AGNI  YOGA  WEB  TV

 

 

SENDEREIHE

 

EXPERIMENT  UNSTERBLICHKEIT

 

 

SENDUNG  4

 

DER  UNSTERBLICHE  MENSCH

 

 

1. Einleitung

 

Meine Damen und Herren,

willkommen zu Sendung 4 unserer Reihe „Experiment Unsterblichkeit“.

 

Sendung 3 hatten wir mit der Formel abgeschlossen: „Ich bin eine Seele“. Heute wollen wir die einzelnen Eigenschaften betrachten, die ein geistiges Wesen – einen Unsterblichen - auszeichnen und die den Neuen vom alten Menschen unterscheiden.

 

 

2. Unvergänglichkeit

 

Die wichtigste Errungenschaft des Neuen Menschen ist seine Unvergänglichkeit. Versuchen Sie, sich vorzustellen, was das bedeutet! Erahnen Sie die Größe des Schatzes, der in Ihnen verborgen liegt?

 

Sie sind eine Seele. Keine Macht der Welt kann solch einem geistigen Wesen etwas anhaben: Es ist ewig und unzerstörbar.

 

Alle Angriffe gegen die Existenz, die Gesundheit oder die Unversehrtheit Ihres zeitlichen Werkzeugs, des Körpers, verfehlen ihr Ziel: Sie treffen Ihr wahres Wesen gar nicht: Ein Schuss durch den Mantel macht Ihrem Leib nichts aus. Ein Schlag auf den Esel trifft den Reiter nicht. Ebenso berührt eine Verletzung des Körpers Ihre Seele nicht. Sie sind tatsächlich unverwundbar!

 

Der Unsterbliche ist wie ein Gott: unverletzlich und unbesiegbar!

 

Selbst der Tod (des Körpers) kann Sie – Ihr wahres Ich - nicht schrecken: Es lebt ja fort. Im Angesicht der Ewigkeit ist es ohne Bedeutung, ob ein einzelnes irdisches Leben des Leibes etwas kürzer oder länger dauert. Was sind 10, 50 oder auch 100 Jahre für ein endlos lebendes Geschöpf? Nicht mehr als ein Wimpernschlag!

 

Eine kleine Seele fühlt sich immer wieder verletzt, obwohl sie doch unverletzlich ist. Wir müssen die Seele stärken, größer werden lassen, um das Leid zu besiegen.

 

 

3. Kein Tod

 

Unser wahres, geistiges Wesen ist eine nicht-materielle, überzeitliche Persönlichkeit, die vor der Geburt des Körpers bereits bestand und nach dessen Tod weiterlebt. Es ist eine Lebensform der geistigen Welt, die nicht an die Beschränkungen von Materie, Zeit und Raum gebunden ist.

 

Unsere Seele ist vom Tod des Körpers ebenso wenig betroffen wie der Reiter vom Tod seines Esels.

 

Sie lebte bereits lange bevor es die Erde gab und wird weiterleben, wenn dieser unbedeutende Materieklumpen längst zerfallen ist.

 

Es gibt keinen Tod im Sinne einer vollständigen Auslöschung Ihrer Existenz. Es gibt nur den Übergang Ihres geistigen Wesens in die jenseitige Welt unter Aufgabe des physischen Körpers, der abgelegt wird wie ein verschlissener Mantel. Die Seele setzt ihren unendlichen Weg durch die verschiedenen materiellen und nicht-materiellen Daseinsebenen fort.

 

In der Gewissheit Ihrer Ewigkeit haben Sie keinen Grund, sich vor dem Tod zu fürchten. Angst vor dem Sterben ist nichts als Unwissenheit! Wie viele Menschen leiden aus Mangel an Erkenntnis! Endet die Unwissenheit, endet das Leid.

 

Es gibt nur einen wahren Trost für Kranke, Sterbende und ihre Angehörigen: Das eigentliche Ich wird durch den Übergang gar nicht berührt: Es wechselt nur den Aufenthaltsort.

 

Für den Wissenden ist der Tod eine Freude: Er darf das irdische Jammertal wieder verlassen. Er legt den unbrauchbar gewordenen Körper ab, der ihm zum Ende des Lebens hin mehr und mehr zur Belastung wurde. Er kehrt zurück in seine wahre Heimat, in eine weitaus angenehmere Umgebung, wo ihn seine wahren, geistigen Verwandten bereits erwarten.

 

Früher hielt sich der Philosoph einen grässlichen Totenschädel beständig vor Augen und murmelte düster vor sich hin: „Memento mori – bedenke, dass du sterben musst.“ Heute jubeln wir kraftvoll und freudig: „Gedenke, dass du unsterblich bist!“

 

 

4. Furchtlosigkeit

 

Wuchern Sie mit diesem Pfund! Werfen Sie Ihre Unvergänglichkeit in die Waagschale! Lassen Sie den herrlichen Schatz nicht ungenutzt! Die erste Gebrauchsanwendung wird sein, völlige Furchtlosigkeit zu erwerben:

 

Wenn Sie ein unvergängliches, unverwundbares Wesen sind, brauchen Sie sich vor nichts und niemandem zu fürchten, denn nichts und niemand kann Ihnen etwas anhaben. Selbst der Tod (des Körpers) berührt das ewige Leben der Seele nicht.

 

Furcht ist nichts als Unwissenheit. Sie schwindet, sobald Sie sich die Unzerstörbarkeit Ihrer wahren Natur bewusst machen.

 

Die Ängste der Menschen sind zahlreich: Sie fürchten den Verlust von Angehörigen, des Arbeitsplatzes, des Besitzes, der Gesundheit und vieler anderer Dinge mehr. Indem Sie sich in Seelen verwandeln, überwinden Sie diese Schwäche: Ein geistiges Wesen bedarf all dessen nicht, weder für sein Überleben noch für sein Wohlergehen.

 

Furcht ist die Hauptursache für die Schwäche des heutigen Menschen. Worauf gründet die Macht von Diktatoren und anderen Unterdrückern? Auf Furcht! Endet die Furcht, endet die Unterwerfung. Das Geschlecht der Zukunft ist so stark, weil es den Tod besiegt hat und mit ihm die Furcht.

 

 

5. Freiheit

 

Solange Sie sich selbst als sterblich ansehen, sind Sie korrumpierbar: Sie müssen sich auf Kompromisse einlassen, wenn Sie bedroht werden und meinen, um Ihre Existenz fürchten zu müssen. Aus Angst um sein Leben (oder das seiner Familie) wird der alte Mensch zum Mitläufer gewissenloser Bestrebungen und tut Dinge, für die er sich schämen muss.

 

Als Unsterblicher dagegen können Sie in allen Verhältnissen Ihre höheren Ziele verfolgen. Sie erlangen vollkommene Handlungsfreiheit. Sie werden völlig unabhängig. Sie können den Einsatz für Ihre Ideale notfalls mit dem Tod (des Körpers) besiegeln – Ihre Existenz (das Leben Ihrer Seele) wird dadurch nicht gefährdet.

 

Sehen Sie das unwürdige Lavieren der Ungläubigen (der Sterblichen), die nach dem Motto von Bert Brecht handeln: Zuerst kommt das Fressen und dann die Moral? Sie setzen in Wahrheit die Ethik außer Kraft – gerade dann, wenn es ernst wird. Prinzipien, die nur bei gutem Wetter gelten, sind aber wertlos.

 

Der Neue Mensch macht seine Unsterblichkeit geltend. Wenn Sie diesen Trumpf ausspielen, können Sie unbeirrt und frei von falschen Rücksichten ein Leben nach höchsten ethischen Grundsätzen führen.

 

Die neue Generation hat die Furcht überwunden und damit die Freiheit gewonnen.

 

 

6. Würde

 

Die Würde des Menschen liegt nicht in seiner physischen Existenz begründet: Die wird unweigerlich das Opfer zahlloser Erniedrigungen durch die Grobheit und Unwissenheit der anderen. Sie ist angesichts der körperlichen Kräfte und der großen Zahl der Mitmenschen immer verletzlich, unterlegen und hilflos – wie das Beispiel der Verurteilung, Verhöhnung und Kreuzigung Jesu zeigt.

 

Unsere Ehre beruht auf unserer geistigen, gottähnlichen Natur. Indem wir sie zum Ausdruck bringen, bewahren wir die Erhabenheit unseres Wesens. Nur wer seinem animalischen Ich nachgibt, verliert zuerst seine Würde und dann seine Selbstachtung.

 

Die Würde des Menschen darf nicht von den wechselnden Verhältnissen abhängen. Sie muss sich gerade in Not und gegenüber Angriffen bewähren. Ein jeder kann in Würde leben, selbst unter den schrecklichsten äußeren Umständen. Der Stolz der Seele liegt darin, unbeirrbar ihren höheren Weg zu gehen.

 

Gehören Sie zu den Erniedrigten und Geschundenen, für die ein Ausweg aus der alltäglichen Mühsal einstweilen nicht zu finden ist? Auch Sie können sich von einem Tag auf den anderen erheben und fortan ein Leben in Stolz und Würde führen:

 

Sie müssen nur Ihre Seele rein erhalten, ihrer Stimme lauschen und ihren Weisungen folgen. Sie müssen nur das Leben Ihrer Seele beginnen. Sie müssen nur Ihre Freiheit und Unvergänglichkeit zur Geltung bringen. Sie müssen nur so denken, fühlen, sprechen und handeln, wie Ihre göttliche Natur es Ihnen eingibt. Und Sie müssen sich, was immer geschieht, von den höchsten Idealen leiten lassen.

 

Das kann nur ein ewiges Wesen. Nur so können Sie in Würde leben.

 

Wenn Sie stets nicht Ihre tierische, sondern Ihre königliche Seite zum Ausdruck bringen, sind Sie tatsächlich ein majestätisches Wesen. Keine äußere Situation, wie furchtbar sie auch sein mag, kann daran etwas ändern. Nichts – außer Sie selbst – kann Sie daran hindern, ein König des Geistes zu sein!

 

Agni Yoga gibt den Menschen ihren Stolz und ihre Würde zurück.

 

 

7. Macht

 

Unsterblichkeit birgt eine gewaltige Macht: Da Ihnen nichts und niemand etwas anhaben kann, sind Sie tatsächlich unbesiegbar.

 

Als ein Wesen, das furchtlos, frei, würdevoll und stolz auftritt, als ein Neuer Mensch, der einer höheren Evolutionsstufe angehört, ist der Unsterbliche den alten Menschen um ihn herum weit überlegen – wie der Zweibeiner den Vierbeinern.

 

Eine große, starke Seele beherrscht ihr materielles, animalisches Ich, lässt sich nicht von dessen Begierden unterjochen.

 

Dadurch gewinnt sie eine geistige Macht, die sie auch in der Welt geltend machen kann:

 

Eine kräftige Seele erweist sich als stärker als alle Umstände, in die es sie verschlägt. Sie ist kein Sklave, den von den Verhältnisse hin und her getrieben wird wie ein Blatt im Wind. Sie ist ein König des Geistes, der souverän auf seinem Thron sitzt, unbeirrt von allem Äußerlichen seinen Weg geht und an Widerständen sogar noch wächst.

 

Ein Attribut des Neuen, unsterblichen Menschen ist die Macht, die Herrschaft des Geistes zu errichten - einerseits über sich selbst (über den Körper), andererseits über die äußeren Verhältnisse.

 

 

8. Irdische Sorgen überwinden

 

Ihr Sterblichen seid zerfressen von den Sorgen des irdischen Alltags, von dem ständigen Kampf ums nackte Überleben, von den Widrigkeiten der materiellen Ebene.

 

Als geistiges Wesen stehen Sie über den zahllosen Angriffen, Schwierigkeiten und Unvollkommenheiten, dem Leid und der Not der irdischen Welt. Vom Standpunkt der Ewigkeit aus gesehen sind sie ausnahmslos alle nichtig und klein. Ihr höheres Selbst wird von alledem nicht berührt.

 

Die Seele ist hier unten, um zu lernen, zu wachsen, sich zu bewähren und ihren Auftrag zu erfüllen. Wie es ihrem Werkzeug – dem Körper – dabei ergeht, ob er in den wenigen Jahren seines irdischen Aufenthaltes in Armut oder Reichtum, Gesundheit oder Krankheit, Glück oder Unglück lebt, ist belanglos.

 

 

9. Freude

 

Die Synthese aller Eigenschaften des Unsterblichen ist – Freude!

 

Wahre Lebensfreude ist unabhängig von den äußeren Umständen. Sie ist eine Eigenschaft der Seele! Lebensfreude kommt aus dem Geist, sie ist eine geistige Haltung. Sie wohnt im Herzen, wie der Volksmund so schön sagt: „Wer den Himmel nicht in seinem Herzen errichtet, wird ihn nirgendwo anders finden.“

 

Als Unsterblicher betrachten Sie alle Hässlichkeiten und Hindernisse des alltäglichen Lebens unter einem vollkommen anderen Blickwinkel: Sie sehen diese Widrigkeiten als Gelegenheiten an! Als Möglichkeiten, die es dem höheren, ewigen Selbst – die Seele – erlauben, weiter aufzusteigen! Ohne Kampf mit widerstreitenden Kräften gibt es kein Wachstum.

 

Ein König ist kein König, weil er nie in Schwierigkeiten kommt, sondern weil er souverän noch das größte Unglück meistert.

 

Die Seele freut sich also tatsächlich über Hindernisse, an denen sie ihre Macht erproben, üben und stärken kann! Ein leichtes Leben bietet ihr keine Möglichkeiten, größer zu werden. Die Herausforderung, die gerade vor ihr steht, ist die nächste Stufe des Aufstiegs! Wenn sie erklommen ist, steht man stärker und höher da als zuvor.

 

Wir gehen darauf in späteren Sendungen noch näher ein, können aber schon jetzt zusammenfassend den entscheidenden Satz in den Raum stellen: So, wie ein gesunder Körper nicht schmerzt, so kennt eine große, starke Seele kein Leid! Das Zeichen für Gesundheit des Geistes ist – Freude!

 

Wir sehen erneut: Wir müssen die Seele stärken, größer werden lassen, wenn wir das Leid besiegen und in Freude verwandeln wollen. Allein mit der Macht Ihres Geistes können Sie die Dornen an Ihrem Weg zu Rosen machen.

 

 

10. Umsetzung

 

Damit haben wir die Betrachtung der wichtigsten Eigenschaften des Unsterblichen abgeschlossen.

 

Täuschen Sie sich aber nicht: Alle diese Qualitäten, von Furchtlosigkeit bis Freude, müssen im täglichen Leben durch mühsame Übung erreicht werden. Sie fallen uns nicht in den Schoß. Wie den Körper, können und müssen wir auch unseren Geist trainieren, damit er groß und stark wird. Wir sind zwar unsterblich – aber die Möglichkeiten, die daraus folgen, müssen wir uns hart erarbeiten.

 

Auf die geistigen Übungen, die dafür erforderlich sind, gehen wir in späteren Sendungen noch näher ein.

 

 

11. Die Seele größer werden lassen

 

Sie sehen, die Fragestellung hat sich schon wieder verändert:

 

Wir haben unseren gemeinsamen Weg mit dem Vorsatz begonnen, unsterblich zu werden.

 

Wir haben dann festgestellt, dass wir bereits unsterblich sind - nur um als nächstes zu sehen, dass wir erst werden müssen, was wir sind.

 

Jetzt zeigt sich: Um zu Unsterblichen zu werden, müssen wir eine Reihe von Eigenschaften erwerben, wie vor allem: Unverwundbarkeit, Furchtlosigkeit (Sie sind nicht wirklich ein Unsterblicher, solange Sie noch Angst vor dem Tod haben!), Freiheit, Würde, Macht und Freude.

 

Anders gesagt: Wir haben gesehen, dass wir alle noch recht kleine - verwundbare, furchtsame, leidende - Seelen sind. Mit der Erkenntnis - der Erweiterung des Bewusstseins -, dass wir geistige Wesen sind, hat das bewusste Leben unserer Seele gerade erst begonnen. Wir stehen heute erst wenige Tage nach unserer zweiten, geistigen Geburt.

 

Wir sind noch nicht wie Reiter, die dem Esel (dem Körper) mit Kraft und Geschicklichkeit Ihren Willen aufzwingen. Unser höheres Selbst ist einstweilen noch ein Kleinkind, das zwar im Sattel sitzt, aber den Esel nicht lenkt, sondern von ihm nach dessen Belieben hin und her geschoben wird.

 

Die neue Fragestellung, die eigentliche Aufgabe auf unserem weiteren geistigen Weg lautet also: Unser wahres, geistiges Selbst muss groß und stark, von einem Baby zu einem Erwachsenen, von einem kleinen zu einem Großen Geist (oder einem Mahatma, einer Großen Seele) werden. Wir müssen uns selbst – unser höheres Selbst – ebenso erziehen, wie wir unsere Kinder großziehen.

 

Das ist ein gigantisches Unterfangen. Unser weiterer gemeinsamer Weg wird nicht leicht sein. Aber habe ich Ihnen Mühelosigkeit versprochen? Ein so hohes Ziel, wie Unsterblichkeit zu erlangen und die nächsthöhere Evolutionsstufe zu erklimmen, ist nicht ohne höchste Anspannung zu erreichen.

 

Wie dies Schritt für Schritt geschehen kann, sehen wir in den folgenden Sendungen.

 

 

12. Mantram

 

Auch am Ende dieser Sendung steht wieder ein Mantram, diesmal ein längeres, das auswendig zu lernen und regelmäßig zu wiederholen sich lohnt:

 

 

MANTRAM 4

 

Der unsterbliche Mensch

 

 

„Mein wahres Ich ist ein geistiges Wesen.

 

Als geistiges Wesen ist mein höheres Selbst

unsterblich und unvergänglich.

 

Unvergänglich ist meine Seele

unzerstörbar und unverwundbar.

 

Unverwundbar bin ich unbesiegbar.

 

Unbesiegbar fürchte ich mich vor nichts und niemandem.

 

Furchtlos bin ich vollkommen frei.

 

Frei bin ich würdevoll und stolz.

 

Unsterblich, unverwundbar, unbesiegbar,

furchtlos, frei und würdevoll

bin ich stets voller

 

Macht und Freude.“

 

 

 

Zurück zur Homepage