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SENDEREIHE

 

„EINFÜHRUNG  IN  AGNI  YOGA“

 

 

SENDUNG  2 

 

Die Bedeutung des Bewusstseins

 

 

Meine Damen und Herren,

 

ich freue mich, Sie zu Sendung 2 unserer Reihe „Einführung in Agni Yoga“ begrüßen zu dürfen!

 

Wir sprechen heute über die Bedeutung des Bewusstseins. Damit kommen wir zu einem der zentralen Themen des Agni Yoga: Neben „psychische Energie“ ist „Erweiterung des Bewusstseins“ wohl der am häufigsten verwendete Begriff der Lehre.

 

Lassen Sie uns jetzt untersuchen, warum unser Bewusstsein von so großer Bedeutung ist.

 

 

1. Materielle Umstände ohne Bedeutung

 

Wenn ich Sie, die Sie hier vor mir sitzen, frage: „Was prägt Ihr Leben?“, werden Sie mir wahrscheinlich eine große Zahl von sogenannten „objektiven“ Umständen nennen, als da sind:

 

Der Ort, an dem Sie leben, das Haus, in dem Sie wohnen, das Volk und der Staat, dem Sie angehören, Ihr Beruf und Ihre Familie, Verwandte, Freunde und Bekannte, die Lebensereignisse, mit denen Sie konfrontiert werden, die Menschen, denen Sie begegnen, Glück oder Unglück in den alltäglichen Angelegenheiten, Armut oder Reichtum, Erfolg oder Misserfolg, Krieg oder Frieden, das Wetter, das Wachstum des Bruttosozialprodukts, die Entwicklung der Karriere, der Umfang der letzten Gehaltserhöhung, der Wechsel der Regierung und zahllose andere Ereignissen mehr, wie Geburt und Tod, Krankheit und Gesundheit usw.

 

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Sie werden überrascht sein zu hören: Für einen Agni Yogi sind alle diese äußeren Dinge belanglos. Wir haben erkannt, dass sie im Grunde ohne eigenes Gewicht sind: Sie gewinnen Bedeutung für das Leben eines Menschen erst, nachdem er sie durch die Brille eines Systems von Werten betrachtet hat. Danach stuft er sie als gut oder schlecht, nützlich oder schädlich, Glück oder Unglück ein.

 

Alle Not, alles Glück liegt in uns selbst. (HR I/2, 252; Brief vom 12.12.1934)

 

Wichtig sind also diese Werte, nicht die äußeren Ereignisse.

 

Nehmen wir als Beispiel den Tod: Für Menschen mit einem materialistisches Weltbild ist er das größte Unglück. Sie haben verständlicherweise Angst vor ihrem Ableben, denn sie sehen darin das Ende ihrer Existenz, die restlose Auslöschung ihrer Persönlichkeit. Der Tod eines nahestehenden Menschen stößt manche auf Jahre in Verzweiflung und treibt sie bis zu Selbstmordgedanken.

 

Der Mensch fällt in eine Finsternis, die er sich selbst bereitet hat. (Br II, 774)

 

Für uns Unsterbliche dagegen bedeutet er einfach nur einen Übergang auf eine höhere, wesentlich angenehmere Daseinsebene, eine Rückkehr in unsere Heimat und ein Wiedersehen mit unseren wahren, geistigen Verwandten. Daher freuen wir uns tatsächlich auf unseren Tod!

 

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Oder denken Sie an die Nöte, Sorgen, Leiden, Hindernisse und Schwierigkeiten, die jedermann im Laufe seines irdischen Lebens zur Genüge zuteilwerden: Materialistisch gesinnte Menschen drohen an diesen Schlägen zu zerbrechen. Wir Schüler des Agni Yoga dagegen verstehen sie als Prüfungen unseres Fortschritts und als Gelegenheiten für unseren weiteren geistigen Aufstieg.

 

Wir begrüßen sie also freudig wie unser Geistesbruder Seneca, der tatsächlich rät:

 

Wünsche dir statt eines leichten ein schwieriges Leben, um deine Kräfte zu üben und deine Stärke unter Beweis zu stellen.

 

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Sie sehen: Die äußeren Verhältnisse sind unbedeutend.

 

Man kann aus verschiedenen Bereichen Tatsachen sammeln, um zu beweisen, dass unter den entscheidenden Faktoren die physischen kaum wichtig sind. (FW I, 297) 

 

Denkt über den Film der Ereignisse nach und begreift, wie unwichtig das Äußere ist; nur die innere Bedeutung ist wesentlich. (Gem 75)

 

Die Gedanken, die Ideen, die wir uns über den Tod, Gott, die Sünde und die Folgen von Sünden, den Sinn des Lebens, den Sinn des Leidens und andere existentielle Fragen mehr machen, bestimmen unser Dasein in einem unvergleichlich höheren Maß als der Tod oder das scheinbare Leid selbst.

 

Nicht die Dinge selbst beunruhigen uns, sondern die Meinung, die wir uns über sie bilden. Denn es ist nicht der Tod oder das Ungemach, das furchtbar ist, sondern die Furcht vor dem Tod und vor dem Ungemach. (Epiktet)

 

Dieselben scheinbar „objektiven“ Umstände gewinnen eine vollkommen unterschiedliche Bedeutung für Ihr Leben je nachdem, was für ein Bewusstsein Sie haben! Glück wandelt sich in Unglück, Unglück in Glück – allein entsprechend dem Standpunkt, den Sie den Ereignissen gegenüber einnehmen.

 

Das Geistesleben bestimmt die Alltagsverhältnisse. (AY 446)

 

 

2. Bewusstsein schafft die Welt

 

Die Wirklichkeit, die Welt, in der Sie leben, wird nur unwesentlich von den äußeren Umständen, dafür aber entscheidend von Ihrem eigenen Bewusstsein geschaffen und geprägt.

 

Die materiellen Verhältnisse sind letztlich Maja - Illusion. Sie sind vergänglich und damit für einen Wanderer auf einem ewigen Weg ein untergeordneter Daseinsfaktor.

 

Unser Bewusstsein, die Art, wie wir die Dinge sehen und uns zu ihnen stellen, ist die eigentliche Wirklichkeit. Wirklich ist für uns das, was wir für wirklich halten - der winzige Teil der unermesslichen Realität, den wir erfassen können.

 

Ehe ein Schüler des Lebens nicht - und sei es versuchsweise - einsieht, dass Bewusstsein die einzig ewige Wirklichkeit ist, alles andere dagegen Täuschung, Widerspiegelung, eher hat er keine Gewissheit, auf irgendeinem Gebiet der Philosophie etwas erreichen zu können. Es ist schwer, in Erinnerung zu behalten, dass es das Bewusstsein ist, die innere Wesenheit, welche alle Lebensgebiete erschafft und durchwandert. (TL IV, 182) 

 

Was wir nicht erfassen können, existiert für uns nicht, selbst wenn es noch so real ist. Ein trübes Bewusstsein erkennt von der Welt, in der es lebt, trotz ihrer vollkommenen Wirklichkeit nur sehr wenig.

 

Alle Welten sind insoweit real, als unser Bewusstsein imstande ist, sie zu erfassen. (HR I/2, 152; Brief vom 08.08.1934) 

 

Wirklich wichtig ist nicht die äußerliche, materielle, sondern die innere, geistige Welt, in der Sie hausen. Allein danach entscheidet sich, ob Sie in einer schönen oder einer hässlichen Welt leben.

 

Eine der wichtigsten Aussagen des Agni Yoga lautet:

 

Jeder Geist schafft sich seine eigene Welt, und die Schönheit oder Hässlichkeit der geschaffenen Welt hängt von der Qualität des Bewusstseins ab. (U II, 719 [319])

 

Ebenso hat schon Schopenhauer treffend gesagt:

 

Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.

 

Oder der Volksmund:

 

Wer den Himmel nicht in seinem eigenen Herzen errichtet, wird ihn nirgendwo anders finden.

 

Hören wir ein Beispiel:

 

Zwei Seefahrer erlitten Schiffbruch und wurden auf eine unbewohnte Insel geworfen. Beide kamen vor Hunger und Schrecken fast um, denn sie sahen sich für immer von der Welt abgeschnitten. Ein Schiff las sie auf.

Auf der Insel wurde ein fester Leuchtturm errichtet. Die beiden Seefahrer blieben bei dem Leuchtturm, um der Rettung von Untergehenden zu dienen. Nun änderte sich ihre Verfassung. Sie waren glücklich, ihr rettendes Licht aussenden zu können, und fühlten sich nicht mehr von der Welt abgeschnitten. (Gem 267)

 

Das will sagen: In derselben äußeren Situation - im Exil auf einer einsamen Insel - lebt der eine Mensch in einer schönen, der andere in einer hässlichen Welt - je nachdem, wie er die Umstände betrachtet, welches Bewusstsein er sich von seiner Lage bildet.

 

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Ob die Welt, die Sie sich erschaffen und in der Sie dann leben, erhaben und großartig oder niedrig und gemein ist, hängt von der Höhe und Weite Ihres Bewusstseins ab. Ein hohes Bewusstsein lebt immer in einer schönen Welt:

 

Wenn Sie Not, Sorgen und Tod gelassen hinnehmen können, haben Sie sich bereits auf eine höhere Ebene erhoben. Wenn Sie gelernt haben, über sie zu lächeln, bewohnen Sie die höchste Sphäre – nämlich eine Welt, in der ewige Freude herrscht!

 

Die alte und die Neue Welt unterscheiden sich durch das Bewusstsein, doch nicht durch äußere Kennzeichen. Alter und Umstände sind ohne Bedeutung. Die Neue Welt wird jenseits von Grenzen und Bedingungen überall geboren. (AY 55) 

 

Wir werden in späteren Sendungen noch im Einzelnen besprechen, wie Sie sich – unabhängig von den materiellen Umständen - Ihren eigenen Himmel erschaffen und immer darin leben können.

 

 

3. Bewusstsein schafft den Menschen

Albrecht Dürer "Karl der Große"

 

Nicht nur die Welt, in der Sie leben, sondern auch das, was Sie selbst sind, wird allein von Ihrem eigenen Bewusstsein bestimmt.

 

Das Bewusstsein ist der eigentliche Mensch. (HR I/2, 152;Brief vom 08.08.1934)

 

Ob die Verhältnisse Sie fertigmachen oder ob Sie mit ihnen fertig werden –ist eine Frage des Denkens, der geistigen Einstellung.

 

So bestimmt unser eigenes Bewusstsein das Wohlbefinden, das wir verdient haben. (Herz 572) 

 

Der eine ist ein Sklave, der von den Umständen hin und her getrieben wird wie ein Blatt im Wind, an Widerständen zerbricht und schließlich im Sumpf des Chaos versinkt.

 

Der andere ist ein König des Geistes, der auf dem Thron seines höheren Selbst souverän über allen Verhältnissen steht, unbeirrbar seinen Weg geht, wie immer die äußeren Bedingungen sich auch darstellen mögen, und an den Schwierigkeiten des Lebens sogar noch wächst.

 

Der Unterschied liegt allein in der Qualität des Bewusstseins: Ein König ist nicht deshalb ein König, weil er nie in eine erniedrigende Lage gerät, sondern im Gegenteil deswegen, weil er selbst in der erbärmlichsten Situation mit einer königlichen Haltung auftritt.

 

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Wir hören jetzt zum ersten Mal und werden immer wieder sehen und vertiefend behandeln: Was Sie sind - ein Unsterblicher oder ein Sterblicher, ein geistiger Schüler, ein Lehrer, ein Geistkämpfer oder ein Heiler, ein großer oder ein kleiner Geist - ist allein eine Frage Ihres Bewusstseins, der Haltung, die Sie gegenüber den Verhältnissen einnehmen.

 

Wer seinem Wesen nach ein großer Lehrer ist, ist immer ein Lehrer, in welche äußeren Umstände es ihn auch verschlägt - selbst wenn er wie Jakob Boehme „nur“ ein Schuhmacher ist, wie Platon in die Sklaverei verkauft wird oder wie Jesus sein Brot als Zimmermann verdienen muss und ans Kreuz geschlagen wird. 

 

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Wir können tatsächlich mit Buddha sagen:

 

Der Mensch ist, was er denkt.

 

Durch Erhebung und Verfeinerung Ihrer Gedanken können Sie sich selbst erheben und verfeinern.

 

Wir sind genau das, was wir denken, nicht das, was wir zu sein scheinen. (TL IX, 458)

 

Das Antlitz des Menschen wird durch das Denken geschaffen. (Br II, 392) 

 

Sie müssen nicht auf einem Thron sitzen, um Ihrem inneren Wesen nach ein König zu sein. Königliches Denken und eine königliche Haltung verleihen Ihnen eine hohe, leuchtende Aura, eine königliche Ausstrahlung - und diese muss sich gerade in widrigen Umständen bewähren.

 

Sie haben schon ganz einfache Menschen in niedrigster gesellschaftlicher Stellung gesehen (einen Fischer in Griechenland, einen chinesischen Handwerker), die so würdevoll auftraten, dass man unwillkürlich denkt: In einer anderen Welt, auf einem anderen Planeten wäre - und das bedeutet: eigentlich ist - dieser Mensch ein König.

 

 

4. Beispiel Platon

 

Bleiben wir niemals im Abstrakten. Sehen wir uns ein konkretes Beispiel an:

 

Eines der schönsten Zitate aus den Büchern des Agni Yoga lautet:

 

Ein als Sklave verkaufter weiser Philosoph erklärte: „Danke, offensichtlich kann ich einige alte Schulden begleichen.“ (Br I, 273)

 

Das ist ein Ausspruch Platons, der tatsächlich einmal auf dem Sklavenmarkt zum Verkauf stand. Sie können sich die entwürdigende Lage eines der größten Denker der Weltgeschichte gar nicht drastisch genug ausmalen: Da betoucht man ihn mit unsauberen Händen, untersucht seinen Körper auf Geeignetheit, prüft vielleicht sein Gebiss, schachert um seinen Preis, droht mit den niedersten Arbeiten und den schrecklichsten Lebensbedingungen, vielleicht als Ruderer auf einer Galeere.

 

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Wer von uns wäre nicht verzweifelt in solch einer Situation? So mancher würde mit Gott hadern und jammern: „Warum gerade ich?“ Aber Platon bedankt sich sogar noch bei den Höheren Mächten.

 

Warum? Weil er das Gesetz des Karma kennt (das wir in einer der nächsten Sendungen besprechen werden). Weil er weiß: Es hat einen tiefen Sinn, dass gerade er in dieser Lage steckt. Er kann alte Schulden begleichen. Das ist ein Aufstieg, eine Befreiung – also tatsächlich ein Anlass zu Freude und Dankbarkeit!

 

Platon war ein würdiger, geistesmächtiger und freudiger Mensch - selbst als Sklave!

 

 

5. Beispiel ???

 

Oder ein Beispiel aus der heutigen Zeit:

 

Kennen Sie diesen Mann?

 

 

Wie würden Sie ihn einschätzen? Offenbar ein ziemlich grober Klotz. Jemand, dem man nicht im Mondschein begegnen möchte. Vielleicht ein Gangsterboss aus Chicago?

 

Und jetzt sehen Sie denselben Mann – und erkennen ihn sofort:

 

 

Nelson Mandela!

 

Wissen Sie, was zwischen diesen Bildern liegt? Über 25 Jahre Gefangenschaft auf Robben Island, einem der schlimmsten Orte der Welt! Die meisten wären an dieser Tortur zugrunde gegangen. Mandela aber hat genau gewusst, dass man ihn zerbrechen wollte. Er hat für sich und seine Mitgefangenen eine Gegenstrategie entwickelt, die sich als stärker erwies als die schrecklichsten Umstände.

 

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Mandela hat nicht die widrigen Umstände, sondern die Gelegenheit gesehen und ergriffen, die in ihnen steckt. Er hat die fürchterlichen Verhältnisse genutzt, um geistig zu wachsen: Er ist als verhältnismäßig grober Typ in das Gefängnis hineingegangen und hat sich erst dort zu einem wahrhaft großen, weisen, überlegen lächelnden Menschen entwickelt.

 

Wer über ein solch hohes Bewusstsein verfügt, kann sich selbst über ein Vierteljahrhundert im Gefängnis freuen!

 

Man mag sich freuen, doch lasst uns in der Freude nicht Tieren gleichen. Worin liegt der Unterschied? Nur im Bewusstsein. Tiere wissen nicht, warum sie sich freuen; doch wir wissen es. (AY 548)

 

Das Beispiel beweist: Unser Denken schafft die Welt, in der wir leben: Ein hohes Bewusstsein, das erhaben denkt, verwandelt alles Leid in Freude und lebt damit in der höchsten Welt - selbst im Gefängnis!

 

Das Beispiel beweist: Sie sind, was Sie denken. Ein hohes Bewusstsein, das erhaben denkt, verwandelt sich in eine Große Seele, einen Mahatma.

 

Wenn Nelson Mandela denkt wie ein König und eine entsprechende Haltung einnimmt, ist er ein König – selbst im Gefängnis! Wenn er dagegen unköniglich denkt, fühlt, spricht und handelt, ist er seinem wahren, inneren Wesen nach kein König – selbst wenn er physisch auf einem Thron sitzen sollte.

 

 

6. Bewusstsein als wahrer Reichtum

 

Der Körper stirbt. Alles intellektuelle Wissen geht mit dem Tod verloren.

 

Das Bewusstsein aber ist Teil unserer überzeitlichen Individualität und bleibt uns über den Tod hinaus für unseren weiteren, ewigen Weg erhalten.

 

Wenn Sie sich eine königliche Aura erworben haben, ist das eine Eigenschaft, die nicht Ihrem vergänglichen Leib anhaftet, sondern Ihrer unvergänglichen Seele. Diese Errungenschaft ist ein Teil Ihres wahren, ewigen Wesens.

 

Sie verlieren diese (innere) Würde (im Gegensatz zu einem äußeren Titel) also nicht, wenn Sie sterben, sondern bringen sie bei Ihren folgenden Inkarnationen wieder auf die Erde mit, selbst wenn Sie dann „nur“ als ein Schuhmacher erscheinen sollten.

 

Welchen Schatz kann ein reines, freies, unerschrockenes Bewusstsein der Menschheit bieten! (AY 524) 

 

Wir sehen: Das Bewusstsein ist der eigentliche Reichtum des Menschen. Ein wahrer Schatz, den wir von Leben zu Leben immer mehr ausweiten und vermehren können. Grenzenloses Wachstum ist nur auf der geistigen Ebene möglich.

 

Davon spricht Jesus, wenn er sagt:

 

Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. (Mt 6, 19-21)

 

Das heißt: Wir sollten Schätze der geistigen Ebene ansammeln, die uns nicht genommen werden können, nicht Reichtümer der materiellen Welt, die wir früher oder später, jedenfalls beim Tod, wieder aufgeben müssen.

 

 

7. Rettung der Welt durch neues Bewusstsein

 

Wenn der heutige Mensch die Welt verbessern will, geht es fast ausschließlich ums liebe Geld: Die Schulen, das Gesundheitswesen, die Lebensverhältnisse: Man meint, man müsse nur immer mehr Geld in das System hineinpumpen, dann wird schon alles besser werden.

 

Das ist ein verhängnisvoller Irrtum. Agni Yoga lehrt: An erster Stelle steht die Erweiterung des Bewusstseins. Nur ein neues Denken kann die Welt erneuern.

 

Der Erfolg liegt in der Erweiterung des Bewusstseins. (BGM II, 349) 

 

Ein Beispiel: Ein wahrer Lehrer benötigt nur wenig materielle Mittel. Entscheidend für die gute Ausbildung der Schüler ist der Geist, der an einer Schule herrscht, nicht ihre finanzielle Ausstattung.

 

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Noch ein Beispiel: Die Kampf gegen die die Zerstörung unseres Planeten wird nur erfolgreich sein, wenn die Menschen ihren Egoismus ablegen und mit den Schätzen der Natur verantwortungsbewusst umgehen. Das erfordert einen Wandel der geistigen Einstellung, den man mit keinem Geld der Welt erkaufen kann.

 

Die Lebensprobleme können allein durch Erweiterung des Bewusstseins gelöst werden. (FW I, 349) 

 

Und schließlich: Wir werden in der Sendung über die Neue Welt noch zeigen: Armut und Arbeitslosigkeit können nur aus der Welt geschafft werden, wenn der Mensch sein Denken, sein Bewusstsein ändert, seinen Egoismus ablegt und eine neue geistige Haltung entwickelt, die lautet:

 

Ich bin bestrebt, mehr in den Topf der Gemeinschaft einzulegen, als aus ihm zu entnehmen. Ich bin bereit, sowohl die notwendige Arbeit als auch die Erträge daraus mit meinen Mitmenschen gerecht zu teilen.

 

Man muss sagen, dass nur die Erneuerung des Bewusstseins die Welt retten wird. (FW III, 335)

 

Wir haben genau die Welt, die unserem relativ niedrigen, vor allem von Selbstsucht geprägten Bewusstsein entspricht.

 

Die äußeren Lebensbedingungen sind eine Widerspiegelung des Bewusstseins. (AY 604) 

 

Wenn sich unser Denken nicht ändert, wird sich auf der materiellen Ebene gar nichts ändern. Hören wir Albert Einstein:

 

Wenn Sie so denken, wie Sie immer gedacht haben,

werden Sie so handeln, wie Sie immer gehandelt haben.

Wenn Sie so handeln, wie Sie immer gehandelt haben,

werden Sie das bewirken, was Sie immer bewirkt haben.

 

Die entscheidende Veränderung im menschlichen Dasein wird nicht durch äußere, technische Maßnahmen bewirkt. Der wahre Fortschritt besteht in der Erweiterung des Bewusstseins, die zu einem neuen Denken führt, das wiederum in ein besseres Handeln mündet.

 

Der Gedanke ist der Antreiber der Evolution. (U II, 795 [395]) 

 

Jeder Zustand wird vom Bewusstsein geschaffen. Deshalb ist das Wachstum des Bewusstseins die wichtigste Grundlage für den Fortschritt. (AY 406) 

 

Evolution ist also vor allem Erweiterung des Bewusstseins.

 

Der Wandel des Bewusstseins führt auf den Pfad der Evolution. Die Verbesserung des Lebens auf dem Planeten hängt weitgehend vom Wandel des Bewusstseins ab, der sich hauptsächlich in der Denkart äußert. Daher sollte die Menschheit am meisten um die Veredelung des Gedankens besorgt sein. (U II, 517 [117])

 

Jede Bewusstseinserweiterung ist Mitarbeit an der Evolution. Alles, was die Bewusstseinserweiterung verhindert, ist gegen die Evolution. (U II, 828 [428]) 

 

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Bedauerlicherweise lässt das Bewusstsein der Menschheit zu wünschen übrig. Sein gegenwärtiger Stand bleibt weit hinter dem zurück, was für die Bewältigung der Anforderungen der Zeit notwendig wäre.

 

Das Bedauerliche ist, dass das menschliche Bewusstsein weit zurückbleibt, während bestimmte genaue kosmische Fristen nahen. (FW I, 362)

 

Messungen der Bewusstseinsgrade im Lauf der letzten Jahrhunderte ergaben, dass sich der Mensch jetzt nahe dem Gefrierpunkt befindet. (FW III, 371)

 

Die materielle Evolution hat uns Mittel zur Verfügung gestellt, für die wir nach unserer geistigen Evolution noch gar nicht reif sind. Denken wir nur an die Atomenergie, die als Atombombe zur Anwendung kommt.

 

Das geistige Bewusstsein ist hinter dem physischen zurückgeblieben. (FW II, 262) 

 

Deshalb ist der wichtigste Dienst, den Sie der Menschheit leisten können: Heben, erweitern Sie Ihr eigenes Bewusstsein und das Ihrer Mitmenschen. Wecken Sie den Sinn dafür, dass eine bessere Welt diejenige ist, in der Wahrheit, Gerechtigkeit, Schönheit und Liebe herrschen. Nur so werden Sie auf der Erde wirklich etwas zum Guten ändern können.

 

Nur durch Erneuerung des Denkens kann die Menschheit die neue Stufe des Planeten erfassen. (Hier 412) 

 

Wer nicht zur Erneuerung des Denkens beiträgt, ist kein Freund der Neuen Welt. (FW I, 60) 

 

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Damit sind wir am Ende dieser Sendung angelangt. Wenn Sie das Thema vertiefen wollen, empfehlen wir Ihnen die Lektüre von Heft 2 „Bedeutung und Erweiterung des Bewusstseins“ unserer Reihe „Einführung in Agni Yoga“. Sie finden das Heft im Internet unter

 

www.lebendige-ethik-schule.de/hefte.htm