich der Weg des Aufstiegs in eine Luxustour.
Man kann leicht Magnetpfeile senden,
wenn sich der anziehende Gegenstand in einem Ruhezustand befindet. Die Wellen
der Oberfläche verwandeln das Wesen in einen Zustand des Chaos und das Gesandte
verliert die naheliegendste Richtung.
Es ist weise, mit der anstehenden Arbeit
zu beginnen. Weise muss man auf die Neuen warten, ich nehme an, dass sie kommen
werden. Vergessen wir nicht, an die Zukunft zu denken. (Uguns)
309.
des Altertums (Englischer
Text)
314.
(1) Trennungs- (Englischer
Text)
(2) Es muss gelingen, sich in tausend Tagen an die
Heimatlosigkeit zu gewöhnen. Groß ist das Gefühl der Flügel der Freiheit, wenn
der Sand die Spuren verweht. (Englischer
Text und Uguns)
345.
Wichtige Ergebnisse des Geistes helfen, sich aus den
Fesseln einer falschen Familie zu lösen. Besonders gefährlich ist die moderne
Familie, die sagt: „Handle wie alle!“ Wie viele der besten Kräfte gehen
verloren bei der Abwehr des Wurmes der Banalität. (Uguns, siehe aber auch §
346 am Ende)
Anmerkungen
*: Mit einem Stern sind erläuterungsbedürftige Namen
und Begriffe gekennzeichnet, die häufiger in der Lehre vorkommen und daher in
einem besonderen Glossar erklärt werden.
[1] Die Absätze 1 und 8 dieses zweiten Teils des
Vorwortes sind identisch mit GF 42
[2] In der Erstausgabe heißt es statt „Richtung“
„Verbesserung“ – wohl ein Druckfehler. Auch in GF 42 und im englischen Text heißt es „Richtung“
[3] Das russische Wort яства ist ein altes, biblisches Wort, das in der deutschen
Bibel mit „feine Speise“ (eines Königs) oder „fettes (im Sinne von schweres,
reichliches) Mahl“ übersetzt wird. Die Stelle steht in den Tagebüchern im
Anschluss an eine Vision, in der es um jemanden geht, der zu viel isst; daher
wurde vorliegend die Übersetzung „üppiges Mahl“ gewählt
[4] Die Stelle bezieht sich auf das wachsende Interesse
an Spiritismus in Europa
[5] Helena Roerich
II/2, 356, Brief vom 19.07.1937, kommentiert diese Stelle wie folgt: ”Berührt die Knoten des Schicksals
vorsichtig … und bedecken wir den Lauf des Karma mit dem Eis des Verstehens.”
Sie verstehen die Bedeutung dieser Worte nicht, aber mir erscheinen sie sehr
klar. Der bessere Teil unseres Wesens kann uns helfen, einen alten Schuldner
oder Gläubiger in unseren karmischen Begegnungen zu erkennen, und dann wird uns
unser Gefühlswissen zur Vorsicht mahnen und entsprechendes Handeln einflößen.
Doch gewiss, in den meisten Fällen berührt der Mensch gedankenlos seine
vergangenen vielfarbigen Verstrickungen und gibt sich erneut diesen oder jenen
Gefühlen hin, wodurch er sein altes Karma erschwert und in zahlreichen
Existenzen hinter sich herschleppt.
”Der Lauf des
Karma kann nur durch das Eis des Verstehens bedeckt werden”, oder mit anderen
Worten, seine Wirkung kann gemildert oder sogar ausgeschaltet werden. Das
erreichen wir durch die Umwandlung unseres inneren Wesens und durch die
Annäherung an die Hierarchie des Lichts. Wirklich, die Hierarchie des Lichts
hilft einem Schüler, die Begegnungen im Leben zu erkennen, damit er bei
karmischen Rückerinnerungen seine Gefühle beherrscht und sich entsprechend
verhält.
”Aber hütet
euch davor, diesen Schleier durch Unverstand oder durch Grausamkeit, was unter
Unserem Schild untersagt ist, zu zerstören.” Wenn uns der Höchste Hierarch die
Bedeutung unserer Begegnungen verständlich macht, wir aber unfähig sind, unsere
Gefühle zu beherrschen und ihnen freien Lauf lassen, das heißt, entweder durch
sinnloses Geben oder Selbstaufopferung oder durch Grausamkeit, so werden wir
uns selbst durch ein neues und noch schlimmeres Karma binden und so, vielleicht
für viele Zeitalter, des Vorrechts der Annäherung an die Großen Lehrer
berauben. Ein Mensch, der schwer mit Karma belastet ist, kann nicht zugelassen
werden. Es kann ihm beigestanden werden, aber Annäherung ist etwas ganz
anderes.
[6] Helena Roerich
II/1, 90; Brief vom 07.12.1935, kommentiert diese Stelle wie folgt:
Die Worte der
Lehre „Zu eurem Nutzen sage Ich, rufet öfter Meinen Namen”, deuten sicherlich
auf weise und herzliche Wiederholung hin, denn wie anders kann das Band mit dem
erwählten Lehrer gefestigt werden? Solche Wiederholung oder Erinnerung wird in
allen Lehren immer empfohlen, hingegen wird es abgelehnt, den Namen eitel
auszusprechen, d. h. wenn die Menschen bei unpassender Umgebung den heiligen
Namen in ihren Gesprächen unnütz aussprechen. Letzteres ist eine Gepflogenheit
von Anfängern oder gewöhnlich von jenen, die sich der Heiligkeit heiliger Dinge
gar nicht bewusst sind.
[7] Ein Hinweis zur Nummerierung der Paragraphen findet
sich am Ende des Buches nach § [358] (362)
[8] Gemeint ist der Hl. Franz von Assisi
[9] Gemeint ist die Hl. Theresa von Avila
[10] Pythagoras: (ca. 570 - 510 v.Chr.):
griechischer Philosoph, Mathematiker (Satz des Pythagoras) und
Naturwissenschaftler, Gründer der Schule der Pythagoräer
[11] Der Satz ist die Antwort auf eine Bemerkung von
Helena Roerich über eine Statue des Heiligen Rochus. Gemeint ist also: Der
Geist des Heiligen „belebt“ die Statue und wird so nicht vergessen
[12] Dorinossimo: Der Begriff stammt aus dem
Cherubikon (der Cherubischen Hymne) der Liturgie der orthodoxen Kirche und
meint dort sinngemäß die „Heerscharen“ der Engel, die bei Gott sind. Helena
Roerich erläutert (Brief vom November 1936 an D. L. Gartner, Briefe vom
23.04.1936 und vom 03.01.1947): Das Wort setzt sich zusammen aus dem
griechischen „Dori“ für „Speer“ und dem russischen
„носить“ für „tragen“, bedeutet also
„Speerträger“.
[13] Siehe zu diesem Paragraphen die Anmerkung in HR II/1, 193, 194, Brief vom 14.05.1936:
Stellen Sie sich vor, jemand fügte seinem Nächsten Leid zu und bereute sein
Verhalten, nachdem dieser Teure bereits in die andere Welt hinüberging. Da es
ihm nicht mehr möglich war, seine Schuld dem Geschädigten gegenüber zu tilgen,
kann er nichtsdestoweniger sein Karma durch ein freiwilliges Opfer für andere
Menschen verbessern, und wie es heißt, für „unbekannte Menschen“. Freilich,
Karma wird ihn zuweilen einholen und ihn seinem Opfer gegenüberstellen, aber
die Tilgung wird von einer höheren Qualität sein, weil durch das freiwillige
Opfer sein ganzes Wesen veredelt wurde.
[14] Feste: Das
russische Wort твердь meint eine feste
Grundlage oder Stütze für den Menschen. Es kommt in der Lehre auch mit Zusätzen
als „Erdfeste“ oder „Himmelsfeste“ vor
[15] Obolus: Geringwertige
Silbermünze im antiken Griechenland
[16] Donnerwetter: Nach
dem englischen Text ist gemeint: Liebe soll mit Strenge verbunden werden
(auch im Deutschen wird eine strenge Ermahnung gelegentlich als „Donnerwetter“
bezeichnet)
[17] Chiffre: Namenszeichen,
Kennzeichen, verborgenes Zeichen, Code
[18] Gleichnis vom
Reigen: siehe BGM I, 289
[19] Wahrscheinlich ist eine Berührung durch den Lehrer
gemeint
[20] Harmonie der Batterie: Aus dem Gesamtzusammenhang des Tagebucheintrags vom 26.08.1923
ergibt sich, dass Helena und Nikolaus Roerich nur gemeinsam als
harmonische Batterie die Kraft kontrollieren können
[21] Verkehr:
Das russische Wort общение (oder auch
сообщение oder
сношение) bedeutet nicht nur
„Verbindung“, sondern auch „Verkehr“ im Sinne von „Kommunikation“ oder
„Gespräch“. Gemeint ist eine Unterhaltung eines inkarnierten Menschen mit einem
Lehrer in der feinstofflichen Welt durch Übertragung von Gedanken, wie sie in
den Tagebüchern von Helena Roerich und den Büchern des Agni Yoga zum Ausdruck
kommt
[22] Dieser Satz ist in der Erstausgabe und im englischen
Text enthalten, fehlt in der Ausgabe von Uguns
[23] Stein: Es
könnte der Stein der Weisen gemeint sein. Im Agni Yoga wird auch ein bestimmter
geistiger Zustand als „Stein“ bezeichnet, siehe Herz 27
[24] Das Wort „Möglichkeiten“ fehlt in der Erstausgabe
– wohl ein Druckfehler
[25] In der Erstausgabe steht statt „zu ihm“ „es“
(in welchem Fall das Silber den Weg finden müsste) – wohl ein Druckfehler
[26] Ausschlagen:
Der Begriff wird für Pferde verwandt. Hier ist wohl gemeint: ohne andere
Menschen durch Gereiztheit abzustoßen oder zu verletzen, siehe die folgenden
Sätze
[27] Es könnten die Stufen der siebenjährigen Abschnitte
gemeint sein, in die sich das Lebens eines jeden Menschen teilt: Beim Übergang
in die nächste siebenjährige Periode erkennt man ein Wachstum des Geistes
[28] Der Buchstabe M verbunden mit drei Punkten, die ein
gleichseitiges Dreieck bilden, ist das Zeichen des Mahatmas Morya
[29] In der Erstausgabe heißt es umgekehrt: „Die
Krankheiten des Körpers sind ebenso ansteckend wie die des Geistes“ – wohl ein
Druckfehler
[30] Der Sinn könnte sein: Statt auf Wunder auf die Lehre vertrauen,
dann ist man geschützt. Im englischen Text lautet die Stelle: „Lernt es, ein Wunder durch die Lehre zu
verstehen, …“
[31] Die Wörter „des Unkrauts“ fehlen in der Erstausgabe
– wohl ein Druckfehler
[32] Gaurisankar: 7.143 m hoher Berg im Himalaja,
in Nepal, westlich des Mount Everest gelegen. Er gilt als der heiligste Berg
Nepals. Er wird gleichermaßen von Hindus und Buddhisten verehrt. Das Bergvolk
nennt ihn „Jomo Tseringma“, „Göttliche Mutter des langen Lebens“
[33] Jakobsleiter (Himmelsleiter):
Leiter, die auf der Erde steht und bis zum Himmel reicht, von Jakob in einer
Vision geschaut (1. Mos 28, 11 ff).
Esoterisch ein Symbol für die Hierarchie der Seelen
[34] (…) Weitere Textstellen finden sich am Ende des
Buches nach § [358] (362)
[35] Die Absätze 2, 3 und 4 dieses Paragraphen sind
identisch mit GF 33
[36] Die Wörter „die Freude“ fehlen in der Erstausgabe
– wohl ein Druckfehler. Auch in GF 33
sind die Wörter „die Freude“ enthalten
[37] Perturbation (lateinisch): Verwirrung,
Unordnung, Sturm, Umwälzung
[38] Der Paragraph ist identisch mit GF 37
[39] Der letzte Satz fehlt in GF 37
[40] Tafel: Die
Lehre benutzt hier das biblische Wort für die Gesetzestafeln Moses‘
[41] Siehe MB III, 114 ff: Das zukünftige Leben in
der Jenseitigen Welt hängt vom letzten Wunsch beim Tod ab. Die letzten Gedanken
spiegeln das Wesentliche des ganzen vergangenen irdischen Leben in großer
Klarheit wider und gestalten auch die zukünftige Existenz
[42] Laich: Von Schutzhüllen umgebene Eier von
Insekten, Schnecken, Fischen oder Amphibien, die im Wasser abgelegt werden
[43] „Stein“ ist hier wohl im Sinne von „Grundlage“
gemeint
[44] Der Spirale Verlag übersetzt nicht ganz
korrekt: „Die Lehre, wie man durchs Leben schreitet, wurde für jene enthüllt,
die den Himmel verwirklichen wollen.“
[45] Freesie: Botanischer Name Freesia. Blume aus
der Gattung der Schwertliliengewächse (Iridaceae), vor allem in Südafrika
verbreitet. Freesien werden ca. 40 cm hoch. Die angenehm duftenden Blüten gibt
es in den wunderbarsten Pastellfarben. Nach BGM I, 378 [443]
Lieblingsblume des Mahatma Morya
[46] Das russische Wort цвет steht
sowohl für „Farbe“ als auch für „Blume“. An mehreren Stellen in diesem
Paragraphen ist nicht klar, welche der beiden Bedeutungen gemeint ist
[47] Dreifuß der
Pythia: Sitz der Priesterin Pythia am Orakel von Delphi
[48] In der Erstausgabe heißt es statt „Kette“
„Netz“ – wohl ein Druckfehler
[49] Das Wort „Stufe“ fehlt in der Erstausgabe –
wohl ein Druckfehler
[50] Gemeint ist wohl: Wiederholungen können hilfreich
sein, z.B. das regelmäßige Anrufen des Meisters im Geist. Derartige Rituale
werden aber in der Kirche nicht mehr richtig angewandt, sie sind dort zu einem
Herunterbeten von Formeln degeneriert, deren Bedeutung unklar bleibt
[51] In der Erstausgabe heißt es statt „Zoll“
„Inches“: ein angelsächsisches Längenmaß, entspricht 2,54 cm. Das alte
Längenmaß Zoll ist eine Größe zwischen 2,3 und 3 cm
[52] Auch hier steht in der Erstausgabe statt
„Zoll“ „Inches“
[53] Jährlicher Gedenktag: Gemeint ist wohl der 24.
März, der traditionelle Tag der Erinnerung an den Mahatma M: Am Gedenktag,
dem 24. März, begann das Buch, und heute setzt ihr dieselbe Ziffer unter den
Schluss des ersten Bandes. In jedem Jahr sollt ihr euch an diesem Tag in Meinem
Namen versammeln. Das wird Mein Tag sein, der24. März, ein Tag großer
Ereignisse. Möge dieser Tag Mir geweiht sein. An diesem einen Tag versammelt
euch zum Ausruhen in Schweigen. Und vereint für längere Zeit eure Gedanken auf
Mich und Meine Brüder. Ich gebe euch Obdach, Ich gebe euch Kraft, Ich gebe euch
den wunderschönen Pfad. Ich habe gesprochen. (Helena Roerich, Tagebücher,
24.03.1923) Weitere Zitate zum Gedenktag in der Broschüre „Gedenktag 24.
März Heft 2“, siehe www.lebendige-ethik-schule.de/24.3.dt2.pdf
[54] Jonas:
Prophet, der ins Meer geworfen, von einem Fisch verschlungen und nach drei
Tagen wieder ans Land gespien wurde, siehe das Buch Jona des Alten Testaments
[55] Augustinus (13.11.354 – 28.08. 430): Bischof
in Nordafrika, Kirchenvater. Augustinus gehört zu den einflussreichsten
Kirchenlehrern und -politikern der katholischen Kirche. Der berühmte
Kirchenvater prägte das Denken des Mittelalters u.a. durch seine Schrift „De civitate
dei“ (Über den Gottesstaat), die Scholastik durch seine Kirchen- und
Sakramenten-Lehre und die Neuzeit durch sein Geschichts- und Freiheitsdenken.
[56] In der Erstausgabe heißt es statt „zwischen
Geist und Materie“ nur „der Materie“ – wohl ein Druckfehler
[57] der Gesegnete: Buddha
[58] Heiligenbilder: Möglicherweise sind die Lehrer
der Bruderschaft gemeint, siehe am Ende des Paragraphen
[59] Hermes
Trismegistos (griechisch „Hermes, der dreimal Größte“), 2. oder 3. Jhdt. n.
Chr.: Gesetzgeber und Verfasser heiliger Bücher über geheime Kenntnisse der
Alchemie, Heilkunde, Magie und Naturphilosophie, basierend auf ägyptischen,
orphischen und neuplatonischen Einflüssen. Auf den verloren gegangenen
„hermetischen“ Schriften basieren der „Corpus Hermeticum“ und die „Tabula
Smaragdina“, beides Sammlungen astrologischer und magischer Schriften
[60] Chiton:
Tunikaartiges Gewand im antiken Griechenland
[61] Sturz der Babylonischen Türme: Biblische
Geschichte (1. Mos 11, 1-9) über den Versuch, einen Turm zu bauen, der
bis in den Himmel reicht; Gott straft diese Selbstüberhebung, indem er die
bisher einheitliche in viele verschiedene Sprachen zersplittert, so dass die
Menschen einander nicht mehr verstehen können. In dem Paragraphen geht es
darum, die Sprachverwirrung durch einfache Worte wieder zu überwinden
[62] Zitat aus der Bibel: Mt 13, 43
[63] In der Erstausgabe heißt es statt „angefüllt“
„angespannt“, wie hier Uguns und der englische Text
[64] Möglicherweise ist die Venus gemeint, die 1924 der
Erde besonders nahekam und von der ein positiver Einfluss auf die Menschheit
ausgeht, siehe sogleich § 138
[65] In verschiedenen Ausgaben heißt es teils „Svati“,
teils „Urusvati“. In einem Brief vom 17.01.1936 an Zilbersdorf bestätigt Helena
Roerich, dass „Urusvati“ richtig ist
[66] Der Stern der Mutter der Welt ist die Venus, siehe HR I/3, 24; Brief vom 11.01.1935: Der Stern der Mutter der Welt ist der Planet
Venus. Im Jahr 1924 kam dieser
Planet für eine kurze Zeit ungewöhnlich nahe an die Erde heran. Seine Strahlen
ergossen sich auf die Erde und schufen viele neue mächtige und heilige
Verbindungen, die große Ergebnisse zeitigen werden. Viele Frauenbewegungen wurden
durch diese mächtigen Strahlen ins Leben gerufen.
[67] Gemeint wohl in dem Sinn: Wegen der
Nichtübereinstimmung der kirchlichen Dogmen mit der Wirklichkeit sind die
Priester immer wieder gezwungen, zu lügen
[68] Andere, nicht ganz korrekte Übersetzung: „Nur wenn
vom Grashalm bis zum Christus eine Linie gezogen würde, …“. In beiden Fällen
geht es um die hierarchische Linie, einmal aufsteigend vom Grashalm zum
Christus, einmal absteigend vom Christus zum Grashalm. Der Abstieg zu den
niedrigeren und der Aufstieg zu den höheren Stufen zeigt, was zu tun ist
[69] Nach dem englischen Text ist gemeint: wäre das
ganze Ausmaß der Aufgaben abgedeckt
[70] Maria Magdalena: Biblische Gestalt, Jüngerin
Jesu und Zeugin der Auferstehung
[71] Möglicherweise ist „Preis des Räubers“ eine
Anspielung auf Barabbas, den das jüdische Volk statt Christi freigab, siehe Mt 27, 17 ff
[72] Der Paragraph ist identisch mit GF 32
[73] Gemeint wohl: in das Jenseits mitnehmen
[74] In GF 32
heißt es statt „der Arbeit“ „des Geistes“
[75] Die Walküre: Oper von Richard Wagner, zweiter
Teil des Zyklus „Der Ring des Nibelungen“
[76] Siehe zu dieser Stelle Helena Roerich, Brief vom 13.11.1948: Der weltweite Aufbau beruht
auf Rhythmus und Wiederholung. Nur durch ständige Wiederholung kann man sich
die Grundlagen aneignen und auf dieser festen Basis weiter voranschreiten
[77] Fühler:
Gemeint sind wohl die Wurzeln der Pflanzen, siehe unten BGM II, 159
[78] Eine sehr wichtige Stelle, die zeigt, dass die
Nutzung von Pflanzen – anders als die von Tieren – kein Töten ist
[79] Gemeint ist wohl: wenn die Lebenskraft groß genug
ist; so der englische Text
[80] Chorasan:
Gebiet im Nordosten Persiens, weitgehend mit dem antiken Baktrien identisch
[81] Druiden: Keltische Priester, vor allem in
Gallien und auf den britischen Inseln
[82] Helena Roerich,
Brief vom 21.06.1952, kommentiert diese Stelle wie folgt: Es geht um einen
neuen, einstweilen unsichtbaren Planeten, dessen mächtige Ausstrahlungen auf
die Erde und den Mond positiv einwirken; siehe auch FW II, 92
[83] Bei Uguns und im englischen Text ist dieser
Satz als Frage formuliert: „Wer bringt eine Prise des alten Wissens?“
[84] Allahabad (altindisch „Stadt Gottes“): Stadt
in Nordindien, am Zusammenfluss von Yamuna und Ganges, im Bundesstaat Uttar
Pradesch
[85] Sarnath: Ruinenstätte im indischen Bundesstaat
Uttar Pradesh nahe Benares. Nach seiner Erleuchtung hielt Buddha hier vor einer
Gruppe von fünf Asketen, seinen früheren Gefährten, seine erste Lehrrede
[86] Gaya (auch Bodhgaya oder Uruvela): Indischer
Ort in der Nähe von Benares. Hier erlangte Buddha unter einem heiligen Baum die
Erleuchtung. Die Ortsnamen belegen, dass Jesus in Indien war
[87] Die Szene mit Jesus, Morya und den drei Zeichnungen
ist wiedergegeben auf dem berühmten Gemälde „Die Zeichen Christi“ von Nikolaus
Roerich. Der Blütenstempel könnte ein Symbol für Befruchtung sein. Dann könnten
die Zeichnungen bedeuten, dass die Arbeit auf der Erde mit menschlichen Händen
und Füßen vom Geist befruchtet werden muss
[88] Zur Bedeutung dieser Handlung siehe AY 467
[89] Äolus:
Gestalt der griechischen Mythologie, Herrscher über die Winde. Daher Äolsharfe: Instrument, das durch Wind
zum Klingen gebracht wird
[90] Anspielung auf die Gestalt des Atlas, Titan der
griechischen Mythologie, der das Himmelsgewölbe am westlichsten Punkt der
damals bekannten Welt stützte („Atlasgebirge“)
[91] Piroggen: Gefüllte
Teigtasche, in der osteuropäischen Küche verbreitet
[92] Gemeint ist ein besonderer Strahl, der negative
Gedanken reinigt, siehe die folgenden Sätze
[93] Auftürmung ist ein Ausdruck der Lehre für
negative Aufspeicherungen oder Ansammlungen, siehe zum Beispiel AUM 598:
Auftürmungen sind nichts anderes als Abfallhaufen. Irgendwann wird man sie
wegräumen müssen.
[94] Olymp: Höchster Berg Griechenlands, nach der
griechischen Mythologie der Sitz der Götter
[95] Fühler der
Pflanzen: Gemeint sind wohl die Wurzeln der Pflanzen
[96] Naturovaloris: Konzentrierter Vorrat an Prana.
„Nadelbäume speichern wie elektrische Apparate Lebenskräfte, einen
konzentrierten Vorrat an Prana oder Naturovaloris“ (HR I/2, 30; Brief vom
28.08.1931).
[97] Walhalla: Himmel der Germanen
[98] An manchen Stellen der Lehre ist im russischen
Originaltext ausdrücklich von „Astralkörper“ oder „Astralwelt“ die Rede, an
anderen steht nur „Astral“; im letzteren Fall muss aus dem Zusammenhang
erschlossen werden, welcher der beiden Begriffe der passende ist
[99] In der Ausgabe von Uguns heißt es statt „die“
„Unsere“
[100] Gemeint im Sinne von § 161, 1. Absatz: Die Materie
schützt sich raffiniert
[101] In der Erstausgabe heißt es statt
„unharmonisch“ „ein Analphabet“, wohl ein Druckfehler; wie hier Uguns
und der englische Text
[102] Zitat aus der Bibel: Mt 25, 13
[103] Zitat aus der Bibel: Mt 27, 46
[104] Siehe zu diesem Satz die Anmerkung in HR II/2, 408, 409, Brief vom 23.10.1937:
Teros ist gleichzusetzen mit Geist,
Bewegung oder Licht. Tamas ist synonym mit Materie, Trägheit, Nichterkenntnis.
Das Leben des Kosmos setzt sich zusammen aus dem Gleichgewicht dieser beiden
Elemente. Das Vorherrschen in der Natur oder im menschlichen Wesen von einem
dieser beiden Elemente führt zur Zersetzung und schließlich zur Vernichtung. Im
gesamten Leben kann wahrgenommen werden, dass das Gleichgewicht dieser beiden
Elemente unerlässlich ist. So können wir heute im Leben ganzer Länder und
Völker klar erkennen, wohin das gestörte Gleichgewicht führt. Die Menschen
meinen, auf verschiedene Art vorangekommen zu sein und verweisen mit Stolz auf
ihre technischen Errungenschaften. Aber im Wissen geistiger und ethischer
Grundlagen sind sie dagegen sehr wenig vorangekommen. Der Mensch hat sich in
Arten und Mitteln des Brudermordes perfektioniert, doch die Fähigkeit, über die
Grundlagen des Seins nachzudenken, büßte er ein. Diese Fragen, die das Leben
verbessern könnten, bleiben in der Tat unbeachtet. Versuchen Sie, die Welt
insgesamt zu fragen, so werden Sie ein schmähliches Schauspiel erleben. Nur
eine Minderheit wird ein wenig Streben zu oben erwähnten Grundlagen bekunden,
und selbst diese Minderheit wird zaghaft flüstern über die Feinstoffliche Welt,
über die Fortsetzung des Lebens nach dem Tod, über Karma und die Bedeutung der
Gedanken. Die Beschleunigung mechanischer Entdeckungen führt nicht zur
Gedankenkonzentration. Würden wir die Geschichte des Wissens über diese
Grundlagen schreiben, sie würde klar die Unbeweglichkeit des Bewusstseins
verdeutlichen. Will daher die Menschheit gedeihen, sollte sie über die
Grundlagen nachdenken und die Tätigkeiten von Teros, selbst auf Kosten jener
von Tamas, schnellstens verstärken, denn anders ist es unmöglich, das verlorene
Gleichgewicht wieder herzustellen.
Und so verlangt Selbstvervollkommnung
das Gleichgewicht dieser zwei Prinzipien in uns – Teros und Tamas. Alle Lehren
des Altertums sprechen übereinstimmend vom Goldenen Mittelweg, über die
Harmonie, die als Gleichgewicht zwischen Geist und Materie zu verstehen ist. So
sollten Teros und Tamas wie Brüder arbeiten.
[105] Absatz 8 dieses Paragraphen ist identisch mit GF 35
[106] Möglicherweise ist die Offenbarung der Neuen Welt
gemeint, welche die Maulwürfe (die Finsteren) durch Graben einer Grube verhindern
wollen, in diesem Sinne auch der englische Text
[107] Die Absätze 1 bis 4 dieses Paragraphen sind identisch
mit GF 55
[108] Gemeint ist möglicherweise, auch im übertragenen
Sinne: Schafft euch ein Gewand, das euch nicht einengt. Der englische Text
übersetzt: „Sät weiter als weit.“
[109] In der Ausgabe von Uguns heißt es statt „ein Fließen“
„das Gefühl eines Ausfließens“
[110] In der Ausgabe von Uguns und im englischen
Text heißt es statt „eine weltweite Botschaft“ „einen weltweiten Beschluss“
[111] Es ist nicht ganz klar, ob der physische Körper oder
der verdichtete Astralkörper* gemeint ist
[112] Im Sinne von: in unzählbarem Umfang
[113] Siehe hierzu HR
II/2, 377, Brief vom 16.08.1937: „Und der zeitlos wirkende Geist kann die
vierzehnte Gradation des Gehörsinns erreichen” bedeutet den höchstverfeinerten
Grad in der Gradation der Töne, für unser derzeitiges physisches Gehör fast
unerreichbar. Es kann jedoch sogar vierundzwanzig solcher Abstufungen geben. So
sind die Ohren der Inder für eine weit größere Tonskala aufnahmefähig als die
Ohren der Europäer
[114] Man könnte an den Schwanz (die Schleppe) eines Pfauen
denken, der sich entfaltet, und im übertragenen Sinne an die menschlichen
Eigenschaften
[115] Die Stelle ist ironisch gemeint: Die Menschen denken,
sie könnten Christus bestechen, damit er ihnen gegen Entgelt (Spenden einer
Kerze) Erlösung von ihren Sünden verschafft. Siehe hierzu Helena Roerich:
Und worin besteht die größte Sünde der Kirche? Sie besteht darin, dass sie
durch Jahrhunderte ihren Anhängern das Gefühl der Verantwortungslosigkeit
einpflanzte. Von Kindheit an ist den Menschen beigebracht worden, dass eine
Person das größte Verbrechen begehen kann, solange sie nachher beichtet und der
Priester sie durch Vergebung von jeder Last befreit. Dieser Prozess des
Sündennachlasses gegen Gebühr kann weitergehen; vielleicht wird der Schüler nur
noch höhere und immer höhere Gebühren zu entrichten haben. Warum nicht
sündigen, wenn Vergebung mit Münzen erlangt werden kann? Wie viele Kirchen
wurden auf den Tränen von Waisen gegründet und gebaut! Woher ist das Geld für
die Errichtung der großen Kathedralen oft gekommen? Wie viele Kerzen sind vor
den Heiligen Bildnissen von Verräterhänden angezündet und aufgestellt worden?!
Wahrlich, es ist gesagt: ”Groß wäre die Bestechlichkeit Christi, wäre er
bereit, Verrat für eine Kerze zu bemänteln! Solche Kerzen sind Abscheulichkeiten.
Christus bedarf solcher Verehrung nicht; besudeln diese Kerzen nicht die
heiligen Messgewänder?” (HR I/2, 202, 203; Brief vom 12.09.1934)
[116] Urdar (Urdarbrunnr, nordisch Urd–Brunnen): In
der germanischen Mythologie („Edda“) Quelle, die unter den Wurzeln des
Weltbaumes Yggdrasil entspringt
[117] Sonnenschlange, Sonnengeflecht oder
Solarplexus: eines der 7 Hauptzentren oder Chakras
[118] Statt mit „Verzweiflung“ könnte auch mit
„Verwegenheit“ übersetzt werden; wie hier der englische Text
[119] Alatyr: In
der altrussischen Mythologie ein Stein, der vom Himmel gefallen ist und
heilende und sakrale Eigenschaften besitzt. Im übertragenen Sinn Symbol für die
höhere, geistige Energie, die auf den Menschen entsprechend seinem geistigen
Niveau wirkt
[120] Gemeint ist, dass unser gegenwärtiger Charakter in weitem
Maß von einer unserer früheren Inkarnationen bestimmt wird. In dem betreffenden
Tagebucheintrag vom 21.06.1924 wird darauf hingewiesen, dass Helena Roerich
ihren Sohn Jurij besser verstehen kann, wenn sie weiß, dass er in einem
früheren Leben Tamerlan (Timur, Timur Leng) und ziemlich grob gewesen ist
[121] Lunares Leben:
Laut Geheimlehre haben die heutigen menschlichen Monaden ihren Zyklus als Tiere
auf dem Mond verbracht, siehe Heft 4 „Das Evolutionsgesetz“ der „Einführung in
Agni Yoga“, www.lebendige–ethik–schule.de/hefte.htm. Siehe zu diesem Satz HR II/2, 377, Brief vom 16.08.1937: Damit ist das halbbewusste Leben
gemeint, das die meisten Menschen führen. Bis auf einige Ausnahmen kam die
Menschheit vom Mond auf unseren Planeten; und jetzt ist es für die Menschen an
der Zeit, ihre Evolution zu beschleunigen, aber leider haben sich bislang die
meisten vom Mondzustand nicht weit entfernt
[122] Die Absätze 1, 2, 4, 5 und 7 dieses Paragraphen sind
identisch mit GF 57
[123] Kaftan: einfaches, vorne offenes, weites
orientalisches Obergewand, gelangte auch in den Balkan, nach Russland und nach
Polen
[124] Siehe hierzu HR
II/2, 377, Brief vom 16.08.1937: Es gibt keinen Zweifel darüber, dass, wer
immer den Feinden des Großen Lehrers zulächelt, sei es aus Furcht oder des
Vorteils willen, sich selbst verdammt, weil solch ein Lächeln sich leicht in
eine Grimasse des Schreckens verwandeln kann
[125] Pud:
Russisches Gewichtsmaß, entspricht 16 kg
[126] Gesegneter: Buddha
[128] Gemeint ist der feinstoffliche Körper, so auch der englische
Text
[129] Berg Morya: In
der Bibel „Berg Morija“: Berg in Jerusalem, auf dem der Tempel Salomos gebaut
wurde, wo Gott David erschienen war (2.
Chr 3, 1) und wo Abraham Isaak opfern wollte (1. Mose 22, 2)
[130] Salomon: Weiser König Israels, Sohn Davids,
Erbauer des Tempels in Jerusalem
[131] Synedrion: Hoher Rat der Juden in Jerusalem,
in römischer Zeit bis zu seiner Auflösung 425 n. Chr. höchste politische,
religiöse und gerichtliche Behörde des Judentum
[132] Surrogat:
Ersatz
[133] Im russischen Original heißt statt
„überwältigen“ „annehmen“. Wie hier der englische Text, der
möglicherweise von Helena Roerich selbst korrigiert wurde
[134] Das Wort „Seine“ bezieht sich auf eine Person, wohl
auf den Lehrer, der das Opfer lehrt
[135] Es geht in diesem Anschnitt wohl um die verschiedenen
Grade des Hellsehen und Hellhören mit Hilfe der geöffneten Zentren
[136] Gemeint könnte sein: Unter geistigen Menschen, z. B.
Mönchen, gibt es eine Tendenz, die materielle Welt geringzuschätzen, wodurch
ihre Schönheit verkannt wird
[137] Die Wörter „der Schönheit“ fehlen in der Erstausgabe
– wohl ein Druckfehler; wie hier auch Uguns und er englische Text
[138] heilige Sprache: Gemeint ist wohl Senzar, die
geheime Mysteriensprache der Adepten, siehe Buch Agni Yoga, Vorwort
[139] Der englische Text übersetzt: Wenn ihr das
Leben als ein wunderbares Märchen empfindet, …
[140] Der englische Text übersetzt: Mit dem Strahl
kommt eine entsprechende Möglichkeit, …
[141] Helena Roerich
II/1, 90, 91; Brief vom 07.12.1935, kommentiert diese Stelle wie folgt:
4. „Für
kosmische Fristen werden die offenbarten Gefäße verwendet …“, und die Antwort
heißt: Das ganze Leben gestaltet sich nach kosmischen Fristen. Diese sind
gekennzeichnet durch das Zusammenfallen des reifen Karmas eines bestimmten
Volkes oder bestimmter Völker, mit bestimmten Gestirnskonstellationen, aus
denen sich im geschichtlichen Verlauf von Menschen, Völkern oder im Leben des
Planeten neue Wendepunkte ergeben.
5. „Welche
Gefäße”? Antwort: In allen Lehren wird der Mensch mit einem Gefäß verglichen,
das das Göttliche Feuer birgt. Für die Erfüllung eines bestimmten Auftrags
innerhalb der kosmischen Fristen werden die Diener des Lichts – oder wie sie
manchmal genannt werden – „die erwählten Gefäße“ auf die Erde gesandt, nachdem
sie Tausende Jahre geprüft wurden. Man wählt Mitarbeiter, die durch Karma
zugeführt werden; erweisen sich diese aber als unwürdig oder schädlich für das
Werk, so werden sie durch andere ersetzt. Allerdings schafft eine längere
Zusammenarbeit eine bestimmte okkulte Bindung, die ohne schmerzliche Folgen für
beide Teile nicht aufgegeben werden kann. In solchen Fällen ist für den Ersatz
des Mitarbeiters die Intervention des Lehrers erforderlich. Die erwählten
älteren Mitarbeiter (oder die „offenbarten Gefäße“) können an den Lehrer
appellieren und ihn bitten, sie von den Einwirkungen der Aura der Scheidenden
zu befreien.
[142] Gehenna:
(griechisch/hebräisch): Name eines Tals bei Jerusalem, das als Ort heidnischer
Götzendienste verrufen war. Deshalb verstand man unter Gehenna im Judentum der
ersten nachchristlichen Jahrhunderte den Eingang zur Hölle bzw. diese selbst
[143] Siehe zu dieser Stelle HR II/1, 91; Brief vom 07.12.1935: „Lasst uns das Thema Lebensfähigkeit der Fristen und die Spiegel der
Zukunft beschließen …” Die Antwort ist: Was vorher über die kosmischen Fristen
gesagt wurde, erklärt auch ihre Lebensfähigkeit. Was die Spiegel betrifft,
bezieht sich das Gesagte auf die Prognose der Zukunft auf der Basis der
bestehenden Frist. Und diese Spiegel oder Visionen, die durch einen besonderen
Prozess auf einer polierten Metalloberfläche hervorgerufen werden, sind von Anfang
an echt; und dies insofern, als der Geist dessen, der mit dieser Prognose in
Zusammenhang steht, in seinem Streben fest und unerschütterlich ist. Schwankt
er aber, so wird sich der Spiegel der Zukunft in Übereinstimmung mit diesen
Schwankungen des Geistes verändern. Aus diesem Grunde treten alle Lehren für
Standhaftigkeit und Festigkeit des Geistes ein. Nur im Besitz solcher
Festigkeit kann man aufbauen und auf allen Pfaden geschützt sein. Der Strahl
kann nur den beschützen, der dem aufgezeigten Licht unbeirrbar folgt und sich
nicht von ihm entfernt. Deshalb werden für kosmische Fristen nur jene „Gefäße“
erwählt und entsandt, die in der Standhaftigkeit der Bestrebungen gründlich
geprüft werden.
[144] Der Paragraph ist identisch mit GF 49
[145] In GF 49
heißt es statt „der Bruderschaft“ „des Aufbaus“
[146] Zu dem Kanon „Mit deinem Gott“ siehe auch die
ausführlichen Erläuterungen von Helena
Roerich in Briefe II/2, 546–549,
Brief vom 26.01.1939
[147] Der Paragraph ist identisch mit GF 58, 3. Absatz
[148] Fuß: Englisches Längenmaß
[149] Die Wörter „kann man vorankommen“ fehlen in der
Erstausgabe – wohl ein Druckfehler
[150] In der Erstausgabe steht lediglich: „Okkult
betrachtet ist der erste Augenblick wichtiger als die Wiederholung“, wie hier Uguns
und der englische Text
[151] Kali: Im Glauben der Hindus Göttin des Todes,
Gattin Shivas, Zerstörerin des Lebens
[152] Isis: Göttin der ägyptischen Mythologie. Sie
stand für die königliche Macht, die sie als Gemahlin des Osiris aufgenommen und
als Mutter des Horus wieder hervorgebracht hatte. Sie konnte so Dies– und
Jenseits mit einander verbinden. Sie war gleichzeitig Mutter–, Frauen–,
Geburts– und Totengöttin. Als Schutzgöttin der Toten wird sie mit
ausgebreiteten Flügeln dargestellt, welche an den Sargwänden dargestellt waren
und Schutz bieten sollten. Zum Mythos von Isis und Osiris siehe die Anmerkung
zu Herz 470
[153] Ischtar: Babylonisch–akkadische Göttin der
Liebe, des Kampfes und des Planeten Venus. Ihr Kult wurde insbesondere von den
Herrschern des Großreichs von Akkad gefördert. Im Laufe des 2. Jahrtausends v.
Chr. wurde sie dem Typ der Muttergottheit angenähert. Die Griechen setzten sie
später mit Aphrodite gleich
[154] In der Erstausgabe steht dieser Satz am Beginn
des folgenden § 221
[155] In der Erstausgabe steht hier der letzte Satz
von § 220, siehe die vorherige Fußnote
[156] Schwer verständliche Stelle: Nach dem englischen
Text würden sich desinfizierende Strahlen in Lichtstrahlen verwandeln. Der
Sinn könnte sein: Die Strahlen, die von Oben der Erde gesandt werden, müssen
zunächst der Heilung und können erst nach der Genesung der Erleuchtung dienen
[157] Legende von Lot: Siehe 1. Mos 19: Lot und seine Familie entgehen, von zwei Engeln gewarnt,
dem Untergang Sodoms. Sie werden angewiesen, sich nicht umzudrehen. Als Lots
Frau dieses Verbot missachtet, erstarrt sie zur Salzsäule
[158] In der Erstausgabe steht statt „Urusvati sich“
„ihr euch“
[159] Elementargeister oder Elementale:
Elementarwesen, Geschöpfe, die sich in den vier Elementen – Erde, Luft, Feuer
und Wasser – entwickelt haben. Sie sind niedere unsichtbare Wesen, die sich in
niederen Schichten der irdischen Atmosphäre befinden. Volkstümlich auch Gnomen,
Sylphen, Salamander und Nixen genannt. Siehe auch BGM II, 228, 231; Gem 26;
FW I, 428
[160] Adonai (hebräisch „mein Herr“): Bezeichnung
für Gott im Alten Testament
[161] Der Spirale Verlag übersetzt hier und im
weiteren Verlauf des § statt mit “Wellen“ mit „Schwingungen“
[162] Hier beginnt bei Uguns und in der englischen Ausgabe
ein neuer Paragraph mit der Nummer 232, während in der russischen Erstausgabe
und in der Ausgabe des Spirale Verlages die folgenden Absätze noch Teil von §
231 sind. Entsprechend verschiebt sich die Nummerierung der folgenden
Paragraphen
[163] Der 1. Absatz dieses Paragraphen ist identisch mit GF 40
[164] Siehe zu diesen vier Steinen auch AY 570
[165] Krieger des Heiligen Grals (Gralsritter): Der
Heilige Gral wird der Sage nach als sakrales Gefäß verstanden, in dem Josef von
Arimathia (Mt 27, 57–69) das Blut
Jesu aufgefangen haben soll. Nach dem Tod des Josef von Arimathia soll der Gral
durch Engel an einen geheimen Ort gebracht worden sein, der nur wenigen
Auserwählten zugänglich ist. Dieser geheime Ort werde von Gralsrittern bewacht.
Das legendäre Motiv wurde später von Wolfram von Eschenbach („Parzival“) weiter
ausgestaltet
[166] Siehe die Bibel: Das einsame Gebet Jesu im Garten
Gethsemane lautete: „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch
nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ (Luk 22,42)
[167] Ausgleich: Gemeint im Sinne von Vergeltung,
Belohnung, Entschädigung
[168] Fall Alexandrias: In der Antike zweitgrößte
Stadt nach Rom. Mit dem Fall sind möglicherweise die oft gewalttätigen
Streitigkeiten zwischen Christen und anderen Glaubensrichtungen gemeint, die um
415 in der Ermordung der neuplatonischen Philosophin Hypathia gipfelten
[169] siehe die Bibel: „Wer das Schwert erhebt, der soll
durch das Schwert umkommen.“ (Mt 26, 53)
[170] Das Wort „Verständnis“ fehlt in der Erstausgabe –
wohl ein Druckfehler; wie hier auch der englische Text
[171] Konfuzius: (551-479 v. Chr.): bedeutender
chinesischer Philosoph, lehrte eine Ordnung der Familie und des Staates
basierend auf Moral, Menschlichkeit und den Kardinaltugenden. Seine Lehre
prägte die Philosophie, Staats- und Soziallehre Chinas und beeinflusste über
Jahrhunderte Politik und Moral des Landes
[172] Stylit:
Säulensteher, „Säulenheiliger“. Siehe z. B. den Heiligen Simeon, den Styliten,
der viele Jahre lang auf einer Säule lebte. Im übertragenen Sinne geht es hier
also um übertriebene asketische Übungen
[173] Vgl. zu dieser Stelle auch Helena Roerich, Die Grundlagen des Buddhismus, S. 32, 33: Das
ganze Leben in der Gemeinschaft war strenger Disziplin unterworfen; die
Grundlage der Lehre Buddhas war eiserne Selbstdisziplin, um unkontrollierte
Gefühle und Gedanken zu zügeln und einen unbeugsamen Willen zu entwickeln. Erst
wenn der Schüler seine Gefühle beherrschte, hob der Lehrer ein wenig den
Schleier und teilte ihm eine Aufgabe zu. Erst dann wurde der Schüler allmählich
in die Tiefe des Wissens eingeführt. Aus solchen Menschen, die diszipliniert
und durch strengen Verzicht auf alles Persönliche geübt und daher stark und
furchtlos waren, wollte Gotama Buddha Arbeiter für das Allgemeinwohl, Schöpfer
des menschlichen Bewusstseins und Vorläufer der Weltgemeinschaft machen.
[174] Janus: Römischer Gott des Anfangs und des
Endes, doppelgesichtig nach vorne und nach hinten blickend dargestellt
[175] Friedenszweig:
Siehe die biblische Geschichte von Noah, der das Ende der Sintflut daran
erkannte, dass die von ihm ausgesandte Taube mit einem Olivenzweig zurückkam, 1. Mos 8, 11. Seither ist der
Olivenzweig ein Symbol des Friedens, der Versöhnung zwischen Gott und den
Menschen
[176] sitzen: Wohl im Sinne von spiritistischer
Sitzung, Séance gemeint: Teile der Lehre wurden bei derartigen Sitzungen
übermittelt
[177] In der Erstausgabe ist „wir“ groß geschrieben,
so dass die Bruderschaft gemeint wäre; wie hier der englische Text
[178] In der Erstausgabe ist „uns“ groß geschrieben,
so dass die Bruderschaft gemeint wäre; wie hier der englische Text
[179] Zitat aus der Bibel: Mt 25, 13
[180] Der § ist identisch mit GF 51, 1. Absatz
[181] Der 1. Absatz dieses Paragraphen ist identisch mit GF 52
[182] Der 2. und 5. Absatz dieses Paragraphen sind
identisch mit GF 51, 2. und 3. Absatz
[183] Devadata: Schüler und Verwandter Buddhas. Als
Devadata Buddha aufforderte, in den Ruhestand zu treten und ihm die Leitung des
Ordens zu übergeben, lehnte Buddha strikt ab. Devadata verübte drei vergebliche
Mordversuche an Buddha und verließ schließlich den Orden mit einigen Anhängern,
womit er die erste Spaltung der buddhistischen Gemeinschaft herbeiführte
[184] Uschas: Hinduistische Göttinnen der
Morgendämmerung
[185] Federgras: Wildes Steppengras mit schmalen
Blättern, auch Pfriemen- oder Reihergras genannt
[186] Baum Elgario: In der mongolischen Sage ein
legendärer Baum aus dem heiligen Land, in dem Ghesar–Chan herrschte
[187] In der Erstausgabe seht statt „Timur“ „ein
Feldherr“, wie hier Uguns und der englische Text
[188] Der englische Text übersetzt: „Wenn der Umfang
eines Projektes zunimmt, …“
[189] Die Absätze 2, 3 und 4 dieses Paragraphen sind
identisch mit GF 54, Absätze 1, 2 und
3
[190] Der Paragraph ist identisch mit GF 54, 4. Absatz
[191] Der 1. Absatz dieses Paragraphen ist identisch mit GF 54, 5. Absatz
[192] Die Absätze 1 und 2 dieses Paragraphen sind identisch
mit GF 36, 1. und 2. Absatz
[193] Gemeint ist: Wenn das Geld sogleich in Waren
zurückgetauscht wird
[194] Linie: Nach dem englischen Text ist der
Umriss eines magischen Zirkels gemeint
[195] Nach dem englischen Text ist gemeint: als das
Pferd sterben zu lassen
[196] Gemeint ist: Besser einen Tadel erhalten als ein
süßliches (falsches) Lob
[197] Siehe zu dieser Stelle HR II/2, 413, 414; Brief vom (01.09.? 23. 04.?) 1937: Die von Medien
und Schwarzmagiern vollführten Phänomene, die mit den atmosphärischen und
anderen Bedingungen nicht in Einklang stehen, rufen oft durch die gewaltsame
Entziehung von Energien und ihren Verbindungen aus dem Raum eine Reaktion
hervor, die in ihrer zerstörerischen Kraft mit einer Explosion verglichen
werden kann. Diese Gewalttätigkeit verursacht, wie gesagt, die hasserfüllte Atmosphäre
aufgewühlter Elektronen.
[198] Saulus: Name des Apostels Paulus vor seiner
Bekehrung. Nach der Überlieferung des Neuen Testaments (Apostelgeschichte,
Galaterbrief) wurde der ursprüngliche Christenverfolger in einer Offenbarung
von Jesus Christus angesprochen und so zu seinem Anhänger
[199] Jahrestag: Die Botschaft wurde am 24. März 1925
übergeben, es geht also um den traditionellen Gedenktag für den Mahatma M:
Weitere Zitate zum Gedenktag in der Broschüre
„Gedenktag 24. März Heft 2“, siehe www.lebendige-ethik-schule.de/24.3.dt2.pdf
[200] In der Erstausgabe ist „wir“ groß geschrieben,
so dass die Bruderschaft gemeint wäre. Dasselbe würde dann wohl auch für das
„wir“ im nächsten Satz gelten
[201] Absatz 3 dieses Paragraphen ist identisch mit GF 36, 3. Absatz
[202] Paroxysmus: Anfallartige
Steigerung bestehender Beschwerden
[203] In der Erstausgabe steht statt
„Gemeindemitglied“ „Kommunist“, das wurde offenbar später geändert; wie hier Uguns
und der englische Text
[204] Der 2. Absatz dieses Paragraphen ist identisch mit GF 77, 4. Absatz
[205] Die Absätze 1 und 2 dieses Paragraphen sind identisch
mit GF 50, wo allerdings statt
„Unser“ „Führer“ steht
[206] Krieger und Sammler: Im englischen Text
heißt es „Krieger und Erbauer“, bei GF 50 „Erbauer und Sammler“ und der Spirale-Verlag
übersetzt mit „Krieger und Lebenserneuerer“
[207] Die Absätze 1 bis 10 dieses Paragraphen sind
identisch mit GF 61
[208] In der Erstausgabe ist „unser“ groß
geschrieben, so dass die Bruderschaft gemeint wäre. In GF 61 und im englischen Text ist „unser“ klein
geschrieben
[209] Die Absätze 1, 3 und 4 dieses Paragraphen sind
identisch mit GF 62
[210] Der englische Text übersetzt: „Diejenigen, die
ein reines Leben führen“
[211] Strumpfband: Eine ironische Anspielung auf den
Hosenbandorden, den höchsten Orden Großbritanniens
[212] Die Absätze 3 und 4 dieses Paragraphen sind identisch
mit GF 63
[213] Das Wort „leicht“ fehlt in der Erstausgabe –
wohl ein Druckfehler
[214] In der Erstausgabe steht das Wort
„oberflächlich“ im Satz zuvor vor „entstehen“ – wohl ein Druckfehler
[215] Dieser Halbsatz fehlt in GF 63
[216] Nach dem englischen Text ist gemeint: Wir
erkennen ihn anhand seiner kleinen Gewohnheiten
[217] Wölbung des Bildes: Nach dem englischen
Text ist die Perspektive gemeint
[218] Timbre (französisch):
Klangfarbe einer Stimme oder eines Instrumentes
[219] Die Absätze 7, 8 und 9 dieses Paragraphen sind
identisch mit GF 71, Absätze 1, 2 und
3
[220] Zitat aus der Bibel: 5. Mos 32, 35
[221] Die vorhergehenden beiden Halbsätze fehlen in GF 71
[222] Die Wörter „einen Anfall“ fehlen in GF 71
[223] Absatz 6 dieses Paragraphen ist identisch mit GF 72
[224] Hier und im ganzen Paragraphen wurde das russische
Wort воздержание mit „Mäßigung“ übersetzt, zumal es am Anfang im
Zusammenhang mit Essen und Reden vorkommt und auch von dem „Maß“ die Rede ist,
das der Körper kennt. Das Wort kann aber auch „Enthaltsamkeit“ oder „Abstinenz“
bedeuten. Der englische Text übersetzte
früher mit „temperance“ ein Wort, das ebenfalls sowohl „Mäßigung“ als auch
„Enthaltsamkeit“ oder „Abstinenz“ bedeuten kann, und verwendet heute
„moderation“ (Mäßigung, Maßhalten)
[225] Lingam (Linga): Symbol für die hinduistische
Gottheit Shiva in der Form eines männlichen Penis
[226] In der Erstausgabe steht statt „der Erhaltung“
„des Strebens“ – wohl ein Druckfehler; wie hier Uguns und der englische
Text
[227] Zirbelnuss:
Essbare Nuss der Zirbelkiefer (Arve)
[228] Siehe zu dieser Stelle HR I/1, 57, Brief vom 24.06.1930: Ich befürchte, dass meine Ausführungen von einigen nicht gerne gehört
werden, und ich habe meine Gründe, dies zu glauben. Aber es heißt: ”Die Lehre
ist kein Honiglecken und auch kein silbernes Mikadospiel. Sie verlangt eine
strenge Kreuzigung des eigenen Selbst und eine angespannte Umwandlung der
niederen Eigenschaften durch feinste Feuer. Wie Honiglecken mag sie vielleicht
auf den ersten Stufen erscheinen, doch die Lehre erfordert die herben und schönen
Blumen der Selbstverleugnung. Jene, die das Honiglecken vorziehen, lassen
besser die Finger von der feurigen Speise, die für jene, die Selbstverleugnung
gewählt haben, vorbereitet wurde.” All die finsteren Winkel müssen erleuchtet
und der Staub von gestern hinausgefegt werden. Ansonsten ist es unmöglich, die
nächste Stufe aufzubauen.
[229] Der 7. Absatz dieses Paragraphen ist identisch mit GF 71, 4. Absatz
[230] Immortelki:
Blumen, die, auch wenn sie getrocknet werden, Farbe und Form bewahren. Hier
möglicherweise als Sinnbild für etwas Totes gemeint, das nur noch der äußeren
Hülle nach besteht
[231] In der Erstausgabe steht „des großen Aufbaus“;
wie hier Uguns und der englische Text
[232] In der Erstausgabe heißt es: „Wir haben …“ –
wohl ein Druckfehler
[233] Es soll die englische Königin Victoria (1819 – 1901)
gemeint sein
[234] Bei Uguns steht statt „Zentren“ „Nervenzentren“
[235] Galileo Galilei (1564-1642): Italienischer
Philosoph, Mathematiker, Ingenieur, Physiker, Astronom und Kosmologe; einer der
wichtigsten Begründer der neuzeitlichen Naturwissenschaften; setzte sich für
das heliozentrische Weltbild des Kopernikus ein, wurde dafür von der Inquisition
verurteilt
[236] Solotnik:
Kleines russisches Gewichtsmaß, ca. 5 Gramm
[237] Die Wörter „wohin sie geht“ fehlen in der Erstausgabe
– wohl ein Druckfehler
[238] Plesiosaurier: Ausgestorbene räuberische, bis
zu 15 m lange, im Meer lebende Reptilien mit sehr langem Hals und kräftigen
Ruderflossen
[239] Gangrän
(Brand): Absterben des Gewebes infolge unzureichender Blutzufuhr
[240] Gemeint ist Helena
Roerich, der ihr Lehrer schon in Kindheitstagen erschien
[241] Iwan Hunderttausender:
Gemeint ist der (russische) Durchschnittsmensch, die große Menge; siehe HR
I/2, 241; Brief vom 12.12.1934: Es wurde schon vor langem gesagt, dass nicht
die engstirnigen Gotteslästerer das neue Land aufbauen werden, sondern der
gesunde Verstand von Hunderttausenden. Genauso ist es: „Iwan Hunderttausender
wird sein Land retten”. Es ist jetzt nämlich an Iwan. Wahrlich, Iwan
Hunderttausender wird die Möglichkeit gegeben, sein Potential zu offenbaren.
[242] Möglicherweise ist gemeint, dass zusätzlich zum
physischen Foto eine astrale Fotografie erscheint, die für das Auge nicht
sichtbar ist, siehe auch den englischen Text