Aspekte der Praxis des Agni Yoga

 

Gewidmet den vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Praktizierenden des Agni Yoga

 

1. Unsterblichkeit: Ein Zustand des Bewusstseins 

 

 

Ob du unsterblich bist, hängt von deinem Bewusstsein ab:

 

Solange dein Bewusstsein in einer vergänglichen Persönlichkeit steckt, warst du im letzten irdischen Leben Herr Meier, bist in diesem Leben Frau Schulze und wirst im nächsten Leben Herr Müller sein. Dann bist du noch sterblich, denn du führst viele verschiedene voneinander getrennte und jeweils begrenzte Existenzen.

 

Stattdessen musst du dein Bewusstsein in deine Seele verlegen und dich selbst mit deinem ewigen, geistigen Wesen identifizieren. Nennen wir dieses Wesen, um ihm einen Namen zu geben, „Anima“.

 

Unsterblich bist du, wenn du das Bewusstsein von „Anima“ ununterbrochen aufrechterhältst, in der materiellen ebenso wie in der jenseitigen, geistigen Welt.

 

Du musst immer „Anima“ sein: Im „Himmel“, beim Abstieg auf die Erde, während des kurzen irdischen Lebens in dem Körper von Herrn Meier und bei der Rückkehr in die geistige Welt; beim nächsten Abstieg, beim nächsten irdischen Leben, beim nächsten Wiederaufstieg usw. Dieses ewige auf und ab ist nur ein einheitliches Leben deines ewigen geistigen Wesens „Anima“.

 

Du kannst dieses Bewahren eines einheitlichen Bewusstseinszustandes auf allen Ebenen des Daseins üben, indem du versuchst, bewusst in den Schlaf überzugehen, in der Feinstofflichen Welt bewusst zu handeln und am Morgen bewusst in den Körper zurückzukehren.

 

 

Zitate:

 

Der Yogi kennt keinen Tod, denn das erwachte Bewusstsein kennt keine Unterbrechung des Seins. Das Bewusstsein in seinen verschiedenen Hüllen zu erhalten, macht die Heldentat des Yogi für das Leben höchst notwendig. (AY 175)

 

Der Yogi kennt keine Unterbrechung des Lebens. In seinem Bewusstsein schreitet er in verschiedenen Körpern durch das Leben. (Br II, 898) 

 

Man kann die Reihe von Wiederverkörperungen als eine Reihe voneinander getrennter Leben ansehen, aber es ist besser, die vielen Wiederverkörperungen als ein einziges Leben zu betrachten. Wahrlich, es gibt nur ein Leben; und vom Augenblick der Beherrschung des menschlichen Bewusstseins an hört Leben mit all seinen Folgen nie auf. Könnten die Menschen die Unteilbarkeit des Lebens eher begreifen, würden sie sich Zielstrebigkeit und Verantwortung aneignen. (AY 450)

 

Würden die Menschen die Tatsache der ununterbrochenen Fortdauer der Lebenskette und die Wahrung des Bewusstseins annehmen, so verhielten sie sich gegenüber ihren eigenen Aufgaben anders. Der Mensch muss auf einem unendlichen Weg gehen, ohne über die Kürze der irdischen Existenzen nachzudenken. Er kann diese Existenzen miteinander verbinden. (Br II, 712) 

 

Die Zahl der Menschen, die die lebendige Fortdauer des Bewusstseins bewahren, wenn sie hinübergehen in die Feinstoffliche Welt, ist nicht allzu groß. Einen Zustand bewusster Fortdauer des Seins oder die Bewahrung eines vollständigen Bewusstseins in allen Körpern und in allen Sphären zu erreichen, ist die größte Errungenschaft des Archaten. Das ist Amrita oder wahre Unsterblichkeit. Daher sind alle Anstrengungen der Großen Lehrer auf die Erweiterung des Bewusstseins der Menschheit gerichtet. (HR I/3, 22, 23; Brief vom 11.01.1935) 

 

Die Eigenschaft eines Archaten wird jener erlangen, der beim Körperwechsel den Strom des Bewusstseins nicht unterbricht und ständig in die Zukunft strebt. So werden wir, mit wachem Bewusstsein, die Leben zu einem unzerreißbaren Halsband vereinen. (AY 130)

 

Die Erlangung wahrer Unsterblichkeit ist das Beibehalten des Bewusstseins auf allen vier Ebenen des Seins. (HR I/3, 128) 

 

Daher kann Unsterblichkeit, oder noch genauer gesagt, fortgesetztes Bewusstsein auf allen Seinsebenen, nur durch einen langwierigen Prozess erreicht werden. (HR II/1, 256) 

 

Unsterblichkeit ist jene Gabe, welche derselben Großen Persönlichkeit gestattet, nach Belieben aus einem abgetragenen Körper in einen anderen überzugehen. (Helena Blavatsky, Geheimlehre II, 288)

 

 

 

2. Leben im Himmel: Ein Zustand des Bewusstseins 

 

 

Das Leben im Himmel ist kein Verweilen an einem bestimmten Ort, sondern ein Zustand des Bewusstseins!

 

Wann lebst du im Paradies, in der höchsten denkbaren Welt? Wenn du in allen Umständen Lebensfreude bewahren kannst!

 

Wer über den Tod oder die Hindernisse, Schwierigkeiten und Nöte des alltäglichen Lebens jammert, lebt in einer ziemlich niedrigen Welt.

 

Wer alle diese Widrigkeiten gelassen ertragen kann, lebt schon in einer höheren Welt.

 

Wenn du dich über alles freuen kannst, was dir stößt – weil du es als eine Gelegenheit zu weiterem geistigen Aufstieg oder als eine von deinem Lehrer gesandte Prüfung ansiehst –, dann lebst du in der höchsten Welt, wie immer die äußeren Umstände aussehen mögen, in die es dich verschlagen hat.

 

 

Zitate:

 

Deshalb sagt Schopenhauer: „Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.“

 

Und der Volksmund: „Wenn du den Himmel nicht in deinem Herzen findest, wirst du ihn in der äußeren Welt vergeblich suchen.“

 

Oder die Bibel: „Das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ (Lukas 17, 21)

 

Und Agni Yoga: „Jeder Geist schafft sich seine eigene Welt, und die Schönheit oder Hässlichkeit der geschaffenen Welt hängt von der Qualität des Bewusstseins ab.“ (U II, 719)

 

„Die Feurige Welt ist vor allem in uns selbst, wenn wir nur ihre Wohnstätte erkennen.“ (FW I, 354)

 

 

3. Komme ich in den Himmel?

 

Wenn jemand euch fragt: „Werde ich in den Himmel kommen?“

 

Fragt ihn: „Lebst du schon im Himmel?“

 

Du solltest das Leben im Himmel nicht auf die Zeit nach deinem Tod verschieben. Du kannst schon jetzt im Himmel leben.

 

Du musst sogar lernen, schon jetzt im Himmel zu leben. Ein Himmel ist eine Gemeinschaft von Seelen. Wenn du nicht in der Lage bist, schon während der irdischen Inkarnation so zu leben, wie es in der Gemeinschaft üblich ist, die du als deinen Himmel ansiehst, wirst du auch nach deinem Tod nicht so leben können.

 

Wenn du heute keine Freude daran hast, so zu leben, wie es in deinem Himmel üblich ist, wirst du auch nach dem Tod keine Freude daran haben.

 

Wer den Aschram eines großen Lehrers als die höchste denkbare Welt und seinen Himmel ansieht, muss schon auf Erden beweisen, dass er für ein Leben an einem so hohen Ort geeignet und würdig ist.

 

 

 

4. Verwandlung in Seele

 

Frage: Ich komme nicht weiter bei der Verwandlung in eine Seele. Ich höre nur selten, dass meine Seele mir sagt, was ich tun oder lassen soll. Ich merke nicht, ob ich schon eine Seele ‚bin‘ oder nicht.

 

Antwort: „Verwandlung in eine Seele“ ist nur bedingt der richtige Ausdruck. Wir wollen den Begriff verfeinern:

 

Deine Seele, dein Geistwesen, deine Ewige Individualität existiert bereits. Sie ist aber kein irdisches, sondern ein Wesen der Feurigen Welt!

 

Dieses Wesen, von der Lehre auch Feuriger Körper genannt, ist bei fast allen Menschen noch völlig unterentwickelt, wie ein Baby. Es ist in der geistigen Welt formlos wie die Tiere, es ist wie eine leere Hülle und kaum lebensfähig. Es existiert zwar, ist sich seiner selbst aber nicht bewusst und kann daher nicht agieren und seine Kräfte nicht nutzen.

 

Unsere Aufgabe ist es, dieses Wesen zu formen und damit erst zu seinem Leben zu erwecken. Das geschieht, da es sich nicht um ein physisches, sondern um ein geistiges Wesen handelt, mit Hilfe unserer Gedanken.

 

Du musst zunächst definieren: Wer oder was soll meine Ewige Individualität sein? Ein Unsterblicher, ein Schüler, ein Lehrer, ein Geistkämpfer, ein Mitarbeiter der Hierarchie, ein König des Geistes …?

 

Eine solche Identität erfordert bestimmte Eigenschaften. Deine Seele ist zum Beispiel nur dann ein König des Geistes, wenn sie in jedem Moment, in allen, auch den bedrückendsten Umständen königlich denkt, fühlt, spricht und handelt.

 

Du musst also bemüht sein, den geistigen Teil deines Wesens mit diesen Eigenschaften auszustatten. Mit der Zeit wirst du sehen, wie deine Ewige Individualität wächst und sich dann auch äußert und zum Ausdruck kommt.

 

Dafür muss der feurige Körper bereits ausreichend ausgebildet sein. Gewiss, er ist immer vorhanden, doch er kann sich in einem chaotischen und unbewussten Zustand befinden. (Herz 258)

 

 

5. Verwandlung in Seele: Basisübung: Sich selbst beobachten

 

Die allereinfachste Übung, um Deine Verwandlung in ein geistiges Wesen zu unterstützen, ist: Betrachte Dich selbst, Deinen Körper, von oben, mit den Augen Deiner Ewigen Individualität wie eine fremde Person: Was tut der Körper? Was will er? Wie fühlt er sich?

 

So beginnst Du, Dein von Deinem Leib verschiedenes ewiges geistiges Wesen zum Leben zu erwecken: Die Seele  wird jetzt tatsächlich tätig, indem sie den Körper beobachtet. Damit setzt Du die Augen Deiner Seele in Funktion. Du beginnst, nicht mit den physischen Augen, sondern mit den inneren Sinnen Deines Feurigen Körpers zu sehen.

 

Das ist ähnlich wie bei den bekannten Nahtoderlebnissen, bei denen die Seele, die den Körper schon fast verlassen hat, von der Zimmerdecke aus beobachtet, wie der Arzt unten auf dem Operationstisch den Körper operiert. Da unser Feuriger Körper ein wenig größer ist als der Leib, können wir die Betrachtung von oben auch ohne Verlassen des Leibes durchführen.

 

 

6. Verwandlung in Seele: Höhere Sinne nutzen

 

Wenn Du zu einem Unsterblichen werden willst, musst Du lernen, die Fähigkeiten Deines Geistwesens zu nutzen. Die zweite, schon etwas anspruchsvollere Übung dafür ist:

 

Erwecke nach dem geistigen Auge auch die anderen Sinne Deines höheren Selbst zum Leben, indem Du sie benutzt: Vor allem das Herz. Übe zum Beispiel, mit dem Gefühlswissen des Herzens das Wesen eines anderen Menschen zu erkennen: Kannst Du ihm vertrauen, meint er es gut mit Dir, oder macht er nur schöne Worte?

 

Ein noch so gut geschulter Intellekt hilft bei einer solchen Frage nicht weiter.

 

Schon Saint-Exupéry verkündete die große Wahrheit: „Man sieht nur mit dem Herzen recht; das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

 

Lasse Dir diesen Satz auf der Zunge zergehen: Um Dich dem Wesentlichen, dem, was wirklich wichtig ist in Deinem Leben (Glaube, Liebe, Hoffnung, Vertrauen, Sinn) zu nähern, musst Du Dein geistiges Wesen und dessen Erkenntnismöglichkeiten entwickeln!

 

Höre in jeder Situation auf Dein Herz: Statt „auf die Stimme der Seele hören“ können wir auch sagen: „auf das Herz hören“: Das Geistige, Ewige, Göttliche in uns äußert sich über das Herz.

 

Wenn Du Dir nicht sicher bist, wie Du Dich verhalten sollst, was Deine Ewige Individualität will, befrage das reine Gefühl Deines Herzens.

 

Je genauer Du befolgst, was diese innere Stimme Dir sagt, desto klarer wird sie in Zukunft zu Dir sprechen.

 

 

7. Verwandlung in Seele: Geistige Kräfte nutzen (1)

 

Die nächste schon anspruchsvollere Übung:

 

Beginne damit, Deinen Körper von oben zu steuern, so wie der Reiter seinen Esel lenkt. Lasse den Körper den Willen des Geistes ausführen, so wie der Esel dem Willen des Reiters folgt. Beobachte in aller Ruhe, unaufgeregt, als ob es ein Fremder ist, was der Körper will, wohin er strebt. Dann entscheide, was er bekommt und wohin er sich bewegt.

 

Auf diese Weise nutzt Du die geistigen Kräfte Deiner Seele, womit diese zu leben und ihre Macht zu wachsen beginnt.

 

 

 

8. Verwandlung in Seele: Geistige Kräfte nutzen (2)

 

Die Notwendigkeit, den Körper von Deiner Ewigen Individualität aus zu steuern, bezieht sich nicht nur auf die rein materielle Seite Deines Wesens, sondern auch auf Deine Gedanken, Deine Gefühle und Deine Instinkte.

 

Von der Theosophie kommt die hilfreiche Vorstellung, dass es neben dem physischen noch einen Gefühlskörper (Astralkörper), einen Gedankenkörper (Mentalkörper) und einen Instinktkörper gibt.

 

Auch diese Körper muss Dein höheres Selbst beherrschen, genau wie den Leib! Ebenso wenig wie mit Deinem Körper darfst Du Dich mit Deinen Gedanken, Gefühlen oder Instinkten identifizieren.

 

Du hast also vier vergängliche Körper zu lenken, wie der Wagenlenker einer Quadriga seine vier Pferde.

 

 

Lerne also, auch Deine Gedanken, Gefühle und Instinkte wie die eines Fremden von oben, aus der Position des wahren, ewigen Selbst zunächst einfach nur zu beobachten.

 

Versuche dann, aus der Sicht des Höheren Selbst zu entscheiden, welche Gedanken, Gefühle und Instinkte Du zulassen und welche Du abweisen, welchen Du folgen willst und welchen nicht.

 

Nicht „ich“ - meine Ewige Individualität – denke oder fühle. Mein Gedankenkörper oder mein Gefühlskörper - Teile meiner vergänglichen Persönlichkeit – denkt oder fühlt. „Ich“ lenke dieses Denken und Fühlen!

 

Beginne damit, negative Gedanken oder Gefühle sogleich zurückzuweisen und durch höhere zu ersetzen. Versuche einmal, auch nur einen Tag ohne negative Gedanken zu bleiben – was meinst Du, wie schwer das ist!

 

Indem Du die Herrschaft des Geistes über Deine Gedanken, Gefühle und Instinkte errichtest, übst Du die Kräfte Deiner Ewigen Individualität, wodurch diese wächst und immer größer und stärker wird.

 

 

9. Zustand des Bewusstseins „Unsterblicher Mensch“ und „Leben im Himmel“ bewahren

 

Wir hatten gesagt: Ein Unsterblicher, ein Neuer Mensch der sechsten Rasse zu werden bedeutet, einen entsprechenden Zustand des Bewusstseins zu erlangen.

 

Wir hatten auch schon gesagt: In der Neuen Welt, im Himmel zu leben bedeutet, einen entsprechenden Zustand des Bewusstseins zu erlangen.

 

Wenn das so ist, stellt sich die Aufgabe, ein Neuer Mensch zu werden und in einer Neuen Welt zu leben, ganz anders dar, als die meisten von Euch denken:

 

In der morgendlichen Meditation kannst Du Dich relativ einfach in den Bewusstseinszustand eines nicht-materiellen Geistwesens und in Deinen persönlichen Himmel (zum Beispiel den Aschram Deines Lehrers) versetzen.

 

Dann kommt es „nur“ noch darauf an, diesen hohen Bewusstseinszustand in Deinem weltlichen Leben gegen alle Angriffe zu verteidigen und sich durch nichts und niemanden herunterziehen zu lassen. Das erfordert ständige Wachsamkeit.

 

Man sollte nicht meinen, ein Archat könne in seinem Bewusstsein den Führenden Willen auch nur für einen Augenblick außer acht lassen. Er wird zum einfachen Sterblichen, wenn Er nicht immer feierlich den Kelch der Heldentat trägt. Die Macht Seines Herzens ermattet, sobald Er nicht mehr den Hierarchischen Faden in Seiner Hand spürt. In dieser Erkenntnis ewiger Wachsamkeit besteht die Einmaligkeit des Archaten. (FW I, 196)

 

 

 

10. Verletzungen, Niedergeschlagenheit oder Gereiztheit überwinden

 

Frage: Ich bin verletzt, niedergeschlagen oder gereizt. Was kann ich tun?

 

Antwort: Diese Gefühle sind Äußerungen Deiner vergänglichen Persönlichkeit. Schaue auf sie mit den Augen Deiner Ewigen Individualität wie auf die Verletzung, Niedergeschlagenheit oder Gereiztheit eines Fremden.

 

Dann erkennst Du: Deine Ewige Individualität hat keinen Grund für solche Gefühle: Der Anlass für sie ist im Angesicht der Ewigkeit nichtig und klein. Der Anlass für sie ist ein Grund zur Freude, weil er Dir eine Gelegenheit für den weiteren geistigen Aufstieg bietet.

 

 

11. Mann oder Frau?   

 

Du denkst, Du bist eine Frau? Du denkst, Du bist ein Mann? Das ist ein verzeihlicher Irrtum, aber da erliegst Du Maja, der Illusion der Materie!

 

Dein wahres Ich, Deine Seele, Deine Ewige Individualität ist geschlechtslos wie ein Engel. Sie inkarniert auf der materiellen Ebene manchmal als Mann, manchmal als Frau. Sie ist eine Synthese von beiden.

 

Setze also niemals das andere Geschlecht herab. Damit erniedrigst Du Dich selbst. Bemühe Dich lieber, die besten Eigenschaften beider Uranfänge zu erwerben.

 

 

12. Amerikaner, Russe oder Deutscher?

 

Du denkst, Du bist ein Amerikaner, ein Russe oder ein Deutscher? Da erliegst Du Maja, der Illusion der Materie!

 

Die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Volk ist ein Aspekt Deiner vergänglichen Persönlichkeit. Deine Ewige Individualität, Deine unsterbliche Seele wird auf ihrem ewigen Weg in die verschiedensten Nationen hineingeboren.

 

Was für ein Wahnsinn, wenn Palästinenser und Israelis meinen, einander hassen und Kriege gegeneinander führen zu müssen: Wer in diesem Leben als Israeli geboren wurde, kann in der nächsten Inkarnation ein Palästinenser werden oder es in einem früheren Leben gewesen sein. Der Hass richtet sich also gegen das eigene (!) (frühere oder zukünftige) Volk!

 

 

13. Jude, Buddhist, Hindu, Moslem oder Christ?

 

Du denkst, Du bist ein Jude, ein Buddhist, ein Hindu, ein Moslem oder ein Christ? Da erliegst Du Maja, der Illusion der Materie!

 

Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion ist ein Aspekt Deiner vergänglichen Persönlichkeit. Deine Ewige Individualität, Deine unsterbliche Seele wird auf ihrem ewigen Weg in die verschiedensten Religionen hineingeboren.

 

Du, Dein wahres Ich lebte früher einmal in der moslemischen, es lebt heute in der christlichen und wird in einem späteren Leben vielleicht in einer buddhistisch geprägten Kultur leben.

 

Wenn Du eine Religion über die anderen stellst, setzt Du also automatische Deine eigene (!) (frühere oder zukünftige) Religion herab.

 

Was für ein Wahnsinn, wenn Menschen wegen der Religion Krieg gegen einander führen: Sie bekämpfen in Wahrheit sich selbst! Es ist nichts als Unwissenheit, die so viel Leid verursacht!

 

 

14. Leben ist Bewegung - mit rasender Geschwindigkeit!

 

„Da sich der Kosmos in Bewegung befindet, ist es unmöglich, in scheinbarer Unbeweglichkeit zu verharren – es geht entweder rückwärts oder vorwärts.“ (Agni Yoga, Buch Gemeinschaft 127)

 

Der Ort, an dem Du jetzt gerade stehst, nimmt teil an der Drehung der Erde um ihre eigene Achse (einmal pro Tag). Diese Bewegung geht mit einer Geschwindigkeit von rund 1.700 Kilometern pro Stunde vor sich.

 

Der Ort, an dem Du gerade stehst, nimmt weiter Teil an der Drehung der Erde um die Sonne (einmal pro Jahr). Auf dieser Bahn bewegst Du Dich mit der Erde mit einer Geschwindigkeit von rund 108.000 km/h.

 

Die Erde ist Teil des Sonnensystems. Der Ort, an dem Du stehst, nimmt also Teil an einer dritten Bewegung, nämlich der Drehung des Sonnensystems um das Zentrum der Milchstraße. Auf diesem Weg eilst Du mit einer Geschwindigkeit von 900.000 km/h voran.

 

Die Milchstraße schließlich – und Du mit ihr – rast mit einer Geschwindigkeit von 2 Millionen km/h durch das Weltall.

 

Ein Wesen, das mit derart unvorstellbaren Geschwindigkeiten durch den Raum jagt, darf auch im Geist nicht stehen bleiben. Es gibt keine Ruhe. Leben ist Bewegung, Stillstand ist Tod – physisch genau wie geistig.

 

 

15. Denken wie die Seele denkt

 

Der Mensch ist, was er denkt! Wenn Du Dich in einen Unsterblichen verwandeln willst, musst Du lernen, nicht wie ein physisches, sondern wie ein geistiges Wesen zu denken. Deine Ewige Individualität denkt anders als Deine vergängliche Persönlichkeit. Ein gutes Beispiel für dieses Neue Denken des Neuen Menschen gibt Helena Blavatsky:

 

„Iss nur, wenn du hungrig bist, und trink nur, wenn du durstig bist, sonst nie. Wenn irgendeine besondere Zubereitung deinen Gaumen anzieht, gestatte dir nicht, dich dazu verführen zu lassen, sie einfach zur Befriedigung deines Begehrens zu genießen. Bedenke, dass der Genuss, den du daraus ziehst, einige Sekunden vorher noch nicht bestanden hat und einige Sekunden danach wieder aufhören wird zu bestehen; dass er ein vorübergehendes Vergnügen ist, dass dieses Vergnügen sich aber zu Schmerz wandeln würde, falls du zu viel davon genießt; dass es, da es doch andere Dinge gibt, die dir ewige Seligkeit verschaffen können, reine Narrheit ist, deine Neigungen an so ein vergängliches Ding zu heften; dass du weder dein Körper noch deine Sinne bist, und Lust und Schmerz, welche diese zu ertragen haben, niemals dich selbst wirklich betreffen können, und so weiter. Betätige dieselbe Folge von Argumenten im Falle jeder anderen Versuchung, und, wenn du auch oftmals versagen wirst, so wirst du auf diese Weise doch schließlich sicherer zum Erfolg kommen.“ (H. Blavatsky, Praktische Ratschläge für das tägliche Leben)

 

 

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