Was lehrt  Agni Yoga?

 

Die wichtigsten Themen der Lehre des Agni Yoga (Lebendige Ethik) sind:

 

Das Ziel der Lebendigen Ethik ist eine höhere Stufe der Menschheitsentwicklung: Der Neue Mensch, der eine Neue Welt errichtet. Sie gibt hierzu die notwendigen Hinweise und Empfehlungen (siehe Experiment Unsterblichkeit). Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Agni Yoga - wie z.B. Zen - praktiziert und die Weisungen der Mahatmas im täglichen Leben umgesetzt werden.

 

Grundlage unserer Existenz ist das Evolutionsgesetz, der Plan Gottes mit der Menschheit. Es hat aus Steinen Pflanzen, aus diesen Tiere und aus diesen wiederum Menschen hervorgebracht. Die Entwicklung ist mit dem Menschen nicht abgeschlossen. Weitere, höhere Stufen stehen vor uns. Das höhere Potential des Menschen ist noch längst nicht ausgeschöpft.

 

Die Heiligen, Propheten und Religionsstifter, die höheren Fertigkeiten, die aus ihrem Leben berichtet werden, zeigen die Richtung an: Die höhere Stufe, die sich vom Menschen genauso unterscheiden wird wie dieser vom Affen, wird ein Geschöpf mit höherer geistiger Macht sein.

 

Evolution findet im gesamten Universum statt. Die Annahme, ausgerechnet der Mensch sei das höchste Wesen, das im unendlichen Kosmos existiert, ist vollkommen unwissenschaftlich und zeugt (wie der mittelalterliche Glaube, die Erde sei der Mittelpunkt der Welt) von kindischer Ichbezogenheit. Tatsächlich hat die Evolution anderswo bereits weit höherstehende Kreaturen und Welten hervorgebracht.

 

Nach dem Grundsatz, daß die Natur keine Sprünge macht, entwickeln sich die höheren Stufen organisch aus den niedrigeren. Es gibt keinen Heiligen, keinen Engel und keinen Gott, der nicht einmal Mensch war. Sie alle haben sich im Wege natürlicher Entwicklung zu ihrer Position erhoben.

 

Aus dem Evolutionsgesetz folgt: Es besteht eine Hierarchie der Seelen, die von Grashalm, Tier und Mensch über den Christus bis hinauf zu Lenkern von Planeten, Sonnensystemen und Universen reicht. Ein jeder muß seinen Platz auf dieser Jakobsleiter einnehmen, hat einen Lehrer oder Seelenführer über und Schüler, die ihm nachfolgen, unter sich.

 

Wie auf der Erde leben überall verschiedene Spezies nebeneinander her. Wie die Tiere ihren Herren, den Menschen, finden können, so kann auch der Mensch Kontakt zu den Wesen der nächsthöheren Stufe, den „Gottessöhnen“, aufnehmen und sich von ihnen leiten lassen. Die tatsächliche Existenz von Geschöpfen höherer Evolutionsstufen und die wirkliche Verbindung zumindest feinfühliger Menschen mit ihnen ist die wissenschaftliche Grundlage jeder Religion.

 

Die Spitze dieser Hierarchie, zu der alles hinstrebt, in der alle Linien zusammenlaufen und die alle Gegensätze vereint, ist Gott. Die Lebendige Ethik stellt einen wissenschaftlichen Gottesbegriff auf. Gott hört damit auf, ein unvernünftiges Abstraktum zu sein, und wird zu einem normalen Teil der natürlichen Entwicklung. Nichts kann außerhalb der Natur existieren.

 

Der Sinn des Lebens des Menschen besteht darin, wie alle übrige Natur zum Licht, zu den Höhen, zu Gott zu streben; das göttliche Potential im eigenen Inneren zu entwickeln, die nächsthöhere Evolutionsstufe zu erreichen, durch natürliche Bemühung immer mehr Eigenschaften eines Gottes zu erwerben - nach dem Jesuswort, daß wir vollkommen werden sollen wie der Vater im Himmel. Dieses Ziel ist in einem einzigen Erdenleben nicht zu verwirklichen. Unsere Existenz wird erst sinnvoll, wenn wir uns als unvergängliche Wesen betrachten.

 

Das wahre Wesen des Menschen ist seine Seele, die ewig, nicht sein Körper, der vergänglich ist. Die nächste Evolutionsstufe erfordert, daß der Mensch das Bewußtsein seiner Unsterblichkeit erlangt und lernt, wie ein unvergängliches geistiges Wesen auf der materiellen Ebene zu agieren (siehe Experiment Unsterblichkeit).

 

Die wahre Heimat der Seele ist die jenseitige Welt. Die materielle Ebene besucht sie nur vorübergehend. Die Schriften der Lebendigen Ethik enthalten eine Vielzahl von Hinweisen über die Verhältnisse in den überirdischen Sphären. Sie ist ein normaler Teil der Realität mit anderen, geistigeren Bedingungen. Der Mensch, der Unsterblichkeit erlangen und zu einer Seele werden will, muß lernen, auch dort sich zurechtzufinden und sinnvoll zu handeln (siehe Experiment Unsterblichkeit).

 

Die Erkenntnis der höheren Realität (Existenz der Seele, Verhältnisse in der höheren Welt, Einwirkung der geistigen Sphären auf das materielle Leben usw.) ist vollkommen wissenschaftlich: Sie beruht auf Beobachtung und Erfahrung. Lebendige Ethik fordert, sich den höheren, nicht-materiellen Ebenen auf wissenschaftlichem Weg zu nähern. Wir benötigen dafür allerdings eine erweiterte Wissenschaft, die die Erkenntnismöglichkeiten unserer höheren Sinne, insbesondere des Herzens, mit einbezieht. Zutreffend wird gesagt, daß man nur mit dem Herzen richtig sieht, weil das Wesentliche für die Augen unsichtbar ist (Saint-Exupéry).

 

Agni Yoga lehrt die Synthese von Wissenschaft und Religion: Der Verstand erfaßt die materielle, Spiritualität die geistige Seite der einen Wirklichkeit. Spirituelle Erkenntnis bietet höhere Möglichkeiten; sie darf aber der Vernunft nicht widersprechen.

 

Die Seele berührt auf ihrem unendlichen Weg eine Vielzahl von Planeten, Welten, Zeiten, Kulturen und Daseinsebenen. Die natürlichste Vorstellung ist, daß sie auch auf die Erde zurückkehrt, solange sie sich hier noch vervollkommnen kann. Lebendige Ethik lehrt das Gesetz der Wiedergeburt.

 

Lebendige Ethik lehrt das Gesetz von Ursache, Wirkung und Verantwortung (Karma). Der freie Wille zieht notwendig Verantwortung nach sich, Freiheit ohne Verantwortung wäre eine kosmische Mißgeburt. Indem er Gutes tut, erleichtert der Mensch sein künftiges Schicksal. Alles Unrecht, das er anrichtet, muß er wieder gut machen. Die Lehre, Christus habe unsere Sünden auf sich genommen, ist im geistigen Sinne verbrecherisch, weil sie darüber hinwegtäuscht, daß nur wir selbst uns reinigen, erheben und aus dem Schmutz befreien können, der von niemand anderem als vom Menschen geschaffen wurde.

 

Leid entsteht, wenn wir gegen kosmische Gesetze verstoßen. Wie Schmerz dem Körper, zeigt Leid der Seele an, wo sie sich falsch verhält. Man muß dankbar für solche Hinweise sein, ohne die man sich nicht weiterentwickeln, die Stelle nicht heilen kann, an der man noch verletzbar ist. Eine schöne, große, starke Seele leidet nicht, ebenso wie ein gesunder Körper nicht schmerzt (siehe Experiment Unsterblichkeit). Der Geist geht aus allen Widrigkeiten, die er überwindet, gestärkt hervor. Er sieht in ihnen Gelegenheiten, Stufen der Leiter zu weiterem Fortschritt.

 

Lebendige Ethik lehrt die überragende Bedeutung des Bewußtseins: Der Mensch ist, was er denkt. Er schafft sich selbst selbst durch die geistige Haltung, die er der materiellen Welt gegenüber einnimmt: Wer an der Unvollkommenheit der Welt zerbricht, ist ein Sklave, der hin und hergetrieben wird wie ein Blatt im Wind. Wer über den Verhältnissen steht, allen Angriffen wie ein Unsterblicher, ein König des Geistes begegnet, ist ein Unsterblicher und König, wie auch immer seine vorübergehende materielle Existenz beschaffen ist (siehe Experiment Unsterblichkeit).

 

Der Mensch schafft auch die Welt, in der er lebt, selbst: Wer über die Verhältnisse klagt, lebt in Finsternis; wer gelernt hat, über sie zu lächeln, lebt bereits in einer höheren Realität; und wer sich über alle Widrigkeiten freut, weil er an ihnen nur wachsen kann, bewohnt die höchste Welt. Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt (Schopenhauer).

 

Das Bewußtsein ist die eigentliche Realität. Das, was existiert, ist für den Menschen nur insoweit real, als es ihm bewußt ist. Es existiert viel mehr (höhere, geistige Welten, höhere Wesen mit Einfluß auf die materielle Ebene), als dem heutigen Menschen bewußt ist. Wenn wir unser Leben verschönern und eine bessere Welt schaffen wollen, müssen wir zunächst unser Bewußtsein erweitern.

 

Weiter mit:

Experiment Unsterblichkeit

 Zurück zur Homepage