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SENDEREIHE

 

EXPERIMENT  UNSTERBLICHKEIT

 

 

 SENDUNG  3

 

VERWANDLUNG  IN   EIN  GEISTIGES  WESEN  

 

 

1. Einleitung

 

Meine Damen und Herren,

 

ich freue mich, Sie zur dritten Sendung unserer Reihe „Experiment Unsterblichkeit“ begrüßen zu dürfen.

 

In Sendung 1 hatten wir uns einen Gesamtüberblick über unser Projekt verschafft, Unsterblichkeit zu erlangen.

 

In Sendung 2 sind wir dem Rat der Weisen „Erkenne dich selbst“ gefolgt und haben unser höheres, geistiges, ewiges Wesens gefunden.

 

Heute wollen wir die ersten Schritte tun, um uns tatsächlich zu verwandeln: In geistige Wesen, in Unsterbliche.

 

 

2. Werde, der Du bist

 

Hören wir noch einmal die alten Weisen. Sie sagen weiter: „Werde, der Du bist.“

 

Das klingt paradox. Sie denken wahrscheinlich: „Ein Unsterblicher ist, wer unsterblich ist.“ Das ist aber genauso falsch wie: „Reich ist, wer einen Schatz im Keller hat.“

 

Wer von dem Schatz nichts weiß und ihn nicht nutzt, tritt auf wie ein Armer und ist daher einstweilen arm. Wer von seiner Unsterblichkeit nichts weiß, der denkt, fühlt und handelt wie ein Sterblicher und ist daher einstweilen auch nur ein Sterblicher.

 

Ein Beispiel: Sie haben in den letzten Sendungen gelernt, dass Ihr wahres Ich unverletzlich und unvergänglich ist. Und was ist, wenn plötzlich ein Terrorist den Raum stürmt, Sie mit einer Bombe bedroht und Ihr Leben fordert? – Sie haben Angst!

 

Wir sehen: Es ist ein langer Weg von der bloß intellektuellen Erkenntnis, dass nichts einer Seele etwas anhaben kann, bis hin zu einem Wesen, das sich tatsächlich in keiner Lage mehr fürchtet.

 

Die alten Weisen haben also Recht: Obwohl Sie – Ihr wahres Ich - unsterblich sind, müssen Sie noch einige Anstrengungen unternehmen, um zu einem Wesen zu werden, das wirklich die Eigenschaften eines Unsterblichen aufweist.  

 

 

3. Neues Bewusstsein

 

Der erste praktische Schritt auf dem Weg zur Unsterblichkeit ist, unser Bewusstsein der neuen Erkenntnis anzupassen. Unser gesamtes Denken muss sich ändern. Wir müssen uns selbst mit ganz anderen Augen sehen, uns ein neues Bild vom Menschen machen.

 

Prägen Sie sich ein, vergessen Sie keinen Augenblick: „Ich bin kein Körper, sondern eine Seele. Ich bin kein materielles, sondern ein geistiges Wesen.“ Wenn Sie mit dieser Haltung in der Welt auftreten, wird sich Ihr Leben vollkommen verändern.

 

So ungewöhnlich es klingt, so wahr ist es doch: Unsterblichkeit beginnt im Bewusstsein!

 

 

4. Der Adler im Hühnerstall

 

Dazu ein Beispiel:

 

Stellen Sie sich einen jungen Adler vor, der in einem Hühnerstall aufwächst. Seine „Eltern“, die ihn aufziehen, seine Umgebung, die ihn prägt - alles Hühner. Es gibt keinen Spiegel, also erkennt er nicht, dass er anders ist als die anderen. Er ahmt seine Stallgenossen nach, verhält sich wie ein Huhn und bietet einen traurigen Anblick.

Um seine wahre Natur zu verwirklichen, um wahrhaft er selbst zu werden, muss der Adler sich zunächst bewusst werden, dass er kein Huhn ist, sondern ein viel größeres, mächtigeres und erhabeneres Wesen. Solange er denkt, dass er ein Huhn ist, wird er sich wie ein Huhn benehmen und sein höheres Potential verschenken.

 

Wir sehen hier zum ersten Mal und werden immer wieder finden: Das Bewusstsein ist die eigentliche Realität: Wer das Bewusstsein eines Huhnes hat, ist auch nur ein Huhn (weil er sich in jeder Hinsicht wie eines verhält), selbst wenn er äußerlich wie ein Adler aussieht.

 

Auch die heutigen Menschen erkennen ihr wahres Wesen nicht und verhalten sich wie Kreaturen einer niedrigeren Ordnung, nämlich wie Sterbliche. Wenn Sie wüssten, dass Sie Unsterbliche sind, würden Sie ganz anders leben.

 

Die Feinfühligen, Hochgesinnten unter Ihnen spüren dunkel, dass Sie größer sind, als es den Anschein hat; dass Sie ihre Möglichkeiten bei weitem nicht ausschöpfen; dass Sie zu Höherem bestimmt sind, als im Mist zu scharren, um Würmer zu streiten und Ihre Kräfte für den alltäglichen, kleinkarierten „Hühnerkram“ zu vergeuden, um den es in der Welt geht, in die es Sie verschlagen hat. Aber Sie finden keinen Ausweg aus dem Kerker, und so betäuben Sie Ihr höheres Selbst mit Alkohol, Ausschweifungen oder der Jagd nach materiellen Dingen.

 

Um Ihre wahre Natur zu verwirklichen, um wirklich Sie selbst zu werden, müssen Sie sich vor allem bewusst werden, dass Sie kein Sterblicher sind, sondern ein viel größeres, mächtigeres und erhabeneres Wesen. Solange Sie denken, dass sie sterblich sind, werden Sie sich wie ein Sterblicher benehmen und ein trauriges Bild abgeben, weil Sie die unermesslichen Möglichkeiten eines ewig lebenden Geschöpfes brach liegen lassen.

 

 

5. Der Mensch ist, was er denkt!

 

 

Seit Jahrtausenden wird der Mensch von Geburt so konditioniert, dass er sich für sterblich hält und dementsprechend denkt, fühlt, spricht und handelt. Diese Prägung müssen wir in mühsamer Kleinarbeit Schritt für Schritt überwinden.

 

Sobald Sie wirklich verinnerlicht haben, dass Sie unsterblich sind, werden Sie vollkommen anders leben, nach anderen Dingen streben, andere Werte hochhalten und andere Ziele verfolgen als die Sterblichen um Sie herum.

 

Die entscheidende Veränderung tritt im Denken der Menschen ein: Der Neue Mensch unterscheidet sich von dem alten vor allem durch das Bewusstsein seiner Unsterblichkeit.

 

Wir können sagen: Der Mensch ist, was er denkt! Wenn er sein Bewusstsein ändert, kann er sich selbst verändern – dann kann aus dem Huhn, das äußerlich schon ein Adler ist, tatsächlich ein Adler werden.

 

 

6. Neue Identität

 

Der Schlüssel zur Unsterblichkeit liegt darin, eine neue Identität anzunehmen:

 

Durchschauen Sie den illusionären Charakter Ihrer alten Identität, des Körpers! Der Leib ist nur eine Hülle: Ein „Bruder Esel“, ein Werkzeug, dessen sich Ihr geistiges Ich bedient, um auf der materiellen Ebene wirken zu können.

 

Er vermodert nach dem Tod und wird von Würmern zerfressen. Die „Auferstehung“ dieses durch langen Gebrauch abgenutzten und unansehnlich gewordenen Kadavers ist ein Ammenmärchen, das mit den Gesetzen der Vernunft und der Naturwissenschaften nicht vereinbar ist. Kein Mensch kann sich ernsthaft die Unvergänglichkeit seines gebrechlichen Leibes wünschen!

 

Bisher haben Sie auf das falsche Pferd gesetzt: Der Sterbliche identifiziert sich mit seinem Körper. Das ist wenig vernünftig: Sie werden doch nicht den Esel wählen, wenn Sie der Reiter, der Herr sein können!

 

Der Unsterbliche identifiziert sich mit seiner Seele. Sie sieht er als sein eigentliches Ich an. Denn das, was ewig ist, ist sicherlich realer als das, was vergeht. Sie sind: das, was bleibt, nachdem Ihr Leib gestorben ist.

 

Wir Unsterblichen rufen Ihnen zu:

 

„Du bist getäuscht wie der Adler! Verlasse die Scheinwelt des Hühnerstalles! Du bist eingekerkert in dem Gefängnis eines falschen Weltbildes, in einer ‚Matrix’, die Dir einen Wert materieller Dinge vorgaukelt, die in Wahrheit bedeutungslos sind! Befreie Dich!

 

Sei nicht beschränkt wie eine Eintagsfliege, die ungläubig den Begriff „Monat“ verlacht! Erhebe Dich! Du bist viel größer, als Du denkst:

 

Du bist nicht Dein Körper. Du bist der Geist, der die Materie beseelt!

 

Du bist nicht das wechselnde Kleid, sondern der ewige Träger!

 

Du bist nicht die Gestalt mit Kopf, Rumpf und Gliedmaßen, die Du im Spiegel sieht - das ist nur Schein, kurzlebige Hülle.

 

Du bist kein physisches, sondern ein geistiges Wesen, das man nicht sehen und nicht berühren kann.

 

Der Leib ist wie eine Marionette, die eine Rolle spielt, die von dem Willen eines unsichtbaren Spielers auf der Bühne des Lebens hin und her geführt wird – Du bist der Spieler, nicht die Puppe!

 

 

7. Neue Haltung

 

Die neue Identität muss zu einem neuen Auftritt in der Welt führen: Wir müssen uns eine neue Haltung antrainieren, um zu Unsterblichen zu werden. Einige Beispiele:

 

Ihr Sterblichen denkt: „Ich sage etwas“ oder „ich tue dies oder jenes“ oder „ich gehe hierhin oder dorthin“ oder „ich esse und trinke.“

 

Das ist aber falsch: Ihre neue Identität, Ihr wahres Ich, Ihre Seele, ein geistiges Wesen, kann in der irdischen Welt nichts sagen und nichts tun, geht nirgendwo hin und hat keinen Bedarf an materieller Nahrung.

 

Sie müssen also lernen, wie Unsterbliche zu denken, und das geht so:

 

„Ich - nämlich mein wahres, höheres Ich - lasse mein irdisches Werkzeug, den Leib, zur Erfüllung meines Auftrages dies oder jenes aussprechen, oder ich lasse ihn etwas tun, oder hierhin oder dorthin gehen, oder ich führe ihn zur Tränke.“

 

Wenn der Körper schmerzt, denken Sie nicht mehr: „Ich leide“, sondern: „Mein zeitliches Instrument scheint beschädigt zu sein.“

 

Wenn der Magen knurrt, denken Sie nicht: „Ich habe Hunger, ich möchte etwas essen“, sondern: „Ist es wirklich unbedingt nötig, mein Vehikel schon wieder mit Treibstoff zu versorgen? Reicht die letzte ‚Tankfüllung’ nicht noch eine Weile?“

 

Das ist wie beim Autofahren: Wenn das Benzin an der Tankstelle, an der Sie gerade vorbeifahren, zu teuer ist, fahren Sie weiter, und der Wagen muss noch eine Weile mit dem auskommen, was er hat. Genauso müssen Sie Ihren Körper behandeln: Der Geist entscheidet, ob, wann, was und wie viel er zu essen bekommt.

 

Wenn Sie es schaffen, diese neue Haltung im alltäglichen Leben durchzusetzen, verändern Sie nach und nach Ihr Wesen und werden tatsächlich von einem materiellen zu einem geistigen Geschöpf.

 

Das ist die nächste geistige Übung, die Sie regelmäßig praktizieren müssen, wenn Sie vorankommen wollen auf dem Weg zur Unsterblichkeit: Üben Sie sich darin, wie ein geistiges Wesen zu denken und dementsprechend in der materiellen Welt aufzutreten.

 

 

8. Geistkämpfer

 

Wir finden bestätigt: Der Mensch ist, was er denkt! Wer denkt wie ein Huhn, ist auch nur ein Huhn. Wer denkt wie ein Adler, ein Heiliger, ein König oder ein Unsterblicher - und in der Welt eine entsprechende Haltung einnimmt -, ist ein Adler, ein Heiliger, ein König oder ein Unsterblicher - selbst wenn es ihn in hühnergleiche, unheilige, unkönigliche oder materiell begrenzte Verhältnisse verschlagen hat. Unser Bewusstsein ist die eigentliche Realität.

 

Denken Sie in jedem Moment, vergessen Sie nie, vergewissern Sie sich ständig: „Ich bin eine Seele.“ Das ist der Schlüssel für alles weitere. Dann werden Sie die notwendigen Folgerungen in der jeweiligen Situation von selbst ziehen. Hören Sie nicht auf Ihren Körper, sondern tun Sie das, was Ihre Seele will. Dann verwandelt sich Ihr Leben nach und nach von selbst.

 

Das ist nicht so leicht, wie es sich zunächst anhört, sondern im Gegenteil die schwierigste Aufgabe, die wir uns stellen können: Es geht um die Durchsetzung unseres göttlichen gegenüber unserem animalischen Wesen, des Reiters gegenüber dem Esel.

 

Der Widerstand des Körpers gegen seine Beherrschung durch den Geist ist groß. Es findet ein wahrhafter Kampf zwischen dem höherem und dem niederem Selbst statt.

 

Der Neue Mensch ist ein Geistkämpfer nach dem Vorbild des Erzengels Michael, der die Herrschaft des Geistes überall errichtet, der das Niedrige und Böse mit geistigen Mitteln überwindet – zunächst in sich selbst und dann in der Welt.

 

Wir gehen darauf später noch im Einzelnen ein.

 

 

9. Bewusstsein in das höhere Selbst versetzen

 

Wir wollen nicht nur reden. Wir gehen einen Weg gemeinsam. Deshalb möchte ich Ihnen noch eine Praxis vorstellen, die Ihnen weiterhilft:

 

Die okkulte Forschung hat ergeben, dass unser geistiges Wesen ein wenig größer ist als der Körper. Stellen Sie sich Ihre Seele also als eine Art – geistige – Hülle vor, die den Körper von allen Seiten umgibt. Diese Hülle müssen Sie mit Ihrem Bewusstsein erfüllen, sonst bleibt sie tot und leer.

 

Führung erfolgt immer von oben. Ziehen Sie also Ihr Bewusstsein aus dem Körper heraus und versetzen Sie es in den Zipfel Ihrer geistigen Hülle, der sich über Ihrem Kopf befindet – wie die folgende Skizze verdeutlicht:

 

 

 

 

Betrachten Sie zunächst von dort oben aus sich selbst – nämlich Ihren Körper. So lernen Sie, das von Ihrem Körper verschiedene Wesen – den Geist (oder die Seele) – zum Leben zu erwecken.

 

Üben Sie sich dann weiter darin, von dort oben aus Ihren Körper zu steuern: Lassen Sie den Körper den Willen des Geistes ausführen. Beobachten Sie in aller Ruhe, unaufgeregt, als ob es ein Fremder ist, was der Körper verlangt. Dann entscheiden Sie, was er bekommt. Errichten Sie mit dieser Übung die Herrschaft des Geistes – des ewigen, höheren Selbst – über den Körper.

 

Diese Praxis bezieht sich nicht nur auf die rein materielle Seite Ihres Wesens, sondern auch auf Gedanken und Gefühle: Von der Theosophie kommt die hilfreiche Vorstellung, dass es neben dem physischen noch einen Gefühlskörper und einen Gedankenkörper gibt. Auch diese Körper muss Ihr höheres Selbst beherrschen, genau wie den Leib! Ebenso wenig wie mit Ihrem Körper dürfen Sie sich mit Ihren Gedanken oder Gefühlen identifizieren.

 

Lernen Sie, auch Ihre Gedanken und Gefühle wie die von Fremden von oben, aus der Position des wahren, ewigen Selbst zunächst einfach nur zu beobachten. Üben Sie dann, aus der Sicht der Ewigkeit zu entscheiden, welche Gedanken und Gefühle Sie zulassen und welche Sie abweisen, welchen Sie folgen wollen und welchen nicht.

 

Beginnen Sie damit, negative Gedanken oder Gefühle sogleich zurückzuweisen. Versuchen Sie einmal, auch nur einen Tag ohne negative Gedanken zu bleiben – was meinen Sie, wie schwer das ist!

 

Damit übergebe ich Ihnen ein Übungsprogramm, das Sie auf Jahre hinaus beschäftigen wird. Das ferne Ziel ist, dass nur noch Ihr Göttliches Ich in Ihrem irdischen Werkzeug denkt, aus ihm spricht und mit ihm handelt.

 

Auf weitere Einzelheiten dieser Übungen gehen wir in späteren Sendungen noch ein.

 

 

 

Auch zum Abschluss dieser Sendung gebe ich Ihnen ein Mantram mit auf den Weg. Wenn Sie es immer wieder einmal im Geist rezitieren, erinnert es Sie daran, wer Sie wirklich sind, und wie Sie denken müssen, um zu werden, der Sie sind:

 

 

MANTRAM 3

 

„Ich bin eine Seele!“

 

 

 

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