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SENDEREIHE

 

ASPEKTE  DER  PRAXIS  DES  AGNI  YOGA“

 

 

SENDUNG  3

 

Teilnahme am Leben der Höheren Welt

 

 

Liebe Agni Yogis,

 

wir wollen heute einer der schönsten, wichtigsten und tiefgründigsten Lehren der Mahatmas nachgehen:

 

Ihr versteht, dass ohne Erweiterung der himmlischen Wege das Dasein nichtig ist. (Gem 29)  

 

Bewege diese Weisheit in Deinem Herzen!

 

Deine irdische Existenz ist bedeutungslos und sinnlos, wenn Du nicht auch Dein Himmlisches Leben lebst.

 

Der Schüler bemerkt: „Das klingt mystisch und schwer verständlich.“

 

Nun, wir wollen in dieser Sendung erklären, dass Agni Yoga uns ein ganz einfaches, praktikables Konzept empfiehlt, das hilft, unser alltägliches irdisches Leben besser zu bewältigen.

 

 

Wahres Dasein in der Höheren Welt

 

Wenn der ewige Teil Deines Wesens, Deine Seele, Dein wahres Selbst ist, folgt daraus notwendig:

 

Das Leben Deiner Ewigen Individualität in der Welt der Seele ist Dein wahres Dasein!

 

Dein Höheres Selbst existiert als unsichtbares, nicht-materielles, geistiges Wesen nicht auf der physischen Ebene, der Erde, sondern in der Unsichtbaren, der Höheren, der Geistigen Welt. Und zwar nicht erst nach dem Tod, sondern auch schon jetzt, während der irdischen Inkarnation Deines Körpers! Das ist eine Tatsache, die unabhängig davon besteht, ob Du sie glaubst oder nicht.

 

Wir kümmern Uns nicht nur um das irdische Leben, sondern mehr noch um die Überirdische Existenz. (Br II, 795)   

 

Wichtig für die Qualität Deines Lebens ist nicht die materielle, sondern die geistige Welt, in der Du Dich aufhältst!

 

Die Menschen beklagen sich oft über die Eintönigkeit ihres äußeren Lebens. Doch jedes äußere Leben besteht aus inneren Reichtümern. Das äußere Leben ist bloß der hundertste Teil des inneren. Deshalb ist das innere Leben das wahre Leben. (FW III, 520)   

 

Agni Yoga zeigt und diese Sendung erklärt, wie Du Dir der Teilnahme Deiner Seele am Dasein der Höheren Welt bewusst werden und schon während der irdischen Inkarnation dort leben und wirken kannst.

 

Lernt es, gleichzeitig in der irdischen und in der Überirdischen Welt zu leben. (Br II, 900)  

 

Wenn Du das nicht kannst, versäumst Du Dein wahres Dasein!

 

Du bist berufen, in der schönsten Welt zu leben, die Du Dir nur vorstellen kannst, in einem Paradies: Zum Beispiel als König des Geistes in einem Schloss oder als geistiger Schüler im Aschram Deines Lehrers. Aber Du schlägst diese Möglichkeiten aus und ziehst es vor, in den düsteren Niederungen einer Hölle zu verharren.

 

*****

 

„Warum ist das Leben in der Höheren Welt schon heute so wichtig? Genügt es nicht, wenn ich mich nach dem Tod darum kümmere?“

 

Wenn Du nicht lernst, in der Geistigen Welt zu leben, lässt Du schon jetzt den weitaus größeren Teil Deines Potentials brachliegen.

 

Du nutzt den wichtigeren Teil Deines Wesens gar nicht! Deine Ewige Individualität bleibt schlafend und beschäftigungslos. Das ist ebenso traurig und unsinnig, wie wenn jemand nur eine Hand gebraucht, obwohl er doch zwei hat!  

 

Der Mensch hat zwei Hände, eine für die Arbeit und eine, die dem Herzen nahe ist. Wenn eine Hand kürzer ist als die andere, nennen die Menschen das eine Missbildung. So ist es in den himmlischen wie in den irdischen Dingen. (Br II, 738)   

 

Auf nur einem Bein kann man nicht weit hinken. Der Denker sprach zu einseitig entwickelten Gesprächspartnern: „Warum beraubt ihr euch eines Beines? Auf solche Weise wird es schwer sein, nach Hause zu kommen.“ (Br II, 345)  

 

Es geht also nicht darum, sich in ein beschauliches Leben zurückzuziehen, sondern um Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde, zwischen vita activa und vita contemplativa.

 

Gleichgewicht setzt gleichseitige Anspannung voraus, da die Waagschalen dieselben Lasten tragen. Beide Schalen, die irdische wie die überirdische, werden nicht leer bleiben. Der unwissende Mensch wünscht, sich auf eine Schale zu beschränken, und dadurch bleibt die Menschheit zurück. (Br II, 345)  

 

Wir sollen wir hart auf der Erde arbeiten und zur selben Zeit am Leben der Höheren Welt teilnehmen.

 

Wahrlich, man kann das feurige Gleichgewicht erreichen, indem man gleichzeitig im irdischen und im überirdischen Leben weilt. Man darf nur nicht meinen, die Vertiefung in die Überirdische Welt löse bereits die Aufgabe des Gleichgewichts. Man muss aktiv alle Kräfte im irdischen Dasein einsetzen, doch dabei verstehen, dass ein solches Bemühen für den überirdischen Erfolg notwendig ist. Man sollte meinen, ein solches Fassungsvermögen sei nicht schwierig, doch wird es selten erreicht. Entweder verfällt der Mensch der Abstraktheit, oder er versinkt in einer gewöhnlichen Lebensweise. (Br II, 806)  

 

Ein schönes, glückliches, zufriedenes, sinnvolles, erfülltes, gelungenes und würdiges Leben erfordert:

 

Du musst schon während der Inkarnation auf der Erde nicht nur Deinen Körper, sondern auch Deine Seele ihr Leben führen lassen!

 

Wobei „leben“ mehr heißt als bloß „existieren“: Deine Seele soll doch nicht nur und wie die Tiere mehr oder weniger unbewusst dahinvegetieren! Die Synthese der Praxis des Agni Yoga ist, der Mensch der Zukunft weiß:

 

Ich bin eine Seele.  

 

Wenn Du eine Seele sein willst, musst Du auch lernen, in der Welt der Seele bewusst zu leben und bewusst zu arbeiten!

 

 

Abschnitt I: Grundlagen

Nikolaus Roerich „Glory of the Himalayas“

 

Wiederholen wir zunächst die nötigen Grundlagen:

 

 

1. Hybrider Mensch

Veronese „Zentaur“

 

Ähnlich wie ein Zentaur ist der Mensch ein hybrides Wesen: Der physische Körper ist niedrig schwingend, grobstofflich und sichtbar. Die Seele, der Feurigen Körper ist hoch schwingend, ätherisch und unsichtbar.

 

Die drei Körper des Menschen (physisch, feinstofflich und feurig) bilden eine untrennbare Einheit.

 

Du bist ein zusammengesetztes Wesen: Unten Körper, oben Seele, gleichsam Reiter und Esel gleichzeitig.

 

So treffen sich Geist und Materie und vereinigen sich im Menschen, jedes für sich bestehend und doch eine Wesenheit bildend. (TL II, 56)  

 

Der aus sichtbaren physischen und unsichtbaren geistigen Aspekten bestehende Gesamtmensch ist ein Riese: Er reicht von der materiellen Ebene bis in den Himmel hinein.  

 

Die Füße des Menschen befinden sich auf der Erde und der Kopf ist in der Feurigen Welt. (FW II, 12) 

 

Das Gesamtwesen „Mensch“ ist erst vollständig, wenn es nicht nur mit dem Körper auf der Erde, sondern auch mit der Seele im Himmel ein bewusstes Leben führt.

 

 

2. Hybride Welt

 

Die Welt besteht nicht aus Materie und Geist, sondern aus Geist-Materie (siehe die Sendung „Die Überirdische Welt“): Geist-Materie von niedriger Schwingung ist grobstofflich und sichtbar wie die Erde. Geist-Materie von hoher Schwingung ist feinstofflich und unsichtbar wie der Himmel.

 

Die Pyramide der Welten ist unten sichtbar, oben unsichtbar. Du weißt, dass es den feinstofflichen Überbau über Dir gibt. Du siehst ihn nur nicht.

 

Die drei Welten (grobstoffliche, feinstoffliche und feurige) bilden eine untrennbare Einheit.

 

Dein Körper lebt auf der untersten, der materiellen Ebene. Deine Seele, ein feinstoffliches Wesen aus Wellen und Schwingungen, lebt auf der oberen feinstofflichen, aus Wellen und Schwingungen bestehenden Ebene dieser Gesamtwelt.

 

Die Gesamtwelt ist erst wirklich und vollständig, wenn auch ihre Spitze, der Himmel, für Dich real und zugänglich geworden ist.

 

 

Abschnitt II: Neues Weltbild: Vierdimensionale Welt 

 

Wenn Du lernen willst, am Leben in der Höheren Welt teilzunehmen, musst Du zunächst verstehen, um was für eine Welt es sich handelt.

 

 

1. Kulisse, Überbau, Anschluss

 

Wir hatten in früheren Sendungen schon verschiedene Bilder gewählt, um Deine Teilnahme am Leben der Höheren Welt anschaulich zu machen (siehe die Sendungen „Der Weg des Inneren Tempels“ und „Leben in ständiger Gegenwart des Lehrers“):

 

Du kannst Dir die höchst-schwingende, geistige, Feurige Sphäre der Welten wie eine Kulisse vorstellen, vor deren Hintergrund sich Dein Leben auf der Bühne der materiellen Ebene abspielt.

 

Oder wie einen Überbau, eine geistige Ordnung, die sich wie ein Regenbogen über Deinen irdischen Aufenthaltsort wölbt.

 

Die Menschen wollen all die Erscheinungen nicht bemerken, die wie ein Regenbogen über dem Strudel des Alltagslebens strahlen. (Br II, 646)  

 

Oder Du kannst Dir ausmalen, dass Dein Aufenthaltsort auf der Erde an den Ort der Feinstofflichen Welt angeschlossen ist, der Deine Ewige Heimat ist.  

 

Wir wollen diese Vorstellungen jetzt verfeinern und vertiefen, in dem wir uns auch der wissenschaftlichen Sprache bedienen und zwei neue Konzepte einführen: Teilnahme am Leben der Höheren Welt bedeutet in einer neuen, vierten Dimension, in einer feinstofflichen Umgebung zu leben, die Du Dir wie ein Hologramm vorstellen kannst.

 

 

2. Die Höhere Welt als vierte Dimension des Daseins

 

„Gleichzeitig auf der Erde und im Himmel, in der materiellen und in der geistigen Welt zu leben, bedeutet das nicht eine Spaltung des Bewusstseins?“

 

Nein, wir sprechen im Gegenteil von einer Erweiterung, Verfeinerung und Vergeistigung nicht nur Deines Bewusstseins, sondern auch Deines ganzen Weltbildes, und vor allem Deiner Möglichkeiten: Erst jetzt erfasst Du die gesamte Realität: In wissenschaftlicher Sprache sagen wir:

 

Eine neue Dimension tut sich vor Dir auf!  

 

Du kannst Dir die Höhere Welt, den Himmel, das geistige Reich, das sich über die materielle Ebene wölbt, wie eine neue, vierte Dimension vorstellen, die zu der bekannten, alten dreidimensionalen Sphäre hinzukommt, auf die Du bisher Deine Existenz beschränkt hast.

 

„Das verstehe ich nicht. Was gibt es noch mehr zusätzlich zu der Welt, in der ich lebe?“

 

Nun, dann wollen wir uns die verschiedenen Dimensionen, aus denen unser Dasein besteht, einzeln ansehen:

 

Erste Dimension: Eine Kellerassel, die in einer engen Röhre eingesperrt ist, lebt in einer eindimensionalen Welt:

 

Sie kann sich nur auf einer Linie, in der Länge bewegen, vor und zurück, mehr nicht.

 

Zweite Dimension: Eine Kellerassel, die in einem Kellerraum haust, lebt in einer zweidimensionalen Welt:

 

Sie kann sich nicht nur vor und zurück, sondern auch nach rechts und nach links, in Länge und Breite bewegen. Sowie sie an die Wand stößt, ist ihre Welt aber zu Ende.

 

Dritte Dimension: Der Mensch lebt auf der Erde und im Weltall in einer dreidimensionalen Welt:

 

Er kann sich vor und zurück, nach rechts und nach links, nach oben und nach unten, in Länge, Breite und Höhe, im Raum bewegen.

 

Gleichwohl ist er weiter eingesperrt, ohne dass ihm das bewusst ist.

 

„Wodurch? An welche Grenze stößt er?“

 

Die Welt, in der der heutige Mensch lebt, ist begrenzt durch das Sichtbare, das Materielle.

 

Die drei Dimensionen sind die Fesseln eines Dämonen, wie jemand sagte. Derjenige, der das menschliche Bewusstsein an die drei Dimensionen fesselte, war tatsächlich ein echter Kerkermeister. Wie konnte es möglich sein, die andere schöne, höhere Dimension zu verbergen?! (FW I, 109)  

 

Unser beschränktes, am Stofflichen entwickeltes und orientiertes Vorstellungsvermögen stößt an diese Mauer und kommt über sie einfach nicht hinaus. Da gibt es eine unsichtbare, nicht-materielle Sphäre der Realität; wir aber können sie noch nicht erkennen und damit in ihr weder auftreten noch agieren.

 

Der Mensch lebt nur einen kleinen Teil seines Lebens. (U I, 110)   

 

Vierte Dimension: Für einen hybriden Geistmenschen, der aus einem materiellen und einem nicht-materiellen Teil, aus Körper und Seele besteht, kommt eine weitere Ebene der Realität hinzu: eine neue, vierte Dimension.

 

Deine Seele kann als geistiges Wesen nicht in einer materiellen, sondern nur in einer geistigen Welt existieren. (Nikolaus Roerich „Higher than Mountains“)

 

Die vierte Dimension unseres Daseins ist die Feinstoffliche, die geistige Welt, die hinter dem Schleier beginnt, der die sichtbare von der unsichtbaren Sphäre der Wirklichkeit trennt. (Bernhard Weger „Toskana im Nebel“)

 

Wenn Dein Gesamtwesen zu leben beginnen soll, musst Du lernen, auch in dieser neuen, vierdimensionalen Welt aufzutreten.

 

*****

 

Wir verstehen jetzt besser, warum Agni Yoga lehrt, dass Du in zwei Welten lebst (siehe die Sendung „Leben in zwei Welten“). Wir führen dieses Konzept sogar noch einen Schritt weiter und sagen ganz deutlich:

 

Tatsächlich gibt es gar keine zwei getrennten, sondern nur eine einheitliche Welt!

 

Wir trennen ja auch nicht das Leben in der dritten Dimension von dem in der Fläche. Vielmehr bestand die Welt der Höhe schon immer und wird von der Kellerassel nur nicht erkannt, nicht betreten und nicht genutzt.

 

Niemand würde auf die Idee kommen zu sagen: Der Mensch lebt in drei Welten, weil er in einem dreidimensionalen Universum existiert. Vielmehr schließt sein Leben im Raum natürlich das auf der Linie und in der Fläche mit ein: Es gibt nur eine einheitliche dreidimensionale Welt.

 

Der alte Mensch lebt als materielles Wesen in einer einheitlichen dreidimensionalen Welt.

 

Dementsprechend ist auch das Leben in der neuen, vierdimensionalen Welt nur eine Erweiterung des Bewusstseins, des Weltverständnisses, eine vollständigere Erkenntnis der Gesamt-Realität; das Eindringen in eine neue Sphäre der Wirklichkeit, die schon immer da war, uns ständig umgibt, aber bisher unbekannt war und daher unzugänglich blieb.

 

Ebenso wenig wie das Leben im Raum von dem in der Fläche getrennt ist, ist die geistige von der materiellen Welt getrennt.  

 

Wir stellen fest und revolutionieren damit das alte Weltbild:

 

Der Neue Mensch lebt als hybrides Geistwesen in einer einheitlichen vierdimensionalen Welt.

 

Diese Gesamtwelt ist teils grobstofflich, teils feinstofflich und teils ganz ätherisch. Jeder einzelne Ort, jeder Raum, jedes einzelne Lebewesen und jedes Materieteilchen, jedes Atom ist eine Einheit, zusammengesetzt aus dieser teils sichtbaren, teils unsichtbaren Geist-Materie.

 

Wir leben in einem Materie-Geist-Kontinuum!

 

Es gibt keine Teilung der Welten! Ebenso wenig wie eine Trennung der dritten Dimension von den anderen gibt es eine Trennung der vierten von den anderen Dimensionen!

 

*****

 

Die Geistmaterie wird nach oben, in den Höheren Welten (besser gesagt: auf den höheren Ebenen der einheitlichen Gesamtwelt), immer feiner. Ebenso wie die Luft auf der Erde in größerer Höhe immer dünner wird.

 

Die Übergänge zwischen den Welten, zwischen Himmel und Erde sind fließend.  

 

Es gibt nur eine Gesamtwelt mit dichter Geistmaterie unten und feiner oben. Ebenso wie es nur eine Erdatmosphäre mit dichter Luft unten und dünner Luft oben gibt.

 

Man muss wissen, dass die irdische Materie sehr grobstofflich ist. Auf Planeten, die niedriger als die Erde stehen, ist die Materie sehr grob; auf denen, die höher als die Erde stehen, harmoniert die Materie mit dem Geist. Daher erweist sich die Erde als Wendepunkt. Auf höheren Planeten gibt es Unvollkommenheiten, doch keinen Widerstand der Materie. Dort wird die Materie untrennbar vom Geist, ohne jede Gegensätzlichkeit. (BGM II, 161)   

 

Wie Du ein Sauerstoffgerät benötigst, um in große Höhen mit dünner Luft aufzusteigen, benötigst Du den Feurigen Körper, um in der vierten Dimension, in der Feurigen Welt, im Himmel zu leben, der aber immer noch Teil der einheitlichen Gesamtwelt ist.  

 

*****

 

Die vierte Dimension existiert, auch wenn Du sie noch nicht sehen kannst. Sie ist die Welt der Gedanken, Ideen, Vorstellungen, Ideale und Träume; der Bilder, die Du Dir von Dir selbst, von anderen und von den Verhältnissen machst; der Bereich des Gedankenschaffens, in dem Deine Gedanken und Gefühle Realitäten sind. Sie ist die Daseinsebene, in der Du Dich im Schlaf und nach dem Tod aufhältst.

 

Die Erkenntnis, dass wir hier auf der physischen Ebene in zwei Welten leben, hindert uns nicht an der geistigen Arbeit, ungeachtet der Tatsache, dass der Denkprozess bereits auf der feinstofflichen Ebene wirkt, denn der Verstand gehört der vierten Dimension oder dem Bereich der Metaphysik an. (HR II/2, 483, 484, Brief vom 23.04.1938)

 

„Ich verstehe das noch nicht ganz. Gibt es ein ganz einfaches Beispiel für ein Ding, das der vierten Dimension angehört?“

 

Nun, über das offensichtlichste Beispiel hatten wir schon oft gesprochen: Jeder Mensch, jedes Tier, jeder Gegenstand, zum Beispiel eine Antiquität, jeder Ort hat seinen geistigen feinstofflichen Aspekt, der „Aura“ genannt wird. Man kann sie nicht sehen, aber es gibt sie. Mancher spürt sie, mancher nicht.

 

In wissenschaftlicher Sprache ist die Aura eine Realität der vierten Dimension, die Du wahrnimmst, wenn Du Deine inneren Sinne öffnest.

 

Die Aura ist die Ausdehnung einer materiellen Sache in die vierte Dimension, in die Geistige Welt hinein.

 

Sie ist von den Gegenständen der materiellen Welt untrennbar und umgibt sie auf einer Ebene der Realität, die für uns unsichtbar ist.

 

Wie Dein Feuriger Körper eine Fortsetzung Deines physischen Körpers in die vierte Dimension hinein ist, so ist die Geistige, die Feurige Welt, der Himmel die Fortsetzung der physischen Welt in die vierte Dimension hinein.

 

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Die vierte Dimension ist die innere Ebene. Wenn wir sagen: Der Tempel ist im Herzen, das Reich Gottes ist in Dir Selbst, heißt das in wissenschaftlicher Sprache: Deine Seele lebt auf der inneren Ebene, in der geistigen Welt, in der vierten Dimension in einem Heiligtum.

 

Die psychische Energie wird das Organ der vierten Dimension genannt. Diese Dimension selbst ist natürlich bedingt, sie drückt nur die Verfeinerung sämtlicher Gefühle aus. Eine große Verfeinerung verleiht die Möglichkeit, überirdische Bedingungen zu verstehen. Doch wenn die Nomenklatur eine vierte Dimension aufgestellt hat, möge dies so sein, wenn man nur nicht wieder auf zwei Dimensionen zurückkommt. (Br I, 36)   

 

 

3. Die Höhere Welt als Hologramm

 

„Aus welchem Stoff besteht eigentlich die Welt der Seele?“

 

Die Geistige Welt, in der Deine Ewige Individualität lebt, ist eine Sphäre aus höchst feinstofflicher, ätherischer Materie.

 

Sie besteht wie Töne, Licht, Gerüche oder Musik aus Strahlen, Schwingungen oder Wellen.

 

Du bist ein Lichtwesen, bestehend aus Wellen oder Schwingungen, wie wir in der Sendung „Übung Feuriger Zustand“ besprochen hatten. Ein solches Geschöpf lebt natürlicherweise in einer Welt aus Wellen oder Schwingungen.

 

*****

 

Du kannst Dir die Feinstoffliche Welt, die um Dich herum besteht und Dich durchtränkt, wie das geheimnisvolle Element Äther vorstellen, nach dem Wissenschaftler und Okkultisten seit Jahrhunderten suchen: Ein ganz, ganz feiner Stoff, in dem die Objekte aus grober Materie gleichsam schwimmen.

 

Oder denke Dir ein Glas, das mit Sand gefüllt ist. Das ist die materielle Welt. Jetzt gießt Du Wasser in das Glas: Das ist die Feinstoffliche Welt, die alles umgibt und sättigt.

 

Wir führen diese Vorstellung weiter:

 

Die ätherische Materie der Feinstofflichen Welt nimmt konkrete Formen an.

 

Stelle Dir die Feinstoffliche Welt um Dich herum ähnlich wie ein Hologramm vor.  

 

Also wie ein Gebilde, das zwar aus Materie besteht, aber aus so feinstofflicher, dass sie nicht greifbar ist. Der einzige Unterschied zu einem „normalen“ Hologramm ist: Letzteres ist jedenfalls sichtbar, während die Feinstoffliche Welt aus noch feinerer Materie besteht und daher wie Schwingungen oder Wellen unsichtbar ist.

 

*****

 

Das griechische Wort „Hologramm“ bedeutet übersetzt „Abbild der gesamten Wirklichkeit“. Insofern benutzen wir es vollkommen zutreffend, wenn wir es jetzt auf die aus Materie und Geist bestehende Gesamtrealität beziehen.

 

Wenn wir also im Folgenden von einem Hologramm sprechen, meinen wir ein feinstoffliches Gebilde, einen Licht-, Wellen- oder Schwingungskörper, der im Raum schwebt, Dich durchdringt und um Dich herum besteht, der nicht sichtbar, aber spürbar ist.

 

*****

 

Dein Lichtwesen ist ein Hologramm, wie wir schon in der Sendung „Die Seele zum Leben erwecken“ besprochen hatten.  

 

Deine feinstoffliche Umgebung ist ebenfalls ein Hologramm.  

 

Dieses Hologramm, die geistige Welt, in der Du lebst, erschaffst Du selbst, wie wir jetzt besprechen werden.

 

 

Abschnitt III: Die Höhere Welt selbst erschaffen

 

Wir hatten schon in der Sendung „Die Überirdische Welt“ gesagt: Alles, was in der Höheren Welt besteht, wird von unseren eigenen Gedanken und Gefühlen geschaffen.

 

 

1. Gedankenschaffen

 

Deine Ewige Individualität wird von Deinen eigenen Gedanken und Gefühlen erschaffen. Du bist, was Du denkst (siehe die Sendungen „Übung Feuriger Zustand“ und „Die Seele zum Leben erwecken“).

 

Ebenso wird die Welt der Seele von Deinen eigenen Gedanken und Gefühlen erschaffen. Das gilt für Deine Existenz im Jenseits nach dem Tod genauso wie für die Daseinsebene, auf der Deine Seele in ihrer Welt schon jetzt während der irdischen Inkarnation lebt.

 

Die vierte Dimension, die Geistige Welt, der Himmel um Dich herum wird von Dir selbst errichtet!

 

Das ist der wissenschaftliche Hintergrund der Kernaussage Schopenhauers, über die wir schon so oft gesprochen hatten:

 

Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.

 

Du schaffst Dir mit Deinen Gedanken eine eigene, virtuelle Welt, wie bei einem Computerspiel.

 

Die Welt, mit der jeder Geist in Berührung steht, ist der Ausdruck seines Strebens. (U II, 329 [729])   

 

*****

 

Wenn Du am Leben der Höheren Welt teilnehmen willst, musst Du die vierte Dimension bewusst gestalten. Irgendeine Seelenwelt besteht immer um Dich herum. Meist jedoch ist es eine ungeordnete, chaotische, sinnentleerte Welt, wie in Deinen Träumen. Es kommt darauf an, aus Deiner feinstofflichen Umgebung ein schönes Hologramm, ein Paradies zu machen.

 

„Das klingt phantastisch! Wie kann ich die nicht-materielle Welt um mich herum gestalten und einen strahlend schönen Ort aus ihr machen?“

 

Dieses Hologramm schaffst Du nicht mit technischen Mitteln wie etwa einem Projektor, sondern durch Deine geistige Kraft.

 

„Wie soll ich mir das vorstellen?“

 

Du projizierst Deine psychische Energie in den Raum und baust so ein Hologramm, eine Licht- oder Schwingungsform auf.

 

Dieses Gebilde aus feinstofflicher Materie ist eine geistige Realität und entsteht allein schon durch Deine Vorstellung.

 

 

2. Feinstoffliche Materie unterliegt dem Einfluss des Gedankens

Alexander Calder „Mobile“

 

Wir haben es mit einem scheinbar phantastischen Phänomen zu tun! In wissenschaftlicher Sprache sagen wir:

 

Materiellen Dinge formst Du mit der Hand, mit Apparaten und anderen physischen Geräten. Feinstoffliche Dinge formst Du mit geistiger Kraft. Hier ist ein Merksatz von unermesslicher Bedeutung:

 

Die Materie der Geistigen Welt um Dich herum ist so feinstofflich, dass sie dem Einfluss Deiner Gedanken unterliegt!

 

Sie ist so ätherisch, zart und fein, dass sie nicht mit groben, mechanischen, technischen Mitteln, sondern mit Gedanken und Gefühlen bearbeitet, gestaltet und geformt wird.

 

„Kaum glaublich. Wie kann ich mir das in der praktischen Anwendung vorstellen?“

 

Bilden wir ein Beispiel: Die Lehre spricht von einem Experiment mit einer Art Mobile, einer sogenannten Gedankenharfe. Dabei werden von der Decke herabhängende Fäden durch die Kraft des Gedankens bewegt.

 

Der Gedanke kann Körper und feste Gegenstände bewegen. Ebenso muss ein Gedanke aus dem Raum sich auswirken. Dafür kann man auf Experimente hinweisen, die bereits vor vielen Jahrhunderten durchgeführt wurden. An der Decke einer Wohnung befestigte man viele Fäden verschiedener Stärke und Farbe, und nachdem man die Wohnung in einen ruhigen Zustand versetzt hatte, sandte man Gedanken aus. Die sogenannte Harfe des Geistes begann zu schwingen, wobei man bemerken konnte, wie bestimmte Gedanken Fäden von bestimmter Farbe berührten; dann beobachtete man, wie aus der Ferne gesandte Gedanken einwirken können. (AUM 16)   

 

Die Menschen denken nicht, dass Saiten unter den Strömen des Denkens erklingen können. (Br II, 53)   

 

Wenn derartige materielle Objekte wie Fäden und Saiten der Einwirkung Deiner Gedanken unterliegen, kannst Du Dir dann nicht vorstellen, dass die feinstoffliche Geist-Materie um Dich herum erst recht von Deinen Gedanken beeinflusst werden kann?

 

*****

 

Noch ein Beispiel: Wir hatten schon besprochen (Sendung „Psychische Energie“): Die Aura und das Sperrnetz, die Dich umgeben, werden von Deinen Gedanken und Gefühlen geschaffen und von Deiner psychischen Energie gespeist.

 

Warum sollst Du dann nicht auch andere größere ätherische, feinstoffliche Gebilde wie ein Hologramm um Dich herum schaffen und am Leben halten können? Du projizierst Deine psychische Energie in den Raum und schaffst dadurch ein Gedankengebilde. Du kannst es wie eine Ausdehnung Deiner Aura ansehen.

 

Indem wir den Raum mit einem angespannten Gedanken sättigen, kleiden wir Teile unseres Strebens in eine bestimmte Gestalt. Wir erschaffen so aus der elementaren Materie die von uns gewünschte Gestalt. Dieses Gebilde bleibt in der Nähe seines Entstehungsortes und wird durch unsere Gedanken gefestigt. Die Augen eines Kindes oder ein verfeinertes Bewusstsein können dieses Gebilde erfassen. (AY 633)   

 

*****

 

Wir erinnern uns auch an den Einfluss des Blickes (Sendung „Erweiterung des Bewusstseins“). Die Wissenschaft der Quantenphysik bestätigt, dass wir allein durch unseren Blick auf kleinste Materieteilchen einwirken: Es wurde nachgewiesen, dass Elektronen schon durch den bloßen Akt der Beobachtung beeinflusst werden.

 

Der Blick eines entwickelten Menschen wirkt auf Wesenheiten; selbst unter der Linse eines Mikroskops werden die kleinen Wesen unruhig und spüren die Ströme der Augen. (FW II, 365)  

 

Ebenso natürlich unterliegen dann noch viel feinere Teilchen, die feinstoffliche Atmosphäre um uns herum der Einwirkung unserer Gedanken und Gefühle.

 

*****

 

Wir hatten auch über das Experiment der Verdichtung des Astralkörpers gesprochen (Sendung „Die Seele zum Leben erwecken“). Ebenso kannst Du Dir das Hologramm als eine Verfestigung, Verdichtung Deiner Gedankenwelt vorstellen.

 

Jeder Gedanke, der den Raum sättigt, lässt eine Form entstehen. (U II, 720 [320])

 

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„Kannst Du ein praktisches Beispiel aus dem täglichen Leben geben?

 

Bei der Übung „Leben in ständiger Gegenwart des Lehrers“ visualisierst Du Dich als Schüler zu Füßen Deines Lehrers. Damit projizierst Du ein solches Bild in den Raum und gestaltest Deine feinstoffliche Umgebung.

 

 

3. Eigene Welt errichten

 

Deine Ewige Individualität lebt nicht in der irdischen, sondern in ihrer eigenen Welt, die ganz anders aussieht als die materielle Ebene, auf der Deine vergängliche Persönlichkeit weilt.

 

„Das verstehe ich nicht. Wo lebt sie denn? Kannst Du das noch anschaulicher machen?“

 

Denke an das Bild vom Reiter und dem Esel. Der Esel lebt in einer sehr begrenzten Sphäre: Er hat den Kopf zur Erde gesenkt und sieht vielleicht 5 oder 10 Meter weit. Der Reiter dagegen lebt in einer viel ausgedehnteren Welt: Er blickt in die Ferne, zu den Höhen und sieht weit in den Kosmos, in die Ewigkeit hinein. Vor allem aber nimmt er viel deutlicher als der Esel die Geistige Welt um ihn herum und was dort vor sich geht wahr.

 

Der erste Schritt, um praktisch am Leben der Höheren Welt teilzunehmen ist, diese Sphäre zunächst einmal zu erschaffen. Gestalte bewusst diese feinstoffliche Materie, den Äther um Dich herum!

 

Errichte in Gedanken die höchste Welt, die Du Dir nur vorstellen kannst, Dein persönliches Paradies. Dadurch schaffst Du ein Hologramm, eine Atmosphäre, eine geistige Welt von hoher Schwingung um Dich herum, und lebst dann tatsächlich an jedem physischen Ort wie im Himmel.

 

So bereitet der Mensch sich seine Situation in der Überirdischen Welt selbst. (Br II, 860)   

 

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Lerne, selbst inmitten der alltäglichen Arbeiten und Sorgen ständig in Deinem Paradies zu leben.

 

Nur wenige stellen sich ihre Existenz in der Überirdischen Welt vor. Auch jene, die von der Überirdischen Welt gelesen haben, tragen nur selten das Wissen des Gelesenen in sich. Sie sind noch nicht einmal fähig, von einem zukünftigen Leben zu träumen. Ihr Vorstellungsvermögen erlaubt es ihnen nicht, sich einen würdigen Aufenthalt jenseits der irdischen Grenzen zu wünschen. Indessen könnten sich solche Träume, wenn sie stark wären, in der Überirdischen Welt in Realität verwandeln. Es ist der Gedanke, der dort schafft; möge er bereits im irdischen Leben die Festung einer künftigen Heldentat erbauen. (Br II, 882)   

 

Als geistiger Schüler wirst Du in Gedanken um Dich herum ein Heiligtum errichten, wie wir es in der Sendung „Der Weg des Inneren Tempels“ schon besprochen hatten.   

 

Du kannst über den materiellen Ort, an dem Du lebst und arbeitest, ein Hologramm mit der reinen, heiligen und feierlichen Schwingung einer Kirche wölben. (Messina „Hl. Hieronymus“)

 

Das Ideal schwebt über uns, wie des Webers Muster über seinem Webstuhl hängt. (TL II, 62)

 

Das Ergebnis dieser Übung ist: Du lebst in der geistigen Welt eines Heiligtums, in einer Schwingung von Heiligkeit, Ruhe, Frieden, Freude und Feierlichkeit, gleichgültig wie Dein Aufenthaltsort materiell beschaffen ist. In einer solchen Atmosphäre bewegst Du dich ruhig, würdig und ohne Hast, Niedergeschlagenheit oder Gereiztheit.

 

*****

 

Die Projektion eines Hologrammes um Dich herum ist kein Luxus, kein Glasperlenspiel und keine meditative Nabelschau, im Gegenteil: Die Welt aus Wellen und Schwingungen um Dich herum besteht ohnehin. Du musst sie ordnen, sonst herrscht dort das Chaos.

 

Daher ist es für einen Yogi von Nutzen, einen gut abgestimmten Kreis um sich herum zu haben, um den sich nahenden kosmischen Wellen eine gewisse Form zu verleihen. (Hier 397)   

 

Bedenke, wie unendliche viele Wellen, Schwingungen und Strahlungen Dich umschwirren und sogar durchdringen: Radio-, Fernseh-, Telefon-, und Internetwellen, außerdem die Ausstrahlungen der Gedanken, Gefühle und Instinkte der anderen Menschen.

 

Mache Dir nur deutlich: 90 % dieser Strahlen sind negativ!  

 

Schlechte Nachrichten, Weltuntergangsgeschichten, Pornofilme, Western, Krimis, hässliche Gedanken, böse Gefühle und so weiter.

 

Ein böser Mensch wird durch all die verderblichen Einflüsse entwaffnet. Nicht die Überirdische Welt umgibt ihn dann, sondern Finsternis. (Br II, 866)   

 

Indem Du ein schönes Hologramm projizierst, harmonisierst Du die Schwingungen jedes Raumes, in dem Du Dich aufhältst.

 

Ein erweitertes Bewusstsein wirkt harmonisierend auf die Bewusstseine in seiner Umgebung und sogar auf die Atmosphäre ein. So entsteht ein Magnet eigener Art, der die Umgebung anzieht und verwandelt. (Br II, 796)

 

Dieses Ordnen des Raumes um Dich herum ist die Vorstufe zu der noch größeren Fähigkeit eines Hohen Lehrers, die Schwingung seiner Umgebung auf weite Entfernung zu erhöhen.

 

Die Ausstrahlungen eines reinen irdischen Lehrers erhöhen die Schwingungen von allem, was ihn umgibt, oft über eine ungeheure Ausdehnung. Dadurch wird nicht nur der Raum gereinigt, sondern oft werden auch die Feuer der Individuen entfacht, die den Lehrer umgeben. Aus diesem Grund galt es in früheren Zeiten als ein großes Privileg, in der Nähe eines Lehrers zu leben und ihm zu dienen, da dies die Möglichkeit bot, sich mit seiner Aura zu verbinden. (HR I/3,165, Brief vom 09.07.1935)

 

*****

 

Das Hologramm ist das tragbare Paradies, das nach den Worten Yoganandas immer um Dich herum besteht und das Du überall hin mitnimmst. Das ist keine Illusion, sondern eine feinstoffliche Realität und damit ebenso spürbar wie Deine Aura. Du hüllst die Menschen, denen Du begegnest, in Dein Hologramm. Sie werden dann unbedingt die Schönheit, Größe und Erhabenheit der geistigen Welt spüren, in die Du sie einschließt.

 

Es umgibt Dich die Aura eines Heiligtums!

 

„Kannst Du ein Beispiel geben?“

 

Ich habe einmal bei einer geschäftlichen Besprechung neben dem berühmten Boxer Max Schmeling gesessen. Auch wenn er fast nichts gesagt hat und sehr bescheiden aufgetreten ist: Ich war in seiner Welt, in der Aura eines Weltmeisters und internationalen Stars, und fühlte mich dadurch geehrt und erhoben.

 

Ebenso kannst auch Du die virtuelle Welt, die reine Atmosphäre eines Tempels um Dich herum schaffen und so jeden erheben, der sich Dir nähert und in Deinen Lichtkreis eintritt.

 

 

4. Eigene Welt verteidigen

 

Es ist relativ leicht, ein feinstoffliches Heiligtum um Dich herum zu errichten, in dem Du lebst. Die Schwierigkeit besteht darin, diese höhere Realität während des alltäglichen irdischen Lebens zu verteidigen.

 

Ob das Hologramm bestehen bleibt oder nicht, hängt von seiner Speisung durch Deine psychische Energie ab. Deshalb spricht Agni Yoga so oft von „Sättigung des Raumes“.

 

*****

 

Das Hologramm mitten im normalen Alltag aufrecht zu erhalten, ist ein harter Kampf! Zuerst musst Du Deine ganze geistige Kraft aufbringen, um Deine eigene Schwingung hoch zu halten, sonst kannst Du die Deiner Umgebung auch nicht erhöhen. Außerdem hast Du mit den niedrigen Schwingungen von anderen Menschen zu kämpfen, die Deine Lichtwelt, ob sie es beabsichtigen oder nicht, zu zerstören drohen.

 

 

Übung: Wachsamkeit

Nikolaus Roerich „Warrior of Light“

 

Ein Agni Yogi ist in jedem Augenblick wachsam, konzentriert und auf ein Ziel fokussiert: In seinem Bereich die geistige Welt eines Heiligtums erhalten.

 

Das ist die feinstoffliche, die innere Arbeit Deiner Seele in Deinem wahren Dasein, die Du ständig parallel zu der physischen Arbeit Deines Körpers auf der materiellen Ebene leisten musst.

 

*****

 

Mit Deinen Gedanken und Gefühlen baust Du die Höhere Welt nicht nur auf, sondern zerstörst sie auch wieder.

 

Das Hologramm um Dich herum ist sehr empfindlich. Der geringste Anstoß kann es auslöschen, es besteht ja nur aus Schwingungen! Du musst äußerst behutsam mit ihm umgehen. Du musst Dich ganz vorsichtig verhalten, bewegen, sprechen und handeln, so als ob Du ein höchst zerbrechliches Gefäß oder Sprengstoff tragen würdest, der bei der geringsten Unachtsamkeit zur Explosion kommen kann!

 

Der materiell inkarnierte Mensch ist in der Lichtwelt wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen: Die geringste unbedachte Bewegung, das kleinste unbeherrschte Gebrüll schlägt sogleich die mühsam geschaffene feinstoffliche Herrlichkeit in Scherben!

 

Wie in der Kirche oder im Konzert schon ein leises Hüsteln die Feierlichkeit der Atmosphäre stört.

 

„Was bedroht meine eigene Höhere Welt?“

 

Vor allem Du selbst!

 

Seelengifte wie Alkohol, Rauchen, zu viel oder zu schwer essen; negative Stimmungen wie Niedergeschlagenheit, Gereiztheit, Hektik usw. sowie sonst Gedanken, Gefühle, Worte und Taten, die nicht mit dem Ideal übereinstimmen, setzen Deine Schwingung herab.

 

Die Folge ist: Dein Feuriger Körper bricht zusammen und hört auf, zu existieren. Dann kannst Du nicht mehr am Leben der Feurigen Welt teilnehmen. Sie besteht zwar weiterhin um Dich herum, Du aber bist von ihr abgeschnitten, weil Dir das Vehikel fehlt, um in ihr zu leben.

 

Ebenso stürzt die hoch schwingende geistige Realität des Tempels ein, auch dieses Hologramm löst sich auf. Es bildet sich stattdessen eine andere feinstoffliche Umgebung von niederer Schwingung.

 

Du vertreibst Dich selbst aus Deinem Himmel.

 

Jeden Tag und jede Stunde nähert sich der Mensch der Höheren Welt oder entfernt sich von ihr. (AUM 119)   

 

*****

 

Bedenke auch: Wenn Du Radio hörst, Fernsehen siehst, ins Kino gehst oder ein Buch liest, begibst Dich in fremde Welt!

 

Das sind nicht Deine Träume! Du konsumierst die vorgefertigten Träume von anderen.

 

Achte also sehr genau darauf, ob es eine schöne und würdige gedankliche Welt ist, die Du betrittst und an deren Leben Du teilnimmst. Wie heißt es so schön:

 

Fools rush in where angels fear to tread. (Alexander Pope)

 

Wo Engel sich nicht bewegen, dort sollte auch ein Geistmensch sich nicht aufhalten.

 

 

Praxistipp: Radio und TV ausschalten

Nikolaus Roerich „Brahmaputra“

 

Aus geistiger Perspektive ist es eine überaus schädliche Unsitte, in jedem Moment der Muße sogleich das Radio oder den Fernseher einzuschalten (oder sie gar den ganzen Tag laufen zu lassen!): Damit schaltest Du Deine Phantasie aus und machst Dir die schöpferische Arbeit an dem Kunstwerk Deiner eigenen Welt unmöglich.

 

 

Übung: Innere Arbeit geht vor

 

Wenn sich ein Hindernis oder eine Schwierigkeit, Not oder Leid, Selbstzweifel, Niedergeschlagenheit oder Gelüste vor Dir auftürmen, hast Du zwei Aufgaben, eine irdische und eine überirdische: Zunächst musst Du die Ruhe bewahren, Dein Paradies wiederherstellen und nicht zulassen, dass Deine Schwingung oder die Deiner Umgebung absinkt.

 

Erst danach lautet Deine zweite Aufgabe: Vom höheren Standpunkt Deiner Höheren Welt aus Deine Überlegenheit ausspielen und mit Hilfe Deiner Verbindung zur Hierarchie (die nur dann besteht, wenn Du an den Himmel angeschlossen bist!) die beste Lösung finden, die in der Situation gerade möglich ist.

 

Herr, gib mir die Kraft, das zu ändern, was ich ändern kann; die Gelassenheit, das zu ertragen, was ich nicht ändern kann; und die Weisheit, zwischen beidem die rechte Unterscheidung zu treffen. (Franz von Assisi) (Nikolaus Roerich „Franz von Assisi“)

 

 

Abschnitt IV: Vorstellung beleben 

 

„Ich habe Schwierigkeiten dabei, mit Gedanken und Gefühlen meine eigene Welt zu errichten, dort einzuziehen und dann auch darin zu leben. Kannst Du mir helfen, dass das etwas leichter gelingt? “

 

Der Weg sieht so aus: Mache Dir zunächst eine Vorstellung von der feinstofflichen Welt, dem Himmel, in dem Du leben willst.

 

Dann kannst Du das Bild zu einem Hologramm verdichten und dieses schließlich beleben.

 

Wie Diese scheinbar phantastische Übung im Einzelnen durchgeführt wird, werden wir jetzt besprechen. Zunächst müssen wir kurz Wesen, Bedeutung und Macht der Vorstellungskraft erläutern.

 

 

1. Bedeutung und Macht der Vorstellung

 

Die Vorstellungskraft hat eine unermessliche Bedeutung für das Leben in der Höheren Welt: Die gesamte Realität dort wird durch Deine Phantasie geschaffen!

 

Das, was Du Dir vorstellst, wird in der Feinstofflichen Welt um Dich herum zu Wirklichkeit!

 

Erinnert euch, wie ein Raja sich ein herrliches Schloss wünschte und dieses auch erhielt; doch als er es betrat, dachte er an einen angreifenden Tiger; dieser erschien und riss ihn in Stücke. (Gem 168)  

 

Auch die Errichtung eines materiellen Bauwerkes auf der Erde beginnt mit einer Vorstellung, einer Idee, einem Plan. Nicht anders ist es in der Höheren Welt, nur dass hier das Gedankenschaffen genügt und die physische Ausführung entfällt, weil es hier ja keine materielle Ebene gibt.

 

Also errichtest Du Deinen Himmel, das Hologramm eines Tempels aus feinstofflicher Materie, nur mit Hilfe Deiner Phantasie.

 

Wenn Du spielst, wenn Du träumst, wenn Du phantasierst, dass Du in einem Tempel lebst, besteht in der Feinstofflichen Welt um Dich herum tatsächlich ein Tempel!  

 

*****

 

In der Welt des Geistes ist alles möglich!

 

„Wie meinst Du das? Ich kann alles erschaffen, was ich will?“

 

Ja! Deiner Schaffenskraft sind dort keine Grenzen gesetzt!

 

Daher sollte man nicht fürchten, dass etwas unmöglich sei. Alles ist vorstellbar, denn alles existiert. (Herz 417)  

 

Ein Mensch mit breit angelegter Bildung sollte auch über ein weitgefasstes Vorstellungsvermögen verfügen. Für ihn verringert sich das Unmögliche, und es tut sich ihm ein weites Blickfeld alles Möglichen auf. (Br II, 568)  

 

Die einzige Grenze ist Dein Vorstellungsvermögen: Nur das, was Du Dir nicht vorstellen kannst, kannst Du auch nicht verwirklichen!

 

Wie kann ein Mensch gedanklich schaffen, der noch nicht einmal imstande ist, sich den gewünschten Zustand vorzustellen? Wie kann er an die Verfeinerung von Formen denken, wenn er sie sich nicht in Gedanken vorstellt und versucht, seine Umgebung so zu gestalten, dass sie höherer Wesen würdig ist? (FW I, 645)   

 

Erweiterung der Vorstellung bedeutet Erweiterung des Bewusstseins, bedeutet Erweiterung der Realität, bedeutet Erweiterung der Möglichkeiten.  

 

Wir hatten in der Sendung über „Sexualität“ schon gesagt: Der Mensch der Zukunft erschafft seine Nachkommen nicht durch physische Zeugung, sondern durch Vorstellung, Wille und Yoga. Ebenso errichtet er die Welt der Zukunft durch seine geistige Kraft.

 

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Je schöner Deine Vorstellung ist, desto herrlicher wird das Kunstwerk sein, das Du schaffst.

 

Jeder Geist schafft sich seine eigene Welt, und die Schönheit oder Hässlichkeit der geschaffenen Welt hängt von der Qualität des Bewusstseins ab. (U II, 719 [319])   

 

Ein beschränktes Vorstellungsvermögen wird nur einen armseligen Bau errichten.

 

Jeden Tag kann man über ein besseres Leben jenseits der Grenzen der Erde schön nachdenken. Je schöner die Vorstellung, desto bessere Möglichkeiten werden dort geboren, wo der Gedanke herrscht. (FW III, 567)   

 

*****

 

Ohne Phantasie ist kein Fortschritt möglich. Zuerst kommt der Traum, die Vorstellung, dann die Verwirklichung.

 

Ohne Vorstellungskraft kann keine Arbeit auf eine höhere Stufe geführt werden. Achtet auf das treffende Wort „Vorstellungskraft“. Sie ist keine Phantasterei und kein böser Winkelzug. Sie ist das Auffinden höherer Bilder, die Realisierung hoher Begriffe. Vorstellungskraft ist immer real und wahr. Es ist nicht darstellbar, wo diese Wahrheit wohnt, doch sie existiert. (Br II, 491)   

 

Wer keine Träume mehr hat, kann auch keine bessere Zukunft schaffen.

 

Wie kann man fortschreiten, wenn es keine Macht der Vorstellung gibt? (Herz 8)  

 

Nur eine unentwickelte Vorstellung kann das Universum derart beschränken. Deshalb bin Ich so sehr um die Entwicklung des Vorstellungsvermögens besorgt, das die Grundlage des Strebens zu den höheren Welten ist. (FW I, 644)    

 

Vorstellung von der Zukunft ist eine Vorausschau dessen, was kommen kann und kommen wird.

 

Es ist unbegründet, mit Vorstellungsvermögen begabte Menschen als Träumer zu bezeichnen. Der Traum eines erleuchteten Geistes wird eine reale Vorausschau sein. (Br II, 568)  

 

Denke einmal über diese Weisheit nach:

 

Unsere Wünsche sind die Vorboten der Fähigkeiten, die in uns liegen. (Goethe)  

 

*****

 

„Ist meine Phantasie nicht völlig willkürlich und ohne jede Grundlage?“

 

Nein. Sie wird ganz entscheidend durch das geprägt, was Du in früheren Existenzen auf der Erde oder in der Höheren Welt tatsächlich schon erfahren hast. Deine Phantasie besteht zu einem großen Teil aus Erinnerungen an frühere Erlebnisse.

 

Die Vorstellung wird nicht nur durch Erinnerungen aus vergangenen Leben, sondern auch durch die gegenwärtige Tätigkeit gespeist. Nimmt der Geist am Leben der fernen Welten, der Feinstofflichen Welt oder der Astralwelt teil, spiegeln sich die Erinnerungen dieser Erlebnisse häufig als Vorstellung wider. (FW III, 62)   

 

Wenn jemand also vom Aschram des Lehrers als seinem Himmel träumt, war er wahrscheinlich in einem früheren diesseitigen oder Jenseitigen Leben tatsächlich ein Schüler in einem solchen Heiligtum.

 

 

2. Vorstellung als Vorstufe der Wahrnehmung

 

Erweiterung der Vorstellung ist der erste Schritt zu höherer Erkenntnis, denn was Du Dir nicht vorstellen kannst, wirst Du auch nicht wahrnehmen oder für wahr halten. In dem Du den Bereich des Denkbaren und des Möglichen ausweitest, erweiterst Du die Wirklichkeit, in der Du lebst! Wir entdecken ein praktisch höchst bedeutsames Prinzip:

 

Du willst lernen, die Höhere Welt, die Feinstoffliche Realität um Dich herum zu sehen? Dann stelle sie Dir zuerst vor!

 

Möge jeder erzählen, wie er sich die fernen Welten vorstellt. Jeder wird Recht haben, wenn er seine Vorstellungskraft anspannt, da alles, entschieden alles existiert. Unsere Vorstellungskraft vermag immer nur einen kleinen Teil der Wahrheit widerzuspiegeln. (Br II, 201)   

 

Es hat nichts Mystisches, die Jenseitige Welt zu betreten und zu beginnen, sich dort zurechtzufinden. Das geschieht am besten dadurch, dass Du Deine Phantasie spielen lässt. So begibt sich Deine Ewige Individualität – wie im Schlaf, aber diesmal bewusst – in das Reich der Träume, was nur ein anderer Name ist für die Welt der Seele.

 

Wenn Du dort erst einmal bist und eine Zeit lang verweilst, machst Du Dich auch empfänglich für das, was dort neben Deiner eigenen Vorstellung sonst noch vor sich geht.

 

Phantasie ist die Gabe, unsichtbare Dinge zu sehen. (Jonathan Swift)

 

*****

 

Wenn Du die Feinstoffliche Welt durch Deine eigenen Gedanken überhaupt erst erschaffst, ist es logisch zwingend, dass Du sie Dir zunächst vorstellen musst, bevor Du genauer sehen kannst, was sich dort abspielt.

 

Ohne dass Du Dir sie vorstellst, gibt es die Höhere Welt gar nicht!

 

In Deinen Träumen versetzt Du Dich in eine ganz bestimmte Welt und ziehst dadurch die Feinstofflichen Wesen an, die zu dieser Sphäre gehören (einen Tiger, wenn Du an einen Tiger denkst, und Deinen Lehrer, wenn Du an seinen Aschram denkst).

 

„Nur weil ich mir Napoleon oder meinen Lehrer vorstelle, erscheinen diese doch nicht!?“

 

Nein, aber wie wir schon oft besprochen hatten (Sendungen „Der Weg des Inneren Tempels“ und „Leben in ständiger Gegenwart des Lehrers“), kannst Du Dich in Deiner Vorstellung an die Geistige Welt anschließen, in der sie leben.

 

Das ist keine Theorie. Die Kinder machen es ebenso und leben auf wunderbare Weise in ihrer Phantasiewelt, was heißt: in der Feinstofflichen Welt. Mache es ihnen nach, dann wirst Du sehen: Du kannst auch dort leben!  

 

Auch die Übung „Leben in ständiger Gegenwart des Lehrers“ geht so vor sich, dass Du Dir das Bild Deines Lehrers vor Augen hältst. Und die Übung „Verlagerung des Bewusstseins in das Höhere Selbst“ so, dass Du das Ideal Deiner Ewigen Individualität visualisierst.

 

 

3. Gefahren des Träumens

 

Oft ist ein Träumer jemand, der sich vom normalen alltäglichen Leben zurückzieht und seine irdischen Aufgaben vernachlässigt.

 

Oder ein Hans guck in die Luft, der in Gefahr gerät, weil er nur in den Himmel schaut und den Blick für die Realität auf der Erde verliert.

 

Du aber träumst nicht, um vor der Wirklichkeit zu flüchten. Im Gegenteil, Du willst das irdische Leben dadurch verklären, dass Du Deinen Traum im Alltag verwirklichst. Den ständigen Konflikt zwischen dem heißgeliebten Ideal und der kalten materieller Realität musst Du aushalten und überwinden.

 

„Eine wahrhaft existentielle Frage. Wie kann ich das?“

 

Indem Du daran arbeitest, die irdischen Gegebenheiten Deinem Traum anzupassen.

 

 

Praxistipp: Nicht sich selbst erhöhen

 

Du darfst Dich aber auch nicht sich selbst erhöhen, Dir nichts einbilden, Dich und Deine Welt nicht für größer oder edler halten, als sie tatsächlich sind. Ein Schüler darf sich nicht zum Lehrer machen. Wir wollen nicht zu den vielen Spinnern gehören, die sich für Reinkarnationen von Nofretete oder eines großen Heiligen halten.

 

Man darf nicht der Scheinheiligkeit verfallen und sich etwas vorstellen, was nicht existiert. (Br II, 552)   

 

Du kannst solche weit verbreiteten Selbsttäuschungen vermeiden, indem Du Deine Träume auf die Realität gründest. Beobachte Dich selbst und Deine Umgebung genau. Schätze realistisch ein, was möglich ist und was nicht. Gib Dich auf dieser Grundlage nur solchen Phantasien hin, auf deren Verwirklichung Du praktisch im Alltag hinarbeiten kannst.

 

Die Menschen nehmen an, Vorstellungsvermögen sei ein Zustand, der sie von der Wirklichkeit wegführt, indes erlaubt ein entwickeltes Vorstellungsvermögen, die Wirklichkeit in umfassender Weise aufmerksam zu beobachten. Vergessen wir nicht, dass Vorstellungsvermögen eine Aufspeicherung von Erfahrungen vergangener Leben darstellt. Bei auf Erfahrung gegründeter, aufmerksamer Beobachtung kann es keine Trugbilder geben. (Br II, 568)   

 

 

4. Bild von Dir selbst machen

 

Kehren wir jetzt zur Praxis der Teilnahme am Leben der Höheren Welt zurück.

 

Unbedingt erforderlich ist zunächst, dass Du Dir ein Bild von Dir selbst machst, sonst bleibt die Verlagerung des Bewusstseins in die Ewige Individualität abstrakt: Du verlegst Dein Bewusstsein in das Ideal, das feinstoffliche Modell des Wesens, das Du sein willst.

 

Stelle Dir dabei nicht so sehr eine Person vor, als vielmehr ein Amt: Das physische Aussehen Deiner vergänglichen Persönlichkeit ändert sich von Inkarnation zur Inkarnation, Dein Kosmisches Amt aber, Deine Stellung auf der Leiter der Hierarchie bleibt zu allen Zeiten in allen Welten dasselbe.

 

Mache Dir also das Bild eines Schülers, Lehrers, König des Geistes, Heilers oder Geistkämpfers. (Nikolaus Roerich „Beda der Prediger“ und „St. Panteleimon the Healer“, Dürer „Karl der Große“, Raffael „Erzengel Michael“)

 

Visualisiere Dich als einen König! Dann fühlst Du Dich wie ein König. Dann trittst Du auf wie ein König. Dann bist Du auch ein König, jedenfalls in Deinem wahren Dasein, in der Geistigen Welt.

 

Projiziere das gewünschte Bild von Dir selbst in den Raum.

 

„Ist das ist nicht vollkommen irreal?“

 

Nein! Du bist, Deine Ewige Individualität ist ein Wesen der Geistigen Welt, ein Lichtkörper aus feinstofflicher Materie, aus Wellen und Schwingungen, der durch Deine eigenen Gedanken aufgebaut und ausgeformt wird, wie wir schon in den Sendungen „Die Seele zum Leben erwecken“ und „Übung Feuriger Zustand“ besprochen hatten.

 

 

Praxistipp: Großes Wesen ausmalen

 

Stelle Dir ein großes Wesen vor, einen kosmischen Giganten, dessen Kopf in den Himmel reicht, während seine Füße auf der Erde ruhen.  

 

Es gilt tatsächlich:

 

Je feiner, desto größer!  

 

Wir wiederholen aus der Sendung „Das Evolutionsgesetz“: Am Beginn des Zyklus waren die ätherischen Körper der Monade riesengroß. Sie wurden beim Abstieg in die Materie immer kleiner. Auf dem wieder aufsteigenden Bogen des Zyklus muss der feinstoffliche Aspekt unseres Wesens wieder größer werden.

 

Das Hologramm, der höchste Aspekt Deines siebenfältigen Wesens, Dein Feuriger Körper, ist also tatsächlich deutlich größer als Dein Leib.  

 

Nur mit diesem nicht-materiellen Geschöpf, diesem Gedankengebilde kannst Du in der Höheren Welt auftreten und am Leben dort teilnehmen.

 

 

5. Bild von der Höheren Welt machen

Breughel „Der Turmbau zu Babel“

 

Als nächstes mache Dir ein genaues Bild von Deinem Himmel. Wie stellst Du Dir ihn vor?

 

Als einen Aschram, eine Höhle, einen Strand unter Palmen oder einen Berggipfel? (Nikolaus Roerich, „Treasure of the Mountains“ und „Mountain Peaks“)  

 

Um Dir Dein eigenes kleines Paradies zu erschaffen, musst Du es Dir zunächst vorstellen und gedanklich in allen Einzelheiten ausgestalten. Damit wird es zu einer Realität in der feinstofflichen Welt. Du kannst es dann dort aufsuchen und musst es nie wieder verlassen.

 

Macht Euch doch eine Zelle in Eurem Herzen und geht nimmer da heraus! (Hl. Katharina von Siena)  

 

Der Himmel eines Geistigen Schülers ist das Heiligtum, die Majestät der Bergwelt, die Reinheit, Freude und Feierlichkeit der Schambhala-Schwingung.

 

Visualisiere Dich an einem heiligen Ort! Dann fühlst Du Dich wie in einem Heiligtum. Dann lebst Du in einem Heiligtum, jedenfalls in Deinem wahren Dasein, in der Geistigen Welt.

 

Jetzt musst Du „nur“ noch diese hohe Schwingung um Dich herum, die Du morgens in der Meditation hergestellt hast, mitten im Leben auf der materiellen Ebene bewahren.

 

 

Praxistipp: Große Welt ausmalen

 

Wie Du Dich selbst als ein Wesen ausmalst, das den Himmel berührt, so stellst Du Dir Deine Umgebung als ein Hologramm vor, das wie Schambhala die Welten verbindet, das wie der Heilige Berg auf der Erde ruht, aber bis in den Himmel reicht. (Breughel „Der Turmbau zu Babel“)  

 

Seid stark genug, um mit der Vorbereitung der Grundarbeit zu beginnen, auf welcher ihr das Gebäude zu errichten hofft, dessen oberstes Stockwerk bis in den Himmel reichen soll. (TL II, 57)

 

*****  

 

Diese Bilder sind allerdings nur relativ. Jeder hat sein eigenes Paradies und stellt sich etwas anderes vor. Nur die wenigsten wissen, wie ihre Heimat, der Himmel wirklich aussieht, in den sie nach dem Tod kommen.

 

Es kommt auch gar nicht darauf an, dass Du Dir die Einzelheiten des Ortes oder Gebäudes genauso ausmalst, wie sie im Jenseits tatsächlich bestehen.

 

Entscheidend ist, dass Du den Geist, die Atmosphäre Deiner Ewigen Heimat erfasst und auf der Erde widerspiegelst!

 

 

6. Die Vorstellung zu einem Hologramm verdichten

 

Der nächste Schritt lautet:

 

Halte Dir dieses Bild vor Augen und verdichte es so weit, dass daraus ein Hologramm wird.

 

Der Gedanke schafft Formen in der Feinstofflichen Welt. Man kann aus den Tiefen der Zeitalter beliebige Formen hervorrufen und sie verdichten, wenn genügend Vorstellungskraft vorhanden ist. (Br II, 31)   

 

Und zwar sowohl das Hologramm Deiner Ewigen Individualität als auch das Deines Himmels. So schaffst Du tatsächlich Gedankengebäude in der Feinstofflichen Welt.

 

Sich einen Gegenstand oder ein Attribut vorzustellen ist gleich der Erschaffung der Form des Gegenstandes auf einer inneren Ebene, und dieser Gegenstand oder dieses Attribut muss in absehbarer Zeit so gewiss den menschlichen Sinnen objektiv erscheinen, wie der Tag auf die Nacht folgt. Vorstellung ist die Substanz der erhofften Dinge. (TL IV, 178)

 

Das Traumbild, das Gedankengebilde verdichtet sich zunächst zu einer geistigen Realität und schließlich mehr und mehr zu einer materiellen Form auf der Erde.

 

Lasst uns inmitten verschiedener Arbeiten jene gedankliche Arbeit nicht vergessen, welche die Vorstellungskraft entwickelt. Wir Selbst sind ständiger gedanklicher Übung nicht enthoben. Ein oberflächlicher Beobachter würde vielleicht denken, Wir befänden Uns im Schlaf, wenn Wir inmitten der Arbeit die Augen schließen und das Denken im Reich der Phantasie wandern lassen. Dieser Augenblick hat eine große Bedeutung, denn die vorgestellten Formen werden Realität werden. Wir vermögen nicht zu entscheiden, wann diese Realisierung eintreten wird, doch sie wird sein und wird der Menschheit helfen. (Br II, 602)   

 

Wir wiederholen eine Belehrung, weil sie so überaus bedeutsam ist:

 

Indem wir den Raum mit einem angespannten Gedanken sättigen, kleiden wir Teile unseres Strebens in eine bestimmte Gestalt. Wir erschaffen so aus der elementaren Materie die von uns gewünschte Gestalt. Dieses Gebilde bleibt in der Nähe seines Entstehungsortes und wird durch unsere Gedanken gefestigt. Die Augen eines Kindes oder ein verfeinertes Bewusstsein können dieses Gebilde erfassen. (AY 633)   

 

„Was genau bedeutet „verdichten“ des Bildes?

 

Verdichten heißt verstetigen.

 

Halte Dir ein und dasselbe Bild ständig vor Augen. Wechsele nicht hin und her. Bleibe bei einem Ideal. Male es Dir im Detail aus. So wird es zu einer lebendigen Wirklichkeit, jedenfalls in der vierten Dimension. Diese feinstoffliche Form kannst Du Schritt für Schritt materialisieren.

 

Möge der Mensch in Gedanken Heldentaten vollbringen; aus solchen Heldentaten bildet sich eine strahlende Aura. Wenn dieses Licht sich festigt, kann der Mensch seine Träume in die Tat umsetzen. Es ist nicht ohne Grund gesagt worden, dass jeder Traum irgendwann Wirklichkeit werden wird. (Br II, 607)  

 

„Was heißt materialisieren?“

 

Nun, die feinstoffliche Materie des Hologramms immer gröber und dichter machen, so dass es schließlich zu einem physischen Gebilde wird.

 

„Und wie mache ich das?“

 

Indem Du das Ideal belebst, wie wir jetzt besprechen werden.

 

 

7. Ideal beleben

Königin Elisabeth II von England

 

„Und wie belebe ich das Ideal?“

 

Indem Du es auf der materiellen Ebene auftreten lässt.

 

Du lässt wirklich den Schüler, den Lehrer oder den König des Geistes denken, fühlen, sprechen und handeln. So kommst Du, Dein Höheres Selbst, Deine Ewige Individualität in den erhabenen Zustand eines Schülers, eines Lehrers oder eines Königs des Geistes. Das Ergebnis dieser Übung ist: Du bist von der Schwingung her – und das heißt: in Deinem wahren Dasein – ein Schüler, ein Lehrer oder ein König des Geistes.

 

Der Mensch soll das lebendige Abbild des großen Ideals werden, das in seinem Herzen aufgerichtet wurde. (TL II, 51)

 

*****

 

Du beziehst das Hologramm Deines Himmels. Du versetzt Dich gedanklich in diese virtuelle Welt. Du besuchst das Heiligtum regelmäßig im Geist, in der Phantasie. Du verhältst Dich so, als ob Du in einem Tempel leben würdest. Damit schaffst Du um Dich herum eine erhabene, feierliche Atmosphäre von hoher Schwingung. Das Ergebnis dieser Übung ist: Damit ist der Raum um Dich herum ein Tempel, jedenfalls in Deinem wahren Dasein, in der vierten Dimension, in der Geistigen Welt.

 

Durch diese Übungen So werden die Person und das Heiligtum auch für andere Menschen spürbar und damit zu einer lebendigen irdischen Realität.

 

„Ist das nicht vollkommen unrealistisch? Ich soll eine Gedankenkonstruktion, ein Hologramm zum Leben bringen?“

 

Nun, lass uns gemeinsam nachdenken. Nehmen wir das Beispiel eines Königs: Tatsächlich, in der materiellen Welt, gibt es gar keinen König!

 

Wieso, hier ist doch eine Königin! (Königin Elisabeth II von England)

 

Nein! Was siehst Du hier physisch? Nichts als einen Menschen, der eine bestimmte Rolle ausfüllt! Ein „König“ dagegen ist ein Amt, eine abstrakte Idee, ein Organ des Staates, dessen Rechte und Pflichten in der Verfassung festgelegt sind und von einem Menschen ausgeübt bzw. erfüllt werden. Wir sehen:

 

Ein „König“ ist keine materielle, sondern eine feinstoffliche Realität!

 

Und nun zur Belebung einer solchen Gedankenkonstruktion: Wir wissen, dass die gegenwärtige Königin von England ihre Pflichten gewissenhaft erfüllt. Der König von Thailand dagegen hält sich noch nicht einmal in seinem Land auf, sondern in Bayern. Wir können also sagen:

 

Die Idee des Königs von England lebt, weil die Amtsinhaberin dieses Ideal verkörpert. Die Idee des Königs von Thailand dagegen ist tot, weil der Amtsträger diese Rolle nicht ausfüllt, sie nicht mit Leben erfüllt. Das Ideal bleibt abstrakt in den Köpfen der Untertanen als Hoffnung zurück, ist aber derzeit nicht auf Erden verwirklicht.

 

*****

 

Verstehst Du jetzt, wie man ein Ideal beleben kann?! In genau demselben Sinne kannst Du Deinen Traum realisieren und einen König des Geistes, einen Schüler der Bruderschaft, einen geistigen Lehrer, einen geistigen Heiler oder einen Geistkämpfer mitten in Deinem Alltag verkörpern.

 

*****

 

Dasselbe gilt für die Belebung der Idee Deines Himmels, Deiner Ewigen Heimat, des Aschrams Deines Lehrers: Tatsächlich gibt es in der materiellen Welt gar keine Aschrams!

 

Wieso, hier ist doch ein Aschram! (Nikolaus Roerich „Morgenstern“)

 

Nein! Was siehst Du hier physisch? Nichts als ein Haus. Ein „Aschram“ dagegen ist eine Gedankenkonstruktion, eine abstrakte Idee von einem Heiligtum, in dem Menschen leben, die auf dem Weg zur Heiligung sind und eine heilige Lebensweise üben.

 

Das ist in jedem beliebigen Haus möglich, selbst in einer Wohnung im 15. Stock eines Plattenbaus.

 

Wir sehen:

 

Ein „Aschram“ ist keine materielle, sondern eine feinstoffliche Realität!

 

Das Ideal „Aschram“ lebt, wenn Menschen an einem bestimmten Ort wie in einem Heiligtum zusammenleben. Es ist tot, wenn zwar äußerlich ein Tempel aus Stein mit marmornen Säulen dasteht, die darin wohnenden Menschen sich aber unwürdig verhalten.

 

In diesem Sinne kannst auch Du Deinen Traum verwirklichen und Dein Ideal beleben, indem Du an irgendeinem beliebigen Ort das Hologramm Deines Himmels errichtest und dort wie im Aschram Deines Lehrers lebst.

 

Was haben die Menschen sich nicht für Mühe gemacht: Monumentale Kathedralen errichtet oder wie König Ludwig IX der Heilige von Frankreich mit der Sainte-Chapelle einen eigenen herrlichen, geradezu himmlischen Meditationsraum. (Kathedralen von Reims und Laon, Sainte-Chapelle, Paris)

 

Heute ist das nicht mehr nötig: Das feinstoffliche Bauwerk, das Du in Deiner Phantasie errichtest, genügt vollkommen und führt zu demselben Ergebnis: Erhebung in eine Höhere Welt!

 

Ich weiß, das klingt phantastisch. Ich kann Dir aber aus eigener Erfahrung versichern: Übe das, und Du wirst sehen: Es funktioniert! Je öfter Du Deine Traumwelt aufsuchst und je länger Du dort verweilst, desto wirklicher wird sie.

 

 

Abschnitt V: Teilnahme am Leben der Höheren Welt

 

Wie ein Baby, das gerade erst aus der geistigen Welt kommt, das Leben auf der materiellen Ebene wieder lernen muss, so muss Deine Seele, wenn sie physisch inkarniert, wieder lernen, in der Unsichtbaren Welt zu leben; in einer Sphäre, in der es keine Materie, keine Zeit und keinen Raum im irdischen Sinne gibt.

 

Du musst Dich erst wieder daran gewöhnen, Dich dort mit den inneren Sinnen, dem Bewusstsein zu orientieren, auf gedanklichem Wege mit den dortigen Bewohnern in Verbindung zu treten und mit Gedanken diese Welt zu gestalten.

 

Du kannst das! Vor der Geburt war das Deine tägliche Praxis!

 

Wie vor Jahrhunderten Kolumbus Amerika entdeckt hat, so muss heute der Geistmensch die neue vierdimensionale Welt betreten, erobern und tatsächlich darin leben und wirken.

 

Im Gebet versetzen wir uns in die fernen Welten, in die Schatzkammer der Möglichkeiten und des Wissens. Wir spüren, dass sie für uns bestimmt sind, und wagemutig nähern wir uns ihnen. (BGM II, 303 [307])  

 

 

1. Bewusstsein auf eine höhere Ebene versetzen

 

Wir hatten schon oft über die Praxis gesprochen, Dein Bewusstsein in Deine Ewige Individualität zu verlagern (siehe Sendungen „Das Geheimnis der Unsterblichkeit“ und „Die Seele zum Leben erwecken“). Wir erweitern diese Übung jetzt und stellen fest:

 

Das Bewusstsein in die Seele zu versetzen bedeutet, in der Welt der Seele zu leben!

 

„Warum? Das verstehe ich nicht.“

 

Nun, wenn Dein Bewusstsein in Deinem Höheren Selbst ruht, nimmst Du die Welt ja nicht mehr mit den fünf groben materiellen Sinnen wahr, sondern mit viel höheren und feineren, nämlich mit dem geistigen Gehör und den geistigen Augen Deiner Seele.

 

Mit Deinen inneren Sinnen siehst Du, erlebst Du, nimmst Du teil an einer vollkommen anderen als der materiellen Welt.

 

So entsteht in Deinem Bewusstsein eine neue Welt. Die Welt, die Du siehst, ist die Welt, in der Du lebst!

 

Ein neues Verstehen der Realität des Unsichtbaren Raumes ist schon ein Schritt in Richtung Wirklichkeit. Solange die Unsichtbare Welt nicht in unserem Bewusstsein ersteht, können wir uns keiner Erkenntnis rühmen. (FW II, 434)   

 

Das Leben der Ewigen Individualität in der Höheren Welt ist ein Zustand des Bewusstseins.

 

Du überträgst Dein Bewusstsein auf eine höhere Ebene des Daseins.

 

Du existierst jetzt, wie im Schlaf oder nach dem Tod, auf der höchsten Ebene an der Spitze der Pyramide der Welten.

 

Schlaf ist ein Aufenthalt in der Überirdischen Welt. Er stellt eine Übertragung des Bewusstseins in die Höheren Welten dar. (Br II, 193, 24)   

 

Nämlich in Deinen Himmel, in eine Sphäre, in der Ruhe, Frieden und Feierlichkeit herrschen.

 

Wenn wir unser Bewusstsein völlig in den Bereich übertragen, wo es weder Furcht noch Niedergeschlagenheit gibt, sind wir unverletzlich durch das Schlechte. (FW II, 72)   

 

Du hältst Dein Bewusstsein in Deinem wahren Dasein.

 

In der vierten Dimension, sozusagen über den Wolken, im unsichtbaren Teil der Gesamtwelt.

 

Als Schüler im Aschram Deines Lehrers oder als König des Geistes in einem Schloss. (Nikolaus Roerich „Morgenstern“)

 

*****

 

Dein Körper lebt auf der Erde.

 

Deine Seele lebt in ihrer eigenen Welt hoch über der irdischen Mühsal. (Nikolaus Roerich „Tsong kha-pa“)

 

„Wie kann ich beides verbinden? Ist das überhaupt möglich? Wie kann ich auf der Erde und im Himmel gleichzeitig weilen?“

 

Um die ganze Realität, Dein wahres Dasein zu erkennen, müssen wir beide Bilder gleichsam übereinanderlegen: Während Dein Körper am Tisch sitzt und an der Schreibmaschine arbeitet, lebt gleichzeitig Deine Seele in ihrer höheren, feinstofflichen Welt.  

 

 

Übung: Perspektive wechseln

 

Um das noch besser zu verstehen, wechseln wir die Perspektive: Wir schauen nicht mehr vom materiellen Leben auf die Seele, nicht von unten hinauf auf den Mönch Tsong kha-pa oben auf seinem Berg, sondern umgekehrt: Wenn Du Dein Bewusstsein in die Seele verlagert hast, siehst Du von oben herunter, vom Himmel aus auf das Leben hier auf der Erde.

 

Gleichsam von oben, von der Zimmerdecke herunter, wie bei einem Nahtoderlebnis.  

 

So sieht die irdische Welt aus, wenn Du die Augen Deiner Ewigen Individualität öffnest:

 

 

Das materielle Leben auf der untersten Ebene der Pyramide spielt sich unter den Augen der Seele ab, die sich auf der obersten Ebene befindet.

 

Das heiß konkret: Du weilst in Deiner paradiesischen Heimat und beobachtest von dort die Situation auf der Erde und Dich selbst. Von oben bemerkst Du zum Beispiel auch, was für ein hässliches Bild Deine vergängliche Persönlichkeit abgibt, wenn sie gereizt, aggressiv oder niedergeschlagen reagiert.

 

Die Seele sieht den eigenen Körper wie einen Schatten unter sich, wie der Reiter den Esel unter sich sieht. Bisher hast Du mit den physischen Augen Deines Körpers, in unserem Bild mit den Augen des Esels die Welt betrachtet. Jetzt lernst Du, mit den geistigen Sinnen Deiner Ewigen Individualität, also des Reiters zu sehen.  

 

Von diesem höheren Standpunkt aus lenkst Du wie ein Puppenspieler die Gedanken, Gefühle, Worte und Taten Deiner vergänglichen Persönlichkeit. Der Körper tritt vor die Seele hin, vor den Thron des Königs. Der König dagegen nimmt diese Perspektive ein:

 

Ich sehe, wie mein Werkzeug sich bewegt, Essen zu sich nimmt, sich unterhält, arbeitet usw. Ich führe und lenke es dabei.

 

Der Mensch erhebt sein Bewusstsein heroisch und beobachtet die Erscheinungen von oben. Auf diese Weise erweist sich die komplizierteste Erscheinung als unterhalb seines Bewusstseins liegend und wird leicht verstanden. Durch strenge und inspirierte Maßnahmen erweckt er das Bewusstsein und führt es nach oben, damit es die schwierigsten Erscheinungen umso leichter wahrzunehmen vermag. (Br I, 595)   

 

Ein Mensch, der sein Bewusstsein in die geistige Welt übertragen hat, ist immer halb abwesend: Er lebt und fühlt mit dem Leib auf der Erde, aber gleichzeitig auch mit der Seele auf der inneren, der feinstofflichen Ebene der Realität. Er führt ein Doppelleben, sowohl auf der Erde als auch im Himmel.

 

 

2. Nähe der Höheren Welt

 

In der Sendung „Verbindung mit der Höheren Welt – Meditation“ hatten wir die Kontaktaufnahme zu Höheren Welten und Wesen als einen Flug zur Wohnstätte des Lehrers dargestellt. Dieses Konzept erweitern und verfeinern wir jetzt: Tatsächlich ist der Himmel, die Feurige Welt ganz nah, so dass Du gar nicht weit weg fliegen musst, um sie aufzusuchen.

 

Nur wer sich den Weg zur Schönheit nicht verschloss, kann begreifen, wie nahe ihm die fernen Welten sind. (Gem 30)   

 

Lasst uns die Feurige Welt als das Nächste, das Führendste und das am meisten Bestätigte betrachten. (FW II,467)   

 

Die Höhere Welt ist die innere Ebene, die vierte Dimension oder das Hologramm, das Dich durchdringt und immer um Dich herum besteht, gleichgültig, ob Du das glaubst und bemerkst oder nicht.  

 

Die Feurige Welt ist vor allem in uns selbst, wenn wir nur ihre Wohnstätte erkennen würden. (FW I, 354)   

 

Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden; man wird auch nicht sagen: Siehe hier! oder: da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch. (Luk 17, 20, 21)

 

Die physische und die nicht-materielle Welt sind nicht voneinander getrennt, sondern gehen unmerklich ineinander über.

 

Zu Unrecht meinen die Menschen, die Grenzen zu den überkörperlichen Sphären seien weit entfernt. Niemand kennt die genaue Grenze zur Feinstofflichen Welt, sie ist für das Bewusstsein nicht erfassbar, ebenso wenig wie die zwischen der Feinstofflichen und der Feurigen Welt. Doch diese Grenzen sind unermesslich nahe! (FW III, 469)   

 

Deine Heimat, die Jenseitige, die Feurige Welt, der Himmel liegt also nicht irgendwo über den Wolken.

 

Die Höhere Welt besteht neben, hinter und über, ja sogar in Dir!

 

Die Gipfel der Feinstofflichen Welt berühren fast die Feurige Welt. Ebenso wie einige Einzelheiten der grobstofflichen Welt der Feinstofflichen nahe sind. So wollen wir die Verbindung der Welten ein für allemal als Stufen der Unbegrenztheit verstehen. (FW III, 551)  

 

 

Praxistipp: Die Welt hinter dem Schleier

 

Damit die Nähe der Höheren Welt keine Abstraktion bleibt, sondern zu Deiner persönlichen Erfahrung wird, stelle Dir vor: Die Unsichtbare ist von der sichtbaren Welt wie durch einen Schleier getrennt.  

 

Etwa wie eine Wolke, die den oberen Teil eines Berges vor Deinen Blicken verbirgt. Das physische Auge sieht nur bis zu dem Schleier, der die Welten trennt.

 

Die inneren Sinne aber blicken durch die Wolke hindurch auf den Teil der Realität, der sich darüber befindet. (Nikolaus Roerich „Kanchenjunga“)  

 

Oder male Dir aus, dass der Lehrer sich im Nebenzimmer befindet.

 

Dann gehe der Geistigen Welt so weit wie irgend möglich, bis zur äußersten Grenze der materiellen Sphäre entgegen. So weit, dass Du gleichsam an der Tür lauschst und durch das Schlüsselloch schaust oder durch die Wolke hindurch steigst. Wenn der nicht-inkarnierte Lehrer Dir von seiner Seite aus entgegenkommt, könnt ihr Euch an der Grenze treffen.

 

*****  

 

Natürlich ist ein Austausch zwischen den verschiedenen, ineinander übergehenden Schichten und Welten möglich; eine Berührung, eine Kommunikation wie zwischen Helena Roerich sowie vielen Heiligen und den Mahatmas.

 

Wenn Du ihn suchst, wird der Geist des Lehrers Dich überall finden, auch wenn Du physisch inkarniert bist.

 

*****

 

Die Vorstellung des Fluges kannst Du beibehalten, um am Morgen zunächst einmal den Anschluss herzustellen. Du musst Dich schon für einen Moment vom irdischen Alltag lösen und zu Deinem Lehrer begeben. Dann sind die Welten verbunden und Du kannst im Lauf des Tages in jedem Augenblick am Leben dort Oben teilnehmen.

 

 

3. Die nicht-materielle Realität spüren

 

Es nützt nichts, nur dem zu lauschen, was ich Dir erzähle. Du musst die Existenz der höheren, nicht-materiellen Daseinsebene fühlen! Du musst lernen zu erspüren, was in der nicht sichtbaren, geistigen Dimension der Realität vor sich geht, in der Welt, in der Deine Seele lebt.

 

Ihr hättet ein Dasein jenseits des Sichtbaren spüren können, und dieses Gefühl hätte euch über die Grenzen der Erde hinausführen können. (Gem 43)   

 

„Wie kann ich eine solche Erfahrung machen?“

 

Indem Du Deine inneren Sinne schärfst, mit deren Hilfe Du die geistige Wirklichkeit um Dich herum erfassen kannst.

 

Was nehmen die Augen der Seele wahr?“

 

Die feinstofflichen Erscheinungen der nicht-materiellen Welt: Zum Beispiel die Aura von Menschen oder von Gegenständen wie Antiquitäten. Wie vollkommen anders als Dein Körper wird Deine Seele einen Ort empfinden, an dem einstmals ein Mord begangen wurde!

 

Erkenne die Anwesenheit Feinstofflicher Wesen! Spüre Freude und Begeisterung, aber auch Gereiztheit, Niedergeschlagenheit oder Feindseligkeit in Deiner Umgebung. Fühle die Wirkungen von Gedanken, Gefühlen und Blicken, oder von Farben und Musik. Nimm feinstoffliche Berührungen wahr.

 

Man muss das Bestreben erstarken lassen, die feinstofflichen Erscheinungen der Umgebung zu beobachten. Man muss Auge und Ohr schärfen, um im Alltag die Verschmelzung des irdischen Lebens mit der Feinstofflichen Welt zu erkennen. Es muss erklärt werden, wie nahe die Feinstoffliche Welt jedem Wesen steht. Erscheinungen der Feinstofflichen Welt können einem Spinngewebe ähnlich sein; man kann es zerreißen, doch wird man die Anwesenheit von etwas Feinstofflichem lange verspüren. Erinnert euch, dass die Feinstoffliche Welt sich in feinsten Berührungen offenbart. (Br II, 757)   

 

Erkenne das Eingreifen Höherer Mächte in Dein Leben.

 

Mit leichten Berührungen lenken Wir die Aufmerksamkeit der Suchenden. Wir verhüten eine Entscheidung, die nicht nützlich wäre. Wir helfen, Gutes zu schaffen und arbeiten daran mit. (Br II, 18)   

 

Die Feinstoffliche Welt um Dich herum sieht ganz anders aus als die grobstoffliche, in der Dein Körper lebt. Entwickele ein Gespür für diese ganz besondere Realität!

 

Es wird der Eindruck zurückbleiben, jemanden besucht oder gehört zu haben. Man wird zwei oder drei Worte vernehmen, zuweilen auch den charakteristischen Geruch einer bestimmten bekannten Örtlichkeit verspüren oder einen Schimmer von Menschen oder Orten an sich vorbeiziehen sehen. Diese Erscheinungen können sich täglich einstellen, doch dafür ist etwas Zurückgezogenheit nötig. (HR II/2, 481, 482, Brief vom 23.04.1938)

 

 

4. Teilnahme am Leben der Höheren Welt

 

Wenn Du Deinen Feurigen Körper ausgebildet hast, kannst Du wirklich am Leben in der Höheren Welt teilnehmen. Du kannst in Höhen jenseits der irdischen Sphäre vordringen, in Bereiche, die nur der Seele zugänglich sind. Mache Dir diese Teilnahme zunächst bewusst!

 

Lasst uns in die fernen Welten schauen; fühlen wir uns als Teilnehmer an ihrem Leben. (AY 112)  

 

Eine Sache ist es, abstrakt über die fernen Welten zu sprechen, eine andere, sich als Teilnehmer dort bewusst zu werden. (Gem 30)  

 

Deine Ewige Individualität lebt als geistiges Wesen wirklich in dieser Welt. Das ist eine Tatsache, die unabhängig davon besteht, ob Du sie glaubst und wahrnimmst oder nicht. Die aktive Teilnahme dort erfordert eine Erweiterung Deines Bewusstseins.

 

Das Wesen des Strebens zu den fernen Welten besteht in der Aneignung des Bewusstseins unseres Lebens in ihnen. (Gem 44)   

 

Du musst Dein Dasein dort wirklich spüren, erleben und erfahren. Und zwar nicht nur am Sonntag im Gottesdienst oder in der Meditation, sondern inmitten Deiner ganz normalen alltäglichen irdischen Arbeit.

 

Der Mensch sollte sich in jeder Stunde als Teilnehmer am Leben in der Überirdischen Welt empfinden. Gleichzeitig soll er jedoch auch das irdische Leben schätzen, sich an der Qualität der Arbeit erfreuen und das irdische Leben weiterführen, da er in ihm neue Möglichkeiten der Vervollkommnung findet. Man wird fragen: „Wie aber kann man denn solche Gegensätze miteinander vereinen?“ Wahrlich, dies ist möglich, denn der Mensch ist in der Lage, sein Bewusstsein zu vervollkommnen. (Br II, 738)  

 

„Wie verwirkliche ich diese Teilnahme?“

 

Du gehst einfach durch die Tür hinüber ins Nebenzimmer oder steigst durch die Wolken auf den Gipfel des Berges – natürlich im Geist.

 

So wie Harry Potter am Gleis 9 3/4 des Bahnhofs King’s Cross die physische Mauer durchbricht und in die andere Welt überwechselt, um in den Express nach Hogwarts einzusteigen.  

 

Der Yogi weiß, dass die Dauer des irdischen Lebens nur einen kleinen Teil der Überirdischen Existenz darstellt. Der Yogi hat erkannt, wie nahe und einfach der Übergang in die Überirdische Welt ist. Er vollzieht ihn um der Zukunft willen und lehrt die Menschen, die Unbegrenztheit zu erkennen. (Br II, 910)   

 

Deine Seele soll aber im Jenseits nicht halbbewusst ziellos umherirren wie die Tiere auf der Erde oder der Feinstoffliche Körper im Schlaf.

 

Der Mensch lebt wirklich in allen Welten. Jeden Tag besucht er die Welten, kann sich jedoch diese flüchtigen Entrückungen nicht bewusst machen. (AUM 334)   

 

Du musst also beginnen, in der Höheren Welt bewusst tätig zu werden!

 

Leben im Himmel heißt arbeiten im Himmel!

 

„Wie sieht das konkret aus?“

 

Lass uns ein Beispiel betrachten. Das Mittelalter stand der geistigen Realität noch näher als wir.

 

Betrachten wir das wunderbare Gemälde „Die Seeschlacht von Lepanto“ von Paolo Veronese. Es geht um eine Entscheidungsschlacht im Jahr 1571, in der eine abendländische Koalition das weitere Vordringen der Türken nach Westen verhinderte. Man sieht, wie die Himmlischen Mächte auf Bitten der Heiligen zugunsten der Christen in die Schlacht eingreifen.

 

 

Auf alten Bildern kann man des öfteren himmlische Helfer in Schlachten sehen. (Br II, 136) 

 

So kannst Du Dir die Feinstoffliche Welt vorstellen, in der Deine Seele lebt, das ist die ganze Realität: Himmel und Erde bilden eine unzertrennbare Gesamtwelt. Die Himmlischen Mächte verfolgen sehr genau, was auf der Erde vor sich geht, und kommen den guten Kräften zu Hilfe.

 

Agni Yoga bringt eine entscheidende Erweiterung dieser Vorstellung: Der irdische Mensch, der seinen Feurigen Körper entwickelt hat, ist ein Riese: Er steht zwar mit den Füßen auf der Erde, reicht aber mit seinem geistigen Wesen bis in den Himmel hinein. Er ist so groß, dass er dort Oben am Leben der Bewohner dieser Sphären teilnehmen kann!

 

Der Himmel steht ihm offen! Er ist ihm zugänglich!

 

Man kann den Pfad der Auserwählten anerkennen, wenn die Unsichtbare Welt für sie real und zugänglich geworden ist. (Herz 3)   

 

Der Neue Geistmensch muss sich nicht darauf verlassen, dass die Heiligen dort Oben für ihn Fürsprache halten. Er kann sich selbst direkt an seine Beschützer, Freunde, Helfer und Mitarbeiter in der Feinstofflichen Welt wenden, sich mit ihnen beraten und mit ihnen zusammenarbeiten – und zwar nicht wegen irgendwelcher abstrakter himmlischer Dinge, sondern ganz konkret für die Belange der Erde!

 

Deine Seele nimmt an den Gesprächen im Himmel teil und lässt gleichzeitig Deinen Körper mit Unterstützung der Himmlischen Mächte unten auf der Erde kämpfen.

 

Wir fassen zusammen: Wenn Deine Seele am Leben der Höheren Welt teilnimmt, lebt sie im Paradies; in Gemeinschaft mit den Himmelsbewohnern; und arbeitet mit diesen zusammen an der Verbesserung der Verhältnisse auf der Erde. Diese drei Aspekte wollen wir jetzt im Einzelnen anschauen.

 

 

Abschnitt VI: Leben im Paradies

 

Dein Lebensglück ist: Du bist das schönste, größte und stärkste Wesen, das Du Dir denken kannst, und lebst in der herrlichsten Welt, die Du Dir nur vorstellen kannst.

 

Du wohnst schon jetzt in dem Himmel, aus dem Du bei der Geburt gekommen bist und in den Du nach dem Tod zurückkehren willst.

 

In der unsichtbaren Überirdischen Welt, jenseits des Schleiers, über den Wolken ist das Paradies: Ruhe, Frieden, Freude und Feierlichkeit.

 

Über den Wolken

muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.

Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man,

blieben darunter verborgen, und dann

würde was hier groß und wichtig erscheint

plötzlich nichtig und klein. (Reinhard Mey)

 

„Ist es nicht vollkommen unmöglich, schon während der irdischen Inkarnation in der Feurigen Welt, im Himmel zu leben?“

 

Nein, höre, was die Mahatmas sagen:

 

Daher wird die Bruderschaft als dreifaltig bezeichnet. Sie erstreckt sich wie eine feste Brücke zwischen den drei Welten. Es ist fast unmöglich, sich eine Berührung der irdischen mit der Feurigen Welt vorzustellen, doch in der Rüstung der Bruderschaft wird auch eine solche Verschmelzung möglich. (Br I, 8)   

 

„Ist das wie im Schlaf, wo ich ja auch am Leben der Höheren Welt teilnehme?“

 

Nein, nicht ganz. Im Schlaf bist Du nur in der Geistigen Welt, aber nicht auf der materiellen Sphäre bewusst, jetzt dagegen auf beiden Ebenen. Im Schlaf trennt sich die Seele vom Körper und sucht andere Bereiche auf. Im Wachzustand bleibt sie an den Körper gebunden.

 

 

Leben am Fuß des Heiligen Berges

 

„Das ist für mich noch höchst abstrakt. Ich kann mir noch nicht so recht konkret ausmalen, was Du meinst mit Leben im Paradies.“

 

Dann lass mich Dir schildern, wie ich mir meine Teilnahme am Leben der Höheren Welt vorstelle:

 

Der Himmel des geistigen Schülers, des Hochgesinnten, des Menschen der Zukunft ist: Schambhala!

 

Er träumt davon, diesem höchsten irdischen Ort möglichst nahe zu kommen und eines Tages dort aufgenommen zu werden: In einen Aschram oder zumindest in ein Dorf am Fuße der Wohnstätte der Großen Lehrer.

 

Du kannst Dir Schambhala als einen Heiligen Berg vorstellen, der alle drei Welten vereint. (Nikolaus Roerich „Schambhala“ und „Kanchenjunga“)

 

Der Heilige Berg beginnt auf der Erde, dort setzt er auf. Er hat eine materielle Basis. Nach oben hin wird er immer feinstofflicher und schließlich unsichtbar.

 

Auf der untersten Ebene der Pyramide der Welten, der Erde, gibt es physische Niederlassungen von Schambhala. Darüber, im nicht sichtbaren Bereich der Realität, in der Feinstofflichen Welt, bestehen feinstoffliche Aschrams der verschiedensten Lehrer bis hinauf zum höchsten Bollwerk Schambhala an der Spitze des Berges, in dem die Mahatmas selbst sich aufhalten.

 

*****

 

Du und ich, die wir uns als Schüler der Bruderschaft verstehen, müssen uns natürlich ganz unten einordnen.

 

Wir leben am Fuß des Heiligen Berges.

 

Wir schließen unsere physischen Wohn- und Arbeitsstätten an den Berg Schambhala an. Sie sind Außenposten der Bruderschaft auf der Erde. Über deren Errichtung hatten wir schon in der Sendung „Wir erbauen die Welt der Zukunft“ gesprochen.

 

Und jetzt kommt das Entscheidende: Hinter, über dem Ort, an dem Du lebst und arbeitest, erhebt sich als Kulisse für Dein Leben auf der Bühne der materiellen Welt, auf der Feinstofflichen Ebene der Heilige Berg mit seinen Aschrams, Heiligtümer und Tempeln. Er ist für das physische Auge unsichtbar, aber seine Anwesenheit, seine Nähe ist für Dich spürbar.

 

Was für einen prachtvollen Anblick bietet ein Pfau, der sein Rad schlägt!

 

Ebenso fährst Du am Morgen in der Meditation die Welt des Heiligen Berges hinter Dir hoch. Wie der Pfau sein Rad kannst Du ihn überall hin mitnehmen. Wie beim Pfau nehmen die Menschen die Größe und Schönheit der Sphäre wahr, die Dich umgibt. (Nikolaus Roerich „Mount of five Treasures“)  

 

„Eine wunderbare Vorstellung! Wie kann ich nun am Leben des Heiligen Berges teilnehmen?“

 

Indem Du mit Deinen ewigen Freunden dort zusammen lebst und zusammen arbeitest, wie wir jetzt im Einzelnen besprechen wollen.

 

Natürlich kannst Du Dir jeden anderen Himmel ausmalen, der Dir besser gefällt. Die praktischen Hinweise, die jetzt folgen, kannst Du für das Leben in jedem beliebigen Paradies verwenden.

 

 

Abschnitt VII:

Zusammenleben mit Bewohnern der Feinstofflichen Welt  

 

Teilnahme am Dasein der Höheren Welt bedeutet natürlich vor allem: Teilnahme am Leben der dort wohnenden Wesen.

 

 

1. Leben in Gegenwart von Wesen der Feinstofflichen Welt

 

Wenn wir sagen: Um Dich herum besteht eine Welt aus feinster Materie, solltest Du Dir nicht so sehr einen bestimmten Ort vorstellen. Viel wichtiger ist:

 

Die Feinstoffliche Welt, die Dich umgibt, ist nicht leer, sondern bewohnt!

 

Du bist ständig von vielen Feinstofflichen Wesen umgeben, unabhängig davon, ob Du das bemerkst oder nicht.

 

Niemand kann behaupten, der Raum um uns herum sei leer. Im Gegenteil, mit unserem Herzen spüren wir die Anwesenheit unsichtbarer Wesen. (Br II, 197)   

 

Jede Welt, die irdische nicht anders als die Überirdische, wird natürlich vor allem von den Bewohnern geprägt, die sich in ihr aufhalten. Fühle ihre Nähe, schiebe das deutliche Gefühl der Anwesenheit feinstofflicher Wesenheiten nicht als Illusion beiseite, erkenne ihr Wirken!

 

Wer ruft uns, wer umfängt uns mit einem Lufthauch, wer erfüllt uns mit Freude oder Traurigkeit, wer sendet uns einen Entschluss? Der Törichte wird sagen: Das tue ich alles selbst. Unvernunft lässt den Menschen dünkelhaft sein. Weiser wäre es zu sagen: Ich selbst wende alle meine Kräfte auf, nehme jedoch dankbar jede unsichtbare Hilfe an.“ (Br II, 197)   

 

Die Anwesenheit eines unsichtbaren Teilnehmers bei irdischen Versammlungen kommt oft vor, und die Menschen können den unsichtbaren Gesprächspartner spüren. Nicht selten fühlen sie, dass jemand sie etwas fragt oder ihnen antwortet. Die Erscheinung ist in der Regel derart klar, dass sie meinen, etwas physisch Hörbares vernommen zu haben, und bei ihrem Nebenmann zurückfragen. Es lassen sich historische Episoden anführen, in denen Staatsmänner klare Stimmen und Warnungen gehört haben. Leider haben die meisten von ihnen dieser Hilfe keine Beachtung geschenkt. (Br II, 133)  

 

„Was sind das für Wesen? Gute oder böse, freundliche oder feindliche?“

 

Beides: Deine Freunde, aber auch Deine Feinde. Wo kommst Du hin, wenn Du nicht spürst, was für eine Feinstoffliche Welt um dich herum besteht, ein Himmel oder eine Hölle?

 

In der Tat, es gibt ebenso Beschützer wie Verführer. Jeder Inkarnierte hat sowohl Freunde als auch Feinde um sich herum. Die vergangenen Leben sammeln um den Menschen herum unweigerlich viele Sorgen und Hass an. Wenn ein Mensch Hilfe herbeiruft, spürt er, dass sich um ihn herum etwas Reales befinden muss. Und, in der Tat, er irrt sich nicht. (Br II, 84)   

 

Bei jeder Menschenmenge kann man eine besondere Ansammlung von Helfern aus der Feinstofflichen Welt bemerken. Wollen wir hoffen, dass die Gedanken der Menschen gute Helfer anziehen. (Br I, 521)   

 

Nach dem Gesetz der Entsprechung findest Du, ziehst Du diejenigen Feinstofflichen Wesen an, die Deiner eigenen Natur entsprechen, und stößt die ab, die Dir fremd sind.

 

Das gilt zunächst nach dem Tod in der Jenseitigen Welt: Wir wiederholen (Sendung „Die Überirdischen Welt“): Du kommst in die Sphäre, in der sich deinesgleichen, Menschen derselben geistigen Stufe aufhalten: Niedere Bewusstseine kommen in niedere Schichten, auch Hölle genannt, hohe Bewusstseine in die höheren, die man Himmel nennt.

 

Genau dasselbe gilt aber auch schon jetzt während Deiner Inkarnation auf der Erde: Du lebst unter denjenigen Feinstofflichen Wesen, die Deinem geistigen Entwicklungsstand entsprechen. Die Überirdischen Gäste, die in Deiner Nähe auftauchen, sind solche von gleicher Schwingung.

 

Eine herrlich leuchtende Aura strahlt weit hin aus und zieht natürlicherweise von überall her helle Wesen an. (Grünewald „Auferstehung Christi“)

 

Eine kleine, schwache oder gar böse Aura zieht entsprechend niedere Gäste zu sich heran. (Hieronymus Bosch, Detail aus „Die Versuchung des heiligen Antonius“)

 

Wenn Du ein schönes Hologramm, eine hoch schwingende Sphäre um Dich herum schaffst,

 

wenn Du im Geist am Fuße des Heiligen Berges lebst, (Nikolaus Roerich „Schambhala“)

 

dann haben – wie im Himmel und wie in Schambhala – niedere Wesen keinen Zutritt zu Deiner Welt.

 

Man kann hohe Kräfte herbeiziehen und um sich herum festhalten. Aber auch die niedrigsten Geister können sich festigen. Man erhält das, was man wünscht. (BGM II, 100)  

 

Man könnte fragen, ob verschiedene feinstoffliche Wesenheiten sich Schambhala nähern. Natürlich können sie sich nähern, jedoch keinen Einfluss ausüben. Jeder irdische Ort ist von feinstofflichen Wesenheiten erfüllt. Die Frage ist nur, inwieweit sie in das irdische Leben eingreifen. (Br II, 52)   

 

„Kannst Du noch konkreter sagen: Wer ist um mich herum, wenn ich am Heiligen Berg lebe? Kenne ich sie?“

 

Nun, vor allem natürlich Deine geistige Familie, Deine Seelenverwandten.

 

„Wer ist das?“

 

Schau Dich um! Wen siehst Du? Unter Dir Deine kleineren Brüder und Schwestern, Deine Schüler. Neben Dir Deine Mitschüler. Über Dir Deinen Lehrer. Neben ihm andere Lehrer mit ihren Schülern, die zum Teil Deine Freunde sind. Noch höher den Lehrer Deines Lehrers. Und schließlich ganz oben auf dem Gipfel die Mahatmas.

 

Die innere Zusammengehörigkeit, die jahrtausendelange Zusammenarbeit und die Liebe, die Euch alle verbindet, schaffen eine dauerhafte Einheit, die die Grenzen von Materie, Zeit und Raum übersteigt und in allen Welten und zu allen Zeiten fortbesteht.

 

Nichts kann Seelen trennen, die durch Liebe verbunden sind. (ALH I, 122; Lektion „Gott ist die Liebe“)

 

 

Praxistipp: Bild Deiner Familie

 

Hören wir Sartre, der in dem Stück „Das Spiel ist aus“ so anschaulich beschreibt, wie die Seelen der Verstorbenen die Nähe der inkarnierten Lebenden suchen:

 

Sie setzen ihren Weg fort, werden aber bald aufgehalten durch eine Gruppe, die ihnen entgegenkommt. An der Spitze geht ein kleiner Mann, der blöde und degeneriert aussieht. Ihm folgt seine ganze vornehme männliche Ahnenreihe vom 19. Jahrhundert bis zum Mittelalter, alles stattliche und schöne Leute von hohem Wuchs. Eine uralte Familie von hohem Adel. Die Leute laufen hinter ihrem letzten Spross her. Sie warten nur, bis er tot ist, um ihn dann anschnauzen zu können.

 

Genauso wie dieses treffende Bild es schildert musst Du Dir Deine Teilnahme am Leben der Höheren Welt vorstellen:

 

Deine Familie umgibt Dich.

 

Der Unterschied ist nur, dass, anders als bei Sartre, weniger Deine Blutsverwandten, als vielmehr Deine Seelenverwandten Dir nahe sind. Außerdem kannst Du Dich, wenn Dein Feuriger Körper genügend entwickelt ist, nicht nur mit Verstorbenen, sondern auch mit Seelen von Lebenden treffen.

 

Der Lehrer nimmt nicht nur Sein eigenes irdisches Leben wahr, sondern auch das Dasein aller Nahestehenden. Diese Nahestehenden können sich sowohl im grobstofflichen als auch feinstofflichen Körper aufhalten. Sie können sich physisch treffen, aber auch getrennt und einander dennoch im Geist nahe sein. Glaubt nicht, der Lehrer stehe allein da. (Br II, 268)

 

*****  

 

„Hatten wir nicht gesagt, dass die Seele sich nach dem Tod so schnell und so weit wie möglich von der Erde entfernen und in möglichst hohe Sphären streben muss, und dass sich in den niederen Schichten nur niedrige Gäste aufhalten?“

 

Ja, gut aufgepasst! Sartre schildert also nicht den Himmel, sondern die niederen, erdnahen Schichten der Feinstofflichen Welt, wo die Verstorbenen unbedingt weiter am irdischen Leben teilnehmen wollen. In die Nähe Deiner Seelenverwandten kommst Du also nur, wenn Du an höhere Sphären angeschlossen bist!

 

*****

 

Wenn Deine Schwingung abfällt, bei Niedergeschlagenheit, Gebrüll oder Gereiztheit, wenn Du Zigaretten rauchst oder Alkohol trinkst, laufen feinfühlige, hohe feinstoffliche Wesen, die guten Geister davon, ergreifen die Flucht und bringen sich in Sicherheit.

 

So wie ein Kind sich unter dem Tisch verkriecht oder aus dem Haus in die Natur läuft, wenn die Eltern sich streiten.

 

Stattdessen ziehst Du niedere Wesen an, die sich an den Emanationen der niederen Energien laben.

 

*****

 

„Ist diese Anwesenheit von solchen Geistern nicht bloß Illusion?“

 

Nein. Es ist eine Tatsache, die Dir jeder Therapeut bestätigen wird, der seine Augen nicht willentlich vor der Höheren Realität verschließt: Sterbende sehen in den Wochen und Monaten vor ihrem Tod tatsächlich feinstoffliche Wesen und sprechen sogar mit ihnen! Einerseits, weil sie empfänglicher werden für Realitäten der Geistigen Welt, andererseits, weil sie mit der Erde, den irdischen Sorgen und ihrer Blutsverwandtschaft mehr und mehr abgeschlossen haben, weniger essen, immer feiner und geistiger werden und Zeit für ziellose Betrachtung haben.

 

Sterbende haben schon Berührung mit dem Totenreich.

 

Man sollte Erscheinungen in der Umgebung Schwerkranker beobachten. Diese sehen nicht selten unbekannte Personen, die bestrebt sind, ihnen das Leid zu erleichtern. Mitunter sehen solche Personen wie verstorbene Verwandte aus. (Br II, 248)

 

Auch Medien sind bei Séancen mit der Feinstofflichen Welt verbunden, allerdings mit niederen Wesen aus niederen Schichten. Deine Ewige Individualität dagegen kann sich im Feurigen Zustand mit höheren Sphären der Jenseitigen Welt und den dortigen großen Geistern verbinden.

 

*****

 

Es nützt aber nichts, wenn Du nur meinen Worten lauschst und dabei entweder den Kopf schüttelst oder zustimmend nickst.

 

Du musst wirklich erfahren, dass feinstoffliche Wesenheiten in Deiner Nähe anwesend sind.

 

„Wie kann ich eine solche Erfahrung machen?“

 

Du musst unbedingt feiner werden, Deine inneren Sinne entwickeln und Deine Zentren (Chakren) öffnen, damit Du die unsichtbare Feinstoffliche Realität wahrnehmen kannst.!

 

Nur unser grober Körper und die unzureichende Verfeinerung unserer Sinne hindern uns daran, die Gegenwart des Lehrers wahrzunehmen. (HR I/1, 139, Brief vom 08.11.1931)

 

Du weißt, dass es ihn gibt. Du weißt, dass er in der Nähe ist. Du siehst ihn nur nicht. Aber Du kannst ihn spüren!

 

 

2. Leben in der Welt des Lehrers

Swetoslaw Roerich „Sacred Words“

 

Vor allem befindet sich in Deiner Nähe natürlich Dein Geistiger Vater, Dein Lehrer.

 

„Hier endet wieder einmal mein Verständnis. Dass ein Tempel, den ich mir ausmale, um mich herum zu einer feinstofflichen Realität wird, kann ich mir gerade noch vorstellen. Aber dass ein großer Lehrer wie zum Beispiel St. Franz von Assisi real erscheint, nur weil ich mir das einbilde, ist doch unmöglich!“

 

Da hast Du recht. Natürlich kann man keinen Lehrer zum Erscheinen zwingen. Bei spiritistischen Séancen gelingt es allenfalls, niedere feinstoffliche Wesen zur Offenbarung heranzuziehen. Der richtige Weg ist:

 

Du musst Dich Deinem Lehrer annähern!

 

Du kannst den materiellen Ort, an dem Du lebst, an die geistige Welt Deines Lehrers anschließen, indem Du Dich in einen höheren Schwingungszustand versetzt, der seiner Schwingung jedenfalls nahekommt.

 

Wenn Du in Deiner geistigen Welt am Fuße des Heiligen Berg lebst, ist auch der Lehrer nah, der dort wohnt. (Nikolaus Roerich „Pearl of Searching“)

 

Wir erweitern die höchst fruchtbare Übung „Leben in ständiger Gegenwart des Lehrers“ und sagen jetzt:

 

Lebe ständig in der Welt Deines Lehrers!

 

In Gemeinschaft nicht nur mit Deinem Vater, sondern auch mit Deinen Schülern, Deinen Mitschülern und den höheren Stufen der Hierarchie.

 

„Ist das nicht wieder einmal sehr abgehoben und fernab jeder alltäglichen Realität?“

 

Nein, gar nicht. Denke an Helena Roerich, die gelegentlich enge Mitarbeiter eingeladen hat, einige Zeit bei ihr im Kulutal zu verbringen. Wir hatten schon darüber gesprochen (Sendung „Ein Schüler werden“), dass auch Du Deinen Alltag so gestalten kannst, „als ob“ Du bei Helena Roerich wohnen würdest. Wenn Du so mit Deinem Lehrer im Geist zusammenlebst, wird das eine wirkliche Teilnahme am Leben der Höheren Welt sein!

 

 

3. Beobachtung durch Bewohner der Feinstofflichen Welt

 

Leben am Heiligen Berg, heißt nicht nur, dass Du Deine Seelenverwandten siehst, sondern auch: Sie sehen Dich!

 

Nach der Regel des hl. Benedikt gehört es zu den Werkzeugen der guten Werke, davon überzeugt zu sein, dass Gott an jedem Ort auf uns schaut. (4, 49)

 

Hören wir noch einmal Sartre:

 

Der lebende Spross dieser vornehmen Familie bleibt stehen und zündet sich eine Zigarette an; die Ahnenreihe hinter ihm bleibt ebenfalls stehen und verfolgt mit staunender Aufmerksamkeit jede seiner Bewegungen. Inzwischen hat der Spross seine Zigarette entzündet und setzt sich wieder in Marsch mit einem hochtrabenden und albernen Gesicht, gefolgt von seinen sämtlichen Ahnen, die ihnen mit aufmerksamen und tief betrübten Blicken verfolgen.

 

„Ich stehe unter ständiger Beobachtung? Das ist doch etwas gruselig, wie bei Big Brother is watching you!?“  

 

Nein, Du darfst die Beobachtung nicht als Drohung verstehen. Sie ist die ganz natürliche Folge der Tatsache, dass Du mitten unter Deinen Seelenverwandten bist. Deine Familie, mit der zusammen Du lebst, hört natürlich, was Du sagst, und sieht, was Du tust.

 

Denkt an Uns, die Wir euch beobachten. (BGM II, 156)

 

Mögen diese Kühnen nicht in Verzweiflung fallen. Wir nehmen jeden ihrer Schritte wahr. (Br II, 508)   

 

Mehr noch: Auf der inneren Ebene der Realität, in der Feinstofflichen Welt spüren Deine „geisterhaften“ Mitbewohner obendrein auch noch, was Du denkst und was Du fühlst!

 

„Soll ich jetzt etwa Verantwortung auch noch für mein Denken und Fühlen übernehmen?“

 

Tatsächlich, genauso ist es. Wenn Du am Leben der Höheren Welt teilnimmst, begibst Du Dich auf eine Ebene, wo Gedanken und Gefühle sichtbar sind! Du kannst sie dort nicht verbergen! Du bewegst Dich jetzt in einer ganz anderen Welt, in der vierten Dimension, in der Bedingungen herrschen und Möglichkeiten bestehen, die es im „normalen“ irdischen Leben nicht gibt. Und wie immer gilt:

 

Steigen die Möglichkeiten, steigt auch die Verantwortung!

 

„Das ist ja schrecklich! Mein gesamtes Wesen liegt für jedermann offen zutage wie ein aufgeschlagenes Buch!?“

 

Ja, wenn Du noch Angst haben musst, dass das herauskommt, was wirklich in Dir steckt, bist Du noch nicht reif für einen Himmel! Dort musst Du für Deine kleineren Brüder und Schwestern ein Vorbild sein und Deinem Lehrer Freude bereiten, indem Du Dich seiner würdig erweist.

 

*****

 

Sieh das aber nicht als Bedrohung, sondern als Chance, als Vorteil an: Nicht nur Du wirst erkannt, sondern auch Du erkennst das wahre Wesen der Menschen, die Dich umgeben. Du nimmst ihre Aura wahr und kannst erspüren, wer groß und wer klein, wer gut und wer böse ist, wer Dich wirklich liebt und wer Dir schaden will, wer Dir helfen kann und wer Dich nur behindert oder ausnutzt, und so fort.

 

Das meiste Elend in Deinem Leben entsteht dadurch, dass Du Dich in Deinen Mitmenschen täuschst.

 

Diese verhängnisvollen Irrtümer kannst Du vermeiden, wenn Du lernst, am Leben der Höheren Welt teilzunehmen.

 

Du siehst erneut: Wir sprechen über nichts Mystisches, Abgehobenes, Esoterisches, Okkultes oder Unrealistisches, sondern ganz im Gegenteil über eine Erweiterung Deiner Möglichkeiten, über eine Verbesserung Deines ganz normalen alltäglichen Lebens!

 

 

4. Zusammenleben mit Bewohnern der Feinstofflichen Welt

Nikolaus Roerich „Zwenigorod

 

Wesen von gleicher Schwingung ziehen sich natürlicherweise an und bilden über die Grenzen von Materie, Zeit und Raum hinweg eine überzeitliche Gemeinschaft: die sogenannte Gemeinschaft der Heiligen. Dieses Ideal füllst Du jetzt mit Leben.

 

Die Religion sagt: Wer sich zu den Vätern begibt, wird bei ihnen wohnen; wer zu den Engeln geht, wird bei diesen wohnen; wer zu Gott geht, wird bei Ihm wohnen. Das heißt, wer sich für den größtmöglichen Fortschritt bestimmt hat, erlangt die höchste Errungenschaft. (BGM II, 225)  

 

Wenn Dein Bewusstsein sich erweitert hat, siehst Du die ganze, nicht nur die physische, sondern auch die feinstoffliche Realität und gewinnst eine Erkenntnis von wunderbarer Schönheit, die Dein gesamtes alltägliches irdisches Leben vollkommen verklärt:

 

Deine Seele lebt tatsächlich schon jetzt, während Deiner irdischen Inkarnation, mit Deinen wahren, geistigen Brüdern und Schwestern zusammen! (Nikolaus Roerich „Zwenigorod“)

 

Zusammen leben bedeutet natürlich viel mehr, als nur die Gegenwart Deiner Seelenverwandten zu spüren.

 

„Wie kann ich diese wunderbare Möglichkeit praktisch in meinem Alltag nutzen?“

 

Spiele, träume, stelle Dir ganz konkret vor: Du stehst am Morgen zusammen mit Deinen (geistigen) Brüdern und Schwestern auf, machst mit ihnen dieselben körperlichen Übungen, trittst gemeinsam mit ihnen vor den Lehrer hin (wirklich, in einer Agni Yoga-Meditation sitzt Du nicht allein vor Deinem Lehrer, sondern zusammen mit Deinen Freunden, den 5 oder 6 anderen Schülern, die Dein Lehrer hat). Ihr besprecht die Angelegenheiten des kommenden Tages, Du nimmst Aufgaben für Deine persönliche Vervollkommnung und Aufträge für den Dienst in der Welt entgegen, die Du im Lauf des Tages abarbeitest.

 

Du studierst mit Deinen Freunden zusammen die Heiligen Schriften, nimmst mit ihnen die Mahlzeiten ein, leistest gemeinsam mit ihnen Dienst am Allgemeinwohl und durchläufst zusammen mit ihnen dieselbe Ausbildung. Dabei berätst Du Dich regelmäßig mit ihnen und nimmst ihre Hilfe in Anspruch. Am Abend trifft sich die Gemeinschaft wieder, um sich Rechenschaft über die Erfolge und Misserfolge des Tages zu geben.

 

Dein gesamter irdischer Tagesablauf findet vor der Kulisse der Höheren Welt am Fuße des Heiligen Berges statt. (Nikolaus Roerich „Kanchenjunga“)

 

Du weißt: Deine Verwandten sind da. Sie machen dieselben Übungen und dienen demselben Werk – Du siehst sie nur nicht.

 

*****

 

Deine Existenz in der Höheren Welt wird konkret und alltäglich dadurch, dass Du tatsächlich schon auf der Erde genauso lebst, wie Du nach Deinem Tod in Deiner Ewigen Heimat in einem Aschram der Bruderschaft leben willst.

 

Das ist ein höchst hilfreiches Konzept, um Dein tägliches Leben würdig zu gestalten: Wenn Du ein Schüler bist, lebst Du mit Deinem Lehrer, wenn Du schon ein Lehrer bist, lebst Du mit Deinen Schülern zusammen – und zwar in einem Heiligtum, und das in jedem Moment. (Raffael „Die Schule von Athen“)

 

Deine wahren Verwandten sind immer bei Dir! Du bist nie allein! Wo auch immer Du stehst, was auch immer Du tust, ein Freund und Mitarbeiter ist an Deiner Seite und der Lehrer in Sichtweite.

 

Du bist geborgen in der Gemeinschaft Deiner Seelenverwandten.

 

Was für ein Glück! Du lebst in einer Familie zusammen mit den größten Seelen aller Zeiten, mit Deinen Idolen!

 

Am Heiligen Berg hast Du Zugang zu Pythagoras, Platon, Franz von Assisi, Gandhi und vielen anderen Großen Seelen mehr. Selbst wenn Du vielleicht noch nicht so weit bist, dass Du in ihren Aschram aufgenommen werden kannst, kannst Du sie jedenfalls besuchen, ihre Welt besichtigen und Dich mit dem einen oder anderen ihrer Schüler unterhalten. So entsteht in Dir der Wunsch, die brennende Sehnsucht, eines Tages in einer so herrlichen Sphäre leben zu dürfen!

 

Bei Uns kommen Persönlichkeiten zusammen, die durch viele Jahrhunderte getrennt sind. (Br II, 22)  

 

Was für eine Erleichterung für diejenigen unter Euch, die von ihren Mitmenschen enttäuscht sind, weil sie unter ihnen keine Seelenverwandten finden können.

 

*****

 

Diese heilsame Praxis ist allerdings nur möglich, wenn Du Dich an die Regeln, Gesetze, Sitten und Gebräuche hältst, die in Deiner Überirdischen Gemeinschaft gelten, und das Zusammenleben nicht durch grobe Gewohnheiten störst. In einem Himmel gibt es kein unwürdiges Verhalten!

 

Wenn Du bei Helena Roerich im Kulutal oder bei Gandhi in seinem Aschram leben willst, musst Du Dich schon an die dortigen Gewohnheiten halten.

 

Oder, anders ausgedrückt, damit Du es nicht als Drohung verstehst: Diese Regeln ermöglichen überhaupt erst einen Aufenthalt in Sphären von so hoher Schwingung. Wenn Du zum Beispiel zu viel oder zu fett gegessen hast, kannst Du, wie Du selbst schon oft genug erfahren hast, nicht am Leben einer Höheren Welt teilnehmen.

 

 

Übung: Zuflucht bei Lehre, Lehrer und Gemeinschaft

 

Das wunderbare buddhistische Mantram

 

Ich nehme Zuflucht bei der Lehre, bei dem Lehrer und bei der Gemeinschaft

 

gewinnt eine vollkommen neue praktische Dimension: Wenn Dich einmal Ekel, Not, Unglück oder Niedergeschlagenheit übermannen, kannst Du tatsächlich weglaufen! Suche Zuflucht in Deiner Gemeinschaft auf dem Heiligen Berg!

 

Das Wissen um die Vergänglichkeit verleiht ein Gefühl des Loslösens von der Erde und lenkt den Geist auf jene Ebenen, auf denen der Mensch wirklich in seinem feurigen Wesen lebt. (FW III, 368)   

 

„Was geschieht dort? Wie hilft mir das?“

 

Deine Freunde und Mitschüler klopfen Dir aufmunternd auf die Schulter und versichern Dir: Du hältst das aus! Auch das geht vorüber! Es sind nur noch wenige Stunden, bis Du am Abend in den Himmel zurückkehren kannst! Es ist vollkommen nichtig, was Du gerade erlebst. Wir alle und auch Du haben in den Jahrmillionen unsere irdischen und überirdischen Existenzen schon viel Schlimmeres überstanden! Dein Lehrer lächelt geheimnisvoll, und Dir geht ein Licht auf:

 

Das, was auf der Erde wie ein Unglück aussieht, ist in Deinem wahren Dasein eine Prüfung, die Dir auferlegt, eine Gelegenheit, die Dir geschenkt wird, damit Du wachsen, größer werden kannst.

 

Diese Zuflucht eröffnet sich Dir allerdings nur, wenn Du das Leben in der Höheren Welt auch sonst regelmäßig übst und praktizierst. Wenn Du erst im Moment der Not plötzlich und unvorbereitet versuchst, Zutritt zu diesen Heiligen Hallen zu erlangen, wird das kaum gelingen.

 

 

5. Kommunikation mit Bewohnern der Feinstofflichen Welt

Gambarelli, Basilica di S. Domenico, Siena

„Die hl. Katharina betet mit Jesus das Stundengebet“

 

Teilnahme am Leben der Höheren Welt bedeutet natürlich, mit den Bewohnern dieser Sphäre zu kommunizieren. Das wäre doch kein Leben, wenn Du mit den all den Wesen, die Dich umgeben, nicht in Verbindung treten könntest!

 

Selbstverständlich ist ein natürlicher, lebendiger Austausch zwischen den verschiedenen Ebenen der einen Gesamtwelt möglich. Eines der Kennzeichen, an denen Du einen Neuen Menschen erkennst, ist: Er lässt diese Möglichkeit Wirklichkeit werden, die für die Mahatmas bereits alltägliche Praxis ist.

 

Wir verfügen in der Feinstofflichen Welt über ganze Festungen. Ihr kennt bereits deren Namen und habt schon von aus Gedanken geschaffenen Bauwerken gehört. Die Wohnstätte im Himalaja steht in ständigem Verkehr mit den Wohnstätten in der Feinstofflichen Welt. (Br II, 41)  

 

Wir hatten schon oft auf das Beispiel von Jesus verwiesen, der im Zustand der Verklärung mit Moses und Elias sprechen konnte. (Raffael „Verklärung Christi“)

 

Daran ist nichts Wunderbares. Wir sehen hier nur einen Menschen, der eine höhere Stufe der Evolution erklommen und dementsprechend höhere Fertigkeiten erworben hat. Du kannst das auch, wenn Du Deine inneren, geistigen Sinne verfeinerst oder, anders gesagt, Deine Zentren öffnest.

 

Es gibt auch in unserer heutigen Zeit Menschen, und auch Du hast sie schon getroffen oder zuverlässig von ihnen gehört, die der Höheren Welt näher stehen und beginnen, ihre unermesslichen Möglichkeiten zu nutzen.

 

Ein Einsiedler wurde einst gefragt, wie er in ständigem Schweigen leben könne? Er war über diese Frage sehr erstaunt und sagte: „Im Gegenteil, ich schweige niemals, sondern unterhalte mich ständig – so viele Gesprächspartner besuchen mich.“ Der Einsiedler hatte sich bereits derart der Unsichtbaren Welt genähert, dass diese für ihn vollkommen wahrnehmbar geworden war. Das Gebet wurde zu einem Gespräch, und die Jenseitige Welt offenbarte sich ihm in ihrer ganzen Größe. Für einen solchen Geist ist der Übergang in die Feinstoffliche Welt überhaupt nicht wahrnehmbar. (AUM 41)  

 

Begib Dich immer wieder wie ein Kind in Deiner Phantasie in die Welt der Seele. Wenn Du dort nur lange genug verweilst, wirst Du mit der Zeit auch Verbindung zu ihren Bewohnern aufnehmen können.

 

„Diese Möglichkeit, wenn ich sie einmal als real unterstelle, ist doch sehr weit von meinem heutigen Entwicklungsstand entfernt. Wie kann ich eine solche Kommunikation erlernen?“

 

Wir werden über die Verfeinerung Deiner geistigen Sinne in der Sendung „Ausbildung der Ewigen Individualität“ näher sprechen. Heute können wir schon sagen:

 

 

Praxistipp: Meditation als Kommunikation

 

Meditiere regelmäßig! Agni Yoga-Meditation ist, wie wir in der Sendung „Verbindung mit der Höheren Welt – Meditation“ im Einzelnen besprochen hatten, vor allem ein Gespräch mit Deinem Geistigen Vater, Deinem Lehrer. Übe das, und Du wirst dann mit der Zeit Fortschritte machen! Diese Praxis kannst Du erweitern auf eine Kommunikation mit Deinen nicht-inkarnierten Seelenverwandten, Deinen Freunden, Schülern und Mitschülern.

 

So lernst Du Schritt für Schritt auf ganz natürliche Weise, mit Bewohnern der Feinstofflichen Welt zu sprechen.

 

Wenn Du in der morgendlichen Meditation gefestigt bist, kannst Du auch im Laufe des Tages mitten im irdischen Leben zwischendurch einmal innehalten und Rat einholen. (Gambarelli, Basilica di S. Domenico, Siena „Die hl. Katharina betet mit Jesus das Stundengebet“)

 

Tag und Nacht sind voller Verkehr mit der Überirdischen Welt. Ein Yogi erhält nicht nur allgemeine Ratschläge, sondern auch viele Hinweise auf alltägliche Ereignisse. So kann man sich davon überzeugen, wie nah die Überirdische Welt der irdischen ist. (Br II, 950)   

 

*****

 

Eine solche Kommunikation mit anderen Seelen findet öfter statt, als Du denkst, und vielfach, ohne dass sie Dir überhaupt bewusst wird. Hören wir aus den berühmten Aufzeichnungen eines Arztes aus der Zeit unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg:

 

Auch schärft sich das innere Ohr und macht uns bereit, spontanen Eingebungen Folge zu leisten. Noch nie ist es mir so leicht gewesen, Entschlüsse zu fassen, wie in dieser Zeit. Plötzlich habe ich das Gefühl, schnell mal nach Schwalgendorf gehen zu müssen. Und wenn ich dort ein paar Stunden später ankomme, kann ich sicher sein, dass ich mit den Worten begrüßt werde: „Ach, da sind Sie ja schon! Gerade haben wir überlegt, wie wir sie herholen könnten.“ (Hans Graf v. Lehndorff, „Ostpreußisches Tagebuch“, Eintrag Weihnachten 1946)

 

Wir können den Begriff „Kommunikation“ noch weiter fassen und allgemeiner von „Interaktion“ sprechen:

 

Seelen treffen sich auf der feinstofflichen Ebene und wirken dort aufeinander ein, bevor sie sich in der materiellen Welt begegnen.

 

Dafür gibt es viele Beispiele. Hier sind einige, die ich selbst erlebt habe:

 

Vor vielen Jahren war ich einmal in eine Frau verliebt, nennen wir sie Aimée. Scheinbare Zufälle führten uns gegen jede Wahrscheinlichkeit immer wieder zusammen. Hier sind die eklatantesten Fälle, die sich alle innerhalb von wenigen Wochen zugetragen haben:

 

Eines sonntags gehe ich in die Kirche, was ich nicht oft tue. Die Kirche ist voll besetzt. Ich dränge mich irgendwo in eine Sitzreihe. Ich spüre, wie mich jemand fixiert – und wer sitzt hinter mir: Aimée!

 

Eines Nachmittags fliegt mir als eine Art Eingebung zu, noch am selben Abend in die Oper zu gehen; allein, obwohl ich noch nicht einmal weiß, was gespielt wird. So etwas habe ich in meinem ganzen Leben weder zuvor noch danach jemals getan. Und wen treffe ich dort: Aimée!  

 

Eines Tages gehe ich zu einem Friseur, bei dem ich nie vorher und nie später gewesen bin. Wer sitzt dort? Aimée. Wieder zu Hause male ich mir aus, dass sie, wenn sie zurückfährt, eigentlich bei mir vorbeikommen müsste. Ich widerstehe der Versuchung, stundenlang am Fenster zu stehen. Als ich dann aber ein einziges Mal (!) ans Fenster gehe, fährt sie genau in demselben Moment in ihrem schicken Sportwagen unten vorbei.  

 

Ich gehe ins Konzert. Aimée singt im Chor. Wir sind nicht verabredet. Nach der Vorstellung gehe ich aus irgendeinem der zahlreichen Ausgänge heraus und denke mir, sie wird wohl den Künstlerausgang nehmen. Und wen entdecke ich unter den Tausenden von Besuchern, die herausströmen, als ich mich nur ein einziges Mal umsehe, wenige Meter hinter mir: Aimée!  

 

„Warum erzählst Du mir das alles?“

 

Um Dir die Augen zu öffnen für Vorgänge, die es in großer Zahl auch in Deinem Leben gibt! Für Ereignisse, deren wesentlicher Aspekt sich nicht auf der materiellen Ebene, sondern unsichtbar in der Feinstofflichen Welt abspielt: Ganz offensichtlich hat die Liebe unserer Seelen unsere Körper zusammengeführt.

 

Wenn Du nur Dein Bewusstsein öffnest, beginnt Deine Ewige Individualität an ihrem wahren Dasein in der Höheren Welt teilzunehmen. Dann kannst Du auch die Möglichkeiten der vierten Dimension wahrnehmen und bewusst nutzen.

 

 

Abschnitt VIII:

Zusammenarbeit mit Bewohnern der Feinstofflichen Welt

 

Das Leben auf der Erde besteht vor allem aus Arbeit. Wie unten, so oben. In der Feinstofflichen Welt ist es nicht anders.

 

Man wird euch fragen: „Was ist euer Himmel?“ Sagt: „Ein Himmel der Arbeit und des Kampfes.“ (BGM II, 269 [272])

 

 

1. Teilnahme an feinstofflicher Arbeit

Henry Moore „Oval with Points“

 

Wenn Du am Leben der Höheren Welt teilnehmen willst, musst Du Dich an der Arbeit beteiligen, die dort geleistet wird.

 

Ebenso muss die Fähigkeit zur Arbeit in der Feinstofflichen Welt entwickelt werden. Wie im gesamten Dasein bedarf es der natürlichen Erkenntnis der Zusammenarbeit. Sie kann mehr oder weniger erkannt werden, sollte aber das Gefühlwissen erfüllen. Der Mensch sollte sich beständig in zwei Welten fühlen.

Ich spreche nicht von der Erwartung des Todes, denn er existiert nicht; Ich spreche vielmehr über Arbeit, sowohl über irdische als auch über feinstoffliche. Ein solcher Eifer bei der feinstofflichen Arbeit soll überhaupt nicht von der irdischen Arbeit ablenken, im Gegenteil, er wird ihre Qualität nur verbessern. (Br I, 318)   

 

Wenn das Leben Deiner Seele in der Höheren Welt Dein wahres Dasein ist, folgt daraus: Deine Arbeit dort ist viel wichtiger als Deine Arbeit auf der Erde!

 

Wir haben über die Fähigkeit gesprochen, sowohl in der irdischen als auch in der Feinstofflichen Welt zu arbeiten. Aber die Fähigkeit zu arbeiten allein ist nur eine Möglichkeit fortzuschreiten. Es ist auch erforderlich, das Streben nach feinstofflicher Arbeit von ganzem Herzen liebzugewinnen. Sie kann sich jeden Augenblick offenbaren, und dafür sollte man alle anderen Vorhaben zurückstellen. (Br I, 329)   

 

„Welche Arbeit gibt es in der Feinstofflichen Welt?“

 

Feinstoffliche Arbeit hat zwei Aspekte:

 

Erstens: In der Höheren Welt werden Ideale, das heißt Gedankengebäude geschaffen und immer weiter ausgeschmückt, ausgeweitet und verfeinert. Daran kannst Du Dich auch schon während der irdischen Inkarnation beteiligen.

 

Wenn die Wünsche des Geistes erhaben sind, kann er hohe Bilder finden, und indem er sie erschafft, trägt er zur Vervollkommnung bei. (BGM II, 100)   

 

Wer einen Roman schreibt wie Tolstoi, erschafft eine ganz eigene Gedankenwelt, in die der Leser eintaucht. Platon hat mit seinem Werk „Der Staat“ ein gewaltiges Gedankengebäude errichtet. An der Verbesserung und Verfeinerung dieser Vorstellung vom idealen Zusammenleben einer Gemeinschaft kann und muss ständig weitergearbeitet werden.

 

Wahrhaftig, für einen bewussten Geist ist es in der Feinstofflichen Welt leicht. Er kann ohne Anstrengung schaffen und die irdischen Bildnisse in eine bessere Form bringen. Doch diese Schöpfung ist nicht einseitig, durch diesen Prozess lassen sich auch auf Erden bessere Bildnisse nieder. (Herz 517)   

 

Auch wer eine Skulptur erschafft, ein Gemälde malt oder ein Musikstück komponiert, leistet Feinstoffliche Arbeit. Selbst wenn Du „nur“ träumst, ist das schon schöpferische Tätigkeit.

 

Die Menschen werden sagen: „Uns ist es nicht gegeben, Schöpfer zu werden“, doch zur gleichen Zeit sind sie in herrlicher Weise psychisch schöpferisch tätig, ohne es selbst zu bemerken. Ein solches schöpferisches Handeln ist für den Fortschritt in der Überirdischen Welt unerlässlich, und deshalb bestätigen Wir die Kunst des Träumens. Es dient dem erfolgreichen Voranschreiten in den höheren Lebensbereichen.

Möge der Traum schön sein. Möge er der Menschheit die beste Zukunft schaffen. Möge er Formen des Heldentums schaffen. Möge er in die höchsten überirdischen Bereiche vordringen. Möge er zur Erkenntnis der Höheren Wesen beitragen. Allein durch solche Eigenschaften wird der Traum Früchte bringen. Er wird nicht nur das Bewusstsein des Schaffenden verwirklichen, sondern auch dem Gemeinwohl dienende Schwingungen schaffen. (Br II, 827)   

 

Diese Gedankenarbeit in der Geistigen Welt ist keineswegs nur fruchtlose Spielerei: Zum einen ist es gerade auch für das Leben auf der Erde von größter Bedeutung, die Ideale, die uns Orientierung geben, ständig weiterzuentwickeln und zu verfeinern.

 

Zum anderen ist ja die Sphäre der Gedanken und Träume Deine wahre, Ewige Heimat, in die Du nach diesem kurzen irdischen Aufenthalt zurückkehrst. Wenn Du also jetzt die dortigen Verhältnisse durch Dein Gedankenschaffen verbesserst, stellst Du sicher, dass Du nach Deinem Tod in eine bessere Welt kommst.

 

Kann ein auf Erden Inkarnierter gedanklich in der Feinstofflichen Welt schaffen? Man kann an einer Vielzahl von Verbesserungen teilnehmen. Auf diese Weise bereiten wir im irdischen Dasein die künftigen herrlichen Gärten. Der Gedanke schafft in seiner ganzen Aufbautätigkeit auch unser eigenes künftiges Glück. (FW I, 241)  

 

Indem der Mensch sich mit erhabenen Aufgaben erfüllt, bereitet er sich für genau diese Bereiche vor. Er gewöhnt sich allmählich so sehr an diese Denkweise, dass er beginnt, vollkommen dem ebenso schönen Leben in der Feinstofflichen Welt anzugehören. Das irdische Leben ist ein Augenblick, der mit der Höheren Welt nicht verglichen werden kann; deshalb ist es vernünftig, auch in diesem kurzen Augenblick Nutzen für einen längeren zu ziehen. (Br I, 319)   

 

*****

 

Zweiter Aspekt der Feinstofflichen Arbeit: Diese Gedankenkonstruktionen, Träume oder Ideale müssen immer mehr verdichtet und schließlich zu einer materiellen Realität geformt werden.

 

Denken erschafft Form, und die Form wird zu einer gegebenen Zeit in einem Manwantara, in Materie gehüllt, auf der physischen Ebene offenbar. (TL V, 273)

 

Du erbringst also auch dann Feinstoffliche Arbeit, wenn Du Deinen Beitrag dazu leistest, dass die Bilder, die Vorstellungen, die auf der Geistigen Ebene entwickelt worden sind, auf Erden tatsächlich verwirklicht werden.

 

Die Menschen sind unfähig, eine Vorstellung von der Feinstofflichen Welt im Leben umzusetzen, womit sie jedoch die Evolution behindern. (Br II, 703)   

 

So vereinst Du die Welten, näherst die Erde an den Himmel an und sorgst dafür, dass auch hier unten mehr und mehr paradiesische Verhältnisse herrschen. Das ist typische Feinstoffliche Arbeit.

 

Eine solche Arbeit kannst Du lieben!

 

Der Widerwille, mit dem die meisten Menschen heutzutage ihrer täglichen Arbeit nachgehen, ist schrecklich, macht krank und führt zu schlechten Ergebnissen.

 

Für die Erleichterung und größere Fruchtbarkeit des Wirkens in der Feinstofflichen Welt, der geistigen Arbeit, ist es notwendig, sie liebzugewinnen. Wo Liebe ist, steigert sich die Leistung, und folglich wird ein besseres beiderseitiges Ergebnis erzielt. (HR II/2, 484, Brief vom 23.04.1938)

 

 

Praxistipp: 2 Beispiele

 

„Was bedeutet das für meine alltägliche Arbeit? Ich bin kein Künstler!“

 

Lass uns zwei Beispiele betrachten:

 

Erstes Beispiel: Ich bin von Beruf Rechtsanwalt. Diese Arbeit hat mich viele Jahre lang unbefriedigt gelassen, weil ich zwar Geld verdient, aber keinen tieferen Sinn in ihr gefunden habe. Ich war ein Arbeitssklave: Meine Mandanten haben mich bezahlt, damit ich ihre persönlichen, egoistischen Interessen durchsetze.

 

„Mir geht es ebenso! Wann bekommt die Berufstätigkeit einen Sinn, für den es sich lohnt zu arbeiten?“

 

Unsere Mühen sind nur dann sinnvoll, wenn sie der Verwirklichung eines Prinzips der Höheren Welt wie Wahrheit, Gerechtigkeit, Schönheit oder Liebe dienen.

 

Für einen Rechtsanwalt bedeutet das: Seine Höhere, Feinstoffliche Arbeit besteht darin, Gerechtigkeit zu schaffen. Das sieht konkret so aus: Er betrachtet die unermessliche Vielzahl der materiellen Fakten eines Falles, wählt diejenigen aus, die rechtlich relevant sind, und macht sich dann ein Bild, wo die Gerechtigkeit liegt, wie eine gerechte Lösung des Falles aussehen könnte. Der Rechtsanwalt der Gegenseite und das Gericht machen sich vielleicht ein ganz anderes Bild. Im Idealfall kommen sie zu einem gemeinsamen Urteil, das Gerechtigkeit zwischen den streitenden Parteien herstellt.

 

So wird das Ideal der Gerechtigkeit irdische Realität.  

 

Das ist Feinstoffliche Arbeit! So werden die Grundsätze der Höheren Welt auf Erden verwirklicht. So werden die Welten vereint.

 

*****

 

Zweites Beispiel: Die Feinstoffliche Arbeit eines Künstlers oder auch nur eines Malergesellen besteht darin, Schönheit zu verwirklichen.

 

Der Malergeselle macht sich eine Vorstellung, wie er ein Zimmer schön ausmalen kann. Auch das ist Gedankenschaffen! Und er materialisiert dieses Ideal, indem er das Zimmer entsprechend streicht.

 

Wenn sein Chef ihn aus Profitgier derart unter Zeitdruck setzt, dass es unmöglich ist, ein qualitätsvolles Malerwerk abzuliefern, hat seine Arbeit keinen höheren Sinn und keinen Wert mehr.

 

Du siehst: Ein geistiger Arbeiter, der Feinstoffliche Tätigkeit leistet, ist nicht nur ein Schriftsteller oder Philosoph, sondern auch ein Handwerker.

 

 

2. Zusammenarbeit mit Bewohnern der Feinstofflichen Welt

Botticini „Die drei Erzengel und Tobias“

 

Teilnahme am Leben der Höheren Welt bedeutet schließlich, mit den Bewohnern dieser Sphären bewusst zusammenzuarbeiten! Was für ein Glück: Du darfst gemeinsam mit den größten Seelen aller Zeiten, mit Deinen Helden an Ihrem Großen Werk arbeiten!

 

Kann es eine größere Freude geben als die Erfüllung eines Auftrages der Bruderschaft? (FW II, 393) 

 

Sollte mir etwa das Glück zuteilwerden, meinen Führern helfen zu können? (Br II, 257)

 

Lehrer, erlaube mir, Dein Helfer zu werden. (Br II, 717) 

 

Du hilfst ihnen, aber mehr noch helfen sie Dir.

 

Sucht die Unsichtbaren Freunde. Freunde aus der Höheren Welt werden eine feste Bürgschaft sein. Mitunter kennt ihr Sie, doch meist ist Ihr Name unbekannt, und allein die Freude des Bewusstseins zeigt Ihre Nähe an. Versucht nicht, Ihre Namen zu erfahren. Seit langem haben Sie irdischen Beinamen entsagt. Möge die Zahl solcher Beschützer groß sein.

Sie schätzen jedes lichte Bestreben, und nichts wird Ihre Gunst ablenken, wenn Sie sich davon überzeugen können, dass eine Heldentat vollbracht wird. Sie helfen dort, wo der Glaube fest ist. Möge der Segen der Unsichtbaren Freunde mit euch sein. Nicht nur sichtbare Freunde helfen, sondern mehr noch die Unsichtbaren. (Br II, 588)  

 

Die Unsichtbaren Helfer schützen Dich vor Gefahren.

 

Die Menschen wollen sich nicht vorstellen, wie viele Gefahren sie umgeben. Wie oft haben Höhere Kräfte und Teilnehmer aus der Feinstofflichen Welt sie gerettet! (Herz 524)   

 

Herrlich ist die Anspannung des Großen Dienstes, wenn unsichtbare Mitarbeiter herangeflogen kommen. Sie stärken den Panzer, schützen vor Pfeilen und erleuchten den Pfad. Der Mensch kann wie beflügelt voranschreiten; er hat zahllose Mitarbeiter gewonnen, die aber der Hierarchie gehorchen. (FW I, 560)   

 

Für diesen Schutz solltest Du dankbar sein!

 

Lasst uns unseren unsichtbaren Rettern danken. Woher wissen wir denn, dass wir es nicht gerade jetzt nötig haben, vor einer Gefahr gerettet zu werden? Wissen wir etwa, was uns bedroht? Wir halten den Tag für ruhig, ohne uns aber umzublicken und die Giftschlange hinter uns zu sehen. Doch sie ist bereits zurückgewichen, weil jemand sie verscheucht hat. (Br II, 197)   

 

Die Bruderschaft hält immer Ausschau nach geeigneten Mitarbeitern und einem zukunftsweisenden Aufbau.

 

Jede gesunde Verwandlung des Lebens wird von Uns bemerkt und unterstützt werden. (AY 175)   

 

Jede der Hierarchie erwünschte Arbeit, auch noch die kleinste und scheinbar bedeutungslose, wird von ihr gefördert.

 

Jeder Arbeiter erhält Hilfe aus der Feinstofflichen Welt. Die Menschen werden sehr viel erfolgreicher sein, wenn sie diese unsichtbare Zusammenarbeit verstehen. Spötter werden sagen: „Bekommen etwa auch Zimmerleute, Schnitter und Maurer Hilfe aus der Feinstofflichen Welt?“ Der Spott ist unangebracht, jede willkommene Arbeit erfährt nämlich Hilfe. (Br II, 214)  

 

Die Hilfe von Oben wird meistens nicht materieller, sondern geistiger Natur sein.

 

Die Hilfe hoher Wesenheiten ist gewöhnlich eine geistige, doch manchmal kann sie auch materieller Art sein. Überlieferungen erinnern oftmals an das Auftreten vertrauter Personen, die nützliche Ratschläge geben, wobei sie hinzufügen, dass ihnen nur ein einziges Mal zu helfen erlaubt sei. Solche Hinweise sind bei verschiedenen Völkern im Verlauf vieler Jahrhunderte zu finden. Wahrhaftig, solche Zeugnisse sind tatsächlich wahr. (Br II, 432)   

 

Du musst fest auf diese Unterstützung vertrauen, ihr entgegenkommen und sie annehmen.

 

Die Hilfe kann unermesslich verstärkt werden, wenn weder Unzufriedenheit noch Klagen noch Mutlosigkeit oder Misstrauen herrschen. Ihr Menschen, gebt den unsichtbaren Helfern Gelegenheit, euch die helfende Hand zu reichen! Wie viele ließen ihre lichten Flügel ob des menschlichen Misstrauens hängen! (Br II, 136) 

 

Es ist schwierig, eine Zusammenarbeit mit der Feinstofflichen Welt zu erreichen. Viele Bewohner der Feinstofflichen Welt würden gern ihr Wissen anwenden, aber wegen verschiedener Vorurteile und aus Furcht gewährt man ihnen keinen Zugang. (FW I, 555)  

 

Was für eine wunderbare Vorstellung:

 

Es arbeiten tatsächlich diesseitige physische und jenseitige feinstoffliche Wesen an einem gemeinsamen Projekt zusammen.

 

Bei jeder Arbeit ist ein Kollektiv aus irdischen und überirdischen Mitarbeitern tätig. (Br II, 831)   

 

Man kann sehen, wie übereinstimmende Schwingungen Zusammenarbeit schaffen. Ihr wisst, dass bestimmte nahestehende Individuen aus der Feinstofflichen Welt beim gemeinsamen Werk mitwirken. Noch vor kurzem hätten sie wegen unterschiedlicher Schwingungen dem gemeinsamen Ziel nicht dienen können, doch eure Schwingungen und ihre Bemühungen um Verkehr machen sie zu nützlichen Mitarbeitern. So entsteht gemeinsame nutzbringende Arbeit. Das ist umso nützlicher, als auch die Gegner ebensolche Mitarbeiter haben. (FW II, 203)   

 

Wie wir schon vorhin mit dem schönen Gemälde der Seeschlacht von Lepanto gezeigt haben, nehmen feinstoffliche Wesenheiten sogar an irdischen Kriegen teil, so zum Beispiel Helena Roerich (von den Mahatmas Urusvati genannt) im feinstofflichen Körper.

 

Urusvati kennt die Teilnahme an irdischen Schlachten im feinstofflichen Körper. Urusvati kann bezeugen, wie schnell und gleichzeitig unverwundbar sie zwischen den Kämpfenden hindurchflog. Ihr könnt euch vorstellen, wie oft Wir an menschlichen Zusammenstößen teilnehmen. Wenn Wir auch für die menschlichen Waffen unangreifbar sind, so kann es doch räumliche Geschosse geben, die von den Hierophanten der Finsternis auf Uns gerichtet sind. Solche unsichtbaren Schlachten sind kein Märchen. Eine Sache ist es, einen Lichtstrahl von Unserem Turm aus zu senden, doch eine ganz andere ist ein Flug zu einem Zweikampf im Raum. (Br II, 136) 

 

So ergibt sich über die Grenzen der materiellen Ebene hinaus eine echte Zusammenarbeit zwischen Himmel und Erde!

 

Der Mensch denkt nicht darüber nach, dass ein Überirdischer Freund ihn vor Unglück bewahren wollte. Er gesteht nicht zu, dass sich jemand darum bemüht, für ihn eine schwere Lebensaufgabe zu lösen. Ein im Alltagsleben befangener Geist vermag kein Vorstellungsvermögen über eine Zusammenarbeit jenseits der irdischen Grenzen zu bekunden. (Br II, 617)  

 

Wir hatten in der Sendung „Die Bruderschaft von Schambhala“ viele Beispiele für das Eingreifen der Mahatmas in das Weltgeschehen angeführt. Ebenso helfen sie oder ihre Beauftragten auch Dir bei Deinen kleinen persönlichen Angelegenheiten – vorausgesetzt natürlich, Du förderst die Ziele der Hierarchie und führst ihre Aufträge aus.

 

Da jeder Mensch seinen eigenen Auftrag hat, kann niemand ohne Hilfe gelassen werden. (Br I, 569)   

 

Man muss sich daran gewöhnen, dass die Zusammenarbeit mit Uns alles zuführt, was benötigt wird. (Hier 434)   

 

Durch eine solche Zusammenarbeit bildet sich eine wahre nicht-materielle, überirdische und überzeitliche Gemeinschaft.

 

Man könnte fragen: Verursacht die Zusammenarbeit mit nicht verkörperten Wesen und solchen im verdichteten Astralkörper keine Schwierigkeiten? Nicht im geringsten. Die Zusammenarbeit erfolgt auf der Ebene des vereinten Bewusstseins. Solche Arbeiter gleichen sich annähernd in ihrem Denken, und eine solche Vereinigung bildet eine wahre Gemeinschaft. (Br II, 131) 

 

Das Ideal einer ununterbrochenen Arbeit in allen Welten wird Wirklichkeit!

 

Du arbeitest vor der Geburt in der Höheren Welt, in allen Inkarnationen auf der Erde und nach Deinem Tod wieder im Jenseits ununterbrochen zusammen mit immer denselben Wesen an immer demselben Großen Werk: An dem Neuen Aufbau, an dem Errichten einer Neuen Evolutionsstufe.

 

„Kannst Du ein praktisches Beispiel geben für eine solche Arbeit über die Jahrhunderte hinweg?“

 

Bei einem Urlaub in Griechenland saßen wir eines Abends auf einem großen Platz zu Füßen eines alten Kastells der Johanniterritter. Einheimische und Touristen ließen es sich gut gehen, aßen zu Abend und tranken ihren Wein, bis spät in die Nacht tollten die Kinder herum. Plötzlich hatte ich eine winzige Vision, einen ganz kurzen Gedankenblitz: Ich sah mich selbst vor vielen Jahrhunderten mit anderen Johanniterrittern in unseren Rüstungen oben auf der Burg Dienst tun, den Rundgang machen und Wache halten. Ein Bild der Größe und des Ernstes: Das Kastell und die Ritter schützten das feiernde Volk vor der Bedrohung durch die Türken.  

 

So darfst Du Dich selbst und Deine Aufgabe betrachten: Du lebst nicht unten im, sondern über dem Dorf, oben auf dem Heiligen Berg. Du bist ein Mitglied der Hierarchie, der Herrschenden. Du teilst ihre Verantwortung für das Wohl der Menschheit, gleichgültig, ob Du schon ein Ritter oder nur ein Page bist. In dieser Position kannst Du Dich nur in sehr eingeschränktem Maß an den üblichen Vergnügungen beteiligen.

 

Das gilt nicht nur in diesem Leben, sondern schon seit Jahrtausenden, über viele Inkarnation hinweg, auf allen materiellen und nicht-materiellen Daseinsebenen.

 

Du arbeitest in Ewigkeit mit der Bruderschaft zusammen!

 

 

Übung: Überirdische Helfer herbeirufen

 

Du kannst Deine Überirdischen Freunde und Mitarbeiter bewusst und gezielt herbeirufen.

 

Wenn der Mensch ein Gespräch mit der Höheren Welt aufnimmt, ist er wirklich tapfer, doch eine solche Tapferkeit ist heilig. Die Feinstoffliche Welt erhört solche Rufe und versteht ihre Bedeutung. Ein solches Gespräch zieht viele Zuhörer, gleichsam Mitarbeiter herbei. (AUM 105)  

 

Jedem aber ist ein Heilmittel gegeben. Er kann jede beliebige Einwirkung zerstreuen, indem er sich gedanklich an Freunde wendet. Der Mensch hat nicht nur auf der Erde Freunde, er kann auch aus der Feinstofflichen Welt treue Mitarbeiter herbeirufen. (Br II, 493)  

 

Durch selbstlosen Dienst ziehst Du Hohe Helfer, mit schlechten Gedanken, Gefühlen, Worten oder Taten dagegen böswillige Wesen aus den niederen Schichten der Feinstofflichen Welt an.

 

Lichtes Bestreben zieht Hilfe an. Dies sind keine Moralpredigten, sondern wissenschaftliche Hinweise. (Br II, 136) 

 

Von Seiten der Feinstofflichen Welt bleibt nicht eine einzige irdische Tat unbeantwortet. Jeder irdische Gedanke ruft entweder Freude und Hilfe oder Schadenfreude und verderbliche Sendungen aus der Feinstofflichen Welt hervor. (AUM 105)  

 

 

Abschnitt IX: Teilnahme als Übung, Dienst und Glück 

 

Die Teilnahme am Leben der Höheren Welt ist gleichzeitig eine geistige Übung, Dienst am Allgemeinwohl und Dein höchstes Glück.

 

 

1. Ständige geistige Übung

 

Die Teilnahme am Leben der Höheren Welt ist eine ständige geistige Übung! Du musst erst noch lernen, gleichzeitig im Himmel und auf der Erde zu leben.

 

„Worin besteht diese Übung?“

 

Du siehst das ganze Bild der Realität mit dem Heiligen Berg hinter Dir. Du hältst Dein Bewusstsein ständig, selbst während der täglichen Arbeit, in der Höheren Welt, am Fuß des Heiligen Berges! (Nikolaus Roerich „Schambhala“)

 

Du trägst das in der Morgenmeditation errichtete Tempel-Hologramm im Lauf des irdischen Tages immer bei Dir.  

 

Jeder einzelne Moment des Tages bietet Dir die Gelegenheit, die feinstoffliche Realität der Existenz auf einer höheren Ebene zu verteidigen, zu bekräftigen und zu vertiefen.

 

Auf der Erde gilt es, den Kopf über Wasser zu halten. In der geistigen Sphäre kommt es darauf an, den Kopf über den Wolken, in der Heimat, im Himmel zu halten!  

 

Es erfordert höchste Konzentration in jedem Augenblick, um Deine Schwingung und die des Hologramms um Dich herum hoch zu halten und das erwählte Ideal zu verteidigen! Diese innere Arbeit parallel zum angespanntesten Wirken in der materiellen Sphäre muss Dir zur festen und lieben Gewohnheit werden! Nicht grübeln hilft, nur Praxis! Probiere es aus! Heile Dich selbst! Erhebe Dich selbst!

 

 

2. Notwendige Ergänzung zur Übung „Feuriger Zustand“

 

„Ich praktiziere die Übung Feuriger Zustand. Ich habe aber noch nicht den richtigen Ansatz gefunden, um zum Beispiel in einem Moment der Niedergeschlagenheit meine Schwingung wieder zu erhöhen. In der Meditation am Morgen und am Abend gelingt mir das ganz gut. Aber im Lauf des Tages, wenn ich keine Zeit zum Meditieren habe, weiß ich nicht, wie ich mich wieder erheben soll, wenn ich abgestürzt bin.“

 

Ja, das ist mir lange auch so ergangen.

 

Es ist nicht leicht, die Seelenkraft aus sich heraus aufzubringen, um sich wie Baron Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.

 

Die Erfahrung lehrt: Der Feurige Zustand Deines Wesens allein genügt nicht. Es muss das Leben in einer Überirdischen Sphäre, im Himmel hinzukommen, um Dein wahres Dasein und damit Dein Glück perfekt zu machen.

 

Ein Geistwesen kann nicht an einem Ort mit niedrigen Vibrationen, sondern nur in seiner eigenen hoch schwingenden Welt existieren.

 

Das Hologramm einer Höheren Welt, in das Du Dich hüllst, ist wie ein Taucheranzug, der Deiner Seele das Überleben auf der materiellen Ebene erst ermöglicht.  

 

In einer verzweifelten, hässlichen, lächerlichen oder erniedrigenden Situation hilft nur eines: Schließe für eine Sekunde die Augen. Begib Dich in die Geistige Welt!

 

Löse Dich vom irdischen Alltag und versetze Dich in Deine Ewige Heimat.

 

Erfreue Dich der Reinheit, der Majestät, der Ruhe und des Friedens am Heiligen Berg. Spüre die Nähe Deiner wahren Verwandten, vor allem Deines Lehrers. Erfahre das Glück der Seelengemeinschaft mit ihnen. So erhöhst Du sofort und unfehlbar Deine Schwingung!

 

*****

 

Du gehst in den Wald oder hörst die Musik der großen Meister, um Dich zu heilen oder Deine Stimmungen loszuwerden. Tatsächlich begibst Du Dich auf diese Weise in eine Höhere Welt! Dieselbe Erhebung kannst Du erzielen, wenn Du im Geist Dein Heiligtum aufsuchst.

 

*****

 

Wir erinnern uns: Du erhöhst mit Deiner hohen Schwingung die Schwingung des Raumes um Dich herum. Es gilt aber auch umgekehrt:

 

Wenn Du Dich in einen Raum von hoher Schwingung begibst, zum Beispiel in ein Heiligtum, erhöht das auch Deine Schwingung.

 

Wenn Du Dich in einer Welt der Reinheit, Macht, Freude und Schönheit aufhältst, fühlst Du Dich rein, mächtig, freudig und schön und bist dann auch rein, mächtig, freudig und schön.

 

Das Leben am Heiligen Berg bringt Dein Wesen in eine heilige Schwingung. (Nikolaus Roerich „Kanchenjunga“)

 

*****

 

Wir wiederholen (Sendungen „Übung Erhebung“ und „Übung Feuriger Zustand“): Deine Seele ist nicht berührt von der Not, dem Leid und der Grobheit der materiellen Welt. Das ist leicht gesagt, aber schwer in die Realität umzusetzen, wenn Du Dich nun einmal angegriffen fühlst. Unverletzlichkeit durch Übertragung des Bewusstseins in die Ewige Individualität ist tatsächlich noch ein wenig abstrakt.

 

Aber hoch oben am Heiligen Berg, in der erhabenen Welt des Aschrams Deines Lehrers, kannst Du Dich wirklich unverletzlich fühlen.  

 

Wenn Deine Seele ihren angestammten Platz weit oberhalb der materiellen Sphäre in ihrer Unsichtbaren Heimat einnimmt, hört auch die Betroffenheit von den heillosen Zuständen unten im Tal auf. Dorthin kannst Du jederzeit fliehen, wenn Dich der Ekel vor der Dummheit, der Unverschämtheit oder dem Egoismus Deiner Mitmenschen packt.

 

Wenn wir unser Bewusstsein völlig in den Bereich übertragen, wo es weder Furcht noch Niedergeschlagenheit gibt, sind wir unverletzlich durch das Schlechte. (FW II, 72) 

 

 

3. Teilnahme als Dienst

Mont Saint Michel, Normandie, Frankreich

 

Wenn Du Dir eine eigene Welt, Dein persönliches Paradies einrichtest und wirklich darin lebst, ist das nicht nur ein Privatvergnügen. Du gibst der Menschheit damit ein Beispiel für eine höhere, bessere Welt. Du zeigst allen:

 

Hier ist die Neue Welt!

 

Dein Neuer Aufbau ist, auf jeden Fall in der Feinstofflichen Welt, mehr und mehr aber auch auf der materiellen Ebene, weithin sichtbar wie ein Leuchtfeuer. Diese Flamme, die Deinen Mitmenschen Hoffnung gibt, darf nie erlöschen. (Nikolaus Roerich „Flowers of Timur – Fires of Victory“)

 

So muss die Freude des Aufstiegs die irdische Freude übersteigen. Sie muss leuchten und durch ihr Licht vielen den Weg weisen. (FW I, 638)   

 

Die Synthese der Praxis des Agni Yoga, die Lebensformel des Neuen Menschen lautet:

 

Ich bin ein himmlisches Wesen, ein Geistmensch. Ich lebe in einer Höheren Welt, steige in die Materie herab und bringe diesen Himmel auf die Erde. (Nikolaus Roerich „Von Jenseits“)

 

Das bedeutet praktisch: Du errichtest in jedem Raum, den Du betrittst, das Hologramm Deines Tempels und schaffst damit dort eine reine und heilige Atmosphäre. Das darf keine Theorie bleiben: Frage Dich am Ende eines jeden Tages:

 

Habe ich heute wirklich für meinen Partner, meine Kinder, meine Verwandten, Arbeitskollegen, Bekannten und Freunde einen Himmel auf Erden geschaffen?  

 

 

4. Wahres Glück durch Teilnahme am wahren Dasein

 

Ich habe mich von Jugend auf als Philosoph betätigt und das Glück gesucht. Zunächst schien es einfach: Auf der Schule und an der Universität viel Nützliches und Interessantes lernen; heiraten, Kinder bekommen, einen Beruf ausüben, den Lebensunterhalt für die Familie sichern: Das alles trug seinen Sinn ganz offenkundig in sich selbst.  

 

Aber mit 40 dann, wenn die Kinder einen weniger brauchen, fragte ich mich, und fragen sich auch viele von Euch: Kann das alles gewesen sein? Kinder zeugen und großziehen, die dann wiederum nur Kinder zeugen und großziehen? Was habe ich von all der Mühe gehabt?

 

Erst mit über 60 Jahren habe ich das wahre Glück gefunden:

 

Mein wahres Dasein, das Leben meiner Seele am Fuße des Heiligen Berges!

 

Es heißt, das einzige Glück eines geistigen Menschen sei Meditation. Das klingt etwas dürftig und nach Rückzug vom Leben. Wir sagen: Das wahre Glück eines geistigen Menschen besteht darin, mitten in den irdischen Mühen und Wirren am Leben der Höheren Welt teilzunehmen.

 

Stunden des Glücks – so bezeichnen Wir jene Entwicklungsstufe des Bewusstseins, wenn sich Unseren Leuten, ohne sich vom Leben abzuwenden, die Möglichkeit bietet, mit Uns in Unserer Stätte zusammenzutreffen. (AY 338)   

 

Dort oben gibt es nur Reinheit, Schönheit und Freude. Dort oben gibt es keinen Ekel, Niedergeschlagenheit, Gereiztheit, Wünsche oder Begierden. Dort oben können die Widerwärtigkeiten, die sich unten im Tal abspielen, Dir nichts anhaben. Der Schlüssel für ein besseres, schöneres und würdigeres Leben ist die Erkenntnis:

 

Wahre Lebensfreude gibt es nur im wahren Dasein!

 

Woher kommt dieses gute Gefühl, das wir Lebensfreude nennen? Warum ist eine solche Freude von Reichtum und Selbstzufriedenheit unabhängig? Sie kann inmitten größter Schwierigkeiten und Verfolgungen entstehen. Inmitten von Anspannungen ist eine solche Freude besonders kostbar und heilsam. Wir nennen sie Lebensfreude, weil sie nicht von persönlichen Umständen, Erfolgen und Vorteilen abhängt.

Kann man Freude inmitten von Krankheit, Ungerechtigkeiten und Kränkungen erwarten? Doch auch unter solchen Umständen vermögen Augen bisweilen feurig zu erglänzen, ein niedergeschlagenes Haupt sich zu erheben und neue Kräfte herbeizuströmen. (Br II, 281)  

 

Und jetzt folgt der entscheidende Satz dieses wunderbaren Paragraphen:

 

Der Mensch beginnt, sich des Lebens zu erfreuen, vielleicht nicht seines irdischen Lebens, sondern des wirklichen Daseins. (Br II, 281) 

 

„Wie kann auch ich dieses Lebensglück finden?“

 

Überwinde die vergängliche, irdische Existenz! Lebe Dein wirkliches, höheres Leben!

 

Wo immer Du gehst und stehst, was immer Du tust: Bewahre das Bild Deines wahren Daseins, Deiner Ewigen Heimat, Deines Himmels in Deinem Herzen: Das Dorf und den Aschram am Fuße des Heiligen Berges; und dort Deine Schüler, Mitschüler und Lehrer bis hinauf zu den Mahatmas. (Nikolaus Roerich „Mount of five Treasures“ und „Tibet Himalayas“)

 

Verlagere das Leben Deiner Ewige Individualität auf diese Höhere Ebene! Atme schon hier unten auf der Erde den Geist von Schambhala! Schließe Dich dieser Überzeitlichen Gemeinschaft an! Werde ein Teil dieser Heiligen Ordnung!

 

Dort bist Du ein Rädchen, das zwar klein und scheinbar unbedeutend ist, dennoch aber seine ganz eigene, von niemand anderem zu ersetzende Funktion hat.  

 

Wie soll man erklären, dass ohne die Einheit der Welten das Leben auf der Erdkruste absurd ist?! (Gem 135)

 

Verankere Dich fest in diesem Himmlischen Reich! So fest, dass die schwersten irdischen Turbulenzen, die gefährlichsten Angriffe, die härtesten Arbeiten, die lockendsten Versuchungen und die bedrückendsten Stimmungen nicht imstande sind, Deine Seele aus ihrem natürlichen Heimatland zu vertreiben.

 

Aus eigener Erfahrung beschwöre ich Dich: Du wirst Dein Glück nicht finden, wenn Du es davon abhängig machst, dass Du Erfolg hast, gesund bist, geliebt wirst usw. – das sind nur bedingte irdische Maßstäbe, die für Deine Ewige Individualität nicht gelten.

 

Den strahlenden Glanz Deines wahren Daseins kannst Du immer bewahren, selbst wenn alles schiefgeht in Deinem Leben; sogar, wenn Du ans Kreuz geschlagen wirst. (Tintoretto „Kreuzigung“)

 

Wir sprechen weiter über die Teilnahme am Leben zu Fuße des Heiligen Berges in der Sendung „Leben im Aschram des Lehrers“.

 

 

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